Textilindustrie?

  • Was ist denn so von der Textilindustrie in Europa zu halten?
    Der einzige Thread dazu im Forum hat einen gelinde gesagt irreführenden Titel (es geht da um die Bremer Wollkämmerei).


    Ich habe da eine Aktie mit ganz guten Werten gefunden


    - 2004 / 2005
    KGV 5,84 /5,21
    KCV 2,4/2,23
    KUV 0,35/-
    Divi 1,75%/3,86%
    Jahresumsatz etwa 300 Mio EUR
    (2006 werden die Zahlen noch besser, aber mehr als 1 Jahr in die Zukunft schauen ist doch sehr gewagt.)


    aber die Lage ist nicht frei von Zukunftssorgen: Stichworte starker Euro, Konkurrenz aus China etc. Im Moment sieht es ganz stabil aus, aber große Wachstumschancen sind wohl nicht drin, man muß eher den Teil vom Kuchen verteidigen, den man hat. Die Produkte sehen bieder-neutral bis kreuzhäßlich aus (das erklärt sich wohl mit dem Hauptmarkt GB), von da ist also auch kein Kick zu erwarten.


    Haben Textilproduzenten in Europa überhaupt eine Zukunftschance in den nächsten 3-5 Jahren?


    Gruss,
    Herakles

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Hi Herakles


    Aus meiner Sicht haben in erster Linie hochpreisige Markenanbieter wie zB Hugo Boss gute (Überlebens-) Chancen in diesem Markt. Gerade aus Osteuropa und dem fernen Osten wird der Druck auf "normale" Textilproduzenten sicherlich weiter zunehmen und letztendlich auch noch einige/viele verdrängen.


    Die Fundis vom Engländer sind ja echt gut und wären eine genauere Betrachtung wert. Neben den nackten Zahlen sind bei den Textilern denke ich Corporate Idendity und Corporate Design ganz wichtig um einen längerfristigen Einstieg zu wagen.


    Zum englischen Textilmarkt allgemein kann ich leider überhaupt nichts sagen.



    Gruß Sam

  • Es ist ein Belgier, GB ist nur der Hauptmarkt. Die machen auch keine Anziehsachen, sondern Teppiche/-böden. Aber auch bei Wohntextilien gibt es ja "In-Marken" wie z.B. Bassetti, wo man nicht so auf den Preis schaut und der neuen Kollektion entgegengeiert.


    Dieser belgische Laden ist halt so ein richtiger "Wer-kauft-den-sowas?"-Produzent. Andererseits: Der Blick in die Möbelgeschäfte ergibt bis heute ein in großen Bereichen seit Beginn meiner Existenz unverändertes Bild: Unglaublich häßliche Sofas, grauenhafte Schrankwände, brechreizerregende Bodenbeläge. Offenbar ist bei ca. 30% der Menschheit ein spezielles, unveränderliches Häßliches-Wohnen-Gen im Erbgut. Diese Gruppe stellt natürlich eine treue Käuferschaft dar, solange sie nicht geschlossen in Hartz IV versinkt.


    Leider gibt es kaum Infos zu der Firma (jedenfalls von neutraler Seite), ich gehe nochmal in mich...


    Gruss,
    Herakles

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • hier was zur konkurrenz:


    Chinas Textilindustrie setzt auf internationale Zusammenarbeit

    Hu Yuxin studiert Modedesign. Obwohl die Studentin erst im achten Semester ist, konnte sie ihr Talent schon mehrmals beweisen. Bei verschiedenen nationalen Modedesign-Wettbewerben hat sie bereits erfolgreich Proben ihres Talents geliefert. Auch einige ihrer Studienkolleginnen konnten sich auf dem selben Wege profilieren. Gefördert wird ihre Begabung laut eigenen Angaben vor allem durch den verstärkten akademischen Austausch in den vergangenen drei Jahren: "An unserer Hochschule lehren derzeit viele ausländische Professoren und Experten bekannter internationaler Designagenturen. Ihre Vorlesungen wecken großes Interesse und erregen große Aufmerksamkeit unter den Studentinnen und Studenten der Design-Fakultät."


