Glencore (ISIN: JE00B4T3BW64) - Nach dem Kohle-Hype jetzt Kupfer?

  • Glencore liefert weit über 100 Suchergebnisse bei der Forensuche, hat aber seltsamerweise keinen eigenen Thread. Viele hier im Forum haben Glencore scheinbar gekauft, als nach Corona und nach der Ukraine-Krise die Energiepreise explodiert sind, auch und gerade die Preise für Kohle:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Glencore hat zwei Schwerpunkte, wenn man der Analyse von Swen Lorenz vom Januar 2023 glauben darf: Kupfer und Kohle, eingebettet in sehr breit gefächerte Rohstoffaktivitäten.

    Die Analyse erfolgte auf dem Höhepunkt des Kohlebooms und prognostizierte einen weiteren Boom bei Kupfer. Der Kohlepreis kollabierte aber , und der Kupferpreis zeigt jetzt erst deutliche Stärke - mit +40% YTD.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Der Glencore-Chart ist noch stark vom Rückgang der Kohle-Preise geprägt und reflektiert m.E. noch nicht in vollem Umfang den Anstieg des Kupfer-Preises:


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.


    Interessant sind die beiden Zyklen von 2016-2020 und von 2020 bis 2025. Es braucht nicht viel Fantasie, um den Beginn eines driten Zyklus zu vermuten, der dieses Mal vom Kupferpreis getragen sein könnte. Wenn man die Vergangenheit repliziert, könnte das den Kurs von aktuell 310 GBp auf bis zu 750 GBp tragen - das wäre ein guter Verdoppler bis 2028.

    Wie schaut es aktuell mit den Kennzahlen aus?

    KUV 0,2 * KBV 1,2 * KGV -30 * KGVe25 +24 * KCV 3,6 * Divi 2,5% (plus 0,5% Buyback). Das langt für das beste Quintil beim Value Composite 2. Das Composite Momentum hat auch in die bessere Hälfte gedreht, d.h. wir haben hier eine Aktie für die KxV+RS-Strategie im Frühstadium. Weniger schön - auch das sei gesagt - ist die dauerhaft hohe Verschuldung mit einer Net D/E von 0,97, aber bei den Qualitäts-Markern leuchten keine roten Lampen.

    Letztlich hängt alles am Kupfer-Preis. Die Argumente sind bekannt: Der Kupfer-Bedarf steigt durch die weltweite Energie-Wende, eine Ausweitung der Minen-Kapazitäten fand nicht statt, folglich müßte der Kupferpreis massiv steigen - und damit die Gewinne von Glencore.

    Wir werden sehen. Ich habe heute eine normale Depot-Position gekauft.

  • Hm.

    Glencore hatte ich vor einigen Jahren auch im Depot.

    Aus genau demselben Grund: Der "kommende Kupferboom".
    Damals sogar noch mit einem Argument mehr als heute: Nämlich dass der zügige Umstieg auf Windenergie (mehr Kupfer pro MW nötig als bei fossilen Turbinen) und auf E-Autos (dito) ausgemachte Sache sei.

    Habe sie dann mit mäßigem Erfolg wieder verkauft vor einiger Zeit nachdem der so sichere Boom immer nicht kam.

    Sie sind aber noch im Tool, wobei in dem so Turnarounds immer schwierig zu bewerten sind.
    For what its worth sehe ich da unter 50% Upside, was mir nicht reicht für einen Kauf.

    Ich habe Aurubis im Depot - hast du dir die mal angesehen?
    Die sind auch eine Kupferwette und imho interessanter.
    Im Tool um die 100% Upside, Kennzahlen KUV 0,22, KBV 0,8, KPV5 11, EKQ schöne 58%, Divi 2%, kein Schuldenthema, klar positive RS3mon und RS6mon.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Ich habe Aurubis im Depot - hast du dir die mal angesehen?
    Die sind auch eine Kupferwette und imho interessanter.

