Posts by witchdream

    Die Pharmabranche ist ja auch nicht einheitlich zu sehen. Das geht von KI-gestützter Entdeckung neuer Molekül-Varianten in Biotech-Firmen bis hin zu Herstellern von Vitamin-Präparaten für Senioren. Wie chfin und bäs schon erwähnt haben, dürfte die Hoffnung auf ein neues patentiertes Präparat ein Glückspiel sein. Man wird als Außenstehender auch nie die Erkenntnisse erlangen, die firmeninterne Marktforschungsabteilungen mit sündhaft teuren IMS-Zahlen erarbeiten.


    Der Ansatz von woodpecker , "maximal ausgebombte Werte" zu kaufen und auf positive Überraschungen zu hoffen, scheint mir auch am erfolgversprechendsten zu sein. Das war genau der Ansatz, wie ich auf Gedeon Richter gestoßen bin. United Laboratories International aus Hong Kong wäre auch ein Kandidat, wenn man das China-Risiko nicht scheut: Die machen Pharma-Rohstoffe, Billig-Generika und Veterinär-Präparate für den Massenmarkt in China mit KGV 5,5, KUV 1,1, KBV 1,2 und 6,3% Dividende, forschen aber parallel an eigenen Wirkstoffen mit Überraschungspotenzial und expandieren international: http://ir.tul.com.cn/en/ir/home.php / Firmenstrategie: https://doc.irasia.com/listco/…ab/cpresent/pre240327.pdf

    Interessanter Überblick von Verdad, welche Strategien grundsätzlich geeignet sind, um eine Überrendite zu erzielen:


    https://mcusercontent.com/6750…2.IF.VerdadCurriculum.pdf


    Ich habe die theoretischen Grundlagen erst mal ausgelassen und bin sofort zur Umsetzung in Kapitel 5 gesprungen. Zu den einzelnen Strategien gibt es weiterführende, hausinterne Artikel von Verdad. Aber schon in den Zusammenfassungen finden sich interessante Details, welche Indikatoren jeweils verwendet werden können und vor allem, wie das optimale Timing für jede Strategie aussieht - z.B. bei Krisen-Investments.


    Wie gesagt: Ich bin noch nicht sehr weit vorgedrungen, bin aber sicher, dass sich hier ein paar praktikable Anregungen finden.

    Ich denke da zB am Pfizer, die schon echt arg billig sind?


    Was meinst du.

    Schnell-Check bei Simply Wallstreet:

    - Machen Verlust; KGV-Schätzung für 2024: ca. 20

    - Divi wird aus der Substanz bezahlt

    - Verschuldung hoch und steigt


    --> nicht mein Beuteschema, ohne die Produkt-Pipeline gecheckt zu haben.


    Aber ok, so richtig billig ist Big-Pharma selten. H.Lundbeck war mir neulich als günstig aufgefallen (MidCap, Neurologie, DK, Stiftung. Vorsicht: 2 Aktientypen (A und B)).

    Quote

    Das Gesetz sieht vor, dass die Behörden des Bundesstaats bis Mitte Januar 2026 einen Bericht über die Gesamtkosten vorlegen, die durch den Ausstoß von Treibhausgasen seit 1995 in Vermont entstanden sind. Berücksichtigt werden sollen die Folgen auf die Gesundheit, die Natur, Landwirtschaft und auch die wirtschaftliche Entwicklung. Mithilfe von Emissionsdaten soll eine Behörde dann festlegen, wie groß der Anteil von bestimmten Konzernen an der Verursachung dieser Folgewirkungen ist.


    Wenn die Behörden den Job ernst nähmen, dann müssten sie nicht nur schädliche Auswirkungen der Öl-Industrie betrachten, sondern auch die nützlichen. Zum Beispiel, wo Vermont heute stünde, wenn die Industrie in den letzten 30 Jahren kein Benzin oder keinen Dünger hergestellt hätte. Aber vermutlich geht es nur um Abzocke der Industrie, wie so oft. Ich sehe das mittlerweile als echtes Anleger-Risiko, zunehmend auch in der EU.


    Danke für den Hinweis wisi !

    ja, die Baufirmen machen momentan Spaß😋


    Der Kurssprung von Heijmans gestern war von hohen Umsätzen begleitet - ähnliche Muster waren in den letzten Monaten zwei oder drei mal zu beobachten. Vermutlich saugt sich da jemand voll. Übernahme???


    Ich habe für mich (generell) ein mentales SL-System beschlossen und lass die an der langen Leine.


    Porr hat heute eine Gewinnverdoppelung in Q1 gemeldet, aber die sind noch unterm Radar.

    Die nachgelagerte Versteuerung kannst du durch Buy&Hold auch abbilden - das stimmt absolut.

    Allerdings hat man dadurch nicht die Flexibilität des Umschichtens (bei dir "Jätens" genannt) zu günstigen steuerlichen Bedingungen!

    Jau, irgendjemand (MacFaber?) hatte das mal als 'Buy & Weed' bezeichnet, was mir gefällt. Ich mach das ja gerade das erste Mal, seit ich vor knapp 5 Jahren wieder in den Aktienmarkt eingestiegen bin. Bis jetzt läuft das ganze steuerlich völlig neutral (soll heißen: Gewinnsteuer = Null), weil ich parallel zu jeder Gewinnposition eine entsprechende Menge an Nieten verkauft habe. Das Ganze fühlt sich hervorragend an, weil ich mir die ganzen Verlustbringer nicht mehr ansehen muss... ;o) Und es heißt ja immer: Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.


    Das nur nebenbei. Ansonsten erst mal herzlichen Dank, dass du dein erworbenes Fachwissen hier so freizügig mit allen teilst. Grundsätzlich gebe ich dir völlig recht, dass Investieren und Steuern immer als Tandem betrachtet werden sollten - das versuche ich seit jeher auch. Klar ist auch, dass jeder in einer anderen steuerlichen Situation ist. Mir persönlich wäre das Verhältnis von (meinem) Aufwand zu (meinem) Nutzen zu hoch, aber das kann bei dir natürlich ganz anders aussehen. Also lass dich nicht beirren... ;o)

    Noch ne Überlegung - bitte korrigiert mich, wenn ich etwas übersehe:


    Wenn ich Zek richtig verstehe, ist der Hauptzweck der ganzen Übung ein verbessertes Compounding durch nachgelagerte Versteuerung, wobei die nachgelagerte Versteuerung letztlich sogar etwas höher ist als z.B. die Abgeltungssteuer.


    Die nachgelagerte Versteuerung kann man doch auch durch simples Buy & Hold erreichen, indem man Aktien oder thesaurierende ETFs jahrzehntelang im Depot belässt. Jetzt kommt vermutlich der Einwand, dass man als Antizykliker ja eine Überrendite zum Gesamtmarkt erzielt (bzw. erzielen will). Dann reduziert sich der Sinn der Aktion aber letztlich auf die steuerliche Behandlung eben dieser Überrendite - um die Gesamtmarktrendite verzögert zu besteuern, braucht es das Konstrukt nicht. Außerdem kann man argumentieren, dass die antizyklischen Value-Portfolios empirisch selbst bei einer Haltedauer von 8 Jahren noch eine Value-Prämie bringen.


    Kurz gesagt: Wenn man von Hin & Her auf Buy & Hold umstellt, hat man mindestens einen Gutteil der GmbH-Vorteile, aber ohne die damit verbundenen Kosten und Mühen.

    Außerdem bin ich unsicher was die Versteuerung in der Zukunft angeht. Bleibt es bei den günstigen 25% Vergeltungssteuer? Nimmt die Versteuerung alleine schon wegen der nicht an die Inflation angepassten Sätze zu? Heute zahlt ja fast jeder die 42%... Wir waren in der Vergangenheit auch schon mal bei über 42% und der demographische Wandel muss finanziert werden.

    Wer weiß was man wirklich mal abdrücken muss, wenn man in 30-40 Jahren ausschütten will?


    Das kann ich nur bestätigen. Ich war an meinem letzten Arbeitgeber mit 12% beteiligt - das war Usus in der Geschäftsleitung. Damals war das keine 'wesentliche Beteiligung' an der Firma - dafür lag der gesetzliche Grenzwert in DE bei 20%. Damit wurde ein Verkaufsgewinn wie ein normaler Kapitalertrag behandelt und war nach einem Jahr (Spekufrist) steuerfrei.


    Soweit die Theorie. In der Praxis wurde der Grenzwert für eine 'wesentliche Beteiligung' gesetzlich innerhalb von 7 Jahren auf nur noch ein Prozent abgesenkt. Der Verkaufsgewinn musste dadurch voll versteuert werden. In ähnlichen Fällen wurde durch sämtliche Instanzen dagegen geklagt, mit Hinweis auf den rechtlichen Bestandschutz. Das hat keinem Kläger geholfen - das Procedere des Finanzministers wurde für rechtens erklärt.


    Mein Vertrauen in die Steuerfairness der Behörden und die Gerichtsbarkeit ist seitdem nachhaltig erschüttert. Wenn es opportun ist, ändert der Gesetzgeber Steuerschlupflöcher ohne viel Federlesen und erfährt gerichtliche Rückendeckung. Gerade bei so langfristigen Steuerkonstrukten würde ich das nicht unterschätzen.

    Aus Sicht von verheirateten Privatiers, mit Einnahmen ausschließlich aus Kapitaleinkünften, sieht es so aus:


    Per Steuertabelle 2023 fährst du mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 115.000 € besser, wenn du die Steuer individuell veranlagst, als wenn du die Kapitaleinkünfte über Abgeltungssteuer abrechnest. Zum zu versteuernden Einkommen kannst du m.E. noch etwa 20 k€ an steuermindernden Ausgaben (Krankenkasse, Sonderausgaben etc.) hinzurechnen, und erst ab dann wird die Abgeltungssteuer günstiger als die individuelle Veranlagung.


    Wenn man also z.B. 150 k€ p.a. an Dividenden einstreicht, was bei einem Vermögen von 3 mio € machbar ist, und wenn man sich dann wegen 25% Abgeltungssteuer einen Kopf macht, dann sollte man eher über Auswanderung in ein Steuerparadies nachdenken. Z.B. Italien soll da sehr entgegenkommend sein - ich glaube, das Thema hatten wir hier im Forum schon.


    Ich gebe es zu: Ich ärgere mich bei jeder einzelnen Dividendenabrechnung über die Steuerabzüge, und ich habe auch schon über Lösungen wie eine Stiftung nachgedacht. Aber letztlich begibt man sich mit solchen Konstruktionen nur in eine andere Abhängigkeit, verschwendet Zeit, Geld und Energie, und man vergisst bei dieser Gelegenheit, dolce vita zu praktizieren.


    Vielleicht hilft auch die Frage, welchen Steuersatz man denn als angemessen betrachten würde.


    Kurz gesagt: Der Versuch, um jeden Preis Steuern sparen zu wollen, kann einen in des Teufels Küche führen...

    Welchen Sinn hat es, irgendetwas auf den Einstandskurs zu beziehen? Stichwort: Ankereffekt.


    Ihr mit Eurer Shell. Wenn die Bewertung nicht günstig ist, würde ich immer verkaufen... Bei der riskanten, aber hier beliebten GKP warte ich noch auf einen Aufschrieb (Write-up) über die Bewertung.

    Kein Problem. Mit meinem neuen KI-Tool kann ich dir gleich zwei Texte liefern auf die Frage: *bitte produziere einen write-up zu Gulf-Keystone Petroleum in deutsch':


    Antwort von GTP4:


    Aha, also Flüssiggas statt Öl - wieder was gelernt...


    Und hier Antwort 2 von Llama 3 Instruct:


    Na dann: Let's invest!

    Eigentlich die gleiche Situation wie bei Gazprom, wo den eigenen Bürgern sehr günstig das Gas abgegeben wurde.

    Ich bin gut versorgt mit Oilern und war zitterig auf Sell Knopf bei petrobras. Habe nach steiler Kursflanke Gewinne mitgenommen. Hab ja noch:

    1. Shell (absolut größte Position im Depot)
    2. Gulf Keystone Petroleum
    3. Equinor
    4. Ecopetrol

    Bei mir wären das Shell, Gulf Keystone, Orlen und MOL.


    Shell hab ich kürzlich bei SimplyWallstreet angeschaut und bin leicht erschrocken: Die Divi ist nur 3,4% und von einer Unterbewertung ist auch nicht mehr viel zu sehen. Über die Performance seit 2019 will ich nicht meckern, aber wenn ich Cash bräuchte, würde ich einen Verkauf in Betracht ziehen.

    Mich würde z.B. der Excel-Export von historischen Daten (mind. 10J) interessieren für eigene Screens (z.B. KPV10).

    Winter : Bei https://de.finance.yahoo.com/ kannst du historische Kursdaten als cvs-Datei für mehrere Jahrzehnte runterladen, inklusive der Dividendenzahlungen. Allerdings halt immer nur für eine Aktie - dort dann im Bereich 'historische Daten'. Wahlweise täglich, wöchentlich oder monatlich.


    Das ist zwar etwas mühsam, weil man das Aktie für Aktie machen muss. Aber wenn du einmal die Basisdatei erstellt hast, kannst du alle Aktien z.B. monatlich aktualisieren, indem du dir ein Musterdepot anlegst. So habe ich vor Urzeiten meine deutsche Datenbank aktualisiert.

    Das ist eigentlich verrückt. Man sollte doch denken, dass die 'advanced' Märkte effizienter und rationaler sind als die 'emerging' Märkte. Offensichtlich ist das Gegenteil der Fall.


    Mein erster Gedanke dazu: Vielleicht haben sich saisonale Phänomene hier als 'self-fulfilling prophecy' verselbständigt und werden durch Mechaniker (wie mich), automatisierte Anlage-Programme und KI-Programme geradezu verstärkt? Das wäre dann eine Markt-Ineffizienz auf der Meta-Ebene, warum auch nicht.

    Was ich aus dem Video mitgenommen habe: AI wird einen immensen Einfluss haben, so wie das Internet. Wer damit große Gewinne macht, ist schlecht absehbar, am ehesten noch die aktuellen Branchen-Riesen. (Anm: Die aber auch entsprechend hoch bewertet sind.)


    Spannend fand ich den Teil zum Ressourcen-Verbrauch: Vielleicht gilt auch hier die Analogie zum Goldrausch: Das Geschäft machen die Schaufel-Verkäufer. Also übertragen auf AI: Die Strom- und Wasser-Produzenten.


    Fast beschämend, dass der Nutzen von AI für Forschung und Technik so kurz abgehandelt wurde. Das ist doch eigentlich der Bereich, wo der gesellschaftliche Nutzen von AI liegen könnte. Trotzdem insgesamt ein super-spannendes Video, das nebenbei auch neue Einblicke in aktuelles Denglisch liefert... ;o)

    Interessante Überlegungen. Ich hab auch mal meine Performance auf Quartalsbasis ermittelt, allerdings nur für die Jahre 1999-2014, weil ich da voll investiert war und konsistente Daten habe. Die Resultate sind je nach Berechnungsmethode unterschiedlich - am saubersten ist wohl die CAGR, also das geometrische Mittel. Zum Vergleich auch noch der Median und das (eigentlich unzulässige) arithmetische Mittel.


    1999-2014 CAGR Endwert Median Mittelwert





    Q1 5,96% 238,36 6,41% 6,42%
    Q2 5,52% 223,93 3,68% 5,17%
    Q3 -2,30% 70,54 3,40% -1,31%
    Q4 1,66% 128,04 4,95% 2,61%





    zu Vergleich: CAGR der Gesamtjahre: 9,63%




    Ich bin selbst überrascht, wie ausgeprägt die Saisonalität ist. Vermutlich erklärt sich das dadurch, dass ich damals sehr stark mit deutschen Smallcaps unterwegs war, bei denen die Dividenden-Problematik von dev besonders stark gilt. Auf jeden Fall ist das ein völlig anderes Muster als bei woodpecker .

    Nuja, mehr als 100% Rendite-Unterschied zwischen April/Mai/Juni und Oktober/November/Dezember sind schon ganz schön knackig und bestätigen eigentlich die Saisonalität. Einen Verkauf im Mai bestätigen sie aber tatsächlich nicht - wer würde 1,6% Rendite verschenken? ;)