Netflix - boom or bust


  • Ich fand den Kommentar ganz interessant und wollte mal einen Treat öffnen. Ich hatte vor kurzem das Vergnügen mich ausgiebig mit Netflix zu beschäftigen und ich kann die Gedanken nicht teilen weil sie (in meinen Augen) etwas zu kurz springen.


    Nicht, dass ich long Netflix bin - aber short wäre mir trotz krasser Bewertung zu heiss. Ich kann relativ leicht einen Fall bauen in dem Netflix relativ günstig ist. Das ganze ist ja im Grunde ein Optionsschein auf weltweites Streaming TV. Es ist noch nicht völlig klar ob das ein "the winner takes it all market" oder nicht ist. Wenn es einer ist, dann sind 25 mrd usd market cap ziemlich wenig. Zumal aktuell hohe Kosten für internationalen Marktaufbau (subscale) anfallen. Cashflow mässig können die morgen ins positive drehen wenn die keinen Content mehr kaufen. Ich würde es anders rum drehen: die steuen aktiv cashflow negativ um content aufzubauen (ala Amazon)


    Zum thema Content: das ist ja gerade der Trigger: Netflix kann viel genauer wissen was die nutzer mögen und daher viel billiger einkaufen als ein linearer Fernsehspieler.


    Ich empfehle hier sehr folgende Lektüre - echt lesenswert:
    http://ir.netflix.com/long-term-view.cfm

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • Ich vermute mal, dass die Content Provider ALLES tun werden, damit Netflix kein "Winner takes it all" wird.


    Als Amazon Prime Mitglied habe ich eben gerade für "umme" deren Streaming bekommen, hab mir das Angebot aber noch nicht angeschaut.


    Der House of Cards "Hype" scheint auch etwas übertrieben zu sein:


    http://tvline.com/2014/02/21/r…-season-2-binge-watching/


    Aber spannend ist es auf jeden Fall.

  • Zitat

    Original von Matze


    Ich fand den Kommentar ganz interessant und wollte mal einen Treat öffnen. Ich hatte vor kurzem das Vergnügen mich ausgiebig mit Netflix zu beschäftigen und ich kann die Gedanken nicht teilen weil sie (in meinen Augen) etwas zu kurz springen.


    Nicht, dass ich long Netflix bin - aber short wäre mir trotz krasser Bewertung zu heiss. Ich kann relativ leicht einen Fall bauen in dem Netflix relativ günstig ist. Das ganze ist ja im Grunde ein Optionsschein auf weltweites Streaming TV. Es ist noch nicht völlig klar ob das ein "the winner takes it all market" oder nicht ist. Wenn es einer ist, dann sind 25 mrd usd market cap ziemlich wenig. Zumal aktuell hohe Kosten für internationalen Marktaufbau (subscale) anfallen. Cashflow mässig können die morgen ins positive drehen wenn die keinen Content mehr kaufen. Ich würde es anders rum drehen: die steuen aktiv cashflow negativ um content aufzubauen (ala Amazon)


    Das ist der springende Punkt wo wir unterschiedlicher Meinung sind: Können die wirklich den Kauf neues Materials (Content) so runterfahren wie du es dir denkst ohne damit direkt ihr Geschäftsmodell zu zerstören? Ich hab enorme Schwierigkeiten mir deine Theorie vorzustellen: Ein Unternehmen kauft keinen (oder reduziert) den Input drastisch und der Output (Abos) bleibt stabil? Ist Netflix nicht automatisch gezwungen jedes Jahr neuen, teureren Content zu kaufen? Meiner Meinung nach sind die Content Provider am längeren Hebel.


    edit: Jedes Jahr ist übertrieben, regelmäßig beschreibt den Sachverhalt besser
    edit ende



    Vergleich mit Amazon
    Zu deiner Amazon Analogie: Amazon hat die Warenlogistik mit Lagerhäusern, usw als Marktbarriere/ Wettbewerbsvorteil. Ich kann verstehen, wie Amazon als "natürlicher Monopolist" (hohe einmalige Fixkosten als Moat) in Zukunft höhere Gewinne generieren kann. Bei Netflix kann ich diese Entwicklung im Moment nicht sehen. Was ist der "Moat" bei Netflix?



    ein wenig Geschichte
    In der Anfangszeit hat Netflix zwei Vorteile gehabt:
    1. Firstmover Advantage
    2. sehr günstige Content Verträge für Streaming (z.B. der Vertrag mit Starz), die Studios haben Streaming Recht sehr billig abgegeben (die Verträge sind ausgelaufen), inzwischen sind die Preise für Filmrechte gestiegen.
    Beide Punkte sind inzwischen nicht mehr relevant. Meiner Meinung nach ist Netflix sehr viel mehr von den Studios abhängig als umgekehrt. Netflix versucht dem über selbst produzierte Serien /Filme dem zu entgehen (Ausgang unklar).


