Die Entwicklung erneuerbarer Energie + Profitmöglichkeiten

  • Dann wäre theoretisch der aktuelle Stromverbrauch gedeckt. Für eine Dekarbonisierung wird aber deutlich mehr gebraucht werden,

    Absolut richtig! Das geht auch nicht ohne Antrengungen und Kosten.


    Mir ging es ja nur darum Landos pessimistische Milchmädchenrechnung in Frage zu stellen. Er rechnet ja irgendwie aus, dass schon 100% erneurbarer Strom nicht gehen würde, weil zuviel Stahl, Beton und was weiß ich. Und das kann ja wohl nicht sein, wenn wir es mit dahinwurschteln in 10 Jahren von unter 20% auf über 40% geschafft haben.

  • Nochmal, wenn Du behauptest, dass Lando eine Milchmädchenrechnung macht, dann wäre es doch anständig, wenn Du auf fachlicher Ebene einen Korrekturversuch startest. Ich bin ganz Ohr....


    Insgesamt mag ich immer etwas mehr Fakten und etwas weniger religiösen Eifer.


    Balkenchart

  • Nochmal, wenn Du behauptest, dass Lando eine Milchmädchenrechnung macht, dann wäre es doch anständig, wenn Du auf fachlicher Ebene einen Korrekturversuch startest. Ich bin ganz Ohr....


    Insgesamt mag ich immer etwas mehr Fakten und etwas weniger religiösen Eifer.


    Balkenchart

    Die Gegenrechnung findest Du bei Donglecha, das muss man nicht nochmal wiederlegen. Einmal reicht.


    Mit meinem begrenzten Verständnis sehen für mich Donglecha's Zahlen sehr viel sinnvoller aus als das was Lando da fabriziert hat. Der religiöse Eifer scheint mir mehr auf der Seite der "Fossilien" zu sein würde ich als einigermaßen neutraler Beobachter sagen.



    Zum Thema Carbon Capture (das außer mir ja hier keinen interessiert) gibt es auch interessante Nachrichten:


    https://oilprice.com/The-Envir…-Carbon-Capture-Tech.html


    Man muss immer etwas vorsichtig sein mit dem was "Big Oil" in der Hinsicht so behauptet aber es geht in die richtige Richtung.


    Erneuerbare Energien plus einen Rest Fossile Brennstoffe mit Carbon Capture ist m.E. das wahrscheinlichste Szenario in 10-20 Jahren.

  • Nochmal, wenn Du behauptest, dass Lando eine Milchmädchenrechnung macht, dann wäre es doch anständig, wenn Du auf fachlicher Ebene einen Korrekturversuch startest. Ich bin ganz Ohr....

    Es wäre schön, wenn du dieselben Anforderungen auch an die Berechnungen der EE-Gegner stellen würdest. Ich habe meine Zahlen dargestellt, mit Mittelstufenmathe solltest du dem folgen können.


    Einen größeren Abstand als das 5-7-fache des Rotordurchmessers haben die Anlagen selten zueinander, da sie sich in dieser Größenordung auf dem offenen Meer vielleicht 5-9% Leistung wegnehmen, auf dem Land noch deutlich weniger (dort hat es ohnehin turbulente Strömungen). Bei Abstandsannahmen gemäß Lando braucht man gleich 400-800% mehr Fläche. Das macht aber keiner und da nimmt man gerne die 5% Verlust in Kauf. Wir wollen ja nicht halb Deutschland zubetonieren wie Lando es vorschlägt, sondern nur wirtschaftlich und effizient Strom gewinnen.


    Mit dem Ressourcenverbrauch an Beton gehe ich konform, das ist ein Nachteil. Etwa das vierfache eines Kohlekraftwerks im Vergleich zur Installierten Leistung. Zum einen werden die Windräder jedoch nicht in einem einzigen Jahr gebaut und man muss nach dem Bau auch nicht regelmäßig tausende weitere Tonnen Kohle aus der Erde buddeln und CO2 in die Luft schleudern.

    Ein paar Links für Technikfreaks:

    Forschungsarbeit Materialbedarf von Stromerzeugungssystemen

    Überblick Windenergie an Land Anlagenhöhen | Flächenbedarf | Turbinenanzahl

    Mathematik für die Mittelstufe

  • Zum Thema Carbon Capture (das außer mir ja hier keinen interessiert) gibt es auch interessante Nachrichten:

    Mit CCS begibst du dich aber irgendwie auf die "Seite der Fossilen", wie du es so schön genannt hast. Es würde die fossile Ära verlängern bzw. den Status quo verbessern. Ist halt wie mit dem Kraftwerk Moorburg, das wird deshalb ja auch nicht ans Hamburger Fernwärmenetz angeschlossen, obwohl der Wirkungsgrad dann höher wäre.


