Beiträge von witchdream

    Wer will kann aus dem Bauch Tipps abgeben.
    Oder schreiben ob das denn reicht um Aktien solcher Länder zu bevorzugen.

    Ergebnisse und meine Schlüße aus der Recherche folgen.

    Die steigenden Zinsen werden m.E. definitiv ein zunehmend wichtiges Thema für den Aktienmarkt. Da würde ich aber zwei Fässer aufmachen:

    1.) Einfluss der Staatsverschuldung und 2.) Einfluss der Unternehmensverschuldung.

    Da würde ich zuallererst das Augenmerk richten auf die Unternehmensverschuldung. Ich achte schon jetzt bei allen Neukäufen auf ein niedriges debt/equity-Verhältnis; im Idealfall sollte eine Firma Netto-Cash in der Bilanz haben. Eine stabile Bilanz kriegt man momentan an der Börse praktisch ohne Aufpreis, das ist noch kein Thema. Das dürfte sich aber in den nächsten ein oder zwei Jahren massiv ändern, wenn vor allem die (hoch verschuldeten) Growth-Firmen über zunehmende Zinslasten klagen, über schrumpfende Gewinne oder womöglich über Liquiditätskrisen. Dann dürfte die Stunde der gering verschuldeten Value-Aktien schlagen. Unterm Strich also eigentlich positiv für das Beuteschema hier im Forum.

    Die Staatsverschuldung sehe ich als zweitrangig, aber du hast die Stellschrauben gut beschrieben: Weniger Spielraum für staatliche Konjunkturprogramme, Staatsanleihen als Konkurrenz zu Aktien und Vertrauensverlust der Anleger in die Staatsfinanzen. Dazu kommt die Gefahr von Steuererhöhungen (der Staat braucht Geld) und die Gefahr von finanzieller Repression, welche dann zu schwächelnden Währungen führt.

    Kann man als Anleger versuchen, eine staatliche Finanzkrise zu umschiffen oder davon zu profitieren? Hmmm, schwierig. Vielleicht nicht gerade in den Währungen investieren, die am stärksten abwertungsgefährdet sind. Und darauf achten, ob die Firmen starke Währungsrisiken haben (z.B. Hauptumsatz in den USA). Ansonsten Branchen meiden, die sehr stark staatlich reglementiert sind (Stichwort: Steuer auf "Übergewinne").

    Grundsätzlich denke ich, dass man hier mit einer Denke aus Sicht der Firma ("bottom-up") besser fährt als mit einer reinen Makro-Betrachtung ("top-down").

    Schöne Analyse, wie (in den USA) im Lauf der Jahrzehnte die gesetzlichen Regelungen für IPOs geändert wurden.

    Kurzfassung: Heute ist es deutlich einfacher für privates Venture Capital, sich an Startups zu beteiligen als früher. Anders formuliert: Früher mussten Startups an die Börse gehen, wenn sie Kapital brauchten. Resultat: Heute gehen Firmen an die Börse, die "ihre besten Jahre" bereits hinter sich haben, und bei denen die Eigner an der Börse nur Kasse machen wollen.

    Beispiele: Die Mega-Börsengänge der KI-Firmen.

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    Anteil der Aktien im S&P500, die oberhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts notieren:

    In den letzten 2 Monaten kollabiert von über 70% auf nur noch 25%. Die "Marktbreite" ist rapide eingebrochen.


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    Die Maastrichtkriterien sind immer noch gültig. Sie werden nur ständig ohne die dafür vorgesehenen Sanktionen verletzt.

    Das sind zwei Rechtsbrüche: Verletzung der nationalen Schuldengrenzen und Ausbleiben der EU-Sanktionen.

    Zum Thema market-timing bei europäischen Aktien und europäischen Value-Aktien im Besonderen: Verdad erwartet hier für die nächsten Jahre ein überdurchschnittliche Median-Rendite von 13% bzw. 16% p.a.

    Ursache dafür ist das gedämpfte Umsatzwachstum nach dem Energieschock 2022 und die entsprechenden Sparprogramme. Als Folge davon haben europäische Aktien eine hohe FCF-Rendite, die speziell bei den Value-Aktien den Großteil der erwarteten Kurssteigerungen übernehmen wird.

    Das ist m.E. nicht nur ziemlich attraktiv, sondern auch gut nachvollziehbar. Ich werde mal meine Datenbank prüfen, wie sich da die FCF-Rendite ermitteln läßt, um die schönsten Rosinen zu picken. Im Artikel gilt "free cash flow yield, which is defined as the free cash flow generated over the last twelve months divided by today’s market cap."

