Beiträge von witchdream

    Nachdem du in deinem 2. Edit noch ein Link gepostet hast, dachte ich, du könntest nachvollziehen, was mich umtreibt. Falls noch nicht geschehen, kann ich dir die Lektüre wärmstens ans Herz legen. Jedenfalls danke dafür - eine wunderbare Material- und Gedankensammlung:

    http://lv-twk.oekosys.tu-berli…lv-twk/02-intro-3-twk.htm


    Warum lenkst Du mit der überspitzten Fokussierung auf CO2 von allen anderen damit zusammenhängenden Problemen ab?

    Die Probleme sind Ressourcenverbrauch, Luft- und Trinkwasserverschmutzung, Artensterben, effektiv messbare Klimaveränderungen, Ausbreitung von Krankheiten.

    Sorry, aber das ist ziemlich starker "Whataboutism". Natürlich gibt es diese Probleme, und natürlich sollten wir uns um sie kümmern. Einige davon sind nicht mal Klima-bedingt, sondern eher Demographie-bedingt (Stichwort: Bevölkerungs-Explosion). Durch das direkte Angehen dieser Probleme lässt sich vermutlich mehr erreichen als durch den Versuch, die Welt-Temperatur zu fixieren. Um die Luftverschmutzung zu reduzieren, musst du nicht den CO2-Gehalt der Luft senken.


    Das Link in meinem Posting 1.022 dürfte ganz in deinem Sinn sein: Die Probleme direkt angehen und sie nicht irgendwelchen Ideologen überlassen.


    Edit: Ich zieh mich dann auch erst mal wieder aus dem Thread zurück. Offensichtlich bin ich nicht in der Lage, meine Gedanken so zu formulieren, dass sie diskussionswürdig oder wenigstens verständlich sind. Da muss ich wohl noch dran arbeiten.

    ja gut, aber was ist dann Anlass, für Deine ganzen Postings rund um CO2?

    Mir erschließen sich Deine Beweggründe wirklich nicht, nur immer wieder kommst Du auf CO2 zurück.


    Ist das so schwer zu verstehen? Es ist doch das Mantra der Klimapolitik (nicht zu verwechseln mit der Klimaforschung), dass "wir", also die gesamte Menschheit, den Ausstoß von CO2 auf vorindustrielle Konzentrationen senken müssen, um "das Klima zu retten". Das ist der zentrale Kernpunkt jedes Klimaabkommens.


    Wenn dieses Ziel im Handumdrehen zu erreichen wäre, dann würde ich sagen: Ja, ok, macht mal - schadet ja nix. So ist es aber nicht. In der Realität würde eine weitgehende Dekarbonisierung auf einen weitgehenden Rückbau der gesamten Wirtschaft hinaus laufen. Jedenfalls so lange man nicht alternative CO2-freie Energien einsetzt, die auch noch zuverlässig in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Da fällt mir momentan nur Kernkraft ein, die wir in DE aber gerade abschalten. Weiterhin kostet der laufende Industrie-Umbau Aber-Milliarden - von CO2-Zertifikaten über EEG-Umlagen über neue Elektrogeräte bis hin zu Wärmedämm-Vorschriften.


    Da ist doch durchaus die Frage erlaubt, ob das sinnvolle Maßnahmen sind, oder? Um das zu beantworten, führt kein Weg am CO2 vorbei - eben weil das im Mittelpunkt der gesamten Klima-Politik steht. Da findet man dann in der Klima-Forschung, dass CO2 keineswegs zu allen Zeiten mit dem Klima korreliert hat; dass es eine ganze Reihe alternativer Erklärungen fürs Klima gibt; dass die Klima-Sensitivität von CO2 vermutlich nicht so hoch ist wie anfangs angenommen; und und und.


    Ich finde das spannend - ich würde das Thema mal als Hobby bezeichnen. Vor allem finde ich, dass etliche Befunde der Klimaforschung geeignet sind, die aktuelle Klima-Politik in Frage zu stellen. Warum sollten wir die gesamte Gesellschaft dekarbonisieren - bis hin zum Katzenfutter - , wenn CO2 nicht die verheerenden Folgen hat, mit denen IPCC und die Medien seit den 90er Jahren den Leuten Angst einjagt (siehe unten). Wenn es euch nervt, kann ich das gerne privat im stillen Kämmerlein fortsetzen.


