Beiträge von EgonKuhn

    Midea gefällt mir von allen "Chinesen" die hier in den letzten Monaten vorgestellt/besprochen wurden operativ gesehen am besten. Gute Margen und Eigenkapitalrenditen, sehr gute free cashflow conversion, aktuell vernünftige Dividendenpolitik, Wachstum, kein VIE Konstrukt - wenn ich nicht schon so viele "Chinesen" hätte, wären die vor ein paar Wochen in meinem Depot gelandet.

    Falls man grundsätzlich noch in China investieren möchte aus meiner Sicht eine gute Wahl.

    Spekulatius hat in Südkorea die NICE Information Service Co. Ltd. (ISIN: KR7030190003) ausgegraben, die Kreditbewertungen und dergleichen machen (so was wie die Schufa). Ich bin leider nicht bei IBKR oder deren Ablegern, da ich keine Lust auf den Steuerkram habe und kann daher nicht in Südkorea handeln. Ansonsten hätte ich sie mir schon gekauft.

    wenn mal wieder alles offen sein sollte

    Ist das denn noch ein wahrscheinliches Szenario? Ich hatte mich ja vor Wochen schon gefragt, wer denn denn da (zumindest falls er bei Trost ist) auf absehbare Zeit sein Schiff wieder rein fahren lässt. Aber auch sonst sollte es inzwischen doch starke Anreize geben, diese Meerengen sukzessive eher obsolet zu machen. So dass sich die Gemengelage noch eine ganze Weile hinzieht.

    Im Buddhismus heißt dieses Konzept "radical acceptance", kannste mal googeln.
    Es war dieses Konzept das mich damals von der Ukraine-(Atom)Kriegsangst befreit hat.

    Interessant. So hatte es bei mir dann auch gewirkt.

    Konkret gab das Video von Norbert über Thich Nhat Hanh den Ausschlag, das zeigt radical acceptance in Reinform.

    Daran kann ich mich auch erinnern, angeschaut hatte ich es mir leider nicht.

    -> Rationalen Ängste sollte man nachspüren, fast immer werden sie entkräftet wenn man tiefer rein geht

    -> bleiben nur die irrationalen Ängste. Das "Lebensrisiko". Dort ist der Ansatzpunkt den Glaube an die eigene Wirkmächtigkeit und Anpassungsfähigkeit im Ernstfall zu verbessern. Sowie allgemein die Angst vor dem Tod abzulegen.

    Ich würde hier vielleicht noch die Erkenntnis ergänzen, dass man letztlich ein Kind seiner Zeit und den jeweils bestehenden Umständen ist. Als Einzelner ist es denke ich rational, sowohl die Welt als auch das eigene Sein zunächst einmal relativ rigoros so anzunehmen, wie sie/es nun mal gerade ist. Um idealerweise das Beste daraus zu machen, wo dann die Anpassungsfähigkeit ins Spiel kommt.

    Wenn ich meine laienhaften Geschichtskenntnisse her nehme, fallen mir ehrlich gesagt auch kaum andere Zeiten oder Umstände auf, unter denen ich mit meinen überschaubaren Kenntnissen und Fähigkeiten auch nur annähernd so gut zurecht gekommen wäre, wie im hier und jetzt. Vermutlich wäre ich da schon lange verhungert, erschlagen, geknechtet, verletzt, schwer erkrankt oder was weiß ich...

    Ok, jetzt sagst du "aba im Atomkrieg". Fair enough. Da habe ich auch lange drüber nachgedacht damals.
    Heute weiß ich, der kommt nicht, das ist eine irrationale Angst, ähnlich wie die der Atomkraftgegner.

    Mein gedankliches Szenario war eher ein mehr oder weniger unbeabsichtigter GAU. Der anders als im Tschernobyl der 80er unter Kriegsbedingungen vielleicht nicht so eingehegt werden kann und das Leben in Europa vermutlich nicht unmöglich aber doch reichlich unerfreulich macht.

    Als Standard Plan B ein Leben hier sind wir denke ich völlig d'accord. Nur manchmal gibt es besondere Umstände. Aber wie gesagt, ich hatte keinen wirklich überzeugenden Ansatz gefunden.

    Doch schliesst das eine das andere doch gar nicht aus? Gold ist einfach nur eine Absicherung.

    Ist denke ich klar und nachvollziehbar.

    Ob wir in der Karibik besser aufgehoben waeren wenn es hart auf hart kaeme? Wir sind dort Auslaender mit weisser Hautfarbe. Sicher, wir haben dominikanische Freunde, doch insgesamt waere es eher ein gefaehrlicher Ort fuer uns, besonders in der Krise.

    Das hingegen hätte ich so nicht erwartet. Da war meine Vorstellung dann wohl doch etwas naiv.

    Ich hatte 2022 als es diese Scharmützel um die ukrainischen Kernkraftwerke gab tatsächlich einmal geschaut "wo könnte man denn überhaupt hin im Fall des Falles". So ein richtiger guter langfristiger Plan B für ein Leben weit weg von Europa ist mir leider nicht untergekommen.

    Ich koennte ohne Gold & Silber nicht ruhig schlafen.

    Jetzt muss ich hier doch mal einhaken Joe .

    Lassen Dich nicht Deine Erfahrungen in der Karibik ruhig schlafen? Natürlich muss man da im Zweifel erst mal hinkommen und in gewissen tail risk Szenarien (a la Asteroideneinschlag oder Atomkrieg) nützt sie Dir dann auch eher wenig. Aber das Know How über das Leben vor Ort sowie die Kontakte, die Du Dir dort aufgebaut hast, sind die am Ende nicht deutlich mehr wert als vergrabenes Gold? Letztlich auch die Erfahrung wie wenig es unter passablen Rahmenbedingungen braucht, um ganz manierlich zu (über-)leben?

