Vom Ladenhüter zum Sternchen!? - Washtec

  • Ein paar schnelle Recherchen ergaben, dass z.B. in den USA der Umsatz beim Autowaschen selber ziemlich eingebrochen ist:


    Ich hatte im Juni mal festgestellt, dass ich noch immer mit der Tankfüllung aus dem März herumfahre. Seitdem habe ich auch nur einmal getankt. Corona- und Homeofficebedingt ist die Autonutzung bei mir radikal eingebrochen.


    Not-so-fun Fact: In Berlin brauchst du derzeit etwa 2 Monate zum An- oder Ummelden eines Autos. (Davon könnte Sixt profitieren :))

  • Naja, ich sehe schon einen Zusammenhang: Wenn Homeoffice steigt und resultierend die Pendlerfahrten zur Arbeit sinken, sinkt auch der Waschbedarf dieser Autos...

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Ich sehe im Gegensatz zu anderen Themen (Reise, Home Office / Bürommobilien, EInkaufscenter) auch keine dauerhafte Verhaltensänderung.

    Ist es nicht so, dass Waschanlagen viel stärker von Firmen- und Dienstwagenfahrern benutzt werden, da die es selbst eh nicht zahlen. Die Nutzungshäufigkeit dürfte proportional zur Fahrleistung sein.


    Solange diese Homeoffice machen, fahren sie auch viel weniger. Darübernhinaus könnte man befürchten, dass es teilweise auch langfristig weniger wird. Zum einen, weil etwas bei den Außendienstlern einspart (eher unwahrscheinlich) zum anderen, weil eher auf den Dienstwagen verzichtet wird, weil man eh drei Tage Homeoffice macht. Da lohnt sich das nicht mehr.

  • Naja, ich sehe schon einen Zusammenhang: Wenn Homeoffice steigt und resultierend die Pendlerfahrten zur Arbeit sinken, sinkt auch der Waschbedarf dieser Autos...

    Nun ja, dem könnte erstmal stärkere Nutzung des PKWs im vergleich zum ÖPNV entgegenlaufen. In München ist subjektiv der Autoverkehr rund um die Rushhour schon höher als vorher, obwohl viele der Großfirmen nur auf 30-50% Präsenz fahren.

    Ist es nicht so, dass Waschanlagen viel stärker von Firmen- und Dienstwagenfahrern benutzt werden, da die es selbst eh nicht zahlen. Die Nutzungshäufigkeit dürfte proportional zur Fahrleistung sein.


    Solange diese Homeoffice machen, fahren sie auch viel weniger. Darübernhinaus könnte man befürchten, dass es teilweise auch langfristig weniger wird. Zum einen, weil etwas bei den Außendienstlern einspart (eher unwahrscheinlich) zum anderen, weil eher auf den Dienstwagen verzichtet wird, weil man eh drei Tage Homeoffice macht. Da lohnt sich das nicht mehr.

    Hmmm, ich habe selber z.B. einen Dienstwagen den ich ausschließlich privat nutze. Das lohnt sich bis zu einer gewissen Distanz zum Arbeitsort immer da man die Kosten (inkl. Sprit, Versicherung etc.) vom Bruttolohn bezahlt. Das ändert sich auch durch Homeoffice nicht.


    Aber es ist ein guter Punkt, dass bei den Autopendlern vielleicht der Drang nachlässt, super oft zu waschen. Bei mir persönlich ist es eher anders rum, ich habe sonst eigentlich gar keine Zeit zum Autowaschen und kann das jetzt von Zuhause aus besser machen.


    Man wird sehen...

  • Hmmm, ich habe selber z.B. einen Dienstwagen den ich ausschließlich privat nutze. Das lohnt sich bis zu einer gewissen Distanz zum Arbeitsort immer da man die Kosten (inkl. Sprit, Versicherung etc.) vom Bruttolohn bezahlt. Das ändert sich auch durch Homeoffice nicht.

    Es gibt doch auch noch die 1% Regelung, da ist das anders, oder?

  • Es gibt doch auch noch die 1% Regelung, da ist das anders, oder?