    Kölner Dom Spiegel.jpg

    Hallo Donglengcha,


    ich bin 100% bei dir, dass die Klimaschwankungen nicht ausschließlich an CO2 gekoppelt sind. Sonst wären ja Erdepochen, in denen Temperatur und CO2 sich gegenläufig entwickeln, gar nicht denkbar. Dem IPCC kann man nicht vorwerfen, dass sie nicht alle denkbaren anthropogenen Spurengase unter die Lupe genommen hätten. Die sogenannten WMGHG (well-mixed green-house-gases) - inclusive CO2 - beinhalten mehr als 25 verschiedene Substanzen - siehe Tab. 8.2 vom 5. IPCC-Bericht (AR5):


    WMGHG well-mixed Greenhousegases AR5 Tab 8.2.PNG


    In der Zusammenfassung aller anthropogenen Faktoren zeigt sich aber, dass alle Faktoren jenseits von CO2 sich mehr oder weniger gegenseitig herausmitteln - inclusive der Aerosole usw.

    CO2 wird vom IPCC deshalb häufig als Proxy für den gesamtmenschlichen Einfluss genommen. Die Relation von CO2 zum gesamten Rest sieht beim IPCC so aus, in Abb. 8.20:



    Radiative Forcing AR 5 Abb 8.20.PNG

    Im Artikel heißt es:


    "Über das gesamte Jahr hinweg wurde allerdings Kapital aus europäischen Aktienfonds abgezogen.

    Inzwischen summieren sich die sequenziellen Wochen mit negativer Nettobilanz auf fünfzig. Wie der obige Chart von Morgan Stanley illustriert, entspricht das der längsten Negativserie seit mindestens zehn Jahren."


    Also wohl einfach der Mittel-Zufluss bzw. Abfluss bei Aktienfonds.

    @ Al Sting: Man beachte das Wort "Glosse" am Anfang des Beitrags - laut Wiki ein "satirischer oder polemischer Meinungsbeitrag". Also bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen...


    Trotzdem war ich beeindruckt, dass "die Forschung" nun auch die kleine Eiszeit als anthropogenes Klimaphänomen erklären können will. Sicher folgt bald auch die anthropogene Erklärung für die mittelalterliche Wärmeperiode, für das römische Klimaoptimum, und für die große Eiszeit vor dem Holozän. Das Mantra lautet ja, dass der Mensch das Klima steuert, und jede Ausnahme von dieser Regel könnte als Häresie ausgelegt werden...


    Wie auch immer - seit ich gelesen habe, dass man Katzen vegan füttern soll, um das Klima zu retten, fühle ich mich in einer falschen Welt gefangen. So wie ein Trans-Sexueller im falschen Körper. Der kriegt zum Ausgleich wenigstens eine eigene Toilette, aber das ist ein anderes Thema...

    Hallo Plonnimonni,


    interessanter Artikel, vielen Dank. Bitte nimm es nicht persönlich, wenn ich paar Gedanken daraus für eine kleine Glosse nutze. Wirklich nicht gegen dich gerichtet. Also:


    Ich war geradezu überrascht, dass die kleine Eiszeit nur über indirekte Einflüsse begründet wurde - hier: über die Zunahme von jungen Waldgebieten nach dem Massensterben der indigenen Bevölkerung inclusive unbewirtschafteter Felder. Der 30-jährige Krieg in Europa von 1618-1648 hatte übrigens ähnliche Effekte bezüglich brach liegender Felder, und fällt auch etwa in die gleiche Zeit.


