Beiträge von BlueRacer

    Hallo Winter,

    du hast vollkommen recht die Geschäftsberichte bei Nordwest waren schon immer ein krasse Verzerrung der Geschäftsentwicklung. Bei mir sind sie alleine deshalb aus dem Depot geflogen, weil ich mich nicht immer wieder belügen lassen wollte. Im Gegensatz zu Kögel, hier waren die GB auch immer ein Lügenblatt, bin ich hier sogar mit Gewinn rausgekommen.
    Inzwischen fliegen bei mir alle Aktien aus dem Depot, wenn ich das Gefühl habe ich werde jedes Jahr aufs Neue angeschwindelt.

    Wir sind so dumm.
    Es ist ganz oft (um nicht zu sagen immer) so, dass für Aktien von exotischen Märkten bei einem Handel in Deutschland erhebliches Aufgeld bezahlt wird.
    Du kannst ja mal rechnen, ob sich ein Arbitragegeschäft lohnen wird, ist aber sicher nicht so einfach und wie es mit ADRs geht, wenn man in Russland die Originalaktie kauft weiss ich nicht.

    Ich hab mal eine Frage:
    Die MG Technologies Finanve unterbreitet ein Kaufangebot zu 104% für Ihre Anleihe 505705. Kurs aktuell 103,9 %.

    Was kann der Grund sein, dass Gesellschaften Ihre Anleihen zu diesen Bedingungen aufkaufen? Verstehe ich nicht ganz.

    Danke für Antworten.

    bäs

    auch darüber wird gestritten werden. Entscheidender Zeitpunkt für die Besteuerung könnte auch das Verkaufsdatum der Aktien sein. Dieser Termin liegt dann nach Inkrafttreten des Gesetzes und der Blanke Hans kassiert.
    Welcher Termin entscheidend für die Besteuerung sein wird (Kauf-oder Verkaufsdatum) werden sicherlich die Gerichte entscheiden müssen. Im Falle der Verländerung der Spekulationsfrist auf Immobilien (wurde vor ein paar Jahren mal auf 10 Jahre angehoben) ist meines Wissens wohl demnächst eine Grundsatzentscheidung fällig. Hier argumentiert der Bund so, dass der Verkaufstermin entscheidend ist, da zu diesem Zeitpunkt das Gesetz bekannt war, der Kläger argumentiert, dass zum Zeitpunkt seines Kaufs noch die kurze Spekulationsfrist galt.
    Wie auch immer, wirtschaftliche Probleme werden die rot-grünen Versager so nicht lösen können, aber es schafft wenigstens ein paar Arbeitsplätze bei den Juristen und das ist ja auch was.

    Hallo,

    wer kennt sich mit Hedgefonds-Zertifikaten aus. Die Dinger kommen im Moment ziemlich in Mode. Vielleicht sind wir da am Anfang einer Blase und man kann noch gut was mit verdienen.
    Jetzt im Ernst.
    Ich hab wirklich wenig Ahnung davon.
    Im Einzelnen interessiert mich:
    - gibt es Produkte die schon lange am Markt sind (mind. 5, besser mehr als 10 Jahre) mit guter historischer Performance
    -auf was muss ich beim Kauf achten (wie kann ich die Qualität eines solchen Zertifikates erkennen?)
    -welche Gesellschaft sollte man bevorzugen.

    Freu mich sehr über fundierte Antworten

    Gruss

    br

    Hallo spud,

    ich glaube ich kann es mir sparen, die Charts der letzten grossen Bärenmärkte hier reinzustellen, aber nach 10 Monaten haben die gerade erst angefangen. Schau dir doch mal die Indizes an, Dow, Nikkei, Dax und wie sie alle heissen, der Abwärttrend ist voll intakt. Auch wenn der kurzfristige sehr steile Trend der letzten Tage mal zuende geht, im grossen Bild gehen wir runter.
    Mit dem Kanonendonner geb ich dir recht, nur donnern sie mir noch nicht genug. Zumindest in meiner selektiven Wahrnehmung gibt es viel zu viele Optimisten (du bist einer davon).
    Ein eventueller Krieg gegen den Irak ist meiner Meinung nach genausso irrelevant wie es der 11. September war, oder auch der letzte Krieg gegen Saddam. Da schlägt unser Pegel mal aus (auch trau mir noch nicht mal die Richtung vorherzusagen u. U. gehen die Kurse dann auch hoch)aber es ist nur eine kleine Welle im grossen Ozean.

    Liebe Gruesse

    Blauer Sausser

    Welcher Meinung seid ihr heute wo wir stehen?
    Ich bin immer verwundert, dass die halbe Welt (dieses Forum eingeschlossen) immer wieder denkt, dass das letzte Tief das letzte war. Wir sind in einem Abwärtstrend (in der Grafik irgendwo zwischen 5 und 12, wahrscheinlich aber näher an der 5) und bis dieser nicht gebrochen ist (das wird sehr lange dauern) geht es bergab. basta.

    spud

    Was willst du denn? Wie lange soll denn eine Bearmarketralley dauern? Wir hatten eine von September 2001 bis März 2002 also ein halbes Jahr lang. Jetzt geht es wieder bergab. So ist das in Bärenmärkten. Und dieser hier wird noch lange so weitergehen. Im Moment ist jeder Tag ein guter Tag zum Verkaufen.

    Nicht traurig sein, auch in fallenden Märkten kann man verdienen, die Kursansteige muss man eben aussitzen.

    Will ich mal den Anfang machen.

    Das niederländische Verbrauchervertrauen sinkt auf den niedrigsten Stand seit 9 Jahren auf -27.

    M. E. beachtlich ist der Pessimusmus der Niederländer, wenn man ihre guten gesamtwirtschaftlichen Zahlen bedenkt.

    Für mich ist es kein Boden. Wo ich hinhöre fast nur Optimismus. Jetzt kommt noch eine Woche in der es nicht berab geht und schon sind Aktien wieder tolle Investments.
    Wir sind in einer Bearmarket-Rallye (die gut auch noch über 4000 gehen kann), die Tiefs dieses Jahres werden aber nicht die letzten gewesen sein.
    Solange georgelt wird ist die Kirche nicht aus. Und im Moment orgeln die Bären mit einem Bullenintermezzo.

    Vielleicht ist es für den ein oder anderen interessant, obwohl man Spekulationsgewinne wohl nur mit einem Put auf den Nemax50 erziehlen konnte.

    Der Deutsche Steuerberaterverband e.V., Berlin, rät Steuerpflichtigen, die im Jahr vergangenen Jahr Spekulationsgewinne erzielt haben, Einspruch gegen ihre Steuerbescheide einzulegen. Der Bundesfinanzhof und das Finanzgericht Köln haben zuletzt erklärt, dass sie die Besteuerung von Spekulationsgeschäften für verfassungswidrig halten. Bereits am 16. Juli 2002 hat der Bundesfinanzhof zu der Frage, ob die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen aus Wertpapiergeschäften verfassungsgemäß sei, die Einholung eines Schiedsspruch durch das Bundesverfassungsgericht gefordert. Ferner hält auch das Finanzgericht Köln mit seiner Entscheidung vom 25. Juli 2002 die Besteuerung von Grundstücks-Spekulationsgeschäften für verfassungswidrig.

    Sehr schwierig zu sagen zu sagen, wann diese Kartellstrafe eingepreist sein wird, oder ob sie es erst bei einem Kurs von 0 Euro ist.
    Die Strafe (und die wird knüppeldick) ist ja nur die eine Seite, die zweite ist, dass danach das Kartell wegfällt. Auch wenn es zu Marktaustritten kommt, dürften die Preise bei einem so homogenen Produkt stark unter Druck sein.
    Für die nächste Zeit ist die Aktie sicher nur was für Zocker. Ich würde abwarten, wie groß die Verluste jetzt werden (ohne Strafe) und wann sich die Preise stabilisieren.
    Die Aktie wird es bis dahin noch deutlich billiger geben.

    br

    Hallo miteinander,

    ich bin auch kein Freund von Leuschel, der 15 Jahre immer dasselbe erzählt und davon 14 Jahre falsch liegt. Aber so wie es aussieht, sehen wir die Kurs von 1995 auch wieder bald - und zwar von unten.

    Ich erinnere mich da an einen Artikel (mindestens 1 Jahr her) vom ehemaligen Chefsvolkswirt der Dresdner Bank (Name hab ich vergessen) der die Konjunkturstatistik der USA
    ,sagen wir mal, als unseriös bezeichnet hat. Ich werde mal mein Archiv danach durchforsten. Wenn jetzt zu Enron und Konsorten auch noch Manipulation an den amtlichen Daten kommt, dann kann ich mir gar nicht vorstellen wie tief es noch geht.
    Da ist sie schon die Meldung. dpa schreibt gestern um 16:55 h:


    Vertrauen in die amtliche Konjunktur-Statisitk der USA bröckelt
    FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den jüngsten Bilanzmanipulationen bei
    US-Konzernen werden auch die Konjunkturzahlen der weltgrößten Volkswirtschaft
    von Experten zunehmen in Zweifel gezogen. Anlass für die Spekulationen um die
    Glaubwürdigkeit der US-Statistik sind die jüngsten Zahlen zum
    Bruttoinlandsprodukt, die am vergangenen Mittwoch deutlich für das vergangene
    Jahr und das erste Quartal 2002 nach unten revidiert wurden. Auch bei den am
    Freitag zu Veröffentlichung anstehenden Zahlen zur Produktivität im zweiten Quartal sind nach Einschätzungen von Volkswirten wieder Revisionen zu erwarten.
    Andere Volkswirte halten jedoch Spekulationen über die Zuverlässigkeit für
    unbegründet.
    So korrigierte die US-Statistikbehörde das Wirtschaftswachstum für das Jahr
    2001 von 1,2 Prozent auf 0,3 Prozent nach unten. Auch das Wachstum für das erste
    Quartal 2002 wurde von 6,1 Prozent auf 5,0 Prozent nach unten revidiert. Zudem
    war nicht nur das reale Wirtschaftswachstum im Jahr 2001, sondern auch das nominale Wachstum betroffen. Es wurde also nicht nur der so genannte
    BIP-Deflator nach unten revidiert, sondern auch die gesamtwirtschaftliche
    Leistung der USA war geringer als bisher angenommen.
    'FADER BEIGESCHMACK'
    "Ich halte die US-Konjunkturzahlen nicht für vertrauenswürdig", sagte Folker
    Hellmeyer von der Bremer Landesbank dpa-AFX. Es sei auffällig, dass die
    wesentlichen US-Wirtschaftsindikatoren im Nachhinein massiven Revisionen
    unterliegen, die ein sehr viel nüchterneres Bild der US-Wirtschaft zeichnen als
    die aktuell veröffentlichten Daten. Diese Entwicklung sei seit 24 Monaten sehr
    ausgeprägt. Bereits bei der "Benchmark Revision" des vergangenen Jahres seien
    die Wachstumsdaten für die Jahre 1997 bis 2000 deutlich revidiert worden.
    Insgesamt erinnere die Revision der makroökonomische Daten sehr stark an das Problem der Unternehmensdaten in den USA. Ein fader Beigschmack sei bei dieser
    Informationspolitik gegeben, sagte Hellmeyer. Sie könne nicht gerade als
    vertrauensfördernd bezeichnet werden.
    Die Revision der BIP-Zahlen der vergangenen Jahre zeige, dass das im
    Vergleich zur Eurozone höhere Wirtschaftswachstum, die höhere Produktivität und
    höhere Profitabilität nur ein statistisches Phänomen gewesen sei, sagte
    Hellmeyer. Damit seien jedoch in der Vergangenheit die hohen Kapitalzuflüsse in
    die USA begründet worden. Jetzt müssten die Investoren ihre Anlageentscheidung
    überdenken. Zwar gebe es auch beim Statistischen Bundesamt Revisionen, diese
    würden aber nicht immer nur in eine Richtung erfolgen.
    'REVISION WAR EIN SCHOCK'
    Die deutliche Revision der Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum sei ein Schock
    gewesen, sagte ein Volkswirt einer Bank in Düsseldorf. "Ich glaube den Zahlen
    nicht mehr", sagte der Experte der nicht genannt werden wollte. Nicht nur die
    Zahlen zum US-BIP seien in Zweifel zu ziehen sondern auch bei anderen Konjunkturzahlen falle es auf, dass diese meist nach unten revidiert würden.
    Diese Zahlen würden dann meist mit der Begründung ignoriert, dass es sich bei
    der Revision um Zahlen aus der Vergangenheit handle.
    Die Commerzbank sieht das Vertrauen in die amtliche Statistik der USA
    gefährdet. "Das Bureau of Economic Analysis (BEA) wäre gut beraten gewesen, die
    Gründe für die Revision und deren Auswirkung auf andere Teile der Statistik
    ausführlicher, beziehungsweise ohne Zeitverzögerungen, kundzugegeben", hieß es
    in einer Studie.
    'SYSTEMATISCHE MANIPULATION NICHT ERKENNBAR'
    "Keinen Anlass an der Qualität der US-Zahlen zu zweifeln", hat Holger Bahr
    von der DekaBank. Es würden nach der Erstschätzung immer noch weitere Daten in
    die Statistik eingeflochten. Dies sei auch eine in anderen Ländern übliche
    Vorgehensweise. Auch wenn die BIP-Zahlen im Jahr 2002 unter denen der Eurozone
    gelegen hätten, liege die Produktivität und das Potenzialwachstum in den USA
    über dem der Eurozone.

