Bayer kassiert jetzt i.S. Milzbrand in den USA ab

  • So zynisch wie es klingt, das passiert eben hie und da öfters:
    Des einen Leid, des andren Freud!
    (Aber trotzdem möcht' ich lieber Schering als Bayer-Papiere im Depot haben...)


    Ciao
    Lucky


    **************


    Top Finanznews  
    Bayer:
    Große Nachfrage nach Milzbrand-Antibiotikum


    Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer will die Produktion des einzigen in den USA zugelassenen Antibiotikums gegen Milzbrandinfektionen ausweiten. Auch eine US-Firma plant, ein Präparat gegen Milzbrand zu vertreiben.
    Die Produktion des Medikaments "Ciprobay" solle um 25 Prozent gesteigert werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die Zahl der täglichen Verschreibungen des Medikaments habe sich in den vergangenen Tagen von acht bis zehntausend auf aktuell 18.000 Verordnungen erhöht, schrieb die Zeitung unter Berufung auf die Versicherungsgesellschaft Merck-Medico. Die Versicherung übernimmt die Medikamentenkosten für rund 65 Millionen Amerikaner.


    Ciprobay sei mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. Euro das mit Abstand wichtigste Pharmaprodukt des Konzerns. Bayer rechne selbst mit einer erhöhten Nachfrage, konnte aber keine Angaben zur Umsatzsteigerung machen. Vorsorglich wurde eine stillgelegte Mehrzweckanlage wieder in Betrieb genommen, um die Produktion von November ausweiten zu können. Die amerikanische Regierung plane den Ankauf von Antibiotika gegen Milzbrand und biologische Kampfstoffe im Wert von insgesamt 1,5 Mrd. $. Das zusätzliche Geld solle aus der Notfallhilfe von 40 Mrd. $ stammen, die der Kongress der Regierung nach den Terroranschlägen am 11. September bewilligt hatte.


    US-Firma beantragt neue Lizenz


    Auch der einzige US-Hersteller eines Impfstoffs gegen Milzbrand hat bei den Behörden die erneute Genehmigung zum Verkauf des Präparats beantragt. Das Unternehmen BioPort habe bei der US-Behörde für Nahrungsmittel- und Medikamentensicherheit die Erneuerung einer vor drei Jahren ausgesetzten Lizenz beantragt, teilte eine Unternehmenssprecherin am Montag in Detroit mit. Unter normalen Umständen dauere das Genehmigungsverfahren bis zu sechs Monaten, die Umstände seien derzeit jedoch "nicht normal". Das in Lansing im US-Bundesstaat Michigan ansässige Unternehmen musste 1998 die Produktion von Milzbrand-Impfstoff einstellen, da die Labors nicht den Hygiene-Bestimmungen entsprachen.

  • Selbst für die, die aus sowas Profit schlagen wollen, ist die Party wohl schon weitgehend vorbei. Bayer hat bereits das "prä-WTC"-Niveau wieder erreicht. Was jetzt zählt ist weiterhin der Lipobay-Rückzug. Und den wird ein - hoffentlich kurzfristiger - Milzbrand Hype nicht wettmachen können.


    Arlecchino

  • Ciprobay (das Präparat, das Bayer in den USA verkauft und das das einzige von der FDA zugelassene Präparat gegen Milzbrand ist, warum auch immer) ist für den Ertrag von Bayer noch viel wichtiger als Lipobay. Wenn daher tatsächlich die Ciprobay-Produktion um 25% ausgeweitet wird, wie die FAZ heute berichtet hat, dürfte dies das Gewinnloch, das der Produktionsausfall von Lipobay gerissen hat, zu einem ziemlich großen Teil stopfen.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Jahres-Umsätze aus dem Geschäftsbericht 2000 (Seite 47 im PDF):

    Ciprobay 1785 Mio EUR
    Adalat 1155 Mio EUR
    Lipobay 636 Mio EUR
    Aspirin 632 Mio EUR
    Kogenate 491 Mio EUR
    Glucometer Elite 472 Mio EUR
    Gamimune N 350 Mio EUR


    Man muß dabei allerdings berücksichtigen, daß die Umsatzsteigerung von Ciprobay von 1999 nach 2000 nur 18% betrug, die von Lipobay 82%. Insofern war wohl erwartet worden, daß sich Lipobay 2001 in der Tabelle weiter nach vorn schieben würde. [br][size=1](Diese Nachricht wurde am 17.10.01 um 08:08 von cktest geändert.)[/size]

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Da steht:
    "Für Bayer dagegen ist nach dem Rückzug des Cholesterin-Senkers Lipobay wegen schwerer Nebenwirkungen die deutlich gestiegene Nachfrage nach Ciprobay in den USA erfreulich"


    Erfreulich heißt, daß die Mehreinnahmen von Ciprobay die Verluste durch Lipobay nicht decken werden!


