Beiträge von Al Sting

    Wenn ihr gerade Stahlbuden besprecht: Mich würde eure Meinung (auch nur in zwei Worten) zu Salzgitter interessieren.


    Steht bei mir seit ewigen Zeiten auf der Watchlist, aber wegen meiner eh schon hohen Automobilgewichtung bleibe ich bei Automobilzulieerern bis auf weiteres außen vor.

    witzig in dem Artkiel finde ich folgenden Satz gleich am Anfang:


    "Jetzt ist es offiziell: Eine Gruppe Topmanager hat beim Möbelkonzern Steinhoff über Jahre hinweg systematisch Transaktionen generiert, um im großen Stil die Bilanzen zu fälschen..."


    Sind das jetzt Top-Manager oder Top-Betrüger?

    Kein "Entweder oder", ein "Sowohl als auch"!
    Die Gehälter waren Top, also Top-Manager.
    Die Betrugsfolgen waren Top, also Top-Betrüger.


    Wahre Exzellenz kann auf mehreren Ebenen mitspielen. ;-)


    Edith: Wer sind eigentlich die TOP-Buchprüfer, die das über viele Jahre immer wieder übersehen haben?
    Ich gehe doch mal davon aus, dass angesichts dank ihres Gehaltes auch das "TOP" redlich verdient haben.

    Macht im Beispiel mit 10% vollausgeschüttetem Firmengewinn einmal via Dividende und einmal via Rückkauf für den Aktionär nach 10 Jahren 13% Mehrertrag nach Steuern

    Wir reden also von etwa 1% per anno inklusive Zinseszinseffekt?
    Sorry, aber nach meiner Erfahrung ist das zumindest bei zyklischen Aktien ein kleiner Betrag im Vergleich zu all den anderen Risiken und Negativeffekten.

    Naja, einen psychologischen Nachteil von Dividendenprogrammen erkenne ich schon an: Viele dividendenstarke Firmen haben ihre Aktionäre dahingehend "trainiert", dass diese Dividendenausschüttungen in dieser Höhe erwarten. Wenn die Gewinne ausbleiben oder dringende, profitable oder bestandssichernde Investitionen anständen, ziehen viele Vorstände die Kontinuität der Dividendenausschüttungen vor und verzichten dafür auf jene Investitionen, ja greifen sogar auf Reserven zurück, um die Dividendenausschüttung sicherzustellen.

    Rückkaufprogramme sind da flexibler, da sie einfach auslaufen können, ohne dass es die Aktionäre groß schmerzt.


    Dummer Nebeneffekt: Damit ist jedoch auch garantiert, dass die Rückkaufprogramme immer dann laufen, wenn die Aktien teuer sind und dann auslaufen, wenn die Aktien billig wären, also viel Geld für die Aktie liefern würden.


    Optimal agieren in meinen Augen Firmen, die deutlich zwischen kleinen, recht regelmäßigen regelmäßigen Dividenden und größeren Erfolgsdividenden unterscheiden. Die Erfolgsdividenden lassen sich in Hochzeiten gut hochfahren und in schlechten Zeiten ähnlich gut wieder streichen, weil sie gar nicht erst eine Regelmäßigkeit suggerieren. Damit sollten diese auch die oben skizzierten nachteiligen Effekte der Dividendenmechanik gut abfangen können.

    Ich habe zuweilen den Eindruck, dass die Europäische Union schon jetzt in einigen Bereichen ein stärker harmonisierter Staatenbund/Bundesstaat ist als die Vereinigten Staaten von Amerika.




    Ich glaube, sowohl Matze als auch dev haben beide recht und beide unrecht.

    [...]

    Von den 6 Aktientypen, die Peter Lynch beschreibt, erscheinen mir ARPs grundsätzlich nur bei zweien, nämlich den "slow growers" und den "stalwarts", angemessen. Bei den "fast growers" ist das Prinzip, alle generierten Gewinne vollständig in der Firma zu lassen; Dividenden und ARPs sind demnach beide kontraproduktiv. Bei den "cyclicals" sind dagegen Dividenden offensichtlich angemessener als ARPs. Bei den "asset plays" und den "turnarounds" spielen weder Dividenden noch ARPs eine Rolle; hier stellt sich die Frage nicht weiter

    Exzellenter Punkt, vielen Dank!


    Mir fällt auf, dass selbst bei der gleichen Aktie die Meinungen aus diesem Grund auseinandergehen können: Ist es ein Zykliker oder nicht?


