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    Das Gläubigerschutzprinzip dominiert noch immer zahlreiche kontinentaleuropäische Bilanzierungsvorschriften. Ein Hauptgrund dafür ist die historisch starke Bedeutung der Kreditfinanzierung für Unternehmen im europäischen Raum und die daraus resultierende einflussstarke Stellung von Kreditgebern im Verlauf der Entstehung der Bilanzierungsgrundsätze.


    Im Sinne des Gläubigerschutzgedankens ist eine Rechnungslegung, die Fremdkapitalgeber wie Banken oder Lieferanten möglichst wirkungsvoll vor Vermögensverlusten schützt und damit eine Bedienung ihrer gewährten Kredite sicherstellt. Im HGB verankert das Vorsichtsprinzip, welches sich im Realisations-, Imparitäts-, Anschaffungswert-, Maßgeblichkeits-, und Einzelbewertungsprinzip niederschlägt, den Gläubigerschutzgedanken. Diese Grundsätze setzen Unternehmen einerseits in die Lage stille Reserven anzulegen und führen andererseits dazu, dass Gewinne durch Nichtausschüttung längerfristig im Unternehmen verbleiben. Diese

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