Bei diesem Thema muss man Retailer und Produzenten ganz klar voneinander trennen, aber das nur mal am Rande.
Prinzipiell hat man es als Billigproduzent in der Lebensmittelbranche nicht einfach, da man keinen tiefen Burggraben hat. Es muss eigentlich nur ein Konkurrent mit z.B. einem günstigeren Herstellungsprozess daherkommen und schon ziehen dicke Wolken auf. Dazu kommt noch eine tendenziell niedrige Marge.
Außerdem ist der Innovationsdruck mittlerweile auch bei private label Artikeln recht groß geworden. Diese müssen auch bei Aldi oder Lidl hohe Standards erfüllen, was das Geschäft ebenfalls nicht einfacher macht, da man auch entsprechend in R&D investieren muss.
Natürlich haben die Hersteller von Markenartikeln mit den private labels zu kämpfen. Aber auch hier weht teilweise schon ein anderer Wind. Es gibt sehr viele Beispiele dafür, dass neben den Markenartikeln unter dem selben Dach auch private label Produkte hergestellt werden. Zwar sind hier die Margen nicht so rosig und man schneidet sich dadurch teilweise ins eigene Fleisch, allerdings kann man auch sehr günstig produzieren, da das know-how, die Herstellungsanlagen und alles drumherum schon steht, und man im Prinzip nur die selben Prozesse mit billigeren Rohstoffen ablaufen lässt. Dagegen sieht ein reiner private-label Hersteller recht alt aus.
Aber das alles hat natürlich keine Allgemeingültigkeit und man muss auch innerhalb der Lebensmittelbranche von Produkt zu Produkt differenzieren.