Leasingverbindlichkeiten

  • Sollte man Leasingverbindlichkeiten für die Berechnung der Finanzschulden und damit für den Enterprise Value berücksichtigen oder nicht? Unterscheidet ihr zwischen operativem und Finanzierungsleasing, aber das wird doch meistens gar nicht explizit ausgewiesen, worum es sich handelt?

    Das Einfachste und auch Konservativste wäre, sie einfach immer einzurechnen. Dann kann man nämlich auch die Bewertungskennzahlen leicht berechnen mit dem ausgewiesenen Wert. Ansonsten müsste man doch EBITDA, EBIT und den Cashflow entsprechend korrigieren. Ich komme da immer etwas ins Schleudern. Bestimmte Branchen wie Einzelhandel sehen "mit" halt schlechter aus, es sei denn die Immobilien befinden im Eigentum, wie bei Jumbo oder Dino Polska.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Die Miete mag "normal" erscheinen weil wir das so sehr gewoehnt sind, dass man schon so argumentieren moechte sie im Einzelhandel vielleicht zu ignorieren.

    Trotzdem, Du bist ein bisschen abhaengig vom Vermieter. Laeuft Dein Geschaeft im Einzelhandel gut, erhoeht der Vermieter die Miete - das ist aergerlich. Somit sind auch die Mietschulden eben nicht risikofrei und auch wenn es im Einzelhandel recht typisch, das ist doch tatsaechlich ein Nachteil, und das sollte schon kompensiert werden. Deshalb sieht der Einzahlhandel zu recht schlechter aus, oder nicht? Dino oder Jumbo kann eine Mieterhoehung nicht passieren, einer Bijou schon. (Edit: auf der anderen Seite, wenn es nicht gut laeuft hat Dino oder Jumbo eine Immobilie am Bein)

    I won't wait long for going short, but won’t be short for long. In short, I switched from long to short, I'd better not be wrong. (Und es gilt: man bedauert immer.)

    “It’s the little things that matter. It’s one thing to tell someone they look like the first day of spring. It’s another thing to tell them they look like the last day of a long, hard winter.” - Zig Ziglar

  • Im Branchenvergleich, also konkret im Einzelhandel, wo das eine große Rolle spielt, muß man es auf jeden Fall berücksichtigen. Aber branchenübergreifend? Die Leasingverbindlichkeiten sind die abgezinsten Mieten über die restliche Laufzeit des Mietvertrages. Sie werden logischerweise ständig "gerollt" und können nie abbezahlt werden (außer wenn die Mietverträge auslaufen oder zeitlich verkürzt werden). Früher wäre das lediglich als operative Kosten ausgewiesen worden. Das hatte freilich unterschlagen, daß man aus den Mietverträgen nicht einfach vorzeitig herauskommt. Und dann gibt es noch den Fall z.B. eines Fahrzeugs, welches am Ende des Leasingverhältnisses ins Eigentum übergeht. Da müßten die Leasingverbindlichkeiten eher wie ein normaler Kauf auf Kredit gewertet werden. Seufz.

    Die Immobilien von Dino und Jumbo sind ja schon abbezahlt. Man könnte sie notfalls leerstehen lassen ohne weitere Belastung, jedenfalls für die entscheidende Cashflow-Rechnung.

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