Charterfirmen und Reeder antizyklisch

  • Eine Branche, die aktuell heftig am Boden liegt, sind Schiffs-Vercharterer/Reeder.


    Hintergrund sind die enormen Kapitalzuflüsse der letzten Jahre, die im Zuge des China-Booms zu erheblichen Kapazitätsausweitungen geführt haben.


    Damals (also Mitte der 2000er) überstieg bekanntermaßen die Nachfrage an Frachtraum kurzzeitig das Angebot, führte zu hohen Margen und befeuerte allerorten den Naubau von Frachtern und Tankern.


    Mittlerweile sind all diese Schiffe bei gleichzeitig stagnierendem Frachtaufkommen fertiggestellt und seit mehreren Jahren kennen die Frachtraten nur eine Richtung:
    Nach unten.


    Aktuell ist der Kapitalstrom quasi versiegt, Banken ziehen sich aus der Finanzierung zurück, Schiffsfonds schließen usw.


    Alles in allem also ein typisches Beispiel für einen Schweinezyklus.


    Da es erste Anzeichen zu geben schein, dass sich die Frachtraten langsam normalisieren und Reederaktien ziemlich günstig sind, stellt sich die Frage ob hier nicht das ein oder andere Schnäppchen zu haben ist?


    Ich selber habe mir vorerst folgende Aktien angesehen:


    - Eurokai
    - Tsakos
    - Danaos
    - Dryships
    - Maersk und
    - Navios


    Eindeutiger Favorit ist bisher Navios:
    (Kurs 3,30 USD)


    KUV 0,59 (in etwa Durchschnitt der betrachteten Werte)
    KBV 0,32
    KGV 11,1
    KGV5 3,32
    KPV5 3,68
    EKQ 41%
    Divi 6,4%


    Hier steht und fällt natürlich viel mit der Bewertung der Schiffe, aberallzu weit bergab sollte es aber eigentlich nicht mehr gehen können.


    Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten schreibt Navios seit 2005 ohne Pause Gewinne, zahlte durchgängig Dividende und hat einen akzeptablen FCF.
    Wobei man beim CF natürlich nicht so genau weiß ob es nun besser ist keine Schiffe zu kaufen und Pulver trocken zu halten, oder ob hier Schnäppchen auf dem Gebrauchtmarkt zu haben sind die die anderen Kandidaten grade clever einkaufen, wie man ab und an in der Presse liest.


    Würde mich über Meinungen oder Infos zu der Branche freuen, im Netz konnte ich bisher praktisch nichts Brauchbares finden, das Interesse an Schiffsaktien scheint ziemlich tot zu sein aktuell.


    Gruß,
    woodpecker

  • Quote

    Original von woodpecker
    Würde mich über Meinungen oder Infos zu der Branche freuen, im Netz konnte ich bisher praktisch nichts Brauchbares finden, das Interesse an Schiffsaktien scheint ziemlich tot zu sein aktuell.


    Sanko hat gerade pleite gemacht: http://uk.reuters.com/article/…hip-idUKBRE8610CA20120702


    Schau die im WPF mal den Thread über John Fredriksens Firmen an. JF hat neben Ölbohrplattformen (Seadrill) auch anderes im Programm, so wird im dem Thread ab und an auch der Chartermarkt beleuchtet.


    http://www.wertpapier-forum.de…ohn-fredriksen-companies/


    Das Thema ist bei mir auch auf der Watchlist, aber IMHO noch zu früh zum einsteigen. Mit weiteren Pleiten ist zu rechnen.

    Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers

    Edited 2 times, last by nixda ().

  • Danke für den Link!


    Quote

    Original von nixda


    Das Thema ist bei mir auch auf der Watchlist, aber IMHO noch zu früh zum einsteigen. Mit weiteren Pleiten ist zu rechnen.


    Vermutlich hast du Recht und hier ist noch keine große Eile.


    Man muss sicher gut aufpassen wen man da anpackt, daher meine Vorliebe für Navios - stabile Entwicklung, die sehen nicht eben wie ein Pleitekandidat aus.


    wp

  • Handelsblatt :
    Griechen stürzen sich auf deutsche Reedereien


    15.07.2012, 11:22 Uhr
    Griechen nutzen den Rückzug deutscher Banken aus der Schiffsfinanzierung und kaufen sich günstig ein. Chinesen dagegen springen mit Krediten bei, um heimische Werften zu stützen.


    Aktien
    Z.B. Costamare

  • Quote

    Original von crozz
    Es gibt ein paar interessante Artikel zu dem Thema auf seekingalpha.com


    Die solideste Aktie in dem Bereich scheint Diana Shipping zu sein.


    Rein von den Kennzahlen sehen sie nicht schlecht aus, EK von 78% ist natürlich schon bombenfest.
    Was mich bei Diana etwas stutzig macht, ist die hohe Marge, Gewinnmarge (Shareholders Profit/Umsatz) war die letzen Jahr bei 40-60(!)%, allerdings kontinuierlich fallend.


    Da müsste man erst mal sehen, was für Gründe das hat, und ob das zu halten ist oder ob hier schlicht alte und lukrative langjährige Charterverträge langsam auslaufen.


    wp

  • Die HHLA kassiert die Prognose fürs laufende GJ.
    http://www.ftd.de/unternehmen/…ut-prognose/70067727.html
    Ich gehe davon aus, dass in der Branche das Gröbste noch nicht ausgestanden ist. Bei den Terminalbetreibern deuten sich bereits seit einiger Zeit Überkapazitäten an, die hohen Margen von früher werden daher für vermutlich sehr lange Zeit Geschichte sein.


    Bei den Charterraten für Containerschiffe sieht es auch recht düster aus. Wenn dann noch bei sich abkühlender Wirtschaft die Ladungsmengen wegbrechen...
    http://www.harperpetersen.com/harpex/harpexVP.do

  • Immer wenn die baltischen Indexe neue Tiefpunkte erklimmen, schlägt mein Herz für die Schiffahrt!


    Hat jemand von Euch Peter Evans' Biographie von Aristoteles Onassis gelesen? Ich glaube es gibt darin mindestens eine Lektion für Investoren. Das erste, kleine Geld hat Onassis mit Zigaretten verdient. Das grosse mit Schiffen. In jedem Fall kaufte er die ersten Schiffe in der Tiefe der Depression der 30er, ich glaube eine halbes Duzent gebrauchte Schiffe von, wenn ich mich recht erinnere, der Canadian Steamship Co. Er war der einzige Bieter. Noch bevor die Depression zu Ende war, musste er wieder ein, zwei davon verkaufen um die Kosten für die restlichen zu decken, da es nicht genug Fracht gab, um die Schiffe einzusetzen.
    Sehr sehr günstig eingekauft und mit viel Geduld verdiente er schlussendlich gutes Geld, sobald die Wirtschaft und das Frachtaufkommen drehte.


    Wer weiss, wie lange die aktuelle Krise andauert und wann Tonnage-Angebot/Nachfrage wieder ins Lot kommen?


    Eine Bewertung nach Ertragskraft macht aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn. Es sei denn, du kannst die zukünftige Ertragskraft einschätzen. Ich kann es nicht. Und die, die aktuell gut aussehen sitzen auf dem Trockenen, sobald ihre Charterverträge auslaufen...


    In Anbetracht der bereits sehr depressiven Lage bei den Charterraten macht eine Bewertung auf Liquidationsbasis aus meiner Sicht aber grossen Sinn. Mensch, und notieren die nicht alle schön unter Buchwert? Ein Paradies für Value Investoren! ;) Könnte man denken.


    Als Spielplatz für südländische Machos gehört eine intelligente "capital allocation" nicht gerade zur Kernkompetenz der meisten - zumindest der börsennotierten - Schifffahrtsgesellschaften. Neue Aktien unter Buchwert verkaufen und im Geschäftsbericht als grosse Errungenschaft verkaufen. Gross Schiffe zu Boomzeiten zu überteurten Preisen einkaufen und als tolle Basis für die Zukunft anpreisen, obwohl man sie jetzt für den halben Preis hätte haben können. Der Bericht von Genco Shipping war für mich Negativbeispiel #1. Es wird viel Schindluder mit dem Geld ignoranter Anleger getrieben.


    Bewertet man das Anlagevermögen nicht zum Buch-, sondern zum Marktwert blieben bei meiner Suche nur zwei Unternehmen übrig, die für mich in Frage kamen. Die meisten Unternehmen waren "unter Wasser" und überschuldet.


