Beiträge von Joe

    Die Sache mit dem Brexit ist, dass sich Britten nicht an Gesetze halten. Theoretisch sind die Britten noch EU, und selbst wenn sie endlich den Artikel 50 triggern (also formell und offiziell der EU bekannt geben dass UK austreten möchte), selbst nach Artikel 50 ist UK noch 2 Jahre lang Teil der EU.


    Doch in der Praxis sieht es anders aus. Man hält sich nicht an Gesetze, und die EU rügt UK auch nicht dafür. Stattdessen lese ich von einer deutschen Behörde "Jetzt ist nicht die Zeit auf Recht zu pochen".


    Hier ein Artikel eine Niederländischen Frau, verheiratet mit einem Britten, seit 24 Jahren in UK lebend - sie soll gehen.


    https://www.theguardian.com/po…o-leave-uk-after-24-years


    Und sie ist nicht die einzige die das betrifft. Anderen passiert es auch gerade. Man muss seinen Ausweis abgeben, Wartezeit derzeit geschätzte 6 Monate (wird demnächst sicher noch länger werden). Wenn seinen Pass mal zwischendurch braucht - nun man bekommt (wenn man Glück hat) eine unbeglaubigte Kopie. Dabei, es sollte doch reichen wenn das home office den Pass mal kurz sichtet. Dann können DIE sich eine Kopie machen - wieso hat man während der Bearbeitungszeit ein Reiseverbot? Und manchmal braucht man seinen Ausweis eben für andere Dinge (Kontoeröffnung, oder was weiss ich).


    Das Home Office (Ausländerbehörde) macht einfach was sie wollen. So ist es auch nicht in Ordnung von den Europäern eine zusätzliche Krankenversicherung zu verlangen (=gegen die EU-Vorgabe), NHS reicht nicht aus. Die Zusätzliche private Krankenversicherung muss "comprehensive" sein, und solche sind recht teuer. (=Super-Duper-1A-Krankenkasse, Einzelzimmer, etc.). Verlangt das home office, darf nicht, macht trotzdem. Es gab fälle, da haben Europäer eine billige Zusatzkrankenversicherung vorgelegt - und die wurde dann glatt abgelehnt.

    EU-Bürger dürfen nicht abgeschoben werden, bekommen dennoch einen entsprechenden Brief das Land zu verlassen.
    Das passiert nicht "aus versehen". Die machen das tausendfach, ohne Ausnahme.


    Jüngst stand jemand vor der Tür bei uns und wollte wissen, wer von uns wie lange schon in der UK lebt. Hatte einen Schreibblock, sah offiziell aus, stellte sich mit Ausweis vor. Jemand vom Council. Haben wir nicht reingelassen, alles bitte nur schriftlich.
    Netter Versuch. In der Schule unseres Sohnes gabs ähnliches - aber die glauben zum Glück ja, er sei Engländer. Die anderen Eltern der anderen EU-Kinder wurden am Elternabend mit Fragebogen ausfüllen ausgefragt.


    Aber was die sich so erlauben, die Engländer.... können die nicht wenigstens abwarten bis UK offiziell austritt?


    Ich glaube nur die deutschen Beamten sind so blöd und halten sich an Gesetze?

    Martin Winterkorn (ehemals VW/Porsche Chef) ("Ich will für gute Arbeit gut bezahlt werden" - immerhin hätte ihn bei einer FTD-Deutschland Umfrage die Mehrheit als Wirtschafts oder Finanzminister sehen wollen.)
    Josef Ackermann (ehemals deutsche Bank Chef) ("ROI von x%")
    Klaus Kleinfeld (ehemals Siemens Chef) (Viel mal wegen einer fetten Rolex negativ auf. Eigentlich viel die Uhr auf, weil er sie hat wegretuschieren lassen.)


    Oder Madeleine Schickedanz, aber ist ja eine Frau, weiss nicht ob man die hier nennen darf (kaufte naiv Aktien auf Pump von ihrer Kaufhof/Quelle Firma um ihrer Firma "zu helfen" - als ob es einen Unterschied macht welchem Aktionär die Aktien gerade gehören).


