Ich habe die NLB Group heute zu 127 € gekauft, weil
- sie spottebillig ist
- sie eine gute Position in mehreren EU-Beitrittsländern hat (ex-Yugoslawien: Serbien, Nordmazedonien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Kroatien)
- und europäische Banken generell gerade (wieder-)entdeckt werden.
Als antizyklisch kann man die NLB nicht gerade bezeichnen - dafür ist sie bereits zu gut gelaufen und hat inzwischen eine Market Cap von 2,6 Mrd. Euro:
Trotz der Vervielfachung sind die Kennzahlen tadellos:
KGV 5,1 * KBV 0,8 * KUV 2,1 * Divi 8,4%. Das dürfte für einen Spitzenplatz bei den kombinierten Value-Kennzahlen reichen; allerdings ist die Aktie weder bei Google Finance noch bei meinem Screener quant-investing.com enthalten (obwohl er eigentlich auch slowenische Aktien enthält). Eine gute Info-Quelle ist auch die Firmenseite bei der Börse Ljubljana: https://ljse.si/en/papir-311/310?isin=SI0021117344.
Dort findet auch der mit Abstand liquideste Handel statt. Meine Depotbank arbeitet dort mit einem lokalen Broker zusammen. Theoretisch ist die Aktie auch in Frankfurt oder über Lang & Schwarz handelbar.
Was die Bilanzqualität betrifft: Simply Wallstreet verleiht hier die Bestnote, wobei die Kriterien für Banken andere sind als für normale AGs.
Erwähnenswert ist, dass der Staat Slowenien eine Sperrminorität von 25% besitzt; das dürfte eine Fremdübernahme unwahrscheinlich machen. Die NLB hat ohnehin selbst sehr ambitionierte Ziele: Man will bis 2030 die führende Bank in Südost-Europa werden, mit einer Verdoppelung von Umsatz und Gewinn, auch durch Akquisitionen. Die Bewertungs-Multiples sollen erhöht werden, ebenso wie die Ausschüttungsquote an die Aktionäre. Die Strategie-Präsentation auf der Homepage ist entsprechend ambitioniert.
Wie eingangs erwähnt, reizt mich vor allem der Gedanke, über die NLB Group frühzeitig am Wirtschaftsaufschwung neuer EU-Mitglieder teilnehmen zu können. Sobald die EU-Fördermittel fließen, dürfte dort die Post abgehen.