    Gruß


    Spoil

  • Gestern wurde bei comdirect noch folgende Meldung veröffentlicht (Kommentare von mir in []):
    LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Die erhöhte Produktion des Anti-Milzbrand-Mittels Ciprobay kann nach Einschätzung von Bayer AG  die erwartenden Verluste wegen der Zurücknahme des Cholesterol-Senkers Lipobay nicht ausgleichen kann. Das sagte eine Pressesprecherin des Pharma-Konzerns am Mittwoch. Bayer erwartet für dieses Jahr eine Gewinneinbuße von etwa 800 Millionen Euro.
    [Daran kann man sehen, wie hoch die Hoffnungen auf Lipobay gesteckt waren. Im Jahr 2000 wurden mit Lipobay nur ca. 650 Mio. EUR umgesetzt, dieses Jahr erhoffte man sich einen Gewinn von 800 Mio. EUR.]
    Die Bayer-US-Tochter Bayer Corp hatte am Morgen mitgeteilt, in den nächsten drei Monaten bis zu 200 Millionen Cipro-Tabletten zu liefern. Die Produktion laufe 24 Stunden täglich und und sieben Tage die Woche, hieß es. Vorerst wird Bayer die Fertigung in Connecticut um 25 Prozent ankurbeln. In Deutschland soll die Produktion zum November anlaufen.
    Mittlerweile hat die US-Bundesbehörde zur Überwachung von Nahrungs- und Arzneimitteln Cipro als eine der Behandlungen gegen Milzbrand empfohlen.
    [Ciprobay ist das einzige von der FDA zugelassene Antibiotikum gegen Milzbrand. Das war aber auch schon vor dem 11. September so. Warum andere - ebenfalls wirksame - Antibiotika in den USA nicht gegen Milzbrand zugelassen sind, entzieht sich meiner Kenntnis.]
    Bayer plant, den Preis für Ciprobay trotz der erhöhten Nachfrage beizubehalten, "solange Cipro gebraucht wird, um die gegenwärtige Terroristenbedrohung zu bekämpfen".
    Cipro hat im vergangenen Jahr weltweit einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erbracht. Das Patentrecht wird Ende 2003 auslaufen.
    Bayer hatte Lipobay vergangenen August wegen gesundheitsgefährdender Nebeneffekte vom Markt genommen. /FX/lm/bi

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Und auch das war zu erwarten und wird Bayer nicht schmecken


    Gruß


    Spoil



    MILZBRAND-MEDIKAMENT


    Die Dämme brechen


    Weil der Bayer-Konzern die sprunghaft angestiegene Nachfrage nach dem Anthrax-Medikament Ciprobay nicht befriedigen kann, wird nun die US-Regierung aktiv. Andere Hersteller sollen loslegen - Patentrecht hin oder her.

    New York - Voraussichtlich wird es Bayer nicht schaffen. Mit der angekündigten Verdreifachung der Produktionskapazität bringt der Konzern rund 60 Millionen Cipro-Pillen auf den Markt, genug für 1,7 Millionen mögliche Patienten. Nach Ansicht der US-Regierung muss aber für 12 Millionen Patienten in den USA vorgesorgt werden.
    Momentan werden zwei Auswege diskutiert: Zum einen könnte der Patentschutz unterlaufen werden, den Bayer in den USA bis Ende 2003 genießt. Zum anderen könnte die Wirksamkeit anderer Medikamente für die Anthrax-Behandlung überprüft werden.


    Die erste Alternative würde das Problem ziemlich schnell lösten. Indische und amerikanische Konkurrenten von Bayer haben bereits große Mengen nachgemachter Cipro-Pillen, so genannte Generika, in Aussicht gestellt - und das zu weitaus niedrigeren Preisen. Allerdings wäre dies ein klarer Verstoß gegen internationales Patentrecht.