    Ich sehe viele Aktien als (starke) Zykliker an und sorge mich deshalb primär um die Probleme in schlechten Zeiten. Einerseits weil in mein Beuteschema antizyklische Käufe von Zyklikern passen (zugegeben weniger agressiv und konsequent als monopole und woodpecker ). Andererseits weil der DAX als heimischer und sehr stark zyklischer Index mich zur Zykluswahrnehmung "erzogen" hat.

    Und meine Beispiele schlechter ARP-ERgebnisse (gedanklich oder ausgesprochen) beziehen sich alle auf zyklische Entwicklungen, auf die Probleme im Zyklustief.

    Die Befürworter von ARP's beziehen sich m.E. komplett auf nichtzyklische Beispiele.

    Kleiner Haken: Es ist oft genug erst im Nachhinein feststellbar, ob eine Firma zyklisch oder nichtzyklisch reagierte.
    Oder nach meiner Sichtweise: Irgendwann reagiert jeder Aktienkurs zyklisch, und sei es weil er dem kompletten, in gewissem Maße zyklischen Markt folgt.


    Zur Frage Zykliker/Nichtzykliker ist Sixt ein gutes Beispiel. Es war eine meiner ersten Aktien, Ende 2001. Damals war Sixt nicht nur im Zyklustal, sondern hatte sich auch in den vorherigen Jahrzehnten das Image eines heftigen und regelmäßigen Zyklikers erworben. Mittlerweile kann Sixt mit gutem Recht als Beipiel eines nichtzyklischen stalwart gezeigt werden. Welche Veränderung dazu führte (und resutierend die Frage, ob und warum Sixt wieder zum Zykliker werden könnte), habe ich analytisch nie verstanden.


    Die Diskussion "Dividende versus ARP" könnte man m.E. daher bei den meisten Aktien auch unter dem Gesichtspunkt führen "Einschätzung als Zykliker versus Nichtzykliker".

    Hmm. "techbang,com" klingt schon so, als seien hier zwei Themenfelder vermischt worden, die allgemein unter der Kundenzielgruppe "Männermagazine" laufen. Ist jetzt nicht wirklich überraschend, dass da jemand das Crossover versucht.

    Eher überrascht mich, dass dieser Versuch hierzulande noch nicht gemacht wurde.

    Wer übrigens immer mal wissen wollte, wie Webseiten gehackt werden: Man gibt in Eingabefelder einfach Kommandos ein. Beliebt sind da zum Beispiel auch SQL-Statements, die die Datenbank auslesen, und mit dem User der Webapplikation ausgeführt werden, oder auch Java-Script Befehle. Hier mal ein einfacheres Beispiel an Hand einer bekannten Webseite, die das Prinzip illustriert, und auch zeigt, wie einfach so etwas unter Umständen ist:


    Ich hatte das auch bei fefe gelesen, aber zugegeben nicht geschnallt.
    Warum wird das dort ausgeführt?

    Du hast absolut Recht - das Problem ist, dass dieses Verhalten einfach unlogisch ist.

    Ich halte dieses Verhalten für sehr logisch, es ist eine logische Reaktion auf die typischen (m.E. falschen) Anreizsysteme für das Management in durchschnittlichen Firmen. (Boni für steigende Aktienkurse, die auch bei schon hohen Kursen in guten Zeiten eher zu kurzfristigen Aktionen wie ARPs zur weiteren Aktienverknappung motivieren - "und nach mir die Sinnflut")


    Es gibt immer wieder Firmen mit einem herausragenden Management, dass ganz bewusst viele Sachen anders macht.

    Beispielsweise MMIs Outsiderfirmen, und auch du hast dich ja auf derartige Firmen spezialisiert. Wenn das Geschäftsmodell dieser Firmen ausreichend krisenfest ist, um aufgrund der knappen EK-Reserve nicht in schlechten Zeiten in CF-Probleme zu geraten, lasse ich mich zuweilen auch von einer ARP-Orientierung überzeugen.

    Aber wenn das Management sich und die Branchensituation überschätzt, waren die ARPs rückblickend eine brutale Geldverschwendung und von Dividenden hätte der Aktionär deutlich mehr gehabt (Stichwort NOV & NOW). Und oft genug sind dann eben zusätzliche KEs zu Mindestpreisen notwendig, weil eben die eigenen Reserven nicht reichen (oder bewusst nicht existierten) und die Banken mit Margin Calls drohen. (Zugegeben, in solchen Situationen stocke ich gerne auf, in der Hoffnung auf Schnäppchenpreise und die spätere Rückkehr der guten Zeiten, Stichwort Amaysim)

    Das Risiko, dass die knappe Eigenfinanzierung nur für gutes Wetter taugt und man bei schlechtem Wetter zum Opfer prädestiniert ist.

    Ach, bei solchen Diskussionen muss und soll es nicht primär um ein Überzeugen gehen (Protestantische versus katholische Kirche), sondern um ein Darlegen und Durchdenken unterschiedlicher Sichtweisen auf möglichst intelligente Art, um daraus Anregungen mitzunehmen.

    Ebenfalls geht es in meinen Augen nicht um "entweder a oder b", sondern um Gedankensport zur Frage "unter welchen Randbedingungen ist a besser, unter welchen Randbedingungen hingegen b".


    (Auch wenn auch ich dazu neige, zur ideellen Klarheit die Position zuzuspitzen und ähnlich zugespitzte Reaktionen zu provozieren)


    In den Sinn: Spannende Diskussion, weiter damit!

    Aber auch eine Dividende an sich ist nicht werterhöhend. Ausser man traut dem Management nicht zu thesaurierte Erträge zum Wohle der Aktionäre anzulegen. In dem Fall sollte man aber vielleicht am besten gar nicht investieren.

    Ein Geschäftsführer, der sein Unternehmen gut und profitabel führt, benötigt häufig andere Eigenschaften als ein Geschäftsführer, der seinen Cashflow erfolgreich und profitabel in neue Geschäftszweige oder andere Unternehmen investiert.

    Oft besteht sogar die Größe in der Erkenntnis, dass es zu gewissen Zeiten wenig profitabel ist, sich mit dem üppig einlaufenden Cashflow neuen Umsatz unprofitabel "dazuzukaufen" und eine Weitergabe der Erlöse klüger ist.


    Ich verstand diese Teilung als den Grund, warum Buffet seinen Unternehmen im Großen und Ganzen bei der Geschäftsführung sehr freie Hand lässt, aber die Verwendung des erwirtschafteten Geldes zu großen Teilen selber übernimmt.


    Daher weiß ich sehr wohl Unternehmen zu schätzen, deren Management die Erträge nicht thesauriert, sondern in Dividenden ausschüttet. Wenn ich es richtig erinnere, gehört diese Größe zu den Eigenschaften, die du in deinen glänzenden Analysen zur Admiral Group regelmäßig lobend hervorgehoben hast und die dort zu einer niedrigen Kapitalintensität und hohen Dividendenausschüttungen führen.

    Ich sehe die Dividende als Belohnung für den langfristigen Anleger an - dieser bekommt eine Gewinnbeteiligung auf die Hand und kann selber entscheiden, ob er diese Aktie aufstockt oder woanders einsteigt.

    Den Aktienrückkauf sehe als Belohnung für den verkaufswilligen Anleger an, denn durch das Rückkaufprogramm wird das Angebot kurzfristig verknappt, was die Preise steigen lässt.

    Langfristig gesehen sind Aktienrückkäufe in den meisten Fällen extrem prozyklisch. Die Rückkäufe sind in Zeiten sprudelnder Gewinne und damit resultierend hoher Kurse am höchsten, und in Krisenzeiten fehlt es häufig an Rücklagen, so dass Kapitalerhöhungen unter Stress zu Tiefskursen durchgeführt werden müssen.

    Ich bin zwar kaum ein richtig langfristiger Anleger, aber ich bemühe mich um ein eher antizyklisches Verhalten.
    Darum verkaufe ich recht gerne, wenn die verkaufswilligen Anleger belohnt werden, also Rückkaufprogramme angekündigt werden bzw. laufen (aktuell Berkshire).

    Und ich kaufe (bzw stocke auf) lieber dann, wenn gerade "Stress-KE's" fällig sind (aktuell Amaysim Australia).

    Ich glaube die Unis die betroffen sind regen sich nicht darüber auf , dass Gelder geflossen sind . Sondern dass die Gelder nicht die Unis direkt erhalten haben , sondern ein Zwischenhändler.

    Ich denke den Unis geht es langfristig darum die Zwischenhändler auszuschalten und die ganze Kohle zu kassieren :)

    Du hast natürlich recht.
    Der offizielle und gewünschte Weg ist anscheinend, dass die Eltern erst eine (milionengroße) Stiftung an die Uni zahlen und im folgenden Jahr ihr Zögling an der Uni aufgenommen wird. So soll auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Harvard gekommen sein.

    Bei Harvard läuft Säule Nr. 3 unter dem Namen "Deans Interest List" https://www.thecrimson.com/art…harvard-admissions-trial/

    Bilde ich mir das ein oder ist das eine Art Retourkutsche Euopas gegen USA/Trump. Boeing ist ja einer DER Vorzeigeexporteure der USA:


    http://www.manager-magazin.de/…x-fotostrecke-167475.html

    Ich habe eine vage Erinnerung von einer Airbus-Werksführung vor vielen Jahren, ich meine Tragflächen in Bremen.

    Dabei meine ich gehört zu haben, dass es in der Luftfahrtbranche üblich sei, dass nach einem Flugzeugabsturz alle Flugzeuge dieser Modellreihe erst einmal auf dem Boden blieben, bis die Absturzursache bekannt sei und dann geschaut würde, ob es sich um eine modellspezifische Schwäche handele. Falls ja, würde diese bei allen anderen Flugzeugen des Modells behoben werden. (Gewissermaßen Modellrückruf, nur eben schon während der Suche nach der Ursache). Darum wären Flugzeuge auch so viel sicherer als Autos oder Bahnen, keine andere Branche habe so rigorose Sicherheitsansprüche.


    Nun ja, genau das erleben wir ja gerade, nur mit auffallend viel öffentlichem Bohei. Mich wundern also eher die öffentlichen Schlagzeilen als der Umstand der Modellreihengrundung an sich.


    Es ist aber auch möglich, dass

    - dieses Vorgehen mittlerweile nicht mehr üblich ist

    - es nie üblich war und ich etwas missverstand

    - das nur bei Airbus und nicht bei Boing üblich war/ist.

    Ich dachte, da wäre das Geschäftsmodell der Elite-Privatunis:

    Säule 1: Ein paar Stipendien für Hochbegabte herausgeben, um sich mit guten Absolventen brüsten zu können

    Säule 2: Ein paar Plätze an halbwegs begabte Vollzahler mit wohlhabenden Eltern vergeben, um die laufenden Kosten zu decken

    Säule 3: Ein paar Plätze an Menschen mit mehr Standes- und Selbstbewusstsein als Begabung (freundliche Formulierung) gegen sehr hohe Zusatzkosten herausgeben, damit diese vom erworbenen Image des Ladens profitieren und der Laden selber profitabel gestaltet werden kann.


    Und jetzt wird die dritte Säule plötzlich als Korruption dargestellt? Was für ein Missverständnis!

    Wir sind hier nicht bei öffentlichen Hochschulen der Spitzenklasse mit Leistungsanspruch, sondern bei Privatläden mit Gewinnerzielungsanspruch!

    Es gibt schon Gründe, warum sich (so zumindest meine Erfahrung in Deutschland) in privaten Schulen und Hochschulen eher nicht die Creme de la Creme der fachlichen Begabung, sondern eher die mäßig begabten Kinder wohlhabender, halbwegs verzweifelter Eltern sammeln.

    Der 30-jährige Krieg in Europa von 1618-1648 hatte übrigens ähnliche Effekte bezüglich brach liegender Felder, und fällt auch etwa in die gleiche Zeit.

    Ist dem so, ist die Größenordnung vergleichbar?

    Brandenburg soll eines der am härtesten getroffenen Gebiete Europas gewesen sein und verlor "nur" 1/3 seiner Einwohner. Viele der brachliegenden Orte und Flächen wurde in den kommenden Jahrzehnten wieder kolonisiert, nicht zuletzt durch die offensive Werbung und tolerante Aufnahme religiös verfolgter Flüchtlinge (Toleranzedikt etc der Hohenzollern).

    In Amerika hat es mal eben 90% der Ureinwohnerschaft hingerafft. Von einer intensiven "Reparatur" der Populationseinbrüche der Indianer ist mir wenig bekannt, und die zahlenmäßig relevante europäische Kolonisierung Nordamerikas würde ich zeitlich erst hinter die Unabhängigkeitserklärung der USA setzen, also Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert.


    Ach ja: Das Massensterben in Amerika kann die Eiszeit verstärkt, aber kaum ausgelöst haben. Die kleine Eiszeit soll im 14. Jahrhundert begonnen haben, die europäische Entdeckung und "Verseuchung" Amerikas startete erst 100 Jahre später.