Interessante Sondersituationen

  • Da es scheinbar noch keinen Faden gibt der sich mit dem Thema Sondersituationen befasst, möchte ich hier mal einen Eröffnen.
    Also alles rund um merger, squeeze-out, spin-offs, Aktientausch, Umwandlung, Sonderdividenden, Warrants/Wandelanleihen usw.


    Ich fange mal mit einer interessanten Situation an:
    Cabela's Inc (CAB): Übernahmeangebot von Bass Pro 65.50 USD, Kurs aktuell 58 USD. Elliott ist an Bord und hatte auf einen Verkauf gedrängt. Closing wird im Herbst erwartet, macht ~14% p.a.
    http://phx.corporate-ir.net/ph…ol-newsArticle&ID=2208410


    Cabela's und Bass Pro sind Retailer (auch online) von Fischerei und Jagd-Zubehör, sowie Outdoor-Equipment. Ein Bereich in dem sich Amazon übrigens (noch) nicht wirklich ausgebreitet hat. Bei Cabela's kann man z.B. auch Schusswaffen bestellen:
    http://www.cabelas.com/catalog/browse/_/N-1114850

  • ja, deswegen auch recht attraktives pricing.
    Wie im Artikel aber beschrieben, es ist unwahrscheinlich dass die Kreditkartengeschichte ein Dealbreaker ist. Es zögert es nur etwas hinaus. Möglich positiv wenn die Kreditkartengeschichte früher als erwartet abgewickelt wird.


  • Wie kommst du gerade auf diese Übernahme? Allein aufgrund von Elliot oder noch andere Gründe?


    PS: http://www.insidearbitrage.com/merger-arbitrage/
    hier gibt es eine recht umfangreiche Auflistung aktuller US Übernahmen (Auflistung der theoretischen Spreads, es ist halt nicht gesagt ob die Übernahmen wirklich stattfinden)
    Hat jemand eine vergleichbare Übersicht (mit Volumen, Übernehmer, Übernahmeziel, Spread, etc.) für andere Regionen (Europa, Asien, Lateinamerika)?

    beati pauperes spiritu


    If you think this has a happy ending, you haven't been paying attention.

  • Ich habe eine Diskussion verfolgt in der es über den Niedergang von Sears und anderen Retailern ging (mit Pleiteprognose für Sears noch in diesem Jahr oder im nächsten), und um Nischen-Retailer. Dabei kam der Name Cabela's auf, dass sie eine Nische besetzen in die sich Amazon nicht traut oder die sie nicht besetzen wollen (Waffen). Fand ich interessant, und dann sah ich die Übernahme, und das Paul Singer dabei ist (was nicht unbedingt immer positiv sein muss).

  • US M&A Arbitrage ist hartes Geschäft, da gibt es die Spreads nicht umsonst.....


    Was ich interessant finde ist, dass die Übernahmeprämie relativ gering war (19%) und der jetzige Kurs fast wieder da ist wo es vor dem Angebot war. Elliott hat seine Kohle wohl schon gemacht.


    Die First scheint mir auch ungewöhnlich lange zu sein für die FTC Überprüfung. Aber ich bin kein US Spezialist..

  • US M&A Arbitrage ist hartes Geschäft, da gibt es die Spreads nicht umsonst.....


    Woanders doch auch nicht, oder?


    Zitat

    Elliott hat seine Kohle wohl schon gemacht.


    Korrekt. Februar 2016 hatten sie noch über 11% (siehe hier). Kaufpreise $40-$47.
    Im Oktober waren es dann nur noch 4.2% (siehe hier), Verkaufspreis um die $63.
    Jetzt sind wir aber schon wieder deutlich zurückgekommen (<$58).


    Zitat

    Die First scheint mir auch ungewöhnlich lange zu sein für die FTC Überprüfung


    Die Frist ist wohl nicht durch die FTC Überprüfung des Mergers bedingt, sondern durch die Zustimmung der Regulierungsbehörde zum Verkauf des Kreditkartengeschäfts an Capital One. Antitrust clearance wird ja schon im 1.HJ erwartet.

  • Zitat

    memyselfandi007 schrieb:US M&A Arbitrage ist hartes Geschäft, da gibt es die Spreads nicht umsonst.....
    Woanders doch auch nicht, oder?