    Verstärkt wurde dieser akademische Austausch insbesondere nach dem WTO-Beitritt Chinas vor drei Jahren. Wang Qing, Vize-Präsident des chinesischen Konfektionsverbandes, sieht in der globalen Einbindung der chinesischen Bekleidungsbranche sowohl große Chancen, als auch neue Herausforderungen. In einem Gespräch mit Radio China International plädierte Wang in diesem Zusammenhang für eine verstärkte Heranbildung von Nachwuchskräften im Bereich Modedesign: "Wir müssen unsere Design- und Entwicklungsfähigkeiten erhöhen. Ziel ist es, aus dem bislang überwiegend verarbeitenden Handel eine von eigenen Entwicklungen geprägte Konfektionsbranche aufzubauen. In dieser Hinsicht ist ein verstärkter akademischer bzw. Fachaustausch unentbehrlich. Dabei können wir viel lernen, sowohl von den Errungenschaften westlicher Länder im Modebereich, als auch moderne Markt- und Branchenkenntnisse."


    China ist weltweit führender Textil- und Bekleidungsproduzent. Mehr als 60% des Gewinns der Branche stammt aus der Exportwirtschaft. Die sukzessive Aufhebung der bislang gängigen Mengenbeschränkungen gemäß dem entsprechenden WTO-Abkommen, dem Agreement on Texiles and Clothing" (ATC), am 1. Januar 2005 soll die Entwicklung der chinesischen Textilbranche weiter fördern. Dennoch räumt Wang Qing weitere Herausforderungen auf dem Entwicklungsweg ein. Im Konkreten nannte er ebenso die steigenden Anforderungen der globalen Konsumenten, wie das stetige Wachstum der internationalen Standards für importierte Textilprodukte. Deshalb müsse die chinesische Textilbranche den Trends und Anforderungen auf dem Weltmarkt gerecht werden, mit dem Ziel, die Anerkennung für chinesische Textil- und Bekleidungsprodukte zu fördern und mehr Marktanteile zu erlangen.


    Zahlreiche chinesische Unternehmen setzen auf die Zusammenarbeit mit namhaften internationalen Markenunternehmen, um moderne Geschäftsführung auch im chinesischen Modebereich einzuführen. Beispiel dafür ist das Unternehmen Shanshan. Sieben der insgesamt 20 Markenprodukte des chinesischen Modeherstellers werden in Zusammenarbeit mit namhaften internationalen Marktführern produziert. Dazu sagte Zhou Shifen, Vize-Präsident von Shanshan: "Wir pflegen vor allem mit namhaften Markenfirmen oder internationalen Marktführern Kontakte, da sie internationale Stilrichtungen vertreten und uns somit eine Orientierung für das Design geben können."


    Internationale Zusammenarbeit ist unentbehrlich für die Entwicklung zahlreicher chinesischer Bekleidungsproduzenten. Eingeführt werden dadurch nicht nur modernes Design und professioneller Vertrieb, sondern darüber hinaus umfassende Dienstleistungen, die sich maßgeschneidert an Kundenwünschen orientieren.


    Für eine weltmarktorientierte Entwicklung sorgen neben Branchenverbänden und Bekleidungsunternehmen auch gesellschaftliche Kräfte. Dongfang-Binly ist ein Unternehmen, das sich mit verschiedensten Angeboten auf den Kulturaustausch mit dem Ausland spezialisiert. Auch Mode zählt zu den Austausch-Programmen des Beijinger Unternehmens. Dazu sagte Yao Ge von der Firma Dongfang- Binly: "Im Dezember vergangenen Jahres haben wir in Tokio einen ostasiatischen Modeverband gegründet. Ziel ist es, die unterschiedlichen Vorzüge Südkoreas, Japans und Chinas, die allgemein als größte Bekleidungslieferanten Asiens gelten, für eine gemeinsame Entwicklung miteinander zu verbinden."


    Die chinesische Textil- und Bekleidungsindustrie erlebt derzeit eine dynamische Entwicklung. Statistischen Angaben des chinesischen Handelsministeriums zufolge ist der Export von Bekleidung und textilen Nebenprodukten allein in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 20% gewachsen.


    Branchenkenner vertreten jedoch die Ansicht, dass das quantitative Wachstum der chinesischen Textil- und Bekleidungsindustrie immer noch deutlich höher liege als das qualitative. Dieser Entwicklungstrend bringe Nachteile mit sich, bestätigte Wang Qing, Vizepräsident des chinesischen Konfektionsverbands: "Einerseits wird ein zu schnelles Wachstum mit Sicherheit zu Handelskonflikten mit anderen internationalen Bekleidungslieferanten führen, andererseits verlieren unsere Kostenvorteile im Zuge der Erhöhung der bäuerlichen Einkommen immer mehr an Bedeutung. Sollten wir nicht rechtzeitig nach einem Qualitätswachstum streben, muss die chinesische Bekleidungsbranche spätestens in zwei oder drei Jahren mit großen Schwierigkeiten rechnen. Wir müssen uns noch in der gegenwärtigen Wachstumsphase auf die künftige Entwicklung vorbereiten."


    (CRI/China.org.cn, 2. Dezember 2004)

  • Hucke ist doch auch Textilindustrie, wenn ich mich nicht irre - oder läuft Bekleidung nicht unter diesem Oberbegriff?


    Hugo Boss und Gerry Weber sind im letzten halben Jahr schon sehr gut gelaufen. Leider habe ich sie nur in einem virtuellen Depot und nicht im "echten" :( aber dort haben sie beide um über 50% zugelegt (Kaufdatum war der 11. August 2004).

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Schon, ich denke aber bei Kleidung kann man noch eher durch Marken (Boss, Gerry Weber, die ganz edlen natürlich, mittlerweile wohl auch die Sportartikelhersteller Puma etc.) den Billigheimern Paroli bieten, aber bei so profanen Dingen wie Teppichen und Teppichböden sieht das vielleicht anders aus.


    Da sich die Aktie im letzten Jahr schon verdreifacht hat, ist man wohl auch "etwas" spät dran.


    Tja, wenn man diese Herren http://www.awe.be/store/aweave…003/en/awi_en_2003_03.pdf so sieht, hätte man ihnen keine Verdreifachung der Aktie zugetraut...

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Na, es gibt auch noch einen Etienne Aigner Thread.
    Es gibt schon eine zwar überschaubare aber vorhandene Gruppr von deutschen Textilunternehmen.
    Trigema fällt mir dazu ein, der laden läuft wegen eines höchstengagierten Patriarchen mit altehrwürdigen Grundsätzen. Dann gibt es einen Haufen Nischenspezialisten - etwa für das Gewebe von Airbags oder (in der Schweiz) den Patentinhaber für diese Elektrozaunbänder auf Viehweiden.
    An der Börse ist eher mau. NoName und NoThrill Aktien wie Hucke oder Hirsch werden wohl nie auf einen grünen Zweig kommen, selbst wenn die gesamte Produktion ausgelagert wird.

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • Bei der Bekleidungsindustrie gehe ich davon aus, dass (was die Herstellung angeht) die Musik in den Billiglohnländern spielen wird (bzw. dies bereits tut). Wo die Zeit eine Rolle spielt (time-to-market) und man schnell reagieren muss, findet die Produktion wohl eher in Osteuropa statt, der Rest kommt aus China.
    Um einen sanften Übergang nach der Aufhebung der Importquoten für Textilien durch die EU zu schaffen, will die chinesische Regierung höhere Exportzölle auf Textilien erheben. Wahrscheinlich ändert sich also zunächst einmal wenig.


    Von den deutschen börsennotierten Bekleidungsunternehmen halte ich die Adolf Ahlers AG noch am günstigsten bewertet, seit Oktober letzten Jahres habe ich die Stammaktien auch im Depot.

  • Nachdem Hucke aus dem Depot flog steht bei mir Ahlers unter Dauerbeobachtung. Allerdings kann ich mich mit den heimischen Textilern allgemein nicht besonders anfreunden. Eine verdammt harte Branche mit einer Großzahl an Billiganbietern, die nicht nur lumpige Ware anbieten bzw. herstellen.


    Soviel zu den Klamotten, zurück zum Belgier. Der größte Umbruch bei Heimtextilien und vor allem bei textilen Bodenbelägen startete vor rund 10 Jahren mit der alternative "Laminat". Besonders für Menschen mit Allergien usw. sehr interessant. Völlig zurecht hat sich in D die Teppichbodenalternative einen hübschen Marktanteil erobert.


    Wie das dann für den belgischen Unternehmer in E aussieht ? und wie dort der Markt sich verändert ? bzw. ob Wachstumsmöglichkeiten vorhanden sind ?, keine Ahnung.


    Entscheidend ist m.M. demnach ob der Belgier zu seinen Textilien (Teppichböden) hier noch alternativen im Produktsortiment hat um evtl. Umsatzveränderungen durch Diversifikation aufzufangen.



