Posts by cktest

    Frau Baerbock will offenbar nicht gewählt werden. Angeblich soll sie in einem Interview der FAZ gesagt haben, sie schließe eine Koalition mit der Linkspartei nach der Bundestagswahl nicht aus. Damit dürfte sie die Zahl der potentiellen Grünen-Wähler mindestens um ein Drittel verringert haben. Dementsprechend sieht es in der Sonntagsfrage auch so aus, dass die Grünen fast 10 Prozentpunkte hinter der CDU/CSU und nur noch 3 Prozentpunkte vor der SPD liegen. Man erinnere sich, dass vor noch nicht allzulanger Zeit, genauer gesagt Ende April/Anfang Mai, Grüne und CDU/CSU ungefähr gleichauf waren.

    Ich tippe inzwischen nicht mehr auf eine schwarz-grüne (für die auch keine Mehrheit vorhanden wäre) oder Jamaika-Koalition , sondern auf eine "Deutschlandkoalition". Die SPD ist bestimmt flexibler, um in die Regierung zu kommen als die Grünen, und Lindner kann mit der SPD wahrscheinlich auch besser als mit den Grünen.

    Ich kapere diesen Thread mal für einen Rant über Tradegate, da ich keinen Börsenplatz-Thread gesehen habe. Ich hatte da heute eine Order für eine Aktie eingestellt zu einem bestimmten Limit. Das ist nicht bedient worden, aber eine halb so große Order wurde mit einem niedrigeren Preis ausgeführt. Wäre es nicht für den Verkäufer und auch für mich besser gewesen, wenn ich bedient worden wäre, wenn auch nur teilweise?

    Mehr als 2 Millionen Fälle mit Long-Covid-Symptomen alleine in Großbritannien

    Da hauen die Autoren und die Presseabteilung des Imperial College aber unnötig auf die Pauke. Aber es gilt ja immer "only bad news is good news".


    Wir halten fest: es wurden ca. eine halbe Million Menschen befragt. Von denen gaben ca. 92.000 an, dass sie eine Covid19-Erkrankung mit Symptomen durchgemacht hätten. Für Aussagen über Long Covid wurden nur die genommen, bei denen die Symptome vor mindestens 12 Wochen aufgetreten waren, das waren 76.000. Von denen gaben 8771 an, dass die durchgemachte Covid19-Infektion immer noch einen "signifikanten Effekt auf ihr tägliches Leben" hätte. Das waren 11,5% der Covid19-Erkrankten bzw. 1,7% der Umfrageteilnehmer. Meiner Ansicht nach ist das die interessanteste Zahl aus dem Paper: etwa jeder zehnte, der symptomatisch an Covid19 erkrankt, muss mit länger anhaltenden signifikanten Beschwerden rechnen.


    Die mehr als zwei Millionen kommen dadurch zustande, dass man (a) alle Leute anschaut, die noch irgendein Symptom berichten (das waren 5,8% der Umfrageteilnehmer) und (b) eine riesige Dunkelziffer annimmt. Aktuell meldet das UK lt. JHU ca. 5,6 Mio. Infizierte. 5,8% davon wären etwa 320.000 Personen. Wenn man von zwei Millionen Briten mit länger anhaltenden Symptomen ausgeht und behauptet, das wären 5,8%, dann müssten 34,5 Mio. Briten erkrankt sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Dunkelziffer so hoch ist.

    Im UK wird auch deshalb weniger studiert, weil die Tuition fee ja schon 10K pro Jahr kostet (ca. 12K Euro).

    Hinzu kommt noch, dass Studentenappartements nicht wirklich verguenstigt angeboten werden, so wie das in Deutschland der Fall ist.

    Somit kostet studieren gehen sehr viel Geld, und gleichzeitig gilt "Handwerker" zu sein auch viel mehr als in Deutschland.

    Das habe ich interessanterweise umgekehrt empfunden. Ich habe in meinen viereinhalb Jahren im UK keinen einzigen britischen Handwerker kennengelernt, aber vielleicht habe ich mich im falschen Milieu befunden. Der Mann einer Bekannten hatte sich aus finanziellen Gründen überlegt, Heizungsbauer (?, nicht sicher, ob ich mich korrekt erinnere) zu werden. Dafür hätte er einen vierwöchigen Kurs machen müssen, und wäre dann ein vollwertiger Handwerker gewesen. Er hat dann aber wieder davon Abstand genommen, als er merkte, dass das mit körperlicher Arbeit verbunden gewesen wäre, und hat lieber einen white collar-job gemacht.