    Das eine sitzt in Indien. Als Nicht-Inder werde ich von diesem Markt leider ausgeschlossen, wenn ich mich nicht bei der indischen Aufsichtsbehörde um eine Lizenz bemühe. Das war mir dann doch etwas zu viel. Hat jemand von Euch schonmal in Indien (hier handelte es sich um die Börse Bombay) Aktien gekauft?
    Das Unternehmen notiert unter Netto-Cash, nach Abzug aller Schulden. Die - teils neuen - Schiffe gibts als Geschenk.


    Das zweite Unternehmen notiert nicht ganz so günstig, aber immerhin bei 1/3 vom aktuellen Liquidationswert zu aktuellen, depressiven Marktpreisen der Schiffe abzüglich aller Schulden. Ebenso ist es "family owned", Schindluder und Testosteron also weitgehend unter Kontrolle.


    Schiffahrt ist ein ziemlich beschissenes commodity-business, aber beim Kauf von Schiffen zu einem Drittel der aktuellen, deprimierten Marktpreise könnte man auf Lange Sicht vielleicht etwas verdienen.


    Bei Onassis hat es - mit viel Geduld - geklappt.



    Auf was für einen Buchwert kommst du, wenn du bei Navios die Schiffe zu ungefähren Marktpreisen bewertest?




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    The secret to success is to see something nobody else sees.
    -- Ari Onassis

  • Quote

    Original von SetlaSuah
    ...
    Auf was für einen Buchwert kommst du, wenn du bei Navios die Schiffe zu ungefähren Marktpreisen bewertest?
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    The secret to success is to see something nobody else sees.
    -- Ari Onassis


    Kann ich schwer sagen, da ich nicht wirklich eine Ahnung von Schiffsbewertung habe. Das Problem trifft aber in meinem Fall auf alle Charterfirmen zu.


    Ich habe nun dennoch Navios gekauft.
    Grund: Antizyklische Spekulation auf Ende der extrem niedrigen Charterraten (Schweinezyklus).
    Wenn das eintrifft, sollte es auch für Navios günstig sein.
    Einstweilen haben die zudem eine stabile Bilanz, stabilen Gewinn und guten CF, man kann mit dieser Aktie also ruhig auch etwas abwarten.


    ps. Wie heißt denn nun das von dir so kryptisch erwähnte Unternehmen (nicht der Inder) ?


    Gruß,
    woodpecker.

  • Es gibt diverse Schiffsbroker, die Schiffspreise regelmässig im Internet veröffentlichen. Die Schiffe sind ja relativ standardisiert, sodass man die Werte, wenn man die Flottenliste hat, schon überschlagen kann.


    Bei Navios überschlage ich -- quick & dirty! -- $800mln aktueller Wert vs. $1415mln in der Bilanz. $600mln würde ich vom EK abschreiben.


    Somit kommst du auf einen Buchwert zu Marktpreisen von ca. $460mln.
    Aktueller Preis an der Börse: $374mln.
    Spontan würde ich sagen, der Markt ist hier relativ effizient.


    Aber da die Situation bei Navios etwas verstrickt ist (diverse Unternehmen - allein drei börsenntierte -, Goodwill, Intagibles, usw.) müsstest du für eine fundierte Antwort schon ganz schön Zeit investieren.

  • ich kenn mich mit NAvios nicht wirklich aus, aber es scheint ein wenig wie bei Tsakos zu sein.


    Fette Dividende aber dann gleich wieder eine Kapitalerhöhung.


    Mit genügend Kapitalerhöhungen zu aktuellen Kursen kann man den BAuchwert auch wieder an den Marktpreis annähern ....


    Wesentlich schönere Geschäftsmodelle haben Braemar und Co.


    Wesentlich "schöneres" und weniger risikoreiches Geschäft.

  • Die kannte ich noch nicht, mmi. Gar nicht mal so teuer und v.a. gar nicht übel von Seiten der returns on tangible capital ;)


    Habt ihr euch mal die Frachtmakler ("forwarder") angesehen?

  • Quote

    Original von SetlaSuah
    ...
    Bei Navios überschlage ich -- quick & dirty! -- $800mln aktueller Wert vs. $1415mln in der Bilanz. $600mln würde ich vom EK abschreiben.
    ...


