playlife : Dir ist schon klar, dass Growth gut performte die letzten 13 Jahre oder so, und value underperformte.
Es gibt da wohl auch "zykliken" - ich vermute, dass es derzeit ein comeback geben wird fuer value-Aktien und streng genommen, also wort woertlich, gibts auch ein comeback fuer growth, bloss halt eins, wo Du hinterher arm bist...
Die idee growth zu kaufen ist nicht neu. Aber warum nicht ein Unternehmen in betracht ziehen, dass nicht erst wachsen muss damit der Kurs gerechtvertigt ist?
Da gibt es heutzutage Schnaeppchen, die sind laengst dort wo du growth unternemen haben moechtest - und sie sind billiger! win-win!
Ich habe uebrigens nichts dageben, eine Aktie billig zu kaufen, die super rentiert, UND ausserdem noch waechst. Sowas gibts auch, und man muss noch nicht einmal sonderlich viel suchen. Im Dax hast Du da BMW Vz, zum Bleistift.
Du bist neu an der Boerse? nunja, sie kommen und gehen, wissen alles besser, und verschwinden in der Versenkung. Winter kennt sich gut aus - kehr in Dich und denk nochmal nach warum Du in Aktien investierst: Du bist teilhaber eines Unternehmens, und moechtest an den Gewinnen teilhaben.
Edit: ist schon dispektierlich, ich habs nochmal durchgelesen. Entschuldigung. Meine Intension ist es, Dir den Kopf zu waschen, bevor Du Verluste machst.
Was vermutlich nichts nuetzen wird. Das ist nicht Deine Schuld. Das ist meine Erfahrung. Da gibts den lustigen Spruch "rate mir gut, aber rate mir nicht ab!"
MMI, ein schlauer User, der derzeit verschnupft wegbleibt (was ich bedaure), aber bestimmt mal wieder kommen wird, der hat gesagt, dass Growth deshalb so gut performte wegen niedriger Zinsen. Da typische Startups noch wenig Umsatz haben (aber viel versprechen) koennen sie sich hohe Zinsen nicht leisten. Niedrige Zinsen beguenstigen also in der Tendenz Growth, setzten diese nicht so unter Druck um bald profitabel werden zu muessen.
Jetzt sieht es immer mehr danach aus, dass es zur Zinswende kommt: Zentralbanken fangen (langsam) an die Zinsen anzuheben, das scheint der neue Trend. Und wenn ich dann MMIs Logik folge (was ich tue), dann duerfte das schlecht fuer growth sein.
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Öhm... bitte Growth (also so etwas wie Cloudflare mit KUV 40) nicht mit Growth at a reasonable price verwechseln!
Growth at a reasonable price ist eher so etwas mit einem PEG-Ratio unter 1, die Unternehmen schreiben schon Gewinne (in wenigen Fällen reicht mir auch schon ein positiver Cashflow aus, wenn die Gewinnschwelle in naher Zeit bevorsteht).
GARP sind zum Beispiel so etwas wie:
Sprouts Farmers Market (eine "langweiliger Bio-Supermarkt-Kette) Bei Kaufkurs KGV etwa 11, KUV 0.4, EV/EBITDA 5.2, ROIC 16 %
Seit 2015 wurden Umsatz und Gewinn im Schnitt 12 % p.a. gesteigert, trotzdem war die Aktie beim Kauf günstiger als Kroger, Ahold etc. bewertet, obwohl Sprouts profitabler ist und schneller wächst -> das ist für mich günstig
Venture Life (Ende 2020 bei 29 pence gekauft) Bei Kaufkurs KGV etwa 13, KUV 1, EV/EBITDA 4.5, ROIC ist allerdings schwach mit 3,3 %
Produzent von Mundwasser, Zahncreme und ähnlichen Artikeln, haben in den letzten 1-2 Jahren kleine Zukäufe getätigt, die höhere Margen haben
Seit 2015 wurde der Umsatz im Schnitt um 23 % p.a. gesteigert, Gewinne werden seit 2018 geschrieben. PEG-Ratio 0.3 (!), KGVe 9, unter Buchwert zu haben -> das ist für mich günstig
Seit neuestem: J-Stream (Durchschnittskurs von 600 Yen): KGV 2022 8.5, KUV 1, EV/EBITA unter 3 (!), ROIC 28 %
Seit 2015 wurde der Umsatz um 21 % p.a. im Schnitt gesteigert, der Gewin sogar um 50 % p.a. -> das ist für mich geradezu schreiend günstig, auch wenn das Wachstum in den nächsten Jahren nachlassen dürfte
Neu an der Börse? Hmm... kommt drauf an... eine meiner ersten Aktien war Audi... das dürfte so 1998 oder so gewesen sein. Also nein, den Crash 1987 habe ich nicht mehr erlebt, 2000 und 2008 war ich aber dabei (und habe jeweils zu günstigen Kursen nachgekauft).
Versteh' mich nicht falsch: Es ist durchaus gut, dass du Usern, bei denen du denkst, dass die nur Aktien von Unternehmen wie Docusign, Cloudflare, Zscaler und viele mehr mit KUVs von 20-100, größtenteils ohne Gewinne etc., warnst - denn viele Neueinsteiger haben in den letzten Jahren Ihre Depots mit diesen Werten gefüllt (das sieht man u.a. sehr schön auf Youtube, wenn dort die Depots vorgestellt werden).
Das ist aber nicht mein Ansatz. Und, nur um es mal klar zu sagen - wenn etwas (zu) günstig ist, dann kaufe ich auch Unternehmen, die nicht großartig im Umsatz und Gewinn wachsen, nur zum Beispiel:
Anfang 2020 (noch vor Corona) habe ich United Natural Foods (ein US-Supermarkt-Großhändler, dementsprechd mit geringen Margen) gekauft, zu knapp 8 USD - dann kam natürlich COVID und es wurde noch günstiger.
Aber jetzt, wo die Aktie bei 36 USD steht, also mehr als 4 x so hoch, sehen die Kennzahlen immer noch so aus:
KGV 8, KUV 0.07 (klar, Großhändler), EV/EBITA 5.35 - und das alles nach mehr als einer Vervierfachung - die Aktie war dermaßen billig, weil der Markt angenommen hat, dass Schulden aus einer Übernahme nicht zurückgezahlt werden können
United Natural Foods ist ein Beispiel (ebenfalls Signet Jewelers), dass es auch 2019 und 2020 in den USA, bei absoluten Rekordbewertungen, noch extrem günstige Aktien gab (und teilweise immer noch gibt).
Aktuell ist zum Beispiel Cumulus Media sehr interessant (auch kein GARP-Wert) - ein Konzern, der Radiostationen betreibt (ja, ich weiß, langweilig), aber auch ein stark wachsendes Podcast-Business betreibt. Kam aus einer Insolvenz und hat seitdem die Schulden stark zurück gefahren
KGV 2022 soll weniger als 4 betragen, EV/EBITDA knapp 1 (!!!) - da soll noch einer sagen, es gäbe keine günstigen US-Aktien mehr... 
Sorry für das lange Posting 