    Es kann sein, dass ich bei Netflix ein wenig zu negativ bin, aber erinnert euch, welche Empörung Netflix das letzte Mal entgegengeschlagen ist, als sie versucht haben den (Abo)preis zu erhöhen (2011). Reed Hastings ist dann ziemlich schnell zurückgerudert. Ich sehe bei Netflix keine wirkliche Markt-bzw. Preissetzung Macht.


    Wettbewerber
    Meiner Meinung nach besetzt Netflix keine Nische, sondern ist in einem umkämpften Massenmarkt tätig. Neben den semi legalen Tauschbörsen/Streaming Seiten (mit schlechter Qualität aber umsonst mit der Gefahr von "Nachzahlungen")sind die Hauptkonkurrenten Amazon und Huluplus (beide recht gut kapitalisiert und werden wahrscheinlich für absehbare Zeit am Streaming Markt bleiben). Ich bin nicht sicher wie hoch die Markteintrittsbarrieren gegen mögliche Newcomer (Apple? neben Musik dann auch Filme? Google über Youtube?) sind. Wettbewerber sind auch die Kabelanbieter, welche gleichzeitig auch häufig (Bandbreiten-)zulieferer sind. Netflixs Angebot ist billiger und flexibler als das der Kabelgesellschaften (wie auch von Netflix dargestellt siehe dein Link) insofern vielleicht keine Gefahr.


    Bei der weltweiten Expansion fallen Extrakosten an, da die Filmrechte neu gekauft werden müssen. Die Deutschland Rechte von House of Cards liegen z.B. bei Sky; die Situation ist analog bei den meisten anderen Serien bzw. den Filmrechten.



    Ein weiterer Punkt ist dass die Insider (Reed Hastings und Management) ziemlich konstant Aktien verkaufen. Ich weiß dass dies kein wirklich zuverlässiges Signal ist, aber es passt zu meiner oben ausgeführten Interpretation der Lage von Netflix. http://www.gurufocus.com/insider/NFLX&affid=45223
    oder hier http://www.openinsider.com/search?q=nflx


    So viel zum qualitativen Teil, vielleicht schreib ich in den nächsten Tagen mal was zu den eigentlichen Zahlen.

    beati pauperes spiritu


    If you think this has a happy ending, you haven't been paying attention.

    Einmal editiert, zuletzt von qed1984 ()

  • Ich habe ja nicht gesagt, dass Netflix die Akquisition von Content abstellen kann - ich habe lediglich gesagt, dass die sehr schnell Cashflow positiv werden können.


    Zum thema Content: natürlich wollen die Content-Firmen keinen Winner takes it all. netflix wird auch nie die Plattform sein die allen Content bieten wird.


    Aber: der Wettbewerbsvorteil von Netflix liegt meiner Meinung nach darin, dass die genauer bestimmen können was der Kunde schaut und wie wichtig dem Kunden ein bestimmter Film ist. Netflix kann ja messen welche Kunden was abrufen und auch wie die Suchentscheidung war. das kann ein linearer Fernsehanbieter nicht.


    Sprich: Netflix baut (ähnlich wie Google) eine Wissensdatenbank auf und misst sehr genau welchen Wertbeitrag ein Film liefert. Bspw. Hat es vielleicht weniger Wert den 200. Kung Fu Film anzubieten vs. dem ersten Krimi der gekauft wird.


    Mit diesem Wissen kann (und das tut Netflix) Netflix messen wie viel sie bereit sind für Content zu zahlen - oder sie können testen eigenen Content zu produzieren. Im Gegensatz zum linearen Fernsehen weiss Netflix dabei welchen Wert Film X oder Y hat.
    Das sorgt dafür, dass Netflix sehr viel billiger Content (pro Nutzer) kaufen kann als der Rest. Und diesen Preisvorteil geben sie gnadenlos weiter - ähnlich wie Amazon.


    Heisst nicht, dass ich wüsste wo das hingeht aber ich finde die Fragestellung und die Beobachtung extrem spannend

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • Hehe ich bin auch Usenet-User.


    Aber das Amazon-Angebot ist schon wirklich genial. Wenn man bedenkt, dass Netflix seine ganze Infrastruktur über Amazon Web Services laufen lässt - würde mir als Netflix CEO das Amazon Instant Video auch schlaflose Nächte bereiten.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • http://www.faz.net/aktuell/feu…-web-serien-12884497.html


    Immer mehr Unternehmen (Microsoft, Yahoo) wollen laut Medienberichten ins Streaming mit eigenen Serien einsteigen. So attraktiv ist der Markt meiner Meinung nach nicht (Konkurrenzmarkt mit vielen Anbietern), so sollte der obige Faz Bericht negativ für alle (Netflix, Yahoo, etc) sein ;) aber gut für die Kunden.

    beati pauperes spiritu


    If you think this has a happy ending, you haven't been paying attention.

  • Die Markenstärke von Netflix wurde mir neulich bei einer Straßenbahnfahrt bewusst.
    Da unterhielten sich vor mir zwei Schülerinnen. Eine hatte gerade eine ausländische Austauschschülerin zu Besuch gehabt und berichtete davon. Diese zu Schlössern (Potsdam) oder Clubs (Berlin) zu schleppen stieß nur auf begrenzte Gegenliebe. Aber dass sie ein Netflix-Abo (oder so etwas) hatte, wo jene die Serien von zu Hause nachsehen konnte, das begeisterte. Die beiden hatten volles Verständnis dafür. Sie waren sich einig, dass sie nach einer längeren Reise auch erst einmal einige Tage abtauchen und alle verpassten Serien bei Netflix nachschauen müssten.


    Ich würde Netflix nicht kaufen, aber shorten wäre mir auch zu riskant.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

    Einmal editiert, zuletzt von Al Sting ()

  • es geht ja nicht darum das es nicht ein tolles produkt ist, sondern um eine bewertung von 34 milliarden dollar und was man dafür als anteilseigner bekommt. wenn ich die bilanz ansehe haben sie laut letztem jahresbericht 266 millionen gewinn gemacht, 400 millionen schulden gemacht und 60 millionen mit aktien ausgeben eingenommen. dafür gab eine erhöhung der Non-current content library um 680 millionen. also kann ja sein das ich hier irgendwas nicht verstehe, aber ich finde das ist ziemlich lächerlich.

  • Nur zum Bedenken: Netflix zahlt upfront Lizenzen umd Filme für eine bestimmte Zeit spielen zu dürfen und amortisiert die Lizenzen dann über eine bestimmte Dauer. Die könnten Morgen einen riesig hohen Free Cashflow und Gewinn zeigen, wenn sie nicht mehr investieren. Das Problem ist, dass sie dann übermorgen (oder in ein paar Jahren) nicht mehr im Rennen wären.


    Ich habe keine Ahnung ob die billig oder teuer sind. Aber ich würde wetten, dass das alte Geschäftsmodell (ProSieben und Co) praktisch tot ist weil Netflix und Amazon die Kunden besser kennen und daher günstiger einkaufen können (Abschätzen was eine Lizenz für die eignenen Kunden wert ist) als die normalen Sender...


    Das heisst nicht, dass Netflix billig ist - aber inhaltlich Schrott ist es auf keinen Fall... Das Modell hat schon riesigen Wert - wenn man am Ende der Gewinner ist...

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • "Aber ich würde wetten, dass das alte Geschäftsmodell (ProSieben und Co) praktisch tot ist weil Netflix und Amazon die Kunden besser kennen und daher günstiger einkaufen können (Abschätzen was eine Lizenz für die eignenen Kunden wert ist) als die normalen Sender..."


    also nach einem kurzem blick auf die bilanz bei prosieben halte ich die wette für die nächsten paar jahre.


    "Aber: der Wettbewerbsvorteil von Netflix liegt meiner Meinung nach darin, dass die genauer bestimmen können was der Kunde schaut und wie wichtig dem Kunden ein bestimmter Film ist. Netflix kann ja messen welche Kunden was abrufen und auch wie die Suchentscheidung war. das kann ein linearer Fernsehanbieter nicht. Sprich: Netflix baut (ähnlich wie Google) eine Wissensdatenbank auf und misst sehr genau welchen Wertbeitrag ein Film liefert. Bspw. Hat es vielleicht weniger Wert den 200. Kung Fu Film anzubieten vs. dem ersten Krimi der gekauft wird."


    den punkt finde ich nicht überzeugend. also meine überlegung dazu wäre folgendes. ich unterscheide zwischen zwei arten von filmen/serien. neuerscheinungen und bereits gelaufendes zeug. bei bereits gelaufendem zeug würde ich erwarten das man mit guter datenerfassung deutlich optimieren kann, was mit dir konform geht. das problem: diese art von filmen/serien macht doch nicht netflix aus. mit sowas kann man die content library auffüllen oder spartensender betreiben aber für einen angesagten streamservice kann das nur füllmaterial sein. das zeug wird nur wenig kosten, aber es wird halt kaum jemand extra deswegen ein abo abschließen. kommen wir also zu den neuerscheinungen. diese machen für mich das image von netflix aus. wie läuft das ab ? du produzierst etwas selber oder du kaufst es ein. beim selber produzieren hast du alle risiken und chancen aber ich sehe nicht wie dir deine datenerfassung (was genau deine kunden anschauen) dabei helfen soll zum beispiel das drehbuch für den nächsten serienkracher zu schreiben. wenn die serie aber final produziert ist ist die sache gelaufen und es ist entweder ein erfolg oder ein flop (ja, das zeigt dir deine datenerfassung). und beim kaufen einer serie ? ich würde vermuten da läuft entweder ein trailer (wie im fernsehen mit datenerfassung) oder es gibt bereits probevorführungen mit feedback und du bezahlst halt dann nach erfolg. ich weiß nicht an welcher stelle netflix daten erheben kann die ihnen wirklich gravierende vorteile bringen. dafür müßten sie die neuerscheinungen bei sich probelaufen lassen, alternativ ein trailer, und die datenauswertung selber machen. aber welcher filmverkäufer läßt sich den auf so einen blödsinn ein ?


    edit: ich meinte nicht trailer sondern pilotfilm


  • Ich habe keine Ahnung ob die billig oder teuer sind. Aber ich würde wetten, dass das alte Geschäftsmodell (ProSieben und Co) praktisch tot ist weil Netflix und Amazon die Kunden besser kennen und daher günstiger einkaufen können (Abschätzen was eine Lizenz für die eignenen Kunden wert ist) als die normalen Sender...


    Etwas Wasser in den Wein: Tesco war auch dafür berühmt, seine Kunden besser als alle anderen zu kennen, weil sie ihre Daten gut erfassten und und das auswerteten. Hilft ihnen derzeit nicht wirklich. ;-I
    Stasi und NSA waren dafür auch bekannt. Die Stasi wurde von der Wende ebenso überrascht bzw. war dann hilflos wie die NSA beim Islamischen Staat.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Ich war ja mal short bei Netflix, aber würde das jetzt nicht mehr machen.


    Salopp ausgedrückt hat Netflix extrem zufriedene Kunden und hat es auch geschafft, die Sehgewohnheiten von Leuten zu verändern (sog. "bInge watching" von Serien). Man darf auch nicht vergessen, das typische US Haushalte z.T. deutlich mehr als 100-200 USD pro Monat für Ihe Kabel "bundles" zahlen und alle die Kabelfirmen hassen. D.h.da ist auch noch einiges an "pricing Potential" vorhanden.


    Zu diesem Zitat:


    kommen wir also zu den neuerscheinungen. diese machen für mich das image von netflix aus. wie läuft das ab ? du produzierst etwas selber oder du kaufst es ein. beim selber produzieren hast du alle risiken und chancen aber ich sehe nicht wie dir deine datenerfassung (was genau deine kunden anschauen) dabei helfen soll zum beispiel das drehbuch für den nächsten serienkracher zu schreiben. wenn die serie aber final produziert ist ist die sache gelaufen und es ist entweder ein erfolg oder ein flop (ja, das zeigt dir deine datenerfassung).


    Interessanterweise ist genau das das große "Geheimnis" von Netflix. Im Gegensatz zu Disney versuchen sie eben nicht was zu produziern was allen gefällt, sondern machen Sachen für recht spezielle Zielgruppen die sie sehr gut differenzieren können.


    Ein sehr interessanter Artikel zu dem Thema ist der hier:


    http://redef.com/original/the-…he-original-series-crunch


    Zitat

    User behavior/consumption data becomes far richer and expansive. Netflix says it green-litHouse of Cards because it knew their users loved Kevin Spacey, David Fincher and the BBC original. Would any cable network today be able to know the same? Or are they stuck just knowing each in a silo?


    Zitat

    Netflix is deliberately investing in niche content that, taken together, creates a mass market service. While it’s easy to get the impression that Netflix’s originals are widely consumed (perhaps even at the level of popular broadcast series), this actually isn’t the case.


    Zitat

    But as bundles break apart, audience fragmentation exacerbates and consumption continues to shift to less valuable mediums (e.g. Netflix, YouTube), this strategy will become a missed opportunity and eventually, a liability. Furthermore, Netflix is focused not on channel optimization or profit maximization, but on a much more powerful end goal: owning the full extent of a consumer’s premium video experience.



    Dazu noch eine generelle Anmerkung: Es wird oft kritisiert dass Firmen heutzutage sehr kurzfristig orientiert sind. Wenn es dann doch mal Firmen gibt die einen Langfristplan durchziehen ohne auf kurzfristige Profite zu achten wie z.B. Amazon oder Netflix, dann heisst es immer gleich: Die machen ja nur Verluste, was für ein Witz.


    Selbstverständlich habe ich auch keine Ahnung ob Netflix die aktuelle Marketcap wert ist oder nicht, aber es sollte einem klar sein dass die ein "langes Spiel" spielen mit durchaus erkennbaren langfristigen Wettbewerbsvorteilen verglichen mit den traditionellen Sendern.



    Eher würde ich traditionelle Sender shorten.



    MMI

  • Zur Profitabilität von ProSieben und Co. Das ist mir sehr bewusst das die heutige Profitabilität obszön ist. Das war sie aber auch bei Zeitungen.


    Uns insbesondere wenn Du Pricing Power verlierst (Weil Du eben nicht mehr der einzige Wohnzimmer-Distributionskanal für Video-Content bist) und eine schlechtere (und deutlich fixere) Kostenbasis hast, dann kann das sehr schnell sehr anders werden.


    Heute sieht alles gut aus - aber ich bin relativ zuversichtlich, dass sich das ändert und viele Sender diesen Gezeitenwechsel nicht überleben. Nicht bis 2020 - aber 10y+ wird schon sehr spannend

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • "Man darf auch nicht vergessen, das typische US Haushalte z.T. deutlich mehr als 100-200 USD pro Monat für Ihe Kabel "bundles" zahlen und alle die Kabelfirmen hassen. D.h.da ist auch noch einiges an "pricing Potential" vorhanden"


    den punkt würde ich bei einem short auch kritisch sehen. es ist ja nicht nur eine preiserhöhung denkbar sondern sie könnten plötzlich auch auf die idee kommen (zielgenaue !?) werbung einzubauen. wenn sie dann damit durchkommen sind die umsätze schnell deutlich höher.


    "User behavior/consumption data becomes far richer and expansive. Netflix says it green-litHouse of Cards because it knew their users loved Kevin Spacey, David Fincher and the BBC original. Would any cable network today be able to know the same? Or are they stuck just knowing each in a silo?"


    also die kombination aus bekannte schauspieler + bekannter film/serie ist ja nun wirklich nicht neu. ja, diese sachen haben sicherlich eine deutlich erhöhte wahrscheinlichkeit auf erfolg wie man immer wieder an kinofilmen mit fortlaufender nummerierung sieht, dummerweise kosten sie auch deutlich mehr, weil die schauspieler und rechteinhaber das auch wissen.


    "Interessanterweise ist genau das das große "Geheimnis" von Netflix. Im Gegensatz zu Disney versuchen sie eben nicht was zu produziern was allen gefällt, sondern machen Sachen für recht spezielle Zielgruppen die sie sehr gut differenzieren können."


    ich bezweifele das man 4 millionen pro episode bei house of cards ausgibt um eine recht spezielle zielgruppe anzusprechen. die themen der serien mögen ja teilweise speziell sein, aber die zielgruppe ist mMn ganz klar mainstream (ob die einzelne serie das dann immer auch erreicht ist natürlich eine andere frage).

  • 4 Mio pro Serie ist in Serienbudgets nicht so viel - wenn ich das richtig verstehe.


    Das Problem ist doch, dass Netflix sehr viel genauer messen kann welche Früchte diese 4 Mio. USD tragen und welche Schauspieler und andere Filme/Serien der User von House of Cards noch schaut.


    Das sorgt am langen Ende dafür, dass Netflix eine Stunde Entertainment billiger produzieren bzw. besser einkaufen kann als der lineare Sender.

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  • Der Shareholsers Letter auf der Webseite ist auch wirklich lesenswert. Würde ich die kaufen - nein --> aber dagegensetzen ist brutal gefährlich

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