Ist meine Aktie sturmfest?

  • Moin.

    Ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei mir hat sich der Fokus aktuell verschoben von "möglichst viel Potential" zu "sind meine Aktien sturmfest?".
    Daher hier mal einen eigenen Faden dazu, und zwar bewusst offen, also immer in einem akuten Sturm anwendbar.

    Es soll nicht drum gehen ob man aus Aktien rausgeht und was die Alternativen sind.

    Sondern es ist eher für Leute wie mich, die zu hohe Cashquoten nicht mögen, und daher immer eine gewisse Menge Aktien haben wird, auch im härtesten Sturm.
    Ich bin, nach Jahren super Profite, durchaus darauf eingestellt auch mal wieder ein Minusjahr zu haben.
    Aber die Aktien sollten dann wenigenst so gewählt sein, dass man mit ihnen "im Paternoster durch den Keller fahren kann", und, für mich noch wichtiger, dass man ruhig schläft und es auch nicht schwerfällt mal ein paar Tage nicht ins Depot zu gucken.

    Sie sollten möglichst auch während eines Sturmes nicht in die Verlustzone rutschen, idealerweise ihre Dividende nur wenig gemindert weiterzahlen, und sie sollten natürlich den Gesamtmarkt outperformen, also weniger fallen als die Benchmark.

    Es müssen Aktien sein wo man nicht wie gebannt dauernt auf den Kurs schaut, sondern sich sagt:
    "Das passt schon. Das ist mein Unternehmensanteil, und es ist super den zu haben. Der ist nicht plötzlich schlecht, nur weil der Markt grade weniger dafür bietet"

    Da ist mein Depot im aktuellen Sturm noch nicht. Ich bin doch recht nervös, und es fängt an mir zu viel an den Nerven zu zerren. Das geht garnicht.
    Weil Aktien müssen Spaß machen, Nervosität trübt die Urteilskraft, und Stürme werden noch einige kommen.

    Also ist die Idee dass man hier alle Aktien nennen kann, die man bereits im Depot hat, wo man eine Meinung Dritter wünscht zur Frage sturmfest.

    Der aktuelle Sturm (wir befinden uns im 14 Tag des Irankrieg) ist imho zweifach:

    Der offensichtliche Sturm ist der drohende Anstieg der Energiepreise. Mit entsprechenden Kosten für die Unternehmen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Konjunktur, mit etwaigen Zweitrundeneffekten, und Nachfrageverschiebungen.
    Der andere Sturm ist dabei etwas in den Hintergrund gerückt: Die Disruption durch KI. Die ist ja auch nicht weg nur wegen der Iran-Ereignisse.

    Aktien bei denen man auch mal paar Wochen wegschauen kann, müssen also imho beiden Stürmen gewachsen sein.

    Lets go.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

    Einmal editiert, zuletzt von woodpecker (13. März 2026 um 08:31)

  • Ein Segment wo ich bezüglich Sturmfestigkeit aktuell recht unsicher bin, sind:

    Banken.

    Pro Banken spricht:
    Gute Dividenden.
    Sind nach Jahrzehnte Dümpeln und Konsolidierung oft gut aufgestellt.
    Profit imho nicht unmittelbar KI gefährdet.
    Zinssenkungen werden momentan als unwahrscheinlicher gesehen, ist für Banken gut.

    Con:
    Konjunktureinbruch, Anstieg von Ausfällen.
    Finanzkrise durch Abzug von Investments.
    Zinssenkungen? Sieht der Markt zwar grade nicht, aber wenn die Konjunkur crashed...wer weiß?

    Vielleicht muss man bei Banken nach Region unterscheiden:

    Südamerika: Es wurde hier ja schon überlegt dass SA in vielen Fällen netto neutral durch eine Ölkrise kommen müsste weil sie eigenes Öl haben? Guter Punkt. Aber wie war sowas in der Vergangenheit?
    Kasachstan: Dort steigt Halyk ordentlich. Wird Kasachstan, vielleiche auch wegen seines Öls als Gewinner gesehen?
    Osteuropa: Ljubljanska Bank zB steigt auch. Warum? Ist die sturmfest?
    Raiffeisen dagegen schmierte ab. Warum verhält die sich so anders als Ljubljanska?

    Was ist eure Meinung zu Banken und Sturmfestigkeit.

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  • Eine weitere Aktie wo ich unsicher bin ist:

    Vale

    Gilt allgemein für Rohstoff-Minenaktien, aber ich habe nur Vale.

    Die Story dort war: Rohstoffzyklus kommt endlich in Gang. Nach Konsolidierung steigen die Rohstoffpreise. Usw.
    KI fest sind sie auch, daher könnte weiter Geld in diesen Sektor hineinrotieren.
    Aber: Minenaktien sich konjunkurabhängig. Und sie sind auch sehr Energieabhängig?
    Andererseits sind sie in Brasilien, dort gibt es eigenes Öl, was ggf ein Wettbewerbsvorteil sein kann.

    Sind die damit noch "Paternosterfähig"? (fast hätte ich geschrieben: "satisfaktionsfähig" 8o)

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  • Wo holt Rheinmetall sein Stahl/Eisenerz her? Da werden doch jetzt Abermillionen Schuss Artilleriemunition und Panzer gefertigt. ;)

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Ich glaube, meine sturmfesteste Aktie ist Berkshire Hathaway, auch ohne Warren Buffett.

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • Diese China Construction Bank hält sich 26 besser als die polnische PEO.wa (neutral) und die Italienische ISP.mi (minus 12%).

    Ob es in China durch das Öl schlimmer wird als durch die Baukrise, Evergrand und so?

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  • Mittlerweile underperformt Berkshire den S&P500, aber der kann noch aufholen ... ;)

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  • Osteuropa: Ljubljanska Bank zB steigt auch. Warum? Ist die sturmfest?
    Raiffeisen dagegen schmierte ab. Warum verhält die sich so anders als Ljubljanska?

    NLBR mit einigen anderen SV Titeln nun seit paar Tagen in Wien handelbar wenn ich das richtig im Kopf habe.

    Insg. scheinen mir die (wenigen) SV Titel Recht flow getrieben (?). Ich würde auch gerne wieder eine kleine Position NLBR haben.

    Höheres Öl, Rus nimmt mehr ein, weniger Druck, daher schlecht für RBI? Vllt auch Geld von RBI raus nach NLBR gegangen ...?

    Edit: DB hat ihr primary ticker research und TP von den GDR (London) auf die SV Aktie geändert.

    Einmal editiert, zuletzt von searching4value (13. März 2026 um 11:34) aus folgendem Grund: DB ticker change

  • Und wenn wir schon da sind: Krka (KRKG)? Generika sehr defensiv, Netzcash, Divi.

    Leider schon sehr gut gelaufen und ich natürlich viel zu früh verkauft.

    RUB Aufwertung hilft.

    Risiko dass Russische assets enteignet werden oder ähnliches scheint sehr gering! Haben ihre RUB auch immer gut rausbekommen. Lediglich hedging war nicht mehr möglich

  • NLBR, Yahoo zeigt noch keine Dividende an, aber lt. TIKR sollen es in 24 etwa 5% auf den gegenwärtigen Kurs gewesen sein.

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  • NLBR, Yahoo zeigt noch keine Dividende an, aber lt. TIKR sollen es in 24 etwa 5% auf den gegenwärtigen Kurs gewesen sein.

    NLBR hat letztes Jahr pro Aktie 2 x 6,43€ gezahlt (Juni und Dezember), Tendenz steigend. Aber die Quellensteuer nervt.

    Kurs in Slowenien: 213 € --> 6,0% Divi-Rendite

  • Kann man das so zusammenfassen, dass ihr Banken, oder hier speziell Ljubljanksa, als durchaus "sturmfest" anseht?

    China Construction Bank:
    Ja, halten sich erfreulich stabil.

    Insgesamt sehe ich (da bin ich vermutlich ziemlich alleine) Chinaaktien als recht sturmfest. Also ich fühle mich mit denen wohl im Paternoster, auch wenn es richtung Keller gehen sollte

    - Der Markt dort ist mit dem US Markt wenig korreliert als alle anderen.
    - Die Chinesen leiden zwar auf den ersten Blick (weil abhängig vom Golföl), aber es kann auch gut sein dass sie am Ende gestärkt hervorgehen. Nämlich für den Fall dass die Amis den Schwanz einziehen müssen. Dann steigt sehr sicher Chinas Einfluss im Golf.
    Nicht vergessen: Sie haben vor zwei Jahren schonmal erfolgreich eine Annäherung zwischen Saudis und Iran vermittelt, die nun durch die Amis/Isreal torpediert wurde.
    - Wie Lando sagt: Die eigentlich gefähriche Krise (Immo Krise) haben die Chinesen weitestgehend durchgestanden. Der Binnenkonsum soll angeschoben werden
    - Die starke Elektrifizierung plus Kohle senken ihre Ölabhängigkeit

