Beiträge von provinzler

    Der scheint mir eher eine neue Version des Angriff Steiners zu werden.

    Man braucht ja eben genau diesen Potemkinschen Krieg, um der Bevölkerung die weitere Verschuldung vermitteln zu können, die nötig ist um nicht zugeben zu müssen, dass man die letzten 15 Jahre gewaltigen Mist gebaut hat. Die bisherige Mittelverwendung (93% laut Bundesbank war im Oktober zu lesen), dient ja eher dem Stopfen der vorhandenen Haushaltslücken und nebenbei kann man noch ein paar andere Unannehmlichkeiten für die politische Klasse ein wenig schleifen. Handeln spricht da deutlich lauter als Sonntagsreden.

    Wie ist eigentlich die Lage in Uruguay? Das galt doch immer als recht stabil.

    Kann ich aktuell nicht wirklich viel dazu sagen. Meine Informationen hier beziehe ich aus derm Zusammenspiel eigener Beobachtungen, Erkenntnissen aus Gesprächen mit Einheimischen und der Lektüre der offiziellen Wirtschaftsdaten. In Summe ergibt das dann doch ein einigermaßen rundes Bild.

    eine bekloppte Idee, aber eigentlich sollte man in der aktuellen situation, anstatt argentinische Aktien lieber ganze Immos-Blöcke oder Ferienhäuser kaufen. Natürlich wenn möglich für Ausländer

    Mal abgesehen von den bereits anderweitig beschriebenen Probleme hast du in Argentinien noch andere Herausforderungen. Historisch gesehen hast du in den letzten 80 Jahren einen regelmäßigen Wechsel zwischen sozialistisch-protektionistischen Peronisten/Kirchneristen und marktliberalen Regierungen. Selbst nach zwei Jahren Milei gibt es noch massive Devisenbewirtschaftung und als Ausländer deine etwaigen Gewinne aus dem Land zu bekommen ist nicht so leicht. Milei hat den Wohnungsmarkt stark dereguliert, aber sollte wieder eine Kirchner-Regierung an die Macht kommen, kannst du davon ausgehen, dass die Mieten stark reguliert werden bei gleichzeitig ausgeprägter Inflation. Die Inflation beträgt aktuell "nur" ca. 2-3% pro Monat, folglich horten die Argentinier fast 300 Milliarden US-Dollar auf Auslandskonten oder unter der Matratze (in Buenos Aires im kleineren Umfang auch Euro und Pfund):

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    Weitere Beobachtungen:


    In Buenos Aires und der angrenzenden Provinz regieren anscheinend weiter die Kirchneristen. Der öffentliche Nahverkehr ist gut und zumindest als Tourist auch nachgerade absurd günstig, personell aber brutal überbesetzt. Da turnen an jeder U-Bahn-Haltestelle 2-3 Leute rum trotz elektronischer Drehkreuze und für die Sicherheit sind die eher auch nicht zuständig. Die meiste Zeit hocken die da ziemlich gelangweilt in der Gegend herum. Ich nehme an das sind so Jobs, mit denen die Partei der Kirchners sich politische Loyalität erkauft, betriebswirtschaftlich aufgehen kann die Nummer nie und nimmer. Während meines Aufenthalts gab es hier auch eine Großdemo gegen das neue Arbeitsgesetz, mit dem u.a. der Kündigungssschutz gelockert und die Höchstarbeitszeit erhöht wird.

    Ein Teil des ausgewiesenen Wirtschaftswachstum geht auf eine langsame, seeeeehr langsame Rückkehr von Teilen der Cash/Dollarbasierten Schattenwirtschaft in die regulären Kreisläufe zurück. Fährt man aus Buenos Aires mit dem Bus in die Provinz, fährt man durch eine Art "Rust Belt" mit vielen halb verfallenen und verlassenen Fabrikgebäuden, die einzigen Geschäfte die noch laufen, sind die Tankstellen.

    Die (offizielle) Beschäftigung ist in den letzten 2 Jahren um ca. 500k gestiegen, der private Sektor hat bislang die Kürzungen im Staatssektor leicht überkompensiert, allerdings bei real schlechteren Löhnen und Arbeitsbedingungen. Allerdings ist der Peso immer noch überbewertet und die politische Lage auch aufgrund der Zahlungsbilanzprobleme, die ein Erbe der Vergangenheit sind, sehr fragil. Vor ca. 10 Jahren gab es eine große Amnestie wo viele Leute ihre inoffiziellen Bardollars in den normalen Umlauf gebracht haben, dann kamen die Kircheristen wieder an die Macht und haben nachträglich eine 40% Steuer erhöben. Nachdem auch schon mal Anfang der 00er Jahre Bankguthaben in Dollar in Pesos zwangskonvertiert wurden, ist das Misstrauen in die Regierung daher ingesamt sehr hoch.

    Das ist ja noch antizyklischer Treibstoff für später, wenn der wohlstandsinduzierte Kaufrausch einsetzt ;-)

    Was freilich noch ein Weilchen dauert wird. Gemessen an den üblichen Einkommen sind die Preise selbst in Supermärkten in Buenos Aires ziemlich happig. Grob kann man sagen, Produkte haben ähnliche Preise wie in Europa, alles was mit Dienstleistungen (Hotels, Restaurants) zu tun hat, also stark lohnabhängig ist, ist etwas günstiger.

    Zudem gibt es durch den Wegfall vieler Subventionen z.B: für die Busse mit denen viele zur Arbeit pendeln grade nicht unwesentliche Strukturanpassungskosten. Die Stimmung scheint aktuell überwiegend positiv, zumindest soweit ich das bislang mitbekommen habe.

    Schöne Grüße aus Argentinien

    Ich hätte sagen sollen unsere gebeutelten Autoaktien...

    ...mein Depot ist natürlich auch am ATH, wäre ja übel wenn nicht in solchen Zeiten.

    Wobei selbst Autoaktien nicht stimmt.
    Inklusive Chinesen sind auch die fett im Plus.
    Genaugenommen ist nur BWM -5% im Minus noch, und Stellantis, die doofe Kröte, mit -25%.
    Sixt bei mir 10% im Plus. VW 0/0.
    Aber man wird gierig, ich will jetzt langsam mal Fahnenstangen sehen :evil:

    Hab nur BMW und die sind kurstechnisch ca. bei +5%. Angesichts der nun doch schon längeren Zeit im Depot nicht unbedingt berauschend, aber immerhin gabs ja auch ganz nett Dividenden. Sixt liege ich ähnlich wie du.

    haha!

    Hammer Werbung. Sixt ist unschlagbar.

    Und bin auch bei beiden investiert.

    Mit etwas Glück finden ein paar Milliarden ihren Weg in die Autoindustrie, was meint ihr?
    Wegen Klima, Zukunft und so, mal wieder ne Abwrackprämie zum Beispiel, das wär doch ein schöner Katalysator für unsere gebeutelten Aktien. :-)

    Sprich für dich, ich kann mich angesichts der Einstandskurse nun wahrlich nicht beschweren. Depot ist nur unwesentlich (3% oder so) vom ATH entfernt, das vor ain paar Wochen war.

    Sorry, sind "nur" 1,7 Billionen, nicht 1,9. Wie die sich zusammensetzen können, wird hier erläutert:

    https://apollo-news.net/einigung-mit-d…en-euro-mglich/

    Eine relativ feste Größe in das Infrastruktur-Sondervermögen von 500 Mrd. €. Jenseits davon hängt die Verschuldung davon ab, wieviel für Verteidigung (ab Kosten von 1% des BIP), Inlandsdienste, Zivilschutz und Auslandshilfe geplant und per Verschuldung finanziert wird.

    Bedankt. Dafür hab ich dann noch was zum Lachen dabei.

    Disclaimer: BIn sowohl bei BMW als auch Sixt investiert.


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    Die maximal etwa 1,9 Billionen verteilen sich ja auf 12 Jahre (wenn ich richtig informiert bin). Also bis zu 160 Milliarden pro Jahr

    Ich habe da zwischenzeitlich ein wenig den Überblick zusammen, wie setzen sich diese knapp 2 Billionen zusammen?

    Dafür müßtet ihr aber auf Firmen mit einem möglichst hohen Inlandsanteil setzen. KSB hat glaub 77% und Hermle 63% Exportanteil. Sto könnte schon besser sein - wir wissen ja, daß nicht "das Klima" das Geld erhält.

    stimmt, das bekommen wie beim Ablasshandel 1.0 die Stellvertreter auf Erden...

    Wenn man der gestrigen Tagesschau glauben darf, dann werden mit dem Geld die Schul-Toiletten renoviert, damit die Kinder mit den Kulleraugen sich nicht mehr vor der Toilette grausen.

    Manche glauben auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

    Ich denke, die Baubranche (Strassen- und Brückenbau) wäre immer noch relativ günstig bewertet und würde jahrelang profitieren.

    Die Rüstungsbranche profitiert garantiert auch, scheint mir aber schon zu hoch bewertet zu ein.

    Ansonsten old economy (Stahl, Zement, usw.), Maschinenbau, Pumpen, die ganzen Zykliker im smallcap-Bereich.

    NB: Als Parallele fällt mir die Sto AG ein - die hat jahrelang profitiert von Merkels politischem Beschluss, die Fassadendämmung zu fördern.

    Die Zeiten in denen man unter "Infrastruktur" Straßen, Brücken oder selbst Glasfaserleitungen verstanden hat, sind doch lange vorbei. Heute sind es die "systemrelevanten" Eckpfeiler des politischen Geschäftsmodells, die bedient sein wollen, von irgendwelchen ÄnTschiOhhs über den globalen Import möglichst betreuungsbedürftiger Menschen bis hin zur Klimareligion an deren Altären wir gefälligst unseren Wohlstand opfern sollen. Man kann Energie zwar weder wenden noch erneuern, aber das muss man heute gar nicht mehr wissen um als "Äggspärte" herumgereicht zu werden.

    Nee, das stimmt m.W. nicht - das GDP bzw. BIP misst die Gesamt-Produktion eines Landes inklusive der Netto-Exporte:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Gross_dom…diture_approach

    https://www.deltavalue.de/bruttoinlandsprodukt-bip/

    Das U entspricht also dem Umsatz der US-Firmen inklusive ihrem Export.

    Die Hauptschwäche beim Buffett-Indikator sehe ich darin, dass er bei dieser, seiner KUV-Variante das GDP als U verwendet, und das GDP besteht auch aus den Umsätzen von nicht-börsennotierten Firmen. Ein puristisches KUV aus allen börsennotierten Firmen wäre sicherlich präziser, aber auch schwerer zu ermitteln. Ich würde den Buffett-Indikator als "quick & dirty"-Variante des US-amerikanischen KUV sehen.

    US-Firmen produzieren aber auch im Ausland, schlicht aufgrund der Länge der jeweiligen Lieferketten und die zugehörigen Umsätze tauchen im BIP überhaupt nicht auf. Umgekehrt hat die Wertschöpfung in Spartanburg ja auch nichts mit dem deutschen BIP zu tun, auch wenn es Umsätze bei BMW sind. Je größer die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Volkswirtschaften, desto begrenzter imho die Aussagekraft des Indikators.

    Viele produzieren ja auch im Ausland für den US-Markt aus Kostengründen (sagen wir mal Apple), also Umsatz in USA, Wertschöpfung in Asien.

    Ich habe vor anderthalb Jahren mein Invest in Alibaba mit sattem Verlust aufgelöst, weil mir das politische Risiko hinsichtlich eines ähnlichen Szenarios wie bei den russischen Werten (die früher mal gehaltene Sberbank hatte ich 2022 glücklicherweise nicht mehr) zu groß wurde. Die Taiwan Nummer wird irgendwann in den nächsten Jahren kritisch werden fürchte ich.

    Admiral erscheint vom ev/sales verhältnis mit 3,x immer noch teuer ggü. allianz oder mürü mit etwa 0,6.


    oder ist das ein anderes geschäftsmodell?

    Die Geschäftsmodelle sind nicht ansatzweise vergleichbar.

    Allianz ist ein Erstversicherer, dersowohl P&C als auch Lebensgeschäft betreibt, die Münchner Rück ist überwiegend ein Rückversicherer, der aber auch in kleinerem Maßstab Ersversicherung betreibt, mit einer eher kleinen Lebensparte und Admiral ist (fast) ausschließlich P&C Versicherer, der zudem den Kapitalanlageaspekt des Geschäfts weitgehend an die Rückversicherer (prominent Great Lakes) ausgelagert hat, in dem man über entsprechende große Quotenverträge die Risiken weitergibt, sich auf profitables Underwriting beschränkt, damit wenig Kapital braucht und sich die Gewinn noch mit einer Art "Kickbacks" (im Jargon "Staffelprovision") aufbessert, wenn man besonders lukratives Geschäft an die RVs liefert.

    Disclaimer: Münchner Rück ist mein ältester noch im Depot verbliebener Wert, befindet sich dort unverändert seit etwas über 14 Jahren mit einem Einstandskurs von 112 Euro. Admiral hatte ich vor etwa 10 Jahren mal bei um die 16 Euro eine Position gekauft und in den Jahren 2022/23 bei um die 23 Euro gewaltig aufgestockt, sodass es heute mit ca. 25% Depotanteil meine größte Position im Depot ist.

    Natürlich ist es rückwirkende Besserwisserei. Aber trotzdem interessant, dass 47 europäische Banken zusammen seit 2022 besser abgeschnitten haben als die Mag.7.

    Leider werden in dem Artikel mit HSBC und Santander nur 2 Banken namentlich erwähnt, so dass er nicht unbedingt lesenswert ist. Er bestätigt lediglich was hier auch schon geschrieben wurden: dass die Banken (inkl. Dt. Bank) ihre Tiefs hinter sich gelassen haben.

    Ist der Tatsache geschuldet, dass es wieder Zinsen gibt.

    Macht sich auch bei der Auftragsvergabe an Dienstleister bemerkbar. Die Budgets für z.B. IT-Projekte sind seit 2 Jahren wohl merklich höher als in der Dekade davor.