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    Mit anderen Worten, sind also Aktien erst attraktiv, wenn sie entsprechend billig sind, wenn sie in Eurem Modell mehr als 10% oder 20% p.a. versprechen (also analog etwa KGV < 5-10)?

    Ich denke es kommt darauf an, ob man die Frage mit intrinsischer oder relativer Bewertung beantworten möchte. WIe du selbst schreibst gibt es relativ gesehen nicht viel günstigere Alternativen als Inflation Hedges und der Anleihenmarkt (US derzeit 100/3,5 = Bond-KGV von über 25) ist teurer als der Aktienmarkt (SP 500-trailing 12m KGV derzeit bei ca 18,5). Andererseits scheint der Markt gerade dabei zu sein höhere Inflation in die Aktienkurse einzupreisen, er findet Aktien also intrinsisch nicht so billig. Intrinsisch verlieren Unternehmen an Wert bei höheren Kapitalkosten denn bei gleichbleibenden ROE sinken die realen Investitionen und daher wird das Wachstum geringer. Damit ein Unternehmen Wert für seine Eigentümer generiert muss ROIC >WACC sein (langfristig nur durch Wettbewerbsvorteil und Eintrittsbarrieren aufrechtzuerhalten), das bedeutet aber noch nicht, dass der Preis der Aktie attraktiv ist..

    Die Kapitalkosten richten sich nach den Zinsen, sicher. Aber letztlich läuft es hinaus auf eine Aktienbewertung über den Vergleich mit dem (angepassten) Zinsniveau.

    Die Kapitalkosten müssten doch konsistent wie die CFs geschätzt werden. Wenn man also reale CFs nimmt dann auch reale Kapitalkosten, wenn nominale CFs dann nominale Kapitalkosten.

    Den letzten Satz verstehe ich nicht, das solltest Du ausführen. Die Strategie favorisiert das von sich aus, oder man müßte sie darauf beschränken, oder ...?

    Sorry, sehr schwammig von mir formuliert ..! Und es sollte natürlich heißen ".. die niedrige Profitmargen haben"..


    Was ich meinte: die Strategie CashROIC-WACC (mit KUV) müsste Unternehmen mit niedrigen Nettomargen (da niedrigies KUV eine Funktion von niedriger Nettomarge ist) und jene mit starker Hebelung (da ein Unternehmen Schulden aufnehmen könnte um damit Aktien zurückzukaufen und so den MV von equity reduziert bei gleichbebendem Umsatz) begünstigen.

    Debt sind nur 8.2mio und Equity sind 25.7mio

    Stimmt, sorry! Eigentlich müsste man für die D/E Ratio Marketvalue nehmen. Bei Creightons macht das keinen grossen Unterschied da P/B 0.99, und Cost of dept wegen geringem default spread niedrig sein sollte. Auf welchen Wert bist gekommen für Cost of dept?


    Ich habe für Market value of dept einmal cost of dept von 4,45% angenommen, das ist 2,7% als default spread (diesen Zinssatz zahlen sie für den zuletzt, nämlich 2021, abgeschlossenen Bankkredit) und die Risk-free rate (Bank rate of England) von zurzeit 1,75%. Das macht dann MV of dept 7996,83k aus, wenn man Total dept als 1-Coupon Bond diskontiert (face value ist book value dept, coupon ist interest expenses, weighted average maturity of dept). Wenn man aber den "syntetic default spread" (https://pages.stern.nyu.edu/~adamodar/) nimmt, das ist die interest coverage ratio (EBIT/interest expenses = 14,17), dann kommt man auf cost of dept von 2,42% (default spread 0,67% + RFR von 1,75%) und einen MV of dept von 8652,91k. Viel Rechnerei, die vielleicht keinen grossen Unterschied macht, in einem Fall wären es MV dept zu MV equity 8/25,56, im anderen 8,65/25,56, also sehr ähnlich dem BV of dept/equity.

    von der von dir verlinkten Website habe ich eine Datei gefunden, die gleich das länderspezifische ERP ausrechnet: UK 6.82%

    Wie kommst du auf 6,82 mit rating based default spread von 0,68? Bei mir zeigt das Spreadsheet als Rating Based default spread 0,51 an.

    - mir ist auch nicht bekannt, daß der empirisch getestet wäre.

    Tortoriello hat ROIC/WACC getestet und kommt zu dem Schluss, dass man in der WACC besser das Beta mit KUV austauscht. Bei ihm ist CashROIC/KUV auch eines der am besten performenden Strategien. Allerdings müssten dann einige Industrien favorisiert werden, die niedrige Profit-Margen haben, und Verschuldung wird nicht berücksichtig. Das "bottom up Beta" berechnet nach Damodaran - ich fürchte nicht empirisch getestet - schätzt das relativ Risiko danach, in welcher Industrie es sich befindet (discretionary vs non discretionary Produkte), die Kostenstruktur (hohe vs niedrige Fixkosten) und D/E Ratio.

    Ansonsten: den normalisierten Gewinn durch die Kapitalkosten teilen und dann noch die Nettoschulden abziehen? Der Nettogewinn wurde doch bereits durch die Schuldzinsen gemindert, ist das nicht doppelt gemoppelt?

    Wenn man EBIT durch WACC also cost of capital (also D+E) rechnet, dann müsste man am Ende noch net debt abziehn.

    - Graham und Dodd sprechen als "risk free rate" von den 3-month-treasury-bills und die liegen bei 2.532% (siehe hier).

    Damodaran verwendet immer eine Langzeit-Riskfree Rate (aus praktischen Gründen 10y- Bonds in der Währung des GB) weil es sonst "Reinvestment-Risk" gibt: da man ja nicht weiss, wie die Raten der 3m-Bills beim Reinvestieren nach Ablauf der 3 Monate sein werden. Allerdings preist der Markt bei Staatsanleihen aus nicht Aaa- Ländern einen "default-premium" zur risk-free Rate ein, den man dann noch subtrahieren müsste. Für das UK ist dieser default Spread 0.60% (https://pages.stern.nyu.edu/~a…pc/datasets/ctryprem.xlsx). Also im Falle der 10Y Guilt wäre die Risk-Free Rate 3.13-0.60 = 2.53% (magischerweise wie deine 3m Bill..)

    Wobei G&D auch davon sprechen, dass diese Berechnung eher "weniger Sinn" macht, denn sie ist zu Fehleranfällig. Denn über welchen Zeitraum berechnet man das beta? Wie wird das Beta berechnet? Mein Beta wurde über 5 Jahre mit monatlichen Daten berechnet, ich weiß aber nicht was der Vergleichsindex ist. Das Beta von 1 Jahr beträgt nämlich 1.19. Ich schätze aber, dass 1 Jahr zu kurz ist.

    Weil das Beta der CAPM grundsätzlich umstritten ist schlägt Damodaran ein "bottom up" Beta vor, das ein Industrie-Durchschnitts Beta berechnet (um die Standard errors der einzelnen Regression-Betas auszugleichen) und die leverage des Unternehmens berücksichtigt. Die Berechnung wie folgt: Durchschnittsbeta der Industrie wird dividiert mit D/E-Durchschnitt der Industrie ("unlevered"), dieses unlevered Beta wird dann mit dem D/E des Unternehmens multiplziert. Für die industry "Household Products" ist das unlevered Beta 0,79% (https://pages.stern.nyu.edu/~a…c/datasets/betaEurope.xls), das "bottom up beta" für Creightons müsste dann sein: 0,79*(1+(1-tax rate)(D/E-Ratio)), also 0,79*(1+0,9*(22,17/25,67))= 1,40.

    Wenn man die EK-Kosten aber laut der Formel: riskfree rate + beta * market risk premium berechnet, komme ich auf folgendes: 2.50% + 0.81 * 5% (Mitte von 3% und 7% = vorgegeben) = 6.55%.


    Zu Methode 2: Riskfree Rate (UK Gilt 10 Year) ist heute 15.9.22 bei 3.16% . Wie kommst du auf die 5% Market Risk Premium? Ist das ein historisches equity risk premium? Das implied ERP würde für einen Aaa-Markt 5.42% ergeben (geschätzt mit S&P500 heute bei 3914,97 mittels ERP-Spreadsheet Damodaran) und dazu käme noch das country risk premium des UK (weil Aa3), das wäre dann noch zusätzlich 0,60% (https://pages.stern.nyu.edu/~adamodar/). Dann wäre der Unterschied zwischen den beiden Methoden nur mehr bei ca 1%.. :S

    Vermiete meine Wohnung in Wien über airbnb, seit Mitte Juni ist sie zu ca 80% (Sommer 2019 über 90%) ausgelastet, sie stand also ab Mitte März nur drei Monate leer. Möglicherweise ist der Umsatzeinbruch in einigen Ländern gar nicht so gross.

    Falls jemand von Euch an einer mechanischen Strategie interessiert ist: Habe den Listomaten mit neuen Daten aktualisiert - bitte bei Interesse per PM melden, ich schicke ihn gerne zu!

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    Fear & Greed Over Time - Diesen Chart finde ich auch nuetlzlich. dann weiss man gleich wie hoch ein hoher Wert sein muss. So gesehen ist noch Luft nach oben.


    Was ich immer schade finde ist, dass der Chart nur 2 Jahre enthält. Hier gibt es immerhin den Fear&Greed Index von 2010-2016: https://seekingalpha.com/artic…fear-greed-and-fear-index

    Den Chart von 2008 findet man als Screenshot im Netz

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    Ich habe allerdings noch "Quantitative... irgendwas" gelesen (so aehnlich), Ein Buch das eigentlich nur von RS handelte. Vielleicht habe ich es auch daraus. Schluck, wie hiess nur das Buch?

    Joe du meinst wohl quantitative momentum von Wesley Gray?

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    Coronavirus widens climate rift between European and U.S. oil majors


    https://www.reuters.com/articl…-oil-majors-idUSKBN22U0G2


    Es ist witzig: die sitzen im selben Boot, und doch ist der Approach der amerikanischen Ölmajors so anders als der der europäischen. Die CEOs von Shell, BP, etc sehen längerfristige Flaute und setzen zunehmend auf neue Geschäftsfelder (alternativer Energie, etc) während die amerikanischen CEOs auf ein baldiges „back to normal“ setzen. Natürlich sind die Rahmenbedingungen etwas verschieden (US nicht im Pariser Abkommen, etc.. ) - aber sind die mittel- bis langfristigen Aussichten deshalb wirklich so unterschiedlich? Was meint ihr?

    Rücksendeschein ausdrucken und zurücksenden. Das Geld ist wieder auf dem Konto.

    Natürlich gibts wie überall Kunden , die diesen Service "ausnutzen".

    Ich hatte sogar mal Situation, dass ich eine Hose, die mir zu klein war, gar nicht zurückschicken musste - und trotzdem das Geld zurückbekam. Bei billigen Waren (Hose kostete um die 35€), deren Rückversand und Überprüfung in Relation kostspielig sind (Hose muss von jemand auf Beschädigung, Flecken etc. überprüft werden) bevorzugt Amazon die Schadensbegrenzung. Könnte jemand natürlich ausnützen, aber er riskiert damit nach mehreren Fällen eine Sperrung des Kontos.