Hallo zusammen. ![]()
Es ist vollbracht - ich habe meine vermögensverwaltende GmbH gegründet. ![]()
Ich verweise gerne nochmals auf die Literatur, die man lesen sollte/könnte um die meisten offenen Fragen zu klären:
1. Weniger Steuern & mehr Vermögen - von Alexander Keck
2. GmbH gründen: Alles, was du wissen musst - von Alexander Keck
3. Die Trading GmbH: Wie du dein Vermögen sicher und steueroptimiert verwaltest
4. GmbH-Geschäftsführung für Dummies
5. AktG | GmbHG, Aktiengesetz | GmbH-Gesetz, Aktuelle Gesetze
6. Buchführung und Bilanzierung für Dummies
Wie habe ich das nun gemacht?
Oben die Quellen durchgelesen - vor allem 1, 2 und 3 und ein bisschen 5 und 6. Nr. 4 ist m.E. bisher überschaubar, denn es gibt kein operatives Geschäft bei mir und ich bin alleiniger beherrschender Gesellschafter der GmbH.
Voraussetzungen:
1. Stammkapital in Höhe von 25.000 €
2. Briefkasten an dem man den vollständigen Firmennamen zusätzlich und gut sichtbar anbringen kann und idealerweise dort wo man selbst wohnt. Ich habe über Amazon diesen Anbieter benutzt: FILIGRAVO personalisiertes Klingelschild. Am besten schwarze Schrift auf weißem Schild für gute Lesbarkeit und/oder das es sich in die Umgebung gut einfügt.
3. Vorher ggf. Erlaubnis vom Vermieter für Anbringung eines Schildes einholen, weil es sonst nur Stress gibt mit Vermieter oder anderen Mitmietern (die auch sonst unlösbare Probleme haben).
Ich habe dem Vermieter gesagt das ich einen "nicht störenden Gewerbebetrieb ohne operatives Geschäfts am Schreibtisch betreiben will".
Schritt 1: Einen Notar finden:
Dafür habe ich den aus meiner Stadt genommen der optisch vertrauenswürdig schien und schon länger in meiner Stadt seine Dienste anbietet. Auf der Homepage war auch ein Formular zu finden, dass für die Gründung einer GmbH bzw. UG als PDF ausgefüllt werden konnte.
Es gab dort auch eine digitale Plattform mit der man mit Hilfe des digitalen Personalausweises den Prozess starten konnte. Ging bei mir nur nicht, weil ich den noch nie digital gebraucht habe (geht aber nun).
Ich habe also ganz Old-School einen Termin vor Ort gehabt und den Personalausweis vorgelegt.
Schritt 2: Entwurf für Gesellschaftsvertrag/Satzung prüfen:
Das war einfach, weil ich mir einen schlauen Text für den Gegenstand des Unternehmens (Geschäftszweck) mit Chat-GPT habe generieren lassen:
ZitatGegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung eigenen Vermögens, insbesondere der Handel mit Wertpapieren sowie der Erwerb, das Halten, die Verwaltung und die Verwertung von Unternehmensbeteiligungen - jeweils ausschließlich im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, nicht jedoch als Dienstleistung für Dritte. Die Gesellschaft nimmt nicht am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teil und führt keine Tätigkeiten aus, die einer behördlichen Erlaubnis bedürfen, insbesondere nicht nach § 34c GewO oder § 32 KWG.
Im Prinzip sollte der Notar dabei einen Standard-Vertrag aus der Tasche ziehen, weil es m.E. keinerlei große Besonderheit braucht, wenn man alleine gründet.
Wichtig ist aber die Befreiung BGB § 181, damit man Geschäfte mit der Gesellschaft machen kann, wie "der GmbH ein Darlehen als Gesellschafter geben" und auch "ein Darlehen von der GmbH als Gesellschafter bekommen".
ZitatDer Geschäftsführer ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.
Dies habe ich bei den Bemerkungen dafür reingeschrieben im dem Antragsdokument.
Der Name der GmbH war auch noch überlegenswert, weil es zumindest für mich ein bisschen Bedeutung hat und etwas hermachen sollte. Dies sollte man sich vorher also genau überlegen, denn manche Namen sind nicht erlaubt.
Beispielsweise war "XYZ Holding GmbH" nicht zulässig, weil ich keine Tochtergesellschaft mitgegründet habe (und auch nicht die unmittelbare Absicht bestand) und es dann aus Sicht des Notars, Registergericht und/oder IHK keine Holding ist und so nicht heißen darf.
Auch andere irreführende Namen sind nicht zulässig. Deswegen sollte man einen neutralen Namen verwenden oder einen ganz klaren Fantasienamen der auch zulässig ist (bei mir wurde es ein Fantasiename).
Es ist trotz allem empfehlenswert zu prüfen, ob man mit dem Namen irgendwelche Rechte bestehender Unternehmen und/oder Marken verletzt. Ich habe z.B. davon Abstand genommen die Initialen meiner Vornamen (3) + Nachname zu verwenden, weil es eine europaweit operierende Firma aus Portugal damit schon gab.
Im Klartext: Um unnötiges Ping-Pong und Verzögerungen zu vermeiden beim Deutschen Patent- und Markenamt prüfen, ob der Name oder ein Bestandteil ggf. ein Problem darstellen könnte. Bei der zuständigen IHK kann man die "Prüfung Ihres Firmennamens" digital durchführen (zumindest mein Bundesland).
Ein weiterer Punkt sollte sein, dass vermerkt ist, dass die Gesellschaft die Gründungskosten bis zu einer bestimmten Höhe übernehmen darf, denn dies ermöglicht das sich diese Ausgaben gegen entsprechende Gewinne steuermindernd auswirken.
Schritt 3: Termin für die Beurkundung beim Notar machen:
Den vereinbarten Termin nimmt man einfach wahr und das dauert i.d.R. 15-30 Minuten vor Ort. Ausnahme wäre, wenn man hat eine komplizierte Satzung und/oder mehrere Gesellschafter hat.
Man sollte sich die Gründungsurkunde+Gesellschaftsvertrag digital schicken lassen.
Schritt 4: Geschäftskonto eröffnen mit Stammkapital:
Wenn man die Gründungsurkunde+Gesellschaftsvertrag digital bekommen hat (bei mir hat das 6 Tage gedauert), dann kann man damit ein Geschäftskonto eröffnen (wird verlangt). Man kann schon vorher beginnen aber kommt nicht ohne den Gesellschaftsvertrag zum Ende.
Wenn das Stammkapital vollständig eingezahlt ist (Überweisungstext: "Stammkapital Dagobert Duck Geldspeicher GmbH i. G.".
Wenn das Geld eingegangen ist (1 Werktag bei mir), dann dies sofort beim Notar bestätigen (Beleg darüber kann man dem Notar auch schicken).
Ich habe nach der Belegerstellung mit der Einzahlung der Stammkapitals gleich die Rechnungen für den Notar beglichen (229,07 € für Entwurfsfertigung, Betreuungsgebühr, Dokumentenpauschale, Post- und Telekommunikationspauschale + 616,64 € für Beurkundungsverfahren = 845,71 € inkl. Mwst) und ihm das auch zusätzlich belegt (digital per E-Mail).
Als Geschäftskonto habe ich folgenden Anbieter genommen, weil er relativ geringe Kosten hat: FINOM. 7 € * 12 Monate + 19% Mwst = 99,96 € im Jahr für den Start-Tarif bei jährlicher Zahlungsweise.
Wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann man natürlich auch immer zur Apotheke gehen - also zu Deutsche Bank, Commerzbank, etc.
Schritt 5: Warten bis der Notar die Dokumente zum Registergericht schickt:
2 Tage später wurden die Dokumente zum Registergericht geschickt.
Schritt 6: Warten bis das Handelsregister (Registergericht) sich per Post meldet:
Das hat 5 Tage gedauert (inkl. Wochenende).
Die Rechnung umgehend für die Eintragung über das Geschäftskonto bezahlen. Bei mir waren das 200 €, die auch zu den Gründungskosten zählen wie der Notar.
Schritt 7: Warten bis das der Notar die Eintragung bestätigt:
3 weitere Tage hat es gedauert bis sich das Amtsgericht meldet, dass die Eintragung erfolgreich war.
Das Wichtigste ist Handelsregisternummer "HRB 12345 - Amtsgericht ABC", die in dem Schreiben enthalten ist!
1 Tag später bestätigt der Notar das Amtsgericht mit dem selben Dokument nochmals digital per E-Mail.
1 Tag vorher war allerdings schon Post des Amtsgerichts im Briefkasten, dass die Eintragung erfolgreich war.
Der Notar ist also langsamer als das Amtsgericht mit der Eintragung und postalischen Bestätigung.
Was man noch einen weiteren Tag später im Briefkasten findet ist eine Fake-Rechnung von Betrügern die sich als Amtsgericht ausgeben und etwa 2.000 € abkassieren wollen:
Das erkennt man an einer spanischen IBAN, das der Richter nicht existiert und das Wappen des Bundeslandes falsch ist. Ansonsten ist die Fälschung gar nicht mal so schlecht.
Notfalls beim Amtsgericht nachfragen, ob das von denen ist. 200 € passt jedenfalls aber 2.000 € auf keinen Fall.
So nun ist die GmbH entstanden und existiert so richtig kann man sagen. Sie ist damit keine Gesellschaft mehr in Gründung und daher soll man auch kein "i. G." irgendwo angeben, sondern sollte spätestens dann dieses Postfix überall wieder löschen. Ich habe das "i. G." nur in einer E-Mail-Signatur gehabt und auf der Überweisung für das Stammkapital soweit ich mich erinnere.