Einschätzungen zur Straße von Hormus

  • Winter Es geht ja nichts über so ein bisschen Antisemitismus am Morgen, oder wie soll man die Verwendung des Begriffs "Judenstaat" verstehen? Israel (dessen Politik im Nahen Osten ich zunehmend für nicht zielführend halte) ist eben im Gegensatz zu beispielsweise dem Iran keine Theokratie.

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • Weil Cktest halt insgeheim (wuerde er nie zugeben) den Begriff "Juden" als etwas negatives interpretiert.

    Juden-staat, Sicherheits-staat, Ueberwachung-staat, Wohlfahrts-staat, Vorzeige-staat, Religions-staat - oder vielleicht liegts auch daran, das jeder Zusatz vor dem Wort Staat tendenziell eher negativ ist? Wir hatten das schon: PC sagt, man soll nicht Asylant sagen, sonder Asylbewerber, weil alles was mit "ant" endet eher negativ ist: Spekulant an der Boerse, Hydrant fuer die Feuerwehr, Ignorant, Praktikant ... soviele mehr fallen mir jetzt gar nicht ein.

    Das "Juden" eher negativ behaftet ist kann man an folgendem Satz leicht erkennen:

    "Ich bin kein Rassist! Ich habe nichts gegen Neger, Zigeuner, Juden oder Schwule!" - dabei moechte keiner der genannten mit den anderen zusammen genannt werden.

    Time is relative. We perceive time very differently depending on which side of the bathroom door we’re on.

  • schwarzgeld : war mir in dieser Form tatsächlich nicht bekannt. Dann nehme ich meinen Beitrag zurück und entschuldige mich bei Winter .

    Joe : Du schwurbelst. Der Grund dafür war, dass "Judentum" eine Religion ist und ich fälschlicherweise der Meinung war, dass sich der Staat Israel nicht über seine Religion definieren würde, was er aber spätestens seit 2018 (s. Link von schwarzgeld ) tut.

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

    Einmal editiert, zuletzt von cktest (22. Juni 2026 um 12:37)

  • Der Begriff ist seit Theodor Herzl geläufig, dem Vordenker des Zionismus, auch im Journalismus, wenn auch heute seltener geworden.

    Daß Israel sich als jüdischer Nationalstaat definiert, kann man ihm als Anhänger des Nationalstaates schwerlich vorwerfen (für viele Linke ist es jedoch ein Problem - der Nahe Osten ist auch ein Paradebeispiel für deren multikulturelle Utopie). Darauf war das nicht bezogen, sondern mehr wie "Oranje" oder "Elftal" als Alternativbezeichnung für die niederländische Nationalmannschaft.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Aus welchem Grund denn? Du kannst doch die deutsche Rechte nicht kollektiv dafür verantwortlich machen, daß Du auf Trump hereingefallen bist?! Du demonstrierst, daß Du nichts verstanden hast. Die Aufgabe, die uns bevorsteht, ist nicht mit ein paar Korrekturen hier und dort getan. Wir brauchen eine grundsätzliche Wende. Ich schätze, es wird mindestens zwei, besser drei Legislaturperioden einer künftigen Regierung - und die ist nur als AfD-Alleinregierung denkbar - benötigen, um die Dinge wieder aufs richtige Gleis zu setzen. Eigentlich ist die kulturelle Wende ein Generationenprojekt - es lief schließlich schon Jahrzehnte in die falsche Richtung, insbesondere was die Zuwanderung angeht. Die Remigration der nicht Assimilierbaren wird Zeit in Anspruch nehmen. Wenn das wenigstens einmal angelaufen ist, können wir darüber reden. Aber nicht, wenn schon damit angefangen wird, wieder in die falsche Richtung zu blinken, bevor man überhaupt auch nur einmal abgebogen ist.

    Ach so, nee, du musst nicht gleich auf mich einschlagen (geht schnell bei dir in letzter Zeit, ist irgendwas?!) ;-)

    Ich meinte eher von der US Rechten, Trump, Musk und diversen X-Spinnern, von denen fange ich mich an zu distanzieren.
    Die sind genauso wenige an der Wahrheit interessiert und graben sich genauso in ihren Bubbles ein wie die Linken auch.
    Ich bin ihnen dennoch dankbar, weil sie haben die Wokeness gekontert und eingedämmt, auch und vorallem Trump bin ich dafür dankbar. Das war gut und sehr wichtig. Danke dafür!

