Beiträge von witchdream

    Ein Anlegerbrief vom Februar 2025 zur damaligen Antimon-Situation, mit Hintergrund-Infos und 3 Anlage-Ideen, bei denen es aber eher um die Versorgung mit Antimon-Rohstoff geht - weniger um die hightech-Verarbeitung wie bei Nihon Seiko. Eine der Ideen ist Campine, die ich oben erwähnt habe. (Campine scheint mit Antimontrioxid hauptsächlich für die Feuereindämmung wichtig zu sein, weniger für die highend-Anwendungen.)

    https://fawkescm.com/wp-content/uploads/2025/02/2025.01.17-Antimony.pdf

    Bei der Suche nach Rohstofffirmen bin ich über den Japaner Nihon Seiko (ISIN JP3721000002) gestolpert. Das ist ein japanischer Microcap (90 mio €) mit extremem Fokus auf die Herstellung von Antimon und dessen chemischen Derivaten. Das Metall Antimon wird vor allem als Flammenschutzmittel bei Kunststoff eingesetzt, sowie als Katalysator für PET, bei der Batterieproduktion und bei Spezialglas für Solarpanele oder TV-Geräte. Obwohl dieser Breitenmarkt eigentlich von China dominiert wird, hat NS in Japan hier einen Marktanteil von 70%.

    Seit August 2024 spielt der gesamte Antimon-Markt verrückt: China hat - nach Trumps Zöllen - einen zeitweisen Exportstop verfügt, was bis Juni 2025 die Antimon-Preise (und die Gewinne von NS) explodieren ließ. Nach einer Lockerung implodierten die Preise wieder, und der Kurs von NS brach um zwei Drittel ein. Momentan ist der Markt damit beschäftigt, diese ganzen Verwerfungen einzupreisen. Der Kurs von NS hält sich seit zwei Monaten stabil, und die heutigen Q1-Zahlen bestätigten die Prognose für das GJ 26/27. So weit, so gut.

    Richtig spannend wird die Kiste erst, wenn man erfährt, dass einige hochreine Antimon-Derivate in zwei Schlüsselindustrien unverzichtbar sind: Für die Elektronik- und für die Rüstungsindustrie. Politisch hochbrisant, und durchaus vergleichbar mit der Schlüsselstellung, welche die Seltenen Erden einnehmen. Noch brisanter wird die Chose, wenn man erfährt, dass weltweit (außerhalb von China) nur drei Unternehmen existieren, die diese Derivate herstellen können: Laut KI Nihon Seiko, Campine (Belgien) und USAC (USA). NS hat hier in Asien (ex China) einen Marktanteil von über 60%. Der Export dieser high-end-Substanzen wird von China immer noch verboten, und die westlichen Abnehmer werden den Teufel tun, sich hier von China abhängig zu machen. Die USA, die EU und Australien haben deshalb bestimmte Antimon-Verbindungen auf die Liste der strategischen Rohstoffe gesetzt.

    Bingo.

    Die Firma wird von KEINEM (!) Analysten gecovert, es gibt keine Kursziele. Die Kennzahlen sind wegen der Verwerfungen stark verzerrt (auf Basis der 2025er Zahlen ultrabillig), aber der aktuelle Kurs dürfte sich an der Management-Prognose für 2026/27 ausrichten. Letztere sieht die KI wiederum als sehr konservativ an, und m.M.n. ist hier die offengelegte strategische Bedeutung der Firma in keiner Weise berücksichtigt.


    Kurz gesagt: Ich leg mir die Aktie ins Depot und harre der Dinge, die da kommen werden.


    Hier der Chart ab Sommer 2024 (inclusive der heutigen Q1-Zahlen):

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    Hier ein Link zum Q1-Bericht (übersetzen lassen): https://finance.biggo.jp/news/jpx_tdnet_140120260805510705

    Hier die englische Homepage: https://www.nihonseiko.co.jp/en/

    Hier der belgische Wettbewerber Campine: https://www.campine.com/

    Details zum militärischen Einsatz (KI):

    Zitat

    Nihon Seiko deckt in seinem Produktportfolio alle drei militärisch relevanten Produktkategorien ab:

    1. Antimontrisulfid (Sb2S3) – Zündhütchen & Pyrotechnik

    Nihon Seiko stellt synthetisches Antimontrisulfid her. Anders als Roh-Erze bietet die synthetische Variante eine sehr gleichmäßige chemische Reinheit und exakte Partikelgrößensteuerung:

    • Spezifikation: Reinheit $\ge 98,0\,\%$ ($\text{Sb}_2\text{S}_3$), geliefert in feinsten Mahlgraden (Grades P2 bis P5, wobei Grade P5 zu $\ge 99,5\,\%$ kleiner als $45\,\mu\text{m}$ ist).
    • Militärischer Einsatz: Nihon Seiko nennt den Einsatz in Spreng- und Zündmitteln (wie Munitions-Zündhütchen, Anzündsätzen, Sprengschnüren, Signalmunition und Pyrotechnik) explizit im eigenen Datenblatt.

    2. Antimonmetall für Legierungen (Sb) – Munition & Hartblei

    Das Unternehmen liefert elementares Antimonmetall in verschiedenen Erscheinungsformen (als Barren/Lumps, Schrot/Shots und Pulver):

    • Spezifikation: Mindestreinheit +99,0% (Grades METAL-N, METAL-P, METAL-S).
    • Spezialprodukt: Kupfer- und Antimon-Metallpulver speziell für elektrische Detonatoren (electric detonators).
    • Militärischer Einsatz: Grundmaterial zur Härtung von Blei für Geschosskerne, Munitionslegierungen und Spezial-Gusslegierungen.

    3. Hochreines Antimonmetall – Sensorik & Halbleiter

    Für High-Tech- und Rüstungselektronik führt Nihon Seiko die Produktlinie METAL-H:

    • Spezifikation: Reinheitsgrade von 3N (99,9 %) über 4N (99,99 %) bis hin zu 5N (99,999 % / Electronic Grade).
    • Militärischer Einsatz: Ausgangsmaterial für III-V-Verbindungshalbleiter (wie Indiumantimonid), optoelektronische Sensoren, Thermoelemente und Infrarot-Suchköpfe.

    Strategische Bedeutung

    Dass Nihon Seiko nicht nur einfache Oxide liefert, sondern synthetisches Sulfid (Sb2S3) sowie 5N-Hochreinheits-Antimon am Standort Japan herstellt, macht das Unternehmen zu einem der wenigen Verarbeiter außerhalb Chinas, die für die westliche Rüstungs- und High-Tech-Lieferkette direkt einsatzfähige Spezialqualitäten bereitstellen können.


    Futuristik zu potenziellen Einsatzgebieten (KI):

    Zitat

    Antimon wird derzeit in mehreren technologischen Zukunftsfeldern diskutiert, in denen seine physikalischen und chemischen Eigenschaften Schlüsselprobleme lösen können:

    1. Netzspeicher & Flüssigmetall-Akkus (Liquid-Metal Batteries)

    • Anwendung: Flüssigmetall-Batterien (z. B. Magnesium-Antimon oder Calcium-Antimon, entwickelt u. a. vom MIT-Spin-off Ambri) für die stationäre Speicherung von Wind- und Solarstrom im Stromnetz.
    • Vorteil: Die Schichten trennen sich aufgrund unterschiedlicher Dichten bei hoher Temperatur flüssig von selbst. Sie bieten extrem lange Lebensdauern (tausende Zyklen ohne Kapazitätsverlust) bei niedrigen Herstellungskosten im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkus.

    2. Phasenwechselspeicher (Phase Change Memory / PCM) für KI

    • Anwendung: Reines, monatomares Antimon wird von Forschern (u. a. IBM Research und RWTH Aachen) als Material für ultraschnelle, nicht-volatile Speicherchips untersucht.
    • Vorteil: Antimon kann extrem schnell zwischen einem kristallinen (leitfähigen) und einem amorphem (isolierenden) Zustand wechseln. Dies ermöglicht die Miniaturisierung von Speicherzellen für In-Memory-Computing und neuromorphe Chips (KI-Hardware) bei sehr geringem Energieverbrauch.

    3. Tandem-Solarzellen (Antimon-Selenid / $\text{Sb}_2\text{Se}_3$)

    • Anwendung: Dünnschicht- und Tandem-Photovoltaikmodule nutzen Antimon-Selenid als Absorbermaterial.
    • Vorteil: Im Vergleich zu bisherigen Silizium- oder Perowskit-Ansätzen ist Antimon-Selenid ungiftig, extrem stabil gegen Umwelteinflüsse und absorbiert ein breites Spektrum des Sonnenlichts, um höhere Gesamtwirkungsgrade zu erzielen.

    4. Hochgeschwindigkeits-Halbleiter & Infrarotsensorik

    • Anwendung: III-V-Verbindungshalbleiter wie Indiumantimonid ($\text{InSb}$) oder Galliumantimonid ($\text{GaSb}$).
    • Vorteil: $\text{InSb}$ besitzt eine der höchsten Elektronenbeweglichkeiten aller bekannten Halbleiter. Es ist unersetzlich für extrem schnelle Transistoren, Quantenmaterialien sowie modernste Infrarot- und Wärmebildsensoren (sowohl in der Medizintechnik als auch in der Luft- und Raumfahrt sowie Rüstung).

    Unsortierte Sammlung von Links:

    https://www.icis.com/explore/resour…ioxide%20prices.

    https://apaengineering.com/compliance-blo…on%20Industries.

    https://www.imarcgroup.com/antimony-prici…ely%20unchanged.

    https://strategicmetalsinvest.com/antimony-prices/#:~:text=These%20measures%20led%20to%20sharp%20reductions%20in,by%2Dproduct%20mining%20or%20specialised%20refining%20capacity%2C%20regulatory

    Expect Supply Chain Impacts from China’s Antimony Export Restrictions
    China’s antimony export restrictions could disrupt many global supply chains. Learn how Exiger can help mitigate risk and ensure resilience.
    www.exiger.com

    https://www.crugroup.com/en/communities…n%20June%202025.

    https://news.metal.com/en/newscontent…mestic%20supply.

    https://www.stockopedia.com/share-prices/nihon-seiko-co-TYO:5729/#:~:text=5729%20%E2%80%94%20Nihon%20Seiko%20Co%20Share%20Price.,Volume%20Change%20(%25)%2010d%2F3m.%20%2D39.56%25%20Price%20vs

    SunSirs: The Antimony Ingot Market in 2025 Ended with Fluctuations at High Levels, and Here Is the Market Outlook for 2026

    https://businessanalytiq.com/procurementana…to%20Catch%20Up.

    https://www.weforum.org/stories/supply…ous%20liability.

    https://www.oceanchemgroup.com/news/global-di…re%20production.

    DIe Firma ist substanzstark, aber der Weg zur Substanz ist für Minderheitsaktionäre tendentiell versperrt aktuell.

    Hehe, das ist elegant formuliert. Als Kleinanleger wirst du da keinen Stich machen können, außer du spekulierst auf eine "Abfindung" auf dem Klageweg. Der neue Großaktionär hat aber schon den bisherigen CEO und den bisherigen AR-Vorsitzenden rausgedrückt. Ich würde die Finger davon lassen.

    Warum der Ölmarkt relativ entspannt wirkt?

    Vielleicht einfach aus der Gewissheit heraus, dass bei einem starken Preisanstieg das Angebot steigen und gegensteuern würde (oder es bereits tut?).

    Beispiel: Die Zahl der aktiven US-Bohrlöcher liegt gerade mal bei einem Viertel vom Höchststand 2014. Da wäre noch viel Luft nach oben.


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    Boaahh, da hab ich ja mit #1.383 eine düstere Diskussion losgetreten - das war eigentlich nicht meine Absicht.

    Als Feedback zu meiner Frage und den Antworten (nochmals danke an alle!):

    Ich habe jetzt erst mal eine doppelte Portion (d.h. 4% vom Depot) als Xetra-Gold gekauft. Dazu kommen nochmal 4% über zwei Goldminen (die bereits gepostete B2Gold und eine australische Mine, die ich nach Kaufbestätigung vorstellen werde).

    Das geht dann schon mal Richtung 10% Gold-Exposure, die oft empfohlen wird.

    Der Knackpunkt in der Diskussion hier scheinen mir Katastrophenszenarien zu sein, wo man dann die Goldbarren als Notwährung ausbuddelt. Da kann Xetra-Gold natürlich nicht mithalten, weil in so einem Szenario die Auslieferung von Xetra-Gold nicht mehr funktionieren dürfte. Aber ok, da würde ich dann vermutlich meinen Garten monetarisieren und Kartoffeln anbauen ;)

    Nichtsdestotrotz bin ich durchaus ein Fan von worst-case-Szenarien, und zwar genau deshalb, weil man dann feststellen wird, dass es eigentlich gar nicht so knüppeldick kommen kann, dass man handlungsunfähig wird. Außer, natürlich, man erleidet einen Schlaganfall größeren Ausmaßes... Irgendwas ist immer...

    Mal wieder eine "Big Picture" Präsentation von TheMarket, frisch von gestern.

    Beherrschende Themen sind

    1. die Straße von Hormuz
    2. die erwartete Geldpolitik der FED
    3. die KI-Blase bei Hyperscalern und "Schaufelverkäufern"

    Alle drei Punkte laufen aktuell nicht zugunsten der Aktien-Börsen, auch wenn Mark Dittli am Ende der KI-Blase eine Umschichtung in "Value-Aktien" erwartet (v.a. Healthcare und Staples). Jedenfalls sehenswert:

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    Ein hoher Ölpreis kann durchaus gewollt sein.

    Ja, hab ich auch schon überlegt. Ich hab ja im Januar nach dem Venezuela-Coup von Trump meine Öler verkauft, weil Paul Krugman überzeugend dargelegt hat, dass der Ölpreis bei 62 USD gedeckelt ist - das ist der Break Even für US-Fracker, und die Venezuelaner bräuchten einen Ölpreis von 80 USD.

    Und jetzt? Jetzt könnte die Venezuela-Öler auf einmal profitabel produzieren, "dank" Iran.

    Schöne Verschwörungstheorie, aber die resultierende Inflation passt natürlich gar nicht ins Bild - an der hat Trump keinerlei Interesse.

    Erst mal vielen Dank für euere Tipps und Anregungen. Die helfen auf jeden Fall schon mal, die Gedanken zu sortieren.

    Beim Thema "physisches Gold" bin ich eher skeptisch - es gab genug Fälle von gefälschten Barren, und ich würde schlechter schlafen, wenn ich auch nur ansatzweise Ansgt vor einem Raubüberfall hätte. Da fände ich die Lösung von Acheron in Liechtenstein oder eben die theoretische Lieferbarkeit von Xetra-Gold beruhigender.

    Zum Thema staatliche Repression / Enteignung / Besteuerung etc: Klar, das ist denkbar. Das würde aber m.E. peu à peu, mit Salamitaktik eingeführt. Selbst wenn man da mit 10% zur Ader gelassen wird, bleibt noch genug Zeit, um geordnet den Wohnsitz zu wechseln.

    Thema Gold als Investment: Ja, das ist m.E. der Knackpunkt. Wenn die Aktien momentan günstig bewertet wären und/oder wenn Cashbestände so stabil wären wie der Schweizer Franken, dann würde sich das Thema Gold gar nicht stellen. Dann hätte ich derzeit nicht 45% Cash und Sorge um dessen Werthaltigkeit. Anders formuliert: Mein Bauch sagt mir, dass von Aktien und Cash momentan größere Risiken als von Gold ausgehen oder dass es zumindest Sinn macht, im Depot ein drittes Standbein zu haben.

    Thema Gold als Spekulation: Auch interessant, zumal ich Gold nicht zwingend bis ans Ende der Zeit halten will. Wenn Aktien supergünstig sind, würde ich umschichten. Ein günstiges Umfeld für Gold wären (laut KI):

    • negative Realzinsen (also Inflation > Leitzinsen),
    • hohe Inflationserwartung und
    • schwacher US-Dollar.

    Inflation dürfte gerade im Anrollen sein, solange der Irankonflikt auch nur schwelt und solange Raffinerie-Kapazitäten fehlen.

    Hohe Zinsen werden die Regierungen mit allen Mitteln verhindern wollen - die meisten stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand.

    Und ein schwacher Dollar ist ein inoffizielles Ziel von Trump, wegen der dortigen Haushalts- und Wirtschafts-Defizite.

    Kurz gesagt: Das Makro-Umfeld spricht m.E. für Gold, der kurz-/mittelfristige Chart (noch) dagegen.

    So würde ich meine aktuellen Überlegungen zusammenfassen, aber ich höre mir gerne Gegenargumente an...

    Ich bin ernsthaft am Überlegen, das erste Mal in meinem Leben Gold als Anlage zu kaufen. Vom Volumen her durchaus die empfohlenen 10 - 20% vom Depotvolumen. Vom Vehikel her liebäugele ich mit Xetra-Gold, v.a. wegen der Steuerfreiheit nach der Spekufrist von 12 Monaten und weil ich andererseits keine Lust habe, mich den Risiken von physischem Gold direkt auszusetzen.

    Bleibt die Frage, wann man am besten einsteigt. Seht ihr bei den aktuell 4.000 USD / Unze einen Boden oder rechnet ihr mit einer weiteren Korrektur?

    Auch für sonstige Tipps und Überlegungen wäre ich dankbar.:*

    Die Frage ist auch, ob man bei Samsung und SK Hynix überhaupt schon von einem Crash sprechen kann, oder ob es noch als kräftige Korrektur gesehen werden kann. Ich bin ja bei beiden leider schon Anfang März ausgestiegen, d.h. ich sehe die Entwicklung so oder so ganz entspannt:

    Samsung:

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    SK Hynix:

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    KOSPI:

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    Man muß auch aufpassen, was man mißt.


    Stimmt. Bei der Grafik mit der Überschrift "Value is extremely cheap" sollte man besser schreiben "Expensive stocks are extremely expensive". Der extreme Spread zwischen billig und teuer kommt ja durch die Extremwerte der teueren Aktien zustande. Das sieht man schon daran, dass der Spread in 2009, als es Aktien tatsächlich im Schlussverkauf gab, wesentlich geringer war. Die "Value-Aktien" heute sind garantiert teurer als 2009.Damals waren sie wirklich "extremely cheap".

    Ich sehe da keine große Divergenz im Sinne der Advance/Decline-Linien. Im Gegenteil: Die Zahl der Aktien im S&P 1.500 (sic! 1.500, inclusive der SmallCaps) über der 200-Tage-Linie ist mit 69% reichlich hoch und wiederum oberhalb der abgeleiteten gleitenden Durchschnitte. Das sieht für mich nach einer intakten Aufwärtsbewegung auf breiter Front aus:

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    Zum Thema Masterplan gab es neulich einen ganz lesenswerten Artikel auf den Nachdenkseiten: https://www.nachdenkseiten.de/?p=153241

    Der Artikel ist wirklich lesenswert, auch wenn ich mich frage, wen oder was die Autorin denn "bekämpfen" möchte.

    Aber: Im Widerspruch zu ihrer Behauptung, es gebe keinen Masterplan aus einem Hinterzimmer postuliert sie dann doch ein einziges, entscheidendes Treffen im Hinterzimmer, in dem das politische Ziel festgelegt wurde:

    Zitat

    Das strategische Rahmenkonzept:

    Die National Energy Policy (Nationale Energiepolitik) von 2001, hervorgegangen aus Dick Cheneys Treffen hinter verschlossenen Türen mit den Konzernchefs der Energiewirtschaft, dient hier als Grundlagendokument. Sie formuliert das übergeordnete, langfristige Ziel: den Schwerpunkt der globalen Energieversorgung in die westliche Hemisphäre zu verlagern und die Abhängigkeit von ausländischen Mächten, die nicht immer Amerikas Interessen im Sinn haben, zu verringern.

    Soviel zur Frage in diesem Thread, ob der Irankrieg und das Venezuela-Komplott als energiepolitischer Schachzug zu verstehen sind.

    Ende Juni ist der Abschluss der China-Tochter Precision Tsugami für das GJ 25/26 erschienen, mit einer ordentlichen Präsentation:

    https://www.tsugami.com.cn/media/2333/fy2026-e-0624.pdf

    Das Geschäft in China brummt, mit Umsatzwachstum YoY von +22% und EPS-Wachstum von +43%.

    Auffallend ist, dass das Geschäft mit Auto-Produzenten statt 48% in 24/25 nur noch 29% im letzten Halbjahr beträgt - eine sehr gesunde Verbreiterung der Geschäftsbasis, wobei von allem Lieferungen für KI-Infrastruktur betont werden. Das Geschäft der China-Tochter ist immer noch extrem China-lastig, mit nur 8% Ausfuhren.

    Bei der Mutter in Japan (deren Aktien ich halte) kann man von solcher Transparenz nur träumen - deren IR ist nach wie vor grottig.

    Die MCap der Mutter hat sich YTD von 800 mio€ auf 1,9 mrd€ mehr als verdoppelt. Die japan. Mutter ist jetzt exakt genauso viel wert wie die 67% Beteiligung an der China-Tochter. M.a.W.: Die Bewertungslücke hat sich seit Januar etwas verringert.

    Das KGV der Mutter liegt jetzt bei 22, das KUV bei 2,8, das KBV bei 4,5. Von der Bewertung her kann man über einen Ausstieg nachdenken.

    zu 1) Ich hab sie dir eben per PN geschickt - da geht das.

    zu 2) Gewinner vorab identifizieren? Nope. Ich weiß nur, dass billige bzw. teure Aktien auf Überraschungen asymmetrisch reagieren (teure Aktien leiden stärker unter negativen Überraschungen und billige Aktien profitieren stärker von positiven Überraschungen.) Überraschungen sind aber per definitionem nicht vorhersehbar. Von daher wäre meine Vermutung "Zufallsevents", wie du es nennst. Erschwerend kommt hinzu, dass in einer Depression / bei einem Crash positive Überraschungen Seltenheitswert haben.

    zu 3) Ich sage nicht, "das Top-Quartil musste nur 1% Kursplus liefern", sondern "Selbst mit dem Top-Quartil hast du im Einzelfall nur 1% Kursplus erzielt". Normalerweise wäre ich glücklich, überdurchschnittlich viele Depotaktien im Top-Quartil zu besitzen, aber hier wären in den meisten Fällen Tagesgeld oder Anleihen besser gewesen. Auch auffallend: Von den 86 "Value-Aktien" in der Datenbank haben es nur 18 ins allgemeine Top-Quartil geschafft, d.h. Value war im Top-Quartil eher unter- als überrepräsentiert.

    Das bringt uns insgesamt nicht wirklich weiter. Viel einfacher ist es, Regeln für einen Einstieg mitten im Crash zu entdecken (auch wenn die praktische Umsetzung dieser Regeln mental extrem schwierig ist). Aber: Dafür braucht man mitten im Crash erst mal Cash, und hier kommen wir wieder zur Frage von Joe, wann man am besten verkauft...