    Hehe, das ist interessant. Ich traue mir generell in den meisten Fällen nicht zu eine wirkliche Expertenmeinung zu der jeweiligen Branche zu entwickeln, vor allem ganz banal aus Zeitmangel. Andererseits haben meine meisten Depotwerte auch max. 4% des Depotvolumens.


    Daher war mein Ansatz bei Navios: Pauschal 50% Abschlag auf den Bilanz-Buchwert, ohne groß irgendwelche Schiffswerte recherchiert zu haben.
    Kommt ja gut hin! ;)


    Damit komme ich auf KBV von 0,66 statt 0,33. Immernoch gut genug für mich, v.a. wenn man von einem zyklischen Tief in der Branche ausgeht. Dazu eben die Situation dass Navios kein Geld verbrennt, das Pleiterisiko ist hier also viel niedriger als bei Dryships, Danaos oder ggf. Tsakos (wobei man letztere m.E. nach auch kaufen kann).
    Übrigens hat Navios laut GB bis 2017 eine Chartererausfallversicherung, auch ein schönes Add-On das die anderen nicht haben.


    Aber du hast immer noch nicht deinen eigenen Geheimtipp genannt! Nun lass doch mal raus...


    gruß,
    Woodpecker

  • Woodpecker, ich kann berufstechnisch nicht über den Geheimtipp (der kein Geheimtipp ist) sprechen; ich hab dir aber gesagt, wie du fündig wirst.
    So sehr mir dein Investmentansatz persönlich gefällt, wenn dir die Zeit für die eigene Analyse fehlt, würde ich dir davon abraten.


    Bei Investments in Schifffahrtsunternehmen begibst du dich in ein Minenfeld. Geh mal davon aus, dass die Meisten in diesem Feld "Betrüger" (in terms of capital allocation) sind. Ich habe mir die Cash flow-Seite von Navios nicht angesehen, aber früher oder später müssen sie sich alle zu den deprimierten Raten neu eindecken und "sitzen auf dem Trockenen" (dagegen greift die Charterausfallversicherung nicht). Wenn du dann noch mit einem geringen Abschlag zum Buchwert kaufst (p/b 80% glaube ich, nicht 66%)... Denke daran dass eine Kapitalerhöhung bevor sich die Märkte wieder erholen gar nicht so unwahrscheinlich ist (wie mmi angedeutet hat, ist es ja fast "Sport" in der Branche). Bist du bereit, dann noch einmal ernsthaft Geld in die Hand zu nehmen, wenn sie dich darum bitten? Auch in dem Wissen, dass dein initial investment zu dieser Zeit wahrscheinlich 50-80% unter Wasser steht?


    Du musst zu dieser Zeit schon sehr überzeugt von dem Laden (v.a. auch des Managements) sein, to "back up the truck" an dieser Stelle.


    Aus meiner Sicht kannst du das nur sein, wenn du dir alle Firmen in der Branche selbst angesehen hast. Wenn du dir absolut sicher bist, dass dieses eine Unternehmen unter allen die optimale Wahl darstellt. Und auch für sich selbst betrachtet -- wie sind sie die letzen 20 Jahre mit dem Geld der Aktionäre umgegangen?


    Das erste Problem ist der Kauf zu einer Zeit, wenn alle klagen. Damit hast du kein Problem, obwohl glaube ich 99% der Anleger nicht so handeln (die kaufen,was populär ist).
    Das zweite ist aber, dass du dir wirklich sicher bist, dass Navios durchkommt. Die Erholung dauert vielleicht länger, als wir beide denken und hoffen. Bist du auf diesen Fall vorbereitet?