    Auch Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hält es für
    unwahrscheinlich, dass die US-Statistikbehörde absichtlich in die Irre führen
    wollte. Es sei "haarig" hier eine systematische Manipulationen zu unterstellen.
    Nach ihrer Ansicht sind Revisionen auch in Europa üblich. Sollte die USA hier wirklich die Absicht gehabt haben zu betrügen, dann hätte sie die revidierten Za
    hlen nicht in der aktuellen wirtschaftlichen Lage veröffentlicht.
    Das Bild der USA als dynamische Volkswirtschaft sei aber etwas angekratzt.
    In der Rangfolge stehe die USA zwar immer noch vor der Eurozone und Japan.
    Jedoch sei das bisher angenommene Potenzialwachstum in den USA von 3,5 Prozent
    übertrieben./js/rh/hi/
    --- von Jürgen Sabel, dpa-AFX ---

    Dazu passend ist natürlich auch Roland Leuschel. Aktuell schreibt der Crashprophet:

    Das brutale Ende der Kursrallye des DOWN JONES an der FALL STREET
    In dieser Woche lieferten die amerikanischen Behörden neue Zahlen zur Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft, die auf einen Double Dip hindeuten, und alle Anleger zur allgemeinen Skepsis gegenüber allen veröffentlichten Zahlen einladen. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Wirtschaft in Amerika in 3 (drei) Quartalen und nicht wie bisher angegeben « nur im ersten Quartal ». Warten wir also geduldig, bis auch die phantastischen Produktivitätszahlen korrigiert werden. Wie bereits erwähnt, sentimentale Anleger dürfen ruhig weiter träumen. Seit 1995 kritisiere ich ununterbrochen in den Medien, die bereit sind so etwas zu veröffentlichen (Boerse Online, De Financiele Tijd und gelegentlich andere Zeitschriften, sowie natürlich in meinen Kommentaren in Boerse.de) den amerikanischen Zentralbankchef Alan Greenspan. Sie wissen, ich halte den Hohenpriester der Blasen für den Hauptverantwortlichen nicht nur der Aktienblase, sondern der inzwischen immer grösser werdenden Dollar- bzw. Immobilienblase in Amerika. In einem Punkt kann ich bereits beweisen, dass Alan Greenspan wissentlich die Welt getäuscht hat, und seit September 1996 die Blase am Aktienmarkt eindeutig erkannt und nichts unternommen hat, sie anzustechen, sondern alles, aber auch alles getan hat, um sie zur gigantischsten Blase aller Zeiten werden zu lassen (vergleiche die Sitzungsprotokolle der FOMC-Fed-Sitzungen vom 24.9.1996). Jetzt hat ein anderer Querdenker in Deutschland, Claus Vogt von der Berliner Effektenbank (gehört zur Consors-Gruppe – cvogt@effektenbank.de), der ebenfalls seit Jahren mit spitzer Feder die Politik Greenspans kritisiert, in der neuen Ausgabe seiner Broschüre « Performance » vom August 2002 Alan Greespan scharf attackiert. Sein Artikel titelt « Der Vater der Wirtschaftskandale heisst Greenspan ». Diese Broschüre ist absolut lesenswert, und Sie werden verstehen, dass die Medien darüber kaum berichten. In meiner Kolumne Anfang Juni « Zinssenkung der Fed ante portas ? » habe ich nicht nur meine Warnung vor dem « Double Dip » zum x-ten Male wiederholt, sondern auch eine Rallye von 10 bis 15% an den markanten Aktienbörsen angekündigt. Es gab zwei Gründe für diese Rallye : Erstens war vor allem der amerikanische Markt « überverkauft », und zweitens hatte ich das Gefühl (das durch vertrauliche Informationen gestärkt wurde), dass die Federal Reserve direkt und indirekt in das Marktgeschehen einschreitet. Greenspan hat natürlich, wie für alles, was er tut, irgendwo eine rechtliche Grundlage, und wie Sie wissen, wurde von Ronald Reagan nach dem Oktober-Crash von 1987 eine « Working Group on Financial Markets » gegründet (auch PPT genannt – Plunge Protection Team) mit dem Ziel die « Integrität, Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Fairness der US-Märkte herbeizuführen, um das Vertrauen der Investoren zu bewahren ». Diese « Executive Order No 12631 » könnte dem Hohenpriester aller Blasen die gesetzliche Grundlage liefern, um demnächst von Präsident Bush zum Hohenpriester der Manipulationen befördert zu werden. Sie haben an den Aktienmärkten der letzten Wochen erlebt, was diese Aktivität der Notenbanken bewirkt hat, und es kam zu wilden Kursausschlägen : Am Mittwoch den 24. Juli Dow Jones +6,4%, am Montag 29. 7. +5,4% und Nasdaq 5,8%, der Dax konnte um 7,9% steigen, das war die höchste Zuwachsrate in seiner Geschichte, etc. etc. etc. Natürlich haben die Fondsmanager mitgespielt, schliesslich haben sie seit 1995 die Pawlovschen Reflexe ausgiebig geübt, um sofort die letzten Cashreserven ihrer Fonds in den Markt zu werfen. Schliesslich belebt dies das Geschäft, und die Investmentbanken haben es dringend nötig. Am Jahresanfang machte ich hinter der Prognose « Weltwirtschaftskrise II in Sicht ? » noch ein Fragezeichen, das können Sie jetzt streichen. Die Chance für ein Double Dip erhöhten sich mittlerweile laut Stephen Roach von Morgan Stanley auf 65% (CNBC Sendung vom 1.8.) und damit dürfte auch die Erholung der europäischen und japanischen Wirtschaft vorerst reines Wunschdenken sein. Stellen Sie sich darauf ein, es droht die Weltwirtschaftskrise II, und misstrauen Sie Worten eines deutschen Wirtschaftsministers mit dem Namen Müller, der noch Mitte Juli deutlich den Wirtschaftsaufschwung sah und für 2003 ein Wachstum von 3% vorhersagte. (Sie kennen das Volkslied « Das Träumen ist des Müllers Lust ».) Der IFO-Präsident Sinn formulierte es allerdings etwas vorsichtiger (oder war es reiner Zynismus ?) nachdem der IFO-Geschäftsindikator im Juli zum zweiten Male in Folge fiel : « Die Situation japanischer Verhältnisse sei aber noch nicht gegeben ». Sollte er bei der Präsentation das Wörtchen « noch » betont haben, dann war es reiner Zynismus, denn so etwas kann man aus dem geschriebenen Text nicht heraushören. (Mir klingen noch die Worte seines Vorgängers vor 9 Monaten in den Ohren, der von der V-Form der Konjunkturerholung sprach.) Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, warum Alan Greenspan und die Heerschar der Ökonomen in der Welt von einer starken Wirtschaftserholung in Amerika ausgingen, getragen von der Solidität und der Ausgabeneuphorie des US-Konsumenten, der mittlerweile total verschuldet ist und alle historischen Grenzen sprengt. In Amerika hat der durchschnittliche Haushalt 11 Kreditkarten, und 60% der Karteninhaber können ihre monatlichen Rechnungen nicht völlig begleichen. (Der Schuldenstand stieg von knapp 3.000 Dollar 1990 auf jetzt über 8.500 Dollar.) Dabei sind die Kreditkarten nur die Spitze des Schulden-Eisbergs. Im Zweiten Quartal 2002 stieg die Verschuldung der US-Haushalte laut Moody’s auf 8 Billionen Dollar, und damit über die Höhe des verfügbaren Einkommens (7,8 Billionen Dollar). Übrigens im Jahre 1982, als der Bullenmarkt begann, lag die Verschuldung unter 80% des Einkommens. Vielleicht ist der amerikanische Konsument weniger unseriös, als wir Europäer glauben. Schliesslich lebt er auch nur einmal und wenn der ganze Kreditapparat und das ganze Wirtschaftssystem ihm erlaubt, über seine Verhältnisse zu leben, und darüberhinaus die gesamte westliche Welt ein Grossteil ihres Sparaufkommens nach Amerika zur Finanzierung des Defizites der Leistungsbilanz schickt, läuft der amerikanische Konsument kein allzu grosses Risiko, denn es gibt für ihn Chapter 7 des US Bankruptcy Codes, nachdem der Konsument sich durch Zahlungsunfähigkeit dem Zugriff der Banken entziehen kann (vergleichbar mit dem Chapter 11 für Unternehemen). Ausserdem hat George W. Bush bereits die wenigen Monate seiner Amtszeit dazu benutzt , um über Steuersenkungen und drastische Militärausgabenerhöhungen den amerikanischen Haushalt ins Defizit zu führen. Bush schafft also das Triplet : Haushaltsdefizit, Leistungsbilanzdefizit und Riesendefizit im privaten Sektor. Oh weh, wenn da die Immobilienblase platzt, und oder die Kapitalmarktzinsen steigen. Das neue Jahrtausend wird sein erstes grosses Spektakel erleben. Folgerung für den Anleger : Halten Sie den Aktienanteil Ihres Portefeuilles weiter tief (30%) und setzen auf Cash, bzw. Triple A Anleihen. Ob derzeit die Aktien wieder « günstig » bewertet sind, kann ich, und ich behaupte niemand, beurteilen, dazu sind die veröffentlichten Zahlen noch nicht vertrauenwürdig genug. Aber der geschickte Anleger kann mit Sicherheit Qualitätsaktien in den kommenden Monaten günstig einkaufen. Abby Joseph Cohen von Goldman Sachs sieht den Standard & Poors 500 in einer Zwölfmonatsfrist bei 1.300 und Tom Calvin von Crédit Suisse First Boston bei 1.378. Es lachen Ihnen also über 55% Gewinn ! Meine Grossmutter pflegte zu sagen, wer glaubt wird selig ! Roland Leuschel 02.08.2002