Bertrandt ist im Kern kein klassischer Autozulieferer, sondern ein Engineering- und Entwicklungsdienstleister. Das Unternehmen verkauft also nicht primär Teile, sondern Ingenieurleistung, Software-/Elektronikkompetenz, Testkapazitäten, Projektmanagement und Entwicklungs-Know-how.
Einfach beschrieben
Ein Autohersteller wie VW, Audi, Porsche, BMW oder Mercedes entwickelt ein neues Fahrzeug, eine neue Batterieplattform, ein Assistenzsystem, ein Infotainment-System oder eine Karosseriekomponente. Teile dieser Entwicklungsarbeit macht der Hersteller selbst, andere Teile vergibt er an externe Entwicklungsdienstleister. Bertrandt ist so ein ausgelagerter Entwicklungsarm.
Bertrandt arbeitet laut eigener Beschreibung entlang des gesamten Produktentstehungsprozesses und hat langjährige Automotive-Expertise; Schwerpunkte sind autonome Systeme, Digitalisierung und E-Mobilität. Neben Automotive nennt Bertrandt auch Luftfahrt, Elektroindustrie, Smart Industry, Medizintechnik, Energie und Personalberatung als Branchen.
Was Bertrandt konkret macht
Im Automotive-Bereich reicht das Leistungsspektrum von frühen Design- und Konzeptphasen bis zur Serienanlaufunterstützung. Bertrandt nennt unter anderem Design, Konzeptentwicklung, Prototypenbau, Softwareentwicklung, Simulation, Produktionsplanung, Qualitäts-/Projektmanagement und After-Sales-Themen.
Typische Arbeitsfelder sind:
1. Klassische Fahrzeugentwicklung
Karosserie, Interieur, Exterieur, Fahrwerk, Achsen, Bremsen, Lenkung, Powertrain, Simulation, Versuch und Prototypen.
2. Elektronik und Software
Infotainment, Bordnetz, Konnektivität, Steuergeräte, automatisiertes Fahren, virtuelle Tests, Softwareentwicklung und agile/DevOps-nahe Entwicklungsprozesse. Bertrandt beschreibt seine Electronics-Sparte als Kombination aus Softwarelösungen, autonomer Mobilität, Smart Information Systems, alternativen Antrieben und Testkompetenz.
3. Elektromobilität und Validierung
Bertrandt entwickelt und testet E-Antriebe, Ladetechnologien, Hochvoltspeicher, Batteriemanagement und Leistungselektronik. Dazu betreibt das Unternehmen eigene Testzentren für Hochvoltbatterien, Leistungselektronik und elektrische Antriebssysteme.
4. Nicht-Automotive-Geschäft
Dazu gehören Luftfahrt, Bahn, Energie, Defence, Medizintechnik, Smart Industry und Telekommunikation. Bertrandt bietet dort kundenspezifische Dienstleistungen für Konzerne, Systemlieferanten und Mittelständler an – von einzelnen Services bis zu Komplettlösungen mit flexiblen Vertragsmodellen.
Wie Bertrandt Geld verdient
Das Geschäftsmodell ist überwiegend projekt- und kapazitätsgetrieben. Bertrandt stellt Ingenieure, Entwickler, Tester, Softwareleute, Projektmanager und eigene Testinfrastruktur bereit. Abgerechnet wird je nach Projektmodell über Dienstleistungs-, Werkvertrags-, Arbeitnehmerüberlassungs- oder ähnliche Modelle; Bertrandt nennt selbst temporäre Besetzung, Direktvermittlung sowie Service- oder Werkverträge als Lösungen.
Das bedeutet: Die Profitabilität hängt stark daran, ob die Mitarbeiter und Testkapazitäten gut ausgelastet sind. Wenn OEMs Projekte verschieben oder Entwicklungsbudgets kürzen, bleiben bei Bertrandt viele Fixkosten zunächst bestehen. Genau deshalb kann das Ergebnis bei Umsatzrückgängen stark einbrechen.
Quelle: Chat-GPT