Beiträge von yps

    Iran hat übrigens auch ein selbstgemachtes Importproblem.

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    Und weitere Kleinigkeiten. Die Türkei hat gerade Top Optionen!


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    BYDs Export boomt, ich denke man kann sagen die werden weltweit "den Markt aufrollen". Aber ob das reicht? In China selber sind die nämlich unter Druck.

    Sind die streng genommen überhaupt noch eine Autofirma? Die schaffen sich gerade ihre eigenen Wettbewerbsvorteile. Sehr, sehr schlau.

    "BYD has quietly built something no automaker has ever done before: a private fleet of eight ocean-going car carriers capable of moving more than a million vehicles a year to ports across Europe, South America, Mexico, and Australia — all without asking a single shipping line for permission. While the world fixated on battery chemistry and charging speeds, the Shenzhen-based company that started making rechargeable batteries in the 1990s was solving a problem nobody else wanted to face. When charter rates for car-carrying ships exploded from roughly 12,500 dollars a day in 2021 to 115,000 dollars a day by early 2024 — a nine-fold jump driven by a shrinking global ro-ro fleet colliding with China's surging auto exports — BYD's founder Wang Chuanfu decided to stop renting and start building. This video unpacks the invisible shipping industry that moves 80 to 90 percent of everything you own, the specialist carriers like Wallenius Wilhelmsen, NYK, K Line, Hoegh, and Grimaldi that controlled it for a century, and how BYD leveraged China's dominance in shipbuilding — over 56 percent of global tonnage — to skip the line and launch vessels like the BYD Explorer Number 1 and the BYD Shenzhen, the largest car carrier ever built at 9,200 vehicles across 16 decks. We explore the strange engineering inside these floating parking garages, from hoistable hydraulic decks to LNG dual-fuel systems and fire suppression redesigned for electric vehicles. We also dig into the glaring weakness nobody talks about: the empty return voyage, and whether BYD's logistics subsidiary could turn that liability into a business by selling deck space to competitors like SAIC, Geely, and Chery. With factories going up in Brazil, Hungary, Thailand, and Uzbekistan, and tariff landscapes shifting in the EU and US, the question is whether owning eight ships is the smartest industrial move of the decade or a 25-year gamble that has not been tested yet."


    China's BYD Is Taking Over the World's Shipping Lanes — And Nobody Knows
    BYD has quietly built something no automaker has ever done before: a private fleet of eight ocean-going car carriers capable of moving more than a million ve...
    www.youtube.com


    PS: aufgrund des kurzen, aber heftigen El Ninos, wurden die Durchfahrten durch den Panama Kanal bereits begrenzt.

    2700/2600–2000 v. Chr. - wenn man soweit zurueck blickt moechte ich daran erinnern, dass Frauen damals mehr wert waren. Enheduanna (Herrscherin von Akkad/mesopotamisches Gebiet ca. 2300 v.Chr) oder Cleopatra (Herrscherin von Aegypten). Die Kultur has sich seitdem schon gewandelt, verdammter Islam.

    Oh Gott Joe, das gehört doch bitte maximal in den Stammtisch.

    yps danke für die Info.

    Weil ich mich für Geografie interessiere eine Frage: ich finde zu Fudschaira in googlemaps lediglich einen Hafen außerhalb des Persischen Golfs. D.h. ich nehme an, das Öl wird nach Fudschaira (und nicht von). Oder meinst du, dass es von Fudschaira in die Welt weiterverschifft wird?
    Mich würde interessieren, an welcher Stelle im Persischen Golf es ausgeladen und über den Landweg nach Fudschaira/Fujairah weitertransportiert wird. Passiert das am Hamriya Port?
    Oder habe dich falsch verstanden?

    Und noch eine Frage: gibt es inzwischen eine Pipeline nach Fudschaira oder wird das derzeit noch über LKWs transportiert?

    Das ganze hätte natürlich noch weitere Folgen, wenn es zu einer Einigung zur SoH kommt: Falls der Iran eine Maut erheben will, kann er die Kosten nicht beliebig hoch ansetzten, weil es eine Konkurrenz gibt. Allerdings ist der Landweg selbst ohne Gebühren durch das zweimalige Umladen und die Transportkosten auch ohne Aufpreis (= Gewinn) + Zeitaufwand teurer als ein Durchfahren der SoH mit dem Tanker. Diese Kosten sind dann quasi der Deckel für ein Maut.

