Hallo.
Auf die Gefahr hin, auch eines auf die Mütze zu kriegen, möchte ich mich der Definition von witchdream voll anschließen. Für Mathematiker und Naturwissenschaftler ist Geld erst mal eine Masseinheit und kein Vehikel. Und Masseinheiten stehen eigentlich für eine Größe, diese ist einmal salopp gesagt Besitz. Da Besitz heute in vielerlei Variationen vorhanden ist, versucht man ihn eben durch einen Vergleichswert zu bestimmen , das Geld.Und Geld ist als Vergleichswert in einer größeren Region auch anerkannte Besitzform und begehrt. Sobald nun aber die Formen des Geldhandels ins Spiel kommen,läuft eine Vereinfachung ins Leere . Dies zeigen zum Beispiel die gut durchdachten Szenarien von balkenchart über steigende und fallende Währungen.Interessant ist nur , dass die Lieblingsbeschäftigung des Staates ist, sich von dieser Besitzform Geld ein immer größeres Stück einzuverleiben, wohl auch deshalb, weil die anderen Besitzformen undurchschaubar sind.
Ich bin gespannt auf weitere Anregungen.
gruß
grufti
Was ist Geld?
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Hi Balkenchart, xray,
noch ein Nachtrag zu Euren Anmerkungen von gestern. Die habe ich grade noch mal durchgelesen und jetzt erst richtig verstanden. Gestern war ich da wohl schon zu müde.
das was du in deinem Beitrag als Problem einer Golddeckung beschreibst ist in Wirklichkeit gar kein Problem. Das ist im Gegenteil grade ihre Stärke. Da die Geldmenge an die Goldbestände gekoppelt ist wird eine sich heiß laufende Wirtschaft durch diese Koppelung rechtzeitig abgebremst. Es kommt somit nicht zu ungesunden Exzessen. Daß die Wirtschaft nicht ständig mit genau der gleichen Drehzahl läuft dürfte ja wohl klar sein. Der Zwang Geld zu decken (durch Gold oder etwas anderes hierfür geeignetes) zwingt zu verantwortungsvoller Wirtschaftsweise und verhindert Exzesse in beiden Richtungen. Beginnt nämlich die Wirtschaft zu lahmen so besteht weniger Nachfrage nach Investitionskapital. Die Bundesbank hat es sozusagen überschüssig und kann es dadurch billiger dem Markt zur Verfügung stellen und somit die Wirtschaft wieder ankurbeln.
Ist es allerdings aufgrund des Fehlens solcher Regulatoren zu starken Exzessen gekommen (wie z.B. in der Vergangenheit in Japan, später Südost-Asien, jetzt USA) dann verpufft eine solche Maßnahme wirkungslos. Im Laufe des Exzesses ist nämlich die Geldmenge aufgrund des fehlenden Regulativs extrem angewachsen. Erlahmt die Wirtschaftstätigkeit hilft es auch nichts neues Geld in den Kreislauf zu pumpen. Es ist ja genügend vorhanden. Nur hat es sich im Exzeß an bestimmten Stellen akkumuliert während es an anderen fehlt. Über fallende Zinsen können dann die Vermögensbesitzer zwar veranlaßt werden zumindest einen Teil ihres Geldes wieder in die produktive Wirtschaft zu investieren. Das Problem der überhöhten Geldmenge ist aber nicht mehr so einfach aus der Welt zu schaffen. Diese kann sich vielleicht eine zeit lang von der realen Wirtschaftstätigkeit abgekoppelt auf verschiedenen Spielwiesen austoben (z.B. an der Börse, liquiditätsgetriebene Hausse). Früher oder später werden aber auch dort aus dem Ufer gelaufene Bewertungsmaßstäbe den realen Verhältnissen angepaßt. Im Klartext: früher oder später wird klar, daß der aufgeblähten Geldmenge keinerlei reale Güter gegenüberstehen. Es kommt somit zu einer schlagartigen Hyperinflation und z.B. einem Run in vermeintlich sichere Werte. Da ist es doch besser mit dem scheinbar so plumpen Goldstandard Exzesse von vornherein nicht entstehen zu lassen. So ist es 1929 gelaufen, da es zu dieser Zeit längst keinen Goldstandard mehr gab. Das Problem war damals genau wie heute, daß eine sinnlos aufgeblähte Geldmenge wieder auf ein vernünftiges Maß zurückzuführen gewesen wäre. Das war nur durch einen Kollaps möglich. Zur Zeit haben wir dasselbe Problem. Je nachdem wie weit der Exzeß getrieben wurde könnte die Geldmenge eventuell noch geordnet zurückgefahren werden wenn man für das Horten von Geld Gebühren bezahlen müßte anstatt durch Zinsen dafür belohnt zu werden. Ich vermute aber, daß – unter anderem dank Herrn Greenspan – dieser Zeitpunkt in der jetzigen Situation längst verstrichen ist.
Für die Abschaffung des Goldstandards wurde zwar immer das Argument ins Spiel gebracht damit könne man zu einer ständig auf hohen Touren laufenden Wirtschaft kommen und Rezessionen würden nicht mehr auftreten. Ich glaube aber nicht, daß die Verfechter der Abschaffung des Goldstandards tatsächlich so naiv waren. In Wirklichkeit standen da ganz andere Interessen im Hintergrund. Rezessionen verhindern ist jedenfalls damit zu vergleichen daß man einen fieberkranken Patienten mit Fieber senkenden Mitteln vollstopft anstatt ihm ein paar Tage Bettruhe zu verschreiben. Früher oder später wird der arme an Erschöpfung zusammenbrechen.
xray,
Ich glaube nicht, daß meine Charakterisierung des Geldes als Transportmittel so verkehrt ist. Natürlich ist es für dich nicht egal ob du 100 Euro Papiergeld in der Tasche hast oder nicht (andernfalls kannst du mir ja dein ganzes Geld mal überweisen). Der Wert den Geld für seinen Besitzer hat liegt darin, daß er damit jederzeit Waren kaufen, Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder andere Leute für sich arbeiten lassen kann. So kommen Angebot und Nachfrage ohne weitere Komplikationen (wie z.B. Umrechnen von Eiern in Socken, von Socken in Kinokarten usw. ) zueinander. Deshalb das Wort Transportmittel. Ich hätte es ja vielleicht auch als Joker bezeichnen können. Mit diesem Wert ist man für die Leistung die man zu seiner Erstehung erbracht hat ausreichend belohnt. Daß man für seine Aufbewahrung auch noch mit einer Prämie belohnt wird ist absolut widersinnig. Das ist eine prozyklische Maßnahme, die zu sich immer stärker aufblähenden Ungleichgewichten (Verteilung der Geldmenge) und zwangsläufig zu Inflation führt, da durch die Zinsen immer neues Geld ohne Leistung in die Welt kommt.
Natürlich ist es egal ob ein Haus 100 Millionen oder 100 Tausend kostet. (Ersteres dürfte bis vor kurzem wohl in Italien der Fall gewesen sein während es sich in Deutschland eher im zweiten Bereich bewegte). Die Spanne der Geldmenge welche in einem Wirtschaftsraum ein vernünftiges Wirtschaften ermöglicht ist erstaunlich hoch. Da muß nicht wegen jedem neuen Haus das gebaut wird die Geldmenge angepaßt werden. Natürlich sollten mindestens mehr Geldscheine als Wirtschaftsteilnehmer vorhanden sein. Sonst wird das ganze etwas zäh vonstatten gehen. Daß es sogar (zumindest eine Zeit lang) funktionieren kann wenn das zig-fache an Geld in Umlauf ist das für den Warenaustausch nötig wäre zeigt unsere momentane Situation. Von daher glaube ich können wir für die weitere Diskussion auch auf die Unterscheidung der verschiedenen Geldmengenarten verzichten.
Ungedeckte Kredite locken Betrüger und Glücksritter an wie Kuhfladen die Schmeißfliegen. Daß es ab und zu auch mal gut geht kann man bei der Einschätzung des Gesamteffektes deswegen meiner Meinung nach getrost vernachlässigen.
Übrigens ist es bei Verwendung des Goldstandards kein Problem wenn neu geschürftes Gold in Umlauf kommt. Es wird ja nicht der Wert von Gold in Geld angegeben sondern umgekehrt wird definiert wieviel die verschiedenen Währungen in Gold wert sind. Erhöht sich die Goldmenge signifikant, so kann der Maßstab jederzeit neu skaliert werden ohne daß dies Einfluß auf die übrigen Preise hätte. (Das beträfe dann nur diejenigen, die direkt in Gold bezahlen)
ich hab kein Problem mit der (mathematischen) Definition von witchdream. Ich fürchte nur zur Beurteilung dafür worin der Wert des Geldes für den jeweiligen Besitzer besteht bringt diese Betrachtungsweise nicht viel. Und bei meiner Frage Was ist Geld geht es mir in erster Linie darum, dem auf die Schliche zu kommen.
Der Beobachter
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@ Beobachter,
gerne hätte ich jetzt noch ein paar Argumente gebracht, aber Dein obiges Posting zeigt mir doch, dass es Dir, soweit es mich oder den AAC betrifft, nicht um sachliche Diskussionen, sondern um Polemik geht.
Um es mal klarzustellen: Ich kann sachlich diskutieren, ich kann auch streiten. Wenn mir aber jemand im Verlauf einer sachlichen Diskussion mit derart dämlichen Unterstellungen kommt, wie es Dir offenbar ein stilles Vergnügen bereitet, dann war es das dann auch.
In diesem Sinne Horst -
Also irgendwie finde ich Deine ganze Argumentation
verdreht.
Das passt vorne und hinten nicht. Du versuchst das ganze
funktionierende System wegen
ideologischer Ungerechtigkeiten als fehlerhaft darzustellen.
So ist z.B. Dein Aufbewahren von Geld, oder aus dem
Verkehr ziehen wie alle anderen schon sagten keine
inflationtreibende Sache. Das Geld wird ja meisst nicht
in den Tresor gelegt.
