Glencore liefert weit über 100 Suchergebnisse bei der Forensuche, hat aber seltsamerweise keinen eigenen Thread. Viele hier im Forum haben Glencore scheinbar gekauft, als nach Corona und nach der Ukraine-Krise die Energiepreise explodiert sind, auch und gerade die Preise für Kohle:
Glencore hat zwei Schwerpunkte, wenn man der Analyse von Swen Lorenz vom Januar 2023 glauben darf: Kupfer und Kohle, eingebettet in sehr breit gefächerte Rohstoffaktivitäten.
Die Analyse erfolgte auf dem Höhepunkt des Kohlebooms und prognostizierte einen weiteren Boom bei Kupfer. Der Kohlepreis kollabierte aber , und der Kupferpreis zeigt jetzt erst deutliche Stärke - mit +40% YTD.
Der Glencore-Chart ist noch stark vom Rückgang der Kohle-Preise geprägt und reflektiert m.E. noch nicht in vollem Umfang den Anstieg des Kupfer-Preises:
Interessant sind die beiden Zyklen von 2016-2020 und von 2020 bis 2025. Es braucht nicht viel Fantasie, um den Beginn eines driten Zyklus zu vermuten, der dieses Mal vom Kupferpreis getragen sein könnte. Wenn man die Vergangenheit repliziert, könnte das den Kurs von aktuell 310 GBp auf bis zu 750 GBp tragen - das wäre ein guter Verdoppler bis 2028.
Wie schaut es aktuell mit den Kennzahlen aus?
KUV 0,2 * KBV 1,2 * KGV -30 * KGVe25 +24 * KCV 3,6 * Divi 2,5% (plus 0,5% Buyback). Das langt für das beste Quintil beim Value Composite 2. Das Composite Momentum hat auch in die bessere Hälfte gedreht, d.h. wir haben hier eine Aktie für die KxV+RS-Strategie im Frühstadium. Weniger schön - auch das sei gesagt - ist die dauerhaft hohe Verschuldung mit einer Net D/E von 0,97, aber bei den Qualitäts-Markern leuchten keine roten Lampen.
Letztlich hängt alles am Kupfer-Preis. Die Argumente sind bekannt: Der Kupfer-Bedarf steigt durch die weltweite Energie-Wende, eine Ausweitung der Minen-Kapazitäten fand nicht statt, folglich müßte der Kupferpreis massiv steigen - und damit die Gewinne von Glencore.
Wir werden sehen. Ich habe heute eine normale Depot-Position gekauft.