    Mit den Worten von Greenpeace: CCS untergräbt die Energiewende.

    https://www.greenpeace.de/them…lagerung/mogelpackung-ccs

  • Mit CCS begibst du dich aber irgendwie auf die "Seite der Fossilen", wie du es so schön genannt hast. Es würde die fossile Ära verlängern bzw. den Status quo verbessern. Ist halt wie mit dem Kraftwerk Moorburg, das wird deshalb ja auch nicht ans Hamburger Fernwärmenetz angeschlossen, obwohl der Wirkungsgrad dann höher wäre.


    Mit den Worten von Greenpeace: CCS untergräbt die Energiewende.

    https://www.greenpeace.de/them…lagerung/mogelpackung-ccs

    Nun ja, was Greenpeace anspricht ist nur eine Facette. Und ich sehe es eher pragmatisch: Für die existierenden fossilen CO2 Quellen wäre es global sicher von Vorteil wenn man eine ökonomische Möglichkeit hat, CO2 zu extrahieren und sicher zu speichern.


    So wird z.B. auch bei der Zementherstellung eine große Menge an CO2 freigesetzt und es wird an Möglichkeiten geforscht das wieder einzufangen. Siehe z.B. hier:


    https://www.nature.com/articles/s41598-020-62503-z


    Aber klar, wenn CCS zu einer signifikanten Verlängerung der Lebensdauer von unnötigen fossilen CO2 Quellen führt wäre das nicht gut.

  • Für die projektierte Menge von 70.000 Stück Anlagen wären das 82,026 Mio t Zement plus die vierfache Menge Sand

    77,07 Mio t Stahl

    [..]

    Zur Einordnung dieser Zahlen: Stahlproduktion EU 170 Mio t/a und Inlandsverbrauch Zement Deutschland 33,7 Mio t/a.

    Das ganze müsste bis 2030, also in zehn Jahren bewältigt sein, denn dann gibt es keine Kohle- oder Atomgroßkraftwerke mehr am Netz.

    So ein Humbug, du hast offensichtlich keine Ahnung wie die Anlagen ausgelegt werden und rechnest völlige Nebelkerzen aus.

    Absolute Desinformation. Setzen 6.

    Wenn Du das im Brustton der Überzeugung als Humbug abservierst, würde mich durchaus interessieren, wie Du zu der Aussage kommst.

    Mit dem Ressourcenverbrauch an Beton gehe ich konform, das ist ein Nachteil.


    Etwa das vierfache eines Kohlekraftwerks im Vergleich zur Installierten Leistung. Zum einen werden die Windräder jedoch nicht in einem einzigen Jahr gebaut und man muss nach dem Bau auch nicht regelmäßig tausende weitere Tonnen Kohle aus der Erde buddeln und CO2 in die Luft schleudern.


    soviel zum Humbug

  • Aber klar, wenn CCS zu einer signifikanten Verlängerung der Lebensdauer von unnötigen fossilen CO2 Quellen führt wäre das nicht gut.

    Ich glaube um nötig/unnötig geht es gar nicht mehr, da die ganze Debatte sehr idiologisch geführt wird. Demnach geht es um CO2 Neutralität und das ist CCS nun mal nicht. Psychologisch erinnert CCS unterschwellig vielleicht auch zu sehr an die Kernenergie (Restmüll, Endlager,...)


    Bei der Zementherstellung ist das vielleicht was anderes, irgendwo muss das CO2 hin wenn man CaO aus CaCO3 herstellen will. Da wird CO2 Neutralität irgendwie schwierig.

  • So ein Humbug, du hast offensichtlich keine Ahnung wie die Anlagen ausgelegt werden und rechnest völlige Nebelkerzen aus.


    Absolute Desinformation. Setzen 6.


    Mein Beitrag hat eine ganz andere Stelle noch über dem Betonthema zitiert.


    Die von Dir zitierte und als Humbug bezeichnete "ganz andere Stelle" fett markiert und ergänzt mit dem Halbsatz vorher sowie dem Folgesatz

    Die Anlagen, die in meinem Umfeld überall auf den Hügeln stehen und die man am Rand der Autobahn mitunter sieht, sind also noch nicht die ganz Großen, die müssen alle erst noch aufgestellt werden.


