Beiträge von Guntfred

    Solche Wetten sind halbwegs typisch für Rückversicherungen. Man wettet das bestimmte Ereignisse innerhalb eines Zeitraums nicht eintreten. Kein Erdbeben in SF, keine Hurricanes, kein Kernkraftwerk geht hoch usw.
    Der Witz ist bloß, die Prämien müssen hoch genug sein, die Summen müssen stemmbar sein und es muss unbedingt unkorreliert sein.
    Das ist der Hauptunterschied zu Finanzwetten. Abgesehen davon, dass im Finanzbereich die Wahrscheinlichkeiten bzw. Erwartungswerte schwer bestimmbar sind, ist das Wissen über Korrelationen miserabel, oft stellen sie sich aber als hoch heraus, obwohl die ach so tollen Modelle keine Korrelation prognostiziert haben.
    Es ist aber erstens plausibel und zweitens empririsch halbwegs belegbar, das Erdbeben und und Wirbelstürme nicht korreliert sind. Das könnte man also richtigmachen.

    ok, jetzt verstehe ich deine Standpunkt schon besser.

    Nebenbei bemerkt halte ich eine wirksame Erbschaftssteuer für sinnvoll. Ist ja ok, wenn einer durch Geschicklichkeit, Glück, sparen oder kluge Entscheidungen schon vor 65 nicht mehr arbeiten muss.(Ich lasse "harte Arbeit" mal weg. Es gibt mir zu viel harte Arbeit, die miserabel bezahlt wird). Aber sowas muss sich nicht auf weitere Generationen übertragen.

    Joe

    Ich habe in deinem vorherigen Posting den Eindruck bekommen, dass du vom Zustand des Privatiers eigentlich aus moralischen Gründen nicht viel hältst. Was auch erklären mag, warum du dann vorher oder nachher wenig Ansprüche an ein richtiges Verhalten anlegst. Sehe ich anders, aber egal.

    Was ich aber nicht so ganz verstehe: Du scheinst einen Zustand anzustreben, den du gleichzeitig geringschätzt. Warum? Hat dir irgendjemand eingeredet, man soll anstreben Privatier zu sein, aber eigentlich hältst du es für falsch? Wenn du das nicht für richtig hältst, dann mach es doch nicht. In mancherlei Hinsicht ist das Leben viel einfacher und übersichtlicher, wenn wie alle ganz normal jeden Tag zu Arbeit geht.

    Ich möchte hier mmi unterstützen.

    Ich selbst bin reich. Das heißt für mich vor allem ich muss nicht arbeiten. Das heißt für mich aber auch, ich muss die Steuer nicht bescheißen, muss nicht lügen, muss anderen kein Risiko aufbürden und nicht in Gefahr bringen. Wenn ich das doch tun sollte, bin ich ein asoziales Arschloch und ich sollte auch so genannt werden.

    Ich denke Joe sollte hier vielleicht noch mal in sich gehen und überlegen wie die Welt aussieht, wenn man seinen Vorschlägen folgt. Und ob er selbst Lust hätte darin zu leben.

    Sorry, habe gerade schlechte Laune.

    nixda
    Aber war nicht sonst die Definition Sparquote entspricht Investitionsquote? Oder besser gesparte Summe=investierte Summe.
    Was ja nicht ginge, wenn das Gesparte nicht zur Investition zur Verfügung steht.

    Witchdream, das ist so ein Problem mit volkwirtschaftlichen Argumentationsweisen. Die akademischen VWLer haben seltsame Definitionen, die vom gesunden Menschenverstand zum Teil deutlich abweichen.
    Sie glauben, dass sparen und investieren die selben Seite einer Medaille sind. Was ich nicht konsumiere, steht anderen erst mal zur Verfügung, um es zu investieren.
    Sparen unter der Matraze "gilt nicht". Da wird das Geld dem Witschaftskreislauf entzogen, sowas ist nicht vorgesehen. Also kein Sparen.
    Paule denkt aber inzwischen bestimmt, das ist die einzig wahre und sichere Form von Sparen.

    Ebenso die Seltsame Ansicht der Wirtschaft als Nullsummenspiel. Klar, was ich produziere, benutzt ein anderer. Was ich (für ein Produkt zum Beispiel) bezahle behält ein anderer.
    Aber ich halte es für ganz entscheidend, was produziert wird (Sahnetörtchen versus Häuser) und ob der Preis "angemessen" ist. VWLer ist das meistens egal.

    Daher schielen sie meist auf Umsatzzahlen (wie das BIP), denn es wäre zugegebenermaßen sehr aufwändig, wenn man sich Gedanken machen müsste, ob der Wert (Nutzbarkeit und Lebensdauer) aller Produkte im Land in einem Jahr größer wird, wenn man den Verschleiß/Verbrauch abzieht.
    Und den Bestand an irgendwas zu erfassen ist auch sehr kniflig.

    Aber das finde ich immer die entscheidende Frage. Eine Volkwirtschaft, die auf der Produktion und Verzehr von Sahnetörtchen basiert, scheint mir Schwierigkeiten zu haben Volksvermögen (was immer das heißen soll) anzuhäufen, wenn wir aber Häuser bauen, stehen die lange rum und sind lange nutzbar, wenn man die schneller baut als sie zusammenfallen kann man Volksvermögen aufbauen.
    So mein unwissenschaftlicher Eindruck.

    Die Krisenerklärung von nixda ist aber sehr schön und klar formuliert und m.E. zu einem großen Teil richtig.

    Ich hatte an ING geschrieben, wegen dem Listing an anderen deutschen Börsen. Hier ist die Antwort:

    Thank you for your question. In Germany, ING Groep shares are officially listed on the Frankfurt Stock Exchange. But upon a broker's initiation, they may also be included in trading on a regulated unofficial market (Freiverkehr). Currently, ING shares are admitted to trading in Freiverkehr on the stock exchanges in Berlin-Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München and Stuttgart.


    Whether this unofficial listing will continue, is beyond our control. But it is my understanding that the Freiverkehr does not necessarily end when the Frankfurt listing ends. Please note that after the partial voluntary delisting ING shares will still be traded on the Amsterdam, Brussels and New York stock exchanges.


    I suggest you contact your bank to discuss the possibilities of trading in ING shares after our delisting from the Frankfurt stock exchange has been completed.

    Kind regards,

    Raymond Vermeulen

    Ich dachte in welches Segmant die Aktie eingeteilt hat, liegt nur an irgendwelchen (beliebigen) Qualitäts bzw. Publitzitätstandards.
    Oder gibt es sonst auch noch große Unternehmen, die es nur im Freiverkehr gibt?

    Klingt total bescheuert. Zumal die auch auf Xetra, München, Stuttgart, Hannover gelistet sind. DAS wäre sicherlich verzichtbar, aber Frankfurt ist für meine Begriffe sehr liquide. Ich frage mich, was das soll.
    Kann sein, sie meinen ganz Deutschland, sind aber unfähig eine klare Mitteilung zu schreiben.

    nixda
    1. Naja, theoretisch besteht die Gefahr vielleicht. Aber heutzutage ist es praktisch unmöglich ein Unternehmen in ein anderes Land zu transportieren ohne die Mitarbeiter und ihr Wissen mitzunehmen. Und das klappt nur wenn sie halbwegs einverstanden sind. Wenn man - wie nach einem Krieg als Reparation - heute eine Fertigungsstraße abbaut und woanders wieder aufbaut würde man nicht viel erreichen.
    2. Privatisierung macht m.E. vor allem dann Sinn, wenn damit zu rechnen ist, dass das Unternehmen privat besser geführt wäre.
    Als Bürger und Kunde will ich erstmal, dass die Bahn einfach mal besser wird. Wenn sie dann noch Steuern zahlt ist das nur ein Bonus.
    3. Da hast du wahrscheinlich recht.
    4. Hier verstehe ich nicht genau was du meinst. Findest du ein Problem, wenn Deutschland im Ausland investiert, oder umgekehrt. Fändest du es auch problematisch, wenn es gleichmäßig über kreuz passiert? Eigentlich fände ich das aus verschiedenen Gründen gut.
    5. Ja könnte er. Ist im Moment auch nicht unwahrscheinlich. Aber ist das überhaupt die Aufgabe des Staates?

    Joe, ich glaube du hast da was missverstanden. Sarkozy schlägt einen Staatsfond vor um zu verhindern, dass französische Unternehmen von bösen Ausländern übernommen werden. Nein, eigentlich nur von Ausländern, böse ist das für ihn automatisch.
    Das haben Merkel und Steinbrück als absurd zurückgewiesen. Zu Recht.
    Ich habe Aktien aller Herren Länder. Denen soll das aber verboten werden? Geht's noch?

    Haben denn überhaupt so viele Leute Einlagen bei Lehman gehabt? Ich habe von deren Aktivitäten hier in D noch nie was mitgekriegt. Haben die sich überhaupt hier um Privatkunden bemüht und von denen Geld auf eigene Konten genommen?

    Wenn, wie der Artikel sagt, 6 Mrd fällig sein könnten, müsste 300.000 mal der Betrag von 20.000 Euro gezahlt werden. Das war doch die Grenze, oder?

    Die hatten doch niemals hier so eine Zahl von Kunden? Oder ich verstehe was falsch.

    Edit:
    Die ftd nennt dieselbe Summe
    http://www.ftd.de/unternehmen/fi…ock/414657.html
    Dort steht auch "Je Kunde sind bis zu 285 Mio. Euro abgesichert"
    Das würde die Höhe erklären.

    Soweit ich es verstanden habe, ist die AIG vor allem eine normale Versicherung. Bondversicherung ist nur ein Zusatzgeschäft gewesen. Unter anderem haben wohl viele amerikanische Haushalte eine Versicherung gegen Hurrikanschäden bei der AIG, auch ein politischer Grund sie nicht untergehen zu lassen.

    Ist nicht antizyklisches Investieren das genaue Gegenteil von "Blasen-Investment" also Trendfolge Systemen?

    Man kann antizyklisches Investieren zum Beispiel so begründen:
    "Ich habe keine Ahnung, was der nächste Hype sein wird und was in Mode kommt. Daher kaufe ich Dinge die bereits aus der Mode sind. Da habe ich eine gewisse Möglichkeit, dass es wieder beliebt und noch unpopulärer kann es kaum werden."

    Trendfolgesysteme funktionieren im Rückblick ja immer gut, weil man keine Aufmerksamkeit auf die vielen "Fehlsignale" mehr richten muss.

    Ich weiß für mich selber, das ich Microsoft in den frühen 80gern nicht für eine interessante Firma gehalten hätte, und ich habe, wie viele andere, den Immobilien Boom in Spanien USA und England zwar bemerkt habe, hätte damit aber kein Geld verdienen können, weil keine Ahnung wanns rum ist.

    Ich habe aktuell keinerlei Ahnung was dieser Fond besitzt. Aber es ist vermutlich ein gutes Beispiel dafür, wie historische Volatlitäten KEINERLEI Aussage über zukünftiges Risiko treffen.
    Dein Bankberater oder auch der Standard BWLer setzt aber - jedenfalls in der Vergangenheit - Risiko und Vola gleich.
    Manche davon werden aber gerade schlauer.

    Ich habe im Januar 235$ bezahlt. Ich habe den wagen Eindruck, das ist eine ziemlich kleine Klitsche und sie würfeln die Preise aus.
    Oder auch: Sie nehmen was sie kriegen.
    Probiers ruhig mal mit jammern über die Erhöhung, da bestehen sicher Chancen.