Und ich sagte auch nicht, daß ich Dir die 100 Euro
überweise, solange Du mir nichts dafür gibt.
Was hast Du denn anzubieten ?
Und mit den ungedeckten Krediten meinte ich eigentlich
auch was anderes.
z.B. leihe ich mir Geld um ein Haus zu kaufen.
Das hat einen Wert von 1 Mio. Die Bank gibt mir das Geld,
das Darlehen wird durch das Haus abgesichert.
Jetzt passiert aber was unvorhergesehenes.
Aus irgendwelchen Gründen finde ich kaum noch Mieter.
Der ehemals gut abgesicherte Kredit kann nicht mehr
zurückgezahlt werden, und das Haus ist mangels
Vermietbarkeit auch nur noch 300 Tausend wert.
Da hat die Zeitachse der Sache einen Strich durch die
Rechnung gemacht.Aber wenn Du den Wert des Geldes für den jeweiligen
Besitzer ergründen möchtest, da wirst Du keine einfache
Antwort finden.
Für den einen ist es bloß ein Universalgutschein,
für den anderen ist es ein Werkzeug,
für einen dritten vielleicht schon Selbstzweck,
und wieder ein anderer empfindet es als wertlos.
XRAY [br][size=1](Diese Nachricht wurde am 02.02.02 um 00:43 von xray geändert.)[/size] -
Hi Beobachter,
nochmal ganz kurz:
1) Wenn die Bank Gebuehren erhebt, dann ist das grundsaetzlich berechtigt, denn sie erbringt die Leistung, dass sie a) einen Teil des Kreditrisikos uebernimmt, wogegen meine Sichteinlagen gegen Zahlungsunfaehigkeit der Bank versichert sind und b) dass sie den Handel zwischen Sparern und Kredinehmern effizient organisiert.
Ich mag die meisten Bankleute auch nicht, weil sie an mein Geld wollen und mir dafuer eine schlechte Geldanlage andrehen moechten. Das ist aber bei dem Obstverkaeufer auf dem Markt genauso. Der gibt mir lieber einen kleinen Apfel fuer viel Geld als einen grossen fuer wenig. Du handelst wohl nicht?
2) zum Goldstandard: Als es noch den Goldstandard gab (Du warst offenbar damals nicht dabei), gab es in ziemlich rascher Folge regelmaessig Ueberproduktionskrisen und nachfolgende Knappheit. Eben weil die Geldmenge nicht mitwachsen konnte. Diese Sorte von regelmaessigen Ueberproduktionskrisen gibt es ohne Goldstandard definitiv nicht mehr.
Die Blasen 1929 oder die 80er in Japan sind nicht dadurch entstanden, dass die Wirtschaft heissgelaufen ist, sondern dass entweder a) die Geldmenge nicht vernuenftig gesteuert wurde oder b) die Leute verrueckt wurden und astronomische Preise fuer ziemlich normale Sachen bereit waren zu bezahlen (genauso wie der Tulpenwahn - gehe mal davon aus, dass die damals einen Goldstandard hatten). Das Schlimme an den Spekulationsblasen 1929 USA, 1980-1990 Japan und 1997-1999 waren nicht eine heissgelaufene Wirtschaft, sondern realitaetsferne Preisfindung, uebertriebene Prognosen und gierige und leichtsinnige Investoren und damit Fehlsteuerungen des Kapitals. Auch hat der Goldstandard weder den Tulpenwahn in Holland noch um 1900 herum den Eisenbahnwahn verhindert - das ist mit den 1929,1980,1997-Blasen am ehesten zu vergleichen. Die alten regelmaessigen Ueberproduktionskrisen aus der Zeit des Goldstandards gibt es jedoch nicht mehr.
So. Das waren so ziemlich die sachlichen Punkte, auf die es noch Sinn macht zu antworten. Wie waere es, wenn Du in Deinem naechsten Posting Fakten und Polemik sauber trennst. Dann tippst Du die Fakten in den Computer und schluckst die Polemik runter

Gruesse
Balkenchart
PS: Ich kann das Buch `Die grosse Rezession' von Paul Krugman uebrigens ausdruecklich empfehlen. Da gibt es jede Menge Hintergrundinformationen zum Goldstandard und zu den diversen Waehrungskrisen. Krugman gilt uebrigens in den USA als `linker' Querdenker - du musst also keine Angst haben und kannst das Buch ruhig mal aufschlagen.
[br][size=1](Diese Nachricht wurde am 02.02.02 um 01:52 von Balkenchart geändert.)[/size] -
vielen Dank für den Hinweis daß es sich bei dem Autor um einen ‚linken‘ Querdenker handelt und ich deswegen keine Angst davor haben muß das Buch aufzuschlagen. Da hast du mir wirklich schön vorgeführt wie man das macht, die Fakten in den Computer zu tippen und die Polemik runter zu schlucken. Ich werde versuchen mich an deinem Beispiel zu orientieren.
Aber zurück zu den Fakten: Erst mal ein Check ob wir überhaupt von gleichen Ausgangsannahmen ausgehen oder nicht. Stimmst Du mit mir in der Einschätzung überein daß die momentane globale Geldmenge ein zig-faches dessen beträgt was für einen reibungslosen Handel erforderlich wäre? Wenn ja, wie soll dann eine wie auch immer geartete Geldmengenvermehrung zur Ankurbelung der Wirtschaft Wirkung zeigen? Wenn nein, wie sieht dann deiner Ansicht nach im Moment das Verhältnis globale Geldmenge zu globalem Warenumschlag aus?
Ad 2): mir ist lieber eine Folge regelmäßiger Überproduktionsphasen mit anschließender Knappheit. Das ist ein ganz normaler Reinigungsprozeß der erforderlich ist damit es nicht zu Exzessen kommt. Wenn du mit dem Ergebnis des Unterdrückens dieser nötigen Reinigungsprozesse zufrieden bist, naja dann ist ja alles in Ordnung. Worum machst du dir Sorgen?
Ad 2a) wie bitte soll eine Geldmenge vernünftig gesteuert werden die an keinerlei physischen Standard gebunden schwerelos über den Wolken schwebt? Etwa indem man die Zinsen erhöht? Dadurch reduziert sich die Geldmenge mitnichten. Dadurch wird – vorübergehend – Geld aus dem produktiven Wirtschaftsbereich abgezogen und gehortet (in Staatsanleihen, Sichteinlagen oder Sparstrümpfen). Die Industrieproduktion wird verlangsamt, weil durch die gestiegenen Zinsen die Investitionskosten steigen. Parallel dazu vermehrt sich aber die Geldmenge weiter. Schließlich wollen die festgelegten Gelder mit hohen Zinsen bedient werden. Wenn nun die Wirtschaft wieder ausreichend verlangsamt ist ‚erhöht man die Geldmenge‘ durch Absenken der Zinsen. So heißt das zumindest im offiziellen Sprachgebrauch. Dadurch wird aber mitnichten die Geldmenge erhöht. Sie wird nur wieder etwas mehr in den produktiven Bereich umgelenkt. Bei der nächsten Runde erhöht man dann wieder die Zinsen und sorgt somit dafür, daß die Geldmenge noch schneller wächst (Im offiziellen Sprachgebrauch nennt man das ‚Verknappen der Geldmenge‘). Nun, wenn du der Meinung bist das so ein System auf Dauer funktionieren kann, dann mußt du mehr wissen als ich.
Ad 2b) Was macht realitätsferne Preisfindung möglich? Besonders erleichtert wird so etwas durch eine endlose Aufblähung der Geldmenge wie in ad 2a) beschrieben. Unabhängig von der grenzenlosen Aufblähung der Geldmenge können astronomische Preise auch dadurch entstehen, daß sich große Vermögen anhäufen. Wenn dann verschiedene der reichen Vermögensbesitzer gleichzeitig nach einem bestimmten Gut gierig sind (und seien es nur Tulpen), dann kommt es eben zu astronomischen Preisen. Selbstverständlich verhindert auch ein Goldstandard nicht, daß sich große Privatvermögen aufbauen lassen. Für eine gleichmäßigere Vermögensverteilung sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Hierzu müßte man das Akkumulieren von Geld wirtschaftlich sanktionieren und das produktive Investieren von Geld fördern. Mit Zinsen auf festgelegtes Geld tut man das glatte Gegenteil.
Ich hoffe das war nicht all zu polemisch und es ist noch der ein oder andere sachliche Punkt dabei den du einer Antwort für würdig erachtest
xray,
was bitte meinst du mit ‚ideologischen Ungerechtigkeiten‘?
Wenn das aus dem Verkehr gezogene Geld im Tresor aufbewahrt würde, dann wäre es mit Sicherheit nicht inflationstreibend. Wird es aber nicht. Man läßt sich dafür, daß man das Geld nicht ausgibt mit Zinsen belohnen. Das allerdings ist inflationstreibend.
Die Idee mit der Überweisung kam mir ja nur aufgrund deiner Bemerkung mit den 100 Euro Papiergeld im Geldbeutel könntest du nichts, rein gar nichts anfangen. Da habe ich dich wohl mißverstanden. Du meintest wohl dasselbe was ich in meinem Anfangsbeitrag schrieb: Man kann es weder essen, noch darin wohnen oder sich damit warm anziehen. Sein einziger Wert besteht darin, daß es universell als Tauschmittel anerkannt wird
Diesen Wert als universelles Tauschmittel darf man aber nicht unterschätzen. Mit dem Papiergeld in der Tasche stehst du allemal besser da als ich mit was auch immer ich dir dafür zum Tausch anbieten könnte. Egal ob ich Eier, Socken oder Kinokarten hätte. Wenn du damit nichts anfangen könntest müßte ich sie erst gegen was anderes eintauschen um an dein Geld ran zu kommen. Du kannst andererseits jederzeit meine Eier, Socken oder Kinokarten dafür erwerben oder auch nicht, je nachdem wie es dir beliebt. Diese Eigenschaft des Geldes nennt man Liquiditätsvorteil. Damit hat beim Handel derjenige welcher seine Ware, seine Dienstleistung oder seine Arbeitskraft in Geld umgetauscht schon einen Vorteil gegenüber seiner vorherigen Situation herausgeholt. Wenn man ihn jetzt zusätzlich zu diesem Vorteil noch dafür belohnt, daß er sich diesen Vorteil eine Zeit lang aufbewahrt, so erscheint mir das geradezu grotesk. Ich gebe zu, daß dies 180 Grad von der gängigen Sichtweise abweicht. Vielleicht wird meine Argumentation deswegen von vielen selbst in den Punkten als polemisch betrachtet wo sie fern jeder Polemik ist. Diese gängige Sichtweise, daß man zum Liquiditätsvorteil den man durch den Besitz von Geld erlangt hat sich noch zeitlich unbegrenzt dafür belohnen lassen kann, daß man ihn behält diese Sichtweise ist neben der fehlenden Kopplung der Geldmenge an ein reales Gut der zweite Systemfehler unseres Währungssystems, der zu den immer größer werdenden Verzerrungen und letztendlich zum unvermeidlichen Kollaps führt. Vielleicht meintest du mit ideologisch ja diese, meine abweichende Sichtweise. Mir erscheint sie nicht ideologisch sondern ganz schlicht und einfach logisch. Allerdings gebe ich zu, daß man sich hierfür von einigen gängigen (falschen) Vorstellungen verabschieden muß. Das ist bei mir auch nicht von heut auf morgen passiert. Ich habe mich intensiv mit der Sache auseinandergesetzt. Wenn man dies geschafft hat, dann erklären sich manche unerklärliche Erscheinungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation auf ein mal wie von selbst.
Gegen Kredite, die gegen eine in Zukunft einzulösende Verpflichtung gegeben werden ist selbstverständlich nichts einzuwenden. Schädlich ist es jedoch, wenn solche aufgrund fehlender Deckung der Währung an ein reales Gut in unbegrenztem Ausmaß begeben werden können. Dann werden damit unsinnige Dinge finanziert die niemand braucht und wo nur die Gier die Antriebsfeder war.
Mir geht es auch nicht darum zu ergründen worin der Wert des Geldes für jeden einzelnen nun genau besteht. Mir geht es um die Charakteristika die es zu dem machen was es in unserer heutigen Gesellschaft ist. Sollte es mir gelingen diese Charakteristika richtig einzuschätzen so hoffe ich hierauf aufbauend geeignete Schlußfolgerungen ziehen zu können was in der momentanen Situation falsch läuft und wie gegen gesteuert werden könnte. Wer natürlich der Meinung ist mit unserer Wirtschaftsweise sei alles in Ordnung, für den sind solche Überlegungen selbstverständlich überflüssig.
wie man in den Wald rein ruft, so kommt das Echo zurück.
Hättest du dir zumindest die Mühe gemacht zu lesen was ich hier zur Diskussion gestellt hatte anstatt durch deine herablassende Art subtil anzudeuten daß hier vermutlich unter deinem Niveau diskutiert wird, hättest du dir diese Retourkutsche erspart.
Wenn es Polemik ist eine für den AAC wenig schmeichelhafte Tatsache in Erinnerung zu rufen und sich anhand dieser Tatsache Gedanken zu machen naja dann war ich halt polemisch.
Ansonsten habe auch nichts gegen euren AnlegerAngelClub. Aber Diskussionen die das Angeln betreffen sind dort wesentlich besser aufgehoben als hier.
Eigentlich finde ich schade, daß du nichts beizutragen hast. Aber da Balkenchart eh schon alles gesagt hat was dir dazu einfällt haben wir wohl nichts versäumt.
Der Beobachter
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Hallo beobachter.
Bitte verstehe mich nicht falsch, ich finde es toll, dass Du ein derart für mich kompliziertes Konstrukt über ein noch komplizierteres Thema aufgebaut hast. Alle Achtung. In einem Punkt möchte ich doch widersprechen. Wenn Du sagst, die Reichen können Geld aus dem Verkehr ziehen und werden dann auch noch mit Zinsen belohnt, so bin ich da anderer Meinung. Wenn sie das Geld ins Kopfkissen stecken, dann stimmt das, aber dann bekommen sie keine Zinsen, sondern der Wert geht langsam verloren. Wenn sie es auf die Bank bringen, dann gelangt das Geld aber wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück, denn nur wenn die Bank damit wirtschaftet, gibt es auch Zinsen, sonst geht die Bank pleite. Daher geht die Bank auch mit all ihren Kunden pleite, wenn all diese das Geld wieder ausbezahlt haben wollten.Denn die haben das Geld nicht mehr in ihrem Tresor, es wirtschaftet.
gruß
grufti -
Hi Balkenchart et. al.,
Zunächst mal vielen Dank daß ihr so viel Geduld aufgebracht und euch auf meine den meisten vermutlich ziemlich verquer vorkommenden Gedankengänge eingelassen habt.
Jetzt wollte ich anhand eines schönen Beispiels meine Argumente belegen. Und bei der genaueren Formulierung dieses Beispiels bin ich drauf gekommen wo meine von euch angesprochenen Denkfehler liegen. Hab wohl in letzter Zeit zu viel über das Thema gelesen, so daß mir schon allmählich der Überblick (und Durchblick) verloren geht. Im Laufe meiner Odyssee durch Artikel zu unserem Währungssystem war ich vor einiger Zeit schon mal so weit gekommen die Ideen von Silvio Gesell (Gebühren auf Geld statt Zinsen) nach anfänglicher Begeisterung doch als nicht all zu hilfreich zu verwerfen. Ich weiß selbst nicht so genau, warum ich mich jetzt wieder auf diese Idee kapriziert habe. Muß wohl mit den letzten Artikeln zusammenhängen, die ich gelesen hatte. Auf dieser Odyssee bin ich auch noch auf einige andere Lösungsvorschläge gestoßen, die mir zumindest auf den ersten Blick nicht ganz sinnlos erschienen. Die meisten von ihnen hatten jedenfalls eines gemeinsam: sie waren zumindest besser als das worin die aktuelle Geldpolitik besteht. Ist natürlich eine Frage des Standpunkts. Und ich betrachte jetzt die Sache vom Standpunkt des redlichen, leistungswilligen Zeitgenossen aus. Aus dem Blickwinkel von Betrügern mag sich das ganz anders darstellen.
Bei meinem Bemühen ein anschauliches Gleichnis für unser Währungssystem zu entwerfen hab ich wohl einiges durcheinander gebracht. Tut mir leid – und vielen Dank daß ihr mir wieder auf die Schiene geholfen habt.
Also das mit den Zinsen muß ich doch zurück nehmen. So lange es sich um gedecktes Geld handelt sind die nicht schädlich für die Wirtschaft. Sie begünstigen zwar eine Akkumulierung des Vermögens bei denen, die sowieso schon genug haben – aber solange die das wieder dem produktiven Wirtschaftskreislauf in Form von (gedeckten) Krediten zukommen lassen ist das nicht weiter schädlich für die Wirtschaft. Im Gegenteil. Soweit gebe ich also eurem Haupteinwand recht.Das eigentliche Problem liegt woanders. Es liegt darin – und da scheinst du, Balkenchart, der gleichen Meinung zu sein, wenn ich dich richtig verstanden habe – daß ein potentieller Gläubiger auftritt und mit den wirtschaftlich Aktiven um das Geld (die Kredite) konkurriert, der mit falschen Karten spielt. Im Gegensatz zu den wirtschaftlich Aktiven, die ihre Schulden dadurch begleichen daß sie die hierfür versprochenen Leistung erbringen stellt dieser Falschspieler zur Begleichung seiner Schulden nur wieder neue Schuldscheine aus. Dies gelingt ihm, da er (auf für mich unerklärlicher Weise) höchste Bonitätsbewertung aufweist. Und das obwohl geschichtlich belegt ist, daß er mit konstanter Regelmäßigkeit immer nur eines im Sinne hatte: den Rest der Welt zu betrügen. Die Rede ist von derjenigen Institution, welche die Oberhoheit über unser Geld genießt. In der aktuellen Situation sind damit die hoffnungslos verschuldeten Staaten mit ihren Staatsanleihen gemeint, die nach dem Prinzip des Perpetuum Mobile „funktionieren“. Ohne auf feinsinnige Unterscheidungen zwischen Staat und Zentralbank sowie gewissen Geschäftsgepflogenheiten zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken einzugehen werde ich in Zukunft von diesem Falschspieler reden. Die Beziehungen zwischen Staat, Zentralbank und Geschäftsbanken sind bewußt so schwer durchschaubar angelegt. Dadurch kann der Betrug erst effizient funktionieren.
Diese Staatsanleihen sind nun in mehrfacher Hinsicht äußerst schädlich für die Wirtschaft. Da es sich um einen anerkannt erstklassigen Schuldner handelt wird durch das Angebot der Staatsanleihen eine Hürde für die Kreditzinsen für Investitionen gelegt, die erst überwunden werden muß. Da für die Begleichung der Schulden keine Leistung erbracht wird sondern immer nur neue, höhere Schuldscheine (Staatsanleihen) ausgestellt werden kommt es zu einer Akkumulation dieses zweifelhaften Angebots. So wird das Angebot an Krediten für die produktive Wirtschaft wie von einem Staubsauger weggesaugt mit der Konsequenz zunehmender Arbeitslosigkeit und in der Folge Deflation.
Also ich nehme hiermit die generelle Schuldzuweisung an die Zinsen zurück bekräftige aber um so mehr die Schädlichkeit solcher Zinsen im Zusammenhang mit Falschgeld. Und um nichts anderes handelt es sich bei Geld, das durch Leistungsversprechungen in die Welt kommt, die nie und nimmer erfüllt werden.
Ein Aspekt der mir jetzt auch noch aufgefallen ist durch den Hinweis von witchdream auf die Eigenschaft des Geldes ein universelles Maß zu sein: der Verzicht auf eine Deckung ist in etwa gleichzusetzen mit dem Verlust des Eichgerätes für eine Maßeinheit. Da verliert im Laufe der Zeit jegliches Messen seinen Sinn.
Trauriges Fazit meiner Recherchen zum Thema Währungssystem bleibt für mich jedenfalls weiterhin: sein Zusammenbruch ist unvermeidlich!
Um mit denjenigen, die anderer Meinung sind die Diskussion losgelöst von meiner (etwas verunglückten) Analogie - wieder in Gang zu bringen wiederhole ich jetzt einfach noch mal die Fragen aus dem AAC-Website-Thread, vor deren Beantwortung sich Horst leider gedrückt hat:
1. worin soll eurer Meinung nach der tatsächliche Wert des Dollars (und sämtlicher sonstiger ungedeckter Währungen) bestehen?
2. - womit werden die verschuldeten Staaten dieser Welt jemals ihre Schulden begleichen?
3. - auf welche Art und Weise wenn nicht nach dem Vorbild Enron und Argentinien (nur um die jüngsten Beispiele zu nennen) sollen wohl die Pensions- und Rentenansprüche der Leute befriedigt werden?
4. - worin außer daß er es mit seinen Taschenspielertricks so lange geschafft hat den US-amerikanischen Staatsbankrott weiter zu verschleppen und die Fiktion eines Wertes für ungedecktes Papiergeld aufrechtzuerhalten besteht eurer Meinung nach die Leistung von Herrn Greenspan?Der Beobachter
P.S.: Würde mich über eure Diskussionsbeiträge freuen. Beantworten kann ich sie erst in gut einer Woche. Denn jetzt gehts erst mal auf Reisen. Muß schließlich ausnützen, daß die Leute immer noch bereit sind mir für mein Fiatmoney eine ordentliche Leistung zu erbringen. -
Hi Beobachter,
prima, dann sind wir ja schon gar nicht mehr so weit auseinander.
Ich will aber noch folgendes `Paradox' hervorheben. Es gibt bei uns einen (sehr liquiden und gut informierten) Markt fuer Anleihen, auf dem der Finanzminister mit vielen Industriefirmen um die guenstigsten Kredite konkurriert. Der Markt, d.h. wir, die Anleger, geben dem Finanzminister typischerweise einen guenstigeren Zinssatz als einem Industrieunternehmen. Was Du bemaengelst, naemlich dass wegen der besseren 'Bonitaet' der Staat leichter Kredite bekommt als die Industrie, ist ein Ergebnis der Preisfindung am Markt, und das obwohl das Industrieunternehmen konkret nachpruefbare Sicherheiten bietet (Blick in die Bilanz), der Staat aber nur das Versprechen, den Kredit von den zukuenftigen Steuereinnahmen zurueckzuzahlen.
Das ist ein ganz interessanter Punkt, an dem der Markt nicht optimal zu funktionieren scheint. In der Praxis ist die Argumentation so: Ich will fuer 5 Jahre mein Geld anlegen. Wo bekomme ich in 2007 am ehesten meine Kohle wieder. Klar, vom Staat, nicht von der Preussag (oder wer auch immer). Der Punkt ist der Anlagehorizont. Solange noch alle glauben, dass sie ihr Geld in 5-10 Jahren zurueckbekommen, ist der Staat im Vorteil, allein wegen der Groesse - das ist ein aehnlicher Grund wie der, aus dem oft Big Caps bevorzugt werden ;).
Der Haken ist natuerlich: Wie sieht es langfristig aus? Wenn das Vertrauen, sein Geld in 5-10 Jahren zurueckzubekommen, weg ist, dann gute Nacht. Kommt es zu einer starken Inflation, ist das Geld dann tatsaechlich weg.
Fuer die langfristige Sicherheit der Waehrung reicht die unabhaengige Preisfindung fuer die Kreditzinsen nicht aus, das ist eine politische Frage - klarer Fall.
Bis dann
Balkenchart
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Hi Balkenchart,
mal ganz im ernst: ich halte das Währungssystem nicht mehr für sanierbar – es sei denn durch äußerst drastische, für viele Beteiligte sehr schmerzhafte Maßnahmen. Wie siehst Du das?
Da du mir weiter oben ein Buch zum Goldstandard empfohlen hast nehme ich mal an, daß du es gelesen hast. Da ich im Moment nicht dazu kommen werde es mir zu besorgen mal eine Frage. Mir liegt ein Artikel vor, in dem es im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise der 20er und dem Goldstandard heißt:
...Es wird an dieser Stelle immer wieder das Argument vorgetragen, die Weltwirtschaftskrise und die Depression sei damals durch die Rückkehr zum Goldstandard herbeigeführt worden. Die Geldmenge sei geschrumpft, weil nicht genügend Gold da war, was schließlich zum Preisverfall und zur allgemeinen Depression geführt habe. Damit wird aber der wahre Sachverhalt geradezu auf den Kopf gestellt. Es ist nie zu wenig Gold da. Jedes Handelsvolumen kann prinzipiell mit jeder beliebigen Goldmenge oder Geldmenge abgewickelt werden. Die Geldmenge darf nur nicht wieder verändert werden. Erst Veränderungen bewirken Krisen und starke Veränderungen bewirken starke Krisen. Der entscheidende Fehler war damals, daß man zur alten Vorkriegsparität des Goldes von 1914 zurückkehren wollte. Dadurch bekam man natürlich auch die Preise von 1914 und den enormen Preisverfall. Die durch Abschaffung der Goldbindung im Krieg geschaffene zusätzliche Geldmenge war nur einmal da und die Preise hatten sich ihr angepaßt. Rückkehr zur alten Goldparität hieß also Rückkehr zu den Preisen von 1914 und Vernichtung der überschüssigen Geldmenge. Man hätte besser die Goldparität bzw. den Goldpreis deutlich höher ansetzen müssen als 1914. Mit anderen Worten Dollar und Pfund, wie auch alle anderen Währungen hätten gegen Gold deutlich abgewertet werden müssen, wie es Roosevelt ja dann 1933 viel zu spät auch gemacht hat. Dies hätte zu einer erneuten Goldbindung auf dem vorhandenen erhöhten Preisniveau geführt und die Deflationskrise vermieden. Durch die Beibehaltung der alten Goldparität mußte die riesige überschüssige Geldmenge vernichtet werden. Es stimmt also, daß die Geldmenge dramatisch zurückging, aber nicht die Goldmenge sondern die riesig aufgeblähte Menge an Kreditgeld, oder eben Falschgeld ging zurück. Eine Bank nach der anderen ging pleite, aber nicht weil kein Gold da war, sondern weil die Kredite faul wurden, die bei sinkendem Preisniveau nicht mehr bedienbar waren. Es bleibt zu hoffen, daß man diesen Fehler heute nicht wieder macht und der Goldpreis gleich erhöht wird bzw. der Dollar abgewertet...
Meine Frage: stimmt diese Einschätzung mit derjenigen in dem von dir zitierten Buch überein?
Mir jedenfalls erscheint die Argumentation schlüssig. Leider hört man im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 immer das verkürzte Argument, sie wäre durch die Rückkehr zum Goldstandard ausgelöst worden. Was für die damalige Situation richtig gewesen wäre erscheint mir auch jetzt der einzig gangbare Weg um noch einigermaßen glimpflich aus dem Währungsdesaster rauszukommen. Rückkehr zum Goldstandard und Festlegung der neuen Währungsparitäten gemäß den aktuellen Begebenheiten was Geldmenge anbetrifft. Wenn richtig ist daß die aktuelle Geldmenge etwa das 70-fache dessen beträgt, was zur Abwicklung des Güterhandels erforderlich wäre würde dies bedeuten, daß der Preis einer Unze Gold dann mit ca. 70 * 300 = 21.000 Dollar festzulegen wäre.
Daß dies natürlich verschiedenen Gruppen sehr weh tun würde ist klar – aber der viel schlimmer Fall eines chaotischen Systemzusammenbruchs könnte so meiner Meinung nach verhindert werden.
Was meinst Du? Oder glaubst du wir hätten gar kein derartiges Problem?
Der Beobachter
[br][size=1](Diese Nachricht wurde am 05.02.02 um 00:24 von Boebachter geändert.)[/size] -
Hallo nochmal,
also das Buch ist gar nicht zum Goldstandard. Es geht um die Exzesse der 90er und warum den USA Japanische Verhaeltnisse bevorstehen. Krugman wuerde, glaube ich, zustimmen, dass die 29er-Krise nichts mit dem Goldstandard zu tun hat, sondern die Reaktion auf den Hype der 20er ist. Jetzt haben wir zwar keinen Goldstandard mehr, aber wir hatten trotzdem den Hype der 90er, und genau deshalb, meint Krugman, ist eine Wiederholung der Krise moeglich. Uebrigens hat er (das Buch ist von 98 oder so) die Finanzkrisen in Argentinien und der Tuerkei ganz gut vorhergesehen.
Viele Gruesse
Balkenchart
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Hi Balkenchart,
danke für die prompte Antwort.
Du schreibst: Jetzt haben wir zwar keinen Goldstandard mehr, aber wir hatten trotzdem den Hype der 90er, und genau deshalb, meint Krugman, ist eine Wiederholung der Krise moeglich.
Dieses trotzdem läßt mich vermuten, daß du der Meinung bist während der Entstehung des damaligen Hypes wäre es anders gewesen. Mitnichten! Auch damals gab es keinen Goldstandard. Den versuchte man erst dann zur Lösung des Problems wieder einzuführen. Dabei machte man allerdings den entscheidenden Fehler die falsche Parität festzusetzen.
Dies ist ein ganz wichtiger Punkt: auch der Hype der 20er wäre mit Goldstandard unmöglich gewesen!
Kleine Bemerkung am Rande: als ich vor vielen, vielen Jahren mal in Jugoslawien in Urlaub war gab es alte und neue Dinar. 1 Neuer Dinar = 100 Alte Dinar. Diese Umstellung erfolgte um den Umgang mit der eigenen Währung im Alltagsleben wieder mit normalen Zahlen abwickeln zu können. Das hat reibungslos funktioniert. Geldscheine beider Arten waren in Umlauf. Wäre man nun auf die Idee gekommen zu sagen: so ab jetzt gibt es Neue Dinar - wobei 100 alte Dinar in einen neuen getauscht werden - und der Wert 1 Neuer Dinar = Wert 1 Alter Dinar und die Preise bleiben unverändert. Dann hätte man mit einem Schlag 99% der Geldmenge vernichtet und die Wirtschaft wäre natürlich zusammengebrochen. Das ist so offensichtlich, daß selbstverständlich niemand auf die Idee gekommen wäre so etwas zu tun. Nicht mal die jugoslawischen Kommunisten, die nun erwiesenermaßen von Wirtschaft wenig Ahnung haben. Zumindest weniger als die Creme der Wirtschaftswissenschaftler und -politiker der 20er-Jahre möchte man meinen. Die haben aber mit der Festlegung der Goldparität auf den Stand von 1914 ohne Berücksichtigung der seither explosionsartigen Ausweitung der Geldmenge genau dies getan.
Wenn ich sehe welche Vollidioten von Wirtschaftswissenschaftlern heutzutage mit Nobelpreisen bedacht werden, dann läßt mich dies erheblich daran zweifeln, ob diesmal die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Ich denke da nur an Stoles oder wie der Depp hieß, mit dessen nobelpreiswürdigen Ideen der LTCM vor ein paar Jahren fast schon mal die Weltwirtschaft in den Abgrund gerissen hätte.
Der Beobachter [br][size=1](Diese Nachricht wurde am 05.02.02 um 07:29 von Boebachter geändert.)[/size] [br][size=1](Diese Nachricht wurde am 05.02.02 um 07:36 von Boebachter geändert.)[/size]
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Hallo nochmal,
also das glaub ich nicht. Der Goldstandard verhindert zwar, dass die Wirtschaft heisslaeuft, weil er das Wachstum schon vorher abwuergt, aber der 29er Crash war nicht die Folge von heissgelaufener Wirtschaft, sondern vielmehr die Irrationalitaet der Anleger. Und solche Hype-Phasen hat es immer schon gegeben, mit oder ohne Goldstandard, z.B. Tulpenwahn in Holland, die Eisenbahn-Euphorie Anfang des Jahrhunderts, der 29er-Hype, die Immobilienblase in den 80ern in Japan und zuletzt die Hi-Tech Euphorie 97-99. Ein Goldstandard wuerde Dich da nicht retten (da kannst Du den Satz fuenfmal fett schreiben), aber das habe ich oben schon erklaert.
Gruesse
Balkenchart
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Hi Leute,
schade daß es hier offenbar keine Experten gibt, die etwas von der Materie ‚Geld‘ verstehen - sonst wäre hier vermutlich echt eine interessante Diskussion zustande gekommen. Bedauerlich für alle, die eingebildeten, selbsternannten Experten ihr Geld anvertrauen.
Grade habe ich einen Artikel bei https://www.antizyklisch-investieren.com/www.gata.org gefunden, den ich euch nicht vorenthalten will. Darin wird genau das Bild gezeichnet, zu dem ich durch das Lesen unzähliger Artikel zum Thema auch gekommen bin (s. http://www.gata.org/dilemma.html
)(Hervorhebungen von mir)
THE DILEMMA FOR WEALTHTHE CASE FOR GOLD
When, lo, as they reached the mountain's side,
A wondrous portal opened wide,
As if a cavern was suddenly hollowed:
And the Piper advanced and the children followed,
And when all were in to the very last,
The door in the mountainside shut fast.
Robert Browning
"The Pied Piper of Hamelin"
Images of riots and runs on banks in Argentina greeted our New Year. For Americans, it's just another disaster in some distant country. It's just another run-of-the-mill Latin American or Third World crisis. Nothing new, they have them all the time!
Since 1993, beginning with China's competitive currency devaluation, the devaluation disease has devastated country after country. Since 1997, the pace has quickened. Now, the second largest economy in South America is in default, and Japan the second largest economy in the world is in collapse. Japan is finally confronting a banking system with a negative net worth of US $1 trillion. Total world indebtedness, having exploded since the collapse of the Bretton Woods Agreement in 1971 when America defaulted on its Dollar obligations, is now confronted by a global synchronized recession. At the root of these seemingly disparate and unrelated events is a common cause, the world's failing monetary system. The world of competitive currency devaluations roams the financial world preying on the savers and producers. Because America is allowed a "privileged" position, we have developed a false and unearned smugness about our economy, our markets and our Dollar. The "superior" position which coddles America is a delusion.
All political antagonisms and conflicts throughout history revolve around economic and monetary issues. Yet, the subject of money is rarely ever discussed by the press or Wall Street, nor is it taught in our colleges and universities. The subject of money - real money - is the most overlooked yet most important issue confronting our welfare. Investors are obsessed with financial assets and smitten with an almost blind faith in Mr. Greenspan and the Federal Reserve. They ignore the analysis of money, the denominator for all their financial assets. This is a fatal flaw, since the very foundation of all their financial assets - money - is terminally ill. The devaluation disease which has been progressively destroying the rest of the world has reached the U.S. Dollar.
The tide of monetary history has been gradually moving against the United States. For the past century we have had our own way with money. The chapter is now on the last page, as the United States with its "money" monopoly, has exploited its citizens as well as the world to the point of exhaustion. The Dollar, having lost more than 98% of its value since the Federal Reserve was created in 1913, is running out of victims. All the monies of the world are dying, and gold and silver, true money, are being manipulated in an attempt to maintain the illusion of worth for an increasingly worthless dollar. It is in the interest of the Fed and Treasury to maintain the perception that you don't need gold anymore, that money in mutual funds is safe, and that all is well. The perception that "all is well" is all they have left. Reality is otherwise. The current monetary system, facing the greatest defaults since the 1930's, is bankrupt.
The coming crisis has its origin in the nature of the international monetary system. The Dollar, as the reserve currency of the world, forces other countries to accept its paper as "payment" for their goods and services. In fact, the system does not permit payment having substituted a debt or credit money for what was once the role of gold. Credit money obliterates the distinction between money and credit and that is the problem. Wealth is real. It is not a floating abstraction. Jacques Rueff, in The Age of Inflation, referred to this dirty little secret of "deficits without tears" as - "The Monetary Sin of the West." Dollar issuance has been virtually open-ended. Every nation in the world has suffered as they have been forced to import our inflation because it is the reserve currency. Beginning with Mexico in 1995, then the 1997 Asian contagion, Russia in 1998, Brazil in 1999 and now Latin America we are witnessing the spreading tremors of our global monetary system in collapse.
As, General Charles De Gaulle in 1958 noted, the U.S. Dollar enjoys an "exorbitant privilege", which impoverishes the world. Our monetary system is a cruel hoax. Having exported our inflation throughout the world, global economies have literally been trapped into its import creating financial bubbles. Japan has been our biggest victim. Their bubble burst in 1989. Since then the monies of the world are spiraling downward in a race to the bottom. A vicious circle of economic exploitation forces one neighbor to devalue then the next. Ironically, the process has repeatedly caused a flight to the Dollar. Wealth has been destroyed around the globe on a scale not seen since the Great Depression. At the heart of this is a dysfunctional monetary system, addicted to debt. These recurring monetary crises are like the Titanic's bulkheads, once the first was breached the ultimate sinking was inevitable as the subsequent bulkheads went in rapid succession.
These monetary firestorms are challenging Keynesian monetary theory of floating currencies and competitive devaluations. Keynes notion that deficit spending produces economic growth and wealth is crumbling with each Argentina. The "wealth" creation of the 1990's has consisted entirely of increases in consumer and government debts. For a time the nominal value of paper assets rises, but nothing, absolutely nothing is added to the national wealth. The monetary meltdown occurring all around us is proof of this. The fact is that such pseudo-wealth
discourages savings and investment
promoting speculation, capital consumption and destruction.The widening economic and monetary crises reveals the global monetary system is unjust and untenable.
The resultant accumulation of paper financial assets has created the largest pool of financial "wealth" the world has ever seen. Currently, these financial assets are valued on the assumption that these claims, mostly debt, will be honored. Throughout history, governments have sought the "freedoms" that paper money provided them over their citizens. Worldwide for more than thirty years, governments have been unrestrained in their abuse of the public purse. The problem for wealth lies in the fact that the volume of these financial assets overwhelmingly exceeds our economic capacity. This deferred hyperinflation currently lies imbedded and unspent in our financial markets.
Greenspan's monetary policy has created multiple bubbles. While the NASDAQ bubble clearly has burst, others such as the Dow, continue. The biggest bubble is the U.S. Dollar. With a recession and a war against terrorism the Federal Reserve has dropped all pretense of fighting inflation. And the other central banks of the world are pressured to outdo themselves and the Federal Reserve, lest their currencies appreciate against the Dollar. As "deflationary" trends have been emerging, Greenspan has been increasingly desperate to keep pumping in the credit.
Without the moral courage, Mr. Greenspan can't stop. The inflation has to continue so that the debt pyramid doesn't collapse. The game of competitive currency devaluation has shifted into high gear.
The Dollar bubble is not like any other. Refuge for bubbles within the context of financial markets is simply to go to cash or find another uninflated sector. But, when money is the bubble, there is no escape within the financial system itself. It's tragically ironic that the majority of the world's savings is stored in forms that rely upon the performance of government power and integrity to maintain its value. Does it make sense to hold wealth denominated in the currency of the world's greatest debtor?
With the consumer ravaged by debt and negative savings, the economic and political establishment is united to discourage savings of any kind. Our government has no genuine concern for the rational and prudent individual. They have declared war on the saver and the creditor. Their whole effort is to protect the wildcat financial establishment, which is dangerously leveraged with excessive debt and derivatives. The perverted economics of Keynes to borrow and spend without regard to the levels of debt has brought us to this moment. Savings are not created through credit and printing presses. They occur by consuming less than what is produced. And the first step toward saving or consumption is always production.