    Fujairah (im Deutschen oft Fudschaira) ist eines der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Geografisch und strategisch zeichnet es sich durch ein fundamentales Merkmal aus, das entscheidend ist:

    • Lage: Es befindet sich an der Ostküste der Arabischen Halbinsel.
    • Küstenlinie: Als einziges der sieben Emirate hat Fujairah keinen Zugang zum Persischen Golf. Es liegt stattdessen vollständig am Golf von Oman (der direkt in das Arabische Meer und den Indischen Ozean übergeht).

    Da Fujairah außerhalb des Hormuz Nadelöhrs liegt, fungiert der dortige Hafen als eine Art Bypass. Mindestens vier Tanker mit irakischem Rohöl haben diesen Monat per Schiff-zu-Schiff-Umladung/Ship-to-Ship Transfer (STS) ihre Ladung durch Hormuz in die Gewässer nahe Fujairah transportiert. ADNOC Trading aus Abu Dhabi bot außerdem Rohöl aus Basra, das im August verladen werden sollte, per STS auf FOB-Basis (Free on Board, d. h. ohne Frachtkosten) in der Nähe von Fujairah an.

    Ganz grundsätzlich: der Westen neigt gerne dazu, die Araber als lustige, dekadente Folklore Beduinen mit lustigem Ghutra anzusehen. Quasi folkloristisch. Dabei geht vollkommen unter, dass die Vereinigten Arabischen Emirate , begründet auf deren Kultur von Umm al-Nar (2700/2600–2000 v. Chr.), sich -seit Jahrhunderten- im Umgang mit der aktuellen politischen Krise von ihren Nachbarn abheben: durch ihren Pragmatismus, ihr Bestreben, einen offenen Krieg mit dem kriegerischen Nachbarn zu vermeiden, und ihre bemerkenswerte Fähigkeit, den Handel zu ihrem Vorteil zu nutzen ;-)

    Lest aber auch den Artikel über den Irak. Dann wisst Ihr so in etwa, wie da gerade mit Öl gehandelt wird. ich mag mir gar nicht vorstellen, was das für eine Gemengelage ergibt, falls die Iraker weiterhin zu wenig Geld für ihren Staatshaushalt einnehmen werden.

    Iraq expands crude discounting as oil revenue falls | Latest Market News
    Iraq has approved a new crude discount mechanism in an attempt to restore exports and bolster oil revenue after traffic restrictions through the strait of…
    www.argusmedia.com

    Ich habe mir die Dynamik rund um die Straße von Hormuz genau angesehen – und es ist faszinierend zu beobachten, wie die VAE die Krise nicht nur überstehen, sondern strategisch für sich nutzen.

    Was die VAE hier konkret etabliert haben, ist ein hochgradig lukratives „Shuttle-as-a-Service“-Modell (;)), das im Grunde wie eine „Exit-Maut“ funktioniert. Da viele Anrainerstaaten (wie der Irak oder Kuwait) ihr Öl wegen der iranischen Bedrohung nicht mehr sicher durch das Nadelöhr Hormuz bringen können, hat die VAE eine logistische Umgehungsstraße geschaffen:

    • Der Mechanismus: Die betroffenen Staaten verkaufen ihr Rohöl mit einem satten Preisabschlag (von bis zu 30 %).
    • Die Logistik: ADNOC übernimmt das Öl via Schiff-zu-Schiff-Transfer in der Nähe von Fudschaira und bringt es sicher aus dem Golf heraus.
    • Der Profit: Die VAE kassieren durch diese Übernahme der logistischen Kette und des Sicherheitsrisikos die Differenz. Sie sind damit zum unverzichtbaren Monopolisten für den Ölexport aus dem Golf aufgestiegen.