    Ja, das stimmt. Aber die USA sind ein großer Markt mit den gleichen Regeln, da gibt es viele schlaue Player die dieses Spiel spielen. In Europa gelten in jedem Land andere Regeln, da ist es bedeutend schwieiriger die Strategie in größerem Umfang umzusetzen. Deshalb gibt es hier weniger "Profis".


    Eien oberflächliche Recherche ergibt, dass es zwar eine Break Up Fee gibt, es aber nicht klar ist wann die zieht.


    http://journalstar.com/busines…9d-8a85-f10abda01544.html


    Sowas sollte man m.E. z.B. verstehen wenn man investiert.

  • Zitat

    es zwar eine Break Up Fee gibt, es aber nicht klar ist wann die zieht.
    http://journalstar.com/busines…9d-8a85-f10abda01544.html


    Zitat aus dem Artikel: "The filing did not specify under what circumstances a breakup fee would need to be paid."
    Das ist dann wirklich sehr oberflächliche Recherche (von dem Journalisten, kein Vorwurf an dich), zumal das komplette merger agreement als exhibit 2.1 im selben filing zu finden ist:
    https://www.sec.gov/Archives/e…16733301/d238330dex21.htm
    Unter "ARTICLE VII TERMINATION, AMENDMENT AND WAIVER" wird das auf 5 Seiten im Detail durchdekliniert.

  • Einer meiner Software investments hat heute freudige Nachrichten verkündet, sie stellen sich selbst zum Verkauf Halogen Software inc. Bin nach einem besuch im Dezember eingestiegen, tolles Business und gutes Management zu einem fantastischen Preis!

    "Three rules for a career: 1) Don't sell anything you wouldn't buy yourself; 2) Don't work for anyone you don't respect and admire; and 3) Work only with people you enjoy." Charlie Munger

  • Einer meiner Software investments hat heute freudige Nachrichten verkündet, sie stellen sich selbst zum Verkauf Halogen Software inc. Bin nach einem besuch im Dezember eingestiegen, tolles Business und gutes Management zu einem fantastischen Preis!


    Verstehe aber nicht warum die sich zum Verkauf stellen, wenn das Business und Management gut ist?
    Zu klein um aus eigener Kraft zu wachsen ?

  • Ist zu illiquide um das an die große Glocke zu hängen. Der Catalyst war/ist der Hauptaktionär, der Fonds ist schon länger am Ende seiner Lebenszeit und will raus. Könnte noch spannend werden SaaS Business mit super sticky Kunden!

    "Three rules for a career: 1) Don't sell anything you wouldn't buy yourself; 2) Don't work for anyone you don't respect and admire; and 3) Work only with people you enjoy." Charlie Munger

  • Mal schauen was draus wird. Sie müssen ja erst mal einen Käufer finden, und einen der einen Preis bietet den die Aktionäre für ausreichend halten.
    Da die Aktie nicht gerade toll gelaufen ist in den letzten Jahren (und noch immer unter dem IPO-Preis notiert) wird das vielleicht gar nicht so leicht.


    OptiVlue, warum ist das Business denn so toll?

  • Immofinanz


    Emission einer Wandelanleihe über 300m EUR zu 2% Zins (Wandlungspreis 2.39 EUR) bringt einen starken Kursabschlag. Attraktiv?


    NAV zum 30.10. : 3.14 EUR pro Aktie
    LTV ~50%


    Beim aktuellen Kurs hat man fast 50% Abschlag auf den NAV, der auch noch durch Abwertungen in Russland belastet ist (hier sehe ich eher Aufwärtspotential!)


    Abspaltung oder Verkauf des RU-Portfolios sehe ich mit Sorge (hier könnten hohe Werte verschleudert werden), aber da man sich doch etwas mehr Zeit lässt mit dem CA-Immo Merger wohl nicht so dramatisch.


    Der Wandlungspreis der Anleihe liegt unterm NAV, beim derzeitigen Kurs ist es aber nicht verwässernd, verwässert höchstens den Upside. Aber von 1.70 auf 2.40 wäre doch auch schon ein schöner Gewinn...

  • Immofinanz notierte schon vor Ankündigung der neuen Wandelanleihe bei 1,85 (also deutlich unter dem NAV) und hat dann nochmal "nur" 10% verloren. Ein Katalysator zur Angleichung des Aktienkurses ans NAV fehlt mir.
    Je nachdem wo die neue Wandelanleihe notieren wird und wie deren Bedingungen genau aussehen werden, ist sie vielleicht die bessere Wahl. (Generell bin ich ein großer Fan von Wandelanleihen, da hier das Chance:Risiko-Verhältnis häufig erhöht ist im Vergleich zur Aktie.) Bei einem Wandlungspreis von 2,3933 EUR und einem Kupon von 2% (mit Androhung einer Reduzierung auf 1,5% im Falle eines Investment Grade-Ratings) besteht vielleicht eine Chance, die Anleihe für < 100% zu ergattern.
    Weiß denn jemand, ob sich ein Investment in die alte Wandelanleihe gelohnt hätte, die gerade zurückgezahlt wird? Da bekommt man
    (i) Die Anzahl an Aktien und BUWOG-Aktien, zu denen sie gemäß den Bedingungen der ausstehenden Schuldverschreibungen berechtigt sind. Statt BUWOG-Aktien können Anleiheinhaber auch die Bezahlung eines entsprechenden Geldbetrags wählen, plus
    (ii) eine Prämie (die "Prämie"), die sich zusammensetzt aus:
    (a) einer Prämie zum Kurswert von EUR 0,7850 pro ausstehender Schuldverschreibung (die Differenz zwischen dem Schluss-Briefkurs der ausstehenden Schuldverschreibungen quotiert am 12. Jänner 2017 und den Schlusskursen der IMMOFINANZ- und der BUWOG-Aktien, die den ausstehenden Schuldverschreibungen unterlegt sind, am 12. Jänner 2017, und
    (b) einer Wandlungsprämie, die EUR 0,206 pro ausstehender Schuldverschreibung beträgt.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • was mich wundert ist dass sie bei einem LTV von 50% eine (teure) Wandelanleihe emittieren. Wenn die Immobilien nicht totaler Schrott sind müsste es eigentlich möglich sein, die Hypotheken zu sehr günstigen Konditionen zu erhöhen. 60-70% LTV ist im aktuellen Umfeld gar kein Problem für Qualitätsimmobilien.


  • Es wäre natürlich ein Incentive gewesen, aber enorm war der nicht.
    Ich hatte diese alte WA seit Emission, habe sie aber im Sommer 2015 verkauft.


    Aktueller Kurs ~4.30 (dirty, enthält ca. 6cent Stückzinsen)
    Nennwert 4.12, Coupon 4.25% (Zahlung Halbjährlich). Yield also irgendwo um die 4%. Kann man schon verstehen dass die die eher weghaben wollen, und am besten in Aktien (-> Wandlungsprämie)
    Ermöglicht nach Bedingungen Wandlung in 1.1908 Immofinanz und 0.0649 Buwog, was einem Wert bei aktuellen Kursen von ca. 3.46 entspricht (Wandlung unattraktiv).
    Im wesentlichen hat man also den Anleiheinhabern die Differenz vom aktuellen Kurs zum aktuellen Wert der Immofinanz/Buwog Aktien angeboten, plus noch ein paar cent obendrauf.


    Wenn Rasinger meint, dass sich das für Privatanleger nicht gelohnt hätte, hat er wahrscheinlich recht.

  • was mich wundert ist dass sie bei einem LTV von 50% eine (teure) Wandelanleihe emittieren. Wenn die Immobilien nicht totaler Schrott sind müsste es eigentlich möglich sein, die Hypotheken zu sehr günstigen Konditionen zu erhöhen. 60-70% LTV ist im aktuellen Umfeld gar kein Problem für Qualitätsimmobilien.


    Mag sein, dass man dann ein paar "Basispunkte" günstiger ist. Die Einschränkungen und Dokumentationspflichten (Notar, Grundbuch, jede Menge Papierkram, das ganze x-mal da man 300 Mio ja auf zig Objekte verteilen muß, plus evtl. Schwierigkeiten das Geld an die Muttergesellschaft "hochzuschaffen" ohne Steuern auszulösen) werden hier aber wahrscheinlich diesen Vorteil mehr als auffressen.


    Der Alstria-Vorstand hat es genau so begründet, warum bei der DO über Darlehen statt Hypotheken refinanziert wurde (hat dort natürlich den angenehmen Nebeneffekt, dass man Geld an den Altaktionären und Neu-Kommanditisten vorbeischleusen kann).