    Nun aber schwingt das Pendel in den USA langsam in eine ungesund rechte Richtung, naja, soweit ich das bei so wenig Medienkonsum beurteilen kann zumindest, vor Ort fiel es mir nicht so auf, weiß nicht.
    Sommer sind wir wieder drüben (gibt super günstige Flüge grade falls wer ein antizyklisches Urlaubsziel sucht!), mal schauen ob sich das geändert hat.

    Als Zentrist muss ich mich jedenfalls bereit machen auch den Zug der Rechten bald wieder zu verlassen.

    In DE ist das anders, da ist noch viel zu tun, schrieb ich doch?
    Und da ist mir, abseits der linken Propaganda gegen sie, auch, von Einzelfällen abgesehen, noch nicht so viel krass negatives von Seiten Rechts aufgefallen. Also weiter die "Bösen" wählen, keine Sorge.
    Erst wenn hier die Wokeness auch weg ist, und vorallem der Garant des Linkskartells, die Brandmauer, erst dann kann man überlegen mal wieder was anderes zu wählen.

    Die Maut für ein internationales Gewässer ist eigentlich komplett inakzeptabel. Die hatten wir vorher nicht, während aus dem Iran schon getönt wird, daß das Land niemals das Recht auf die Atombombe aufgeben würde. Danke oranger Clow, Du hast alle Erwartungen, die man (nicht) an dich haben konnte, vollstens erfüllt! Und was sagt der zur iranischen Maut? Er droht damit, die USA könnten eine Maut erheben. Es ist so bizarr... Und man kann nicht einmal über die Ölaktien darüber profitieren!

    Aber es bleibt spannend. Was Öl angeht, ist jedenfalls Stand heute der Iran Babo. Das ist ein Zeitenwechsel.

    Inakzeptabel?
    Für wen?

    Für die USA? Für den Iran?

    Die Frage ist falsch gestellt.
    Sie muss heißen: Ist sie akzeptabel für die Spieler mit Macht?
    Und da sage ich: Klar, warum nicht?!
    Für USA ist das ok, wird ihr eigenes Öl attraktiver. Für den Iran ist das ok, der braucht Cash um die Schäden zu reparieren.
    Für China, naja, eher nicht ok, aber kann gut sein dass die eine Ausnahme bekommen? Oder einen Discount als Gegenleistung von den Iranern?

    Die Europäer...ja mei. Waren denn die Zölle ok?
    Nein.
    Haben sie sie geschluckt? Eben.

    Schade nur dass die Oileraktien (schon wieder) so enttäuschen.
    Andererseits, ich habe im Tool gerechnet. Bei Brent 80 sind die weiter sehr günstig.
    Bei Brent 70 kann man sie auch noch halten.
    Bei Brent 60 ansich auch noch, aber dann nur noch "fair bewertet".

    Langfristig droht allerdings weiterhin zu viel Öl, nicht zu wenig.
    Die Elektrifizierung nimmt Fahrt auf, Massenbatteriespeicher werden ein Gamechanger. (Man sieht es am wendehalsigen Woodpecker, ich habe mental auch die letzten Monate gewechselt, das nächste Auto wird definitiv Elektro + Solaranlage).
    Das Öl-Angebot wird durch das Erlauben von Iran demnächst eher ausgeweitet, bei einem Frieden mit Russland erst recht.
    Die Weltwirtschaft wirkt eher rezessiv als expansiv.

    "The market" trommelte zwar schon vor dem Krieg für Oiler. Nur, trotzt dem ultimativen Booster stehen wir nun schon wieder unter 80...das ist einfach nicht so ein recht vielversprechendes Signal, oder?

    Andererseits. Man sagt so was wie Oiler sei ganz ok in rauen Zeiten.
    Wie haben die denn in .com performed? Erstmal ok-isch wenn ich mich recht erinnere?
    Oder kann man das nicht vergleichen weil damals Öl viel wichtiger war?

    Ach ich weiß nicht, mir gehen meine Oiler irgendwie auf den Keks, hab mit denen seit Jahren kein gutes Händchen.
    Dann wiederum: Mir gehen grade fast alle meine Aktien auf den Keks, grade hab ich mit nix eine gutes Händchen.
    In solchen Phasen wäre es bei mir in der Vergangenheit meist gut gewesen sogar zuzukaufen.

    Oder nix tun.
    Bissl Pause ist auch mal angenehm.

