Einschätzungen zur Straße von Hormus

  • Wird auf jedenfall ein sehr teurer Winter.

    Ich denke als Öl-Verkäufer würde ich schauen, dass ich den Öl-Preis die McLaren die nächsten 3 -4 Monate so hoch wie möglich halte.

    Die Heizöl-Behälter sind leer, alles müssen volltanken und der Heizöl-Preis ist auf Rekord-hoch.

    Der Winter naht und ohne Heizen gehts nicht.

    Das heisst, ich würde als Vertreiber eines begehrten Produkts dafür sorgen, dass die Party noch ne weile anhält und würde die “Party” sponsern. Egal wer der “Veranstalter” ist.

    Daher denke ich die Situation am Hormus wird künstlich weiter oben gehalten, mit ab und a positiven News, die die Preise etwas runterbringen.

    Die Psychologie des Menschen ist sehr einfach gestrickt.

    Noch vor 2 Jahren kostete der Kebap 3-5€. Dann stieg er auf 7€ , gab Stress, Bild berichtet über teuren Döner. Mittlerweile bei 10€ und die Leute stehen Schlange wenns mal Angebot für 8€ gibt. Ist ja 20% Rabatt.

    Aber dass der Preis die letzten Jahre um über 150€ angezogen hat, interessiert niemanden mehr.

  • Die Saudis koennten ja nach Europa abliefern, falls die Europaer das duerfen und Trump es nicht verbietet.

    Können Sie nicht - zumindest nicht im großen Stil solange auch diese Pipeline da ausgefallen ist.
    Oder gibt es da noch andere Pipelines?

    Nächster Schritt den ich erwarte ist dass Trump Exportbeschränkungen aus den USA erteilt.
    Das ist rechtlich jederzeit möglich, nur falls ihr das noch nicht wisst.

    Gründe kann man ex post konstruieren (genau wie an der Börse ;-) ):
    Europa "enttäusche" bei der "Hilfe" im Iran, solle sich doch selber drum kümmern, nationaler US-Markt ist unter Druck. Etc.

    Spieltheoretisch wäre extrem logisch wenn er sowas kurz vor den Midterms bringt.
    Würde zu einer Überversorgung des US-Marktes und schnell stark fallenden Preisen dort führen.
    UND Europa unter Druck setzten das Schlamassel am Golf zu übernehmen.

    Bei der Ukraine gelang er bereits die Kosten und den Ärger Europa anzuhängen, also warum sollte es nicht wieder gelingen.


    Wenn es nicht so traurig wäre würde ich mich schlapplachen:
    "Kauft nicht bei den Russen, die sind unzuverlässig, die werden euch erpressen! Kauf lieber US Öl und LNG auch wenn es das Doppelte kostet!" haben sie gesagt.
    Und selbst kluge Leute, hier im Forum zum Beispiel, haben es geglaubt, obwohl Russland doch seit Jahrzehnten das Gegenteil bewiesen hat und auch im kalten Krieg immer lieferte.

    Zitat

    Wir sehen es ja beide so: die einzige Info die wir brauchen kommt nicht von den Medien, sondern der Oel Preis wird es uns sagen.

    :thumbup:

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Erstaunlich ruhig der Öl Preis im anagesicht der Horror News in den Medien


    Auf der anderen Seite -> die Ferien sind überall vorbEi und die Autos stehen in den Garagen. Irgendeine Horror News kommt ausgerechnet jetzt ;). Klar der Sprit Preis muss oben bleiben

  • Ich würde sagen, dass der Einfluss der baden-württembergischen und bayrischen Schulferien auf den Ölpreis überschätzt wird ^^

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • Hugh! Der Markt hat gesprochen.

    Keine 200 (wie die ganzen hochbezahlten, schlauen "Experten" vor 6 Monaten für eine solche Situation vorhersagten).
    Auch keine 120.

    Sondern, man mag es kaum glauben:
    107.

    Mit anderen Worten: Keine Panik, egal was die Medien schreiben, es gibt kein Problem.

    Inflationsbereinigt lagen wir 2004-2016, also ganze 12 Jahre lang, da drüber ohne dass die Welt unterging.

    Gut, ein Glück muss man sagen. Die Wirtschaft und die Märkte sind ja auch so schon wackelig genug.

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  • Beitrag von woodpecker (14. September 2026 um 09:03)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Doppelpost (14. September 2026 um 09:04).
  • Gas ist schon etwas schwieriger.

    Damals zu Beginn des Ukrainekrieg, als Gas in den richtig teuer war, hatte ich mal eine Analyse gemacht, und kam auf einen (mehr oder minder) fairen Weltmarkt-Preis für LNG von maximal 50EUR/Mwh.
    Mit dem Fazit dass das etwa 3x so teuer sei wie russisches Pipelinegas, aber wohl doch irgendwie verkraftbar.

    In Folge sank der Preis auch dorthin, bzw. sogar auf um die 30EUR.

    Jetzt aber sind wir bei 83 EUR, der Zinken dort ist immer noch klein gegenüber 2022, aber wird langsam dennoch unerfreulich.

    Nun ja, man muss auch das Positive sehen: Die US Fracker freuts! Denkt doch auch mal an die armen Fracker!

    Nur: Warum steigen meine Equinor nicht stärker? Der arme Woodpecker braucht auch Geld! ;)

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  • Mit anderen Worten: Keine Panik, egal was die Medien schreiben, es gibt kein Problem.

    Die Medien schreiben unter der Paniküberschrift, dass eine Pumpstation brennen würde, und dass die Saudis die Pipeline "vorsichtshalber" geschlossen hätten.

    Aus Satellitenfotos sieht das auch so aus, als ob die Pipeline selber unterirdisch verlaufen würde. Da brauchst du dann vermutlich etwas mehr Sprengkraft.

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

  • War das dem Markt nicht schon am Freitag bekannt? Zumindest der Beschuß? Die Rauchwolke war vom Weltall aus sichtbar.

    Aha, nachdem sich die Prognosen für die Zukunft als so schwierig erwiesen haben, geht ihr jetzt dazu über, Prognosen für die Gegenwart zu machen. 😆 Brent 107$ weist auf einen Ölpreis über 100$! Ein bisschen wie: "Ich habe mich verfahren, können Sie mir sagen, wo ich mich befinde?" - "Ja gerne, Sie befinden sich am Steuer eines roten Mazda 3!".

    Offenbar wird Bab el-Mandab nicht nur bedroht, sondern es traut sich kaum ein Schiff mehr durch? Mindestens 30 Tage Yanbu-Ausfall wären doch eigentlich nicht ohne, zumal sich das wiederholen kann.

    Ich konnte mir das nicht vorstellen und frage mich, ob der Ölpreis negativ wird im Falle einer Entspannung? Diejenigen, die den Konflikt in drei, allenfalls sechs Wochen beendet sahen, lagen auf einer anderen Ebene aber auch alle falsch. Andreas Beck läßt sich dafür feiern, daß er Recht gehabt habe. Dabei basierte seine Einschätzung darauf, an den Finanzmärkten könne nichts anbrennen, weil dann Trump sofort einen Rückzieher machen würde. Ich bin nicht überzeugt, daß Trump da herauskommen kann. Er wird kaum dem Iran die Erlaubnis geben können, die Atombombe zu bauen.

    Eine Panik in den Medien gibt es nicht. Lediglich die hohen Benzinpreise werden thematisiert, die vor allem am Crackspread liegen.

    Die Mainstream-Ölanalysten, also J.P. Morgan und Co., hatten meines Wissens übrigens nie einen hohen Ölpreis modelliert. Das taten nur die Contarians.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Macht noch wer Prognosen Winter ?

    Mir genuegt es vollkommen den Oil price abzulesen. Ich habe befuerchtet (das ist keine Prognose), dass der Oel-Preis deutlich ueber $120 springen koennte. Fakt ist (kann jeder ablesen): tut er nicht. Bei allem Mediengeschwafel, ob wir jetzt dem Untergang geweiht sind oder nicht, wie gesagt: der Oel Preis spricht fuer sich selbst, ich brauche keine News zu analysieren was das angeht.

    Time is relative. We perceive time very differently depending on which side of the bathroom door we’re on.

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    Hier stand, dass Trump heute bekanntgab, dass die Ukraine und Russland zugestimmt hätten, ihre gegenseitigen Angriffe auf 'energy sites' einzustellen.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

    Einmal editiert, zuletzt von Lando (14. September 2026 um 20:46)

  • Ich konnte mir das nicht vorstellen und frage mich, ob der Ölpreis negativ wird im Falle einer Entspannung?

    Tja, ehrlich gesagt, das treibt mich ein bisschen um.
    Wer keine Oiler hat, oder wer nur ein paar hat, als Hedge, dem kann das egal sein.
    Aber mein Depot ist ziemlich voll damit, meine Energiemehrkosten sind bereits zigfach überkompensiert.
    Das Risiko ist nun tatsächlich ein enormer Absturz des Ölpreises wenn es (warum auch immer) zu Frieden kommt.

    Wenn man bedenkt dass wir im aktuellen worst-worst-worst-worst-worst-Case (strait zu, strait2 zu, pipeline dicht, lager leer, russland lahmt) immer noch erst bei 107$ stehen, inflationsbereinigt also fast nix passiert ist.

    Wo fällt der preis dann hin wenn sich zwei oder drei der "worst" auflösen? Und vielleicht noch eine weltweite Rezession dazu kommt?

    ...

    Ich bin nicht überzeugt, daß Trump da herauskommen kann. Er wird kaum dem Iran die Erlaubnis geben können, die Atombombe zu bauen.

    Klar kann er.
    Er muss nur wegschauen und so tun als würde nix gebaut.
    Iran würde da mitspielen, weil reicht denen sie zu verkünden wenn sie später mal fertig ist.

    Wenn er denkt dass ihm das die Wahl rettet oder anderweitig hilft traue ich ihm das zu.

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  • Hmmh, …..

    Warum glauben wir bei Aktien an den Bild-Indikator und bei Öl fällt uns das so schwer?

    Wenn Bild über Rekord-Preise bei Gold berichtete, gingen die Preise gen Süden.

    Genauso bei Bitcoin, KI-Aktien und Börse überhaupt.

    Jetzt berichtet die Bild von Horrorszenarien über Öl und irgendwie haben ich das Gefühl wir glauben an die schlechten news.

    Aber der Öl-Preis geht zurück.

    Irgendwie habe ich das Gefühl , der Preise bricht nicht nach oben aus, sondern bricht nach unten.

    Schaut euch doch mal um , gefühlt geht ausser Gastro nichts mehr..

    Ich sehe keine übermäßig neue Autos, die gekauft werden, Schwarz Gruppe kauft auch keine e-Autos…

    Ich glaube eher an wirtschaftliche schwierige Zeiten, bei denen Öl weniger gebraucht wird.

    Vor der Winter-/Heizperiode muss der Preis natürlich noch oben gehalten werden.

  • Und was ist dann mit Taxi und LKW Fahrern? Die verlieren ihre Jobs, oder?

    Kommt die AI disruption noch?

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  • Kommen Saudi Arabien und so eigentlich auch auf die Idee, Eisenbahnen für den Öltransport zu bauen? Genehmigungsprobleme dürfte es keine so große geben, Züge sind schwer zu treffen und Gleise einfach und schnell zu reparieren (keine komplizierten Pumpstationen).

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  • Öl per Eisenbahn über lange Strecken zu transportieren statt per Pipeline wäre hochgradig ineffizient. Du kannst ja mal eine kleine Überschlagsrechnung machen: Die Pipeline in Saudiarabien hat eine Kapazität von 5 Millionen Barrel pro Tag. Ein großer Supertanker hat eine Kapazität von 2 Millionen Barrel. Ein Kesselwagen hat die Kapazität von 600 - 700 Barrel, ein großer Sattelschlepper für den Fernverkehr fasst etwa 200-250 Barrel.

    Das heißt, um eine große Pipeline zu ersetzen, müsste man

    • 2,5 Supertanker pro Tag oder
    • mindestens 7000 Kesselwagen pro Tag oder
    • mindestens 20 000 Sattelschlepper pro Tag

    auf die Reise schicken. 7000 Kesselwagen pro Tag, verteilt auf 70 Züge à 100 Kesselwagen, bedeutet jede 20 Minuten muss ein Zug mit 100 Kesselwagen rangiert, befüllt und auf die Reise geschickt werden. Ein solcher Zug mit 100 Kesselwagen hat eine Länge von etwa 2 km.


    PS: Man könnte ja auch auf die Idee kommen, das Öl per Tankflugzeug zu transportieren. Diese haben eine Kapazität von höchstens 700 Barrel (obwohl hier traditionell mit Litern gerechnet wird und kein Rohöl, sondern Kerosin transportiert wird), also so viel wie ein großer Kesselwagen.


    PPS: Um eine Schienentrasse ausser Gefecht zu setzen, muss man nur einen Zug treffen und zum Brennen bringen. Am besten an einer Brücke (die Ukrainer haben sowas schon mal bei Kertsch durchexerziert).

    • 4 EL Limonensaft, 2 EL Zucker, 1 EL Fischsoße, 2 Knoblauchzehen, 1 Vogelaugenchili, Pfeffer
    • Britannia ruled the waves and America waives the rules

    2 Mal editiert, zuletzt von Tante_Nr_9 (21. September 2026 um 15:19)