    Momentan arbeitet die US-Regierung mit Hochdruck an der zweiten Alternative. In wenigen Tagen wird die Food and Drugs Administration (FDA) auch die Antibiotika Penizilin und Doxizyklin als Anthrax-Medikamente zulassen. Von diesen Wirkstoffen existierten bereits Generika auf dem US-Markt und eine Ausweitung der Produktion wäre relativ einfach.


    "Es gibt keine Hinweise, dass die anderen Medikamente weniger wirksam sind", sagte die FDA-Medizinerin Sandra Kweder der "New York Times". Bereits in den fünfziger Jahren wurden Penizilin und Doxizyklin auch für die Milzbrand-Behandlung zugelassen. Es gibt allerdings Anthrax-Sporen, gegen die nur Cipro etwas ausrichten kann, deshalb wurde die Zulassung für andere Mittel nicht mehr erneuert. Nach Angaben von Kweder töten Penizilin und Doxizyklin aber zuverlässig die Anthrax-Bakterien ab, die in Washington gefunden wurden


    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,163099,00.html
    [br][size=1](Diese Nachricht wurde am 18.10.01 um 20:07 von Spoilsport geändert.)[/size]

  • Also Spoil, weißt Du...
    Mußt Du denn meine hochfliegenden Erwartungen alle gleich wieder in die Tiefebene verbannen?
    Jetzt warte nur noch ein Weilchen, bin Laden kommt noch mit 'nen 'Beilchen' (sprich: bakteriologische Angriffe in den USA - und dann?).
    Ich will's ja nicht hoffen, aber die Heerscharen von Islamisten-Anhängern werden bestimmt nicht kleiner die nächsten Jahre, befürchte ich!
    Auf alle Fälle ist Bayer ganz gut im Geschäft und wird seine jüngsten Fehler wieder ausmerzen können.
    Heute wieder leicht im Plus - besser als gar nix und besser als der Durchschnitt!



    Prost Spoil und sieh's net so eng...
    Ciao


    [br][size=1](Diese Nachricht wurde am 18.10.01 um 22:31 von luckybull geändert.)[/size]

  • Mönsch Lucky,


    wollte dir den Abend nich verderben....
    Aber ein Medikament und die momentane Panik, die wohl wieder abebben wird, sind hoffentlich nicht alles, was Bayer zu bieten hat.


    Aber, Lucky, wenn die irgendwann "Alcobay" `rausbringen, die medikamentöse Prophylaxe, die auch dich über die Wiesn bis in den Augustinerkeller bringt, dann, großes Ehrenwort, kaufe auch ich Bayer Aktien  ;D


    Liebe Grüße


    Spoil

  • Guten Morgen Lucky!



    MILZBRAND-MEDIKAMENT


    Kanada bricht Bayer-Patent


    Die kanadische Regierung hat den Patentschutz des Bayer-Konzerns für Ciprobay aufgehoben, weil er mit der Produktion des Anthrax-Antibiotikums nicht hinterherkommt. Politiker in den USA verlangen immer lauter, es den Kanadiern nachzumachen.

    Ottawa/Washington - Grund für die Entscheidung sei eine nationale Notlage nach den Anthrax-Anschlägen in den USA, teilte die kanadische Regierung zur Begründung mit. Sie hat nun eine Million Tabletten eines Nachahmermedikamentes bestellt, das von einer kanadischen Firma produziert wird.
    "Dies sind ungewöhnliche, gefährliche Zeiten", sagte eine kanadische Regierungssprecherin der "New York Times". "Die Kanadier erwarten, dass ihre Regierung alles Notwendige tut, um ihre Gesundheit und Sicherheit zu schützen."


    US-Regierung glaubt Bayer-Zusagen


    Eine Bayer-Sprecherin verurteilte die Entscheidung. Der Konzern werde auch die sprunghaft angestiegene Nachfrage decken können, kündigte sie an.


    Das Weiße Haus in Washington teilte unterdessen mit, in Amerika solle der Patentschutz für das Bayer-Medikament nicht gebrochen werden. "Wir glauben nicht, dass es derzeit nötig ist, das Patent aufzuheben", betonte Anthony T. Jewell, Sprecher des Gesundheitsministeriums.Die Regierung vertraue den Lieferzusagen des Bayer-Konzerns.