    Wenn du das EK um $600mln abschreibst, wie steht es dann um das Verhältnis Schulden/EK. Auch noch eine Komponente, die ganz schön "heiss" ist. Du weisst Schulden sind immer "rock solid", it's the assets you need to worry about ;)


    Noch eine kleine Anekdote: vor einigen Jahren war Mr. M ("M" stands for Macho) prominent auf dem Cover vom Forbes Magazine abgebildet. "Shipowner of the year" oder ähnlich. Die Schiffsbranche boomte und man machte ein Haufen Geld (dass man machomässig direkt in neue überteuerte Schiffe recyclete). Dann kam jemand (Mr. M?) auf die Glorreiche Idee just zu dem Zeitpunkt, als die Lage in der Schiffsbranche nicht rosiger hätte sein können eine kleine Änderung in der Kapitalstruktur vorzunehmen.
    Davor ordenzlich kapitalisiert wurden jetzt gross Anleihen ausgegeben, das EK wurde als Dividende ausgeschüttet (geile Idee eigentlich, in einer zyklischen Branche ;))


    Ende der Story: Frachtraten gehen in den Keller. Die Aktionäre verlieren alles. Mr. M startet mit frischem, fremdem Geld erneut.
    Früher hiessen die General Maritime. Jetzt Genco Shipping.


    Wenn dich das Thema interessiert musst du dir mal Onassis zu Zeiten der Suez Krise ansehen. Es haut dich weg. Ernsthaft.
    Erinnert mich an Lotto spielen. Die Onassis-Geschichte erzählen sie allen, um von den schlechten langfristigen economics der Schiffahrt abzulenken und die Anleger weiter in die Casinos (=Schiffahrt-Investments) zu locken. Aber genau wie beim Lotto stehen die Chancen beschissen.

  • Hihi,


    hatte in der Branche letztes Jahr ein Meeting bei dem uns der Schiffsbesitzer (Typ volltrunkener Kapitän) eigentlich nur eingeladen hat um rauszufinden wie es um die deutschen Zahnärzte im allgemeinen steht: "when will the KG-model fly again - when will the german dentist buy ships again" ;-)

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

    Edited once, last by Matze ().

  • Meiner hat mir das letzte Mal erzählt, was für ein tolles Investment doch Gold ist (wie alles andere, das kürzlich gestiegen ist ;)). Mich würde interessieren, wieviele Zahnärzte z.B. Dentsply in ihrem Depot haben. My best guess is, nicht viele.
    Kauf nur, was du verstehst, ist anscheinend einfach zu weit hergeholt ;)


    "I have this old-fashioned belief that i can only make money in things i understand" ;)

  • Hallo Setla,


    vielen Dank erstmal für die vielen Infos zu der Branche.


    Mein Problem ist folgendes:
    Eines Tages kam ich zum Schluss dass ich von keiner Branche eine echte Ahnung habe (außer vielleicht der in der ich tätig bin, und selbst da lag ich schon oft daneben!).


    Ich meine, klar, ich kann mir was anlesen, oft kenne ich auch Leute aus der Branche (zu Navios habe ich von Bekannten positives gehört, aber auch das sind eben immer Einzelmeinungen und spezielle Blickwinkel) und ich kann GBs büffeln.
    Aber ich kann nicht wirklich eine andere Branche in der Tiefe verstehen. Das liegt an Zeitmangel und daran, dass m.E. theoretische Erkenntnis immer beschränkt bleiben wird.


    Aus dieser Erkenntnis resultiert mein Investmentstil, der dir vielleicht unvorsichtig vorkommen mag:


    Weil ich also weiß dass ich nichts weiß schaue ich v.a. auf die Kennzahlen - mit einem Schuß Bauchgefühl - und kaufe gerne Assets die grade außer Mode sind, da ich an Marktüberreaktionen glaube.
    Vorallem kaufe ich eher viele Positionen und streue breit, in der Erwartung, dass diese Strategie im Mittel eine Überrendite erzielen wird.


    In sofern ja, klar bin ich drauf vorbereitet dass ein Investment den Bach runter geht. Solange es im Schnitt passt, finde ich das im Einzelfall nicht tragisch. Oft genug sind (hoffentlich) eben auch Treffer dabei, die dann schnell mal 50, 60 oder 100% Gewinn abwerfen.


    Mal sehen in welcher Gruppe diesbezüglich Navios in 1-2 Jahren liegen wird ;)
    Vielleicht kommen ja noch 1-2 andere Vercharterer dazu im Laufe der Zeit. :)


    Gruß,
    Woodpecker

  • Hihi schau Dir mal den Tsakos Treat an. Es gibt wirklich manche Assets die man vielleicht nicht haben muss.


    Obwohl ich mir jetzt schon sicher bin, dass hier ein 100%er rauskommt und der Verweis auf den Tsakos-Treat zur nächsten Fehlentscheidung geführt hätte... ;D

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