    Studieren kostet in der Tat im UK sehr viel Geld, und auch die Mieten in den Studentenwohnheimen sind deutlich teurer als in Deutschland (hängt natürlich auch davon ab, wo man studiert, aber in der Uni im Großraum London, in der ich gearbeitet habe, kostet ein Zimmer mit eigener Dusche aktuell aufwärts von 150 GBP/Woche). Gleichzeitig scheint es weniger üblich zu sein als in Deutschland, dass die Eltern das Studium finanzieren. Lieber nimmt man einen Studentenkredit auf. Es gibt auch mehr Möglichkeiten als in Deutschland, ein Stipendium zu ergattern. Hier passt übrigens auch gut das Thema Inflation. Als ich 2005 ins UK gegangen bin, kostete ein Jahr an einer Uni für Briten ca. 3.000 GBP, inzwischen sind es, wie Joe schreibt, 10.000 GBP. Studenten weichen deshalb stärker nach Schottland oder Wales aus, wo die Tuition fees niedriger sind.


    Joe : es gibt auch Unis in Deutschland, die englischsprachige Studiengänge anbieten. Leider sind das meist Privatunis, und dann ist man finanziell nicht viel besser dran als im UK. Maastricht ist, wie Du schreibst, auch eine Option.

    Al Sting : wenn Du schreibst "ich will einige Jahrzehnte darin [in einem Haus] wohnen", dann hast Du die britische Mentalität noch nicht verinnerlicht. Ein Haus ist keine Anschaffung fürs Leben. Im Gegensatz zu Deutschland wohnt man meist nur einige Jahre darin und zieht dann um, weil z.B. die Kinder in die Schule oder in eine andere Schule gehen sollen und man dafür in der "richtigen Gegend" (catchment area) wohnen muss. Der Immobilienmarkt ist auch entsprechend viel liquider als in Deutschland.


    Handwerker: ich vermute zwei Probleme. Erstens gibt es im UK nicht das System, dass man irgendwo in die Lehre geht und dort den Job lernt. Zweitens ist im UK der Drang, an die Uni zu gehen, noch viel höher als in Deutschland. Das führt aber auch dazu, dass Leute mit irgendeinem Abschluss von der Uni abgehen und anschließend etwas ganz anderes machen. Das ist im UK wiederum einfacher als hier, weil dort viel mehr auf Deine Fähigkeiten geschaut wird als darauf, dass Du das richtige Papier mit den richtigen Stempeln darauf mit Dir herumträgst.

    Ich sehe da auch eine echte Gefahr für Deutschland. Das Ausbildungssystem für Handwerker ist zwar im internationalen Vergleich gut, aber Handwerksberufe sind gesellschaftlich nicht so angesehen, und deshalb will jeder studieren gehen. Das führt dazu, dass es zu wenige Handwerker und zu viele Leute mit unnötigen Studienabschlüssen gibt. Dabei sollte langsam mal ins Bewusstsein der Leute dringen, dass ein Klempner oder ein Zimmermann wahrscheinlich mehr Geld verdienen wird als ein studierter Germanist.


    Die englischen Winter sind im Süden eher mild, aber im Norden und in Schottland kann ganz schön viel Schnee fallen.

    Das New England Journal of Medicine hat einen Artikel über die Wirksamkeit von Impfstoffen gegen Alpha und Delta: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2108891. Was ich an diesem Artikel bemerkenswert finde, ist, dass die Autoren nicht in der Lage sind, den Wirkverlust des Impfstoffs gegen Delta richtig einzuschätzen. In der Zusammenfassung steht nämlich:

    Only modest differences in vaccine effectiveness were noted with the delta variant as compared with the alpha variant after the receipt of two vaccine doses.

    Dabei zeigt die Studie, dass der BioNTech-Impfstoff gegen Delta nur ungefähr halb so gut schützt wie gegen Alpha: der Schutz vor einer symptomatischen Infektion gegen Alpha war 93,7% (d.h. 6 von 100 Leuten erkranken), der Schutz gegen Delta war 88% (d.h. 12 von 100 Leuten erkranken). Bei Astra-Zeneca ist der Schutz insgesamt deutlich schlechter, aber der Unterschied nicht so groß: Schutz vor symptomatischer Alpha-Infektion ist 74,5% (d.h. 25 von 100 Leuten erkranken, viermal so schlecht wie BioNTech), vor Delta 67% (d.h. 33 von 100 Leuten erkranken, dreimal so schlecht wie BioNTech).


    Mir sind aus meinem (recht überschaubaren) persönlichen Umfeld inzwischen mehrere Fälle bekannt, in denen bereits geimpfte Personen erneut an Covid-19 erkrankt sind.

    Das klingt nach billiger Bauweise.

    Man muss sich darüber im Klaren sein, dass im Gegensatz zu Deutschland die meisten Häuser nicht individuell vom Bauherrn gebaut werden, sondern quartierweise von Immobilienfirmen (z.B. Bovis Homes, Bellway, Barratt usw.; wer nach Inspiration sucht, kann z.B. auf https://www.newhomesforsale.co.uk fündig werden) auf die Wiese gesetzt werden (sogenannte "developments"). Einige dieser Immobilienfirmen wurden auch schon von Mitgliedern dieses Boards im Depot gehalten. Diese Firmen haben natürlich ein Interesse an Gewinnmaximierung.

    Außerdem gibt es im UK nur extrem wenige Handwerker. Die Polen, die lange Zeit die meisten Jobs gemacht haben, sind durch den Brexit verschwunden.

    woodpecker : Schottland war letzten Sommer sehr schön und hatte wenige Touristen. Preislich aber nicht ganz mit der Türkei vergleichbar, da musst Du schon etwas mehr Geld mitbringen. Ansonsten finde ich folgende Regionen im UK reizvoll: Kent, die Gegend südlich von London, Dorset, Devon, Cornwall, Cotswolds, Wales, Pennines inkl. Peak District und Yorkshire Dales, North Yorkshire Moors, Northumberland, Lake District. Nicht so prickelnd fand ich Norfolk und Suffolk, das Themsetal oder die East Midlands.

    Cash zu halten ist allerdings gefaehrlicher als sonst, es droht ja deutliche Inflation.

    Falls es einen Crash gibt, ist man mit Cash auch bei Inflation immer noch relativ besser dran als mit Aktien. Aber meine Glaskugel ist leider sehr dreckig.

    Wenn ich so darueber nachdenke gibt es wirklich nicht so viele Neubauten.

    Nach meiner Erfahrung (ich habe ein halbes Jahr in einem victorian end-of-terrace gewohnt, danach in einem Haus, wie es Joe beschrieben hat) sehen die Häuser, die heute in GB in sogenannten "developments" gebaut werden, nach ein paar Jahren genauso aus wie die Häuser, die in den sechziger Jahren gebaut wurden. Allerdings gibt es inzwischen in den neuen Häusern Doppelverglasung und, wenn man richtig Glück hat (hat man meistens nicht) Einhandbatterien an den Wasserhähnen. Geflieste Badezimmer sind dagegen immer noch Mangelware.


    Das Problem ist aber gar nicht so sehr das Aussehen, sondern die Bausubstanz. Die Neubauten, die ich gesehen habe, standen auf einem Streifenfundament (keiner massive Bodenplatte, Keller sind sowieso extrem selten) und bestanden aus einem zweischaligen Mauerwerk, in den Zwischenraum wurde irgendwelches Isoliermaterial eingeblasen. Die Geschossdecken sind in der Regel auch in neuen Häusern aus Holz und nicht aus Beton.

    Mit der ersten 100jährigen österreichischen Anleihe (WKN A19PCG) hätte man über 100% Gewinn machen können, wenn man bei der Emission gekauft hätte. Die zweite (WKN A28Y97) hat einen wesentlich niedrigeren Kupon (0,85% statt 2,1%) und notiert trotzdem über 100%. Beide in kleinanlegerfreundlicher 1000 EUR-Stückelung. Der Kursverlauf beider Anleihen suggeriert, dass die Anleger inzwischen weniger stark von einer Zinserhöhung ausgehen als noch im Mai.

    Erstmal ist das je nach Einstellungssache extrem cool oder extrem gefährlich.

    Als "proof of principle" ist diese Studie sicher sehr eindrucksvoll. Bevor man aber "Blockbuster" schreit (wie das offenbar einige Analysten machen), sollte man bedenken, dass es weltweit nur etwa 5.000-10.000 Personen mit vererblicher Transthyretin-bedingter Amyloidose gibt (Quelle: Ärzteblatt). Besonders häufig kommt die Erkrankung in Portugal, Schweden und Japan vor. In Deutschland schätzt man, dass etwa 1,5 Personen/Mio. Einwohner erkrankt sind (Quelle).

    Diese Impfung sorgt dafür, dass der Körper entsprechende Spike Proteine produziert. Dieser Prozess, einmal durch die entsprechende Impfung in Gang gesetzt, kann nicht wieder Rückgängig gemacht werden. Wenn jetzt der Virus mutiert, die Impfung angepasst wird und wir uns jedes Jahr neu impfen lassen müssen, woher soll unser Körper die ganzen Bausteinen zur Bildung der Spike Proteine nehmen?

    Fehlen uns diese Bausteine nicht an anderer Stelle z.B Zellregeneration,… und was passiert dann mit den ganzen Spike Proteinen in unserem Körper? Scheiden wir diese einfach aus oder sammeln sie sich in unseren Organen an und wie wirkt sich das langfristig aus?

    Wie Du richtig schreibst, sorgt die Impfung mit dem mRNA-Impfstoff (aber auch die Impfung mit dem adenoviralen Impfstoff von Astra Zeneca oder J&J) dafür, dass der Körper Spike-Proteine produziert. Dies geschieht solange, bis die mRNA im Körper wieder abgebaut ist, also wahrscheinlich für maximal einige Tage. Bei den adenoviralen Impfstoffen dauert es so lange, bis die Adenoviren aus dem Körper eliminiert sind. Da habe ich auf die Schnelle nichts gefunden, wie lange das dauert, ich würde aber ebenfalls von einigen Tagen ausgehen.


    Die Spike-Proteine werden genau wie alle anderen Proteine unseres Körpers aus Aminosäuren zusammengesetzt, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Die Spike-Proteine werden nach der Synthese von den synthetisierenden Zellen ins Blut abgegeben und zirkulieren dort vermutlich für maximal einige Wochen (andere Studien sprechen sogar von einer Halbwertszeit von nur 10 Minuten, was mir sehr kurz vorkommt), bevor sie eliminiert werden. Diese Eliminierung findet zum Teil durch die neugebildeten Antikörper statt, zum Teil aber sicher auch durch andere physiologische Vorgänge. Bei der Elimination werden die Spike-Proteine wieder in die ursprünglichen Aminosäuren zerlegt, die dann anderswo im Körper verwendet werden können.


    Das bedeutet, dass man nach einem Monat sicher kein Spike-Protein mehr in seinem Körper hat.


    Eine Dosis BNT162b2 enthält 30 µg mRNA, das sind ungefähr 23 pmol. Wenn man einfach mal grob postuliert, dass jedes mRNA-Molekül 1000mal abgelesen wird, bevor es abgebaut wird, dann würden nach einer Impfung 23 nmol Protein produziert werden, das sind ungefähr 3-4 mg Protein. Der Protein-Turnover in einem Menschen beläuft sich auf 3-5 Gramm/Tag/kg Körpergewicht; da fällt das Spike-Protein mengenmäßig also überhaupt nicht ins Gewicht.

    Voxtur : Sollen wir jetzt hier über H-Indices usw. reden? Ich habe zwar noch nichts zur Immunforschung beigetragen (und plane das auch nicht), aber mein track record ist insgesamt ganz gut. Bei Dir kann ich nur einen völligen Mangel an sachlicher Argumentation erkennen (aber gut, ist hier auch der Stammtisch-Thread).

    Wie ein Gericht feststellen kann, wer an Covid19 gestorben ist und wer nicht, kann ich nicht nachvollziehen. Da halte ich mich doch lieber an die Aussagen von Pathologen. Und zumindest von den Covid19-Toten, die in Hamburg seziert wurden, waren ungefähr 85% an und nicht mit Covid19 gestorben (Edler et al., Dying with SARS-CoV2 infection - an autopsy study of the first 80 consecutive cases in Hamburg, Germany. Int. J. Legal Med. 134: 1275-1284 (2020)).


    Edit: interessanterweise hat Bhakdi in einem Paper 2009 vor den Risiken der Grippeschutzimpfung gewarnt ("Possible hidden hazards of mass vaccination against new influenza A/H1N1: have the cardiovascular risks been adequately weighed?" Med. Microbiol. Immunol. 198: 205-209 (2009)). Vielleicht ist das ein Faible von ihm.