    Das ist nicht ganz trivial, denn eine solche Anlage verschlingt über den Daumen 5.860 t Beton und 1.101 t Stahl.


    Angesichts Deines Furors hatte ich angenommen, Du hast qualifizierte Info über den Materialverbrauch dieser Anlagen und leitest daraus ab, dass Lando meilenweit daneben liegt. Das hatte mich interessiert. Schade, war wohl nichts.

  • Wie ich bereits sagte, bezwecke ich keine endlosen Debatten über unversöhnliche Positionen und ich habe auch keine irgendwie geartete Agenda. Ich rechne auch nicht damit, Proselyten zu machen. Allerdings habe ich eine persönliche Einschätzung, aber die tut im Grunde nichts zur Sache. Infohalber: ich vermute stark, dass Kohle und Atom durch russisches Erdgas ersetzt werden sollen, allein weil wenn auf Erdgas in den nächsten zehn Jahren ebenfalls verzichtet werden sollte, der Bau von Nordstream2 komplett sinnlos wäre. Aber das nur am Rande. Meine Person ist für die Energieversorgung unseres Landes völlig uninteressant.


    Die Berechnungen habe ich sorgfältig angestellt, die Zahlen ebenfalls sorgfältig herausgesucht, im Übrigen bin ich kein Recherchedienst. Von der EEG-Broschüre gibt es mittlerweile eine Fassung, die das Jahr 2018 beinhaltet, es ist ein alberner Vorwurf, ich würde mich mit der Vergangenheit befassen. Wenn es zutreffende Statistiken über die Zukunft gibt, bitte ich sofort um die Übermittlung der Kurse der DAX Unternehmen für die nächsten drei Jahre.


    In den EEG Zahlen für 2018 lauten die Mengen EE Gesamt 195,3 TWh und die für Wind land 88,7 und Wind see 19,2 TWh. Bruttostromerzeugung 646,8 TWh. Daraus errechne ich einen Anteil der EE von 30,2% und den Anteil des Windstroms von land 13,7% und see 3,0%. Export Saldo war 51,2 TWh.


    Neuere Daten in dieser Form gibt es nicht.


    Der Blick auf die Bruttostromerzeugung ist deshalb wichtig, weil dieser auch den Stromexport beinhaltet. Dieser betrug im Jahre 2018 immerhin 7,9% der Erzeugung und war damit annähernd halb so hoch, wie der Anteil des Windstroms.


    Es stellt sich natürlich die Frage, warum produzieren wir seit 2000 soviel Strom für den Export, wo wir doch die Stromerzeugung reduzieren wollen und produzieren damit unnötig große Mengen CO2.


    Die Antwort darauf ist meiner Meinung nach, weil es nicht anders geht. Denn ohne Großspeicher gibt es immer entweder zuviel Windstrom oder zuviel konventionellen Reservestrom. Wenn man eine Zeitreihe bildete, würde man sehen, dass der Export über die Jahre parallel zur Erzeugung von Wind- und Sonnenstrom angewachsen ist. Von 1990 bis 2000 gab es keine Nettoexporte, da wurde importiert in der Größenordnung von max 5 TWh und ich wette, in der Zeit vorher auch nicht.


    https://de.statista.com/statis…on-deutschland-seit-1990/


    Die anderen EE Erzeuger lassen sich ja steuern, was auch der Grund für die große Menge an Biostrom ist, der ja so ziemlich das Gegenteil von natürlichem Landbau und Umweltschutz darstellt.


    (Kleiner Einschub an BigA, Du verweist auf den hohen EE-Anteil als Erfolg und kritisierst gleichzeitig den Biostrom (6,2% Anteil am erzeugten Strom). Etwas widersprüchlich.)


    Neulich gab es ein Interview mit dem Chef eines großen dt. Stromerzeugers, da sagte der, bis dreißig Prozent "Flatterstrom" lässt sich im Netz bewältigen, darüber hinaus würde das Regeln irrational teuer.


    Probleme sind natürlich dazu da, um gelöst zu werden. Wenn die Kosten keine Rolle spielen, lässt sich vieles machen. Mein Haushaltsstrom wurde von 2019 auf 2020 um 6,5% teurer. Wenn das jedes Jahr so weiter geht, kommt sicher der Punkt, wo bei Leuten, die nur 10-15k im Jahr verdienen, die Begeisterung nachlässt. Teuer bedeutet halt, mehr arbeiten und dafür weniger kriegen. Wenn man sich darüber im Klaren ist und das machen will, darf man das.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Klimaneutralität ist kommunistische Planwirtschaft in neuem Gewand.