    Voraussichtlich aber wird es Bayer nicht schaffen. Mit der angekündigten Verdreifachung der Produktionskapazität bringt der Konzern rund 200 Millionen Cipro-Pillen auf den Markt, genug für 1,7 Millionen mögliche Patienten. Nach Ansicht der US-Regierung muss aber für 12 Millionen Patienten in den USA vorgesorgt werden.


    Anruf beim Gesundheitsminister


    Auch in den USA werden daher seit Tagen zwei Auswege aus der Lieferkrise diskutiert: Zum einen könnte auch hier der Patentschutz unterlaufen werden, den Bayer in den Vereinigten Staaten bis Ende 2003 genießt.


    Dies hat der New Yorker Senator Charles Schumer erstmals Anfang der Woche verlangt. Nach der kanadischen Entscheidung rief Schumer den US-Gesundheitsminister Tommy Thompson an, um seiner Forderung neuen Nachdruck zu verleihen. "Ich weiß, dass die Pharmaindustrie besorgt über diese Forderung ist", sagte Schumer. "Aber wir befinden uns in einer Notlage und da muss jeder zurückstecken."


    Billige Pillen aus Indien


    Schumers Vorschlag würde das Problem ziemlich schnell lösen. Indische und amerikanische Konkurrenten von Bayer haben bereits große Mengen nachgemachter Cipro-Pillen, so genannte Generika, in Aussicht gestellt - und das zu weitaus niedrigeren Preisen. Allerdings wäre dies ein klarer Verstoß gegen internationales Patentrecht.


    Zum anderen könnte die Wirksamkeit anderer Medikamente für die Anthrax-Behandlung überprüft werden
     
    Zurzeit arbeitet die US-Regierung mit Hochdruck an dieser zweiten Alternative. In wenigen Tagen wird die Food and Drugs Administration (FDA) auch die Antibiotika Penicilin und Doxizyklin als Anthrax-Medikamente zulassen. Von diesen Wirkstoffen existierten bereits Generika auf dem US-Markt und eine Ausweitung der Produktion wäre relativ einfach.


    "Es gibt keine Hinweise, dass die anderen Medikamente weniger wirksam sind", sagte die FDA-Medizinerin Sandra Kweder der "New York Times". Bereits in den fünfziger Jahren wurden Penicilin und Doxizyklin auch für die Milzbrand-Behandlung zugelassen. Es gibt allerdings Anthrax-Sporen, gegen die nur Cipro etwas ausrichten kann, deshalb wurde die Zulassung für andere Mittel nicht mehr erneuert. Nach Angaben von Kweder töten Penicilin und Doxizyklin aber zuverlässig die Anthrax-Bakterien ab, die in Washington gefunden wurden.

  • STREIT UM CIPROBAY


    Kanada knickt ein


    Der Bayer-Konzern hat sich im Streit um das Ciprobay-Patent gegen die kanadische Regierung durchgesetzt. Kanada will nun doch keine Anti-Milzbrand-Pillen bei der Konkurrenz kaufen. Als Gegenleistung verschenkt Bayer 200.000 Tabletten.




    Leverkusen/Toronto - Wie Bayer in Leverkusen mitteilte, hat sich die kanadische Gesundheitsbehörde verpflichtet, bis einschließlich 2003 nur Milzbrand-Medikamente von Bayer zu kaufen. Damit erkennt die Regierung das Patent Bayers auf Ciprobay an, das in Nordamerika erst Ende 2003 ausläuft.
    Die kanadische Regierung hatte Ende letzter Woche angekündigt, dieses Patent angesichts der nationalen Notlage nach den Milzbrand-Anschlägen in den USA zu unterlaufen. Die Gesundheitsbehörde hatte bereits 900.000 Tabletten bei einem heimischen Hersteller bestellt, der preisgünstige Nachahmermedikamente produziert.


    Eine Million Pillen in 48 Stunden


    Durch den Kurswechsel vermeidet Kanada ein von Bayer angedrohtes Gerichtsverfahren. Bayer verpflichtet sich im Gegenzug, die sofortige Versorgung der kanadischen Bevölkerung mit dem Antibiotikum im Falle von terroristischen Anschlägen mit bakteriologischen Waffen sicherzustellen.



     
    Auf Anforderung werde der Konzern innerhalb von 48 Stunden eine Million Tabletten an die kanadische "Organisation zur Bevorratung von medizinischem Notfallbedarf" (NESS) ausliefern. Außerdem versprach Bayer nach Angaben aus Toronto die kostenlose Lieferung von 200.000 Ciprobay-Tabletten für besonders gefährdete Berufsgruppen.