    Quelle: https://us13.campaign-archive.com/?u=6dc62f30751…e&id=ef9e1259dc

    Fuer 5-7% findet man noch stabileres, aber mir ist das zuwenig, ich such lieber im "serioesen" Junk Bereich von BB+ bis BB- (und evtl. auch B+ wenn die Zinsen recht hoch sind), und hoffe auf eher 12%++, aber das gibt es derzeit nicht, nur ca. 10+ mit Ricoh. War aber schon anders, es gibt immer wieder mal auch bessere Rendite.

    Joe : 10% Verzinsung finde ich schon sehr ordentlich - da könnten theoretisch 10% der Anleihen hopps gehen und du kommst immer noch plus/minus Null raus. Und so hoch dürfte das Risiko bei BB auf keinen Fall sein.

    Frage: Hast du eine feste Positionsgröße, also z.B. 20 Anleihen mit je 5% Depotanteil, oder wie handhabst du das?

    dev : Es ist ja nicht so, dass Die Linke nach 36 Jahren zu einer marktliberalen Partei mutiert wäre, wie bäs richtig anmerkt. Dazu kommen immer wieder Entgleisungen, gerade in den letzten Jahren, wo man sich schon fragt, was der Verfassungsschutz gerade macht. Ich hätte jedenfalls keine Lust auf die Behandlung, die der Parteivorsitzende (!) Riexinger 2020 für Reiche empfahl. Da besteht durchaus Kontinuität zum SED-Stalinismus:

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    Hmm, nach 36 Jahren noch immer so gestrig?

    Ich hab die nicht gewählt und finde diese Enteignung auch bescheuert. Statt dessen sollte man bauen, um das Wohnungsproblem zu beseitigen.

    Dennoch kann ich dieses Argument nicht mehr hören.

    Der letzte SED-Vorsitzende, Gregor Gysi, war immerhin am Wahlabend im TV und wurde auch zum Therma Enteignung in Berlin interviewt. Seine Empfehlung war, die Bevölkerung nochmal - diesmal dann aber verbindlich... - über das Thema abstimmen zu lassen. So richtig distanzieren wollte er sich nicht von der Idee - er hofft wohl eher, dass die zweite Volksabstimmung scheitert.

    Kennt eigentlich jemand von Euch die konkreten Pläne, wie Die Linke sich in Berlin die zukünftige Vermietung der enteigneten Wohnungen vorstellt? Also die Finanzierung und Entschädigungsfrage mal völlig außen vor: Nehmen wir an, viele, viele Wohnungen werden verstaatlicht: Was passiert danach?

    • Werden die Wohnungen umgewidmet in Sozialwohnungen?
    • Wenn ja: müssen die aktuellen Mieter dann ausziehen, um Platz zu machen für Sozialwohnungs-Berechtigte?
    • Werden die aktuellen (angeblich extrem überteuerten) Mieten dann abgesenkt? Wenn ja, auf welches Niveau?
    • Oder bleiben die Mieten, wie sie sind, und die Stadt Berlin verdient sich mit den überteuerten Mieten eine goldene Nase?
    • Wer übernimmt die Verwaltung des Wohnungsbestands? Die aktuellen städtischen Angestellten und Beamten? Oder gibt es dafür einen neuen Verwaltungsapparat? Wie viele Leute? Wo werden die dann wohnen?
    • Wird die Stadt auch die Pflege und Renovierung der enteigneten Wohnungen in die eigene Hand nehmen? Also städtische Handwerker, Reinigungsgesellschaften und Architekturbüros? Oder wird das mehr oder weniger teuer outgesourced?

    Keine Ahnung, ob Die Linke und die Enteignungsbefürworter solche trivialen Fragen schon mal diskutiert oder sogar vorab geklärt haben.

    Falls sich jemand fragt, wie es mit der Quellensteuer in Korea aussieht: Ja, die gibt es. Mit Quellensteuer, ADR-Gebühren, Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer summieren sich die Steuern auf koreanische Dividenden auf 35,6%.

    Mit Casherhalt - meinetwegen nur 4% p.a., und 1% nach Abzug von Inflation - ja das ist nicht schoen, aber das Risiko jetzt noch einzugehen, fuer eine langfristige zu erwartende Rendite von 5-10%? Da wird man sich doch "hinterher" ziemlich dumm fuehlen, wenn man haette einsteigen koennen bei 20-30%?

    Ich habe ja nun selbst mehrere radikale market-timing-Versuche hinter mir, und die Bilanz ist (für mich) ernüchternd:

    • Von 2014-2019 war ich nach mehreren guten Jahren und der Konfrontation mit Hussmann komplett ausgestiegen und hab mich mit dänischen Anleihen (Hoffnung auf Aufwertung der DKK) herumgeschlagen. Sechs Monate nach Wiedereinstieg kam der Corona-Crash.
    • Anfang März 2025 bin ich wenige Tage vor Trumps Zollschock komplett ausgestiegen - perfektes Timing. Dummerweise bin ich nicht ebenso radikal am unteren Wendepunkt wieder eingestiegen, sondern peu à peu. Das hat unterm Strich wenig gebracht und ein paar von meinen "Staraktien" wie Heijmans sind fleißig weitergeklettert.
    • Diesen März - zu Beginn des Irankriegs - habe ich radikal meine Koreaner ausgemistet. SK Hynix hat sich danach in der Spitze nochmal verdreifacht, und ich bin habe mir reichlich Recherche-Arbeit für neue Aktien aufgebürdet.

    OK, ich habe jedesmal dazugelernt, Wenn-Dann-Szenarien entwickelt und es war jede Menge Spiel-Spaß-Spannung. Aber finanziell eher ernüchternd, und ich ärgerte mich im Nachhinein über meine klassischen Verhaltensfehler. Aber klar: Wenn man einmal sowohl den Ausstieg als auch den Einstieg halbwegs elegant hinbekäme, wäre man der King - im Vergleich zum Markt. Aber der Ausstieg hat seine ganz eigenen Tücken - das geht z.B. schon los bei der simplen Frage, ob man einfach sein altes Depot zurückkaufen würde, und zwar in der alten Gewichtung.

    Gedankenexperiment: Wenn du eine Glaskugel hättest und genau wüßtest, dass am Montag der Startpunkt für eine neue Aktienrallye ist: Wüßtest du genau, was du kaufen würdest? Bist du "allzeit bereit"? Vermutlich eher nicht.

    Und dann gibt es noch die interessante Unterscheidung zwischen einem Crash und einem Bärenmarkt, die Alfons Cortés hier neulich anstellte:

    Zitat

    Auf jeden Fall hat Präsident Trump mit seiner Verknüpfung von Zinsen und Handelsdefiziten Neuland betreten. Wie lange selbst ein republikanisch beherrschter Kongress dieser Politik zusehen würde, ohne einzuschreiten, ist offen.

    An den Finanz- und Kapitalmärkten würde zunächst einmal Panik ausbrechen. In einer Panik würde ich aber nicht verkaufen.

    Nach der Panik setzt stets eine Erholung ein. Das war sogar 1929 der Fall. Diese Erholung wäre auf ihre technische Qualität zu prüfen. Ebenfalls begutachtet werden müsste der Widerstand der Verfassungsorgane gegen das präsidiale Dekret.

    Die Politik der Trump-Regierung ist unberechenbar. Niemand kann voraussagen, ob er seine Drohung tatsächlich wahr machen würde oder nicht, wobei die praktische Umsetzung fraglich ist. Aus meiner Sicht wäre es aber komplett falsch, einen guten Markt aus Angst vor einer möglichen Krise und einem dadurch ausgelösten Crash zu verlassen. Ein Crash ist noch kein Bärenmarkt.

    Die Unterscheidung zwischen Crash und Bärenmarkt hatte ich noch überhaupt nicht auf dem Schirm. Das klingt aber bedenkenswert.

    Winter : Zu Deiner Frage aus dem Markettiming-Thread:

    Zitat

    Jetzt weiß ich aber immer noch nicht, was ich mit dem Cashbestand machen soll. Wenn ich das richtig sehe, gibt es leider nur 2,4% im Euro Raum und 3,8% im UK (ohne laufende Kosten), davon geht noch die Inflation ab (und Steuern auch, wenn schon, nicht nur bei Aktien, und zwar in der Reihenfolge), damit ist man nur bei real null. Besser als Cash auf dem Tagesgeldkonto ist es aber.

    Ich hatte die selbe Frage vor ein paar Wochen beim Routine-Treff mit meinen Bankberatern. Die haben mir den Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C (ISIN: LU0290358497) empfohlen. Der hat zur Zeit YoY gerade mal 2% abgeworfen, bei 0,1% TER. Da bleiben nach Steuer lausige 1,3% über.

    Bei der Größenordnung muss man nicht seinen Gehirnschmalz vergeuden. Viel mehr wird nicht zu kriegen sein. Und selbst wenn du irgendwo 50% mehr bekommen würdest, wäre das immer noch eine "Rendite" im täglichen Schwankungsbereich eines Aktiendepots.

    Ohne Schulden kein Geld. Wuerden alle Schulden zurueckbezahlt werden, gaebe es kein Geld mehr.

    Joe: Es hängt halt davon ab, was du alles als Geld ansiehst. Wenn du zu den Ursprüngen zurückkehrst, also zum reinen Warengeld (z.B. in Form von Goldstücken), dann existieren diese Goldstücke auch dann noch, wenn jeder seine Schulden komplett zurückbezahlt hat. In so einem Währungssystem mit reinem Warengeld würde Geld seine zentralen Funktionen erfüllen, nämlich als Tauschmittel und als Maßstab zur Wertbestimmung. Ähnlich sieht es beim Vollgeld aus, das keinen physischen Wert haben muss, aber von Geschäftsbanken nicht vermehrt werden darf.

    Warum das auf Dauer unbefriedigend ist und wo die Vorteile von Kreditgeld liegen, haben wir im "Was-ist-Geld?"-Thread ausführlich diskutiert. (Eine schöne Zusammenfassung der Thematik haben wir schon damals hier in der FAZ gefunden.)

    Das ist vollkommen falsch, es gibt keinerlei Notwendigkeit dafür, daß die Schuldensumme stetig steigen müßte.

    Das sehe ich auch so - rein theoretisch. In der Praxis sieht es natürlich anders aus, solange 1.) die Wirtschaft wächst und 2.) Schulden nicht für Investitionen, sondern für Konsum aufgenommen weren (und dann nicht mehr durch reale Sachwerte oder Leistungen gedeckt sind).

    Was die nötige Geldmenge betrifft, kommen dann noch Sachen wie die Umlaufgeschwindigkeit von Geld ins Spiel, die Anpassung der Preise durch Inflation und Deflation bei einem Missverhältnis von Wirtschaftsleistung und Geldmenge, usw. Das haben wir eigentlich alles schon vor 25 Jahren diskutiert - vielleicht habt ihr Lust, euch nochmal Beobachter s Thread "Was ist Geld?" reinzuziehen?

    Wenn ich sehe, dass Anthropic beim IPO 2000 Milliarden US$ (2 Billionen) einnehmen will (und OpenAI hat ja etwas Ähnliches vor!), dann muss das doch spürbare Folgen für den restlichen Aktienmarkt haben, wenn so viel Liquidität "gebraucht" wird?

    wisi: So weit ich weiß, sollen bei dem IPO nicht 2 Billionen USD eingenommen werden, sonern "nur" 60 Milliarden. Quelle. Es wird wohl nicht das gesamte Unternehmen an die Börse gebracht, sondern nur ein Teil der Aktien, d.h. der prozentuale free float liegt im einstelligen Prozentbereich. Die Gründer und bereits investierten Private Equity Investoren werden den größten Teil ihrer Beteiligungen (erst mal) behalten. (NB: Der bisher größte Einzel-Investor bei Anthropic ist Amazon mit 18 Mrd. USD.)

    Kurz gesagt: Der IPO wird nicht so ein gigantischer Geldsauger wie es aussieht.

    nixda: Danke, das beruhigt mich. Den Heiner Flassbeck habe ich nach deinem Hinweis gegoogelt - der hat vor ein paar Tagen ein Video zur letzten Zinserhöhung durch die EZB gemacht und ist deshalb total auf Zinne. Wenn ihr mal einen Wirtschaftswissenschaftler sehen wollt, der völlig am Rad dreht, dann zieht euch das Video rein, sind nur 10 Minuten ;)

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    Ich habe trotz längerer Suche keinen geeigneten Thread gefunden, deshalb ein neuer.

    Thema: Ich bin etwas ratlos, weil man überall lesen kann, dass wegen der gestiegenen Ölpreise eine höhere Inflation zu erwarten ist und deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit die FED die US-Zinsen erhöhen wird. Ein Beispiel von heute als Beleg - müßt ihr nicht lesen:

    Zitat

    Die militärischen Spannungen im Nahen Osten nehmen wieder zu: Gegenseitige Angriffe zwischen den USA und Iran sowie das Vorrücken der mit Iran verbündeten Huthi-Milizen in die Hafenstadt Mokka am Roten Meer bringen die Schifffahrt durch die Strasse von Hormuz und das Bab al-Mandab zum Erliegen. Wegen Schäden durch Drohnenanggriffe musste Saudi-Arabien zudem die wichtige Ost-West-Pipeline abschalten. Die Energiepreise zeigen wieder steil nach oben: Ein Fass der Rohölsorte Brent kostet derzeit rund 108 $.


    Das sorgt rund um den Globus weiterhin für Inflationsdruck. In der vergangenen Woche sah sich die Europäische Zentralbank deshalb gezwungen, die Leitzinsen um 25 Basispunkte (Bp) auf 2,5% anzuheben. Da die Teuerung auch in den USA zu hoch ist, hat die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung an der nächsten Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch zugenommen. Gemäss Futures-Preisen geben die Händler einer Zinserhöhung um 25 Bp auf ein Zielband von 3,75 bis 4% eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 90%.

    Der Zusammenhang Ölpreis --> Inflation ist klar, das müssen wir nicht diskutieren.

    Aber der Zusammenhang Inflation --> Zinserhöhung scheint mir hier nicht angebracht. Ich dachte immer, Zinsen sollen bei hoher Inflation deshalb erhöht werden, weil die Inflation in der Regel durch eine überhitzte Konjunktur entsteht und die Zinserhöhung diese überhitzte Konjunktur abkühlen soll.

    Von einer überhitzten Konjunktur kann ja momentan keine Rede sein, und die aktuelle Inflationserwartung wird maßgeblich von den steigenden Ölpreisen bzw. dem Irankrieg beeinflusst. Allgemein gesprochen: Von einem exogenen Schock.

    In so einer Situation die Zinsen zu erhöhen und damit die Konjunktur zu drosseln (die vermutlich ihrerseits unter hohen Energiekosten leidet) wäre doch kontraproduktiv. Oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler?

    witchdream falls noch nicht geschehen, höre dir den Beitrag von Oskat Lafontaine an. Manche seiner Aussagen habe ich zwar anders in Erinnerung. Spannend fand ich aber wie er erzählt, dass ihn 1990 als Oppositionsführer die Amis umgarnt/bestochen haben. Dass sie das mit den Grünen auch erfolgreich gemacht haben und dass er davon ausgeht, dass sie auch die AfD einnorden/einwesten. Falls das stimmt, sollten wir das im Forum mitbekommen. Interessant auch seine Bemerkung über Schröder. Anfang ebenfalls langartmig und manchmal selbst für mich inzwischen schwer zu ertragen, obwohl ich damals Oskar besser fand als Kohl. Trotzdem hörenswert mit 1,8facher Geschwindigkeit.

    bäs: Danke für den Tipp, das hat sich gelohnt. Der Lafontaine hat offenbar einen ziemlich klaren Kompass, und gerade in puncto Außenpolitik kann ich vielen seiner Aussagen zustimmen. Ansonsten finde ich bewundernswert, wie fit im Kopf der für sein Alter ist. Gut trainiert... ;o)

    wisi die Antwort auf deine berechtigte Frage wird sehr schnell einen verschwörungstheoretischen Charakter haben. Aber ich stelle hier mal das Interview vom Russischen Botschafter in ungeskripted rein. Da könnte man raushöhren, dass zumindest die Russen das tatsächlich so sehen und dass die milit. Spezialoperation(osten) = Angriffskrieg(westen) ein Akter der Selbstverteidigung sind und Russland in eine kriegerische Auseinandersetzung gegen ihren Willen hineingezogen wurden. "Die Wahrheit" liegt wie immer irgendwo in der Mitte.

    Damit kein falscher Eindruck entsteht: ich verurteile den russ. Überfall auf die Ukraine.... genauso wie den Überfall auf den Iran..... oder die Grenzschamützel im chinesischen Meer gegen die Philippinen.... oder, oder. Ich bin für eine friedliches Miteinander.

    bäs: Superspannendes Interview - vielen Dank für das Link. Das ist natürlich die pro-russische Perspektive pur, inklusive propagandistischer Einfärbung. Wenn aber davon ausgeht, dass auch die hier gängige Mediendarstellung stark gefärbt ist, dann kann man zumindest erahnen, an welchen Stellen die westliche Interpretation zurechtgebogen ist. Schade, dass das erste Drittel etwas langatmig ist und dann nach einer Stunde die Zeit knapp wurde.

    Solche Interviews können definitiv ein Startpunkt sein, um wieder ins Gespräch zu kommen - sei es über Friedensbedingungen oder für die Zeit nach einer Befriedung.

    Ich habe den Kanal abonniert und bin schon auf andere Beiträge gespannt - der Typ ist ja irrsinnig produktiv gewesen :huh: