Beiträge von witchdream

    z.B. mehrfach beim Handelsblatt...wobei das in deren Fall wohl nix bedeutet, die empfehlen wirklich jeden Tag was anderes.

    [...]

    Und in der Konsequenz ob derlei als Kontraindikator noch funktioniert oder eher unter Entertainment zu verbuchen ist.


    Ich sehe diesen ganzen Kontra-Indikator-Mythos auch eher kritisch. Meist ist es doch so, dass nach einem Kurs-Massaker genüsslich irgendwelche Artikel oder Titelseiten rausgekramt werden, die kurz vor dem Einbruch noch einen Börsen-Einstieg empfohlen hatten. Die dienen dann als Kontra-Indikator.


    Dass gleichzeitig mit dem Kontra-Indikator vermutlich auch vorsichtige Stimmen oder Ausstiegs-Empfehlungen erschienen sind, wird dabei geflissentlich ignoriert. Das gehört für mich in die Kategorie "Hinterher sind alle plötzlich super-schlau".

    Hallo Norbert,


    eine eindrucksvolle Auswertung - vielen Dank! Paradox ist, dass justament die politischen Opponenten der letzten Jahrzehnte - Russland und die USA - die jeweiligen Extrempositionen von billig bzw. teuer einnehmen.


    Bei der letzten Abbildung wird im Kleingedruckten erwähnt, dass Inflation, Dividenden und Währungs-Effekte berücksichtigt sind. Meine Frage hierzu: Die Rendite-Berechnung erfolgte wohl auf USD-Basis (meine Vermutung), oder hast Du den EUR und seine Vorläufer als Basis verwendet?

    ...sieht zwar jetzt nicht ganz so brechreizig aus wie die übliche Androidoberfläche im Bekanntenkreis.


    Versteh ich nicht. Ich hab Android 6.0, und da kannst du die Benutzeroberfläche beliebig einstellen. Also:

    - Hunderte von fertig designten Oberflächen und Symbolen ("Themes") aus dem Google-Shop

    - Freie Auswahl der Rasterung zum beliebigen Platzieren der Symbole

    - Freie Auswahl des Hintergrund-Bildes, sei es Download oder eigenes Foto

    - Beliebige Anzahl von Seiten und freie Auswahl der Startseite


    Du kannst also z.B. das Handy mit einer völlig leeren Seite starten, die nur dein Lieblingsfoto anzeigt.


    Vielleicht sind die meisten Deiner Bekannten nicht so begnadete Designer?

    Aber ist das beim iPhone anders? Wie gestaltet man dort seinen Bildschirm?

    @MMI: Den Schuh, den du mir da hinhältst (dass Mechaniker gerne dem Reiz des Market-Timings verfallen) ziehe ich mir gerne an - in meinem Fall stimmt das ja wirklich. Aus eigener Erfahrung würde ich aber behaupten, dass diese Tendenz zum Market-Timing nicht dem mechanischen Investieren als solchem entspringt, sondern eher der Langeweile, also dem Mangel an Thrill, da mechanisches Investieren keinen Thrill bereit hält. (Außer natürlich bei der Entwicklung des Regelwerks - dort liegt die eigentliche Arbeit.)


    Dein Bekannter scheint an intellektuellen Kapriolen aber eher nicht interessiert zu sein, sondern eher an Delegation der Anlage-Entscheidungen und an langfristig verlässlicher Überrendite - im Zeitraum von Jahrzehnten! Damit ist er m.E. sehr wohl der Ideal-Kandidat für mechanisches Investieren - so lange er Herumspielen am mechanischen Regelwerk aus schierer Langeweile vermeiden kann.


    Diese Einschätzung basiert natürlich nur auf deinen wenigen Sätzen zum Sachverhalt - ich kenne den Mann ja nicht...

    @MMI: Ich bin da ganz bei Compounder: Wenn dein Bekannter das Emittenten-Risiko von ETFs scheut, und wenn er nicht schlafen kann, weil ihm das Management von Fonds u.dgl. suspekt ist, dann soll er halt selbst investieren - nach einfachen, aber erfolgreichen Regeln. Eigentlich ist dein Bekannter ein klassischer Kandidat für mechanisches Investieren.