    Gruß Sam

  • Herakles
    Bei so einem Teil sollte man sich die Umsatzentwicklung über die letzten 10 Jahre mal anschauen. Wenn nämlich jedes Jahr 5 oder 10% weniger Umsatz gemacht wird, nützt dir auch KGV 5 nichts, weil das gleiche KGV dann nächstes Jahr bei einem 10% niedrigeren Kurs zu liegen kommt.
    Wenn die Kiste lebt - warum nicht?
    Ansonsten gilt: Nicht von skurilen Produkten abschrecken lassen! ;)

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • Sam
    keine Alternativen, nur die schwer überprüfbare Aussage eines Managers von Associated Weavers anläßlich der Domotex 2003 (ja, etwas älter, es ist aber schwer, überhaupt Infos zu finden), daß der Trend gedreht habe vom Laminat zurück zur guten alten Wolle und damit zu Teppichböden. Na ja, die Bevölkerung in Europa altert halt zunehmend...


    Zur Zeit (15.-18.) läuft die domotex, die Fachmesse für Teppiche + Bodenbeläge ("The world at your feet"). Da findet sich AWI jedenfalls nicht in der Liste der Firmen, die Neuheiten vorstellen. Das einzige sind Teppiche aus Sisal und Kokos.
    Mehr als aktuelle Farbtrends ist aber noch nicht in die Medien gesickert. Und 4% mehr Aussteller, es geht der Branche also etwas besser.


    value
    Jahr: 1999 2000 2001 2002 2003 2004
    Sales Volume (x1000m2): 44 49 51 52 49 52
    Turnover (Mio. EUR): 196 213 248 270 254 269


    Im ersten Halbjahr 2004 dann wieder Anstieg des Umsatzes um 8,9%, es gab also nur ein Loch in 2003 (eigentlich nur das 1. Halbjahr 2003)


    Gruss,
    Herakles


    (Jahr 2004 hinzugefügt)

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

    Edited once, last by Herakles ().

  • Meine belgischen Teppichknüpfer haben jetzt die Zahlen für 2004 vorgelegt. Danach ergeben sich als Kennzahlen für 2004


    KUV 0,14 (da habe ich oben irgendwie falsche Zahlen verwendet...)
    KGV 5,4
    KCV 2,38
    Dividende 2%


    Ich habe gerade alle 580 BO Werte nach KUV+RS gescreent, von den Werten, die KUV <= 0,2 haben und Gewinn machen, einen positiven Cashflow und einen positiven Buchwert haben (Dividende muß ja nicht mal sein) blieben nur 31 Werte hängen (davon mit Sixt und VW 2 Doppelnennungen). In die Liste würde AWI auch locker reinrutschen und wäre nach RS auf Platz 7, dabei mit dem niedrigsten KGV.


    Etwas bedenklich das Jammern über steigende Rohstoffpreise, Wechselkurse und Steuerzahlungen. Die Schulden wurden kräftig abgebaut und erstmals gibt es wieder Dividende. Trotz des Jammerns geben sie einen zuversichtlichen Ausblick, aber ohne Begründung (es sei denn, man läßt die sinngemäße Aussage "die hohen Rohstoffpreise und negativen Wechselkurse betrachten wir als vorübergehende Erscheinung" als Begründung gelten.)

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Hm, keine Kursreaktion, aber die größten Umsätze seit Mitte 2001. Bisher schon das 14fache des Durchschnittsumsatzes.
    Keine Ahnung, was das heißt.


    Update am Abend: heute der größte Umsatz seit langem, soviel wie sonst in 5-6 Wochen, aber ohne jede Kursbewegung. Irgendwie bedenklich.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

    Edited 2 times, last by Herakles ().

  • Heute wieder ein 6-Wochen-Umsatz an einem Vormittag ohne Kursbewegung. Da schaufelt wohl einer von seiner linken in die rechte Tasche, ich verstehe nur nicht warum?

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Aha, mein Teppichhändler beginnt leicht zu zucken. Höchster Kurs seit 4,5 Jahren und stärkste Käufe seit Börsengang 1997. Besonders merkwürdig, dass nach den Zahlen am 29. Januar erst einmal binnen 4 Tagen etwa der normale Umsatz eines halben Börsenjahres ohne jede Kursbewegung (zwischen 10,05 und 10,07) über den Tresen ging. Nachdem diese Massentransaktion abgeschlossen ist, darf der Kurs offenbar steigen. Jetzt bei 10,57, Bid und Ask jeweils bei 10,70. Der Chart gibt ja vielleicht 15 EUR her, dann wäre die Aktie etwa so teuer wie die zweitbilligste Firma aus der Textilbranche in Europa.
    Letzten Herbst war die Aktie schon einmal bei 10,50 - nicht dass da ein böses Doppeltop entsteht...