The American Revolution, as the Declaration of Independence declared, was fought over the natural rights of man to life, liberty and property rights. The American Revolution began because the British government had repeatedly violated the sacredness of private property. While on July 4th, we celebrate the spirit of independence from tyranny, pathetically few understand how our government's current monetary system betrays our wonderful heritage and threatens to consume our wealth.
The story of money parallels the story of civilization. The "liberal" civilization in which most people believe we are still living started slipping away in 1913 with the creation of the Federal Reserve. It represented a definite turning point in the development of Western Civilization, which until then had been based on a respect for contracts, property rights and monetary freedom. In 1971 we concluded what had begun in 1913. The last vestige of a monetary standard and sound money was discarded. A positive fixed standard of value was replaced by an "IOU nothing." Government had quietly seized the ultimate power over the wealth and lives of its citizens. As Adams and Jefferson had warned, savings and personal wealth were left exposed to a tyrannical government and their bankers.
The game has been afoot for quite a while and is finally approaching an ending. Of course, it is not really just a game. It is your life, your work, your savings and most of all your future. It is a game that is played on the backs of honest productive citizens who are swindled in order to subsidize the American socialism of the corporate welfare state.
Our Founding Fathers realized that the rights to life and liberty could not be sustained without private property. Money is necessary to convey property in an exchange economy not only in the present but more importantly into the future. Man needs money as an economic good to store his surplus wealth. Real money has always been property. Trustworthy money is the most basic element of human liberty. Monetary debasement is the prime lever of the collectivists to enslave the individual. It is a hidden form of confiscation making a mockery of a civil society. Isabel Patterson, in The God of the Machine, wrote: "The crucial test of private property is the attitude of government toward money. Devaluation (inflation) of currency is outright expropriation."
The state of money decides the fate of mankind because it stands at the threshold of liberty and property rights acting as "The Gate Keeper" between liberty and totalitarianism. The debasement of our money has been the principal avenue for the advancement of socialism in the last century.
Today, the whole world is addicted to fiat money and debt. Debt makes sense when money supply is feverishly being expanded, since future money is always going to a discount. The system keeps the addicts coming back, while eviscerating the saver and the producer. The biggest addict today is the United States government. It has made promises and incurred debts so huge that they cannot be paid in terms of money with anything close to today's purchasing power.
The word patience takes on new dimensions when applied to gold investors. But, who would have thought that investors would be confronted by a government criminally intent upon plundering their savings. The evidence presented by Reginald Howe in his suit*, currently before the Federal court in Boston, alleges that our government and others have been conducting a war against gold for most of the last decade. The reason for such behavior lies in the fact that our current fraudulent monetary system is dying. They have run out of victims. The Dollar as the world's reserve currency depends on the financial markets denominated in Dollars to exist without any competition. The continued functioning of the world's financial system requires that there is no flight to real assets. Any sustained rise in gold, the most liquid of real assets, would threaten it.
The choices for today's investors are not pretty. Greenspan has left us with a financial beast that has to be fed continually lest it implodes. Wall Street is a fools paradise. The world seems fixated on the Fed, expecting Greenspan to clean up the mess. He cannot, since the monetary system administered by him lies at the root of the problem.
Survival for today's wealth is not to be found on Wall Street or in Washington - but in the history of money and political philosophy. Historically, wars on gold have been associated with tyranny and totalitarian reaches for power. Looking back over monetary history, Anthony C. Sutton wrote in, The War on Gold: "When we project earlier monetary experience to modern times it should not surprise us to learn that all totalitarian societies, from John Law's France to Hitler's Third Reich and Stalin's Soviet empire, have conducted a war on gold." Indeed, the economic freedom and independence granted by gold ownership cannot be tolerated.
Today's culture fervently pays homage to religious freedom and freedom of the press, but not monetary freedom. The anti-gold press love to describe those who believe in gold and the discipline of sound money as bugs or religious zealots. Presumably, one is supposed to be intimidated or ashamed. If you want a free gold market and free banking - free of government and central bank interference - you are a fanatic. Those knowledgeable enough to understand economic history and our enlightened heritage realize the assault upon our liberty as a result of an irredeemable currency. No, we are not fanatics, but we are radicals for freedom and justice just as were our Founding Fathers.
A young Mr. Greenspan wrote in his 1966 essay Gold and Economic Freedom, "Gold stands in the way of this insidious process. It stands as a protector of property rights. If one grasps this, one has no difficulty in understanding the statist' antagonism toward the gold standard."
All money managers must define some sort of investment philosophy. But today, to ignore the issue of money is putting the cart before the horse. The nature of money must be an integral part of that philosophy. Normally, this should not be necessary, but we do not have free markets or free banking. Money has been politicized. True diversification must include real assets along with the fiduciary assets. They have always been linked, as we are about to learn. Today investors must understand fully the nature of wealth. For the survival of wealth goes well beyond the field of conventional money management. Economics and investing divorced from political ethics and the theory of money are vacuous and irrelevant. That is the message coming from these monetary firestorms, like Argentina.
Twice before in the twentieth century we have seen such speculative extremes as today. These two previous bull markets resulted because of a credit inflation which attempted to prevent the collapse of the then current monetary system. Each of these periods produced an unprecedented bull market in stocks. The gold exchange standard put in place after World War I led to the 1930's depression and the Bretton Woods Agreement after World War II and Viet Nam led to Nixon dishonoring international dollar claims to gold in August, 1971. The unwinding of the great bull markets of the 1920's and the 1960's also destroyed the international monetary system that had given birth to them. As this stock mania is unwinding gold willonce again emerge into a multi-year bull market just as in the 1930's and 1970's.
The progressive breakdown of world currencies ha throttled economies and devastated global wealth. We need In the absence of sound money fiduciary assets denominated by that fiat currency are eventually devastated. Paper money and government bonds are not wealth.
Our enemy is ignorance. The Federal Reserve Note is an instrument of debt, not of value. Fiduciary assets are only indirect forms of wealth. Honest money is the necessary foundation for financial assets and their performance. With our monetary system in collapse, financial assets will be the "killing fields" for wealth. In order to preserve wealth today, you must be financially independent of our current monetary system. And that means gold, which is the most liquid of all real assets. Gold is immune to default or devaluation.
Good Luck!
* Reginald H. Howe, a lawyer, gold analyst and proprietor of an Internet site -http://www.goldensextant.com - is suing the Bank for International Settlements, the Fed, the U.S. Treasury and five investment houses to stop the suppression of gold's price. The suit filed in U.S. District Court, Boston, charges conspiracy to fix prices, securities fraud and breach of fiduciary duty, as well as charging government officials with exceeding their constitutional authority to regulate commerce and the U.S. economy. Reginald Howe's brilliant and courageous lawsuit will soon show us whether our government still works for freedom and the individual. The charges were first made in 1999 by Bill Murphy, Chairman, of the Gold Anti-Trust Action Committee - https://www.antizyklisch-investieren.com/www.gata.org. Their efforts need your support. Churchill referring to the heroic Spitfire pilots during the Battle of Britain, remarked that "never in history has so many owed so much to so few.". The stakes for honest money are far greater.
John D. Meyer
PO Box 885
Great Barrington, MA 01230
bfameyer@aol.com
January 24, 2002Nun ich fürchte ich hab zu viel hervorgehoben. Eigentlich ist alles hervorhebenswert. Wer wissen will was zur Zeit gespielt wird der hat es grade eben gelesen.
Der Beobachter
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Hi Beobachter,
zu erst einmal muß ich gestehen, daß ich nicht
alle Kommentare in diesem und in dem Gold-Aktien-Thread gelesen habe (nur damit ich nachher keine
verbale Haue kriege), ich möchte jedoch einmal einige kritische Fragen an Dich richten bzw.
meine Meinung zum Thema Geld mitteilen.1. Was ist Geld?
Ich denke, Geld ist immer das, was die Menschen
als Geld betrachten wollen!
Schau Dir in der Vergangenheit doch nur an, was einmal Geld gewesen ist:
Zuerst waren es die Kauri-Muscheln, in der Südsee irgendwo waren es behauene Steine, bei den Inkas
glaube ich irgendwelche geknüpften Ketten. Und gibt es dieses Geld noch? Wird es verwandt? Nein.
Wir haben jetzt bedrucktes Papier! Ist eigentlich
ja nur minimal etwas wert, aber wir projezieren darauf, das es eine Masseinheit zum Tausch in irgendetwas ist.Ich gehe da mit witchdream's u.g. Zitat konform.
"Geld ist ein universelles Mass, an dem der Wert sämtlicher Waren und Dienstleistungen bestimmt werden kann."
Was ich damit sagen will ist, Geld ist das, was wir daraus machen!
Ob uns hierbei eine Bindung an den Goldstandard helfen würde? Ich weiß es nicht!
Ich denke eher, die jeweiligen Volkswirtschaften sollten darauf achten, nicht immer über ihre Verhältnisse zu leben! Aber dies passiert auf der ganzen Welt, nicht nur bei den Ami's.
Oder kannst Du mir eine Volkswirtschaft nennen, die einen positiven Haushalt aufweist?
Schau Dir doch nur einmal an, wieviel Dritten Welt-Ländern oder in letzter Vergangenheit auch Russland die Schulden erlassen werden.2.Zum Thema Gold!
Warum meinst Du denn, das Gold das einzig Seligmachende ist? Wir haben doch auf der Welt eigentlich genug Goldminen! Wird nicht mehr bzw.
könnte nicht mehr Gold produziert werden, als wir eigentlich brauchen? Wäre es nicht eigentlich an der Zeit Platin oder Palladium, welche seltener sind, mehr Gewicht als Gold einzuräumen?Soviel von meiner Seite
Viele Grüße
Gustl
[br][size=1](Diese Nachricht wurde am 17.02.02 um 15:53 von Gustl geändert.)[/size]
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Der Beobachter
Hi Gustl,
mit deiner Bemerkung ‚Geld ist das, was wir draus machen‘ liegst du meiner Meinung nach ganz richtig. Und aus unserem Geld ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend ein leeres Versprechen auf später mal zu begleichende Schulden gemacht worden. Mehr ist nicht davon übrig geblieben. Während man es früher jederzeit in Gold eintauschen hätte können sobald man den (wie du richtig bemerkts) wertlosen Scheinen nicht mehr über den Weg traut kann man das heutzutage nicht mehr. Man kann sich nur an die Hoffnung klammern, daß die Versprechen eingehalten werden. Ich rede von der Staatsverschuldung. Das glaubst du wohl selbst nicht, oder? Also, irgendwann wird dieser Offenbarungseid geleistet werden. Wenn es so weit ist kannst du ja mal schauen wer dir für deine bunten Zettelchen noch ein reales Gut überlassen wird.