    Meine erste Erwartung war, dass schlichtweg das Massensterben von 55 Millionen Südamerikanern für die Klimaabkühlung zuständig gewesen sein könnte. Wie der Wissenschafts-Bereich des Spiegel (hier im Forum zitiert) schon meldete: Die definitiv effektivste Methode, CO2 zu vermeiden, ist es, keine Kinder zu bekommen: http://www.spiegel.de/wissensc…-hilft-das-a-1157812.html. Das hat eine clevere Gruppe von Weltklimarettern schon vor dem Spiegel erkannt: Die "Antinatalisten":


    Zitat

    Die sogenannten Antinatalisten sehen „das größte Glück, das man seinen Kindern verschaffen kann, darin, nicht geboren zu sein“, wie es ein Autor der Zeit erklärt. Keine Kinder zu bekommen, ist ihrer Meinung nach eine notwendige umweltschonende Maßnahme.

    Quelle: https://utopia.de/kinderfrei-u…ena-brunschweiger-129503/


    Die Webpage utopia.de bereichert die Klimarettung der Welt auch um Erkenntnisse, welche Haustiere am klimaverträglichsten sind, oder wie man eine klimaschädliche Hauskatze noch einigermaßen klimaverträglich halten kann - etwa so: https://utopia.de/weltkatzenta…futter-die-umwelt-100385/ Dieser Katzen-Artikel ist übrigens völlig zu kurz gedacht. Statt Katzen vegan zu füttern, wäre es wesentlich nahe liegender, Katzen zu zwingen, sich von Mäusen zu ernähren, wie es ihrer Natur entspricht. Damit würden nämlich die ebenfalls CO2-produzierenden Mäuse und ihr klimaschädlicher Einfluss auf natürliche Weise dezimiert.


    Zurück zu den ausgerotteten Indianern: Wenn deren Eltern ihnen schon "das größte [antinatalistische] Glück, nicht geboren zu sein" verweigert haben, dann sollten die ausgerotteten Indianer den europäischen Grippeviren wenigstens dankbar sein, das große Glück erfahren zu haben, in fortgeschrittenem Alter nicht mehr weiter leben zu müssen. Nicht so glücklich wie Nicht-Geburt, aber besser als nix. Besser ein kleiner Beitrag zur Klimarettung als gar keiner.


    Ich bin sicher, die Antinatalisten werden diese historische Chance erkennen, und nicht nur ihre Nachkommenschaft reduzieren, sondern auch ihre lebende Verwandtschaft und sich selbst. Dann sind sie nahe am "größten Glück", dem Ziel jeder religiösen Bewegung. Bei dieser Gelegenheit freundliche Klimaretter-Grüße an den Dschihad.

    Den Thread gibt es nun schon einige Jahre, und ich meine das du früher genau das hier behauptet hast: das es keinen anthropogenen Klimawandel gibt


    Nein, ich habe mich nur die ganze Zeit auch für alternative Erklärungsansätze interessiert. Weil ich ein tiefes Misstrauen gegen Mehrheitsmeinungen habe, vor allem, wenn sie politisch gelenkt werden, wie im IPCC.

    Ich zitiere mich mal selbst, mit einem Statement vom allerersten Tag dieses Threads (22. Februar 2007):


    Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich will auch nicht die IPCC-Ergebnisse in Bausch und Bogen ablehnen oder die Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen bestreiten. Allerdings sind die bisherigen Erkenntnisse des IPCC noch lange nicht so wasserdicht, dass man alternative Überlegungen als weltfremde Spinnerei abkanzeln könnte.


    Den Satz würde ich heute noch unterschreiben. Das ist nicht eine Behauptung, dass es keinen anthropogenen Klimawandel gibt.



    @ Schnauff: Wenn du zu Punkt 1 denn partout nochmals auf das Klimamodell von Scafetta et al. zurück kommen willst und behauptest, dass sie anthropogenen Klimawandel bezweifeln: Lies ihren Artikel bitte nochmal, dann findest du dieses Zitat: "The proposed semi-empirical model also takes into account a contribution from anthropogenic forcing and volcano activity."