    Dann noch der Adolf Merckle, ehemals Chef von Ratiopharm, der sich bei VW verzockt hatte und anschliessend Selbstmord machte (darf man Tote hier nennen?)


    Trump macht ja in Immobilien und ist Multimilliardär.
    Wie Balkenchart übrigens schon meinte: man muss sich von den Medien nicht beeinflussen lassen. Er muss nicht unbedingt eine Katastrophe sein. Die Annäherung an Russland begruesse ich zum Beispiel. Ob er was taugt oder nicht - lassen wir es doch vorerst offen und gucken mal neugierig was er so machen wird. Oder anders ausgedrückt: man kann es nur optimistisch sehen - schlechter als bisher kann es nicht werden. (Der Pessimist meint: Oh doch, es kann!)

    Puh, so etwas krasses wie diese Gesamtschule in Deutschland habe ich hier in England noch nicht mitbekommen.
    Ja, Du hast recht, Spinner gibt es ueberall.
    Natuerlich sind nicht alle Englaender ueber Nacht verrueckt geworden. Es ist nur so, dass sich die Spinner (die es sicherlich schon vor dem Anti-EU-Votum gab) von den Politikern bestaerkt fuehlen hier fuer "die Gute Sache" zu pruegeln.


    Es ist auch nicht klar, was die Kinder von meinem Sohn gewollt haetten, wenn er gesagt haette, er sei Pole. Vielleicht wollten sie es einfach nur so wissen. Deshalb war mein Eindruck, dass der von mir verlinkte Bericht die Sache gut wiedergibt. Man spuert es. Gleichzeitig komme ich mir auch Paranoid vor.
    Haetten die Kinder denn meinen Jungen geschlagen? Er sagt mir er hatte keine Angst, die anderen wirkten nicht bedrohlich auf ihn.Sie wollten es einfach nur so wissen, aus Neugier, weil ja darueber geredet wird, Brexit und so, und meinem Sohn (11) war die Frage unangenehm, aus dem gleichen Grunde.
    Bei seinen vielen Sprachen (4) weiss man auch nicht woher er kommt. Man sieht ihn halt mal hier mit diesem reden, und dort mal mit jenem, immer die Sprache wechselnd. Tja, es wird eben darueber geredet, klar, was sonst? Und das schreibt der Artikel (siehe mein Link oben).
    Ploetzlich ist es ein "we" und ein "you".

    Zitat

    “But it is now ‘we and you’.


    Vorher war es kein Thema.

    @'witchdream:


    Mir ging´s eher um folgendes in dem Artikel:


    und jenes:

    Zitat

    At the Tory party conference this month International Trade Secretary Liam Fox indicated the immigration status of people from the EU who live in Britain would be “one of our main cards” in Brexit negotiations and so could not be guaranteed.


    "one of our main cards" - man spricht darüber, EU-Bürger zu entrechten. Die Britten nehmen es auf als würden die sagen: EU-Bürger sind auf der Abschussliste und Freiwild.


    Ist keine Statistik. Mein Sohn geht in England zur Schule. Er spricht mehrer Sprachen. Ein paar Kinder (die er nicht kennt) sind in der Pause forsch auf ihn zugekommen. "Du bist doch Pole, oder?" - Mein Sohn hat schnell geschaltet und gesagt. "Nein."
    "Aber du kannst doch polnisch sprechen?" - "ja, schon, habe ich im Urlaub gelernt. So gut kann ich es auch nicht." - "Was bist Du denn dann?" - "halb Engländer, halb Deutscher?" --> tja dann wussten sie nicht, und zogen wieder ab.
    Die Wahrheit ist: er hat nur einen deutschen Pass. Nimmt man Mutter/Vater, dann ist er Pole/Deutscher.
    Ich habe ihm geraten, im Fall der Fälle soll er sagen er ist Engländer.
    Ich weiss, es ist keine schöne Sache da nicht zu zu stehen dass man Deutscher ist, aber ich will auch nicht dass er geschlagen wird.
    Hier in der Nähe auf dem Spielplatz haben sie ein 12jaehrigen Mädchen krankenhausreif geschlagen. Man vermutet dass es damit zu tun hat dass sie halb-Tschechin ist? Das kann man natürlich nicht beweisen, Tatmotiv ist nicht bekannt. Und eine Statistik ist hier schwierig, erst recht wenn das Mädchen nur einen englischen Pass besitzt. Jedenfalls ist es so, dass man momentan lieber nicht sagt woher man kommt, und mein Junge hat das Glück dass er akzentfrei spricht und blond ist.


    In der Schule gibt es einen Fragebogen nach der Ethik (im Ernst! Wenn Du es nicht glaubst - Kannst Du sicherlich irgendwo er-googlen). Es heisst man soll ihn boikotieren. Ich habe angegen, dass er "white-english" ist. Da man keine Beweise vorlegen muss und es kein Gesetz gibt hier auskunft geben zu muessen - so kann ich das machen. Ich wette es hat keine Nachteile wenn man white-british ist, und es lesen ja immerhin die Lehrkräfte.

    @DaO (mmi):
    Der Chart ist zusammengeflickt aus:
    Genoa bis 1601
    Amsterdam (Holland) bis 1692
    Great Britain bis 1788
    United States bis 2016

    Ich war auch ueberrascht dass es im 16. Jahrhundert schon Boersen gab?
    Das mit Genoa ist mir nebuloes - keine Ahnung wie der Chart zustande kommt, und ich vermute hier wurden eher Schuldverschreibungen gehandelt, bestenfalls Dinge mit Wandel-Anleihen charakter (Schulden begleichen indem Teile eines Geschaefts uebergeben werden).

    Ab Amsterdam gab es allerdings eine international Boerse (ab 1602 mit V.O.C. (niederlaendische "East-India-Company"), mit einer 10 Jaehrigen Anlagefrist. Erst nach Ablauf dieser Anlagefrist, also ab 1612, konnten die Anteile weiterveraeussert werden, und erst 1623 reger handel mit "Effekten", also verschieden Aktien).
    https://de.wikipedia.org/wiki/…mer_B%C3%B6rse#Geschichte


    Es konnte offenbar alles moegliche gehandelt werden. Nicht nur eine Warenboerse (Stichwort: "Tulpenmanie" von 1637 mit wahnwitzigen Preisen fuer Tulpenzwiebeln), sondern offenbar auch Anteile von Geschaeften (in unserem Sinne also das was den Aktionaer ausmacht).
    Ich stelle es mir schwierig vor, hier einen Chart zu konstruieren. Vernuenftige Annahmen sind vielleicht moeglich, aber uns wuerde natuerlich interessieren wie der Chart auf die Daten im Detail kommt.


    Denn selbst bei der beruehmten Tulpenmanie (nur Warenhandel, eine gehandelte Tulpenzwiebel ist ja keine Firma) kann man keine genauen Preise bekommen, siehe hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenmanie#Tulpenpreise


    Also gerade mal so kann man 400 Jahre moeglicherweise tatsaechlich nachkonstruieren, wobei ich gerne wuesste wie denn nun genau?


    Skepsis ist angebracht, man muss es nicht glauben (ich glaubs nicht). Es koennte aber auch stimmen. Der Chart sagt selbst, dass er aus verschiedenen Laendern zusammengesetzt ist. Korrekterweise kann es deshalb keinen Uebergang geben, sondern jede Epoche sollte separat ausgewiesen werden. Sonst waere es so, als wuerde ich den CDAX-Kurs-Index bis 1999 nehmen, und ab 2000 dann den S&P 500 nahtlos anfuegen.

    Na aber mal angenommen es stimmt ungefähr:
    a) 1509-1566 sind die Kurse nur gefallen (1566 niedriger als 1509).
    b) 1641-1706 sind die Kurse ebenfalls nur gefallen (1706 niedriger als 1641)
    c) Wenn man mal die Blase von 1720 (oder ist es nur ein daten-fehler?) nicht beachtet: 1649 - 1762 ebenfalls fallende Kurse. Und auch 1782 könnte noch unter 1649 liegen?
    d) 1824 - 1857 (abgesehen von Blasen: Endpunkt niedriger)
    f) 1835 - 1897 (abgesehen von Blasen: Endpunkt niedriger)
    g) 1899 - 1942 (abgesehen von Blasen: Endpunkt niedriger. Bemerkenswert die 1929er Blase)


    h) 2000 - ~2060 ? (Abwarten! Bemerkenswert die Blasen 2000 und 2015)


    Wer eine Lebenserwartung von 200 Jahren hat, kann es vermutlich einfach aussitzen?

    Tja Lando, es ist einfach sehr hässlich. "Wie Du mir, so ich ihm" - darauf wirds hinauslaufen. Es sind allerdings ca. 3 mio EU-Bürger in England, und nur 2 mio Engländer in EU-Ländern. UK hat eine "Net-Imigration" von ca. 1 mio. Ich müsste es allerdings nochmal genau nachgucken, bin mir nicht sicher ob diese Zahlen auch wirklich stimmen, oder ich was verwechsle.

    Ja, kann schon sein, dass UK drinnen bleibt, und man ab jetzt eben Visum benötigt. Arbeiten wird man noch dürfen, aber kann schon sein, dass sie sich nur solche rauspicken, die Singel sind und die keine Kinder haben, damit man nicht noch Schulkosten hat.


    Die Töne werden immer schärfer. Vor ein paar Monaten hiess es noch, dass man den EU-Apparat mit seinen ganzen Beamten nicht wirklich braucht. Man könnte ja EEA (wie Norwegen oder Schweiz) sein, dann kann man zwar nicht im EU Parlament mitbestimmen, aber muss man das wirklich noch?


    Mittlerweile klingt es eher: Raus aus aus der EEA, "hard Brexit", EU-Bürger rausschmeissen, "we want our country back", "immigration control", etc.

    "noch nie so viele Leute gekannt die mit irgendeiner Art von Crash in der nächsten Zeit rechnen."


    Nun, Du gehst davon aus, das der Markt getrieben wird von dem was viele denken. Dieses Phaenomen wurde früher auch schon erkannt, aber man konnte (soweit ich weiss) aus Sentimentbefragungen keine tradings Strategie machen die funktionieren würde.

    Es ist nicht nett was in der UK gerade passiert.
    Da wurde am 19. Oktober abgestimmt in welche Richtung UK gehen möchte. Grundsatzfrage:
    - - - -
    The majority of MPs voted against EU nationals living in the UK retaining rights including the right to live and work in the UK, should the UK leave the EU.


    The motion rejected by the majority of MPs in this vote was:


    That this House
    recognises the contribution that nationals from other countries in the EU have made to the UK; and
    calls on the Government to ensure that all nationals from other countries in the EU who have made the UK their home retain their current rights, including the rights to live and work in the UK, should the UK exit the EU.
    - - - -


    Es scheint in die Richtung zu gehen, 3 mio EU-Bürger aus dem UK rauszuschmeissen. Leute, die dort ein Haus besitzen, Rentner sind, dort leben - denen wird das Recht genommen dort zu leben ("including the rights to live...in the UK, should the UK exit the EU").
    Wird z.B. meine Eltern treffen.
    Ich kann es immer noch kaum glauben. EU-Bürger die dort schon lange leben, sollen nicht das recht behalten dort zu leben.
    Klar, ich könnte mir vorstellen, dass es sonderregelungen gibt. Zum Beispiel für Leute die ein Haus besitzen. Aber was ist mit jenen die zur Miete wohnen, Rente aus Deutschland (oder sonstwo) beziehen, und dort schon ewig leben?


    Nunja, man kann ja noch schnell ein EEA-Visum beantragen (Ursprünglich gedacht für Norweger und Schweizer, die nicht der EU angehören, aber am Binnenmarkt teilhaben, EEA-Länder eben). Auch als EU-Bürger ist man EEA-Mitglied. Mindestens das.
    Das EEA-Visum hält dann 5 Jahre. Und nach diesen 5 Jahren war man dann 5 Jahre im Land und kann "permanent resident" werden oder eventuell sogar "Britte" (wenn man als 70jähriger noch die Bürgerkunde-Prüfung lernt und erfolgreich ablegt. Die Fragen sind schwer, ich habe mich mal spasseshalber versucht zusammen mit einem englischen Freund. Wir haben zusammen keine 30% bekommen.)


    Aber stopp, nein!
    Das "home office" (welches das Visum ausstellt) verlangt (für "not working") eine "comprehensive sickness insurance". Nicht akzeptiert wird NHS. Man muss sich privat versichern, was bei alten Leuten ziemlich teuer sein kann - wenn sie denn überhaupt versichert werden.
    Das darf das home office gar nicht. Noch leben wir in der EU, da gibt es Vertraege (und es gilt in der EU: EU Bürger werden einheimischen Bürgern gleichgestellt, also man darf nicht schlechter behandelt werden als ein Engländer). Man kann eine europäische (kostenlose) European health-irgendwas card bekommen. Aber wenn man die abgibt, dann muss man gleichzeitig einen "letter of intend" beifügen indem man versichert, dass man nach Ablauf der 5 Jahre nicht im Land bleiben möchte.
    Darf das home office gar nicht verlangen. Noch ist nicht einmal artikel 50 getriggert (=ausstritts-erklärung seitens UK), noch ist UK = EU.
    Aber sie machen es halt trotzdem. Wo kein Kläger ist, da kein Richter. Und falls wer klagt - ich wette dass zieht sich dann länger als 2 Jahre hin - und dann ist alles anders (UK<> EU).


    Und dann gibt es noch für das home office die Pflicht, auf Antrag ein EEA-Visum innerhalb von 6 monaten auszustellen. Vermutlich werden sie das auch nicht einhalten. Dann habe ich kurioserweise gelesen, dass man seinen Pass abgeben muss und der dann solange beim home office liegen bleibt bis die Visums-anfrage bearbeitet wurde. Jemand hat nach 2 Monaten nach seinem Pass gefragt, und das home office hat nur angeboten, ihm eine Kopie seines Passes zuzusenden! (umgekehrt sollte es sein: das home office sichtet den Pass, kann sich eine Kopie machen, und den Pass schonmal zurückgeben).
    Das bedeutet defacto ein Reiseverbot für alle die ein Visum beantragen.
    Neuerdings befragen Schulen in einem Fragebogen, welcher Ethnik (Rasse) man angehört (z.B. "white-eastern european", "white-scottish" (schottland = pro-EU), "white-english", "other white european", und dann noch ein paar Nebelkerzen "Black", "asian", etc...), Passnummer, Nationalität, krankenversicherungsnummer, welche Sprache man ausser english denn noch so spricht.
    Die Schulen versichern, dass sie diese Daten nicht erheben weil die Schulen das wissen möchten.
    Nunja, vielleicht kann man soetwas fragen, doch wurde es bisher nie abgefragt.


    Und vielleicht bin ich paranoid, aber es gibt wirklich ein bisschen Vertreibungs-Stimmung. Und die Abstimmung vom Parlament (aberkennung der existenz in UK) ist schon richtung - Faschismus? (sorry, wegduck).


    Edit: Wenn UK möchte - dann können/sollen sie ruhig austreten. Solange sie EU sind, sollen sie sich allerdings auch an daran halten was EU-weit überall in der EU auch gilt. Vergraulen "sollen" sie einen bitte erst wenn sie nicht mehr EU sind.

    @mmi: zu 1. --> das ist wirklich schwierig. Tja, vielleicht ist es leichter einzusteigen wenn die Kurse oben sind, und die Presse positiv. Aber ob es besser ist?


    zu 2. --> Ich kann nur vermuten dass es auch einem "Buy & Hold" Aktionär nicht anders geht - wer im Jahr 2000 mit der Intension "Buy & Hold" gestartet ist, und alle Warnung aus dem Wind geschlagen hat und meinte, er wird einfach drinnen bleiben, dem Technologischem Fortschritt gehört die Zukunft, und weil auf 40 Jahre wird es nicht viel Unterschied machen, und als "Buy & Hold" geht man "einfach" durch dick und dünn - nun, der hat vielleicht im Jahr 2007 wieder Kurse gesehen wie 7 Jahre zuvor - und er wird mindestens genauso versucht sein jetzt nochmal "glück gehabt zu haben" und aussteigen wie ein Market-timer. Vermutlich ist es deshalb nie "einfach"?
    Wenn Du natürlich mit "Buy & hold" im Jahr 2009 eingestiegen bist, ist es vielleicht leichter das "Buy & hold" durchzuziehen? Entgangene Gewinne schmerzen nicht so sehr wie erlittene Verluste.