Das mit dem ‚universellen Maß‘ stimmt natürlich auch. Bloß leider ist durch die ersatzlose Abschaffung der Golddeckung sozusagen der Urmeter, das Eichmaß abhanden gekommen. Jetzt darf mit hochelastischen Gummibändern gemessen werden. Halt dir die Ohren gut zu, wenn die mal so weit überdehnt werden bis sie knallend abreißen. In Argentinien war’s schon so weit. Die Japaner schnallen es grade und kaufen massiv Gold um ihre Blüten noch rechtzeitig loszuwerden bevor es zu spät ist. Und hier bei uns träumen vermeintliche Experten davon, daß es an der Börse nach dem Platzen der Hightech-Blase wieder fröhlich aufwärtsgeht.
‚Über unsere Verhältnisse leben‘ – genau, du sagst es. In dem Maß wie wir das tun ist dies nur möglich in einem Bezugssystem ohne realen Bezug in dem sich jeder reicht träumen kann. Der fehlende Bezug ist die Anbindung des Geldes an ein reales Gut.
Niemand braucht Gold. Ein Silber-, Platin- oder Palladium-Standard wäre genau so denkbar. Gibt es auch tatsächlich schon. Es gibt private Geldemitenten, deren Geld durch diese verschiedenen Edelmetalle gedeckt ist. Ich habe mir das schon mal im Internet angeschaut. Leider habe ich grade die Adresse nicht parat.
Wichtig für dasjenige Ding aus der realen Güterwelt an das wir den Wert von echtem Geld koppeln müssen ist nur, daß es relativ aufwendig und nicht in beliebigen Mengen vermehrbar ist und das es praktisch unbegrenzt haltbar ist. Ich glaube ich kann mir sparen zu erläutern warum diese Eigenschaften unabdingbar sind.
Ja bleibt die Frage, warum behauene Steine heute nicht mehr allgemein als Geld anerkannt sind. Ich würde mal vermuten es ist zu einfach neue davon zu erzeugen. Im Vergleich dazu allerdings wie einfach es für unsere Zentralbanken ist neues Fiat-Money aus dem Ärmel zu schütteln ist es noch eine wahre Sysiphusarbeit. Das ist auch der Grund, warum du in absehbarer Zeit für dieses Fiat-Money nicht mal mehr behauene Steine bekommen wirst.
Der Beobachter
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Beobachter,
wieso kann man Geld nicht jederzeit in Gold umtauschen? Ich kaufe seit ein paar Wochen Goldmünzen: Mapleleaf und Krügerrand. Keine Barren, denn Goldmünzen sind schwerer nachzumachen und in Krisenzeiten leichter einzusetzen, weil sie kleinere Stückelungen besitzen. Ich denke, es kann nicht schaden ein bisschen Gold für alle Fälle griffbereit zu haben. Und das gilt nicht für Goldaktien. Ich habe mirt gestern allerdings auch in paar Goldfields hingelegt. Trotz der beeindruckenden Performance der letzten Wochen. -
Hi Paku,
natürlich kannst du jederzeit Geld in Gold eintauschen. Im Moment reichen dafür noch 300$ für eine Unze. Dieses Tauschverhältnis könnte sich aber bald gigantisch verändern. Und der Grund dafür ist, daß wir keinen Goldstandard mehr haben.
Was ich meinte ist etwas anderes.Mit einem Goldstandard wären nämlich die Banken verpflichtet Geld jederzeit zu einem festgelegten Kurs in Gold umzutauschen. Diese Verpflichtung würde sie daran hindern hemmungslos Kredite für unsinnige Projekte oder an Bankrotteure (wie z.B. die USA) zu gewähren. Aufgrund dieses Regulatives wäre dann so etwas wie in den Jahren vor 1929 oder in den Jahren vor 2002 unmöglich: das entstehen einer gewaltigen Blase wertlosen Geldes hinter dem nichts anderes steht als nicht mehr bezahlbare Schulden. Mit dem Goldstandard wäre dann auch zu vermeiden was auf solche Phasen wie 1929 und 2002 unausweichlich folgen muß: ein Zusammenbruch der Währungssysteme wenn das betrügerische Gebilde dieser faulen Kredite auch mit den ausgefeiltesten Tricks nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.
Vergiß bitte auch das Kindermärchen das sich hartnäckig hält und von interessierter Seite nach Kräften aufrecht erhalten wird, nämlich daß mit einem Goldstandard die Geldmenge beschränkt und deshalb der Wirtschaftskreislauf behindert wäre. Dieses Märchen erzählen dir nur Leute die entweder ein Interesse daran haben daß du es glaubst (z.B. die Banken und Politiker) oder solche denen der Durchblick fehlt (sogenannte Börsenexperten). Zusätzlich zu dem durch Gold gedeckten Geld kann nämlich zu jedem beliebigen Zeitpunkt für einen begrenzten Zeitraum beliebig viel neues Geld entstehen: sogenanntes Kreditgeld. Und das geht so: Also angenommen ich habe eine tolle Idee mir fehlt aber das Geld um sie zu realisieren. Du hast ein schönes schuldenfreies Haus und bist von meiner Idee begeistert und finanzierst sie mir deshalb gegen Gewinnbeteiligung versteht sich. Also stellst du mir einen Wechsel über 100.000 Euro auf dein Haus mit Fälligkeit in drei Jahren aus. Mit diesem Wechsel kann ich überall einkaufen gehen. Es ist neues Geld entstanden (begrenzt auf drei Jahre). Dieses Geld ist zwar nicht durch Gold gedeckt, aber durch dein Haus. Sollte ich nicht imstande sein, dir nach drei Jahren die 100.000 Euro zurück zu geben und hast du sie auch nicht in der Tasche, dann wird dein Haus in den Besitz desjenigen übergehen, der zu diesem Zeitpunkt den Wechsel besitzt. Funktioniert aber meine Idee und klappt die Umsetzung, dann wird in den drei Jahren etwas produziert was ein Vielfaches der 100.000 Euro wert ist. Somit kann ich dir die 100.000 Euro plus Gewinnbeteiligung geben und du hast kein Problem wenn der Wechselbesitzer kommt und sein Geld einstreichen will.
Im Moment befindet sich aber eine Menge Geld im Umlauf für das nur zukünftige Leistung versprochen worden ist. Das Ausmaß ist derart gigantisch, daß schon lange klar ist, daß diese Leistungen nie erbracht werden können. Mit anderen Worten dieses Geld wird verrecken. So lange das nicht genügend Leuten klar ist kannst du natürlich bei deiner Bank Gold zum aktuellen Preis kaufen. Aber das hatte ich ja vor vielen Monaten hier schon mal irgendwo geschrieben. Nämlich daß auf den internationalen Handelsparketten längst nicht mehr Roulette gespielt wird sondern Schwarzer Peter. Aber wie das so ist beim Schwarzer-Peter spielen: verlieren tut derjenige, der es am letzten merkt. Du scheinst gute Chancen zu haben nicht derjenige zu sein.
Der Beobachter
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Auweia, jetzt kriegen die auch noch die Panik. Letztes Jahr schon Greenspan mit seinen panischen Zinssenkungen und jetzt muß wieder Gold unter die Leute geworfen werden. Ja so ein Fiat-Money-System ist gar nicht so einfach aufrecht zu erhalten.
Ich bin sicher die Japaner kriegen schon die große Panik und tragen ihre Goldbarren wieder aus ihren Papierhäuschen in die Banken um sie dort in sichere Dollarguthaben umzutauschen.
Wenn er gerne Ertrag hätte von seinen Goldbeständen, dann hätte der liebe Herr Welteke sie mal ruhig liegen lassen sollen. Ob man wohl schon weiß, wo man die Erlöse aus den Goldverkäufen investieren wird? Vielleicht noch eine Transrapid-Strecke oder in die Reform der Arbeitsämter? Na dann viel Glück.
Ist doch schön, wenn die Währungshüter aunbelastet von Bindungen an die Realwirtschaft tun und lassen können was sie wollen. Da kommen ihnen die besten Ideen. Da sie mit ihrem Fiat-Money-Kreuzschiff den Zusammenstoß mit dem Eisberg nicht mehr verhindern könne versuchen sie jetzt mit vereinten Kräften die Eskimorolle um drunter durchzutauchen. Na wenn das mal gut geht!
Der Beobachter
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Hi Balkenchart,
ZitatGold muss ja wirklich magische Eigenschaften haben, wenn Du das Problem damit loesen willst.
Ganz ehrlich gesagt, weiß ich jetzt nicht genau was du mit das Problem meinst. Das Problem, das der argentinische Staat hat(te)?. Das Problem hatte er lange bevor er auf die Idee gekommen ist, es durch diese Leuteveräppelung auf die lange Bank zu schieben. Die gleiche Leuteveräppelung hätte auf Dauer mit Gold natürlich genau so wenig funktioniert wie mit Dollars.
Oder meinst du das Problem, daß man Staaten nicht daran hindern könne sich endlos zu verschulden? Dazu bedarf es allerdings keinerlei magischer Eigenschaften. Im Gegenteil, man müßte das aktuelle Währungssystem seiner magischen Eigenschaften entledigen – und schon wäre dies nicht mehr möglich.
Die magische Eigenschaften unseres aktuellen Währungssystems sind der genialen Mischung von Waren-, Kredit- und Falschgeld sowie dem Fehlen einer verläßlichen Meßlatte zu verdanken.
