Beiträge von Comte


    Wieso würde es eine Diskussion geben? Wenn der Erbschaftsteuersatz, sagen wir, 30% beträgt, dann bekommt der Staat (also z.B. der Bund) eine ganz normale Beteiligung über 30% (von dem Anteil, den der Erblasser hatte) mit allem, was dazugehört, incl. Stimmrecht. Der Bund kann dann damit machen, was er will, incl. an die Pensions-Zusatzversicherung des öffentlichen Dienstes übertragen oder verkaufen - an welchen Bieter auch immer.

    Wenn der Verkauf der staatlichen Anteile in einer öffentlichen Auktion stattfindet, bekommst Du einen transparenten Preis, und zu genau dem Auktionspreispreis kannst Du den Erben ein Vorkaufsrecht einräumen. Der externe Bieter bietet eben nur auf Firmenanteile, auf die ein schon ein "Call" geschrieben ist.

    Das Problem, wenn der Erbe die Steuer cash zahlen muss, besteht ja darin, dass er Firmenanteile evtl. auf Druck und unter Zeitdruck verkaufen muss. Durch die vorgeschlagene Regelung geht dieses Risiko auf den Staat über, der ja einen solchen Zeitdruck gar nicht haben muss.

    Balkenchart

    Falls eine Auktion durchgeführt wird müsste man diese so gestalten, dass jegliche Art von Kollusion verhindert wird.
    Ein "fremder" Anteilseigner kann u.U. mit einem Anteil von 30% im schlechten Fall einiges anrichten. Und staatliche Angestellte ohne besondere qualifikation und Anreize sehe ich in punkto Mitsprache in einem Unternehmen mzumindest kritisch. An eine Beteiligung in einer vergleichbaren Höhe und damit verbunden keinerlei staatliche Einflussnahme glaube ich nicht.
    Die grundsätzliche Möglichkeit der Stundung der Erbschaftssteuer in bestimmten Fällen für bis zu 10 Jahre gibt es bereits jetzt.

    Wie findet ihr die Idee, das der Staat bei Vererbung nicht alles in Bargeld bekommt, sondern den prozentualen Anteil am Unternehmen/Immobilie/Depot und der Erbe hat x Jahre ein Vorkaufsrecht auf diesen Anteil.

    Somit könne alle gleich behandelt werden und niemand muß sich sorgen das ein Unternehmen durch Erbsteuern abgewickelt wird.

    Schlecht. Es wird endlose Diskussionen um den "richtigen" (vulgo: "sozial gerechten") Kaufpreis geben und in der Zwischenzeit werden unterschiedlichste Schichten der Politik Mittel und Wege finden mitzureden oder bestimmte Interessen zu platzieren, etc.

    Die Bescheinigung der Lagerstelle benötigst Du. Die Lagerstelle will dafür Geld haben und Deine Bank wird Dir die Kosten dafür als fremden Spesen berechnen. Mit Vorabbefreiung hat das nichts zu tun.

    Vorabbefreiung bieten z.B. die Volksbanken an. Kostet aber wegen der Bescheinigungen ebenfalls.

    Hallo chfin,

    Danke für die Antwort. Ja, Vorabbefreiung ist ein anderes Thema (siehe auch ein älteres Post von mir weiter oben). Der Hinweis dazu deswegen an dieser Stelle, weil das beid der akt. Bank wohl erstmal nicht angeboten wird, also mit dem aktuellen Setup dagegen nichts auszurichten ist.

    Hallo Comte,

    ich habe es (vergeblich) versucht. Ja, du brauchst eine Bescheinigung, die bei mir nur die Depotbank hätte liefern können. Dafür wollten sie (ING-Diba) 50€ (ich weiss nicht mehr, ob pro Aktie).
    Ich hab's dann bleiben lassen, zumal unklar war, ob es danach noch weitere bürokratische Hürden gibt, die zu einem Scheitern bzw. weiteren Kosten hätten führen können. Das hat sich bei mir dann doch nicht gelohnt X(
    Falls du es doch probierst, würden mich interessieren, wie du es geschafft hast.
    Witchdream hatte mal erwähnt, dass man sich bei der comdirect für 10€ (?) vorab von der Quellensteuer in diversen Ländern befreien lassen kann.

    Hallo bäs,

    vielen dank für die Antwort. Consors mit Mutterhaus BNP bietet wohl facto wohlkeineVorabbefreiung mehr an (siehe auch ein älteres Posting von mir weiter oben).

    Ich frag mal an wie die Unterstützung ex post aussieht und gebe dann nochmal Bescheid. rechne akt. Aber auch eher damit,dass das im Fall des Falles eher langwierig und unangenehm wird und wohl nicht der Mühe wert ist.

    Ich beschäftige mich gerade mit der Erstattung der franz. Quellensteuer auf Dividenden (2013, 2014). Nach einiger Recherche bin ich hins. eines Punktes unschlüssig: kann eine Erstattung aktuell definitiv nur unter Mitwirkung der Depotbank beantragt werden oder nicht?
    Hintergrund: verschiedentlich habe ich gelesen, dass für den vollständigen Antrag der Erstattung u.a. eine Bescheinigung der franz. Lagerstelle benötigt wird, was aber wiederum nicht durch eine Privatperson möglich ist. Wenn das so wäre, dann kann ich mir erstmal den Aufwand sparen mich durch die Formulare zu wälzen. Eine Vorabbefreiung wird durch meine Bank nicht angeboten.

    http://www.welt.de/finanzen/artic…ativzinsen.html

    Nach Exoten (Skatbank) und der Commerzbank jetzt eine weitere Bank (WGZ) mit der Einführung von negativen Zinsen (bislang auf sehr hohe Beträge von manchen institutionellen Kunden). Ich denke die Entwicklung wird sich fortsetzten (mehr Banken mit negativen Zinsen und Ausweitung auf niedrigere Beträge), die EZB hat ja versprochen auf lange/längere/ oder wie auch immer das genau formuliert war die Zinsen nicht zu heben.


    Generelle Überlegungen zu Bargeld und negativen Zinsen von Rogoff:
    http://www.faz.net/aktuell/finanz…n-13274912.html

    Bargeld? Das braucht doch kein Mensch! Das meint zumindest der amerikanische Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff. Zentralbanken könnten leichter negative Zinsen durchsetzen, Steuerflüchtige und andere Kriminelle hätten es schwerer.


    Während die größte Euronote immerhin der 500er ist, sind es in den USA de facto lediglich 100 USD (davon mal abgesehen: http://en.m.wikipedia.org/wiki/Large_den…n_U.S._currency). In China 100 Yuan - das führt dann dort auch dazu: "Wohnungen dienen allein der Lagerung von Schwarzgeld" (http://www.faz.net/aktuell/politi…r-13275258.html)

    Rogoff erwähnt jedoch auch ausdrücklich die Privacy-Problematik bei der Abschaffung von Bargeld. Wenn man jede Transaktion kennt hat man deutlich mehr Puzzlesteine um sich Profile über Leute zu basteln. Ohne elektronische zahlmöglichkeit ist man dann schnell schachmatt gesetzt.

    Wie schon mal erwähnt ist oft Referenzzinssatz minus x bps also bspw. EONIA minus x bps geregelt. Manche bleiben insgesamt auch bei der Null stehen, aber es wird wie von MMI geschrieben einige erwischen (nicht erst seit Freitag). Den typischen Benchmarkhuggerfonds mit 2% Cash im Jahresmittel werden -5bps vs. 0 bps p.a. Cashverzinsung dann auch nicht sonderlich anders treffen, da der Unterschied beim Impact auf die Gesamtperformance minimal ist.

    Halte die A1ZB8E (http://www.comdirect.de/inf/anleihen/d…TATION=96198907) für interessant - 10,5% Kupon sind m.E. Ordentlich. Dadurch dass es kein Zero ist bekommt man jedes jahr ein wenig Cashout via Kupon in EUR.

    Über die Unabhängigkeit von Zentralbanken kann man trefflich diskutieren.
    Unabh. davon hat die brasilianische Zentralbank akt. schon einen gewissen Case für eine höhere Selic Rate. Das Inflationsratenziel liegt seit vielen Jahren bei 4,5% plus/minus 2%punkten Toleranz, also 2,5% bis 6,5%. Mit sicherlich deutlichen Unterbrechungen "klebt" der von der Zentralbank beobachtete CPI immer recht gerne an der oberen Begrenzung trotz des Anfang 2013 gestarten Hike-Zyklus.

    In Landos chart steht der Nikkei noch unter dem Hoch aus 2007. In cktests chart dagegen hat er das Hoch aus 2007 schon ueberwunden. Ich vermute, dass der Nikkei ein Kursindex ist und die Dividenden im ETF enthalten sind.

    Die grossen Veraenderungen in den Waehrungspaaren in sehr kurzer Zeit stellen auch die Relative Staerke Strategie vor Herausforderungen. Das gilt besonders wenn man versucht die RS von Aktien aus unterschiedlichen Laendern zu vergleichen. Das heisst eine starke japanische Aktie ist womoeglich nur Mittelmass wenn man in "harten" US Dollar rechnet. :D

    Nikkei 225 ist ein Price Index

    Beim Jugendradiosender Fritz war letztens das Thema Sparen.

    Fazit:
    - Jugend spart nicht, wir Leben jetzt
    - Moderator würde sich über eine Inflation freuen, dann haben wieder alles das selbe Sparguthaben

    Schön, dass wir hier auch sehr junge Mitforisten haben ;-).

    "Sparen ist nicht besonders sinnvoll" geistert akt. immer wieder durch verschiedenste Medien. Hier wird m.E. arg vereinfacht, denn

    1.) Jeder muss erstmal für sich individuell rausfinden welche Motivation hinter seiner persönlichen Sparanstrengung steckt (sich etwas bestimmtes leisten zu können, finanzielle Unabhängigkeit i.S.v. weniger arbeiten/nur das arbeiten was einem wirklich Spaß macht/gar nicht mehr als Angestellter arbeiten, early retirement extreme etc.).

    2.) Persönliche Inflationsraten sind zwar immer unterschiedlich, je nachdem welchen individuellem Warenkorb man hat, aber nimmt man einfach mal die aktuelle Inflation in Deutschland (CPI yoy), dann ist diese i.A. niedrig (letztens 0,7% (EU Harmonized)) und zwar seit geraumer Zeit. Diese Benchmark zu schlagen ist also erstmal nicht so schwer, da nahe null. Ein kurzer Check auf check24.de liefert bspw. Consors mit 1,20% p.a. aufs Tagesgeld für 1 Jahr für Neukunden. Allerdings empfinden wohl viele 2,5% Zinsen bei Inflationrate 3% als "besser" als 1,2% Zinsen bei 0,7% Inflationsrate. Und man muss nat. immer mal wieder tagesgeldhoppen (also Anstrengung sich zu informieren, "umzuziehen", etc.).

    3.) Granted, compounding ist bei niedrigen Prozentsätzen schwer, aber auch hier: spart man ohne Einsatz von "risky assets" mit mehr Renditepotential, dann ist das Zurücklegen an sich das immens wichtige, denn das "Notional" was man zurücklegt macht am Ende den Löwenanteil des Ersparten aus.

    4.) In Anlehnung an 3.) kommt vermutlich vielen in die Quere, dass sie oft nur Sparbuch/Girokonto/Tagesgeldkonto kennen und alles andere nur vages "spekulatives" Teufelszeug ist (vgl. Aktienkulturdiskussionen etc.). Man müsste sich halt anstrengen und infomieren. "Bestenfalls" fallen die Leute noch auf Prokon o.ä. rein (deren Postwurf- und U-Bahn-Werbung konnte man eine Zeit lang kaum ausweichen) was ex post nach verbrannten Fingern zu undifferenziertem Meiden aller risky assets führt.

    Last not least: Leute die sich nicht um ihr Einkommen kümmern (sich anstrengen besser bezahlte Jobs zu finden, sich weiter qualifizieren) und keine Zeit investieren um sich um ihre Anlagen zu kümmern finden es meistens gut, dass man den "Reichen" auf welche Weise auch immer was wegnimmt...

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser…-a-1000268.html

    Negative Zinsen sind für Privatkunden bisher nur bei sehr hohen Guthaben und bei eher exotischen kleinen Banken vorgekommen. Interessanter fand ich die Aussage von Hornbach:
    "Der Baumarktkonzern Hornbach hatte kürzlich berichtet, dass einige Banken von Firmen Gebühren für ihre Einlagen verlangten."

    Das ist das erste Mal das ich das von einem Unternehmen gehört habe. Habt ihr von anderen Beispielen gehört?


    Folgende eher anekdotische Passage war auch interessant:
    "Die VR-Bank aus Thüringen kann die 477 Millionen Euro, die Kunden bei ihr Ende 2013 angelegt hatten, nicht einmal zur Hälfte in Form zinsbringender Kredite weiterreichen. Kunden würden zudem informiert, damit sie ihr Geld notfalls anderswo anlegen könnten, erklärte sie."

    Absolut Usus. Zu den niedrigen Tagesgeldzinssätzen einiger Banken die Retailkunden angeboten werden (bspw. Consors aktuell 0,60% p.a.) bekommt man als Insti bei einer Bank in der Größenordnung von mehreren Mio. nichts geparkt. Je nachdem ist mit der Bank bspw. "EONIA minus X" vereinbart. X ist oft nicht sonderlich hoch, aber EONIA ist mit einigen Ausnahmeperioden immer an oder kurz über der Null bzw. in den letzten Monaten auch darunter d.h. negativ gewesen.

    Gegeben die Vorkommnisse während und nach der Finanzkrise und die aktuelle Stimmung sollte es kein Problem sein als "sozial gerecht" zu verkaufen, dass "leistungsloses" Kapitaleinkommen genauso besteuert werden sollte wie Einkommen aus Arbeit...
    Bei der vorherrschenden Finanzkultur ist eine Lobby die erntshaft und sachlich dagegenhält wohl kaum zu erwarten.

    Ein Buffett Buch wäre vielleicht auch nicht schlecht. neben dem elend langen "Schneeball" kann ich das hier empfehlen:

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    mmi

    Wenn er fit genug im Englischen ist dann am besten im Original - Übersetzungen jedweder Couleur sind leider oft genug schauderhaft...

    Zum flüssigen (Ein)Lesen finde ich auch Peter Lynch - One Up On Wall Street gut:

    http://www.amazon.de/One-Up-Wall-St…ds=Lynch+one+up