    Ich würde ihm die Dogs of the Dow-Strategie vorschlagen, wobei man Dow beliebig um DAX, Eurostoxx, Nikkei usw ergänzen kann.

    Die Vorteile: Eine Überrendite ist gut belegt, der Zeitaufwand pro Jahr ist minimal, die Daten sind leicht zugänglich, die Ursache für schlechte Jahre lassen sich auf die Strategie abwälzen, die Kosten sind am untersten Ende, und er kann sich für das aktive Stiftungs-Management eine angemessene Aufwandsentschädigung auszahlen lassen.

    Gibt es dafür eigentlich einen rationalen Erklärungsansatz?

    Hussman hat diesem Phänomen Ende Dezember einen eigenen Zwischen-Kommentar gewidmet und seine Leserschaft auf solche Kurssprünge vorbereitet:


    https://www.hussmanfunds.com/comment/observations/obs181226/


    Meist wird der Begriff "Technische Reaktion" verwendet. Nachdem das aus dem Arsenal der Chart-Techniker stammt, muss man zur rationalen Erklärung wohl in die Tiefen der Psychologie und der self-fulfilling prophecies abtauchen, also ins Irrationale.

    Ich denke mal, wenn Buffett mit einem iPhone rumläuft, dann hat das den gleichen Grund, aus dem er in der Öffentlichkeit Cola trinkt und Hamburger isst: Er macht Werbung für seine Investments.


    Privat ist er ja eher frugal veranlagt, und da passt Apple überhaupt nicht zu seinem normalen Lebens-Stil. Dort ist er eher in einer Liga mit Ingvar Kamprad, dem IKEA-Gründer, der seine Klamotten auf dem Flohmarkt gekauft hat und nen gebrauchten Volvo gefahren hat. Wenn es jemand gibt, der die Opportunitäts-Kosten von Luxus beachtet, dann ist das WB.

    Die Deutsche Umwelthilfe kann sicherlich minutiös vorrechnen, wie viel Feinstaub und Stickoxide durch dieses Feuerwerk frei gesetzt wurden, und wie viele Hunderte Todesfälle das in London verursacht hat. (Dank der bewährten LNT = Linear No Threshold - Hypothese).


    Trotzdem Euch allen ein Gutes Neues Jahr ;o)

    Welche Screener verwendest Du aktuell? Und welche Sektoren/Länder hast Du im Blick?

    Hallo woodpecker, zu deiner Frage: Ich verwende zur Zeit den ValueSignals-Screener. Der war seinerzeit etwas günstiger als der Quant Investing Screener, den ich ansonsten für gleichwertig halte.


    Bei den Sektoren schließe ich nichts aus, d.h. ich behandle alle Sektoren "gleichberechtigt".


    Bei den Ländern habe ich zwei Screenings angelegt: Ein Screening mit den Ländern, in denen ich direkt über Comdirect handeln kann; das Screening beinhaltet small-caps ab 50 mio € Börsenkapitalisierung. Beim "Rest der Welt" muss die Kapitalisierung deutlich höher sein, in der Hoffnung, dass ich Konzerne erwische, die auch in Frankfurt usw handelbar sind. Die Länder-Einteilung ist also rein pragmatischer Natur (Handelbarkeit), nicht wegen irgendwelcher Präferenzen.


    Gruß, witchdream

    Moin woody,


    danke für die Nachfrage - freut mich :o)


    Bin ja seit gut 4 Jahren abstinent an der Börse und warte auf eine richtig knallige Einstiegs-Gelegenheit. Bis dato war mein Ausstieg in 2014 noch keine besonders gute Idee, aber ich fange wieder an, die Kurse zu beäugen und ab und zu den Screener anzuwerfen. Hin und wieder juckt es in den Fingern. Das "Problem" dabei: Von einer Bereinigung der Überbewertung im Leit-Markt USA (welche mich aussteigen ließ) sind wir nach wie vor weit entfernt.


    Ich sitze immer noch auf einer satten Überrendite zum CDAX (der müsste immer noch mehr als 70% steigen, um auszugleichen) und habe keine finanziellen Probleme, wenn ich noch ein paar Jahre abwarte. Aber ich würde mich schon ganz gerne wieder ins Getümmel stürzen - so ist das alles ziemlich langweilig bis frustrierend. Dumm nur: Wenn die Situation kommt, die ich mir wünsche, dann werden die aktiven Depots hier im Forum ziemlich leiden - auch keine schöne Vorstellung. Kostolany hat dieses Dilemma von Baissiers mal sehr schön beschrieben.


    Hussman rechnet in den USA beim S&P500 mit einem Rückgang um gut 50% vom Top - das ist so etwa meine Zielmarke. Wenn Trump so ein Trampel ist, wie man überall liest, sollte dieses Kursziel nicht übermäßig ambitioniert sein ;o)


    Kann also sein, dass meine Lust am Börseln demnächst wieder ansteigt.

    Nochmal zurück zur Immobilien-/Mieter-Diskussion:


    - Wenn die Mieten in gewissen Ballungsräumen obszön hoch aussehen und es nach Miethaien stinkt:

    - Dann läge es doch nahe, als Investor ebendort zu investieren, oder? Die Rendite für Miethaie ist ja per definitionem immens (ansonsten wären es keine Miethaie, sondern Wohltäter...)

    - Man könnte ja als fairer Vermieter deutlich billiger vermieten als die Miethaie, hätte dann immer noch eine ordentliche Rendite und zusätzlich das gute Gefühl, ein sozialer Wohltäter zu sein.


    Kennt einer von Euch irgend jemanden, der diesen Ansatz erfolgreich praktiziert? Ich würde mich da gerne dran hängen, wenn es profitabel machbar ist.

    Spielen wichtige Marktteilnehmer jetzt ein Deflationsszenario?

    Bin gerade am Wochenend-Schmökern und über deine Frage gestolpert. Was mir dazu spontan einfällt: Als die Zinsen sanken, hieß es, dass das gut für Gold ist, weil Gold keine Zinsen abwirft - so dass bei sinkenden Zinsen der Rendite-Vorteil von Anleihen gegenüber Gold abnimmt.


    Jetzt haben wir tendenziell steigende Zinsen. Also steigende Attraktivität von Anleihen gegenüber Gold - falls dieses Erklärungsmuster stimmt.

    Ich bin weiter der Ansicht dass einige hier die Tatsachen versuchen zu ignorieren:

    Nämlich dass Deutschland seit mehreren Jahrzehnten bereits ein Einwanderungsland IST und das auch bleiben wird.


    Da hast du mich - glaub ich - missverstanden. Mein Punkt oben war, dass laut UN die Bevölkerungsexplosion bereits gestoppt ist. (Die Zahl der Kinder im Jahr 2100 weltweit wird nicht höher sein als heute.)


    Vielleicht sollten wir uns von dem kolonialistischen Gedanken lösen, dass wir unsere Zukunftsprobleme dadurch lösen können, dass wir ein paar Afrikaner einreisen lassen, die uns dann die Drecksarbeit erledigen (wie z.B. die Pflege unserer Eltern - sorry für diesen Seitenhieb).


    So gesehen sollten wir äußerst scharf sein auf Einwanderung, was die Arbeitgeberverbände ja auch sind. Aber halt auf Einwanderer, die hier für den Arbeitsmarkt nützlich sind. So, wie das die USA, Kanada, Australien und Japan bereits seit Jahren praktizieren.


    Parallel dazu haben wir die humanitäre Verpflichtung, gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention und dem deutschen Asylrecht Schutzbedürftige zu beherbergen und ihnen zu helfen - keine Frage.


    Was m.E. gerade aus dem Ruder läuft, ist eine übermäßige Anzahl an Einwanderern, die weder das eine noch das andere Kriterium erfüllen.

    Löst aber nicht die Frage wer bei sinkendem Nachwuchs die Dienstleistungen und körperlichen Arbeiten erbringt.


    Das ist ein einfaches Problem: In der Tat dann doch die Maschinen / Automation / Künstliche Intelligenz. Der entscheidende Punkt für die Rentenfinanzierung ist dann aber die Besteuerung dieser maschinellen Leistung, also eine Maschinensteuer.


    Früher wurde der Ersatz von menschlicher Leistung durch Maschinen als Bedrohung für die Arbeiter angesehen https://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenstürmer. Diese Bedrohung wird sich in den nächsten 80 Jahren erledigt haben, da die Zahl der Kinder im Jahr 2100 weltweit nicht höher sein wird als heute (UN-Daten, präsentiert von Hans Rosling, Schweden). Das Problem wird also in Zukunft nicht mehr darin bestehen, Arbeit für eine immer weiter wachsende Weltbevölkerung zu erhalten oder zu erfinden, sondern das Leben der zukünftigen Erdbewohner mit leistungsfähigen Maschinen immer angenehmer zu gestalten.


    Wenn ich mir anschaue, welche Umwälzungen es in den letzten 50 Jahren an Automation gegeben hat (seit ich das halbwegs bewusst verfolgt habe), dann bin ich extrem zuversichtlich, dass gerade die "niederen" Arbeiten weitgehend automatisiert werden. Beispiel: Bei uns im Hamburger Umland fahren die Müllautos noch mit 3 Mann Besatzung: ein Fahrer und zwei "Mülltonnen-Schieber". Auf Mallorca erledigt die gleiche Arbeit ein Fahrer und ein intelligentes Mülltonnen-Erkennungs-System, das die Tonnen greift, leert, und wieder abstellt. Auch die Hundertschaften an Hilfsarbeitern auf dem Bau sind verschwunden, die früher frisch angerührten Beton in Schubkarren über Holzplanken zur Einsatzstelle bugsierten. Das erledigen heute fernbediente Leitungssysteme, die direkt vom Betonmischerfahrer bedient werden. Vom Verschwinden der Stenotypistinnen, Rohrpostentleerer und -Verteiler und ähnlicher Bürojobs will ich gar nicht erst anfangen. Und die Abschaffung der Taxi-, LKW- und Busfahrer kann man gerade live in Zeitlupe miterleben.


    Kurz gesagt: ich denke, ein Großteil der mühseligen Arbeiten wird besser und billiger von Maschinen erledigt werden. Wenn diese Maschinen angemessen besteuert werden, wird auch bei einer schrumpfenden Bevölkerung die Finanzierung der Renten kein Problem sein.


    Das Demographieproblem staatlicherseits ernsthaft anzugehen, wurde im Nachkriegs-Deutschland wegen den immer noch nachwirkenden unsäglichen Nazis schon immer unterlassen.


    Auf die Gefahr mich zu wiederholen: Einwanderung in die Sozialsysteme (die Asylkiste) schafft keine Rentenzahler sondern belastet nur die Leistungsträger noch mehr.


    Lando : Zustimmung zu deinem zweiten Absatz.


    Und zum ersten Absatz: Es wäre m.E. kein Problem, wenn die hiesige Bevölkerung auf die Menschenzahl schrumpfen würde, die hier vor - sagen wir mal - 100 Jahren gelebt hat. Bevölkerungszuwachs ist ja kein erstrebenswertes Ziel an sich - man denke nur an den Parkplatzmangel ;o)


    Was wir haben, ist ein Rentenproblem. Aber dafür gibt es sicherlich auch andere Lösungen, als mehr zu schnackseln.


    Ich fürchte, da verwechselst du den Leiter der Tafel (Herrn Sartor) mit einem neuen "Tafel-Kunden", der nach 20 Jahren aus der Dom-Rep zurück nach DE gekommen ist. Einfach nochmal den ersten Absatz des SZ-Artikels lesen:


    Zitat

    Ein Mittwoch morgen im April, Jörg Sartor und seine beiden Kollegen von der Essener Tafel nehmen neue Kunden auf: Ein älterer Mann ist an der Reihe, er hat 20 Jahre in der Dominikanischen Republik gelebt und Kopierer repariert, »da gibt es ja keine Techniker«. Als er zurück nach Deutschland kam, fand er keine Arbeit mehr. Und seine ehemalige Heimat erkannte er auch nicht wieder. »Früher hatt’ste an jeder Ecke einen Bekannten, aber die sind alle weg. Überall Ausländer. Wenn Du auf die Namensschilder der Häuser schaust, nur noch Ausländer.« Die Skatrunde, die Büdchen. »Gibt’s alles nicht mehr.« Der Fleischer, der Bäcker an der Ecke. Alles weg. »Manchmal fühl ich mich hier gar nicht mehr zuhause hier«, sagt der Mann. »Wem sagen Sie das«, sagt Sartor.



    Herr Sartor darf dir also ruhig weiterhin sympathisch sein ;o)