    Ich hoffe ihr sagt mir Bescheid wenn er denn endlich da ist - der Weltuntergang.
    Weil mir ist aufgefallen, man bemerkt den irgendwie garnicht wenn man die Medien aus hat. Und ich will doch nicht alles verpassen...

    Cheers, wp

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Nunja, ich vermute der Weltuntergang hat angefangen, das Tief liegt noch vor uns.

    Der Oelpreis steht wieder deutlich niedriger, doch es hat vielen Aktien die zuvor wegem hohen Oelpreis abstuerzten nicht so richtig geholfen.

    Ich blicke auf KSB - vermeldete vorsichtigere Toene wegen hoeherer Energiekosten. Nur eine leichte reduzierung des moeglichen Jahresergebnisses schickte die Aktie auf Talfahrt und verlor in wenigen Tage/wochen ca. 1 Drittel an Kurs. Jetzt wo Oel wieder billiger ist und sogar billiger als am Tag vor den vorsichtigeren KSB Toenen - da hilft es der Aktie kaum.

    Das ist einfach nur ein Beispiel. Alles moegliche litt doch angeblich wegen hohem Oelpreis, und sie erholen sich trotzdem nicht.

    Auch heute (meine Einschaetzung) ist ein guter Tag zum verkaufen, Verluste begrenzen, nicht noch tiefer laufen lassen. VStoxx bei nur 16.4

    Wenn der V-irgendwas erstmal klettert auf 30 braucht man nicht mehr zu verkaufen. Und ab 40 steige ich wieder ein.

    Heute mal wieder update bei der US-Zinskurve: sie ist noch ein stueckchen flacher geworden. Nur noch 0.236% Abstand zwischen kurzfristigen Zinsen und den Zinsen auf 7-10 Jahres Bonds. eine negative Zinskurve ist so selten, dass es zuwenig Datenpunkte gibt (aber fuer die Datenpunkte wo es das gab - sehr starker baerischer Indikator). Darum gab es schon Studien, die eine flache Zinskurve auch mit in ihren Auswertung hineinbezogen. Ich weiss nicht wie flach denn "flach" ist, aber es sieht so aus, als ob ich das nicht herausbekommen muss, die Zinskurve steht ja kurz davor negativ zu werden, dann ist das mit dem "flach" auch egal.

    Und die SoH? ich sag ja schon die ganze Zeit: das Thema ist ueberbewertet und weit weniger relevant als es derzeit noch immer diskutiert wird. Gut, es ist schon so, es hilft der Weltwirtschaft nicht gerade, ein Belastungsfaktor ist es schon. Ein leichter. Trumps Zoelle hingegen belasten schon staerker.

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  • Der Weg der USA mit dem Iran jetzt erscheint mir ziemlich rational. Wenn sie gut verhandeln, gelingt es vielleicht, den Iran wieder "einzufangen", was für die Region und die Weltwirtschaft ein riesiger Gewinn wäre.

    Zuckerbrot und Peitsche, sie müssen halt dazu gebracht werden, mit dem Terrorismus Scheix aufzuhören und im Endeffekt die Existenz Israels anzuerkennen, wie die anderen auch.

    Da Trump immer auf die Verhandlungen der Präsis vor ihm geschimpft hat, vielleicht gelingt es seinen Leuten, es besser zu machen.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Der Weg der USA mit dem Iran jetzt erscheint mir ziemlich rational. Wenn sie gut verhandeln, gelingt es vielleicht, den Iran wieder "einzufangen", was für die Region und die Weltwirtschaft ein riesiger Gewinn wäre.

    Zuckerbrot und Peitsche, sie müssen halt dazu gebracht werden, mit dem Terrorismus Scheix aufzuhören und im Endeffekt die Existenz Israels anzuerkennen, wie die anderen auch.

    Da Trump immer auf die Verhandlungen der Präsis vor ihm geschimpft hat, vielleicht gelingt es seinen Leuten, es besser zu machen.

    Ernsthaft?

    Wenn die jetzige US Regierung wirklich gut verhandelt, dann bekommen Sie mit sehr viel Glück eine abgeschwächte Version des jcpoa Iran Abkommens (Obamas Iran Deal, welchen Trump in seiner ersten Amtszeit mutwillig zerstört hat)


    Aber selbst das ist unwahrscheinlich, Obamas Deal wurde (mit Unterstützung von China, Russland, EU, UK, Frankreich, Deutschland) über ein Jahr lang verhandelt. Trump hat Dick und Doof ( Witkof und Kushner) zusammen mit dem Vizepräsidenten entsandt... mit der (theoretischen) Maßgabe von 60 Tagen.

    Es ist bemerkenswert, wie viel Glaube an Trump (Ukraine Krieg in 24 Stunden beenden, usw.) immer noch vorhanden ist.


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    (die 14 Punkte des Memorandums besprochen von Perun)

    beati pauperes spiritu

    "we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills; we shall never surrender.“ W.C.

    “Facts do not cease to exist because they are ignored.” – Aldous Huxley


  • Was sind die besten Quellen für die Ölvorräte, besonders in Asien (China ist klar, die Daten kommen vom Staat und werden immer das besagen, was die Parteiführung will), aber was ist mit den anderen Staaten?

    Hat da jemand gute Übersichten/Quellen/Daten?

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  • Winter Es geht ja nichts über so ein bisschen Antisemitismus am Morgen, oder wie soll man die Verwendung des Begriffs "Judenstaat" verstehen? Israel (dessen Politik im Nahen Osten ich zunehmend für nicht zielführend halte) ist eben im Gegensatz zu beispielsweise dem Iran keine Theokratie.

    Man muss aber sagen, dass Israel mittlerweile von nationalistischen bzw. religiös fanatischen Politikern regiert wird (siehe Ben-Gvir und Smotrich).

    Israel hat 2026 u.a. die Todesstrafe eingeführt. Diese gilt nur für Terroristen, die den jüdischen Staat vernichten wollen. Nicht für israelische "Siedler".
    Israels Interesse spiegelt auch nicht unsere Interessen wieder.

    Zitat von Itamar Ben-Gvir:

    "Die Abwanderung von Hunderttausenden aus dem Gazastreifen wird es den Bewohnern der Peripherie des Gazastreifens ermöglichen, nach Hause zurückzukehren. Die Vereinigten Staaten sind unser guter Freund, aber wir werden vor allem das tun, was für Israel das Beste ist."

    Er forderte jüngst auch, dass der ganze Libanon brennen muss: https://www.bbc.com/news/articles/c23ymz1n9rmo

    Bezalel Smotrich meinte 2024 auch mal, dass es wahrscheinlich moralisch vertretbar wäre 2 Millionen Menschen in Gaza hungern zu lassen, aber das die restliche Welt es Israel nicht erlauben würde... Zudem hat er die total Zerstörung von Gaza gefordert.

    A nation which can prefer disgrace to danger is prepared for a master and deserves one.

  • Na ja, Trump hat in seiner ersten Amtszeit Golf und Israel zusammengebracht. Dann funkte Iran/Hamas hässlich dazwischen. Trump hat dann Israel unterstützt, erst Gaza und dann Iran und die Milizen im Libanon anzugreifen. Wenn das dazu führt, dass Iran Ruhe gibt, könnte man dann von erfolcreicher Nahost Politik sprechen, erfolgreicher jedenfalls als die 50 Jahre zuvor.

    Wie gesagt, rational.

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  • Man sieht es am wendehalsigen Woodpecker, ich habe mental auch die letzten Monate gewechselt, das nächste Auto wird definitiv Elektro + Solaranlage

    Meines wahrscheinlich auch, aber frühestens in fünf Jahren, wenn für meine existierende PV-Anlage der Einspeisevertrag ausläuft, oder vielleicht auch erst in 15 Jahren, wenn ich ein neues Auto brauche. Ohne Eigenheim kann man das vergessen. Die mögliche Ersparnis wird meiner Meinung nach meistens überschätzt. Du kannst maximal so viel einsparen, wie Du verbrauchst! Bei mir sind das beim derzeitigen Benzinpreis (1,70€) 800€ im Jahr, und damit müssen die höheren Anschaffungskosten des E-Autos amortisiert werden, dazu kommen dessen Nachteile. Es ist der gleiche Denkfehler, dem man in Deutschland oft bei der Wärmepumpe begegnet. Wenn man keine PV-Anlage hat, kommen noch deren Investitionskosten hinzu. Dieser Strom ist jedenfalls nicht umsonst, und im Winter wird das Aufladen nicht immer klappen.

    Global gesehen gibt es den Trend natürlich, und der Rückgang der Ölnachfrage könnte früher ein Thema werden als gedacht?

    Der Ölmarkt und in der Folge die Weltwirtschaft und die Aktienmärkte hat sich erstaunlich resilient gezeigt. Wir werden es wohl nicht mehr erfahren, wie lange das noch gutgegangen wäre. Trumps vier Wochen dürften nicht aus der Luft gegriffen sein. Die Ursache war aber nicht, daß Öl keine Rolle mehr für die Weltwirtschaft spielt, oder das die Straße von Hormus keine Rolle für den Ölmarkt spielt, sondern die Lagerbestände auf Rekordniveau. Vielleicht spielte auch die Psychologie eine Rolle, und die fortlaufende Manipulation, vielleicht hätte das alles auch anders ausgehen können. Es ist wieder einmal ein Beispiel, wo man an den Märkten nichts gewonnen hat, selbst wenn man die fundamentale Entwicklung richtig analysierte. Der Ölpreis steht jetzt unter dem Niveau unmittelbar vor Kriegsbeginn. Welchen Sinn ergibt das? Gut, der Preis war bis dahin schon ein wenig gestiegen wegen den Kriegsgerüchten, aber jetzt ist der Fall schließlich eingetreten - und es gibt noch lange keine endgültige Einigung. Dazu kommt:

    Das Öl-Angebot wird durch das Erlauben von Iran demnächst eher ausgeweitet,

    Woher hast Du diese Information? Wir wissen doch nur, daß künftig zusätzlich zur (zugegebenermaßen geschwächten) OPEC noch der Iran den Daumen drauf haben wird. Beides ist logisch mit UND verknüpft. Das rechtfertigt alle mal eine Risikoprämie. Die Situation ist doch nicht besser als vorher - und es fehlen dem Markt 1-2 Milliarden Barrel. Man kann sich nur wundern.

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    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Mich wundert es auch.

    Mich wundert nicht dass es glimpflich ausging.
    Es war klar dass Trump in diesem Chicken Game halt in letzter Sekunde ausweichen würde. Und dass die Iraner dass dann annehmen würden.

    Aber mich wundert dass Öl nun wieder derart tief steht.
    Wat is denn nun mit den Lagern die aufgefüllt werden müssen?
    Wat is mit den angeblich gestörten Ketten wo es Monate dauert bis alles wieder fließt?
    Und wat is mit dem "Jahr des Öls" von "the market", was die ohne Wissen um den Krieg in Januar schon audgerufen hatten?

    Seltsam.

    Naja, irgendwie isses jetzt auch zu spät die Oiler zu verkaufen, weil ich hab das bisher verpennt.
    Alter, hab ich ein schlechtes Händchen mit Öl, kann den Dreck bald nicht mehr sehen, warum hab ich nicht auf die Grünen gehört und hab mich je auf diesen Aktiensektor eingelassen. Nix als Ärger damit.:cursing:

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  • Der Ölpreis steht jetzt unter dem Niveau unmittelbar vor Kriegsbeginn. Welchen Sinn ergibt das?

    Heute habe ich an der Tankstelle immer noch einen deutlich hoeheren Preis bezahlt als vor dem Irankrieg. Oel mag an der Boerse billiger gehandelt werden, aber ich bin schon an der billigsten Tankstelle weit und breit gewesen - und die Preise sind noch immer kauf gefallen.

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  • Also keine fundamentalen Makroprognosen mehr, nur noch Antizyklik: wenn man die Stimmung als schlecht identifizieren kann, dann kaufen. Nicht schlauer sein wollen als andere, das war nie unser Geschäft. Wobei die Stimmung ja nie schlecht war, sondern eher sorglos.

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  • naja, die Richtung hat doch gestimmt? Wegen dem Krieg und dem Mangel an Oel stieg der Oel-Preis. Jetzt wo es sich beruhigt hat, faellt der Oel-Preis. Ist immer schwer eine Punkt Landung zu treffen, es ist doch schon schoen wenn man die Richtung kennt: Sobald der Krieg sich beruhigt, faellt der Oel-Preis wieder. Das war doch klar, nein?

    Warum er sogar tiefer steht? Nun, man wird umso staerker dem Oel mit PV-Anlagen und Elektro-Autos ausweichen. Langfristig werden immer weniger Verbrenner herumfahren, immer mehr EV-Autos das Stadtbild praegen. Schon klar wo die Reise des Oel-Preises dann langfristig hingehen wird? Wo wird der Oelpreis stehen, wenn Du dir in 15 Jahren ein EV-Auto kaufen wirst? Weiss man nicht. Ich vermute: tiefer?

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    Einmal editiert, zuletzt von Joe (27. Juni 2026 um 11:33)

  • Und schon wieder gegenseitiger Beschuß: Der Iran habe vier Frachtschiffe mit Drohen beschossen, die sich wohl nicht an die iranischen Vorgaben hielten (so viel zum Thema freie Passage), die USA bombardieren daraufhin Ziele im Iran. Wieder pünktlich zum Wochenende. Aber ach, es ist sinnlos. Öl wird am Montag weiter fallen. Je mehr Käse, desto mehr Löcher, und je mehr Löcher, desto weniger Käse, also: Je mehr Käse, desto weniger Käse. https://www.spiegel.de/ausland/usa-ir…3e-870cf918719f

    Kleine Korrektur zum E-Auto: Wenn der Strom wirklich umsonst und ausreichend vorhanden ist, kann man auch mehr damit fahren als bisher. Das erklärt übrigens auch, warum Effizienzsteigerungen nicht zu zurückgehendem Energieverbrauch führen. Aber das gilt nur innerhalb des Umkreises der halben Reichweite. Weiter weg muß man schließlich auswärts aufladen, was sogar besonders teuer sein dürfte.

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  • Die 150-200$ der alternativen Experten sind jedenfalls nicht annähernd eingetreten. Vielleicht spielt auch die sehr schwache zyklische Nachfrage aus China hier eine Rolle. Genaue Daten gibt es dazu glaube ich nicht? Daß die strukturelle (chinesische E-Autos) gerade in den letzten Monaten durchschlägt, scheint mir unwahrscheinlich.

    Warum er sogar tiefer steht? Nun, man wird umso staerker dem Oel mit PV-Anlagen und Elektro-Autos ausweichen.

    Hmm, und deswegen sinkt der Spotpreis? Daß es tatsächlich eine gewisse intertemporale Arbitrage gibt, ist plausibel, aber dann nur über die nächsten paar Monate, nicht über viele Jahre hinweg. Langfristig gibt es übrigens noch einen anderen "je mehr Käse, desto weniger Käse"-Effekt: Eine erwartungsgemäß sinkende Nachfrage wird auch ein sinkendes Angebot bedingen. Es wird weniger investiert in neue Quellen. Der Straßenverkehr soll übrigens nur 43% der Ölnachfrage ausmachen, und davon machen PKW wiederum nur 60 bis 65% aus.

    Etwas anderes gilt doch eigentlich nur, wenn die Nachfrage überraschend schnell sinkt - genauso wie umgekehrt. Auf welchem Preisniveau sich das einpendeln wird, weiß ich nicht. Wenn man es sich richtig überlegt, besagt es auch wenig, ob der Ölpreis historisch gesehen eher hoch oder niedrig ist, denn es kommt auf die jeweiligen Kosten (des marginalen Produzenten) an, und es werden sicherlich die Förderquellen mit den niedrigsten Kosten übrigbleiben. Der nachfrageseitige Je-mehr-Käse-desto-weniger-Käse-Effekt (Jevons Paradox) könnte hier nicht zum Tragen kommen, insofern Sprit durch Steuern künstlich teuer gemacht wird. Ich weiß nicht, ob der Rest der Welt dem folgt. (Das würde auf langfristig eher niedrige Ölpreise hinauslaufen.) Wir wissen eigentlich nur, daß die Ölaktien relativ günstig sind und wahrscheinlich einen Anti-ESG-Abschlag haben, der sie interessant macht.

    Ich stelle mir gerade vor, ich wäre ein genialer James-Bond-Schurke, so ein Dr. Fu Man Chu, der ein tödliches Virus über die Welt gebracht hat, um mit fallenden Kursen an den Aktienmärkten Geld zu verdienen. Es läuft alles perfekt nach Plan, Pandemie, Millionen berichtete Tote, Panik, Ausgangssperren, ein zusammenbrechendes öffentliches Leben, beispielloser Wirtschaftseinbruch, harhar. Von Dezember 2019 oder Ende Januar 2020 aus betrachtet, bei 13.000 DAX-Punkten (im Februar gab es erst noch ein Allzeithoch) konnte man den Höhepunkt der Panik in den nächsten Monaten erwarten, jedenfalls im Laufe des Jahres, hehe. Und wo stand der DAX Mitte des Jahres, noch ohne konkrete Aussicht auf einen Impfstoff? Unverändert, je nach Zeitpunkt knapp im Plus oder im Minus! Die Leerverkäufe hätten nur Gebühren gekostet und die Optionen dramatisch an Zeitwert verloren (naja, zumindest wenn man nicht rechtzeitig glatt stellte). Zum Haareraufen, wenn man noch welche hätte!

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