Hallo Balkenchart,
ich versuche mal zu antworten. Ich kann das zwar nicht belegen ich halte es aber für sehr wahrscheinlich.
Wenn jemand im großen Stiel Optionen die weit aus dem Geld sind kauft, geht man davon aus, er erwartet eine starke Bewegung in diese Richtung. Wenn wir bei unserem Beispiel bleiben, steht der Dax bei rund 5000 P. Die gekauften Puts mit Basis 4450 kosten 18,50. Kosten also in Höhe von 92,5 Eur je Kontrakt. Wir gehen davon aus, das die 40000 Kontrakte von einem z.B. Hedge Fond gekauft werden.
1.Jetzt fällt der Markt auf 4400 zum Verfallstag. Er hat somit einen inneren Wert von 50. Dies entspricht 250 Eur 92,5 Eur = 157,5 Euro je Kontrakt. Bei 40.000 Kontrakten somit 6,3 Mio.
2.Der Markt fällt auf 4450 zum Verfallstag. Option hat keinen inneren Wert, allerdings hat der Käufer 3,7 Mio. Prämien versenkt.
Es musste eine Prämie von 3,7 Mio. gezahlt werden, die dem Konto sofort abgezogen wurde. Die Richtung wurde exakt vorhergesehen, allerdings hat man beim bestimmen des Zieles nur um 50 Punkte daneben gelegen. Ich bin nun der Meinung, dass dies auch für Hedge Fonds zu riskant ist. Die würden bei diesem erwarteten Kursrückgang wohl eher Dax-Future verkaufen:
Verkauf Dax-Future zu 5000 P.
1.Der Markt fällt auf 4400 zum Verfallstag. Der Verkauf bringt 600 P. x 25 Euro = 15.000 Euro pro Kontrakt. Wenn wir davon ausgehen, dass die Prämie die oben gezahlt wurde zu 100 % als Margin zur Verfügung steht, und ein Dax-Future ca. 10.000 Euro Margin kostet, können wir 370 Kontrakte verkaufen. Somit ein Gewinn von 370 x 15.000 = 5,55 Mio.
2.Der Markt fällt auf 4450 zum Verfallstag. Der Gewinn wäre 550x25x370= 5,08 Mio.
Selbst bei ungenauer Vorhersage des Zieles würde so noch ein großer Gewinn übrig bleiben. Auch wenn nur die Hälfte an Kontrakten gehandelt worden wäre, wären beide Szenarien positiv. Ich glaube halt nicht, dass sich ein Profi auf so eine Kiste mit Optionen die so weit aus dem Geld sind einlässt und diese Kauft. Er weiß das der Zeitwertverlust in den letzten Tagen erbarmungslos zuschlägt.
Meist sind es doch Kleinanleger, die Scheine weit aus dem Geld kaufen, weil Sie meinen einen schönen Hebel zu haben, da die Scheine ja so billig sind (ich kann mich auch noch an meine ersten OS erinnern, da war es genauso. Was nur 0,01 kostet ist bei 0,02 schon 100% in Gewinn)
Weiterhin ist auch zu erwähnen das Profis wohl auf liquiden Handel setzen. Dies haben sie halt nur beim Future. Dort können sie mit Stops arbeiten, was bei Optionen nicht geht. Wer schon mal gesehen hat wie Optionen die weit aus dem Geld sind gepreist werden, der weiß, dass diese häufig eine riesen Spanne zwischen An- und Verkauf haben (z.B. 0,1 zu 99,00), obwohl der faire wert bei z.B. 30 liegen würde. Erst wenn man den einen QuoteRequest über seinen Broker an die Eurex bringt, werden Kurse gestellt die eher dem entsprechen was die Option wert ist. Allerdings kann man da mit 50 oder 100 er Lots handeln und keinesfalls die 40.000 abdrücken.
Wie gesagt, meine Meinung, aber möglicherweise habe ich etwas nicht bedacht.
Zum ersten Teil deiner Frage: Ich muss zugeben diesn nicht ganz verstanden zu haben. Ich habe noch nie mit Black Scholes den richtigen Preis (zu dem Handel stattfindet) ermitteln können. Das lag wohl immer daran, dass der MM eine andere implitite Vola genommen hat wie ich.
gruß
ediric