    Yahoo! liest jetzt auch mit. Seit gestern haben sie mein Kursziel von 15 EUR übernommen. :-) Ich habe nur noch nicht die zugrunde liegende Analyse gefunden.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

    Edited 2 times, last by Herakles ().

  • Verlockendes aus dem Jahresbericht:
    (Tufting Division = ca. 90% des Umsatzes, Weaving Division ca. 10%)


    "For the Weaving Division 2004 was a year to forget as fast as possible, or better: from which to draw as many lessons as possible to do better in the future."


    Oder zu Infrastruktur-Problemen im Hauptmarkt, dem 3.-Welt-Staat GB:
    "For the Tufting Division 2004 was also marked by the vagaries of transportation in the United Kingdom. Here too in 2004 we have, at considerable cost in cash and hard work, laid the basis for a stronger future by setting up our own outsourced transport system".


    Zu den Aussichten des Kerngeschäfts:
    "Conditions in the Tufting Division's markets were not essentially different in 2004 from earlier years, i.e. stiff competition in a slightly receding market characterized by overcapacity."


    Zu den allgemeinen Aussichten:
    "In other words, 2005 does not look like being an easy year."


    Und dann bieten sie sich noch gleich anderen Firmen zur Übernahme an:
    "The Group's financial position is also strong, allowing the Group to look to the future either under its own steam or as a strong partner in a larger whole."


    -------------------


    Das läßt nicht wirklich explodierende Kurse erwarten. Der bewegt sich eh nicht mehr seit Wochen.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Interessant, je nach Periode werden aus fallenden Kursen steigende Kurse (oder umgekehrt). Man beachte die Umsätze Ende Januar/Anfang Februar 2005. Tatsächlich waren die hohen Umsätze weder von fallenden noch von steigenden Kursen begleitet, sondern von festgenagelten Kursen (Vermutlich eine Umplatzierung über die Börse).



    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

    Edited 2 times, last by Herakles ().

  • Ich habe übrigens Wochen damit verbracht herauszufinden, was in Gottes Namen "tufted carpets" sind. Weder die gängigen Wörterbücher, noch Google, noch leo.org gaben direkt Antwort. Vielmehr gaben alle die gleiche Antwort, und zwar tufted="mit Federbusch". Da der Hauptmarkt von AWI das Vereinigte Königreich ist, war das ja gar nicht mal abwegig, jedenfalls kann ich es mir sehr gut vorstellen, dass britische Wohnzimmer mit Teppichböden mit Federbüschen ausstaffiert sind. Schließlich trinkt man dort auch warmes Bier. Dann aber stieß ich in einer Duskussionsecke bei leo.org auf die Lösung, zwar keine Übersetzung, aber eine Definition, die mich zu der Übersetzung "Schlingenware" kommen ließ. Womit das auch geklärt wäre.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • http://www.hellweg.de/download/pdf/teppich.pdf


    Ich zitiere:


    Für Teppichböden gibt es verschiedene Herstellungsverfahren.


    Tufting
    Beim Tufting-Verfahren wird das Garn mit zahlreichen parallel angeordneten Nadeln - ähnlich einer überdimensionalen Nähmaschine - in ein Trägermaterial eingenadelt. Das Garn wird dabei von Greifern festgehalten, zu losen Schlingen geformt und in weiteren Schritten auf der Rückseite verankert. Zur Stabilisierung der Schlingen wird das Trägermaterial verklebt. Tufting-Teppichböden sind meist mit einem zusätzlichen Schaum- oder Textilrücken ausgestattet.


    [...]


    Das sogenannte Tufting-Verfahren ist heute das gebräuchlichste, nicht zuletzt, weil die Fertigung rationell ist und die Böden entsprechend preiswert sind. Tufting kommt aus dem Englischen (to tuft) und bedeutet übersetzt sticken. Tufting-Ware ist in Deutschland besonders beliebt. Rund 85 Prozent aller gekauften Teppichböden sind getuftet, etwa zehn Prozent gewebt. Der Rest ist Nadelfilz.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer