Gründung und Betrieb einer Vermögensverwaltenden GmbH

  • Hallo zusammen. :-)

    Es ist vollbracht - ich habe meine vermögensverwaltende GmbH gegründet. 8)

    Ich verweise gerne nochmals auf die Literatur, die man lesen sollte/könnte um die meisten offenen Fragen zu klären:
    1. Weniger Steuern & mehr Vermögen - von Alexander Keck
    2. GmbH gründen: Alles, was du wissen musst - von Alexander Keck
    3. Die Trading GmbH: Wie du dein Vermögen sicher und steueroptimiert verwaltest
    4. GmbH-Geschäftsführung für Dummies
    5. AktG | GmbHG, Aktiengesetz | GmbH-Gesetz, Aktuelle Gesetze
    6. Buchführung und Bilanzierung für Dummies

    Wie habe ich das nun gemacht?
    Oben die Quellen durchgelesen - vor allem 1, 2 und 3 und ein bisschen 5 und 6. Nr. 4 ist m.E. bisher überschaubar, denn es gibt kein operatives Geschäft bei mir und ich bin alleiniger beherrschender Gesellschafter der GmbH.

    Voraussetzungen:
    1. Stammkapital in Höhe von 25.000 €
    2. Briefkasten an dem man den vollständigen Firmennamen zusätzlich und gut sichtbar anbringen kann und idealerweise dort wo man selbst wohnt. Ich habe über Amazon diesen Anbieter benutzt: FILIGRAVO personalisiertes Klingelschild. Am besten schwarze Schrift auf weißem Schild für gute Lesbarkeit und/oder das es sich in die Umgebung gut einfügt.
    3. Vorher ggf. Erlaubnis vom Vermieter für Anbringung eines Schildes einholen, weil es sonst nur Stress gibt mit Vermieter oder anderen Mitmietern (die auch sonst unlösbare Probleme haben).
    Ich habe dem Vermieter gesagt das ich einen "nicht störenden Gewerbebetrieb ohne operatives Geschäfts am Schreibtisch betreiben will".

    Schritt 1: Einen Notar finden:
    Dafür habe ich den aus meiner Stadt genommen der optisch vertrauenswürdig schien und schon länger in meiner Stadt seine Dienste anbietet. Auf der Homepage war auch ein Formular zu finden, dass für die Gründung einer GmbH bzw. UG als PDF ausgefüllt werden konnte.
    Es gab dort auch eine digitale Plattform mit der man mit Hilfe des digitalen Personalausweises den Prozess starten konnte. Ging bei mir nur nicht, weil ich den noch nie digital gebraucht habe (geht aber nun).
    Ich habe also ganz Old-School einen Termin vor Ort gehabt und den Personalausweis vorgelegt.

    Schritt 2: Entwurf für Gesellschaftsvertrag/Satzung prüfen:
    Das war einfach, weil ich mir einen schlauen Text für den Gegenstand des Unternehmens (Geschäftszweck) mit Chat-GPT habe generieren lassen:

    Zitat

    Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung eigenen Vermögens, insbesondere der Handel mit Wertpapieren sowie der Erwerb, das Halten, die Verwaltung und die Verwertung von Unternehmensbeteiligungen - jeweils ausschließlich im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, nicht jedoch als Dienstleistung für Dritte. Die Gesellschaft nimmt nicht am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teil und führt keine Tätigkeiten aus, die einer behördlichen Erlaubnis bedürfen, insbesondere nicht nach § 34c GewO oder § 32 KWG.

    Im Prinzip sollte der Notar dabei einen Standard-Vertrag aus der Tasche ziehen, weil es m.E. keinerlei große Besonderheit braucht, wenn man alleine gründet.
    Wichtig ist aber die Befreiung BGB § 181, damit man Geschäfte mit der Gesellschaft machen kann, wie "der GmbH ein Darlehen als Gesellschafter geben" und auch "ein Darlehen von der GmbH als Gesellschafter bekommen".

    Zitat

    Der Geschäftsführer ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.


    Dies habe ich bei den Bemerkungen dafür reingeschrieben im dem Antragsdokument.

    Der Name der GmbH war auch noch überlegenswert, weil es zumindest für mich ein bisschen Bedeutung hat und etwas hermachen sollte. Dies sollte man sich vorher also genau überlegen, denn manche Namen sind nicht erlaubt.
    Beispielsweise war "XYZ Holding GmbH" nicht zulässig, weil ich keine Tochtergesellschaft mitgegründet habe (und auch nicht die unmittelbare Absicht bestand) und es dann aus Sicht des Notars, Registergericht und/oder IHK keine Holding ist und so nicht heißen darf.
    Auch andere irreführende Namen sind nicht zulässig. Deswegen sollte man einen neutralen Namen verwenden oder einen ganz klaren Fantasienamen der auch zulässig ist (bei mir wurde es ein Fantasiename).
    Es ist trotz allem empfehlenswert zu prüfen, ob man mit dem Namen irgendwelche Rechte bestehender Unternehmen und/oder Marken verletzt. Ich habe z.B. davon Abstand genommen die Initialen meiner Vornamen (3) + Nachname zu verwenden, weil es eine europaweit operierende Firma aus Portugal damit schon gab.
    Im Klartext: Um unnötiges Ping-Pong und Verzögerungen zu vermeiden beim Deutschen Patent- und Markenamt prüfen, ob der Name oder ein Bestandteil ggf. ein Problem darstellen könnte. Bei der zuständigen IHK kann man die "Prüfung Ihres Firmennamens" digital durchführen (zumindest mein Bundesland).
    Ein weiterer Punkt sollte sein, dass vermerkt ist, dass die Gesellschaft die Gründungskosten bis zu einer bestimmten Höhe übernehmen darf, denn dies ermöglicht das sich diese Ausgaben gegen entsprechende Gewinne steuermindernd auswirken.

    Schritt 3: Termin für die Beurkundung beim Notar machen:
    Den vereinbarten Termin nimmt man einfach wahr und das dauert i.d.R. 15-30 Minuten vor Ort. Ausnahme wäre, wenn man hat eine komplizierte Satzung und/oder mehrere Gesellschafter hat.
    Man sollte sich die Gründungsurkunde+Gesellschaftsvertrag digital schicken lassen.

    Schritt 4: Geschäftskonto eröffnen mit Stammkapital:
    Wenn man die Gründungsurkunde+Gesellschaftsvertrag digital bekommen hat (bei mir hat das 6 Tage gedauert), dann kann man damit ein Geschäftskonto eröffnen (wird verlangt). Man kann schon vorher beginnen aber kommt nicht ohne den Gesellschaftsvertrag zum Ende.
    Wenn das Stammkapital vollständig eingezahlt ist (Überweisungstext: "Stammkapital Dagobert Duck Geldspeicher GmbH i. G.".
    Wenn das Geld eingegangen ist (1 Werktag bei mir), dann dies sofort beim Notar bestätigen (Beleg darüber kann man dem Notar auch schicken).
    Ich habe nach der Belegerstellung mit der Einzahlung der Stammkapitals gleich die Rechnungen für den Notar beglichen (229,07 € für Entwurfsfertigung, Betreuungsgebühr, Dokumentenpauschale, Post- und Telekommunikationspauschale + 616,64 € für Beurkundungsverfahren = 845,71 € inkl. Mwst) und ihm das auch zusätzlich belegt (digital per E-Mail).
    Als Geschäftskonto habe ich folgenden Anbieter genommen, weil er relativ geringe Kosten hat: FINOM. 7 € * 12 Monate + 19% Mwst = 99,96 € im Jahr für den Start-Tarif bei jährlicher Zahlungsweise.
    Wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann man natürlich auch immer zur Apotheke gehen - also zu Deutsche Bank, Commerzbank, etc.

    Schritt 5: Warten bis der Notar die Dokumente zum Registergericht schickt:
    2 Tage später wurden die Dokumente zum Registergericht geschickt.

    Schritt 6: Warten bis das Handelsregister (Registergericht) sich per Post meldet:
    Das hat 5 Tage gedauert (inkl. Wochenende).
    Die Rechnung umgehend für die Eintragung über das Geschäftskonto bezahlen. Bei mir waren das 200 €, die auch zu den Gründungskosten zählen wie der Notar.

    Schritt 7: Warten bis das der Notar die Eintragung bestätigt:
    3 weitere Tage hat es gedauert bis sich das Amtsgericht meldet, dass die Eintragung erfolgreich war.
    Das Wichtigste ist Handelsregisternummer "HRB 12345 - Amtsgericht ABC", die in dem Schreiben enthalten ist!
    1 Tag später bestätigt der Notar das Amtsgericht mit dem selben Dokument nochmals digital per E-Mail.
    1 Tag vorher war allerdings schon Post des Amtsgerichts im Briefkasten, dass die Eintragung erfolgreich war.
    Der Notar ist also langsamer als das Amtsgericht mit der Eintragung und postalischen Bestätigung.
    Was man noch einen weiteren Tag später im Briefkasten findet ist eine Fake-Rechnung von Betrügern die sich als Amtsgericht ausgeben und etwa 2.000 € abkassieren wollen:
    Das erkennt man an einer spanischen IBAN, das der Richter nicht existiert und das Wappen des Bundeslandes falsch ist. Ansonsten ist die Fälschung gar nicht mal so schlecht.
    Notfalls beim Amtsgericht nachfragen, ob das von denen ist. 200 € passt jedenfalls aber 2.000 € auf keinen Fall.

    So nun ist die GmbH entstanden und existiert so richtig kann man sagen. Sie ist damit keine Gesellschaft mehr in Gründung und daher soll man auch kein "i. G." irgendwo angeben, sondern sollte spätestens dann dieses Postfix überall wieder löschen. Ich habe das "i. G." nur in einer E-Mail-Signatur gehabt und auf der Überweisung für das Stammkapital soweit ich mich erinnere.

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

    2 Mal editiert, zuletzt von Zek (5. Juli 2025 um 00:08) aus folgendem Grund: Deutsch

  • Schritt 8: Eigene E-Mailadresse für die GmbH besorgen:
    Weil die GmbH und das Privatvermögen getrennt behandelt werden müssen und es schnell zu einer steuerlich nachteiligen verdeckten Gewinnausschüttung kommen kann, sollte vieles strikt separiert werden.
    Ich habe mir eine eigene Domain mit E-Mailadresse geholt bei Dogado.
    Kostet 17,88 € im Jahr. Man kann auch IONOS von United Internet nehmen aber dort ist nicht garantiert, dass die Server in Deutschland stehen.
    Man kann sich natürlich auch alternativ bei seinem kostenpflichtigen privaten GMX-Konto eine weitere zusätzliche E-Mailadresse einrichten und diese für die GmbH nutzen, obwohl in Wirklichkeit das Privatkonto darunter liegt.
    Ein zusätzliches Mobiltelefon habe ich mir aus praktischen Gründen bisher nicht besorgt - steht aber noch auf der Prüfliste.

    Schritt 9: Eintragung im Transparenzregister:
    Das schreibt der Notar in seiner Bestätigung vom Amtsgericht.
    Kostet 19,80 € pro Jahr und dort muss man sich einmal registrieren.

    Schritt 10: Anmeldung beim Finanzamt bei ELSTER:
    Tatsächlich geht die Registrierung relativ schnell und war früher als Privatperson mit postalischem Aufwand verbunden, welcher entweder weggefallen ist oder für Unternehmensgründungen ist es tatsächlich einfacher geworden.
    Hier auszufüllen ist das Formular: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: Gründung einer Kapitalgesellschaft beziehungsweise Genossenschaft.
    Der Fragebogen ist wirklich nicht so leicht auszufüllen, wenn man sich mit der Materie nicht gut auskennt.
    Ich habe mich bei dem gesamten Gründungsprozess mit Chat-GPT durchgehangelt und das war wirklich eine Hilfe. Chat-GPT verwenden heißt nicht, dass man übrigens den gesunden Menschenverstand ausschalten soll, sondern man sollte es einfach als Werkzeug nutzen.

    Schritt 11: LEI besorgen:
    Das ist die weltweite Unternehmenskennung zur Identifikation von Unternehmen (siehe Gleif).
    Zur Registrierung habe ich https://register-lei.de genommen: 267,75 € (inkl. Mwst) für 5 Jahre.
    Das ist ein Anbieter aus Österreich der mir vertrauenswürdig erschien und im Preis gut war.
    Anbieter aus Deutschland sind zu teuer.
    Wird benötigt, wenn man Finanztransaktionen mit einem Broker durchführen will als GmbH.
    7 Stunden nach der Beantragung hatte ich den LEI. Bei GLEIF war der LEI am nächsten Tag für alle weltweit abrufbar.

    Schritt 12: Warten auf die Steuernummer:
    Das Finanzamt hat tatsächlich bei mir angerufen und gefragt wegen irgendetwas mit Klein-Unternehmer-Regelung, weil ich da etwas falsch angekreuzt hatte und doch auch 0 € Umsatz angegeben habe. Das Formular ist allerdings auch nicht gerade benutzerfreundlich kann man sagen.
    Ich habe einfach nur bestätigt, dass ich keine Umsätze (wg. Mehrwertsteuer) haben werde und als umsatzsteuerbefreit gelte. Die GmbH wird im Wesentlichen Veräußerungsgewinne- und -verluste haben und natürlich Dividendeneinnahmen.
    Umsatzsteuerbefreit macht zwar alles 19% teurer (weil es keinen Vorsteuerabzug gibt) aber bisher wollte ich mich auf Vermögensverwaltung beschränken und nicht noch eine weiteren komplizierten Sachverhalt an der Backe haben.
    11 Tage hat es gedauert bis das Finanzamt die Steuernummer herausgerückt hat, die für Geschäftskonto und Broker verwendet wird.

    Schritt 13: Broker besorgen:
    Ich habe Interactive Brokers in Irland genommen.
    Den verwende ich auch privat und so brauche ich mich nicht umgewöhnen.
    Der Anmeldeprozess ist auch nicht ganz ohne und sehr zu empfehlen mit Chat-GPT zusammen zu machen.

    Bis hierhin bin ich gekommen habe eine erste Testüberweisung auf mein Brokerkonto bei IB gemacht.
    Das Konto wurde nach Übermittlung von einigen der Gründungsdokumente nach einem Tag freigeschaltet und ist meiner Meinung nach verfügbar.

    Aktuell ist die Sachlage so, dass ich mir einen Steuerberater sparen will, weil das Thema doch recht endlich scheint im Bezug die verschiedenen Geschäftsvorfälle, die zu behandeln sind.

    Als Buchhaltungssoftware will ich tatsächlich b.a.W. folgende verwenden: GnuCash
    Diese Software ist m.E. ausreichend aber nicht kommerziell. Damit will ich starten und falls ich herausfinde das das alles Müll ist, dann werde ich ggf. auf eine kostenpflichtige Softwarelösung umschwenken.
    Bisher hatte ich an Lexware gedacht. Falls alles nichts mehr hilft, dann würde ich ggf. doch einen Steuerberater besorgen. Zum Jahresende hin sollte dafür langsam die Entscheidung gefällt werden von mir.

    Die nächsten Schritte werde ich dann in einem weiteren Post hier reinschreiben und vielleicht ergibt sich dann die eine oder andere konkrete Frage.

    Ich hoffe es hat euch nicht gelangweilt und bietet für den ein oder anderen hilfreiche Informationen das Thema selbst umzusetzen.


    LG von CEO
    Zek :D

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

    2 Mal editiert, zuletzt von Zek (4. Juli 2025 um 22:22) aus folgendem Grund: Deutsch

  • Lang lebe der CEO 🎉

    mögen die Gewinne in den Himmel wachsen. DAUSEND, mindestens!!!! 🚀


    Vielen Dank für die übersichtliche Auflistung aller Schritte.

    Mir sind 3 Kleinigkeiten aufgefallen:

    - Ich bin sehr zufrieden mit der n26 bank. Wenn ich das richtig sehe, habe ich keine (in Worten, null) Gebühren. Minimal nervig ist das Cashback, weil man auf die Kreditkartenumsätze eine (Mini) Rückvergütung bekommt. Die Zuflüsse muss ich dann halt auf Privateinlage buchen

    - Das mit der Umsatzsteuer würde ich nochmal überlegen. Es ist wirklich nicht viel Arbeit. Du müsstest am Anfang halt monatlich "eine Null" für die Umsatzsteuervoranmeldung buchen. Später dann nach quartalsweise anfragen.

    - An der Buchungssoftware würde ich nicht sparen. Nimm ein Standard Tool. Ich habe WISO und buche alles selbst (ich meine um und bei 39.90€ / Jahr). Für Planung, Optimierung, Verständnis mag ein Steuerberater Sinn machen, aber für die Buchhaltung ist er nur ein weiterer Proxy der Zeit/Geld kostet.

  • Super beschrieben :thumbup:

    Da Du die Materie durchpflügt hast, heisst das, ein GmbH Jahresabschluss benötigt kein Testat eines vereidigten Wirtschaftsprüfers oder Steuerberaters?

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Wie reichst du die eBilanz ein? Oder ist diese bei deiner GmbH keine Pflicht?

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

  • ...Vielen Dank für die übersichtliche Auflistung aller Schritte.

    Mir sind 3 Kleinigkeiten aufgefallen:

    - Ich bin sehr zufrieden mit der n26 bank. Wenn ich das richtig sehe, habe ich keine (in Worten, null) Gebühren. Minimal nervig ist das Cashback, weil man auf die Kreditkartenumsätze eine (Mini) Rückvergütung bekommt. Die Zuflüsse muss ich dann halt auf Privateinlage buchen

    - Das mit der Umsatzsteuer würde ich nochmal überlegen. Es ist wirklich nicht viel Arbeit. Du müsstest am Anfang halt monatlich "eine Null" für die Umsatzsteuervoranmeldung buchen. Später dann nach quartalsweise anfragen.

    - An der Buchungssoftware würde ich nicht sparen. Nimm ein Standard Tool. Ich habe WISO und buche alles selbst (ich meine um und bei 39.90€ / Jahr). Für Planung, Optimierung, Verständnis mag ein Steuerberater Sinn machen, aber für die Buchhaltung ist er nur ein weiterer Proxy der Zeit/Geld kostet.

    Gerne :)

    zu N26:
    Ist mehr auf Selbstständige und Freiberufler ausgerichtet aber wäre wohl auch möglich.
    Export und Buchhaltungsfunktionen sind u.U. wichtig, die dort weniger verfügbar sind.

    Ich habe mehrere Anbieter angeschaut und ganz kostenlos ist zwar möglich aber dann fehlt doch wieder etwas das benötigt wird am Ende.
    Deswegen habe ich mich für moderate Kosten entschieden mit gutem Funktionsumfang bei FINOM.
    Qonto war auch noch gut aber etwas teurer.

    Die gewählte Bank sollte eine vermögensverwaltende GmbH nicht ablehnen.
    Die sind auch nicht immer so schlau (hatte ich irgendwo gelesen) den Unterschied zwischen Vermögensverwaltung auf eigene Rechnung und Vermögensverwaltung auf fremde Rechnung sofort aus dem Gesellschaftervertrag zu erkennen.
    Nicht jede Bank will jeden Kunden haben. Es gibt bestimmt gute Gründe warum N26 auf Selbstständige und Freiberufler ausgerichtet ist.

    Von FINOM fand ich gut, dass ich die Rechnung vom Notar hochladen konnte und er den Zahlungsvorgang daraus erkennen konnte per QR-Code.
    Auch Rechnungen ohne QR-Code werden bei OCR meine ich gescannt und sind dann vorbereitet. Kann N26 aber vielleicht genauso.

    Am Ende kann das Geschäftskonto auch gewechselt werden.

    Umsatzsteuer:
    Das mit der Umsatzsteuer überlege ich mir dann, wenn alles läuft.
    Ich sehe natürlich klare Vorteile aber besser ist man versucht nicht alles sofort zu machen. Zu einem späteren Zeitpunkt komme ich darauf gerne zurück. :)

    Buchhaltungssoftware:
    WISO nutze ich bereits für die private Steuererklärung. Bislang war mir nicht klar, ob das für die GmbH auch taugen wird.

    Weißt du, ob WISO eine Bilanz und Unterkonten für SKR04 erstellen kann?

    Die Softwarelösungen bieten meist Schnittstellen für Steuerberater an und ermöglichen denen dann die Steuererklärung komfortabel zu erstellen. Nun will ich den Steuerberater aber vermeiden, weil ich die Kosten sparen will und keine Abhängigkeit aufbauen möchte.
    Gesucht wird daher ein Programm, welches die Steuerklärungen per ELSTER für GmbHs direkt abgeben kann ohne einen Steuerberater einschalten zu müssen. Bei WISO brauche ich auch keinen Steuerberater für die private Steuererklärung und deswegen werde ich mir das anschauen.
    Was ich aber auf keinen Fall will ist eine komfortable Software die dem Steuerberater dann komfortabel alles bereitstellt und ihm dann ermöglicht mir die Steuerberatungskosten in Rechnung zu stellen. Das Programm wäre dann nur Erfüllungsgehilfe damit der Steuerberater wenig Arbeit hat und viel Geld bekommt mit wenig Arbeit.
    Ansonsten habe ich mit den Kosten für eine komfortable Software kein Problem, wenn ich dadurch den Steuerberater wirklich vermeiden kann.

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

    Einmal editiert, zuletzt von Zek (4. Juli 2025 um 22:26) aus folgendem Grund: Deutsch

  • Gerne :)

    zu N26:
    Ist mehr auf Selbstständige und Freiberufler ausgerichtet aber wäre wohl auch möglich.
    Export und Buchhaltungsfunktionen sind u.U. wichtig, die dort weniger verfügbar sind.

    Ich habe das Konto über https://www.buhl.de/finanzblick/ angebunden. Damit fließen auf Mausklick alle Buchungen in die Wiso Steuer Software wo ich sie dann den Buchungskonten zuordne / die steuerlichen Buchungen vornehme.

    Eine Kette, alles läuft automatisch ins Tool👌


    Wenn du dir den Prozess in der Buhl Welt mal ansehen willst, ich buche morgen für Juni. Kannst gerne Mäuschen spielen, per Teams ☎️


    Edit: zu deinen anderen Fragen zu Buhl. Ich meine das sollte alles gehen mit der 40€ Version die ich habe. Tricky ist hier, dass in der web Version (die ich vorher für die private Steuererklärung genutzt habe) viele Funktionen nicht enthalten sein. Der "Trick": bei Buhl einloggen, Downloads oder Produkte Reiter auswählen und dann die Vollversion herunterladen und installieren. Ein völlig anderer Kosmos ist das 🚀

  • Super beschrieben :thumbup:

    Da Du die Materie durchpflügt hast, heisst das, ein GmbH Jahresabschluss benötigt kein Testat eines vereidigten Wirtschaftsprüfers oder Steuerberaters?

    Danke :) - ein paar Details habe ich unterschlagen aber erwähne sie noch später oder bei Rückfrage.

    Gesellschaftervertrag/Satzung:
    Zu erwähnen ist noch, dass ich als Geschäftsführer bestellt laut Gründungsurkunde aber nicht angestellt bin.
    Nur bestellte Geschäftsführer beziehen kein Gehalt, weil sie keinen Anstellungsvertrag haben.
    Vermutlich werde ich noch einen Gesellschafterbeschluss brauchen, dass ich b.a.W. weiterhin unentgeltlich bestellt aber nicht angestellt bin.

    Handelsgesetzbuch § 267a Kleinstkapitalgesellschaften erklärt was die Bedingungen sind:

    2. Umsatzerlöse sind immer 0 € und damit unter 900.000 € pro Jahr
    3. Die Arbeitnehmer sind im Jahresdurchschnitt 0 und damit unter 10

    Damit liegt nach meinem Verständnis immer eine Einstufung als Kleinstkapitalgesellschaft vor, weil mindestens zwei von drei Merkmalen nicht überschritten sind. Die Bilanzsumme ist also nicht entscheidend.

    Das führt dann m.E. zu: Handelsgesetzbuch § 326 Größenabhängige Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften und Kleinstkapitalgesellschaften bei der Offenlegung

    Das bedeutet konkret (Chat-GPT schrieb mir und aus meiner Erinnerung heraus):

    • Nur die Bilanz muss eingereicht werden
    • Keine GuV
    • Keine Veröffentlichung, sondern Hinterlegung (d. h. nicht frei einsehbar)
    • Keine Prüfung oder Testat

    Es gibt auch keinen Zwang für Steuerberater.

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

    3 Mal editiert, zuletzt von Zek (2. Juli 2025 um 13:34) aus folgendem Grund: Deutsch

  • Wie reichst du die eBilanz ein? Oder ist diese bei deiner GmbH keine Pflicht?

    Ja aber noch nicht damit großartig beschäftigt.
    GnuCash ist b.a.W. bei mir der Plan für die Bilanzierung.
    Diese Seite habe ich spontan gefunden: GnuCash Import in eBilanz+ für 32 € pro e-Bilanz.
    Das geht aber auch mit der Software "WISO Steuer", soweit gelesen.

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

  • Zek: Danke für die tolle Zusammenfassung und die Literaturquellen - da steckt viel Arbeit in dem Projekt!

    Darf ich fragen, welche Vorteile das für dich konkret bringen wird?

    Na klar darfst du das.

    Ziel ist generell Steuern zu sparen und das Kapital zu nutzen, um die Notwendigkeit des Einkommens aus unselbständiger Arbeit zu reduzieren oder vollständig zu ersetzen. Auch dient es alternativ als Ergänzung zum Renteneinkommen irgendwann in der Zukunft.

    Seit Aufzeichnung sind die Erfolge an der Börse überwiegend durch Kursgewinne und nicht durch Dividenden entstanden.
    Wenn man dies betrachtet, dann wird schnell klar, dass viel Reibungsverluste durch Steuern entstehen, wenn Kapital umgeschichtet wird.
    Weil ich einer normalen unselbständigen Arbeit nachgehe und schon viel Steuern zahle ergibt es überhaupt keinen Sinn für mich für die nicht benötigten Gelder hohe Kapitalertragssteuer zu zahlen anstatt das Geld für mich besser versteuert arbeiten zu lassen.

    Ein paar wenige Dinge kann man über die GmbH abrechnen, die auch teilweise einen Nutzen für einen privat haben.
    Alles was mit der Kapitalanlage direkt zu tun hat: Software, Informationen, PC, Mobiltelefon ggf. und ein paar Bürogegenstände.
    Das ist völlig zulässig und sollte kein Problem darstellen. Darüber hinaus sollte man

    Generell ist der Plan auch nur Geld aus der GmbH zu entnehmen, wenn es benötigt wird.
    Das restliche Kapital thesauriert sich steuerlich deutlich besser als im Privatvermögen.

    Für Entnahmen und Rückzahlungen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

    1. Zinsen für ein zukünftiges Gesellschafterdarlehen (es fällt normale Kapitalertragssteuer an)
    2. Reguläre Rückzahlung des zukünftigen Gesellschafterdarlehens (steuerfrei)
    3. Einkommen aus unselbständiger Arbeit fällt weg und wird durch das Gehalt als Geschäftsführer ersetzt/ergänzt
    4. Gewinnausschüttungen der GmbH an den Gesellschafter über das Teileinkünfteverfahren. 60% der Ausschüttung werden mit dem persönlichen Steuersatz besteuert.
    5. Schlimmster Fall sind demnach bekanntlich 26,375% Abgeltungssteuer auf die Gewinnausschüttung der GmbH. Das halte ich für unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen.

    Weitere Flausen habe ich natürlich auch auf Lager:
    Gründung einer Tochtergesellschaft zur Immobilienvermietung, damit dort nur 15% der Einnahmen besteuert werden.
    Das Geld kann dann an die Muttergesellschaft ausgeschüttet werden mit einem Verlust von ca. 1,5% und dort wieder zu Anlage in Aktien verwendet werden.
    Auf privater Ebene ist man bei Immobilien dann auch gleich wieder im persönlichen Steuersatz. Einzig der Verkauf von privat gehaltenen Immobilien ist von Vorteil aber die Erzielung von Mieteinnahmen scheint mit 15%+Soli in der Immobilien-GmbH recht attraktiv.

    Ein riesiger Vorteil von GmbHs ist, dass man den Zeitpunkt einer Gewinnausschüttung ins Privatvermögen selbst steuern kann.
    So kann man Steuern steuern. ;)
    Genau das ist im Privatvermögen der größte Nachteil, weil man immer voll besteuert wird und Umschichtungen nur das Finanzamt erfreuen.

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

    Einmal editiert, zuletzt von Zek (2. Juli 2025 um 23:59) aus folgendem Grund: Deutsch

  • Dann hättest du ja schon mal einen der drei apokalyptischen Reiter für die Anleger (die da sind: Steuern, Gebühren und Inflation) deutlich geschwächt :thumbup:

    Angesichts der Klumpen-Steuern, die ich dieses Jahr bei meiner Depot-Umschichtung gezahlt habe, kann ich deinen Arbeitseinsatz nachvollziehen. Viel Glück und viel Erfolg mit dem Vorhaben!

  • Mal zu meinem Verständnis: Für Kapitalgewinne innerhalb der GmbH fällt keine Kapitalertragssteuer an, aber Körperschaftssteuer?

    Zitat

    Gewinnausschüttungen der GmbH an den Gesellschafter über das Teileinkünfteverfahren. 60% der Ausschüttung werden mit dem persönlichen Steuersatz besteuert.

    Das gilt dann aber nur für Gewinne, die innerhalb der GmbH bereits der Körperschaftssteuer unterlagen?

    Andere Frage: Gibt es noch andere Kosten wie IHK und Gewerbesteuern?

    "Don't believe anything you read on the internet"

    (Abraham Lincoln)

  • Mal zu meinem Verständnis: Für Kapitalgewinne innerhalb der GmbH fällt keine Kapitalertragssteuer an, aber Körperschaftssteuer?

    Das gilt dann aber nur für Gewinne, die innerhalb der GmbH bereits der Körperschaftssteuer unterlagen?

    Andere Frage: Gibt es noch andere Kosten wie IHK und Gewerbesteuern?

    Die vermögensverwaltende GmbH unterliegt der Körperschaftssteuer+Soli und der Gewerbesteuer.

    Über das Teileinkünfteverfahren gibt es eine alternative Besteuerung auf privater Ebene zur Abgeltungssteuer.
    Das hat mit der GmbH nur indirekt zu tun.

    Die GmbH zahlt Steuern auf Gewinne. Der Gewinn würde durch ein Gehalt eines Geschäftsführers gemindert.
    Die Gewinnausschüttung erfolgt aus dem versteuerten Gewinn der GmbH und löst bis zum Gesellschafter eine art doppelte Besteuerung aus, welche über Abgeltungssteuer oder Teileinkünfteverfahren abgehandelt wird.
    Wie in dem anderen Thread geschrieben sind Dividenden nachteilig, wenn sie bis zum Gesellschafter durchgereicht würden.
    Dafür würde sich eher das Gehalt des Geschäftsführers anbieten. Kursgewinne könnten mit minimalen Reibungsverlusten durchgereicht werden.
    Das alles ist aber nicht das Ziel, sondern es geht um die Thesaurierung der Gewinne über die Zeit.
    Der Anlagestil entscheidet darüber im Wesentlichen, ob mehr Dividenden oder Kursgewinne erzeugt werden.
    Ich halte es nicht für sinnvoll auf Dividenden gänzlich zu verzichten, um optimal Steuern zu sparen in der GmbH.
    Grundsätzlich kann man eine Annahme treffen für wie für einen persönlich vom Verhalten her das Verhältnis von Dividenden zu Kursgewinnen ist.

    Weitere Kosten kannst du oben nachlesen:
    Steuersoftware, Buchhaltungssoftware, Steuerberater, Notar (einmalig), Amtsgericht (einmalig), IHK, Körperschaftssteuer+Soli, Gewerbesteuer, Transparenzregister, Kontoführungsgebühren, Kosten für den LEI.
    Mehr sind mir noch nicht bekannt bisher. Später mache ich gerne eine Aufstellung.

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

  • Vielen Dank, Zek für die ausführliche Darstellung.

    Die Gründungskosten waren also summa sumarum ca. 1.5k€. Magst Du uns noch sagen,
    wieviele Stunden für Recherche und Abwicklung du ungefähr investiert hast? Wie lange die einzelnen Vorgänge gedauert haben, hast Du ja geschrieben. Alternativ: wie lange hast Du schon Vorbereitungen und Recherche betrieben. Danke.

    Und wenn die GmbH dann 1 Jahr rund läuft, würde mich auch interessieren, was Du im Laufe dieses Jahres als "Unterhaltskosten" hast und
    wieviele Stunden im eingeschwungenen Zustand ohne Steuerberater von Dir als CEO geleistet werden. :)

  • wieviele Stunden für Recherche und Abwicklung du ungefähr investiert hast?

    hm, sunk costs.
    ist das rückwirkend überhaupt nachvollziehbar?
    Bei mir läuft das als Hobby. Sonst dürfte ich nur ETFs kaufen - laangweilig

  • chfin

    Ich meinte auch nicht die Recherche/Abwicklung, welche Werte er kauft/verkauft. Das ist bei mir auch Hobby und dieser Aufwand fällt in jedem Fall an.

    Sondern ich meine den zusätzlichen Zeitaufwand durch die GmbH, wo im laufenden Betrieb durchaus neue Themen und Anfragen von Behörden etc. auftauchen und Fallstricke lauern. Nehmen wir mal an, es sind im Durchschnitt 100h / Jahr ( = jeden Monat 1 Arbeitstag a' 8h), dann wäre das ca. equivalent 1/2 Monatsgehalt bzw. 1/2 Monat Verwaltungskram statt Freizeit. Im Gründungsjahr sind es vermutlich deutlich mehr Stunden gewesen.

    Da er sich keinen Steuerberater suchen will und auch sonst nix outsourct, ist das halt so. Wer schon mal nebenberuflich eine GbR etc. hatte, weiß wovon ich spreche: e-Rechnung bis Transparenzregister sind alles neue Erfindungen. Das wird vermutlich so weiter gehen, Stichwort alles digital und dreifach kontrolliert.

  • Ich meinte auch nicht die Recherche/Abwicklung, welche Werte er kauft/verkauft. Das ist bei mir auch Hobby ..

    und ich meine beides. Aufwand für Aktien und Aufwand für die gewählte rechtliche Form. Muss doch jeder selbst entscheiden, wie er seine Zeit investiert / verbrät. Chacun a son gout. Insofern Käme ich nicht mal auf die Idee, den Aufwand zu erfassen - warum auch, das würde je weiteren Aufwand machen

  • ...
    Die Gründungskosten waren also summa sumarum ca. 1.5k€. Magst Du uns noch sagen,
    wieviele Stunden für Recherche und Abwicklung du ungefähr investiert hast? Wie lange die einzelnen Vorgänge gedauert haben, hast Du ja geschrieben. Alternativ: wie lange hast Du schon Vorbereitungen und Recherche betrieben. Danke.

    Und wenn die GmbH dann 1 Jahr rund läuft, würde mich auch interessieren, was Du im Laufe dieses Jahres als "Unterhaltskosten" hast und
    wieviele Stunden im eingeschwungenen Zustand ohne Steuerberater von Dir als CEO geleistet werden. :)

    Rechercheaufwand kann ich nicht schätzen. Das ist schon lange gewesen aber auch verteilt über mehr als ein Jahr.
    Das läuft ja so, dass man etwas zum Thema ließt und dann weitere Fragen aufkommen, denen nachgegangen werden muss.

    Triviales Beispiel:
    In dem einen Buch steht, dass man einen Briefkasten braucht, der mit dem Namen der Firma beschriftet werden muss, damit man eben Post empfangen kann. Ist auch irgendwie logisch.
    Wer ein Eigenheim hat - Thema durch.
    Jetzt wohne ich aber zur Miete und das Eigentum des Vermieters darf ich nicht ohne seine Zustimmung für einen anderen Zweck nutzen, als welcher im Mietvertrag steht.
    Dort stand aber: "keine gewerbliche Nutzung". Eine vermögensverwaltende GmbH ist aber trotzdem gewerblich im steuerlichen Sinne und zahlt Gewerbesteuer.

    Deswegen habe ich den Vermieter angerufen und ihm gesagt das ich eine GmbH gründen will für eine Geschäftsidee und einen Briefkasten brauche:

    Zitat

    Hintergrund/Erklärung:

    Im Wesentlichen geht es um den Empfang von geschäftlicher Post mit entsprechender Anschrift (UG bzw. GmbH) und sonstiger üblicher Bürotätigkeiten am Schreibtisch.

    Publikumsverkehr und Ruhestörung ist mit der geringfügigen gewerblichen Nutzung ausgeschlossen
    ...
    dass die Mietsache geringfügig gewerblich im Rahmen einer vermögensverwaltenden UG/GmbH als Geschäftsanschrift/Verwaltungssitz und damit einhergehender normaler Bürotätigkeiten am Schreibtisch als sogenanntes „stilles Gewerbe“ bzw. „nicht störender Gewerbebetrieb“ verwendet werden darf.

    Für die bessere Zustellbarkeit der geschäftlichen Post, wird die Anbringung von Schildern am Briefkasten ebenfalls erlaubt.
    ...

    Das habe ich dem Vermieter als schön aufbereitete Vertragsergänzung geschickt und unterschrieben zurückbekommen.
    Allein dies hat mich schon genervt und hat Zeit gekostet. ;)
    Es gab auch Alternativen: eine eine "c/o" für die GmbH an seiner eigenen Adresse verwenden. Das braucht keine Zustimmung aber wirkt irgendwie komisch als dauerhafte Anschrift. Siehe auch Wie muss die Geschäftsanschrift der GmbH beschaffen sein?
    Weitere Alternative: Eine virtuelle Geschäftsanschriften in Deutschland via https://www.clevver.io
    Das kostet natürlich wieder extra und fühlte sich für mich nicht gut an.

    Ich gehe davon aus, dass die zeitlichen Kosten in Folgejahren stark abflachen aber man eben eine Lernkurve zu durchlaufen hat.
    Wenn neue Aspekte dazukommen, dann ist wieder etwas Neues zu recherchieren und zu verstehen.
    Es ist ist halt ein Langzeit- und Dauerprojekt, welches niemals endet.

    Später kann ich das gerne mal auflisten, was meinen Zusatzaufwand angeht.
    Aktuell ist die Buchhaltung ein permanentes Thema, weil dort eben alles erfasst werden muss.
    Auch wenn 1,49 € für einen Monat der Domain (E-Mailadresse) abgebucht werden, dann erzeugt dies zwei Buchungen in der Buchhaltung.
    Und so steht dann schon wieder nächste Aufgabe auf der Liste, warum die verdammt nochmal nicht 1x im Jahr abrechnen... ;)

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

  • Auch wenn 1,49 € für einen Monat der Domain (E-Mailadresse) abgebucht werden, dann erzeugt dies zwei Buchungen in der Buchhaltung.
    Und so steht dann schon wieder nächste Aufgabe auf der Liste, warum die verdammt nochmal nicht 1x im Jahr abrechnen..

    Das geht jährlich für ca. 5.- fürs ganze Jahr
    kann dir am Mi einen Link schicken. weiss ich nicht auswendig und bin gerade unterwegs