Beiträge von markobr

    Elon Musk & Milliardär Chamath Palihapitiya (https://de.wikipedia.org/wiki/Chamath_Palihapitiya) gegen die shortseller :

    Musk:

    u can’t sell houses u don’t own
    u can’t sell cars u don’t own

    Da versteht jemand die Institutionen nicht, in denen er arbeitet - oder will sie nicht verstehen. Auch Musks bekanntestes Unternehmen verkauft (wie die Konkurrenz auch) ständig Autos, die es nicht hat, einfach weil es die erst noch bauen muss (was natürlich aus mancherlei Gründen auch misslingen kann). Gleiches für Bauträger und Häuser. Das spricht dann eher fürs Shorten.

    Die Korrelation sagt natürlich noch nichts über die Richtung der Kausalität aus. Ich könnte mir vorstellen: Recht neu gegründete Unternehmen gehören überproportional häufig noch zu einem guten Teil den Gründern. Von den Neuunternehmen, die nicht mangels Erfolg schnell wieder zumachen (und damit aus der Zählung fallen), haben die meisten ein ziemlich hohes Umsatzwachstum. Bei Unternehmen, die schon länger bestehen, haben die Gründer oft schon einen großen Teil ihrer Beteiligung verkauft, und die Phase des schnellen Wachstums ist bei solchen Unternehmen halt meist schon vorbei.

    Anfang Zitat:

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    Ich weiss nicht so recht wo ich es hinpacken soll, aber es erscheint mir relevant.

    Ist nicht "die Lage", aber "Der Zeitgeist"...

    scientificamerican.com/article…-of-campus-postmodernism/

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    Ende Zitat

    (Die normale Zitierfunktion tut unter NoScript leider nicht, selbst wenn man alles außer Google Analytics erlaubt)

    Ich lebe nun seit rund 15 Jahren in einer typischen deutschen Universitätsstadt und habe Studis der unterschiedlichsten Fakultäten als Bekannte. Die im Artikel als "campus madness" bezeichneten Vorgänge sind mir hier nie aufgefallen. Was "race, ethnicity, gender and sexual orientation" angeht, sind die Leute hier üblicherweise unabhängig davon willkommen (oder wegen anderer Kriterien - verhält sich arschig, redet nur Unfug etc. - unwillkommen). Allerdings lädt die Uni auch nicht Milo Yiannopoulos oder ähnliche Gestalten zu Vorträgen ein - aber wieso sollte sie auch? Zeitgeist vielleicht, hiesiger Zeitgeist sicher nicht.

    Ja, Gemüse ist im Winter im allgemeinen teurer als im Sommer. Außerdem schwanken speziell Gemüsepreise halt ganz allgemein heftig je nach Wetterlage in den jeweiligen Anbaugebieten. Wer daraus irgendwas für den Aktienmarkt oder die allgemeine Wirtschaftslage schließen will, sollte sich in Sachen Geldanlage wohl besser auf den Bereich zwischen Tagesgeld und Indexfonds beschränken.

    Zitat

    Original von Lando
    Übrigens, bei einem tatsächlichen Netz-Zusammenbruch kriegen wir hier auch unser Fukushima, trotz geplantem Ausstieg. Die Dieselgeneratoren bei den AKWs sind nur für einen Betrieb von 2 Stunden ausgelegt. Ich hatte das Umweltministerium mal angeschrieben und gefragt ob das mit den 2 Stunden stimmt (stand in der FAZ in einem Nebensatz) und keine Antwort erhalten.

    Wenn ich die KTA-Regel 3702 "Notstromerzeugungsanlagen mit Dieselaggregaten in Kernkraftwerken" (http://www.kta-gs.de/d/regeln/3700/3702.pdf) richtig lese, hat der Verfasser des Artikels da etwas falsch verstanden. Um die Kraftstoffversorgung geht es in Abschnitt 3.9.3 der KTA, wo sich in Abs. 4 tatsächlich die "2 Stunden" finden - aber nur für die Zeit, die eine Notstromanlage auch noch weiterlaufen muss, wenn der unterste zulässige Füllstand im Betriebsbehälter erreicht ist. Zu einem Unfall käme es demnach allenfalls dann, wenn das Fördersystem zwischen Vorrats- und Betriebsbehälter für mehr als 2 Stunden ausfiele. Wenn alles der Auslegung nach funktioniert, sollte die Notstromerzeugung mindestens 72 Stunden lang laufen können.

    Soweit ich aus den Erklärungen schlau werde, behaupten die Bad-Banker auch im Wesentlichen gar nicht, dass sie reicher seien als bisher gedacht, sondern die Korrekturbuchung führt vor allem zu einer Bilanzverkürzung. Die senkt halt den Stand der Staatsverschuldung, weil man da nur auf den Absolutbetrag der Verbindlichkeiten guckt, nicht darauf, was dem ggf. an Aktiva gegenübersteht.

    Zitat

    Original von vinas
    Meine Frage


    bezog sich auf deine Behauptung, diese Münzen seien NUR IN SPANIEN offizielles Zahlungsmittel (nicht aber in der Rest-EU). Das ist es was mich wundert und nach dem obersten Europäischen Gerichtshof rufen läßt. ;)

    Auch die deutschen Silber- und neuerdings sonstigen Zehner sind nur in Deutschland offizielles Zahlungsmittel, und das gilt für alle Euro-Gedenkmünzen mit mehr als 2 Euro Nennwert (natürlich bezogen auf das jeweilige Ausgabeland). Da das europarechtlich so festgelegt ist, wird sich der Gerichtshof nicht dafür interessieren.

    Zitat

    Original von Winter
    Guter Punkt, aber ...


    warum greifen die konservativen Sparer, die nicht in riskanten=schwankungsreichen Vermögenswerten anlegen wollen, zugleich aber kein Inflationsrisiko eingehen wollen, nicht zu inflationsindexierten Anleihen, die es erst seit Ende der 90er gibt? Solange diese wenigstens noch reale 0% bringen, sind sie besser als das sehr schwankungsanfällige und zinslose Gold.

    Inflationsindexierte Anleihen sind sicher keine schlechte Idee, wenn man sich gegen Inflation versichern will, aber

    1. sind sie bisher nur in recht bescheidenem Umfang verfügbar und könnten eine massenhafte Nachfrage sicherheitsorientierter Anleger gar nicht befriedigen und

    2. ist bisher nicht geklärt, welche Manipulationen der offiziellen Inflationsrate sich der Anleger gefallen lassen muss, so dass sich die Anlage am ehesten für Juristen empfiehlt, die mögliche Verluste durch den Ruf, Rechtsgeschichte geschrieben zu haben, aufwiegen können.

    Zu 2.: Unter "Manipulationen" verstehe ich durchaus nicht die vielfach gescholtene Hedonik, die ich mindestens für den detschen Anwendungsbereich, aber ganz überwiegend auh für den amerikanischen für berechtigt halte. Problematischer finde ich etwa, dass Rückschritte im Kundendienst (wo finde ich heute noch einen Tankwart) nicht negativ eingerechnet werden.

    Zitat

    Original von memyselfandi007
    z.B. Du kaufst eine Aktie, das Geld wird bei dir am selben Tag abgebucht. Dann geht aber die Bank pleite bevor Dir 2 Tage später die Aktie PHYSISCH eingebucht wird.

    Ich bin keni Jurist, möchte aber selber nicht in die Situation geraten.

    In die Situation geraten möchte sicher niemand, weil sie zumindest zu Scherereien führt. Was aber das Verlustrisiko angeht - sollte das nicht ein Fall für einen Entschädigungsanspruch nach dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz sein? Demnach wären 90 % der Ansprüche aus Wertpapiergeschäften, höchstens 20.000 Euro zu entschädigen, was das Risiko doch deutlich begrenzen sollte. Bei einem Laden à la Flatex, der nicht gleichzeitig großes Einlagengeschäft hat, wird der Gesamtbetrag der Entschädigungen auch kaum gleich den Sicherungsfonds mit in Schwierigkeiten bringen.

    Zitat

    Original von Joe
    Ausserdem halte ich es fuer einen Irrglauben, dass man Schulden "weginflationieren" könne.
    Natuerlich kann man die Hyperinflation auslösen - aber dadurch wird der Staat seine Schulden nicht los.

    Mal ein beliebtes Beispiel:
    Die berühmte Hyperinflation von "damals" (1920er Jahre?) - da waren die letzten Billiarden Scheine sehr klein (winzige Scheinchen) und sie waren nur einseitig bedruckt um Druckertinte zu sparen. Der Staat war also ueberaus klamm bei Kasse - obwohl die Inflation schon zig tausende von Prozent das Geld entwertet hatte.

    Wenn der Staat zu erheblichen Teilen in Fremdwährung verschuldet ist, hilft es ihm natürlich nichts, die eigene Währung zu inflationieren. Und die Sieger des 1. Weltkriegs waren natürlich nicht so blöd gewesen, ihre Reparationsansprüche in Reichsmark auszudrücken.

    Zitat

    Original von Joe
    woodpecker:

    Die Frage: "Wann kaufst Du E.on?" beinhaltet schon die Frage nach einem Zeitpunkt - einem Timing.

    Nicht unbedingt. Der Fragesteller mag eine solche Antwort erwarten, aber auch

    1. "Niemals. Die gehen schließlich mit ziemlicher Sicherheit pleite" oder

    2. "Niemals, weil RWE sich immer besser schlagen wird" oder

    3. "Niemals, denn ich weiß immer was, was sich besser schlägt als die langweiligen Versorger"

    wären etwa durchaus akzeptable Antworten, die man, wenn sie denn noch mit guten Gründen versehen sind, auch akzeptieren kann.

    Ich behaupte ja auch nicht, dass es Branchen gäbe, in denen staatliche Maßnahmen keine Rolle spielen, sondern nur, dass es zwischen den Branchen Unterschiede gibt, was die Intensität dieses Einflusses angeht. Zu den einzelnen Fällen:

    - Hyrican: Rundfunkgebühr? Die wird eigentlich nicht bei Herstellern fällig - meinst Du eine Urheberrechtsabgabe? Beides würde jedenfalls bei Importgeräten in gleicher Weise erhoben, so dass deutsche Hersteller da keinen Nachteil gegenüber ausländischen haben. Im Gegensatz zum Genöle der Hersteller habe ich bei beidem auch nicht den Eindruck, dass sich irgendein potenzieller Kunde darum schert.

    - Autohersteller habe ich jetzt nicht zu den Maschinenbauern gezählt. Bei Autoherstellern würde ich die "Staatsnähe" irgendwo in der Mitte zwischen Versorgern und Maschinenbauern ansetzen.

    - mmi schireb über Pharmagroßhändler, nicht über die Pharmaindustrie.

    - Bei der für Singvögel schädlichen Chemikalie würde ich nicht von einem politischen Eingriff sprechen, solange nicht der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass eigens ein Gesetz gegen diese Chemikalie beschlossen wird. Es gehört seit Jahrzehnten selbstverständlich zur Rechtsordnung in ganz Europa (und darüber hinaus), dass man mit Chemikalien, die Natur und Umwelt beeinträchtigen können, eben so umzugehen hat, dass sich die Schäden in Grenzen halten. Es gibt immer mal wieder Gesetzgebung, die diese Grenzen enger zieht, aber die kommt normalerweise langsam, mit umfangreichen Anhörungen unter anderem von Industrievertretern und mit Übergangsfristen. Man weiß allgemein, dass da immer wieder mal was kommt und gewöhnlich lange vorher, was da so ungefähr kommt. Das ist nicht wirklich ein politisches Risiko, sondern einfach ein Faktor, den man in die Analyse eines Unternehmens einbeziehen kann.

    Noch eine allgemeine Bemerkung: Ich halte es für wichtig, zwischen dem Grad der Regulierung oder Maß der staatlichen Überwachung einer Branche und dem politischen Risiko zu unterscheiden. Politisches Risiko besteht nicht darin, dass es strenge Regeln oder strikte Überwachung gibt - das politische Risiko liegt darin, dass sich an Umfang und/oder Art der staatlichen Aktivität etwas ändert - vielleicht sehr schnell und ohne Vorwarnung. Ein Risiko liegt auch nicht nur in möglichen zusätzlichen Regeln, sondern ebenso in einer möglichen Deregulierung - ziemlich blöd für ein Unternehmen, das viel Geld investiert hat, um die nun abgeschafften Regeln einzuhalten. Wobei der durchschnittliche Investmentbanker wohl subjektiv Deregulierung als angenehmer wahrnimmt, so dass die Reaktion an der Börse in diesem Fall wahrscheinlich milder ausfällt.

    Zitat

    Original von Winter
    Bezüglich des BIP-Wachstums bin ich der Ansicht, daß Schwellenländer meist ein hohes BIP-Wachstum haben, und weiter entwickelte Länder tendenziell ein geringeres. Damit würde man einem Land also zum Vorwurf machen, bereits ein hohes Niveau erreicht zu haben.

    Sehe ich auch so. Ein im Vergleich zu anderen Ländern niedriges Wachstum kann allenfalls darauf hinweisen, dass andere aufholen, der *Vorsprung* an Wettbewerbsfähigkeit also schrumpft. Für einen absoluten Vergleich muss man schon das BIP selbst hernehmen, nicht seine Veränderung. Und natürlich pro Kopf, ansonsten müsste man Hamburg für weniger wettbewerbsfähig (oder jedenfalls ärmer) als Niedersachsen halten.

    Zitat

    Original von Winter
    Auch wenn wir nur noch Vize-'Exportweltmeister' sind, glaube ich kaum, daß man D als wenig wettbewerbsfähig bezeichnen kann.

    Zumal der Vizeweltmeister wieder nicht pro Kopf gerechnet ist. Dass eine Milliarde Chinesen mehr exportieren kann als 80 Millionen Deutsche, wäre ja an sich nicht verwunderlich.

    Wobei das Verhältnis natürlich auch zeigt, wie stark die deutsche Wirtschaft nach wie vor am Export hängt, obwohl sie nicht mehr in der Aufbausituation ist wie China heute. Ein "außenwirtschaftliches Gleichgewicht", auf das sich die deutsche Politik eigentlich gesetzlich verpflichtet hat, sieht anders aus.

    Sicher sind staatliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Energieversorgern häufiger und in intensiverer Form zu erwarten als bei vielen anderen Branchen - in vielen Fällen sind Energieversorger ja sogar ganz oder mehrheitlich in staatlichem oder kommunalem Eigentum. Lufhansa und Commerzbank sind insofern keine guten Beispiele zum Vergleich, weil es sich einmal um ebenfalls traditionell recht staatsnahe Branchen handelt (wieder sind öffentliche Banken häufig, Fluggesellschaften nicht mehr so sehr, waren es aber auch mal, Flughäfen sind es meist noch, Eisenbahnen ebenfalls) und wir zum anderen bei den Banken gerade sowieso in einer besonderen Situation sind, was staatliche Maßnahmen angeht. Bei Computerherstellern, Chemieunternehmen oder Maschinenbauern ist sicher weniger mit Staatsaktivitäten zu rechnen.

    Allerdings folgen daraus für die Versorgeraktien nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Das Übernahmeangebot des Landes Baden-Württemberg für die EnBW brachte den (wenigen, oft selbst öffentlichen) Kleinaktionären z.B. die Möglichkeit, die Aktien zu einem hübschen Aufschlag auf den vorherigen Börsenkurs loszuwerden. Kommunale Aktionäre sind für Versorger auch gute Kunden und oft auch Vertriebspartner. Letzteres spricht dann eher für RWE als für E.ON.

    Zitat

    Original von benny_m
    Wegen des Untergangs unseres Wohlstandes und der Währung geht doch in Deutschland keiner auf die Straße ;)

    Da gibts wichtigeres wie Atomkraftwerke oder Bahnhöfe. Oder Facebook-Parties :O

    Nicht Facebook-Parties, sehr wohl aber Atomkraftwerke und Bahnhöfe halte ich in der Tat für wesentlich wichtiger als Währungen (Wohlstand ergibt sich aus einer Mischung von Entscheidungen über all diese und viele, viele andere Dinge). Währungen wechseln schließlich manchmal schneller als man "Halbwertszeit" sagen kann und sicherlich schneller als der Ablauf von genügend Halbwertszeiten, bis die weitere Umgebung eines havarierten Atomkraftwerks wieder als ordentliche Lage gelten kann. Die größeren Bahnhöfe in Europa haben überwiegend auch schon die eine oder andere Währungsreform überstanden, ohne dass sich der Betriebsablauf dadurch groß zum Besseren oder Schlechteren geändert hätte. Ob der Betriebsablauf aber gut oder schlecht ist, das hängt entscheidend daran, wie der Bahnhof gebaut ist, wenn er mal gebaut ist. Bahnhöfe sind halt Sachwerte.

    Vor allem heißt es im SPON-Artikel: "Grundlage der Berechnungen waren die Preise eines typischen Warenkorbs mit 49 verschiedenen Produkten beim Einkauf in Discountern."

    Rund der halbe Markt - mehr nach Umsatz, wohl weniger nach Masse - ist also gar nicht erfasst. Wobei ich auf die Schnelle gar nicht feststellen kann, ob die Verkäufe bei Bäckern und Metzgern bei den Marktanteilsdaten überhaupt eingerechnet werden.

    In der Tat hindert das Gesetz niemanden daran, Verträge über den Tausch beliebiger Sachen (oder Dienstleistungen) gegen beliebige andere Sachen (oder Dienstleistungen) zu schließen. Einen solchen Vertrag kann jede Seite selbstverständlich nur erfüllen, indem sie die vereinbarten Sachen übergibt und übereignet. Irgendwelche anderen Sachen - und seien es gesetzliche Zahlungsmittel - anzubieten, genügt dafür nicht. Das Gesetz hindert ebenso mit sehr wenigen Ausnahmen (z.B. Universaldienstverpflichtung der Deutschen Post AG) niemanden daran, ein solches Vertragsangebot abzulehnen, weil ihm die angebotene Gegenleistung nicht gefällt.