    Ich glaube, selbst wenn man nur einen Crash erlebt hat wie den von 2000-2003, --> dass das bereits schon praegt.


    Am meisten prägt mich jedoch die Bewertung. 2190 beim S&P 500 (vor ca. 2 Monaten), mit einem geschätzen Gewicht von über 50% an der Weltmarktkapitalisierung - da ist -50% noch nicht mal eine pessimistische Annahme.


    Einer von euch hatte vor einiger Zeit richtig angemerkt, dass der Zustand "fair bewertet" an der Boerse recht selten anzutreffen ist. Eher scheint es von einem Extrem ins andere zu wechseln, und "fair" ist offenbar nur anzutreffen auf dem Weg zwischen den beiden Extremen (zwischen "superbillig" und "schweinteuer").


    Es ist schon hart genug (von Stand heute aus gesehen) wenn man abwartet bis -40% passiert sind, man dann todesmutig einsteigt und man ab da nochmal -50% miterleben muss (könnte mir und witchdream und anderen durchaus passieren). Dann aber sind wenigstens wirklich "nur -50%" realistisch, während ich mir (Stand heute) nicht sicher bin, ob die Stress-Test-Annahme von -50% ausreicht um "Buy & Hold" heute noch zu rechtfertigen. Ich würde da eher -70% ansetzen (= als realistisches Pessimistisches Szenario, was noch immer nicht bedeuten würde dass wir Historische Bewertungs-Tiefststände sehen würden).

    Aber das mit dem Leistungsbilanzdefizit - dass stimmt schon, hatte Balkenchart schon ein paar mal angesprochen. Es ist erstaunlich dass sich das Leistungsbilanzdefizit so lange halten kann - es besteht nun schon zig Jahre (~20?). Vielleicht ist der Brexit nun der Trigger, vielleicht auch nicht. Ueberbewertet ist das Pfund nun schon recht lange. Wo war doch gleich der faire Wert? Destatis veroeffentlicht leider schon lange keine Kaufkraftparitaeten mehr, und den OECD traue ich nicht so recht.

    Derzeit erwarte ich keinen Crash, jedenfalls nicht anhand der Rendite/Bonitäts-Charts. War das nicht deutlich?


    @MMI: Natuerlich kann und wird es Crashs in der Zukunft geben, die gabs in der Vergangenheit ja auch alle paar Jahre wieder. Einen Weltuntergang hat es jedoch noch nie gegeben.


    mobilpage : "das viele Geld" wird nicht verschwinden wenn dafuer Aktien gekauft werden, denn es wechselt nur den Besitzer, genauso wie die Aktien die Besitzer wechseln. Jedem Kaeufer steht ein Verkaeufer gegenueber.
    Das ist uebrigens ganz unabhaengig davon wie teuer oder guenstig die Bewertung an der Boerse ist.
    Genaueres kann man von mir hier im selben Thread ("die Lage") lesen, ab 1.September 2016 oder so.

    Ich nehme an dass fuer die Aktienbewertung vielmehr das Sentiment eine Rolle spielt. Wieviel ist man bereit fuer Aktien zu zahlen? Das Sentiment zur Risikoneigung versuche ich an den Rendite/Bonitäts-Charts abzulesen. Genauer: An der "Junk vs Sichere AAA Anleihen"-Spread Entwicklung
    Die Rendite Spreads laufen allerdings derzeit nicht auseinander, sondern zusammen --> deshalb ist momentan keine Crash-Gefahr. Zumindest nicht anhand dieser Indikation. Das ist (fuer mich) enttäuschend, zuvor (bis Anfang 2016) sah alles nach Crash aus. Zentralbanken hatten jedenfalls keinen Einfluss darauf (kann man an den C-Anleihen gut ablesen).


    Es gibt eigentlich schon einige Versorger-Unternehmen welche (relativ zum derzeitigen Zinsniveau) eine hohe Dividende zahlen. Doch ausgerechnet diese scheinen nicht gut zu laufen. Telecom Sector ohne Existenzberechtigung (Fest-Netz-Leitungen demnächst überflüssig)? Energieversorger mit immer höheren Überkapazitäten (Konkurenz: Solar-Anlagen auf dem Dach)?

    Ja, genauso wie sich der Crash von 2001 auf den Einsturz des WTCs (9/11) zurueckfuehren laesst?


    Ich wuerde eher sagen, das Crashs potentiell vorhanden sind und nur noch ein Trigger benoetigt wird. Waere das WTC nicht zerstoert worden, der Chart haette sich dennoch Richtung "Abwaerts" entwickelt - vielleicht 2 Wochen spaeter.
    Anders gesagt: Der Chart macht die News.


    Hussman hat es als duenne Eisdecke beschrieben. Dort wo man einbricht - das ist das Ereignis (der Trigger). Aber eigentlich war die Eisdecke an mehreren Stellen reif fuer einen Einbruch. Waere man nicht "hier" an dieser Stelle eingebrochen, dann eben "dort" an anderer Stelle.


    Der eigentliche Trigger, so die Hypothese, ist ein Sentimentwechsel von Risk-on auf Risk-off (=fuehrt zur Marktneubewertung). Ich hoffe das an dem Spread zwischen "Ramsch" und "Investment-grade" ablesen zu koennen. Immerhin, wenn Du auf den US-Rendite-Bonitaets-Chart guckst, dann kannst Du sehen, wie dieser Spread bereits 2007 auseinander lief. Haette man das als Vorzeichen/Crashindikation wahrgenommen (man haette ein paar Monate davor die Warnung ablesen koennen), man haette sich eine Menge Crash im Jahr 2008 gespart (Wobei diese Sentiment-Analyse eine Indikation zum Wiedereinstieg nicht hergibt - da finde ich den V-irgendwas besser).
    Auch der "nicht-der-Rede-Wert" Crash von 2015-2016 --> man konnte sehen wie der Spread bereits 2014 auseinander lief. (Edit: Herbst 2011 waere ein Fehl-Signal gewesen - auch hier liefen die Spreads auseinander).


    Ein Indikator alleine ist nicht gluecklich machend. So aehnlich wie unsereins eine einzige KxV Kennzahl nicht ausreichend erscheint anhand dieser Aktien zu kaufen. Funktionieren taets allerdings schon (nur nicht so gut wie eine Mehrfach-Filter-Strategie), siehe O'S.
    Anders als O'S fehlt mir eine langjaehrige Historie um diese Bonitaets-Spread Indikation empirisch zu beweisen. Ich verlasse mich hier eher auf "Logik".
    Ist ein bisschen wie beim Hindenburg-Omen: interessant, aber alleine darauf wuerde ich mich niemals verlassen. Erst mehrere Mosaik-Steinchen ergeben zusammengefuegt ein Bild.

    Hier der europaeische rendite chart:
    rot = C geratete Anleihen (Moodys rating, z.B. "Caa3" etc.)
    gold = B
    dunkel-gruen = BB




    seit mitte 2014 entwickelte sich der Spread "Ramsch" vs. "AAA"-Anleihen auseinander.
    Auch bei "non-investment-grade" B ging der Spread bis Fruehjahr 2016 auseinander.


    Fuer mich ist die Spread-Entwicklung immer ein zusaetzlicher Crash-Warn-Indikator, weil ich darin die Risiko-Aversion ablese. Investoren gehen nach dieser Hypothese von "Risk-on" auf "Risk-off".
    Eine Veraenderung der Risikobereitschaft vermute ich als treibende Kraft einer allgemeinen Markt-neubewertung.
    Das ist alles ein bisschen vage, doch fand ich es immer interessant die Spreads zu beobachten. Viel historie kann man aus dem Chart nicht herauslesen. Jedoch, wenn man sich das Vor-Crash-Jahr 2007 anguckt - da hatte man ein auseinanderdriften des Spreads beobachten koennen.


