Ölaktien

  • Wir haben einen Thread zu Öl, aber keinen zu Ölaktien. Das gehört eigentlich getrennt; das eine behandelt den Basiswert und dessen Preisentwicklung und Makrofragen, das andere konkrete Aktien im Öl- und Gassektor und deren Bewertung.


    Wo wir gerade bei verwirrenden Dividendenangaben waren, gegen folgendes ist Admiral Group nichts:


    Petrobras (für die Suche: Petroleo Brasileiro) hat Vorzugs- und Stammaktien, die bis auf das Stimmrecht m.W. gleichberechtigt sind, d.h. es gibt keine Vorzugsdividende, lediglich eine mir nicht bekannte Vorzugs-Mindestdividende. Ferner gibt es jeweils ADR, die jeweils zwei Originalaktien umfassen, hier jeweils die ISIN:

    Stammaktie: BRPETRACNOR9

    Vorzugsaktie: BRPETRACNPR6 (bei der comdirect als ADR bezeichnet; beide in Madrid in Euro handelbar, aber leider nicht bei allen deutschen Brokern; bei IB nur an der Bovespa in BRL)

    ADR auf 2 Stammaktien: US71654V4086

    ADR auf 2 Vorzugsaktien: US71654V1017,

    die beide auch in Deutschland handelbar sind (bei IB nur an der NYSE in USD).


    Sowohl record date als auch Zahltag für die Dividende liegen für die ADR wohl um ein paar Tage versetzt. Laut der Ende 2021 angekündigten neuen Dividendenpolitik sollen ab diesem Jahr quartalsweise Dividenden ausgeschüttet werden. Die Information von Petrobras selbst ist leider nicht aktuell und unvollständig1, hinzu kommt, daß z.B. die Schlußdividende für 2021 und die für Q1 fast zeitgleich gezahlt werden, und letztere auch noch in zwei Tranchen ausgezahlt wird. Dabei ist unklar, ob eine davon gemäß der neuen Dividendenpolitik2 als reguläre Dividende und die andere als Sonderdividende zu interpretieren ist, wie in der Ankündigung prinzipiell angedeutet wurde; unabhängig davon wird sie technisch zum Teil als Dividende und zum Teil als "interest on equity" gezahlt, was in Brasilien steuerlich einen Unterschied macht - möglicherweise auch für uns bzgl. Quellensteuer (laut JPM: 15% auf IoE). Man wird wohl die Abrechnung abwarten müssen. Vielleicht spielt es für die Anrechnung auf die Abgeltungssteuer eine Rolle, ob man einen in den USA herausgebenen ADR hat oder die Originalaktien, denn mit Brasilien gibt es kein DBA. Wir hatten das in diesem Thread (ff.) schon diskutiert.

    1: Die Dividende für 2022 fehlt komplett und für die ADRs steht für die letzte Ausschüttung in der Exceltabelle noch ein anderer Wert als in der Tabelle; und für die ADRs gibt es nur das Zahldatum, aber kein record date.

    2: Mind. 4 Mrd. USD = 0,306$/Aktie für Jahre mit durchschnittlichem Ölpreis >40 USD/Barrel; sofern die Brutto-Schulden max. 65 Mrd. USD betragen, 60% von OCF - Investitionen; Sonderdividenden möglich.


    Dazu gibt es verwirrende Angaben zu den Nachweisstichtagen. In der normalen Welt ist der Ex-Tag mit Dividendenabschlag logisch zwingend einfach der Handelstag nach dem Nachweisstichtag = record date. Gemäß der o.g. Ankündigung ist es bei Petrobras zeitlich umgedreht. :S Am 25.5. sei record date für die ADR-Halter für die Q1-Dividende, während die ADRs schon am 24.5. ex-Dividende gehandelt werden. JPM gibt auch den 25.5. als record date an, demzufolge am 26.5. der Dividendenabschlag hätte stattfinden müssen. Den gab es aber dem Kurs nach zu urteilen am 24.5., also so gesehen dann doch wieder wie in der Ankündigung. Es kann natürlich auch andere Gründe geben für einen Kurseinbruch, z.B. daß laut Meldung vom 25.5. der nächste Vorstandsvorsitzende ersetzt werden soll, der selbst erst am 12.4. eingesetzt wurde, oder Diskussionen seitens der Präsidentschaftsbewerber darüber, ob Petrobras verpflichtet werden sollte, Benzin im Inland günstiger abzugeben. Den Angaben von Drittseiten kann man möglicherweise auch nicht vertrauen.


    Der 23.5. war (auch) Zahltag für die 2021er-ADR-Schlußdividende (record date irgendwann im April), die bei mir bisher leider nicht ankam - ich halte seit 6.1.22 die Vorzugs-ADR! Hat jemand Erfahrungen, wie lange sowas bei ADRs dauern kann?


    Die sollte erfolgen in Höhe von brutto 1.1701417$ pro ADR, nach Abzug eines geringen Anteils an Quellensteuern auf einen kleinen Teil von 15% ("selic rate adjustment") und den niedrigen ADR-Gebühren (diesmal <0,2%, aber schwankend und wie üblich nicht vorhersehbar) liegt der Nettobetrag bei 1.1616904$, vor Abzug der Abgeltungssteuer und vor der evtl. Währungsumrechnung durch die Depotbank (durchaus 0,5%-1% Spread).


    ---


    Jedenfalls, bei aktuellem Kurs der Vz-ADR von 12,98$ (Schlußkurs am 23.5.: 15,02$) liegt die Dividendenrendite alleine für das Q4/2021 bei 7,8% (1,17$/15,02$). Für Q1 werden insgesamt weitere 1,44$ brutto ausgeschüttet, wobei der erste Teil von JPM nochmals in zwei Teile aufgeteilt wird, getrennt nach Quellensteuer s.o. (Achtung, Zahltag laut JPM ist einmal 27. Juni und einmal 27. Juli), d.h. 11,1% nur für Q1. Es ist fraglich, ob man das hochrechnen darf oder wie (nur eine Tranche regulär?). Wären ja bestenfalls 44% annualisierte Dividendenrendite, wobei ja der Ölpreis seit Anfang des Jahres sogar noch weiter gestiegen ist!

    „Die Coronakrise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderungen wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen.“ – Wolfgang Schäuble

    Edited once, last by Winter: Dividendenpolitik ergänzt ().

  • Die Analystenschätzung beträgt selbst beim derzeitigen Kurs noch über 37% Dividende für die Vorzüge im Jahr 2022, allerdings in den beiden nächsten Jahren fallend auf 25% und unter 22%. Damit hätte man bis Ende 2024 schon 80% des derzeitigen Kurses an Dividende zurückerhalten (ich sogar mehr als den Einstandskurs).


    PS. Daß es sich bei der eigenartigen Interpretation von record date und ex date nicht etwa um einen bloßen Tippfehler handelt, verdeutlicht auch die Ankündigung zur Schlußdividende für 2021, nach der wieder für die ADR das record date auf das ex-date folgt, statt umgekehrt. Immerhin beides Mitte April 2022. Es liegt also nicht am zu späten Kaufdatum, daß die Dividende bei mir noch nicht gutgeschrieben wurde.

    https://api.mziq.com/mzfileman…9ba-7cfba58e7d7d?origin=2

    „Die Coronakrise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderungen wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen.“ – Wolfgang Schäuble

    Edited once, last by Winter ().

  • Wir haben einen Thread zu Öl, aber keinen zu Ölaktien. Das gehört eigentlich getrennt; das eine behandelt den Basiswert und dessen Preisentwicklung und Makrofragen, das andere konkrete Aktien im Öl- und Gassektor und deren Bewertung.


    Wo wir gerade bei verwirrenden Dividendenangaben waren, gegen folgendes ist Admiral Group nichts:


    Petrobras (für die Suche: Petroleo Brasileiro) hat Vorzugs- und Stammaktien, ...

    Vielen Dank für den ausführlichen Post. Ich habe mit Petrobras ein ähnliches Problem bei der Dividendenberechnung bzw. bei der Nachvollziehung. Deine Ausführungen helfen da schon mal sehr.


    Ich hatte Aktien und ADR gekauft um zu sehen, wie sich die Gebühren der ADR auf die Dividende auswirken,

    denn der ADR ist günstiger als aktuell zwei Aktien zu kaufen.

    1 Aktie = Petrobas S.A. WKN 932443 = EUR 6,875
    2 Aktien = Petrobas ADR 2 WKN 615375 = EUR 11,70

    D.h. es ist aktuell EUR 2,05 oder ca. 15% günstiger die ADR zu kaufen. Die Gretchenfrage ist aber, gilt das auch

    nach Dividendenzahlung(en) ?


    Hier meine Daten, um die Berechnungen besser nachvollziehen zu können.

    Zum einen sind die angegebenen Zeiträume sehr interessant. Es stellt sich die Frage, ob bei den ADR oder ob es das für 2022 gewesen ist. Bei den Aktien stellt sich die Frage, ob weitere Zahlungen nicht jetzt schon für 2022 kommen müßten, denn laut Zeitraum beziehen sich die Zahlungen beide auf 2021!


    Vielleicht helfen die Daten unten, weitere Klarheit zu schaffen.


    Aktie - man beachte den Zeitraum(!) hier 01.01.2021 - 31.12.2021


    01.01.2021 - 31.12.2021 01.01.2021 - 31.12.2021

    PETROLEO BRAS.SA PET.
    WKN 932443
    Stück 250
    Kurs 6,15
    Kurs pro Stück 6,15
    Kaufdatum 13.04.2022
    Geschäftsjahr
    Dividende pro Stück USD
    Kurs EUR / USD
    Dividende pro Stück EUR 0,535782
    Valuta 17.05.2022
    Steuerbemessungsgrundlage 133,95
    Quellensteuer 0
    Vor Steuern 133,95
    Kap 33,49
    Solz 1,84
    Nach Steuern 98,62
    Geschäftsjahr
    Dividende pro Stück EUR 0,020444
    Valuta 18.05.2022
    Steuerbemessungsgrundlage 5,11
    Quellensteuer (angerechnet) 0,77
    Vor Steuern 4,34
    Kap 0,51
    Solz 0,02
    Nach Steuern 3,81



    ADR - man beachte den Zeitraum(!) hier 01.01.2022 - 31.12.2022


    01.01.2022 - 31.12.2022

    PETROL.BRAS.PFD ADR/2 O.N
    WKN 615375
    Stück 500
    Kurs 10,7
    Kurs pro Stück 5,35
    Kaufdatum 13.04.2022
    Geschäftsjahr
    Dividende pro Stück USD 1,1271328
    Kurs EUR / USD 1,0706
    Dividende pro Stück EUR
    Valuta 25.05.2022
    Steuerbemessungsgrundlage 526,41
    Quellensteuer
    Vor Steuern 526,41
    Kap 131,6
    Solz 7,23
    Nach Steuern 387,58
  • John Silver : WKN 932443 ist die Stammaktie, während WKN 615375 der ADR auf die Vorzugsaktien ist. Zwischen ADR und Originalaktien gibt es auch (temporäre?) Kursdifferenzen, z.B. beobachtete ich in Deutschland einen höheren Geldkurs für die Originalaktien als Briefkurs in Madrid. Die Handelszeiten der BOVESPA und NYSE sollte man auch auf dem Radar haben. Das Handelsvolumen ist in Europa auch nicht so hoch, so daß ein Vergleich lohnen könnte.


    Korrektur: Bei IB kann man für die Originalaktien (PJXB, PJXC) die Börsenplätze Madrid, Frankfurt und gettex in Lynx Basic und der Mobil-App auswählen - in der Kontoverwaltung hingegen nicht.


    Die Analystenprognosen für die Folgejahre sind auch für den FCF rückläufig, wobei das in erster Linie auch vom Ölpreis abhängt, der zugrundegelegt wird. Petrobras hat jedenfalls das Ziel für die Bruttoverschuldung von 60 Mrd. USD erreicht. Für die Dividendenpolitik genügt sogar 65 Mrd. USD. Insofern ist der Weg für eine Ausschüttung in Höhe von 60% des freien Cashflows frei, der übrigens meist höher ausfiel als der Gewinn.

    Offenbar rechnen die Analysten aber auch damit (Alter der Prognosen unbekannt), daß man die Dividende für Q1 größtenteils hochrechnen kann. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß sie noch höher ausfallen wird angesichts des gestiegenen Ölpreises.


    Das große Risiko dürfte die brasilianische Poltik sein.

    Eine Quellensteuer auf Dividenden wird in der brasilianischen Politik diskutiert, 10%, 20%? Auch ohne DBA sollte die angerechnet werden auf die Abgeltungssteuer, und zwar voll, aber evtl. nicht die "interest on equity", aber das sollte einen nicht abhalten.

    Der Staat ist auch der Mehrheitseigner. Im Oktober ist Präsidentschaftswahl, die beiden aussichtsreichsten Kandidaten sind der Amtsinhaber Bolsonaro und Ex-Präsident Lula, welcher derzeit führt. Beide tönen, Petrobras solle Benzin unter dem Weltmarktpreis abgeben. Besonders an der hohen Dividendenausschüttung wird Anstoß genommen, der CEO mußte sogar vor dem Parlament Rede und Antwort stehen. Eigentlich sollte es rechtlich unmöglich sein, sie dazu zu verpflichten, jedoch scheint das in der Vergangenheit schon einmal für einige Jahre der Fall gewesen zu sein (unter Lula). So weit ich das sehe, machte der Export zuletzt nur etwa ein Viertel des Umsatzes aus, während offenbar Petrobras bzgl. Diesel und Benzin nur einen Anteil von rund einem Viertel im brasilianischen Markt hat. Es ergibt wenig Sinn, daß nur Petrobras Kraftstoffe unter dem (Welt-)Marktniveau verkauft. Das würde doch dazu führen, daß sämtliche anderen (ausländischen) Betreiber von Raffinerien sich aus dem brasilianischen Markt zurückziehen. Trotzdem ist das unschön und ein Grund, die Aktie nicht zu hoch zu gewichten - allerdings wäre sie auch noch super günstig, wenn die Dividendenrendite nur halb so hoch wäre. So gesehen könnte das bereits ausreichend eingepreist sein. Denkbar wäre vielleicht auch eine Sondersteuer, die den hohen Gewinn abschöpft, mit welcher der Staat dann den Sprit subventionieren kann, was die marktwirtschaftlichere Lösung wäre.


    PS. Immerhin hast Du auf die Vorzugs-ADR bereits eine Dividende erhalten. Ich warte bei der DKB immer noch, seufz. Die verweisen auf den Emittenten, Bradesco auf die Bank, und JPM habe ich eben ein zweites Mal angeschrieben.

    Die Abrechnungen passen doch? EUR vs USD, und ADR=2 Aktien. Evtl. Wechselkurs beachten, da rechnet die DKB sehr ungünstig um. Die geringe Quellensteuer (s.o.) gibt es also auch bei den Aktien und die wurde voll angerechnet. Ansonsten ist die ADR-Gebühr niedrig, s.o.

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  • Eintritt für russisches Öl ist gesichert durch die Mol Group in Ungarn HU0000153937. Sind relativ günstig und ich bin gespannt, wieviel "zusätzliches" Öl sie demnächst handeln werden. Dividendenrendite > 3,7%. Mittelfristig -wie alle Ölwerte- eher uninteressant.


    „Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass noch etwas anderes dahinter steckt, außer dem Grund [der schweren Störung der Energieversorgung], den der ungarische Premier Viktor Orbán der EU schlussendlich verkauft hat, unter Androhung des Vetos: Geld. Vielleicht auch Loyalität gegenüber Putin, genauer gesagt Orbáns Bedürfnis, auch russischen Interessen zu dienen, da er meint, dadurch auch den ungarischen am besten zu dienen. Vornehmlich aber Geld, indem Orbán der Mol Group ermöglicht, billigeres russisches Öl und Erdölprodukte zu beschaffen. Er möchte seinen Energie-Tycoons den bisherigen Modus operandi nicht versperren. “


    https://www.vecernji.hr/ hinter einer Bezahlschranke.


    Und: Die Volatilität der Ölpreise wird sich in dieser Woche wahrscheinlich fortsetzen, da die OPEC+ am Donnerstag eine geplante Erhöhung der Ölpreise um 432.000 Barrel pro Tag genehmigen wird.


    Klappt aber nur, wenn: In order to do that, analysts and U.S. observers opined, Biden would have to kiss Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman’s ring – and not just proverbially.


    https://www.haaretz.com/us-new…5a-dd8a-a9f9-bffb91e40000

  • Was meinst du mit "mittelfristig" uninteressant?

    Langfristig (also jenseits 10 Jahre) bin ich nei dir.


    Ich denke aber auf Sicht 5-10 Jahre werden Ölfirmen gut, wenn nicht sogar sehr gut verdienen.


    Grund:

    Die Nachfrage wird erstmal nur schleppend sinken. Das Angebot sinkt aber auch, seit 10 Jahren wurde massiv unterinvestiert.

    Zudem müssen die Firmen wenig CAPEX stemmen. Werden also grandiose Cashcows werden.


    Inflationshedge hat man auch.


    Das Hauptrisiko droht eher aus politischen Begehrlichkeiten.


    Jedenfalls will ich weiter aufstocken in dem Sektor.


    Mol ist garkeine schlechte Idee.
    Eine andere wäre Suncor.

    Richtig, das sind die mit den schmuddeligen Ölsanden. Eigentlich hatte ich gehofft dass die nie wieder gefördert werden.

    Aber nun scheint die Menschheit verrückt genug genau das wieder zu wollen. Kanada bereitet hier das Anfahren der Produktion vor. Entsprechend ist der Kurs bereits am Klettern.

    Jemand ne Meinung zu denen?

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  • Ah, Raffinierien wäre auch noch was.

    Die Crackmargines bewegen sich alle auf Rekordniveau und das wird noch länger so bleiben weil es enorme Engpässe bei den Raffineriekapazitäten gibt.

    In Afrika herrscht schon jetzt Dieselnotstand, und auch hier wird es zur Reisesaison immer enger werden.

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  • Ich denke aber auf Sicht 5-10 Jahre werden Ölfirmen gut, wenn nicht sogar sehr gut verdienen.

    Vielleicht wird der Ölpreis zurückgehen, vielleicht werden die Regierungen Gewinne versuchen abzuschöpfen? Sind vor diesem Hintergrund nicht die Ausrüster HAL, Technip etc wieder interessanter?

  • Stimme woodpecker zu. Am Ende hängt natürlich auch alles von der Bewertung ab. Ölaktien mit 5% Dividende, die c.p. 20 Jahre brauchen, bis sie nur den gegenwärtigen Aktienkurs zurückgezahlt haben, sind für mich auch kein Investment, auch wenn BP und Shell ja versuchen, ein Standbein in erneuerbaren Energien aufzubauen. Ebensowenig gehebelte Wetten, die von einem allzu hohen Ölpreis abhängen.

    Infrage kämen, wenn man fossile Energie als Beimischung im Depot haben will, vielleicht am ehesten noch chinesische Ölaktien. Aber die tragen auch ein politisches Risiko. Petrochina (WKN A0M4YQ), Sinopec (WKN A0M4Y5) - fördern die kein Öl, oder warum ist deren Kurs so niedrig geblieben? - oder CNOOC (WKN A0B846) habe ich gefunden.

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  • CNOOC laufen prima.

    Ich Doofkopp habe die leider im März verkauft und gegen Equinor eingetauscht (die bescheiden laufen).

    Aber ist halt China und ich brauch grad kein neues potentielles Enteignungsevent.


    Aber gehebelte Aktien, warum nicht?

    Meine These ist ganz klar dass wir 2022 noch die 150 sehen bei Öl. Und dass die Preise auch oben bleiben aus besagten Gründen.


    Suncor zB ist ja gehebelt, weil unter Ölpreis 100 verdient mal kaum was mit Ölsanden.

    Und die gibts halt - wie andere auch - grade mit ESG bäh-Discount.


    TGS halte ich auch, selbe Hebel-Story, halt in diesem Fall auf Offshore.

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  • Bei Petrobras ist halt das Risiko, daß die Regierung die Mehrheit des Kapitals hat (jedenfalls der Stämme), d.h. Bolsonaro ersetzt den CEO so lange, bis er einen findet, der das umsetzt, was er will, nämlich niedrige Benzinpreise. In einem Rechtsstaat wie Deutschland würde sich der CEO damit der Untreue schuldig machen gegenüber den freien Aktionären. Gleichzeitig wurde die Privatisierung ins Spiel gebracht, und aktuell noch eine Aufspaltung.


    Solche gehebelten Sachen - ich glaube, Occidental Petroleum und Marathon Oil gehört auch dazu, die hatte Buffett doch mal? Haben sich aber schon versechsfacht - antizyklisch ist das nicht gerade. Wenn die USA und/oder Europa in eine Rezession abrutschen - weil die Zentralbanken den Spagat nicht hinbekommen -, dann dürfte der Ölpreis temporär erstmal wieder runtergehen.

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  • Ich meine gelesen zu haben Buffett habe erst kürzlich sowohl Occidental als auch Chevron nochmal aufgestockt.


    Es stimmt, richtig antizyklisch sind ölaktien nicht mehr.

    Aber - wenn man davon ausgeht dass sie vor einem Superzyklus stehen und in vergangenen Stagflationsphasen der beste Sektor waren - sind sie auch nicht wirklich teuer.

    Rezession USA / EU wäre in Thema, ja.

    Auf der anderen Seite steht Lockdownende China und Ende ESG Hype als zusätzliche Chance.

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  • Große Ölaktien sind jetzt für die nächste Zeit, was bisher Apple und Co waren, "risikolose" Investments.


    Wir sind mitten im Ölzeitalter, wie Vaclav Smil hier erklärt, ziemlich am Anfang (ab ca 12:00):


    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


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    Edited once, last by Lando: Ergänzung ().

  • Die Abrechnung bei der DKB für die WKN 615375 (Petrobras Vorzugs-ADR) ist jetzt endlich da.

    Buchungstag: heute, 2.6.

    Wertstellung: 25.5., also rückwirkend.

    Zahlbarkeitstag: 23.05. (offizielles Datum, aber ohne praktische Auswirkung, wobei es in der Pressemitteilung heißt: "starting on May 23, 2022", nicht "take place on" wie für die Aktien)

    Bestandsstichtag: 13.04.2022

    Ex-Tag: 14.04.2022

    (wäre gleich wie das underlying und die logische Reihenfolge, aber sowohl JPM als auch in der gut versteckten Pressemeldung, die nicht auf der IR-Seite, sondern der PR erschien, steht record date 18.4. für Aktien und ADRs, und ex-dividend 14.4. nur für die Aktien - man mußte also schlußfolgern, daß das auch für die ADRs gilt und der Nachweisstichtag folglich der Tag zuvor war - sofern die Angabe der DKB korrekt ist)

    Geschäftsjahr: 01.01.2022 - 31.12.2022 (das ist falsch, aber passierte wohl durch JPM, die evtl. einfach das Kalenderjahr des record date genommen haben)

    Dividende pro Stück: 1,127132 USD

    Das entspricht dem Brutto-Betrag ohne selic rate adjustment laut PR-Meldung und JPM, die 15% Quellensteuer unterliegt

    Daher dann auch kein Quellensteuerabzug auf die 1,127132 USD

    Die ADR-Gebühr von 0.002 USD wurde auch nicht abgezogen, aber es fehlen dafür auch die 0.043009 USD brutto = 0,036558 USD netto

    Devisenkurs EUR / USD: 1,0764

    Devisenkursdatum: 01.06.2022

    (entspricht zwar keinem der o.g. Tage, ist aber die heutige für 1.6.2022 von der dwpbank veröffentlichte Briefkurs für den USD; Abweichung vom Mittelkurs: +0,33%. Der Devisenkurs laut comdirect liegt mit aktuell 1,069 USD/EUR, übrigens gleich wie für 23.5., noch unter dem Mittelkurs der dwpbank, dabei ist er heute im Plus. Die Spreads bei Devisenkursen sind zu vernachlässigen, d.h. eigentlich fehlen 0,65%)


    Daten laut JPM:

    brutto: 1.1701417 USD

    netto: 1.1616904 USD

    Umgerechnet mit aktuellem Devisenkurs netto vor deutschen Steuern: 1,0867 EUR

    Stattdessen bei der DKB vor deutschen Steuern: 1,0471 EUR, also 0,0396 EUR weniger als zu erwarten.


    Die Daten von John Silver für die Originalaktie (Stämme=Vorzüge), wobei der zweite Teil offenbar die selic rate adjustment ist, dessen Wertstellung einen Tag später war (Betrag und Quellensteuer passen, die übrigens voll angerechnet wurde), multipliziert mit 2 für den Vergleich mit dem ADR ergeben vor Steuern: 1,112452 EUR.


    Vielleicht kommt der zweite Teil für die ADR auch morgen noch.

    Die Währungsumrechnungskurse hängen nicht bloß von der Bank, sondern halt auch vom Zeitpunkt der Zahlung ab.

    „Die Coronakrise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderungen wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen.“ – Wolfgang Schäuble

  • Gestern auf der PR-Seite: https://www.agenciapetrobras.c…rMateria?p_materia=984346

    Sie haben eine neue Website, auf der die Genese der Spritpreise erklärt wird, z.B. hier für Benzin, je Bundesstaat.

    "A topic of great interest to the general public", und seit November laufen TV-Werbespots dazu. Das scheint ein heißes politisches Thema zu sein, mit dem die Präsidentschaftsbewerber punkten können. Ist ja bei uns nicht anders, siehe den dreimonatigen Steuerrabatt auf Sprit, das 9-Euro-ÖPNV-Ticket und das Energiegeld. Solche Maßnahmen sind relativ besser, aber man kommt auf andere Ideen, wenn man einen eigenen, ehemals staatlichen Ölkonzern hat.

    „Die Coronakrise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderungen wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen.“ – Wolfgang Schäuble

  • Die Analystenschätzung beträgt selbst beim derzeitigen Kurs noch über 37% Dividende für die Vorzüge im Jahr 2022, allerdings in den beiden nächsten Jahren fallend auf 25% und unter 22%. Damit hätte man bis Ende 2024 schon 80% des derzeitigen Kurses an Dividende zurückerhalten (ich sogar mehr als den Einstandskurs).


    PS. Daß es sich bei der eigenartigen Interpretation von record date und ex date nicht etwa um einen bloßen Tippfehler handelt, verdeutlicht auch die Ankündigung zur Schlußdividende für 2021, nach der wieder für die ADR das record date auf das ex-date folgt, statt umgekehrt. Immerhin beides Mitte April 2022. Es liegt also nicht am zu späten Kaufdatum, daß die Dividende bei mir noch nicht gutgeschrieben wurde.

    https://api.mziq.com/mzfileman…9ba-7cfba58e7d7d?origin=2

    Servus,


    zahlenmaessig war (und vielleicht ist) Petrobras schmackhaft! Allerdings sollte man als realistisches Szenario davon ausgehen, dass nach den Wahlen im Oktober ein stark Anleger- und profitfeindliches Klima aufzieht. Der populaerste Praesidentschaftskandidat Lula macht daraus auch keinen Hehl: "Petrobras soll dem brasilianischen Volk dienen, nicht den auslaendischen Investoren". Mit Volk ist dann vielleicht auch zusaetzlich der Geldbeutel des Freundeskreies gemeint.

    Wie das aussehen kann, sieht man gut in der Historie der FIrma.

  • Da Petrobras nicht die einzige Ölfirma der Welt ist, halte ich sie genau aus diesen Gründen für unattraktiv.

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  • Es ist aber wohl mit weitem Abstand die günstigste, obwohl operativ wenig gehebelt. Sie hatten in ihrem Strategic Plan 2021-25 Ende 2020 angegeben, daß der FCF = 0 sein würde bei Brent-Preis von 23 bzw. 28$/Barrel, die reinen Förderkosten waren mit 20$ angegeben. Aktuell:

    Dividendensumme für 2022-2026: 60-70 Mrd. USD,

    bei Brent-Preis 72$ bis runter auf 55$ pro Barrel. Spotpreis aktuell: 116$!

    Börsenwert auf Basis der Vorzüge: 86 Mrd. USD

    Enterprise Value laut TIKR: 127 Mrd. USD

    TTM-FCF: 37 Mrd. USD

    Analysten-Schätzungen für den FCF in Mrd. USD für 2022-26: 40 - 26 - 21 - 19 - 18

    Vermutlich ebenfalls auf Basis eines sinkenden Ölpreis wie durch die Future-Preise indiziert (d.h. sonst eher konstant).

    Es ist also schon viel Angst eingepreist, und dank des niedrigen operativen Hebels sollten sie einiges verkraften können.


    Ich kenne die Sprüche von Lula, der übrigens wegen Geldwäsche und Korruption verurteilt worden war; mittlerweile wurde das Urteil aufgehoben. Im Zentrum dieser "Autowaschaffäre" stand: Petrobras! Die haben tatsächlich viele ausländische Investoren... eigentlich müßte die Firma dann konsequenterweise verstaatlicht werden. Dann kann die Regierung den Benzinpreis wieder politisch festsetzen und alles in Richtung Autarkie umbauen. Stattdessen wird ja die vollständige Privatisierung evaluiert, siehe die Meldung vor wenigen Tagen. Ich hoffe bis Ende des Jahres noch auf fette Quartalsausschüttungen, so reduziert sich mein Exposure automatisch. Sonst kenne ich keine Ölaktie mit zweistelliger Dividendenrendite, auch die chinesischen nicht.


    Zu den unterschiedlichen Kursen: Vorzüge sind immer günstiger, klar.

    Die ADR kosten aktuell 11,50/11,60 Euro. Nach Öffnung der NYSE sicherlich mit ausreichend Volumen, dort Millionenumsätze.

    Die Originalaktie wieder wie gehabt: Madrid: 5,88/6,00 Euro, Deutschland realtime 5,97/6,10 Euro (Baader/L&S) - die Differenz mag auch an intraday sinkenden Kursen und Zeitverzug liegen. Jedenfalls zahlt man für die Originalaktie immer einen Aufpreis, die in Europa auch noch illiquider ist. Wie viel, müßte man mit Realtimekursen ermitteln. Über 3-4% können es mit den Mittelkursen sein, einmalig. Dafür zahlt man laufend minimale ADR-Gebühren. Ich hatte mich gegen den Kauf der Originalaktie via IB an der Bovespa entschieden, weil ich die Quellensteuer-Anrechnung nicht selbst machen will, sondern das der DKB überlasse, um Diskussionen mit dem Finanzamt zu umgehen.

    „Die Coronakrise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderungen wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen.“ – Wolfgang Schäuble