    Danke für den Reminder - die Zahlen sehen gut aus. Mit Aurubis hatte ich 2005 - 2014 einen schönen Verdreifacher. Ich habe die aber nur als Kupferverarbeiter in Erinnerung, nicht als Kupferförderer. D.h. die sitzen weit weg vom Futtertrog, falls der Kupferpreis abgeht. Glencore dagegen hat eigene Kupferminen und verdient natürlich auch am Handel mit Kupfer.

    Eine Marktenge von Kupfer wäre m.E. der echte Katalysator für eine "Explosion" des Kupferpreises. Swen Lorenz hatte vor 2 Jahren eine ganze Latte an Punkten, die gegen eine Ausweitung der Produktion sprechen. Ich schätze, er war mit seiner Analyse einfach 2-3 Jahre zu früh. Hier seine Liste:

    Zitat

    Still, it seems highly likely that from 2025 onwards, global markets will face an increasing and possibly unprecedented shortage of copper. There is also a significant likelihood that it will last at least for a few years, if not even the following decade.

    After all, plans to increase the global production of copper will face headwinds from no less than eight operational challenges:

    1. Infrastructure constraints, e.g. building or even just maintaining the roads, railroads, and ports needed for the effective and timely transport of copper ore to refineries.
    2. Permitting and litigation, especially in developed markets. High levels of transparency make it unlikely a new mine will be permitted in less than ten years.
    3. Local stakeholders, who will demand better participation in the value creation of their domestic copper mines.
    4. Environmental standards, involving ever-stricter requirements for environmental issues such as the use of water, waste management, and preventing deforestation.
    5. Taxes and regulations, consisting quite simply of an increase of the tax bills for copper miners. The magic word will probably be "windfall" taxes, as the politically acceptable 2020s equivalent to the 1960s concept of outright expropriation.
    6. Politicisation of contracts, i.e. the ever-changing regulations for miners and sometimes dramatic changes from one election cycle to another.
    7. Labour relations, in an industry that has always been and continues to be heavily unionised.
    8. Industrial strategy, which will likely involve national governments taking an increasingly active role in the economic development of copper resources, given its increasing strategic importance.

    Ich fasse das mal zusammen als zunehmende ESG-isierung. OK, da kämpft Trump gerade mächtig dagegen an, aber deshalb entstehen neue Kupferminen trotzdem nicht von heute auf morgen. Ich sag mal: Gute Analyse, aber zu früh. Von daher macht es oftmals Sinn, alte Analysen zu lesen, die zwar richtig sind, wo aber die Entwicklung noch nicht ausgereift war.

    Das "Risiko" wäre natürlich, dass die ganze Transformationsgeschichte mit erhöhtem Kupferbedarf ein einziges Wind-Ei ist,aber da bildet uns Uschi momentan ein festes Bollwerk... 8o

  • Das Ergebnis von Aurubis hängt meines Wissens nicht an den Kupferpreisen. Diese werden gehedged. Das Ergebnis wird durch die Schmelz/Raffinierlöhne und sich verändernde Gold/Silber/Schwefelsäure Preise getrieben. In den USA wird auch ein Recyclingwerk in Betrieb genommen (das erste seiner Art). Die Zölle von Trump sollten sich also positiv auf Aurubis auswirken. Deswegen ist der Kurs auch so stark gestiegen nehme ich an.

    A nation which can prefer disgrace to danger is prepared for a master and deserves one.

  • Direkt hängen sie vielleicht nicht am Kupferpreis.

    Am Kupfermarkt aber schon, da die Raffinerie Spreads bei steigendem Bedarf überproportional steigen können.
    Ebenso die Recyclingfees, die die letzten Jahre (für Aurubis) unerfreulich niedrig waren.

    Hier mal der Vergleich.
    Aurubis gelb, Glencore hellblau, Kupfer ETC dunkelblau.

    Ich würde sagen, korreliert sind beide Aktien mit dem Kupferpreis.
    Aurubis etwas moderater.

    Glencore stärker / volatiler? Wo kommt bei denen der Absturz her in 2025, bei relativ stabilem Kupferpreis? Ach so, Kohle, oder? Ist hier, also bei Kohle, noch negavtive Überraschung nach unten möglich? Bzw. wie hoch ist der verbleibende EBIT Anteil von Kohle?