    Seit Anfang 2016 scheinen sich die Spreads wieder Anzunaehern. Man kann eine Trend-umgekehr (richtung engere Spreads) bei B-Anleihen (goldene Linie) kann man seit Anfang 2016 erkennen, aber bei den C-Anleihen ist es noch keine klare Trendumkehr.


    Nun der gleiche Chart zu US-Anleihen:


    Hier sieht es eindeutiger aus. Relativer Crash (= Marktneubewertung) ist Anfang 2016 gewesen. Seit dem nimmt die Risikobereitschaft wieder zu.
    Crash? Welcher Crash? Nun, wenn man in den diversen Charts nachguckt, dann kann man eine abwaertsbewegung von ~Anfang 2015 bis ~Anfang 2016 sehen.


    Demnach stehen die Zeichen jetzt wieder auf Erholung. Klar, der Tiefpunkt 2016 war eher enttaeuschend fuer einen Market-timer wie mich (Ich hatte auf mehr "Crash" gehofft und bin nicht eingestiegen). Der VStoxx (V-irgendwas) stand Anfang 2016 bei 40. Das ist fuer mich gerade mal die Minimum Marke um von Crash zu reden.


    Nunja, es sieht momentan nicht nach Crash aus. Trotzdem - beim derzeitigen Niveau wuerde ich mich nicht darauf verlassen wollen (This time is not different). Insbesondere glaube ich nicht, dass Zentralbanken den Markt aufhalten koennen wenn es abwaerts geht (wie auch? die Marktbewertung steht und faellt mit der Risikoneigung. Null-Zinsen sind immer noch besser als Verluste, koennen also durchaus "attraktiv" erscheinen). Genaugenommen hat es den Markt auch 2015-2016 nicht aufgehalten abrupt nach unten zu gehen, obwohl die Leitzinsen dort schon nahezu genauso bei Null lagen wie heute.
    Kann aber sein, dass ich noch eine Weile werde warten muessen bis es wieder mal crasht.


    Habe mal wieder die letzten 3 Wochen von Hussmans weekly market comment durchgelesen. Wenn man ihn so liest, koennte es jeden Moment crashen. Tja, vielleicht. Sehen tue ich es an den Spreads jedenfalls nicht.


    Und was ist eigentlich mit sicheren "Versorger-Aktien"? Ist still um Dividentitel geworden. Nicht nur E.on, auch andere Energie-unternehmen haben eher langjaehrige tiefs. Und werden sich die Telecoms jemals wieder erholen? Oder wird 4G die Festnetzleitungen abschaffen (ueberfluessig machen), und entsprechend wird es viele Pleiten geben? Aehnlich wie das bei Drucker-Firmen mal war: Da gabs ja eine Pleite-Welle mit 10jaehriger Verspaetung. Internet fing ca. ~1999 an, und erst mit grosser verzoegerung gabs 2009 grosse Pleiten weil wegen der emails immer weniger ausgedruckt wurde. 2009 war "email-Ausdrucker" vermutlich das Schimpfwort des Jahres?

    Mein Sohn macht auch bottleflipping. Naja, bottleflipping ist immerhin nicht gefährlich.


    Ihr kennt doch bestimmt Parkour?


    Angeregt und begeistert, will mein Sohn (11) jetzt auch Parkour machen. Zum Glück springt er derzeit nur von Parkbänken.
    Ich frage mich ob die Eltern der Jugendlichen (die das Video drehten) das Hobby ihrer Kinder gut finden? Hoffentlich klinge ich jetzt nicht wie alte Leute, wenn ich mich ausserdem frage ob die Akrobaten dieses Videos heute noch leben? Ich vermute eher nicht... und falls doch - dann bestimmt nicht mehr lange. Die fordern ihr Schicksal doch regelrecht heraus.


    Edit: Und wie kommt man überhaupt auf die Idee hier runter zuspringen (ab 7:36)? Wer probiert das zuerst aus? Erst wenn man es ausprobiert hat, erst dann weiss man dass es funktioniert. Der Springer hatte auch noch die Kamera in der Hand. Das ist echt verrückt.

    Weil man immer sagt: Nazis = rechtsradikal.
    Stimmt doch eigentlich gar nicht. NSDAP war eine sozalistische Arbeiterpartei, also Links