  • Weils dazu passt:

    Die aktuellen Anlagen (an Land) scheinen deutlich größer zu sein, als die oben genannten 1MW. Gebaut werden müssen sie natürlich trotzdem erst noch. Dann aber deutlich weniger als in der Überschlagsrechnung angenommen (nur? ein Drittel).


    Zitat:

    Im ersten Halbjahr [2020] sind in Deutschland 178 Windenergieanlagen an Land errichtet worden mit einer Gesamtleistung von 591 MW. Das sei gegenüber dem Vorjahr eine Verdoppelung, teilen der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Im ersten Halbjahr 2019 seien 287 MW beziehungsweise 86 Anlagen neu errichtet worden.

    Da in der ersten Jahreshälfte 88 Anlagen mit 84 MW abgebaut wurden, beträgt der Nettozuwachs 90 Anlagen mit 507 MW. Insgesamt stehen auf Deutschland nun 29.546 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 54.418 MW.

  • Lando, einiges sehe ich wie Du. Aber ein paar Dinge sollten wir vielleicht bedenken:


    Der Strompreisanstieg der letzten Jahre flacht sich ab und nähert sich einer Seitwärtsbewegung an. Die Kosten für die EEG-Umlage werden sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren reduzieren, da die anfangs hohen Förderbeträge beständig gefallen sind/weiter fallen werden. Und ich meine, dass es keinen Grund dafür gibt, dass die Erzeugerpreise in den nächsten Jahren steigen werden. Insofern geht die Erwartung in Richtung Fortsetzung der Seitwärtsbewegung.


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  • chfin


    Man muss genau hinschauen, die NENNLEISTUNG einer WKA wird gerne genannt, das ist die Vollast. Die steht aber nicht 24/7 rund ums Jahr zur Verfügung. Ich habe davon 20% als Durchschnitt angenommen (manche sagen 19, manche 23), das heißt eine Anlage mit 5 MW Nennleistung liefert im Schnitt 5*10^6*24*365*0,2 Wh im Jahr. Natürlich auch nur am entsprechenden Standort, in Schwachwindgebieten (Süddeutschland) weniger.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Klimaneutralität ist kommunistische Planwirtschaft in neuem Gewand.

  • yps


    Ja, das ist zu hoffen.


    Obwohl man eigentlich genau wissen müsste, wieviel auf alle bisher abgeschlossenen Verträge in den nächsten 20 Jahren zu zahlen ist, findet man diese Zahlen nicht.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Klimaneutralität ist kommunistische Planwirtschaft in neuem Gewand.

  • Bei der Zementherstellung ist das vielleicht was anderes, irgendwo muss das CO2 hin wenn man CaO aus CaCO3 herstellen will. Da wird CO2 Neutralität irgendwie schwierig.

    Es gibt ja auch noch das globale Pflanzenwachstum, das sich in Folge aller möglicher Variablen (Sonneneinstrahlung, Tempreratur, Wasserangebot, Wolkendecke, Luftfeuchtigkeit, CO2-Gehalt der Luft, Bodenbeschaffenheit, Erosion, Abholzung, Meerestemperatur [wegen der Algen], usw.) verändert. Ich gehe mal davon aus, dass unsere Zement-Aktivitäten gegenüber dieser Menge an CO2-Bindung oder CO2-Freisetzung nahezu vernachlässigbar sind.


    Es ist immer witzig, wenn es eine Größe gibt, die zwischen -100 und +100 pendelt und die überhaupt nicht richtig verstanden wird, und die Leute dann eine detaillierte Diskussion über den dritten Term in der Summe führen und sich streiten, ob er -1 oder +2 ist.


    Balkenchart

  • Du hast qualifizierte Info über den Materialverbrauch dieser Anlagen und leitest daraus ab, dass Lando meilenweit daneben liegt. Das hatte mich interessiert. Schade, war wohl nichts.

    chfin zur Stahl/Beton-Diskussion, Materialverbrauch.

    Laut Eidgenössischem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation brauchte man für eine Enercon E-82 (2,3MW Nennleistung), Nabenhöhe 107m: 282.380kg Stahl/Gusseisen und 1.882.000kg Beton. S.33 (LCA-Studie aus 2011)

    https://www.zhaw.ch/storage/ls…5-lca-windenergie-bfe.pdf