Laß mich mal kurz skizzieren was ich meine. Eine Wirtschaft braucht eine gewisse Grundmenge an Geld, damit sie reibungslos funktionieren kann. Damit der Wert dieser Grundmenge nicht auf so einer wackeligen Grundlage basiert wie es das Versprechen darstellt, für diese Grundmenge irgend wann einmal eine Leistung zu erbringen, sollte es sich bei dieser Grundmenge um Warengeld handeln. Das heißt der Wert, der dieser Grundmenge zugrundeliegt sollte bereits in der Vergangenheit erarbeitet worden sein. Das hat den Vorteil, daß der Gegenwert für diese Geldmenge schon vorhanden und jederzeit verfügbar ist. Aus verschiedenen Gründen (die hier schon öfter genannt wurden) bietet sich Gold als eine mögliche Basis für solches Warengeld an. Es könnte aber auch eine beliebige andere Ware sein, die möglichst haltbar und nicht beliebig leicht vermehrbar sein sollte.
Der Geldemitent verfügt nun über eine bestimmte Menge dieser Ware und gibt Gutscheine für diese Ware heraus, welche von den Leuten als Zahlungsmittel verwendet werden können. Sie werden allgemein akzeptiert, da der Geldemitent sich verpflichtet sie jederzeit gegen die Menge der Ware zu tauschen, die dem aufgedruckten Wert entspricht. Und natürlich darf er für jede Wareneinheit nur einen Gutschein ausgeben – und nicht 10. Das dies aktuell nicht so gehandhabt wird ist schon der erste Sündenfall, der unserem Geld magische Eigenschaften verleiht. Die Profiteure dieses Sündenfalls sind die Banken.
Zusätzlich zu diesem Warengeld kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt so viel Kreditgeld neu entstehen wie Sachwerte vorhanden sind, die seinen Wert decken. Dieses Kreditgeld entsteht durch Vereinbarung zweier Vertragspartner und bleibt so lange im Umlauf, bis der Kredit getilgt ist. Hierfür muß kein neues Geld gedruckt werden – es handelt sich um einen buchungstechnischen Vorgang. Es wird beim Kreditgeber abgebucht und der haftet dafür mit dem Sachwert, der als Sicherheit für den Kredidt definiert wurde. Es kommt also nicht zu der fatalen Vermischung von Kredit- und Warengeld wobei man nicht mehr unterscheiden kann, ob die Banknote, die man in Händen hält nun ein Anspruch auf die zugrundeliegende Deckungsware ist oder nur einem (potentiell ungedeckten) Kredit gegenübersteht, so wie das heute – dank der Abschaffung des Goldstandards – der Fall ist.
Würde man allerdings nun Kredite nur noch gegen Sacheinlage vergeben, so wäre dies wohl ein starker Bremsklotz für den Fortschritt und die wirtschaftliche Entwicklung. Es sollte also durchaus nicht verboten werden Kredite gegen eine Leistung zu vergeben, die erst in Zukunft erbracht wird. Derjenige, der sich auf dieses Versprechen verläßt geht ein Risiko ein und wird es sich entsprechend bezahlen lassen. Sollte er zu viel riskiert haben ist allerdings ausschließlich er derjenige, der davon den Schaden hat.
Man sollte nun meiner Meinung nach nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten und den Staat (für diejenigen, die es vergessen haben sollten: der Staat, das sind WIR) schlechter stellen als andere potentielle Kreditnehmer. Auch er sollte Kredite aufnehmen können die er erst mit in Zukunft zu erbringender Leistung begleicht. Funktioniert die Wirtschaft des Staates gut, so werden die Schulden aus den Überschüssen der Handelsbilanz beglichen werden können. Im umgekehrten Fall hätten seine Gläubiger das Nachsehen mit entsprechende Konsequenzen für seine weitere Kreditwürdigkeit. Damit es funktioniert müßte der Staat allerdings auch zu einer ordentlichen Buchführung verpflichtet werden.
In dem speziellen Fall (der zur Zeit weltweit vorliegt aber durchaus nicht zwingend ist und historisch gesehen auch nicht immer so war) daß Geldemitent und Staat identisch sind werden die Gläubiger bei Fälligkeit ihrer Kredite versuchen sich an den Vorräten der Deckungsware ihres Schuldners schadlos zu halten. Werden sie vom Staat daraus bedient, so muß dieser defacto sein Geld abwerten, da jetzt weniger Deckungsware der gleichen Menge Gutscheine (Banknoten) gegenübersteht. Die Zeche wird also vom Staat (also von UNS allen) beglichen. Weigert sich der Staat die Forderungen der Gläubiger mit der Deckungsware zu begleichen hat er natürlich keine Chance mehr neue Kredite zu bekommen. Das mit der Deckungsware ist für den Staat natürlich lästig. Deren Abschaffung ist der zweite gravierende Sündenfall unseres Währungssystems. Die Profiteure dieses Sündenfalls sind die Staatshaushalte.
Ende der Sechziger-Jahre waren die USA genau vor der Situation gestanden, daß sie Kredite nicht aus dem tilgen konnten, was sie erwirtschaftet hatten. DeGaulle hatte deshalb konsequenterweise gefordert, daß die ausstehenden Schulden aus den Goldvorräten der USA bezahlt werden, da er sich nicht mit Dollars abspeisen lassen wollte, die einer Volkswirtschaft mit negativer Handelsbilanz entsprangen. Er war also nicht ganz so blind wie der Rest der Welt und erkannte durchaus, daß die USA über ihre Verhältnisse oder anders gesagt, auf Kosten der anderen, leben. Nun, es ist den USA gelungen, den Dollar an die Stelle des Goldes zu hieven. Dies ist der dritte und schwerwiegendste Sündenfall unseres Währungssystems. Der einzige Profiteur hiervon sind die USA.
Das ist der Grund, warum das ganze heutzutage nicht mehr so funktioniert wie oben von mir skizziert. Denn Dollars gibt es im Gegensatz zum Gold potentiell endlos viele. Die USA kann sie, ohne irgend eine Leistung dafür erbringen zu müssen, aus dem Nichts erzeugen und hat von dieser Möglichkeit in der Vergangenheit auch reichlich Gebrauch gemacht. Und wenn das eines Tages den Leuten klar wird, naja, dann gibt es halt nichts, was man dafür einfordern könnte: Außer vielleicht schuldenfreie Häuser, Grundstücke, Aktien etc. unbeteiligter Dritter, wie du das mehr oder minder bewußt eh schon in Betracht ziehst die könnte der Staat dann ja wohl beschlagnahmen.
Ein Teilnehmer der Weltwirtschaft jedenfalls hat sich Ende der Sechziger-Jahre fein aus seiner Verantwortung gestohlen: die USA. Was seither (also seit mehr als 30 Jahren) geschieht nennt man Konkursverschleppung. Dafür bezahlt der Rest der Welt. Die Peripherie schon seit langem allmählich wird auch das Zentrum (die entwickelte Welt) in Mitleidenschaft gezogen werden. Offene Rechnungen müssen eines Tages bezahlt werden. Wenn derjenige nicht zahlen will oder kann, der bestellt hat naja dann müssen halt diejenigen bezahlen, welche geliefert haben. Die Japaner mit ihren Dollarforderungen gegenüber dem weltweit am höchsten verschuldeten Staat können ein Lied davon singen. Die Schlaueren unter ihnen decken sich schon mit Gold ein nach dem Motto: if you panic, so please panic first.
Heutzutage muß ein Staat nicht irgend eine Deckungsware für sein Geld vorweisen um weiterhin kreditwürdig zu sein. Heutzutage muß er Dollarvorräte vorweisen. Und falls er die verwirtschaftet hat muß er sehen wie er wieder zu neuen kommt. Auch bei einem Goldstandard müßte ein Staat, dessen Vorräte aufgrund des oben beschriebenen Mechanismus schwinden, durch erhöhte eigene Wirtschaftsleistung versuchen seine Vorräte wieder aufzustocken. Mit dieser erhöhten Leistung könnte er dann die Goldbestände von denjenigen zurückkaufen, die sie seinerzeit als Tilgung für ihre damals fälligen Kredite akzeptiert haben. Er würde sozusagen die mit der Kreditaufnahme versprochene Leistung verspätet liefern sein Geld wäre wieder mehr wert, da mit der Aufstockung der Deckungsware der gleichen Menge der Landeswährung mehr Deckungsware gegenüber stünde.
Nun, heutzutage muß man seine Dollarbestände aufstocken. Und bis auf eine winzig kleine Abweichung funktioniert das ganze auch genau so wie grade eben mit Gold beschrieben. Die winzige kleine Abweichung ist folgende: jeder Staat muß sich seine Dollarbestände erst mal erwirtschaften. Anders bekommt er keine. Die Ausnahme: USA. Die können sie jederzeit aus dem nichts neu erschaffen und haben davon auch reichlich Gebrauch gemacht. Deswegen schwimmt die Weltwirtschaft heute in Geld. Leider ist ein großer Teil davon nichts wert.
Gold muß keine magischen Eigenschaften haben. Magische Eigenschaften hat der Dollar. Diese Magie ist von der Art, wie sie in der Geschichte von Des Kaisers neue Kleider beschrieben wird. Das wird ein böses Erwachen geben, wenn die Leute merken, daß der Kaiser gar keine Kleider anhat.
Deshalb schrieb ich vor kurzem hier an anderer Stelle als Kommentar zu der Argentinierin, die forderte, daß man ihr ihre Dollarguthaben auszahlen solle sie wäre besser beraten, sich ihr Guthaben gleich in Gold ausbezahlen zu lassen. Andernfalls würde sie ihr Problem nur in die Zukunft verschieben.
Nunn unser Geld hat nichts mit Alchemie zu tun. Sehr wohl aber mit Zauberei. Und im Moment heißt der Zaubermeister auf den heute wieder sämtliche hypnotisierte Wirtschaftsteilnehmer weltweit starren wie das Kaninchen auf die Schlange Alan Greenspan. Nicht umsonst sind seine Worte in der Regel so aussagekräftig und wirkungsvoll wie Simsalabim.
Der Beobachter.
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