    Nein, Du versteuerst die 1% vom Neupreis und zzgl. die Entfernung unabhängig davon wie oft Du in die Arbeit fährst. Es ist sogar so, dass die Entfernung nicht versteuert wird wenn man gar nicht mit dem Auto in die Arbeit fährt.


    Die Deutschen OEMs haben es immer geschafft die Dienstwagenregeln so zu steuern, dass man einen Vorteil damit hat gegenüber dem Kauf eines privaten Neuwagens.


    Edit: bei vielen Arbeitgebern gibt es mittlerweile eine "Car Allowance" als Zusatzbenefit. D.h. man kann für x00 EUR Leasingrate Im Monat ein Auto nehmen was dann als zusätzlicher Bruttolohn versteuert werden muss. Nimmt man kein Auto dafür, bekommt man alternativ oft nur einen Bruchteil davon direkt ausbezahlt. D.h. das Auto lohnt sich immer, selbst wenn man sonst (wie ich) nur gebraucht gekauft hat.

  • Zur relativen Kursbewegung kann ich nichts sagen, aber die Aktie kommt halt auch von einem sehr sportlichen Bewertungsniveau und notiert selbst heute mit KGV >20 fürs abgelaufene Jahr, KGVe >30 und KBV von knapp 6, dazu ein Haufen Schulden. Umsatzwachstum seit 2010 etwa 5,5% pro Jahr. D.h. sie müssen den Gewinn verdoppeln, um nur auf das Niveau zu kommen, wo andere schon stehen. Die mittlerweile gestrichene Dividende fällt als Argument weg.

  • Zur relativen Kursbewegung kann ich nichts sagen, aber die Aktie kommt halt auch von einem sehr sportlichen Bewertungsniveau und notiert selbst heute mit KGV >20 fürs abgelaufene Jahr, KGVe >30 und KBV von knapp 6, dazu ein Haufen Schulden. Umsatzwachstum seit 2010 etwa 5,5% pro Jahr. D.h. sie müssen den Gewinn verdoppeln, um nur auf das Niveau zu kommen, wo andere schon stehen. Die mittlerweile gestrichene Dividende fällt als Argument weg.

    Fast alles richtig. Wenn man aber daran glaubt dass in 2-3 Jahren zweistellige EBIT Margen erreicht werden können und der Umsatz höher als in 2019 liegt, sieht es für mich dennoch interessant aus.


    Zudem finde ich 26 Mio EUR Nettoverschuldung nicht als einen "Haufen" Schulden und für mich persönlich ist die Dividende relativ egal.


    Positiv zu erwähnen wäre auch, dass selbst im 1. HJ noch ein ROCE von 16,5% erreicht wurde. Das schaffen viele Firmen selbst in guten Zeiten nicht.


    Aber klar, für einen "klassischen Mechaniker" sieht das aktuell eher nicht attraktiv aus, aber davon habe ich mich schon lange verabschiedet ;-)

  • Wusste gar nicht, dass während dem Lock-Down gar nicht jeder Autowaschen durfte.

    Der negative Bericht drängt eigentlich antizyklisch Washtec zu kaufen.


    "Das Waschstraßen-Paradox offenbart Deutschlands neue Auto-Müdigkeit

    ...Extrem sei der Rückgang mit rund 80 Prozent in Bayern gewesen. In dem Bundesland durften zeitweise nur diejenigen ihr Auto waschen, die geschäftlich damit unterwegs waren.



    https://www.welt.de/wirtschaft…-zu-Autowaschmuffeln.html

  • Bechtle hat heute Zahlen gemeldet und über Q2 berichtet.

    Interessant fand ich diese Aussage:


    "Die Pandemie sorgte ohnehin für durchaus gegenläufige Entwicklungen. Zum Beispiel sanken die Ausgaben in der Sparte Systemhaus - weil die 3500 Dienstwagen von den Außendienstlern während der betrieblichen Corona-Maßnahmen deutlich weniger unterwegs waren."


    Ich denke, solche Aussagen werden viele Firmen treffen. Alle mit einer Vertriebsmannschaft hat vermutlich sehr hohe Einsparungen bzgl Dienstwagen gehabt.

    Aber wenn sich das ganze wieder mal drehen sollte, dann denke ich sollte Washtec sehr profitieren.