    Streit in den USA geht weiter


    Das Bayer-Patent für das Milzbrand-Medikament ist auch in den USA nicht unumstritten. Der demokratische Senator Charles Schumer aus New York rief in der vergangenen Woche die Regierung wiederholt dazu auf, anderen Firmen wegen der Anthrax-Fälle zu erlauben, billigere Nachahmerversionen zu produzieren. Bisher lehnt die republikanische US-Regierung diese Forderung ab.


    Bayer hatte versprochen die Produktion von Ciprobay deutlich zu erhöhen. Einer der wichtigsten Medikamente-Großhändler in den USA, McKesson Corp., hatte am Freitag erklärt, er sei gezwungen gewesen, die Abgabe von Cipro an Kunden und Krankenhäuser zu rationieren. Bayer sei nicht in der Lage gewesen, mit der Nachfrage Schritt zu halten, die siebenmal größer gewesen sei als normal.


    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,163946,00.html

  • Vielen Dank Spoil,
    für die schnelle Reingabe dieser Meldung.
    Meine Meinung:
    Der Kampf der weltweit agierenden Konzerne um's Überleben wird zusehends härter.
    Rezessionsängste verdichten sich immer mehr, Entlassungen en masse sind ein drastisches Gegen- bzw. Bekämpfungsmittel gegen schwächelnde Bilanzen.
    Da muss natürlich einiges ins Felde geführt werden, was auf den 1.Blick nicht gerade lukrativ aussieht. Schenke 200.000 Tabletten, um später dann (hoffentlich!) Millionen teuer verkaufen zu können. Bayer hat natürlich das Recht, ihre Patentrechte durchzusetzen, notfalls über entsprechende Klage beim Weltverband der chemisch/pharmazeutischen Industrie. Wo käme man denn da hin, wenn jedes Land durch Imitationen solche Patente unterlaufen kann?


    Bin gespannt, wie sich das nach dem Krieg gegen
    den Terror
    auf unserem Planeten fortsetzt:
    Vielleicht mit einem anderen Krieg, dem
    Wirtschaftskrieg...



    Good luck

  • Sorry, Lucky,


    aber das mit dem teuer verkaufen scheint auch nix zu werden...


    Gruß


    Spoil


    CIPROBAY-PILLEN


    USA erzwingen von Bayer Ramschpreise


    Gerade hat der Bayer-Konzern sein Patent für die Milzbrand-Arznei Ciprobay verteidigt, da muss er schon um seine Profite bangen. Der US-Gesundheitsminister hat die Deutschen genötigt, den Preis für ihre Tabletten drastisch zu senken.


    Washington - Helge Wehmeier, Amerika-Chef des Leverkusener Konzerns, hatte sich auf einen kurzen Besuch eingestellt, als er am späten Dienstagnachtmittag im US-Gesundheitsministerium eintraf. Stattdessen blieben er und seine Mitarbeiter bis spät in den Abend.
    Denn auch Gesundheitsminister Tommy Thompson hat den Deutschen nun die Daumenschrauben angelegt. Die Preise, die Bayer für seine Milzbrand-Arznei Ciprobay verlangt habe, seien drastisch überhöht. Wenn Bayer nicht nachgebe, würden die USA möglicherweise doch Anti-Anthrax-Tabletten bei der Konkurrenz bestellen.


    Weniger als einen Dollar pro Pille


    Nach den schwierigen Verhandlungen hat Bayer laut Mitteilung des Ministers die zuvor angebotenen Preise noch einmal fast halbiert. Ursprünglich verlangte der Konzern für jede der zehn Millionen Anti-Anthrax-Pillen, die er noch an die US-Regierung liefern muss, 1,83 Dollar. Nun soll Bayer weniger als einen Dollar erhalten.



     
    Der genaue vereinbarte Preis wurde bisher nicht bekannt gegeben. Bayer will sich aber offenbar an die vorläufige Einigung halten. Bayer-Sprecher Michael Diehl sagte SPIEGEL ONLINE, man habe sich "praktisch geeinigt", die Vereinbarung müsse nur noch "finalisiert" werden.


    Für den Fall, dass Bayer doch noch einen Rückzieher macht, hat Thompson bereits in einem CNN-Interview gedroht, er werde den US-Kongress einschalten, damit "andere Wege gefunden" werden. Diehl geht davon aus, dass Thompson die Details der Vereinbarung am Nachmittag amerikanischer Zeit mitteilen wird.


    Apotheker zahlen das Fünffache


    Der wahrscheinliche neue Preis liegt auf dem Niveau billiger Nachahmermedikamente, wie sie Konkurrenzunternehmen wie Barr anbieten. Diese Generika-Hersteller haben die Wirkstoffe jedoch nicht selbst entwickelt und müssen daher, anders als Bayer, keine Kosten für medizinische Forschung wieder einspielen.


    Verglichen mit den bisher üblichen Marktpreisen war schon das ursprüngliche Bayer-Angebot von 1,83 Dollar ungewöhnlich niedrig. US-Apotheken, die Ciprobay einkaufen, mussten bisher 4,67 Dollar pro Pille bezahlen. Das explosionsartig gewachsenen Ciprobay-Geschäft, das bisher als sicherer Gewinnbringer für Bayer galt, könnte sich so als weitaus weniger profitabel erweisen als gedacht.


    US-Regierung schaut neidisch nach Ottawa


    Mit seinen Preisverhandlungen hat Thompson einen überraschenden Kurswechsel vollzogen. Bisher hat die US-Regierung einen relativ Bayer-freundlichen Kurs gefahren. Ihre Vertreter bekräftigten, man wolle das Bayer-Patent auf Ciprobay nicht antasten und glaube dem Konzern, dass er die noch bestellten zehn Millionen Tabletten rechtzeitig liefert.


    Offenbar aber haben die Konzessionen, die Bayer gegenüber der kanadischen Regierung machte, auch in den USA Begehrlichkeiten geweckt. Die kanadische Gesundheitsbehörde hatte Ende vergangener Woche angekündigt, sie wolle fast eine Million Anti-Milzbrand-Tabletten bei einem Hersteller von preiswerten Nachahmerarzneien bestellen. Damit hätte Kanada das Patent des Bayer-Konzerns auf Ciprobay verletzt, das in den USA und Kanada bis Ende 2003 gilt.


    Verschenkte Pillen


    Nachdem Bayer mit einer Klage gedroht hatte, schwenkte die Regierung in Ottawa um: Man werde die Tabletten nun doch vom Bayer-Konzern beziehen. Im Gegenzug verpflichtete sich Bayer allerdings, nur einen Tablettenpreis von 1,30 Dollar in Rechnung zu stellen. Außerdem habe Bayer versprochen, 200.000 Tabletten f

  • Lassen wir mal Fermi ran:


    Gehen wir mal davon aus, dass Milzbrand aehnlich wie eine starke Grippe
    medikamentoes behandelt wird. Dh. mit ca. 20 Tabletten pro Person a 3Stueck
    pro Tag.


    Dann laesst sich damit zurueckrechnen, dass die 200.000 Tabletten fuer knapp
    10.000 Personen ausreichen sollte.
    Die verlangten 10Mio Stueck dementsprechend fuer 500.000 Personen.


    So, setzen wir mal voraus, dass jede Sekunde eine Tablettenpressmaschine 3
    Tabletten gepresst herstellen kann. Dann kann diese Maschine in einer
    Tagesproduktion die verlangten 200.000 Stueck herstellen.


    Nun bin ich mal dreist und nehme an Bayer besitzt 10 solcher Maschinen.
    Dann ist die Produktion von 10Mio Stueck in 4 Tagen zu erreichen.
    Wir sehen als 10.2Mio Tabletten sind eine knappe Wochenproduktion!


    Wenn wir jetzt vielleicht verschlimmernd annehmen, Bayer faehrt in der Produktion
    nur eine 8h Schicht, dann muessen wir eine 12 Tage Produktionszeit einkalkulieren.


    Aber, dies alles war nur mal so ideal angedacht.


    Liebe Gruesse,
    beagle

  • Ach Leut, hätten wir den Beagle nicht
    wären öfters mal ganz ohn' Gedicht
    Nun steigt er rauf die Mathe-Leiter
    Genie du bist - mach nur so weiter!




    Ciao
    + liebe Grüße
    [br][size=1](Diese Nachricht wurde am 24.10.01 um 22:15 von luckybull geändert.)[/size]