    Das ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer klaren Strategie. Seit ihrem Austritt aus der OPEC im Mai 2026 agieren die VAE völlig unabhängig. Während andere regionale Mächte wie Saudi-Arabien durch den Konflikt unter Druck stehen oder an Einfluss verlieren, haben sich die VAE als der zentrale „Logistik-Boss“ der Region positioniert.

    Kurz gesagt: Die VAE haben den Konflikt monetarisiert. ADNOC entwickelt sich dadurch zu einer massiven „Cash-Maschine“, und solange die Instabilität in Hormuz anhält, wird die Welt auf diesen Service angewiesen bleiben. Es ist ein bemerkenswertes Beispiel für wirtschaftlichen Pragmatismus, der das geopolitische Machtgefüge am Golf nachhaltig verschoben hat.

    Was passiert eigentlich, wenn die Iranische Führung herausfindet, dass Bessents „Wirtschaftlicher D-Day“ ihre eingefrorenen Gelder nutzt, um US-30-Jahres-Anleihen zu kaufen?

    Was haltet ihr von der Situation bei Ludwig Beck derzeit? Die Bayerische Gewerbebau AG (Doblinger-Gruppe, ca. 80% Gesamtanteil der Gruppe) und bietet seit 21.07. im kombinierten Pflicht- und Delisting-Erwerbsangebot 23,16 € je Aktie. Annahmefrist bis 18.08.2026. Der Preis ist auf den Cent der Dreimonats-VWAP.

    Der Wert der Firma steckt m.E. weniger im Textilhandel, sondern im Grundbesitz. Zum Ludwig Beck Konzern gehört das Stammhaus Marienplatz 11 in München (insb. wenn man dies zur aktuellen Angebotshöhe vergleicht). Der aktuelle Bilanzansatz stammt aus der Erstkonsolidierung 2001 (Grund und Boden 68,8 Mio. € damals bilanziert).

    DIe Firma ist substanzstark, aber der Weg zur Substanz ist für Minderheitsaktionäre tendentiell versperrt aktuell.

    Abgesehen von der extremen Marktenge des Papiers, so bleiben dabei zwei Fragen offen: Wer besitzt Aktien, die er den überraschten, gerade erst „bullisch“ und überrascht, gewordenen Käufern jetzt verkaufen kann? Und wie ist dieser Gruppe das Kunststück gelungen, sie zuvor zu tieferen Preisen einzukaufen?

    Ich bin kein Expert für Rentenmärkte. Für mich als Laie sieht das nach einer ungewöhnlich plötzlichen und starken Bewegung aus. Was ist da sonst "normal"?

    Ist das von heute und was ist der Grund?

    Ich vermute, dass Die Gelder, die Amerika finanzieren, haben die Anlageklassen gewechselt haben.

    Mallika Sachdeva von der Deutschen Bank veröffentlichte folgernde Zahlen: Im Zeitraum bis März 2026 flossen den USA deutlich über 600 Milliarden US-Dollar an Netto-Aktienzuflüssen zu. Das ist doppelt so viel wie der Zufluss in Staats- und sog. agency Bonds – die größte jemals verzeichnete Differenz.

    Früher wurden mit ausländischem Kapital deren Schulden gekauft. Jetzt kauft es deren Aktien. Deren "Cash-Burn" wird damit gedeckt. Der Markt glaubt also, dass es sich hier nur um eine Art "Ausbau" handelt, nicht um echte Gewinne. Dasselbe gilt für ausländisches Kapital. Kein Kupon. Eine Wette darauf, ob sich die Investitionen auszahlen.

    Dieses Geld fließt, wenn die Lage gut ist, und fließt wieder ab, sobald die Börse. Käufer von Staatsanleihen verfahren genau umgekehrt. Diesmal wird das aber mE auch nicht mehr der Fall sein.

    comdirect.

    Anabel Schunke:


    „Jetzt trifft es mich auch. Die Comdirect hat mir meine gesamte Kontoverbindung vor drei Tagen gekündigt. Ich habe sogar noch in einer Mail nach der Kündigung, versucht, dies abzuwenden, aber man möchte dabei bleiben und beruft sich auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass man jederzeit auch ohne Angabe von Gründen die Kontoverbindung aufkündigen kann.

    Ich rieche einen politischen Grund“.

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    Den dritten Teil versteh ich nicht. Sind das staatliche Bürgschafften. Wie kommt die rechnung zum Staat oder

    Bin mir auch nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich wieder über eine „too big to fail” Regelung ;-).

    Wie auch immer das dann genannt werden wird.

    Interessanter Artikel (siehe yps Beitrag oben). Die Abschreibungen wegen Wertverlust werden hoch sein sobald die Nachfrage nach entsprechenden Chips sich wieder normalisiert haben wird. Als ich vor einigen Monate drauf guckte, da war Memory DRAM gleich 4 mal so teuer wie 3 Jahre zuvor.

    Das wird sich wieder normalisieren. D.h. aber nicht, dass die Super-AI Firmen nicht dennoch von ihrer AI profitieren werden, die Gewinne hoeher sind als die Investitionen, langfristig.

    Dennoch wird vielleicht erst einemal ein Verlust ausgewiesen, der ja nicht zahlungswirksam ist, sondern es "nur" Buchwertverluste sind.

    Wie die Boerse das aufnehmen wird? Je nachdem ob das Sentiment positiv oder negativ ist. Negativ wird es erst in einem Baerenmarkt. Diesen antizipiere ich, aber er ist noch sichtbar, ausser vielleicht im Sued-Koeanischen Kospi.

    Weil noch nicht "sichtbar" kann man immer noch aussteigen und (mittlerweile) mit einem blauen Auge davon kommen. Einige von euch waren mutig und haben zugekauft. Ich vermute das werdet ihr bitter bereuen, aber nunja, ich kann ja komplett falsch liegen. (Edit: heute VStoxx im tief bei 16.9 - immer noch ein guter Zeitpunkt die Reisleine zu ziehen).

    Google emittierte im Februar eine 100-jährige Anleihe mit einem Kupon von 6,125 %, was einer Rendite von 6,05 % entspricht – angeblich eine super sichere Anlage, die von Pensionsfonds begeistert aufgenommen wurde.

    Sechs Monate später ist diese vermeintlich sichere Anlage bereits um 10 % gefallen! Die Rendite liegt jetzt bei 6,73 % .

    Die ebenfalls im Februar begebene Anleihe von Oracle liegt im Jahresvergleich 15 % im Minus! Das bedeutet, dass ein Kreditereignis im Gange ist. Der Anleihenmarkt leidet unter der Flut an KI-Schulden, was bedeutet, dass der Investitionsrausch vorbei sein könnte.

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    Die bislang treffenste Formulierung, die ich zur (US amerikanischen) Lage gefunden habe:


    Today’s Market = 1999 Capex + 2008 Credit


    Today's Market = 1999 Capex + 2008 Credit - The Intellectual Investor - Value Investing by Vitaliy Katsenelson
    I wrote in the past that the AI rollout feels a lot like déjà vu of the 1999 telecom bubble. Today's AI bubble has elements of both the 1999 overinvestment in…
    investor.fm


    PS: Hypothekenzinsen: Der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige US-Hypothek stieg auf 6,66 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Yen: Die japanische Währung legte gegenüber dem US-Dollar um mehr als zwei Prozent zu und erreichte ein Zweimonatshoch.

    Der Fund von Leopold Aschenbrenner von seinem KI-Hedgefonds „Situational Awareness“ ist diese Woche spektakulär zusammengebrochen und er hat sein gesamtes Portfolio an Citadel verkauft (sofern das das richtige Wort ist). Solche Ereignisse sind ohne Hebelwirkung – und zwar in erheblichem Ausmaß – kaum denkbar. Die kursierende Geschichte besagt, dass gehebelte ETFs mit dem Vierfachen an Fremdkapital aufgepumpt wurden. Vor einem Monat wurde er im WSJ noch als Wunderkind gefeiert.

    Zu LA: Im Jahr 2024 verfsst ein intelligenter 24-Jähriger eine 164-seitige Abhandlung über die Zukunft der KI. Er verfügt über einige Einblicke und ist bestens vernetzt – seine Verlobte ist Stabschefin bei Antrophic (die Hochzeit soll angeblich dieses Wochenende stattfinden). Er hat hervorragende Kontakte zu Insidern von KI-Firmen, die ihre Anteile verkaufen wollen; das Kapital, das an diesen Aktien interessiert ist, findet scheinbar immer die Person, die den Weg ebnen kann.

    Was anfangs wie ein Nebenverdienst klang, entwickelt sich zu einem echten Fonds, bei dem viele große Akteure Zugang zu diesen KI-Anteilen in der Frühphase haben wollen.

    Jemand schlägt vor, die gesamte neu entstandene private Infrastruktur – Investoren, Cashflow und acht Mitarbeiter – durch einen öffentlichen Fonds zu ergänzen. Man sagt zwar gern, die vier gefährlichsten Worte seien „ Diesmal ist alles anders “, aber es gibt viele andere kurze Sätze, die genauso gefährlich sind.

    Aus einer Milliarde Dollar werden schnell rund 20 Milliarden Dollar .

    Aus "This time is different" wurde zB "This seems kinda the same" oder How hard can it be?”, was letztlich alles nur nette Umschreibungen für TTID sind.

    Hyperliquid ist eine spezialisierte Blockchain, die darauf optimiert wurde, ein Orderbuch für Termin- und Spotmärkte zu betreiben, quasi als „Global Liquidity Index“. Hyperliquid wird gegen die Bankenlobby ankämpfen müssen. Alles Wissenswerte im Überblick:

    Hyperliquid: Warum die Blockchain den Ölpreis vor der Börse kennt | DAS INVESTMENT
    Hyperliquid handelt Rohstoffe rund um die Uhr – und reagierte auf den Ölpreisschock 48 Stunden früher als klassische Terminmärkte. Was das bedeutet.
    www.dasinvestment.com

    Neue Ausgangslage laut Schreiben der Bank:

    "die Clearstream Europe AG (CEU) agiert als Zentralverwahrer für von deutschen Banken gehandelte Wertpapiere. Diese stellt die Verwahrung bestimmter ausländischer Wertpapiere, die an inländischen Handelsplätzen gehandelt werden, um.

    Davon betroffen sind ab Juni 2026 Wertpapiere aus:

    • den USA
    • Kanada
    • Schweiz

    Für diese Wertpapiere ändert sich die Verwahrart in Ihrem Depot:

    • von Girosammelverwahrung
    • auf Gutschrift in Wertpapierrechnung (WR-Gutschrift)

    Die Umstellung erfolgt durch CEU und hat Auswirkungen auf die technische und rechtliche Art der Verwahrung."

    AI befragt:

    Das ist eine formelle Ankündigung Ihrer Bank über eine grundlegende Änderung im Hintergrund Ihrer Wertpapierverwaltung. Kurz gesagt: Für Sie ändert sich im alltäglichen Handel und beim Blick in Ihr Depot nichts, aber die rechtliche und technische Struktur im Hintergrund verschiebt sich.

    Hier ist die genaue Aufschlüsselung, was dieser Wechsel von der Girosammelverwahrung zur Wertpapierrechnung (WR-Gutschrift) für Sie bedeutet, getrennt nach den Fakten und den systemischen Auswirkungen.

    Die beiden Verwahrarten im Vergleich

    Der Kern des Ganzen ist der Wechsel des Verwahrorts. Bisher lagen diese nordamerikanischen und Schweizer Aktien über Clearstream so, als wären sie Teil eines großen deutschen Topfs. Nun werden sie strikt im jeweiligen Heimatland gelagert.

    1. Die alte Welt: Girosammelverwahrung (GS)

    • Das Prinzip: Alle Wertpapiere derselben Art werden als ein einziger, riesiger Block bei der deutschen Sammelverwahrstelle (Clearstream Banking AG in Frankfurt) hinterlegt.
    • Ihr Status: Sie besitzen einen prozentualen Miteigentumsanteil an diesem Gesamthauptbestand („Sammeleigentum“ nach deutschem Depotgesetz). Das Eigentumsrecht ist somit direkt im Inland verankert.

    2. Die neue Welt: Gutschrift in Wertpapierrechnung (WR)

    • Das Prinzip: Die Wertpapiere werden physisch nicht mehr in Deutschland gelagert, sondern bei einer ausländischen Depotbank (einem sogenannten Sub-Custodian) im jeweiligen Heimatland (z. B. der DTC in den USA) auf den Namen von Clearstream eingebucht.
    • Ihr Status: Sie haben kein direktes sachenrechtliches Miteigentum an einem physischen Papier in Deutschland mehr. Stattdessen erhalten Sie einen schuldrechtlichen Lieferanspruch gegen Ihre Depotbank. Sie besitzen einen "Anspruch auf Auslieferung" aus dem beim ausländischen Verwahrer geführten Depot.

    Warum passiert das ab Juni 2026?

    Der Grund ist die Harmonisierung und Risikominimierung im internationalen Abwicklungsgeschäft (Settlement). Die Clearstream Europe AG (CEU) passt ihre Prozesse an globale Standards an.

    Insbesondere bei Nicht-EU-Staaten wie den USA, Kanada und der Schweiz ist die Verknüpfung von lokaler Verwahrung (Heimatmarkt) und deutscher Girosammelverwahrung technisch fehleranfällig und rechtlich komplex. Indem man auf WR-Gutschrift umstellt, liegen die Papiere direkt im Liquiditätspool des Heimatmarktes. Das macht die Abwicklung im grenzüberschreitenden Handel resilienter, da Lagerstelle und Handelswährung enger gekoppelt sind.

    Was bedeutet das konkret für Sie? (Chancen & Risiken)

    Wenn Sie das nüchtern aus der Perspektive des Risikomanagements und der Handhabung betrachten, ergeben sich folgende Effekte:

    Was gleich bleibt:

    • Verkauf und Kauf: Sie können die betroffenen Aktien weiterhin wie gewohnt sekundenschnell über deutsche Börsenplätze (Tradegate, Xetra, Lang & Schwarz etc.) oder direkt an den Heimatbörsen handeln.
    • Erträge: Dividenden, Aktiensplits und Steuereinzüge (z. B. US-Quellensteuer via W-8BEN) werden exakt wie bisher über Ihre Bank abgewickelt.

    Was sich ändert (Die Nuancen):

    • Das Depotgesetz-Privileg fällt weg: Bei der Girosammelverwahrung greift im vollen Umfang das deutsche Depotgesetz ($DepotG$), das Sie als Eigentümer extrem stark schützt. Bei der WR-Gutschrift sind Sie formal von der Handlungsfähigkeit und der rechtlichen Struktur der ausländischen Verwahrstelle abhängig.
    • Insolvenzrisiko (Drittstaatenrisiko): Sollte Ihre deutsche Bank oder Clearstream insolvent gehen, sind Ihre Aktien über das Aussonderungsrecht geschützt – sie fallen nicht in die Konkursmasse. Das gilt im Prinzip auch bei der WR-Gutschrift. Aber: Da die Verwahrung im Ausland stattfindet, unterliegt der dortige Bestand dem Recht des jeweiligen Staates (z. B. US-Recht). Sollte die ausländische Lagerstelle kollabieren, bestimmt das dortige Recht, wie schnell und in welchem Umfang Sie an Ihre Werte kommen. Dieses sogenannte Drittstaatenrisiko ist bei US-/Schweizer Großverwahrern minimal, aber rechtlich existent.
    • Lagerstellenwechsel entfällt oft: Wenn Sie bisher eine in den USA gekaufte Aktie in Deutschland verkaufen wollten, war oft ein kostenpflichtiger und zeitaufwendiger Lagerstellenwechsel (von GS auf West-Rest-Verwahrung) nötig. Da nun ohnehin alles auf WR-Gutschrift läuft, wird der internationale Übertrag und Arbitrage-Handel zwischen den Heimatbörsen und deutschen Plätzen technisch geschmeidiger.

    Fazit: Ein rein regulatorischer und technischer Umbau im Maschinenraum von Clearstream. Für den Standard-Anleger ergeben sich hieraus keine unmittelbaren Handlungsbedarfe. Es ist die formelle Absicherung der Banken, dass Ihre US-, Kanada- und Schweiz-Titel rechtlich nun "dort" liegen und nicht mehr "hier".