    Aber wie gesagt: Es geht mir hier überhaupt nicht um das Klimamodell von Scafetta, sondern um seinen Befund, dass die

    allgemeine

    Klima-Forschung die Klima-Sensitivität von CO2 im Lauf der letzten 20 Jahre immer niedriger ansetzt. Wie schon erwähnt, bin ich tierisch gespannt, wie der IPCC im 6. Klimabericht, der wohl 2021 erscheinen wird, diesen Trend behandeln wird. Im Spezial-Bericht "Global Warming of1.5°C" vom Oktober 2018 haben sie noch die Original-Bandbreite (Klimasensitivität 1,5 - 4,5° für die langfristige equilibrium climate sensitivity (ECS)) vom 5. Bericht aus dem Jahr 2014 unverändert übernommen, wie ich heute gerade festgestellt habe. Scafetta liegt übrigens in diesem Range, mit seinem Literatur-Befund von 2°C für die ECS. (Die ECS schätzt die Klimasensitivität über die folgenden Jahrtausende, die kurzfristigere Transient Climate Response TCR über den Zeitraum einer CO2-Verdoppelung, also gegenwärtig Jahrhunderte. Für uns und unsere Ur-Ur-Ur-Enkel ist erst mal die TCR relevant.)


    Gruß, witchdream

    Ich habe den Eindruck, Ihr macht Euch einen Spaß daraus, mich bewusst zu missverstehen oder bewusst zu missinterpretieren. Deshalb eine Klarstellung:


    1. Kaum jemand bezweifelt, dass seit der kleinen Eiszeit die Temperatur ansteigt oder dass es anthropogenen Klimawandel gibt, auch ich nicht. Es ist trivial, darauf zu verweisen, dass auch >90% aller Klimawissenschaftler das genauso sehen.


    2. Sehr strittig ist aber die Meinung zu der Frage, wie stark der Einfluss von CO2 ist. Das Maß hierfür ist die Klima-Sensitivität, also die Temperaturerhöhung bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, wohl gemerkt inklusive der abschätzbaren Feedback-Mechanismen. Diesen Streit innerhalb der Klimaforschung belegt nicht nur die Grafik von Scafetta, die ich eingestellt habe, sondern auch die Tatsache, dass selbst der IPCC einen Range von 1,5°C bis 4,5°C angibt. In diesem Punkt ist also Schluss mit wissenschaftlichem Konsens.


    3. Die eingestellte Grafik von Scafetta bezieht sich in keiner Weise auf das Klima-Modell von Scafetta. Es ist deshalb am Thema vorbei, das Klima-Modell von Scafetta zu kritisieren als Chart-Technik oder Rand-Meinung, um ihn zu diskreditieren.


    4. Die eingestellte Grafik von Scafetta zeigt vielmehr, dass die Fortschritte der Klima-Forschung in den letzten 20 Jahren - trotz allem Streit in der Forschung - zu deutlich niedrigeren Werten für die Klima-Sensitivität geführt haben. Anders ausgedrückt: Der Effekt von CO2 scheint nicht so stark zu sein, wie man das noch vor 20 Jahren angenommen hat.


    5. Ich empfinde das als gute Nachricht "für die Menschheit". Ich frage mich, warum man hier Scafetta deshalb pauschal eine "einseitige Darstellung" oder eine "Extrem-Meinung" vorwirft. Wenn seine Grafik Rosinenpickerei sein sollte oder sachlich falsch, dann hätte ich dafür gerne konkrete Belege. Ich will selber die in der Grafik verwursteten Studien nachvollziehen, soweit ich das als Laie kann, das nur am Rande. Völlig daneben finde ich den Verweis auf den Wiki-Artikel, in dem die Existenz einer wissenschaftlichen Klima-Diskussion negiert wird, und jeder, der das anders sieht, als konservativer weißer alter Mann in Diensten der US-Öl-Industrie dargestellt wird.


    6. Demonstrativ aus der Diskussion auszusteigen, ohne ein sachliches Gegenargument zu bringen, bringt die Diskussion nicht weiter. Also bleibt bitte an Bord.

    Jetzt komm mal bitte runter. Ich hab nicht dich als Alarmisten bezeichnet, sondern gemeint, dass den Alarmisten diese Studien nicht in den Kram passen werden. Falls das falsch rüber gekommen ist, tut mir das wirklich leid.

    Donglengcha : Wie kommst du darauf, dass das eine "Extremdarstellung und keinesfalls eine neutrale Zusammenfassung" ist? Der Mann hat einfach geschaut, welche Studien zum Thema Klimasensitivität erschienen sind, welche 1. Peer-Reviewed sind und welche 2. die Info enthalten, ob sie sich auf kurzfristige Effekte (TCR) oder langfristige Effekte (ECS) beziehen. Falls das Hamburger MPI mit den 2°C die ECS meint (das wird in deinem link nicht erwähnt), dann ist das perfekt im Einklang mit der Grafik von Scafetta.


    Jemand hat die Idee von Scafetta aufgegriffen, auch Studien eingefügt, die nicht klar zwischen TCR und ECS unterscheiden, und das auch zeitlich bis ins Jahr 2018 fortgeführt. Das sieht dann so aus:


    Scafetta aktualisiert.PNG


    Quelle: http://notrickszone.com/2017/1…ue-trending-towards-zero/


    Ob hier genauso sauber gearbeitet wurde wie von Scafetta, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls gibt es offensichtlich eine zunehmende Zahl von Studien, die die Klimasensitivität in der Nähe von Null Grad Celsius sehen. Das würde bedeuten, dass CO2 NULL Einfluss auf das Klima hat. Ich bin gespannt, was der IPCC im nächsten Bericht schreiben wird. Beim letzten Bericht von 2013 haben sie 1,5°C bis 4,5°C angenommen....


    edit: Was die Feedback-Mechanismen betrifft: Die sollten natürlich in einem perfekten Klimamodell alle enthalten sein. Die Wolkenbildung wurde m.W. oft vernachlässigt, weil man einfach zu wenig darüber weiß. (Gibt sogar der IPCC zu....). Insofern ist die Arbeit des MPI hoch interessant.

    @ Donglengcha: Hier geht es nicht um die Theorien von Scafetta, sondern um die Zusammenfassung sämtlicher Peer-Review-Artikel zum Thema Klimasensitivität. Und da zeigt er, dass die neueren Studien (Stand 2015) mehrheitlich nur noch eine Erwärmung von 1°C je CO2-Verdoppelung annehmen.


    Das ist doch eigentlich eine gute Nachricht, außer für Alarmisten.

    Um die Diskussion mal ein bisschen zu versachlichen, können wir ja mal anschauen, über welche Risiken wir überhaupt diskutieren.

    Zitat
    The most recent studies suggest a transient climate response (TCR) of about 1.0 °C, an ECS less than 2.0 °C and an effective climate sensitivity(EfCS) in the neighborhood of 1.0 °C. (Scafetta et al 2017, http://www.iieta.org/sites/def…rnals/IJHT/35.Sp01_03.pdf, wie bereits oben verlinkt)

    Also eine Erwärmung der Temperatur um 1°C bei einer Verdoppelung des CO2-Gehalts.


    Der CO2-Gehalt wird seit 1958 systematisch gemessen am Mauna Loa Vulkan auf Hawaii. Von 1958 bis 2018 stieg der CO2-Gehalt der Luft von 315 ppm auf 410 ppm. Also knapp 100 ppm in 60 Jahren. Wenn der CO2-Zuwachs in etwa konstant bleibt, dann tritt die erste Verdoppelung des CO2-Gehalts in etwa 120 Jahren ein, also im Jahr 2140. Dann wird die Temperatur wegen anthropogenem CO2 um ein Grad höher liegen als im Jahr 1958.


    Die nächste Verdoppelung von CO2 von 630 ppm auf 1.260 ppm wird wieder die Temperatur ein Grad nach oben treiben. Das dürfte 6,3 x 60 Jahre dauern, also 378 Jahre - wenn der CO2-Zuwachs in gleichem Tempo weitergeht. Das wäre also etwa im Jahr 2540.


    Bei Licht betrachtet reden wir also über Effekte, die nicht nur unseren Kindern am A.... vorbei gehen werden, sondern auch noch unseren Ur-Ur-Ur-Enkeln.


    Um diesen Temperatur-Anstieg zu verhindern, stellen wir unser gesamtes Energiesystem auf den Kopf, sollen uns vegan ernähren, auf Urlaubsflüge verzichten, mit Elektroautos fahren und die Zahl unserer Kinder reduzieren.


    Ich vermute mal, dass spätestens unsere Enkel sich fragen werden, was für seltsame Ansichten ihre Großeltern hatten. Und ich frage mich, wann endlich mal jemand auf den nackten Kaiser zeigt.

    @ Lando:


    Ich hab mir gerade dein Video mit Bill Gates komplett angeschaut.


    Punkt 1: Bill Gates ist besorgt wegen Klimawandel und CO2 und hat deshalb eine "Energy Break-Through-Coalition with Billionaires" gegründet. (Minute 28:50). Klarer Standpunkt: CO2 ist schlecht. (siehe auch Minute 25:15)


    Punkt 2: Bill Gates ist ein "big supporter of nuclear" (Minute 18:40). Klarer Standpunkt: Kernenergie ist gut gegen CO2.


    Punkt 3: Was den deutschen Weg betrifft: Minute 32:30: "Take Germany - they managed to pay their consumers the highest electricity prices in the world. Their net carbon reduction is less than 10 percent." Klarer Standpunkt: Die Deutschen sind Deppen.


    Ich will ihm da nicht widersprechen, außer zu Punkt 1.

    Hallo woodpecker,


    auf die Risiken von einerseits Temperaturanstieg und andererseits Blackouts werde ich demnächst detaillierter eingehen; momentan fehlt mir die Zeit. Aber weil du meinst, "gegen Blackouts wird man vorgehen können": Ich fürchte, da liegst du falsch. Ich meinte hier nicht eine durchgebrannte Hauptsicherung, die man auswechseln muss, und wo man dann auch noch die Uhr am Back-Herd neu einstellen muss. Ich meine die Art von Blackout, die das "Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag" (also eine Regierungs-Institution) 2010 so beschrieb:



    Zitat

    Aufgrund der nahezu vollständigen Durchdringung der Lebens- und Arbeitswelt mit elektrisch betriebenen Geräten würden sich die Folgen eines langandauernden und großflächigen Stromausfalls zu einer Schadenslage von besonderer Qualität summieren. Betroffen wären alle Kritischen Infrastrukturen, und ein Kollaps der gesamten Gesellschaft wäre kaum zu verhindern. Trotz dieses Gefahren- und Katastrophenpotenzials ist ein diesbezügliches gesellschaftliches Risikobewusstsein nur in Ansätzen vorhanden.

    Quelle: http://www.tab-beim-bundestag.…-Arbeitsbericht-ab141.pdf


    Wie gesagt, demnächst mehr.

    Hallo woodpecker,


    erst mal danke für deine Literaturtipps. Und ja, die Diskussion haben wir schon sehr lange, aber ich finde das Thema nach wie vor sehr spannend. Und offenbar bewegt sich ja auch etwas in der Forschung, wie meine obige Grafik zeigt. Den alten Basta-Spruch "The Science Is Settled" von irgendeinem Klima-Papst hab ich nie verstanden.


    Zu deinem Einwand, ein wenig Vorsorge könne ja nicht schaden. Da hätte ich vor ein paar Jahren nicht widersprochen, mittlerweile aber schon. Zumindest wenn die "Vorsorge" so stattfindet wie in DE. Hier werden einerseits nahe liegende und kostenlose Maßnahmen wie etwa ein Tempo-Limit NICHT umgesetzt, obwohl das sofort wirksam wäre und internationaler Standard ist. Das gleiche gilt für marktwirtschaftliche Maßnahmen wie eine CO2-Steuer auf Kerosin, Erdgas, Kohle und Benzin - das würde nach den Gesetzen des Marktes sofort eine Reduktion von CO2 bewirken.


    Statt dessen werden Bürokratie-Monster geschaffen wie die CO2-Zertifikate. Oder wie die Förderung erneuerbarer Energien, für die nicht nur die Speichermöglichkeit, sondern sogar eine Stromleitung nach Süden fehlt. Oder nimm die Förderung von Elektroautos: Die sind nett, wenn man eine eigene Garage hat, aber mangels Infrastruktur utopisch für die Bevölkerungsmassen in verdichteten Städten. Abgesehen davon, dass der zusätzliche Strom für all die erwünschten Elektroautos unmöglich regenerativ erzeugt werden kann.


    So weit kann man noch sagen: OK, nobody is perfect, und die Vorsorge lässt man sich halt was kosten. Aber die Klimarettung wird geradezu gemeingefährlich, wenn man die einzige Energieversorgung abschaltet, die sowohl CO2-frei ist als auch zuverlässig die Grundversorgung mit Strom sicher stellt. Also die AKWs. Ich weiß, die sind bei einem Teil der Bevölkerung nicht beliebt, aber - ganz nebenbei - die Energieform mit den wenigsten Toten je Terawattstunde. Selbst Solarenergie erzeugt 5x so viele Tote / TWh wie Kernkraft - ich war selbst überrascht von dieser Information.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…it_anderer_Energiequellen


    Damit nicht genug, wird die CO2-Schleuder Kohleverstromung nicht als allererstes abgestellt, sondern nun auch noch zusätzlich zur Kernkraft. Hier produzieren wir ganz konkrete, reale, potenziell tödliche Risiken, nämlich die von flächendeckenden längeren Blackouts. Ich persönlich habe davor wesentlich mehr Angst als vor einer um zwei Grad erhöhten Temperatur. Diese Art der "Vorsorge" grenzt für mich an vorsätzlichen Totschlag, denn die erforderlichen Eingriffe zur Stabilisierung des "Zappelstroms" sind jetzt schon zigfach höher als vor ein paar Jahren, und der erste größere Blackout mit Toten ist nur eine Frage der Zeit, wenn auch noch die Kohlekraftwerke eingestampft werden.


    Zur Illustration auch von mir eine Buchempfehlung: Der Bestseller Blackout von Marc Elsberg. Sehr spannend, aber angesichts der aktuellen Pläne auch sehr beklemmend.

    Wirklich gute Nachrichten für alle, die sich Sorgen um die Erderwärmung machen!


    Die Befürchtungen der Klimaforscher zum Einfluss von CO2 wurden im Lauf der 15 Jahre von 2000 bis 2015 immer geringer. Die entscheidende Kennzahl ist hier die Klima-Sensitivität (climate sensitivity). Das ist der Temperaturanstieg in Grad Celsius, der jeweils bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration zu erwarten ist. (Also von derzeit 400 ppm auf 800 ppm, bei der nächsten Verdoppelung von 800 ppm auf 1.600 ppm, usw.).


    Bei den langfristigen Effekten (Equilibrium Climate Sensitivity = ECS, ab ca. 1.000 Jahre ab heute) sank der im Jahr 2000 erwartete Temperaturanstieg von +4,5°C auf unter +2°C (Erwartung im Jahr 2015), weniger als die Hälfte. Bei den kurzfristigen Effekten (TCR = Transient Climate Response, bis ca. 100 Jahre ab heute) sank die im Jahr 2000 erwartete Erwärmung von 2,5°C innert 15 Jahren Forschung auf nur noch 1,5°C Erwärmung (Stand 2015). Wohlgemerkt: Bei einer VERDOPPELUNG des CO2-Gehalts in der Atmosphäre..


    Graphisch aufbereitet sieht das so aus:


    Abb 7 Scafetta 2.PNG




    Sämtliche Datenpunkte sind Fachartikel mit peer-review in Fachzeitschriften.


    Der Trend für die Klima-Sensitivität geht bei den neuesten Publikationen (nach 2015) übrigens noch weiter in Richtung Null. Es wird Zeit, die Panik beim Thema Klima zu überdenken.



    Quelle der obigen Analyse und Abbildung:

    Nicola Scafetta, Aberto Mirandola, Antonio Bianchini: Natural climate variability, part 2: Interpretation of the post 2000 temperature standstill,

    International Journal Of Heat And Technology, ISSN: 0392-8764 Vol. 35, Special Issue 1, September 2017, pp. S18-S26

    (Artikel ist im Internet frei zugänglich).

    Bei Utilities wäre ich sehr vorsichtig. In der Regel wird in Inflationsszenarien häufig als erstes von der Politik der Strompreis gedeckelt als populistische Maßnahme. Vielleicht nicht in den USA aber ziemlich sicher bei uns.

    Strompreisdeckelung in Deutschland. LOL. Der war gut. :thumbsup: