Spannende Punkte. Grundsätzlich würde ich mutmaßen in solch einem Szenario ist Wehrtechnik/Rüstungsindustrie weiter ein gesuchtes Feld. Gegebenenfalls eigene Europäische Champions bei Abkopplung, die sich entwickeln werden bzw. Ihre bisherige Position ausbauen können. Wer macht in Europa was mit Drohnen? Auch Raumfahrt (OHB), EADS usw. Usf. Grundsätzlich wäre hier davon auszugehen, dass das vorläufige Ende des Ukraine-Kriegs Überbewertungen nivellieren bzw. Kurse erstmal fallen lassen sollte- das wäre dann der Moment des Zupackens?!
Sofern die USA sich aus dem Ukraine-Krieg zurückziehen, wird auch Europa bald einknicken (müssen) und den Konflikt einfrieren. Gegebenenfalls wird Polen weiter an Bedeutung gewinnen und als „Bollwerk-Staat“ im Osten etabliert werden. Mit all den Subventionen, Begünstigungen und Aufbauprozessen staatsnaher Sektoren. Bei einem „friedlichen Einfrieren“ des Konflikts wird man der Ost-Ukraine im Großraum Polen/Ukraine (der verbleibenden West-Ukraine) zeigen wollen, wie überlegen unser System ist. Marshall-Plan 2.0?
Zweiter Aspekt wäre ein Blick an die Börse Wien und die Profiteure einer Belebung des Osteuropa-Geschäfts. Wie beispielsweise die Banken (Raiffeisen Centrobank?) ggf. Auch Logistiker und Baustoffindustrie dort. Die alten Netzwerke/Kontakte bestehen weiterhin, die Vermutung. Ebenso müsste das auch für Ungarn als theoretischer Profiteur des Wiederaufbau gelten, wenn da nicht Orban wäre.
Was die USA und ein Eskalieren Richtung China angeht: man wird dies im Hintergrund innerhalb 3-4 Jahren vorbereiten und sollte versuchen zwischen den Zeilen zu lesen. Systematisch werden Schlüsselindustrien und „China-Independency“ aufgebaut, mit Staatsgeld intensiv eigene Unternehmenszweige ausgebaut, Halbleiterbranche, chipindustrie wäre da nur ein Beispiel. Wann es soweit ist, kann der Stand der Ausbaubemühungen bzw. der Independency markieren. Vermutung: China wird das auch tracken und im Vorfeld losschlagen wollen: die nächsten 2Jahre werden entscheidend. Alternative: schauen ob die USA eine „Readiness for war“ hinbekommen. Gut möglich, dass sich das Problem von selbst löst und man die USA selbst implodieren sieht. China also auf Zeit (10Jahre+) spielt, weil es die Tendenzen der finanziellen Instabilität der USA und die Abkehr vom Petrodollar sukzessive erstarken sieht und bei Bewertung den unmittelbaren Konflikt als zu kostspielige Alternative ansieht. Wie auch immer, wir werden intensive Sanktionen im westlichen System Richtung China sehen. Sozusagen Krieg auf anderer, softer Ebene - in China würde ich da ungern investiert sein wollen.
Ob man an die russischen Investments wieder ran kommt bzw. neue Positionen eingehen sollte. Schwierig, ist was für institutionelle Investoren mit dem entsprechenden Backing, nichts für Normalsterbliche.
Aber: weitere Vermutung - der Finanzplatz Zypern belebt sich weiter, bei Verbesserung der Lage. Da sitzt klassisch viel russisches Geld. Wie man über Investments in Aktien dort partizipiert bin ich aber überfragt.