Posts by Matze

    Ich verfolge die Kiste seit zwei Jahren aus den oben genannten Gründen. War nie Aktionär - aber interessiert.

    Das ist schon ein wirklich interessanter Fall und gut zum lernen!

    Soo einfach und sonnenklar war das meiner Meinung nach nicht.


    Das Kernproblem heute sind die Lieferprobleme und die hohe Inflation -> das war im Herbst 2020 wo die letzten Posts waren - noch nicht in dem Maße absehbar.


    Leifheit hat in den letzten Jahren wie angekündigt die Sortimentsvielfalt kräftig eingedampft. Also die Anzahl der Sonderlocken bei Produkten eingestampft. Das führt normalerweise zu einer Erhöhung der Rohertragsmarge und regelmäßig tut so eine Konzentration auf die wesentlichen Engpässe ("Einer der klassischen Moves von Rational & Blaschke" - das konnte man bei Washtec gut sehen) wirklich gut.


    Leifheit konnte dann im Jahr 2021 die Preise um 5% erhöhen. Die Kostensteigerungen waren aber höher.

    Die Rohertragsmarge ist aber durch China, Plastik und Supply-Chain von relativ stabilen 45-50% auf 37% im Q2/22 gefallen. Die sind halt mit Plastik (Energieintensiv), Stahl und hohen Lieferkosten mitten im Auge des Sturms. Alleine das sind schlanke 20 Mio. Euro die dann im Ebit fehlen - bzw. das ganze EBIT aus 2021 darstellen. Da sprechen wir noch nicht von Konsumzurückhaltung.


    Nachdem Ende 2020 und Anfang 2021 viel Marketing gemacht wurde (>20mn Euro im Quartal) ist das wieder eingestellt worden. Ein Anzeichen dafür, dass die angekündigte Strategie ("Soda-Stream" siehe oben) nicht funktioniert. Das war aber einer der zentralen Knackpunkte: Die geben drei Viertel Ihres Rohertrags für die Gesamtposition "Vertrieb" aus. Das sollte der neue CEO optimieren - das ist bisher eher mäßig gelungen.


    Das Ganze hätte aber auch andersherum funktionieren können. Ich kann Dir ohne größere Umsatzveränderungen mit etwas Ausweitung der Bruttomarge und etwas besserer Auslastung ein EBIT von 25-35 Mio. Euro aufzeigen. Das wären dann EPS von 2-3 Euro. Und dann haben kleinere Verbesserungen bei der Vertriebseffizienz riesige Auswirkungen. Kurse von >30 Euro enthielten schon die Hoffnung dass es "deutlich" besser würde. (Das ist meiner Meinung nach relativ unwahrscheinlich - aber halt auch nicht vollständig ausgeschlossen)


    Jetzt bist Du bei Kursen von 13 Euro.


    Normalisiert sich die Lieferkette/Bruttomarge, dann sehe ich schon dass Leifheit irgendwas >2 Euro / Aktie verdient. Schulden haben sie nicht wirklich und eine Insolvenz sehe ich ehrlich gesagt nicht.


    Bedenke außerdem, dass die in den letzten 2 Jahren Krisenbedingt viel Working Capital aufgebaut haben. Das war mal 50 Mio. Euro und ist jetzt eher bei 70 Mio. Euro. Normalisiert sich das, kommen da nochmal Cash rein, was bei einer Marketcap von 130 Mio. auch in die Bewertung reinschlägt. (Man munkelt auch, dass das Private-Label Volumengeschäft verkauft werden könnte -> alles >0 würde da natürlich auch reinfließen.)


    Bin ich da investiert - neeee!

    Aber super zum lernen ist es trotzdem.

    Nur in der TWS heißt es, daß nicht genügend NEOG-Aktien für den Leerverkauf zur Verfügung stehen. Tja, zu spät?

    das kann sein dass es kein Borrow gibt.

    Der Spread ist aktuell sogar für Fonds (>99 Aktien) interessant - kann sein dass alle Aktien die geliehen werden können auch verliehen sind. (Es muss ja IBKR aktiv die Aktien verleihen damit die dann auch leer verkauft werden können)

    ??? Klar ist das ein Odd Lot.

    Odd Lot heißt ja auch nur „seltsame Menge“ und bezieht sich auf die Anzahl da Aktien typischerweise >100 Stück gehandelt werden.


    Schau Dir die Dokumentation unter dem Link an den ich dort gegeben habe. Ich hatte keine Probleme Neogen zu verkaufen und habe eine Position.


    @Flatex: das ist nicht unüblich - es ist ein typisch amerikanisches Ding. Die SEC Dokumentation habe ich ja angehangen. Morgen ist Frist - da hilft es nichts t+2 irgendwas zu buchen.


    das ist einer der Gründe warum ich ein IBKR (und nicht Lynx) Konto habe - da hat man mit den 1x im Jahr auftretenden Odd Lots die bisher alle Geld gebracht haben keine Themen

    Einer der eindrücklichen Fälle warum das absichern so wichtig ist - bzw. warum es manchmal auf Stichtage und Fristen ankommt.


    3M hat am Freitag eine Gerichtsentscheidung reingedrückt bekommen die ziemlich unvorteilhaft war.

    Aktie -15%

    Neogen davon unbetroffen +/- 0%

    Da der Vwap zählt ist das Verhältnis nur etwas - aber nicht völlig - angeknackst.

    Dadurch hat sich das Austauschverhältnis der Aktien geändert. Das obere Limit ist nicht mehr in Kraft.

    Es wird zu 6,7713 getauscht.


    Damit sind es ist nicht mehr 728 Neogen Aktien -> sondern 670 Neogen Aktien die man bekommt.

    https://www.envisionreports.co…v4/index.html?voting=true


    Man ist zwar immer noch im Geld (~400 USD) wenn man das zum Zeitpunkt meines Hinweises gemacht hat - ABER - man wäre deutlich besser gefahren wenn man auf das Festlegen des Austauschverhältnisses gewartet hätte. Frist zum Einreichen ist 31. August.


    Hatte ich so nicht drüber nachgedacht: weil ich "lieber 2-3 Tage vor der Frist" als größeres Risiko als ein Kurssturz so kurz am Ende der der Frist gesehen hatte. Aber solche exogenen Schocks gibts immer mal wieder -> und sowas völlig unabgesichert zu machen ist damit offensichtlich schwierig. (Siehe Change Healthcare im Februar 2020).

    Danke, Matze, für die spannende Idee!

    Für Privatanleger wird die Share Distribution allerdings voll besteuert korrekt? Also 30% Quellensteuer, von denen man 15% zurückholen und 15% anrechnen kann, wenn ich das richtig sehe.

    Nochmal als Nachtrag: meine Kinnevik Aktion liegt gerade beim Finanzamt. Mal schauen was da zurückkommt.

    Am langen Ende haben die Schweden Quellensteuer einbehalten - und dieses Odd Lot wäre nicht sinnvoll aufgegangen.

    Nee leider nicht. Der englische Report ist eher Mau.

    Denke es ist nicht das Problem “Abverkauf” aber die Größe des Themas ist schon beeindruckend.

    Ich habe mich heute einmal ausgiebig mit Makita beschäftigt. Ich habe zwei Produkte von denen und habe mich ertappt, dass ich beim Kauf eines weiteren Gerätes gar nicht mehr überlegt habe ob ich einen Bosch o.ä. nutzen wollen würde. Dieses Akku-system ist schon einfach gut.


    Soweit alles in Ordnung. Problem ist dass es eine klassische japanische Company ist. Viel zu viel Cash auf der Bilanz.

    Aber mit einem KGV von 13x oder so nicht wirklich teuer.


    Was mich aber total stutzig macht: Die haben in den letzten 2 Jahren unfassbar viel Working Capital aufgebaut. Geisteskrank!

    Das Net Working Capital ist heute rund die Hälfte der Marktkapitalisierung. Die haben da fast 500mn Euro Lager rumschwirren.


    Das Inventory ist von 200bn YEN (typischerweise 50% vom Umsatz) auf 70% vom Umsatz (aktuell ~560bn Yen) gestiegen. Das meiste davon Inventory. Das ist bei einer Einhell ähnlich dramatisch. Das ist schon eine Größenordnung die ich so bisher selten gesehen habe...

    Gehe konform mit Dir, dass das für den Außenvergleich nicht wirklich geeignet ist.

    Für den Innenvergleich schon eher - auch wenn da die Probleme die Du nennst natürlich drin sind.


    (Fairerweise waschen sich viele Probleme im Laufe der Zeit wahrscheinlich raus -> sprich Käufe/Verkäufe werden - wenn sie systematisch schlecht wären (sagen wir Kauf 10x und Verkauf 5x) auch auf diesen Wert durchschlagen?!)


    Aber ich drehe das Problem mal um: Was sollte die Firma denn veröffentlichen, damit Du das als "wirklich brauchbar" einschätzt?

    Natürlich bestehen die von Dir gennanten Probleme teilweise immer - aber einfach nichts zu veröffentlichen ist noch viel weniger hilfreich?


    Es gibt ja zahlreiche andere Holding / gelistete PE Firmen die abweichende Modelle haben.

    Bspw. Buchwert (Berkshire war lange Zeit so); (Vorteil: "harte Assets"; Nachteil "bei Software-Firmen nicht wirklich sinnvoll")
    Bspw. andere gelistete PE Firmen ein "statisches Multiple von X" oder ein "variables Multiple von Markt-Multiples" -> beides auch irgendwie die gleichen Probleme wie Du sie beschreibst - und noch viel anfälliger für Schmuh durch Management.


    Am langen Ende muss man als Investor sowieso eine Abschätzung darüber treffen welches Multiple man selber für diese Assets zahlen möchte und dann seine eigene Zahl dort einsetzen. Und dann sollte da bei allen verschiedenen Varianten zumindest in der Theorie der gleiche Wert rauskommen :-D

    Naja - wenn Du die Summe investiertes Kapital in Verhältnis zum EBITDA nimmst kommst Du in die Richtung der Kauf-Multiples (im Schnitt). Wenn das Multiple gleich bleibt, dann wird die Veränderung des Wertes im Laufe der Zeit dem organischen Wachstum des gemischten EBITDAs entsprechen. (plus / minus Verkäufe zu einem anderen Multiple und/oder Kapitalerhöhungen).


    Wenn das kohärent und über Jahre gleich gehalten wird ist das doch nicht sinnleer? Es wird Dir schon eine Idee geben ob gut oder schlecht investiert wird?


    da habe ich ja mittlerweile echt eine andere Ansicht: mir ist ein adjusted EBITDA lieber als kein adjusted EBITDA. Warum? Weil das GAAP EBITDA kann ich selber ausrechnen und sehen. Die Adjustments sagen einem sehr viel über eine Firma aus und geben im Zweifel mehr Input. Wenn man aber ein adj. EBITDA einfach so als echten Gewinn nimmt ist man natürlich fahrlässig. Aber die Mehrinformation nehme ich gern mit.

    Ich hatte nur das Vorwort zum GB überflogen. Der Basiswert scheint tatsächlich so absurd zu sein, wie ich beim ersten Gedanken befürchtete, und nicht etwa der Anschaffungspreis:


    Das ist in der Tat kompletter Schwachsinn! Anders kann man es nicht formulieren. Die Bewertung erfolgt doch sinnvollerweise nicht auf Basis eines Einzeljahres! Also man kauft z.B. antizyklisch in einem schwachen Jahr und zahlt wahrscheinlich dann (gerechtfertigterweise) ein etwas erhöhtes EBITDA-Multiple, weil schon ein wenig eine Normalisierung einpreist wird, z.B. nach der Corona-Delle 2020. Wenn das EBITDA dann wie erwartet steigt, oder auch nur zyklisch bedingt, steigt also auch der Basiswert mit? Oder aber, es werden bei Wachstumsaktien die üblichen hohen Multiples aus 2021 zugrundegelegt, die man beim Einstieg zahlte, die 2022 aber nicht den aktuellen Wert widerspiegeln. Das besagt also herzlich wenig. Also bleibt die Ertragsbewertung:

    Der GpA aus 2021 wird sich zwar erhöhen, wenn die Mittel aus der Kapitalerhöhung investiert werden. Aber dann hat man bei >10 Euro pro Aktie immer noch ein KGV von >20. Prost!

    kompletter Schwachsinn finde ich etwas harsch. Aber ganz im Ernst - wie würdest Du es anders darstellen um die gleiche Information wiederzugeben?


    Das Problem ist ja dass eine Firma die Du im Dezember kaufst nur zu 1/12 in der Ertragsbewertung drin ist. Die Firma ist aquisitiv. Sprich in jedem Rumpfjahr sind bisher mehrere Akquisitionen teilweise enthalten deren Einzelwerte Du naturgemäß nicht nachvollziehen kannst.


    klar kannst Du warten bis mal ein Jahr keine Akquisition kommt und dann das Jahr als “organisch” messen - aber nach normaler Buchhaltung (Konzernbericht) siehst Du halt auch nur die halbe Wahrheit.

    Das sieht oft sehr teuer aus - obwohl es oft nicht wirklich teuer ist.


    Das Problem hast Du bei relativ vielen Serien-Käufern. Zumal Du da oft PPA Akquisitionen drin hast die den “Gewinn” mindern - nicht aber den Cash Flow. Da hast Du halt so Sachen wie Halma, Diploma oder Judges Scientific gegenüber einer Valeant.

    Naja bei Talgo ist es ziemlich simpel. Der EV besteht im wesentlichen aus Forderungen gegen Staatskunden (Deutsche Bahn, Renfe etc.). Das Working Capital ist in letzter Zeit ziemlich explodiert - daher ist der FCF (NWC-Aufbau) geringer als der Gewinn. Wenn Du davon ausgehst dass die Wartung bei den Zügen halbwegs sticky ist UND dass das Working Capital eine Folge von (positiven) Aufträgen ist, dann ist das Unternehmen billig. Wenn Du das Working Capital normalisierst kommt da noch relativ viel Cash raus - was man irgendwie raus oder rein rechnen sollte.


    Zumal - und das ist der spannendste Faktor - der Eigentümer Trilantic (Private Equity) das Unternehmen schon einmal umgegangen hat. Der zweite Fonds ist am Laufzeitende. Ein zweites Mal umhängen in einen Dritten Fonds ist (das ist ungeschriebenes Gesetz) ziemlich unmöglich. Das Compensation-Paket des neuen CEO ist eindeutig und die Board-Besetzungen der letzten HV auch.


    Daher wirst Du hier wahrscheinlich in den nächsten 24 Monaten eine Corporate Action sehen. Bei 30% umhängen wird ein Übernahmeangebot fällig.


    @Mediqon: verstehst Du was der Basiswert aussagt? Was ist da billig oder teuer? Kannst Du mir das erklären?