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  • Wo holt Rheinmetall sein Stahl/Eisenerz her? Da werden doch jetzt Abermillionen Schuss Artilleriemunition und Panzer gefertigt. ;)

    Stahl ist imho nicht sturmfest.
    Da ist zuviel Rüstungsblödsinn schon eingepreist.
    Was nicht eingepreist ist, ist ein scharfer Konjunkturrückgang, der dürfte den Mehrverbrauch der Waffenbauer negativ überkompensieren.

    Ich zumindest habe meine einzige Stahlbude, Aperam, als "nicht paternostergeeignet" gestern verkauft. Ist mir zu europalastig.

    Eisenerz (also zB Vale) ist etwas anders gelagert.
    Hier sagt zumindest Perplexity, dass der Erzpreis oft mit dem Ölpreis steigt und diese Kosten somit überkompensiert.
    Hängt aber wohl auch von China ab. Dort sprang der Bau kürzlich an.
    Schwierig, bin bei Vale wie gesagt noch unschlüssig.

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  • Bzgl. sturmfest: ich betrachte das gerne wie folgt

    (1) Revenue/Zyklität x

    (2) operating leverage(Marge) x

    (3) Financial leverage +

    (4) Disruption (KI, öl, Szenario XYZ, regulatorik)


    Insofern würde ich Banken normalerweise überhaupt nicht als sturmfest sehen:

    (1) Kann stark am Zinslevel hängen

    (2) Hoch/ loan losses in Abschwung

    (3) Sehr hoch

    (4) Auch hoch IMO


    Ich empfinde Versicherungen als wesentliche sturmfester als Banken.


    Oder mal für Krka:

    (1) Stabil

    (2) Gering(e Margen Schwankungen)

    (3) Gering, net cash

    (4) Wenig wahrscheinlich (Rus, Biotech)

    Einmal editiert, zuletzt von searching4value (13. März 2026 um 11:11) aus folgendem Grund: + anstatt x

  • Generell nochmal: hatte vor einiger Zeit Mal eine watchlist angelegt:

    Talanx würde ich hinzufügen da

    (1) Wenig Schwankungen, stabile Nachfrage

    (2) Underwriting margin und investment returns schwanken

    (3) Hoch, Natur der Industrie. Aber hohe SCR II ratio, hohe best estimate reserves, Diversifizierung über business/Regionen, dt. Versicherungen 'sicherer' als US o.ä..

    (4) Nat cats happen, das ist in der Industrie begründet! KI Agents verändern das Geschäft ggf langfristig

  • Habe im Bankenbereich LendingClub als US-Fintech.

    Ich halte dort hohe Gewinne. Überlege trotz Steuer und wegen Konjunktursorgen nochmal deutlich zu reduzieren. Ein paar Teilverkäufe sind schon durch.

    Generell würde ich bei LendingClub auch wieder einsteigen, da diese sehr volatil / zinssensibel / konjunktursensibel sind, was mir gefällt.

    Ansonsten ist LendingClub konservativ geführt - zumindest mache ich mir da keine Sorgen wegen irgendwelcher verbriefter und versteckter Finanzbomben.

  • Meine aktuell beste Absicherung ist WBD.

    Hatte ich schon woanders geschrieben - die werden von Paramount für 31$ gekauft und der Kurs ist da momentan >10% drunter.

    Haier ist auch eine große Position, bei der ich mir wenig Sorgen mache.

    Oiler / Tabak ebenfalls keine Sorgen.


    Sorgen mache ich mir bei Software Aktien, die wegen KI stark zurückgekommen sind. Bei CSU zeigt sich der Boden, aber ein Konjunktureinbruch ist da noch nicht eingepreist. Wenn ich allerdings nicht jetzt kaufe, komme ich vielleicht nicht mehr zu günstigen Kursen rein.

    Ähnliches Setup besteht bei Netflix, welches wegen der geplatzten WBD Übernahme zurückgekommen ist und gerade wieder dreht. Auch hier die Frage, ob die Konjunktur jetzt ein neues Tief erzwingt.

    Wann ist der Tiefpunkt durchschritten?