Blog Articles Tagged with “Bilanzanalyse”

    Öffentlichkeitswirksame Bilanzskandale wie Enron, Flowtex oder Sunbeam haben in den letzten Jahren zunehmend Zweifel an der Berichterstattung von Unternehmen aufkommen lassen und die internationalen Finanzmärkte verunsichert. Oft führten fragwürdige Bilanzierungspraktiken und das unsachgemäße Ausnutzen von Beurteilungsspielräumen dazu, dass die im Jahresabschluss dargestellte Situation eines Unternehmens von der tatsächlichen abwich und als Folge zahlreiche Investoren wie auch Gläubiger empfindliche Verluste hinnehmen mussten.


    Bilanzkosmetik und Bilanzmanipulationen sind jedoch nicht die einzigen Ursachen dafür, dass das financial reporting seiner Aufgabe, Investoren in ihrer Entscheidungsfindung bestmöglichst zu unterstützen, nicht immer gerecht wird. Selbst eine regelkonforme Anwendung der US - amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften ist kein Garant dafür, dass der Jahresabschluss die wirtschaftliche Verfassung eines Unternehmens zutreffend widerspiegelt, wie

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    Das Gläubigerschutzprinzip dominiert noch immer zahlreiche kontinentaleuropäische Bilanzierungsvorschriften. Ein Hauptgrund dafür ist die historisch starke Bedeutung der Kreditfinanzierung für Unternehmen im europäischen Raum und die daraus resultierende einflussstarke Stellung von Kreditgebern im Verlauf der Entstehung der Bilanzierungsgrundsätze.


    Im Sinne des Gläubigerschutzgedankens ist eine Rechnungslegung, die Fremdkapitalgeber wie Banken oder Lieferanten möglichst wirkungsvoll vor Vermögensverlusten schützt und damit eine Bedienung ihrer gewährten Kredite sicherstellt. Im HGB verankert das Vorsichtsprinzip, welches sich im Realisations-, Imparitäts-, Anschaffungswert-, Maßgeblichkeits-, und Einzelbewertungsprinzip niederschlägt, den Gläubigerschutzgedanken. Diese Grundsätze setzen Unternehmen einerseits in die Lage stille Reserven anzulegen und führen andererseits dazu, dass Gewinne durch Nichtausschüttung längerfristig im Unternehmen verbleiben. Diese

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