    Weil de-Kohlesierung könnte weitergehen, der Trend geht hier denke ich klar Richtung einer Mischung aus Kernkraft, Gasturbinen und Solar/Wind. Auch im wichtigen Markt China / Asien.


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da Sie keine Berechtigung haben, diesen Inhalt zu sehen.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Hm, ich antworte mir mal selber.

    Bzw. gebe wieder was Grok dazu schreibt.
    Er macht eine Schätzung, da für 2025 die Anteile nicht vorliegen:

    Kohle / Kupferanteil am Umsatz: 35% / 18%
    ...am EBIT: 35% / 13%
    ...am Gewinn: 35% / 15%.

    Man ist also (noch?!?) überwiegend in Kohle investiert bei Glencore?
    Oder übersehe ich etwas?

    -

    Ich hatte von Jahren mal Copper Mountain.
    Hat sich als sauberer Fraud herausgestellt, wie so oft bei Exploreraktien.
    Aber dennoch, ne Zeitlang gelaufen wie Sau.
    Falls wir wirklich zu Beginn einer Kupferhausse stehen bräuchte man eigentlich wieder so etwas :evil:

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Sorry, Dreifachpost.

    Und hier noch Alternativen die Grok raushaut:

    - Teck Ressources. Divi 1%, KBV 1. Bei simply wallstreet auf den ersten Blick eher "mäh"

    - Freeport. Divi 1,7%. KBV 3,7. Bei SW so "lala".

    - Southern Copper. Peru etc. Divi 2,8%. KBV 8(!?). Bei SW gut.

    - BHP. Divi 3,8%. KBV 2,9. Bei SW gut.

    - Rio Tinto. Divi 6,5%. KBV 1,8. Bei SW ganz ok.

    - und natürlich der China-Kracher: Jiangxi Copper. Sehr konzentriert auf Kupfer. Divi 4,7%. KBV 0,8. Bei SW gut. Schön billisch weil böses China halt ;-). Das wäre somit wohl direkt mein Kandidat, muss ich mal genauer ansehen :evil:

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Abgesänge auf Kohle aber genauso verfrüht wie beim Ölautomobil. Die Quantitäten in Asien (und Electrogermany, Wind schwächelt heuer deutlich) nicht unterschätzen. Was aber nicht gegen Rohstoffaktien spricht. ;-)

    Aurubis sieht rein vom Langfristchart mehr nach Verkaufen aus ...

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Hier kann man die wichtigsten Zahlen rauspicken:

    https://www.glencore.com/.rest/api/v1/documents/static/437c6cdb-dbfb-4e61-a769-18655951cee2/Glencore+production+report_FY2024.pdf

    Es fällt auf, dass die Bandbreite der Metalle extrem weit ist, und auch Zink wird neben Kupfer als "key-metal" genannt.

    Die Brutto-Marge bei Kupfer lag 2024 bei 5.426 $/t, bei metallurg. Kohle bei 124 $/t und bei thermischer Kohle bei 67 $/t. Wegen der enormen Kohle-Mengen lag der Brutto-Ertrag für Kohle (2,5 Mrd $ und 6,7 Mrd. $) aber (noch) über dem von Kupfer (5,1 Mrd $).

    Wenn der Kupfer-Preis hochgeht, so wie jetzt, dann haben die bei Kupfer natürlich einen enormen Hebel. Bei Kohle ist der Weltpreis wieder auf dem Niveau von 2017-2019 - da erwarte ich keinen weiteren Preisrückgang. Wie Lando schon sagt und wie Swen Lorenz schreibt: Der absolute Bedarf an Kohle wird eher noch steigen, auch wenn der prozentuale Anteil an der Energiegewinnung zurückgeht.

  • So ich hab mit in Hongkong mal den China Kracher Jiangxi Copper geholt.

    - Kennzahlen besser als bei Glencore.
    - Wächst die letzten 6 Jahre um im Schnitt 20% p.a.
    - China als Teiber der weltweiten Elektrifizierung hat vermutlich den höchsten und konstantesten Kupferbedarf direkt vor Ort?
    - Potential im Tool +130% bei konservativen Wachstumsanahmen (nur noch 4% künftig), vs. Glencore +40% bei ähnlichen Annahmen.
    - Divi bei Jiangxi leicht höher

    Halt Chinarisiko.
    Durch den Verkauf von Dream hatte ich hier aber wieder was frei in meinem "Chinalimit", also her damit.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Der chart von Glencore sieht irgendwie besser aus, das will aber nix heissen.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Im Investieren ist zu früh dran zu sein ununterscheidbar davon, falsch zu liegen. Ich hatte ja damals meine Zweifel, als diese Kohleminen nach dem steilen Preisanstieg mit extrem niedrigen Multiples herumgereicht wurden. Thungela wurde hier auch mal erwähnt, der aktuelle Sven-Lorenz-Tipp, hat seit dem Hoch 2022 über drei Viertel verloren und hat eine uninvestierbare Jurisdiktion (Südafrika, sonst hätte man auch auf den PGM-Förderer Sibanye-Stillwater spekulieren können, auf den ich Anfang 2024 mal hinwies, Stichwort Verbrenner). Insofern interessant. Aber daß es für Glencore mit diesen Kennzahlen ins beste Fünftel langt? Verlust bzw. KGVe 24. Überhaupt in den letzten 10 Jahren im Mittel 19p verdient bei Kurs 323p, KGV10 also 17.

    An dieses ganze "witchdream macht in Megatrends" (Kupfer) muß ich mich auch noch gewöhnen. Ich wollte vor Tagen schon schreiben, jetzt fehlt bloß noch eine verlustschreibende US-Techbude...

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Börse ist ja (leider - oder auch nicht) nicht Fakten, sondern "Wahrnehmung" derselben durch die Aktienkäufer, weshalb eine bekannte Aktie besser steigen kann als eine unbekannte, obwohl sie faktisch es nicht wert ist.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Börse ist ja (leider - oder auch nicht) nicht Fakten, sondern "Wahrnehmung" derselben durch die Aktienkäufer, weshalb eine bekannte Aktie besser steigen kann als eine unbekannte, obwohl sie faktisch es nicht wert ist.

    Stimmt.
    Gilt aber auch in die andere Richtung:
    In bekannte Aktien rennt eher mal die "zittrige" Masse, mit entsprechenden Risiken dann auch Abwärts bei Enttäuschung.

    Genau deswegen mag ich, wenn schon Megatrend, die unbekannteren ugly dogs die bereits gut verdienen aber billisch sind weil keiner sie kennt / mag.
    Zumal wenn sie eine schöne Divi ausschütten, die man dann während des jahrelangen Wartens auf Entdeckung als Warteprämie einstreicht.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Zur Situation von Kupfer allgemein schreibt https://tradingeconomics.com/commodity/copper

    Zitat

    Copper futures held steady around $5.78 per pound on Friday, trading near record highs as markets braced for the implementation of a 50% US tariff on copper imports set to take effect on August 1. With the deadline approaching, ships carrying the metal are reportedly rushing to reach US ports ahead of the new levy. The tariff is expected to disrupt global supply chains, given copper’s critical role in sectors such as energy, consumer goods, and defense. It also raises concerns over supply security, as the US currently imports nearly half of its copper consumption. However, analysts caution that prices could face a sharp correction once the rush to beat the tariff ends, potentially triggering a steep drop in US-bound demand. Meanwhile, markets are keeping a close eye on next week’s US-China trade talks in Stockholm, which could shape the broader outlook for commodities and global trade flows.

    Also: Kupfer auf ATH, auch weil die USA wegen der drohenden Zölle alles importieren, was nicht niet- und nagelfest ist. Danach evtl. Einbruch des Kupferpreises, aber die USA produzieren mittelfristig nur 50% ihres Bedarfs.

  • Glencore und Rio Tinto verhandeln offenbar über einen Mega-Merger. Der Glencore-Kurs in London springt +10% auf 454p, Rio Tinto verliert dort -2%. Resultat wäre das weltgrößte Minen-Unternehmen:

    https://invezz.com/news/2026/01/09/rio-tinto-and-glencore-discuss-mega-merger-as-copper-boom-tempts-miners/