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    Die alte Kaufmannsweisheit „Der Gewinn liegt im Einkauf“ gilt auch an den Finanzmärkten. So belegen zahlreiche Studien, dass unterbewertete Aktienmärkte langfristig deutlich höhere Wertzuwächse als hoch bewerte erzielen. Für Investoren ist es deshalb naheliegend, die Bewertungsniveaus verschiedener Länder zu vergleichen und sich anschließend vorzugsweise in Ländern mit attraktiven Bewertungen zu engagieren. Teure sollte man dagegen meiden.


    Vergleicht man beispielsweise alle etablierten Aktienmärkte anhand des Kurs-Buchwert-Verhältnisses zeichnen sich aktuell asiatische Märkte wie Singapur oder Korea durch besonders attraktive Bewertungen aus, während Dänemark und die USA teuer erscheinen. Doch sind wirklich alle Länder untereinander gleichermaßen gut vergleichbar?


    Spezialfall Dänemark

    Gerade der Fall Dänemark wirft Zweifel auf. So wird der dänische Aktienmarkt ungewöhnlich stark vom Healthcare-Sektor dominiert. Während dieser Sektor im Weltaktienmarkt gerade einmal einen Anteil

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    Value schlägt Wachstum! In der Börsengeschichte haben Value-Aktien langfristig stets eine deutlich höhere Rendite als Wachstumsaktien erzielt, das belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien. Investieren in günstig bewertete Unternehmen, kaufen am Tiefpunkt – das Prinzip hört sich einfach an. Doch woher wissen Value-Investoren, ob und zu welchem Zeitpunkt die Bodenbildung einer Aktie einsetzt und ab wann sich eine Value-Investition auszahlt? Nicht jede optisch attraktive Aktie erweist sich als lukrative Investition.


    Generell lassen sich Value-Aktien in drei verschiedene Typen klassifizieren: Fast Winner sind Aktien, die nach dem Kauf direkt zu steigen beginnen. Unter Late Winnern versteht man hingegen solche Value-Aktien, die nach dem Kauf zwar ansteigen, allerdings erst nach einer längeren Periode der Ereignislosigkeit. Die sogenannten Value Traps umfassen dagegen diejenigen Value-Aktien, die überhaupt nicht mehr ansteigen und letzten Endes vielleicht sogar insolvent gehen.

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    Der deutsche Aktienindex hat sich in den letzten fünf Jahren seit seinem Tiefstand im März 2009 mehr als verdoppelt. Allein 2013 hat der DAX einen Wertzuwachs von über 25 Prozent erzielt. Bedauerlich ist nur, dass kaum ein Anleger hiervon profitiert hat. Die jüngste BVI-Statistik dokumentiert, dass deutsche Anleger auch 2013 Nettoverkäufer von Aktienfonds waren - mehr als 6 Mrd. EUR wurden abgezogen.


    Dass Investoren häufig zum falschen Zeitpunkt ein- und aussteigen, ist nachweislich keine Seltenheit. Doch lassen sich lukrative Kaufgelegenheiten und Gefahren an den Aktienmärkten überhaupt im Vorfeld identifizieren? Die Prognosequalität der Kapitalmarktexperten lässt hieran Zweifel aufkommen. So besteht kaum ein Zusammenhang zwischen den regelmäßig zum Jahresende veröffentlichten Marktprognosen für das kommende Jahr und der tatsächlich folgenden Wertentwicklung. Bereits die Frage ob im folgenden Jahr Aktienkurse eher steigen oder fallen, ist scheinbar kaum zu beantworten. So

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    Sollten Investoren Aktien anhand der erwarteten Wachstumsraten auswählen oder besser auf traditionelle Fundamentalkennzahlen wie das bereits von Graham genutzte Kurs-Buchwert-Verhältnis setzen? Die folgenden Ausführungen gehen dieser Frage näher auf den Grund und zeigen die Gefahren prognostizierter Wachstumsraten.


    Der Wert eines Unternehmens bestimmt sich maßgeblich anhand seines zukünftigen Gewinnwachstums. Die Mehrzahl institutioneller wie auch privater Investoren bevorzugen deshalb Aktien mit hohen prognostizierten Umsatz- oder Gewinnwachstumsraten. Verständlicherweise wissen Investoren ihr Vermögen lieber in Unternehmen mit glänzenden Zukunftsperspektiven als in potentiallosen Aktien. Doch wie so oft an den Finanzmärkten irrt sich auch hier die Masse. Zahlreiche Studien belegen das Gegenteil: Die für wachstumsstark gehaltenen Unternehmen steigern nicht das Wachstum eines Depots - sie bringen es zum Erliegen!


    Bereits 1996 machte der US-Wirtschaftswissenschaftler Rafeal LaPorta

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    Rückblick auf unsere Markteinschätzung in 2008: "Der Dow Jones erlebte am 10. Oktober 2008 gleich vier Kursveränderungen von über 600 Punkten in jeweils entgegengesetzte Richtungen. In solch volatilen Zeiten drängt sich die Frage auf, inwieweit Aktienkurse noch von fundamentalen Faktoren bestimmt werden.Wenn fundamentale Beweggründe in den Hintergrund des Börsengeschehens treten und Angst oder Gier die Kontrolle übernehmen, eröffnen sich häufig interessante Investitionsgelegenheiten.


    Mittlerweile findet sich die Finanzkrise auf den Titelseiten unzähliger Magazine, als Gesprächsthema bei Stammtischen und im Supermarkt. Unweigerlich drängt sich der Vergleich zu 2000 auf, nur ist es heute nicht die Euphorie, die die Bevölkerung beschäftigt, sondern die Panik der Finanzkrise. Ob wir die Tiefstände bereits gesehen haben, ist unmöglich zu prognostizieren. Die Erfahrung zeigt jedoch eines: eine langfristige Investition in niedrig bewertete Substanzwerte in Zeiten der Panik und des

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    Aktienmärkte zeichnen sich durch ein hohes Maß an Volatilität aus. Auf Phasen geringer Erträge oder gar Verluste folgen immer wieder auch längere Phasen mit überdurchschnittlichen Wertzuwächsen. Nur selten ist eine stetige Kursentwicklung zu beobachten. Gleichwohl konnten Investoren mit langem Anlagehorizont überdurchschnittliche Renditen erzielen. Sehr deutlich wurde dies erneut in den neunziger Jahren und zu Beginn dieses Jahrzehnts. Trotz Platzens der spekulativen Blase in den Jahren 2001/2002 konnte ein Investor, der bereits zu Beginn der neunziger Jahre in Aktien investiert hatte, beachtliche Erträge erzielen. So ist der S&P500 bei einer Volatilität von rund 14 Prozent p. a. in den Jahren von 1990 bis 2003 um gut 11 Prozent gestiegen. Im Euro-Raum gehörten Aktien in diesem Zeitraum bei einer vergleichbaren Schwankungsbreite mit einem Ertrag von gut 8 Prozent ebenfalls zu den Anlageformen mit der höchsten Rendite.


    Wesentlich ungünstiger fällt dagegen die Betrachtung für

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    Stand: 22.11.2004


    Die amerikanische Ratingagentur Morningstar fand heraus, dass im Mittel gerade einmal 20 Prozent der professionell gemanagten Investmentfonds langfristig die Aktienindices schlagen. Professor #Malkiel von der Princeton-University bestätigte diese Ergebnisse mehrfach und folgerte, dass es „derzeit keine wissenschaftlichen Beweise [gibt], die darauf verweisen können, dass die Investmentperformance von professionell gemanagten Portfolios als Gruppe in irgendeiner Weise besser war als die von zufällig ausgewählten Portfolios“. Seiner Meinung nach könnte ein „blinder Affe Dartpfeile auf die Finanzseiten ei ner Zeitung werfen und so ein Portfolio zusammenstellen, das ebenso erfolgreich wäre wie eines, das von Experten sorgsam zusammengestellt worden ist“. Obwohl diese, mit der Theorie effizienter Kapitalmärkte im Einklang stehenden Ergebnisse nahe legen, dass überdurchschnittliche Aktienerträge auf längere Sicht selbst mit hohem Aufwand kaum zu erzielen

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    Öffentlichkeitswirksame Bilanzskandale wie Enron, Flowtex oder Sunbeam haben in den letzten Jahren zunehmend Zweifel an der Berichterstattung von Unternehmen aufkommen lassen und die internationalen Finanzmärkte verunsichert. Oft führten fragwürdige Bilanzierungspraktiken und das unsachgemäße Ausnutzen von Beurteilungsspielräumen dazu, dass die im Jahresabschluss dargestellte Situation eines Unternehmens von der tatsächlichen abwich und als Folge zahlreiche Investoren wie auch Gläubiger empfindliche Verluste hinnehmen mussten.


    Bilanzkosmetik und Bilanzmanipulationen sind jedoch nicht die einzigen Ursachen dafür, dass das financial reporting seiner Aufgabe, Investoren in ihrer Entscheidungsfindung bestmöglichst zu unterstützen, nicht immer gerecht wird. Selbst eine regelkonforme Anwendung der US - amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften ist kein Garant dafür, dass der Jahresabschluss die wirtschaftliche Verfassung eines Unternehmens zutreffend widerspiegelt, wie

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    Das Gläubigerschutzprinzip dominiert noch immer zahlreiche kontinentaleuropäische Bilanzierungsvorschriften. Ein Hauptgrund dafür ist die historisch starke Bedeutung der Kreditfinanzierung für Unternehmen im europäischen Raum und die daraus resultierende einflussstarke Stellung von Kreditgebern im Verlauf der Entstehung der Bilanzierungsgrundsätze.


    Im Sinne des Gläubigerschutzgedankens ist eine Rechnungslegung, die Fremdkapitalgeber wie Banken oder Lieferanten möglichst wirkungsvoll vor Vermögensverlusten schützt und damit eine Bedienung ihrer gewährten Kredite sicherstellt. Im HGB verankert das Vorsichtsprinzip, welches sich im Realisations-, Imparitäts-, Anschaffungswert-, Maßgeblichkeits-, und Einzelbewertungsprinzip niederschlägt, den Gläubigerschutzgedanken. Diese Grundsätze setzen Unternehmen einerseits in die Lage stille Reserven anzulegen und führen andererseits dazu, dass Gewinne durch Nichtausschüttung längerfristig im Unternehmen verbleiben. Diese

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