Posts by buccaneer

    Ich kann's nicht bestätigen. Hatte keinerlei Probleme. Aber natürlich, ist bei jedem anders. Mein Vater hatte z.B. auch gar nichts, null, dagegen ein Kollege um die 30 lag nen ganzen Tag flach.


    Ich hatte übrigens wieder BioNTech/Pfizer genommen.


    Verstehe nicht, es gibt ja scheinbar sogar einige die Bedenken gegen's Boostern haben, das finde ich ja höchst interessant. Ich lass mir zweimal was spritzen, aber beim dritten Mal hab ich ein Problem damit? Also naja.. Dann doch lieber gleich dagegen sein.

    Russland hat seine Position klar gemacht: Eine militärische Einbindung der Ukraine in den Westen, egal mit oder ohne NATO Mitgliedschaft, wird Russland nicht zulassen. Im Zweifel würde man das sogar durch eine Invasion unterbinden.


    Wie ich schon geschrieben habe: Ich halte das Anliegen nicht für komplett illegitim. Die USA macht das gleiche aus gleichen Gründen mit Kuba, und würde auch keine Einbindung Mexikos z.B. in ein Chinesisches Bündnissystem zulassen. Für die Ukraine eine denkbare Lösung wäre eine Neutralisierung wie z.B. Österreich im Kalten Krieg und der weitgehende Verzicht auf eigene Militärpolitik.


    Ich bin einerseits bei Dir, aber der Verzicht auf eigene Militärpolitik ist auch nicht ohne, nachdem Russland Aktionen in der Ukraine durchführt.


    An sich würde ich mir wünschen, dass sich die Regierungschefs da mal zusammensetzen und vernünftig reden. Scheint irgendwo zu haken, bei wem will bzw. kann ich nicht beurteilen. Ich sehe nur eine große Schwierigkeit und dafür sehe ich leider keine Lösung. Egal, wie, der Westen wird bei jeglicher Einigung kaum akzeptieren wollen, dass die Krim von Russland besetzt bleibt. Russland dagegen wird sie kaum wieder hergeben wollen. Und das scheint mir jeglicher Einigung da im Weg zu stehen.


    Ansonsten wäre meine Hoffnung:

    Die Ukraine bekommt die Krim zurück und Russland sorgt dafür, dass sich die "Seperatisten" aus den umkämpften Gebiete zurückziehen. Dafür bekommen diese Gebiete in jedem Fall große Autonomie und kulturelle Rechte. Ansonsten finde ich die neutrale Lösung eine sehr gute Idee. Dafür müssten beide Seiten zustimmen, dass man möglichst weitgehend auf Einflussnahme verzichtet.


    Es erscheint aber auch etwas heuchlerisch, wenn Russland fordert, dass friedliche Lösungen gefunden werden. Militärisch sind sie vorgegangen. Aber natürlich würde ich mir das trotzdem wünschen.


    Ich wundere mich schon, wie ruhig die Märkte sind, Gazprom etc. Ich sehe das nicht als ausgemacht, dass da nichts passiert.


    Generell, ist es sehr ineffizient. Und insofern, ich weiß nicht, wie die russische Regierung das kommuniziert, wäre es schon wünschenswert, wenn eine gewisse Pufferzone geschaffen wird und beide Seiten deeskalieren. Ich würde mir generell viel mehr Zusammenarbeit mit Russland wünschen, langfristig gesehen. Insofern, ja, ich habe eigentlich großes Verständnis für die russische Sicht, aber die Krim-Situation macht es meiner Meinung nach sehr, sehr schwierig. Wie gesagt, wenn es da Bereitschaft gäbe, die an Ukraine zurückzugeben, dann würde ich mir wünschen, dass man größtmögliche Zugeständnisse dafür macht. Kann ich mir aber leider kaum vorstellen.


    PS:

    Aja, die Sache mit dem Gas seh ich ganz anders, als hier in den Medien gern dargestellt, aber ich glaube da gibt es ja hier im Forum allgemein eine andere Sicht. Alle Verträge werden, soweit ich das erkennen kann, erfüllt. Gleichzeitig wird Nord Stream 2 immer noch von vielen Seiten behindert, obwohl es eine Millarden-Investition ist und fertig da liegt. Von den aktuellen Gas-Preisen ganz zu schweigen. Scheinbar gesteht man Gazprom vielerorts nicht das Recht zu, angepisst zu sein, wenn es nicht das Gas so liefern kann wie es möchte und bereits vor Jahren mit Deutschland beschlossen hat. Bei NS2 geht's um die Logistik. Natürlich hat sowas immer auch eine geopolitische Dimension, aber die betonen m.M. nach vermehrt die, die wirtschaftlich dadurch verlieren. Das find ich nicht ok.

    Dann heißt es jetzt, wenn Russland in die Ukraine einmarschiert, darf NS2 aber nicht laufen. Ist erstmal naheliegend, ja, aber noch viel mehr ist es komplett unsinnig. Wenn man das nicht will, muss man in so einem Fall auf Gas aus Russland verzichten, nicht auf Gas aus Russland durch Nord Stream 2.. Einfach komplett unsinnig.


    https://www.washingtonpost.com…-pipeline-germany-scholz/

    So, das war's. Der Verbund ist heut tatsächlich über 100 € gestiegen, jetzt ist alles raus. Kann nun munter weiter steigen auf.. bitte einsetzen, mir sind da die Ziele ausgegangen. Ich fand 100 € da schon mal sehr sportlich. Nun gut, über EVN noch indirekt, das ist ja was anderes.


    Man sollte sich ja immer wieder mal fragen, was sich die Gegenseite denkt, also in dem Fall die Käufer-Partei. Das würde mich auch tatsächlich interessieren, stark sogar. Du kaufst etwas mit einem KGV von etwa 45, die Branche ist, nun ja, doch gewissen äußeren Einflüssen unterliegend. Usw. usf. Ich versteh es eben nicht, so sehr ich mich anstrenge. Aber natürlich, das ging mir auch schon bei 50 € so und bei 75 €. Wird nur immer noch wuida.


    Mein Gefühl ist, dass manche ihr Bewertungsmodell da einfach von den aktuellen Strom-Preisen, CO2, andere Energiepreisen abhängig haben. Aber das einfach so fortzuschreiben? Nun ja.


    Jetzt würde ich mir bei Energiedienst noch eine ähnliche Entwicklung wünschen..

    Ja, das ist für mich auch die große Frage. Wer soll das bezahlen?.. Also die Währungsabsicherung. Ist ja in der Theorie genial, für den Anleger. Zinsen in der Türkei und Lira und wenn die Lira gegen den USD allzusehr abwertet, gibt's das auch noch obendrauf..? Zahlt dann der türkische Staat? Oder soll das den Banken aufgebrummt werden? Soweit würde ich dann doch nicht gehen, in meiner Annahme. Egal wer (ich nehme an der Staat), ich fände es ziemlich irre. Das wäre ja direkt ein Rezept, um irgendwann ne Staatspleite hinzulegen, wie will man das alles garantieren bzw. ausgleichen. Oder eben, es waren nur leere Worte und in der Umsetzung wird es nichts, dann geht noch mehr Vertrauen verloren und mit der Währung geht's wieder abwärts.

    Ähnlich verhält es sich wohl, falls die Währung mit Stützungskäufen an den USD angelehnt werden sollte. Das wird nicht billig.


    Aber in der Rede, ich hab jetzt alles mit Google-Translate durch, sind schon ein paar interessante Stellen. Da würde ich gern Türkisch können, um das im Original zu hören. Ein paar Auszüge:


    - This country will no longer be a paradise for those who add money to their money with high interest.


    INTEREST MESSAGE

    * It is obvious that those who have not been able to offer a single solution other than raising interest rates for a long time have not been able to read Turkey or the world correctly. Let them look to America, to the whole West. Let them watch how their interest policies are working right now. Let them look at China and India. Let them see how their interest policies work.

    * They will see that there are zero interest, minus, such interests, especially in America. You look at the other side, China and India have 6, 7, 8 interest policies here. And we, together with the interest rate cut, time will tell, how inflation will start to decrease in a few months, we will experience this together.

    “GLOBAL FORCES BRING ECONOMIC FIGHT”

    * Global powers, which make up 80 percent of the world economy, are fighting the biggest economic fight in recent history.

    * Since 2008, when the global financial crisis was experienced, the sole purpose of all major economies is to protect employment in their own countries. Despite the fact that they have very strong financial structures, developed countries that are constantly pursuing monetary expansion stated that this is the reason for the invisible war among themselves.

    * The European Central Bank, the American Central Bank, the Bank of Japan, the Central Bank of China and others determine their monetary policies based on protecting employment.

    * These countries, which print money wildly, keep interest rates close to zero or even negative, and raise their central bank balance sheets almost to the level of their national income, admit that they still cannot get rid of the swamp of uncertainty.

    * Those who forced our country to enter the Customs Union unprepared in the past could not gain as much time as they hoped as our economy unexpectedly adapted to this process. While European countries were devaluing their currencies by 50 percent overnight during the transition to the euro, invisible barriers were placed on our industry and trade by excluding Turkey.


    "WE WILL NOT COME TO THIS GAME"

    * It is our right to question the intentions of those who describe the picture in Turkey as a 'herald of disaster', while ignoring countries with up to 10 times the difference between their inflation and interest rates.

    * The abundance of money in the world started to increase costs first and then prices. America and Europe faced inflation figures that they have not seen in their recent history. Despite this, no country raises the level of interest above inflation as it is offered or even imposed on Turkey.

    * The so-called big economies want to cut the cost of the fight among themselves to other countries. We are saying that he will not come to this game. We call this investment, we call it employment, we call it production, we call it exports, we call it current surplus, we call it growth with current surplus.

    * As the President of Turkey, I hereby declare once again that I will not allow any steps to be taken that will halt investments, reduce employment, reduce production, or hinder exports in our country.



    Also, die Übersetzung ist natürlich nicht perfekt, aber die meisten Sachen sind meine ich verständlich. Und ein paar Punkte sind schon dabei finde ich. Am Schluss die Präferenzen, das sehen wir ja größtenteils ähnlich würde ich meinen, also Schwachwährungspolitik. Und die Punkte darüber scheinen darauf hinzudeuten, dass man unterstellt bzw. davon ausgeht, dass alle großen Wirtschaftsräume ebenfalls ihre Währungen schwächen um Exporte anzukurbeln und vor allem Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten.

    Interessant finde ich aber schon, das hatte ich ja selbst auch ein paar Beiträge weiter oben mal erwähnt, dass die Differenz zwischen Leitzins und Inflation in der Türkei jetzt auch nicht so viel extremer ist, als momenten in Teilen der westlichen Welt, wie der das nennt. Hier wird gesagt, das sei vorübergehend, dort sagt der das gleiche. Natürlich sind unsere Zentralbanken unabhängiger, aber von der "reinen Lehre", also wirklicher Unabhängigkeit braucht man da wohl auch nicht mehr zu sprechen.

    Ich hab das jetzt auch länger nicht beobachtet, aber zumindest im August schien die Türkei ja wirklich noch (zumindest nach den offiziellen Erhebungen) "echten" Zins, also nach Inflation zu haben. Wenn auch nur geringfügig. Aber immerhin:

    https://www.bloomberg.com/news…n-expected-on-food-energy


    Richtig schräg läuft es wohl erst wieder seit kurzem:

    https://www.bnnbloomberg.ca/tu…wth-before-lira-1.1690531


    Also richtig schräg im Sinne von noch mehr Inflation und dann auch noch die Leitzinsen senken. Oder eben andersrum, die Ankündigungen bzw. Leitzinssenkungen bringen ja erst die Währung in die Knie. Und vor allem dieses "all in" bzgl. niedrigerer Leitzinsen. Früher wurden die ja dann doch immer wieder mal erhöht, aber jetzt scheint da wirklich was durchgedrückt werden zu wollen.

    Die Frage bleibt aber insgesamt: Wer soll Geld leihen, wenn man dafür negativen Realzins bekommt. Im Fall der Türkei. I don't see it.. Bin gespannt. Und vor allem auch, wie diese Maßnahmen konkret umgesetzt werden sollen. Das sehe ich auch nicht momentan.

    Joa, Du hast schon recht irgendwie. Ich hab auch ein zweites Mal drüber nachgedacht und bleib erst mal dabei. Ich will mir generell nicht zuviele kurze Trades erlauben, ich glaube nicht, dass das förderlich ist. Aber das liegt auch daran, dass ich sie immer noch sehr günstig finde. Zur Wahrheit gehört aber auch: Nochmal so'n Sprung und ich bin wahrscheinlich raus.. Gibt auch genug andere Sachen, die evtl. weniger sprunghaft sind.


    Das ist für mich der Punkt. Wenn ich das Geld sonst auf's Konto leg, gut, keine Frage, dann bleib ich dabei. Aber nachdem ich zur Zeit genug anderes sehe..


    Und noch ein Punkt: Als ich gekauft habe, war meine Annahme eher, dass der Erdogan auf verrückt macht, um ohne viel (ernsthafte) Kritik eine schwache Währung zu haben. Ich meine, dass sich keiner über die schwache Währung aufregt, wie bei anderen Exporteuren (z.B. lange eine Kritik an China gewesen), weil man sagt, der hat halt einen an der Waffel. Aber seitdem, bzw. in letzter Zeit, finde ich das eher zunehmend selbstzerstörerisch. Das ist für mich der Unterschied. Und Türkei, generell großes Potenzial, keine Frage. Die Frage ist halt, was die nächsten Jahre dort passieren wird. Solange es bei einer Währungskrise bleibt, ok. Aber wenn die sich nicht bald etwas zusammenreißen, ist Wirtschaftskrise angesagt. Die Möglichkeit sollte man schon auch sehen, finde ich.

    mobilpage

    Danke für den Hinweis.

    Angesichts der kurzen Lebensdauer politischer Börsen bin ich gleich wieder aus aus KOC.


    Bin auch grad am überlegen ob ich meine gleich verkauf. Also das ist mir fast etwas zu wild. KOC, die größte Firmen-Gruppe der Türkei, ist heut vom tiefsten Punkt auf jetzt um etwa 50 % gestiegen, also in € wohlgemerkt. Nachdem mein Kaufkurse da etwa in der Mitte liegt, überleg ich auch zu verkaufen. Aber ein genial gelungener Tages-Trade ;). Brauchst Du nicht sagen, ist schon klar, dass das nicht unbedingt der Sinn der Sache war. Aber klar, wenn es so geht :)..


    Diese ganzen Ausführungen (Danke mp) sind mir bei einem ersten Überfliegen eher zu kompliziert. Was bei mir hängen bleibt, ist, dass man scheinbar sehr hohen Aufwand in Kauf zu nehmen bereit ist, bloß um die Zinsen weiter senken zu können. Ob das nun sinnvoll ist, naja..

    Gutes Interview, interessant. Also interessant insofern, als dass der Unternehmer vor Ort auch nichts anderes sagt, als das, was man von außen wahrnimmt, bzw. das insofern bestätigt.


    Übrigens, so schnell kann's gehen, die Lira hat scheinbar eine Gegenbewegung eingelegt und die Kurse sind auch wieder gestiegen, zumindest KOC. Andere bestimmt auch. Also wieder ordentlich gesprungen. Mir ist nur aufgefallen, weil es KOC heut mal kurz für 7,90 € im Angebot gab und ich mich kürzlich bei 9,90 € schon gefreut hatte. Hätte meinem Vater doch gut zureden sollen, als er gesagt hat, dann kann er jetzt ja welche kaufen ;).. Gut, für die Abfischer :). Aber was habt Ihr denn dann gekauft?


    PS:

    https://www.bnnbloomberg.ca/tu…ld-this-quarter-1.1689521

    Kompliment an Deine Frau ;)..


    PS:

    Also ich finde es schon fast schade, dass ich keinen Bezug zur Türkei habe, bzw. mich dort nich auskenne. Wenn man da wohnen würde und grad eine Wohnung kaufen könnte, puh. Aber gut, es ist auch schlimm für viele Menschen dort, das ist das Problem.


    Ich muss mich aber tatsächlich etwas wundern. Dass der Erdogan gerne bißchen Stress macht, ist eins, das ist man gewöhnt. Aber momentan wirkt es, also würde er völlig abdrehen. Dann kommt er noch mit religiösen Gründen für Zinssenkungen.. Aber, immerhin das, es gibt auch wirklich gar keine Zweifel mehr über die Unabhängigkeit der Notenbank. Der spricht ganz offen und direkt davon, dass er niedrige Zinsen macht.


    https://www.bloombergquint.com…re-of-its-currency-crisis


    Nun ja, für die Aktien ist das momentan schwierig, ich hatte mich eh schon gewundert, dass die sich bis Freitag trotz schwacher Währung so gut gehalten haben. Aber ich hab ja nur KOC, seit kurzem. Rückkäufe bitte..


    Ansonsten, es gäbe natürlich noch diverse Erklärungsansätze. Z.B. wäre es ja vorstellbar, dass man die Währung mit Absicht manipuliert und befreundete Parteien Geschäfte damit machen. Es wäre ja wirklich ganz einfach. Eine Rede, ein paar Aussagen, schon bewegt sich das extrem und auch vorhersehbar. Durchaus denkbar z.B., dass diese Woche massiv eingekauft wird und dann wird wieder normalisiert.

    Aber irgendwie, der geht schon etwas all in hat man das Gefühl. Ich versteh es tatsächlich immer weniger. Wie gesagt, ich sehe einen großen Unterschied zwischen Schwachwährungs-Politik (und die auch gerne irrational begründet; sozusagen als Verhandlungsoption) und völligem Chaos. Seit kurzem scheint das in Chaos abzudriften, wenn man da nicht schnell noch die Kurve bekommt. Und den Aussagen zufolge, will man nicht unbedingt die Kurve bekommen.

    Und da, versteh ich es wirklich langsam nicht mehr. Fühlt der Erdogan sich so fest im Sattel? Der riskiert doch alles, scheint es mir.


    In jedem Fall aber, die Unabhängigkeit der Zentralbank ist nun wohl auch offiziell endgültig beendet und das macht es nicht besser. Eigentlich nicht wirklich investierbar. Wirkt langsam nämlich eher nach Chaos als vorgeschobene Irrationalität für Schwachwährungs-Politik.


    Aber es ist wirklich spannend und wird es auch die nächsten Tage und Wochen bleiben. Es ist schon verrückt. Nahezu alle, wirklich alle, empfehlen höhere Zinsen und der weigert sich einfach und senkt sie noch. Also es gibt da ein Chaos, das völlig einfach zu beheben wäre, mit einer Pressekonferenz und einem ersten Zinsschritt, aber lieber schießt man seiner Wirtschaft komplett in's Knie. Spannend, einfach spannend.

    Joa Joe, ich meinte Meta (FB). Was Facebook allein betrifft, wäre ich auch nicht so optimistisch, aber nachdem Instagram und Whatsapp auch dabei sind, schon. Und man darf nie vergessen, bei uns Facebook, vor allem bei jüngeren, schon eher wieder out, aber in Asien beispielsweise wächst das noch. Ist auch egal, man kann ja da verschiedene Meinungen haben, ich meinte nur dass es nicht zu den anderen beiden passt. Im Sinne von Story-Stock. Die Story ist bei FB ja eher extrem negativ. Tesla ist hype und Nvidia seh ich ähnlich wie Du. Bzw. ist für mich eine Mischung aus kann ich erstens zu wenig einschätzen aber find ich zweitens dafür in jedem Fall viel zu teuer.


    Und mir ist noch was eingefallen. Letzte Woche bin ich zufällig wieder mal über einen älteren Artikel von Warren Buffett gestolpert. Von 1999. Den find ich absolut lesenswert:


    https://www.berkshirehathaway.com/1999ar/FortuneMagazine.pdf

    Tja, vielleicht gibt's ja doch nen Weihnachts-Crash. Ich denke mir nur immer, dass es absolut nutzlos ist, irgendwelche Vorhersagen über den Markt treffen zu wollen. Natürlich, indirekt macht man das schon, ich gehe z.B. vermehrt in m.M. nach defensive Unternehmen, wie z.B. Pharma. Aber das schon eher seit einem Jahr, da war der Gesamtmarkt und insbesondere gewisse Ecken davon ebenfalls schon sehr teuer.


    Joe, was erwartest Du denn? Dass eine der großen Zentralbanken mal eben den Leitzins um ein % oder sowas anhebt? Ist doch klar bzw. zumindest das übliche Schauspiel, dass die sowas ausgiebig kommunizieren. Ich finde ja auch, dass man schneller reagieren hätte sollen. Aber was ich nicht verstehe, ist, dass Du kleine, erst Zinsschritte als nichts abtust. Ich finde die Entwicklung in Polen und UK was die Zinsentwicklung betrifft positiv. Ein Anfang ist gemacht. In den USA ist auch was angekündigt, man wird sehen. Und ja, am meisten ärgere ich mich auch über die EZB, vor allem dass die Frau Lagarde gleich mal Zinsschritte für ein ganzes Jahr ausschließt. Das ist ziemlich daneben meine ich. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich in diesem Jahr zeigen dürfte, ob die Inflation tatsächlich mittelfristig vorübergehend ist.

    Und ich will jetzt auch nichts unterstellen, aber ich war mit der Personalie da von Anfang an nicht sehr glücklich. Hat nie für große Unabhängigkeit der Notenbank gesprochen. Ach, wie wurde der Draghi in Deutschland immer kritisiert. Ich fand den super!


    Aber ich sag mal, man muss ja jetzt nichts über's Knie brechen. Die Inflation ist jetzt seit ein paar Quartalen wirklich hoch, es gibt noch einen Diskurs ob das vorübergehend ist oder nicht, ok, wird sich zeigen. Wenn dann allerdings nicht schnell reagiert wird, aufgrund neuer Erkenntnisse, also wenn sich zeigt, dass es wirklich nicht vorübergehend ist, dann ist das höchst bedenklich würde ich meinen.

    Aber eins ist auch klar, bzw. nein, klar ist gar nichts, aber ich persönlich würde nicht mit vielen Prozenten rechnen. Was mich üblicherweise immer stört, ist, dass zuerst zu lange nichts getan wird und dann oft zu schnell zu viel. Ich hätte es gern gesehen, man hätte mal erste Schritte gemacht, wie eben in UK. Kleine Schritte, die nicht viel kaputt machen, wenn man falsch liegt. Aber mal eine erste Reaktion. Kann man dann weitermachen oder zurücknehmen. Das fiel mir in der Vergangenheit schon öfters auf. Ist natürlich eine persönliche Meinung.


    Aja, eins noch Joe:


    "Story-Stocks a la Tesla, facebook, Nvidia"?

    Da passt einer nicht rein, aber überhaupt nicht. Ein Unternehmen davon hat massiv Net Cash, kauft richtig ordentlich eigene Aktien zurück, ist hochprofitabel, wächst kräftig und ist dafür auch nicht sonderlich hoch bewertet. Just saying..

    Finde ich auch einen interessanten Ansatz. Hatte in den letzten Wochen überlegt, genau das zu tun (bzw. Apple zu verkaufen und dafür Berkshire nachzukaufen). Find Apple langsam eher hoch bewertet. Aber ich hab eh beide und außerdem will ich die Apple-Aktien langfristig halten, auch aus steuerlichen Gründen.


    Aber insbesondere die Doppel-Buybacks machen das interessant finde ich (bei Berkshire und bei Apple). Ich finde allerdings Berkshire zur Zeit günstiger, deshalb würde ich die da generell bevorzugen und man hat eine ordentliche Portion Apple dabei. Also ja, Zustimmung von meiner Seite.


    Die Sache ist da nur, dass ich die Buybacks bei Berkshire auch momentan sehr gut finde, bei Apple würde ich mir dagegen eher einen niedrigeren Kurs wünschen, bzw. bei der Bewertung sind die nicht mehr so nennenswert. Bei Berkshire dagegen schon, auch was Cash zu Markt-Kapitalisierung betrifft ist da noch viel mehr möglich.

    Tu ich mal hier rein:



    Erinnert mich an etwas, das ein Cousin neulich gesagt hat. Diese ganzen Leute, in dem Fall waren es Reichsbürger, haben ein riesiges Bedürfnis, dass sie nicht "verarscht" werden. Von "denen da oben". Und doch erreichen sie genau dieses. Sie werden durch ihre Gutgläubigkeit oder Dummheit ausgenutzt und lassen andere davon profitieren. In dem Fall ging es um Reichsbürger, selbstverständlich Impfgegner, die richtig ordentlich Geld (erstaunlicherweise €) an Reichsbürger-Anwälte zahlen, damit ihre Liegenschaften auch "nach einem Umsturz" noch ihnen gehören.


    Nun ja, tragisch ist es schon irgendwie. Nicht genug, dass es so viele dumme Leute gibt, die ausgenutzt werden. Aber dass sie nicht mal geschützt werden wollen, sondern soz. auf ihr Recht bestehen, ausgenutzt zu werden, das ist schon schlimm.


    War heut übrigens beim Boostern und mir geht's wunderbar. Wie auch allen anderen, die ich kenne..

    Nun, ich persönlich denke ja. Also dass der Markt sich täuscht und der Zyklus noch länger andauern wird. Vor allem im Automobilbereich sind die Produktionszahlen aktuell aufgrund des Chipmangels ja gar nicht so hoch, das sollte im nächsten Jahr oder folgend nachgeholt werden.


    Vor allem aber, find ich viele Stahl-Firmen auch strukturell zu billig, Zyklus hin oder her.


    Es hat ja scheinbar der Allerletzte kapiert, dass Stahl etwas zyklisches ist, das man nicht haben möchte, bzw. in den Aufschwung verkauft. Das könnte ich persönlich auch verstehen, wenn wir von einem KGV von beispielsweise 5-6 sprechen würden. Bei vielen ist es aber eher um die 2 rum. Und das finde ich nach wie vor sehr schräg. Man kann sich zum Vergleich mal die Kurse um 2008 rum anschauen, als es da das letzte Mal richtig geboomt hat. Aber natürlich, dann hat es auch gekracht und ich denke eben, davor haben sehr, sehr viele Angst.


    Aber andererseits ist gerade das auch jetzt eine Riesen-Chance meine ich. Schulden-Abbau, teilweise ordentliche Aktien-Rückkäufe (z.B. Arcelor) und das bei diesen Kursen. Also, ich will sagen, ja, jeder hat wohl kapiert, dass das ein zyklisches und dauerhaft schlechtes Geschäft ist, aber dann kommt's halt doch noch evtl. auf den Preis an. Und wenn das schlechteste Geschäft einen absoluten Schleuder-Preis hat, nun ja, könnte es trotzdem interessant sein. Vor allem, wenn es innerhalb von 2 Jahren seine Marktkapitalisierung verdient.


    Find das absolut spannend momentan!


    Aja, Salzgitter, Papenburg hat weiter zugekauft, 15 %..


    https://www.finanznachrichten.…eiten-verbreitung-022.htm

    Nun, das ist etwas, was ich als Laie eh nicht grad verstehe. Also warum das überhaupt noch zugelassen wurde.


    Soweit ich das mitbekommen habe, gibt es ziemlich hohe Nebenwirkungen, eine sehr reduzierte Wirksamkeit (verglichen mit den zuerst publizierten Daten) und auch eine wohl sowohl mildere als auch wirksamere Alternative.


    Die Abstimmung in den USA war ja auch sehr knapp, 13-10 und es hieß, man würde das evtl. zurückziehen, wenn die Alternative zugelassen würde.


    https://www.bmj.com/content/375/bmj.n2984


    Aber das ist jetzt für mich so eine Sache, das versteh ich nicht. Wenn es einfach nichts taugt, dann sollte man es auch nicht temporär zulassen. Ich hab den Eindruck, dass das jetzt von Regierungen eingekauft wird, weil es momentan zugelassen ist und danach wird man es nicht groß einsetzen und wegwerfen. Da, muss ich sagen, hab ich kein großes Verständnis. Also mein Eindruck ist, dass den Zulassungsbehörden und Politikern ein evtl. marginaler Nutzen genug ist, bzw. sie irgendwas tun wollen/müssen. Allein die knappe Abstimmung, mit dem Verweis auf einen evtl. baldigen Rückzug ist doch da schon fast Aussage genug. Aber, ich fände es eben besser, sie hätten gleich direkt gesagt, is nix.

    @ Winter: Ich glaube nicht, dass hohe Inflation Investitionen unbedingt unmöglich macht. Wie geschrieben, ich denke, solange die einigermaßen regelmäßig auftritt, ist es durchaus planbar. Schwierig wird es dann, wenn es keine Planbarkeit gibt. Oder vielleicht auch gegensätzliche Strömungen. Aber in der Türkei ist seit längerer Zeit regelmäßige, hohe Inflation angesagt. Von außen betrachtet und zugegeben, ohne mich allzu viel damit beschäftigt zu haben, scheint mir das noch ok zu sein. Der kürzliche massivere Währungs-Abfall dürfte dagegen evtl. größere Probleme bereiten, auch hier wäre eine hohe Abwertung zwar wohl verkraftbar, aber deutlich einfacher sofern diese regelmäßig und ohne große Ausschläge erfolgt. Ist natürlich nur meine subjektive Einschätzung. Aja, und bei Privat-Personen sollte hohe Inflation generell Investitionen antreiben, da würde ich sagen gibt man sein Geld einfach schnellstens für Waren aus, die man benötigen wird, weil ja eh alles teurer wird.


    @ Joe: Selbst, wenn die Währung weiterhin massiv abwerten sollte, was ich in dem Ausmaß nicht für ausgemacht halte (sondern ich halte eine weiterhin hohe, aber einigermaßen regelmäßige Abwertung für wahrscheinlicher), ist doch die Frage, welche Auswirkungen das auf Aktienkurse haben könnte. Der Währungsschnitt war wohl im Januar 2005? Ich hab einen Chart gefunden, der soweit zurück geht. Zumindest was diesen betrifft, sind die Kurse sowohl vor als auch nach dem Schnitt stetig gestiegen.


    https://tradingeconomics.com/turkey/stock-market


    Der Wechselkurs EUR/TRY war dagegen, wenn ich das richtig sehe, während dieser Zeit einigermaßen stabil, d.h. man müsste mit türkischen Aktien und in € notierend trotz Währungsschnitt Gewinne gemacht haben. Wenn beides natürlich stimmt.


    https://www.comdirect.de/inf/w…N=10963445#timeSpan=SE&e&

    Ja, das sehe ich genauso. Ich habe gestern auch diesen ganzen Faden mal durchgelesen und da fand ich diesbezüglich insbesondere einen Post von Al Sting interessant:


    Polen, Energiepolitik, Kohlebergbau


    Und den dort verlinkten Artikel. Ist schon 5 Jahre her, aber mir scheinen viele Probleme darin sehr akurat beschrieben zu sein.

    So ist es. Und wichtig wäre noch, dass man von der sinkenden Währung im Export zumindest soviel profitieren kann, dass man die dadurch gestiegenen Import-Kosten aufwiegen kann. Oder gut hedged, etc. etc.


    Ich verstehe auch ehrlich gesagt generell gar nicht, warum das teilweise sooo extrem und auch dümmlich dargestellt wird. Ob der wirklich glaubt, dass niedrigere Zinsen zu niedrigerer Inflation führen, sei mal dahingestellt. Das kann sein, muss aber nicht sein. Es kann auch einfach ein Vorwand sein.


    Mir wirkt es einfach wie klassische Niedrig-Währungs-Export-Politik. Gleichzeitig will man Investitionen ins Land holen, auch da sollte eine temporär niedrigere Währung helfen können. Selbstverständlich wird das durch die völlig erratische Politik dann konterkariert. Wobei erratisch evtl. das falsche Wort ist, irgendwie ist die Politik ja dann doch stringent und regelmäßig kommuniziert. In ihrem Irrsinn eben. Aber vielleicht hat der einfach kapiert, dass es hilfreich ist, sich verrückt oder dumm zu stellen, bzw. so zu tun, als würde man das wirklich glauben, denn sonst kommen ja irgendwann die Handelspartner und beklagen sich über die künstlich niedrige Währung.


    Ich finde auch die momentane Situation nicht so extrem, wie gerne dargestellt. Leitzins jetzt 15 %, Inflation etwas über 20 % (real angeblich noch etwas mehr, ok), d.h. Realzins -5 %. Also wie bei uns aktuell.. Just saying.


    In ihren Auswirkungen scheint mir die aktuelle Politik jedenfalls oberflächlich mehr Vorteile als Nachteile zu bieten, zumindest kurzfristig, wobei es ja in der Politik oft geht. Der Import wird teurer, klar, das ist ein Problem. Vor allem für die einfache, arbeitende Bevölkerung. Bzw. auf deren Rücken scheint mir diese Politik generell zu laufen. Deren Arbeitskraft wird global gesehen günstig gehalten, d.h. für den Export ist es bis auf die teureren Import-Vorprodukte äußerst positiv. Den Tourismus zähle ich in diesem Sinne auch zum Export, auch wenn er vor Ort stattfindet, soz. Service-Export. Gerade da scheint mir diese Politik absolut einleuchtend. Es gibt hohen Wettbewerb um Tourismus-Kunden, ich nehme an gerade in Corona-Zeiten und der Preis ist nun mal ein wesentlicher Faktor. Wie gesagt, ich fände interessant, ob es nicht viel mehr Kritik am niedrigen Wechselkurs der Türkei gäbe, wenn der nicht durch die angebliche, absolute Irrationalität der dortigen Regierung begründet würde.


    Ich sehe generell in der Inflation nicht das Problem per se. Solange man z.B. langfristig eine Inflation von beispielsweise 10 oder 15 % p.a. hätte, die entsprechenden Zinsen und das auch einigermaßen so planen könnte, ok. Das große Problem scheint mir eher die wahrgenommene chaotische Natur der Entscheidungen zu sein. Ob das aber wirklich so ist, oder ob man nicht sogar inzwischen eine gewisse Regelmäßigkeit unterstellen darf, sei dahingestellt.


    Scheinbar hat die Notenbank kürzlich eingegriffen und die Währung stabilisiert. Ich würde meinen, dass der letzte Währungs-Abschwung etwas übertrieben ist und sich wieder etwas mehr im langfristigen Mittel einpendeln sollte, also vielleicht einer Abwertung von etwa 20 % im Jahr gegenüber € oder USD, mehr als Beispiel. Dann, ist das für mich aber einfach mehr Niedrig-Währungs-Politik, die vor allem auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung ausgetragen wird. Wobei ich auch das nicht als so negativ sehe, man muss ja erst mal etwas haben, um es verteilen zu können. Die Bevölkung sollte also auch an der profitierenden Export-Wirtschaft teilhaben, wobei eine etwaige "gerechte" Verteilung ja immer nochmal ein anderes Thema ist.


    Und ansonsten, was die Finanz-Innenpolitik betrifft, könnte ein Anliegen sein, einen negativen Realzins zu haben, um Investitionen und die Wirtschaft anzuschieben. Also auch wieder im Wesentlichen genau das, was man bei uns schon über Jahre macht, wenn auch mit anderem Zinssatz und Inflation.


    Ich sehe also zumindest die Möglichkeit, dass die Politik in der Türkei in dieser Hinsicht weit weniger "verrückt" ist, als es oft dargestellt oder wahrgenommen wird und in Wahrheit damit einfach Export-Interessen gewahrt werden, also Wirtschafts-Politik betrieben wird.

    Noch ein paar allgemeinere Eindrücke:


    Ich war dieses Jahr dreimal beruflich in Polen, jeweils in der Nähe von Danzig. Geht ja bei mir um PV-Montage-Gestell, d.h. da bewegt sich solarmäßig was. Auch Windräder waren dort sehr viele zu sehen und liefen, Nähe Ostsee, richtig gut, ringdadingdingding. Das war alles in den letzten 4 oder 5 Monaten und immer mit dem Auto, ich überleg einfach mal, was mir noch so einfällt.


    - Straßen zum Teil sehr gut und zum Teil schlecht. Autobahnen und Schnellstraßen relativ neu, ich könnte mir vorstellen, dass da auch einiges an EU-Geldern verbaut wurde. Gerade ältere Landstraßen etc. sind dagegen eher nichts und auch allgemein, Infrastruktur Ausbau-fähig.


    - Auch was die Strom-Infrastruktur betrifft. Nachts hat man oft schon stark die Kohle gerochen. Oder (und trotzdem) gab es z.B. bei einem Restaurant Strom-Ausfall und man sagte dort, das sei eine regelmäßige Sache. Die PV-Anlagen (auch für die nächsten Jahre ist einiges geplant) und die Windräder stimmten mich positiv, allerdings ist dort in der Nähe wohl auch ein Atomkraftwerk geplant und der Status Quo, die starke Kohleverstromung und auch die Infrastruktur, haben mich teilweise eher an die Mongolei erinnert als an Deutschland. Das hat mich persönlich überrascht, ich hätte da eher mehr Fortschritt erwartet gehabt. Aber es liegt sicher vor allem an der Gegend und den subjektiven Eindrücken und ist somit wohl höchst zufällig, was diese Moment-Aufnahmen betrifft.


    - In vielen (kleineren) Dörfern hat man das Gefühl, dass es viele alte Häuser gibt, teilweise auch verfallende Immobilien. Anders schaut es in größeren Städten aus.


    - Dagegen anderswo viele Neu-Baugebiete. Es wird gebaut, Häuser deutlich kleiner als bei uns üblich. In manchen Städten teilweise absolut hässliche Neubauten, bei denen man sich frägt, wie sowas genehmigt wird. Im Gespräch mit Polen vor Ort wurde oft erwähnt, dass auch dort die Immobilienpreise seit längerem deutlich nach oben gehen. Viele arbeiten scheinbar ein paar Jahre im Ausland und suchen sich dann zu Hause was.


    - Essen fast immer absolut klasse & aus hiesiger Sicht ziemlich günstig.


    - Andere Sachen preislich wie bei uns. Mir fiel z.B. bei einer Rossmann-Drogerie auf, dass die Sachen eigentlich oder ziemlich genau das gleiche wie hier kosten. Das kann natürlich auch einfach logisch sein und dafür sprechen, dass deren Preise ziemlich an der Unterkante sind und in Deutschland bei Drogerien eben hoher Wettbewerb herrscht.


    - Insgesamt hab ich also den Eindruck, dass gerade die Jüngeren oftmals in die Städte gehen und manche Landstriche eher verlassen werden. Man muss sich da auch vor Augen führen, dass die Bevökerungsdichte in Polen 123 Einwohner / km² beträgt, gegenüber z.B. 232 Einwohnern / km² in Deutschland. Das ist schon ein deutlicher Unterschied.


    - Leute generell sehr freundlich, kann mich wirklich an nichts gegenteiliges erinnern.



    Das ist so das, was mir momentan einfällt. Ist weder positiv noch negativ gemeint, einfach Eindrücke. Und was die Wertung betrifft, leite ich ein paar Dinge ab. Insgesamt gibt es wohl viele Chancen. Z.B. die großen Flächen, ob nun für die Landwirtschaft, aber noch mehr für eine Zukunft mit viel PV und Wind. Ich hatte es ja irgendwo schonmal mit Deutschland vorgerechnet, aber Polen mit nur etwa 10 % weniger Fläche als Deutschland und weniger als der Hälfte der Einwohner, könnte mit einem absoluten Bruchteil der Fläche genug PV-Strom erzeugen. Die Speicherung ist natürlich noch ein ganz anderes Thema. Aber Potential gibt es da hohes und wie erwähnt, da passiert auch schon einiges.


    Ich verstehe auch bzw. würde erwarten, dass Polen oft noch "hungriger" sind, als es bei uns beispielsweise teilweise der Fall ist. Der Wohlstand ist noch nicht so sehr im letzten Winkel angekommen, so ist mein Eindruck gewesen. Ganz im Gegenteil, es gibt Gegenden, die abgehängt wirken. Ich glaube, dass das wirtschaftlich gesehen positiv sein kann, aber vielleicht täusche ich mich da auch. Es kann natürlich auch beides der Fall sein, manche, die mobil sind und beispielsweise motiviert in Städte gehen und dort zur Wertschöpfung beitragen und andere, die in Gegenden bleiben, in denen nicht viel los ist, und dort aufgrund von Mangel an Möglichkeiten sich nicht zur Gänze einbringen können.


    Ansonsten, was ich mir auch bei den USA gedacht habe. Was die Fläche, eine bessere Infrastruktur-Auslastung, den Arbeitsmarkt, etc. betrifft, gäbe es m.M. nach das Potential für (deutlich) mehr Einwohner. Die Geburtenrate ist aber scheinbar ziemlich niedrig und Einwanderung wirkt politisch oder auch gesellschaftlich scheinbar nicht als Wunschvorstellung. Aber, Nachtrag, evtl. täuscht dieser Eindruck auch. Scheinbar gibt es Auswanderung nach Westen, aber Einwanderung vom Osten her, insbesondere aus der Ukraine. Hier ein Artikel, den ich gefunden habe:


    https://www.bpb.de/internation…and-zum-einwanderungsland



    Was aber Investments betrifft, bin ich generell eher skeptisch. Dies liegt zum einen daran, dass man das Gefühl hat, dass vieles schon von ausländischen Ketten abgegriffen wurde. Über CK Hutchison und insofern Rossmann bin ich z.B. schon dort vertreten. Aber ernsthaft, Obi, etc., und andere ausländische Ketten. Auch die angesprochenen PV-Projekte werden soweit ich das erkennen kann, in den meisten Fällen aus dem Ausland finanziert. Vielleicht ist das ja auch ein sehr positives Zeichen, für verstärkten Handel. Aber insgesamt, hab ich einfach den Eindruck, dass man momentan nicht allzuviel verpasst, die Dynamik noch nicht so hoch ist, was natürlich auch oder vor allem an der Politik oder den politischen Weichenstellungen liegt.


    Also ich sehe sehr viel Potenzial, die Flächen, die Küste, etc. Aber auch Schwierigkeiten. Aktuell natürlich einmal die Politik. Aber ganz generell, ich glaube wenn Polen als Wohn- und Einwanderungsland attraktiv ist, dann könnte es davon stark profitieren. Wenn also Leute verstärkt dort bleiben wollen und nicht davon träumen, eigentlich woanders zu leben. Dafür muss man natürlich gewisse Eigenschaften und Attraktivität mitbringen bzw. entwickeln. Andersrum, wenn weiterhin lieber nach Westen abgewandert wird und vor allem die Einwanderung aus dem Osten dann auch lieber weiterzieht, dann sehe ich ein größeres demographisches Problem kommen. Da komme ich dann nochmal zur Politik. Diese konservative, rückwärtsgewandte Politik könnte noch zu einem echten Problem werden. Denn in Polen ist es evtl. nicht wie in Japan, Deutschland, etc., dass man nur regeln muss, wieviele Leute kommen dürfen und diese dann auch problemlos kommen wollen. Man muss auch attraktiv dafür sein bzw. werden. Und dabei ist man eben im EU-Binnen-Wettbewerb mit anderen Ländern. Ein pot. Problem, dass ich sehe, ist, noch einmal die Politik, dass gerade Leute in den Wachstumsbranchen, z.B. der IT, etc., sich bei der aktuellen Regierung nicht grade wohlfühlen dürften. Ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird.


    Nur ein paar Eindrücke & Überlegungen. Sowas kann natürlich immer in Teilen gspinnert wirken. Aber vielleicht sind ein paar Ansätze dabei.

    Facebook, bzw. Meta Platforms, scheint mir wirklich relativ günstig zu sein. Das relativ bezieht sich einzig auf evtl. negative Regulierung.


    Ansonsten: Hohes Wachstum, hoher Cash-Bestand, hohe Aktien-Rückkäufe, ziemlich niedriges KGV (in Relation zum Wachstum).


    Mein Bedarf ist gedeckt, hatte im Frühjahr welche gekauft und das reicht mir eigentlich. Ist nicht unbedingt meine Lieblingsfirma (das ist stark untertrieben), aber waren mir damals schon einfach zu günstig (und ich finde es auch falsch, FB für alles verantwortlich zu machen was Leute anstellen). Aber gut, das soll keine moralische Debatte sein. Ich finde sie einfach günstig und falls jemand Interesse hat, wäre es evtl. kein schlechter Zeitpunkt.


    https://www.bnnbloomberg.ca/fa…wd-isn-t-buying-1.1691078


    Aja, generell mag ich das unglaublich, wenn Unternehmen so massiv Aktien zurückkaufen. Dann freut man sich, wenn sie runtergehen. Mir geht's zumindest so.

    Ich hab am Donnerstag ganz spontan auch Anteile an der KOC Holding gekauft. Hab die über die Jahre immer wieder mal angeschaut und auch andere türkische Aktien. War eigentlich sogar sehr spontan, ich hab hier gelesen, dass die Lira weiterhin so niedrig ist und mal geschaut. Unter 10 €, passt.. Bißchen gute Hoffnung ist da immer dabei, denke ich. Ansonsten halte ich die für sehr konservativ und solide, den Eindruck hatte ich mir schon vor langem angeeignet.


    Und Aktienrückkäufe finde ich bei ausreichendem Cash-Bestand & (angenommener) Unterbewertung sowieso hervorragend, sehr gerne mehr davon!


    Turk Hava hatte ich auch eingegeben, waren für 12 € in Frankfurt im Brief. Hatte ich auch so eingegeben, aber da waren die scheinbar schon hoch. Blöd mit dem Zeitversatz immer. Naja, egal. An sich will ich eh keine Airlines, aber momentan verdienen sie wohl echt gut. Vielleicht für Montag nochmal, aber momentan tendiere ich eher zur Warschauer Börse.