    Bei woodpecker in gewisser Weise das Gleiche. Ich kann mich noch gut an Deine Anfangsjahre zurück erinnern und daran, wie Du frugal leben relativ kompromisslos umgesetzt hast. Lässt Dich diese Erfahrung nicht im Grunde ziemlich gelassen allem entgehen sehen, was da noch kommen mag?

    Das war eher nur eine Frage aus Neugier. Aus dem Bauch heraus hätte ich eine Buchhaltung eher wie in einem Standardunternehmen aufgebaut - also irgendeinen Standardkontenplan und dann die Abbildung von Organisation via Kostenstelle und von Inhalten via Kostenträger/Unterprodukte.

    Also am Beispiel für eine BMW Dividende die Kontierung:

    - Kostenart/Konto: 412 (=Bruttoerträge aus Dividenden)

    - Kostenstelle: 12 (=IBKR EUR)

    - Kostenträger: 12 (=Aktien)

    - Unterprodukt: 1234 (=BMW Stammaktie)

    So etwas müsste GnuCash vermutlich von sich aus unterstützen, da es quasi fast überall so gemacht wird in doppischen Systemen.

    Keine Antwort, hat offenbar keiner auf dem Radar?

    Habe heute mal angefangen mich in Indonesien bissl reinzugraben....ui! Das ist ganz schön runtergekommen von seinen Hypelevels von vor 1-2 Jahren. Auf den ersten Blick reichlich interessante Aktien.
    Billisch & Gut, so wie ich es mag :-)

    Problem: Oft illiquide zu handeln in Europa.

    Falls Du nicht extra ein Depot beim Sbroker aufmachen möchtest, die den Handel direkt in Indonesien anbieten, gibt es hier noch eine Liste der verfügbaren ADRs. Die Liquidität ist an der OTC aber auch oft sehr dünn.

    Ich selbst hatte mich vor ein paar Jahren für Gudang Garam, Hanjaya Mandala Sampoerna, Indofood CBP Sukses Makmur und Multi Bintang Indonesia entschieden - allerdings nach meiner Erinnerung jeweils direkt in Indonesien gekauft.

    Man kauft sich also mit der Märchenbewertung einfach bessere KI Lösungen zusammen. Hut ab, Elon Musk.

    derzeit kann Tesla oder Space X alles locker aufkaufen, theoretisch mit Geld, aber am Beispiel cursor ist noch nicht einmal das noetig: mit Aktien zu bezahlen kostet gar nix.

    Genau das ist eine der beiden wesentlichen Kernqualifikationen von Elon Musk: er ist geradezu ein Meister darin, seine Ideen mit *extrem* geringen Kapitalkosten umzusetzen. Es gibt wohl kaum jemanden, der das Wesen von Kapitalismus und Psychologie so gut verstanden hat und für sich nutzt wie er.

    Hat einer von euch ein Depot beim S-Broker?

    Ich war gerade auf deren Seite und war recht beeindruckt von der Liste der internationale Börsenplätze.

    Erfahrungen evtl. im Vergleich zur Comdirect?

    Ich verwende mein S-Broker Depot für genau diesen einen speziellen Zweck - der Zugang zu exotischen Börsenplätzen. Dafür sind sie aus meiner Sicht genau das Richtige. Für alles andere sind sie zumindest für meine Transaktionsgrößen preislich nicht attraktiv.

    Auch wenn es die FED ist, die - laut EgonKuh - doch Aktien kaufen moege, um die Inflation und den Arbeitsmarkt in den Griff zu bekommen und in gewisserweise ein Wachstum damit zu foerdern, wenn Aktien den Besitzer wechseln, und die FED nun der neue Besitzer ist.

    Ich rechne keineswegs damit, dass die FED Aktien kauft. Womit ich rechne ist, dass sie die Konjunktur zumindest versucht zu unterstützen. Zur Not temporär auch ein Stück weit zu Lasten von mehr Inflation. Sie tariert mehrere Ziele gleichzeitig aus.

    Nicht vetgessen, in den USA hängt die Rente am Aktienmarkt.

    Weshalb die politischen Anreize deutlich anders sind, als in unserem Teil des Atlantiks.

    Ja, die schaut zu. Warum erwartest Du etwas anderes?

    Zumindest die aktuell amtierende US Regierung betrachtet die Anleihen- und Aktienmärkte als Barometer. Dafür wie die Stimmung generell ist, ob sie sich in irgendwelche Sackgassen verrennen, ob die Rahmenbedingungen stimmen, ob sie irgendwo justieren müssen etc.

    Die FED hat anders als in Europa nicht nur ein Inflationsmandat sondern daneben ein Arbeitsmarkt- und gewissermaßen auch Wachstumsmandat.

    Anders als im Sparbuchdeutschland oder im sozialistischen Staatsfonds Modell a la Norwegen sind breite Teile der US Bevölkerung via 401K und ähnlichen Vehikeln signifikant mehr oder weniger direkt im Anleihen- und Aktienmarkt engagiert.

    Nur mal angenommen der Crash kommt. Die Erwartungshaltung wäre dann, dass die amtierende US Regierung tatenlos zuschaut? Anstatt einfach wieder 1.000 USD pro Nase zu verteilen wie zu Coronazeiten? Oder halt noch mal 1.000 falls das erste Mal noch nicht reicht? Bei denen ist jetzt Wahlkampf, spätestens nach der 250-Jahr-Feier.