Neu im Depot: Volkswagen VZ

  • Ich wollte schon immer wissen, was im Audi Werk (Neckarsulm) so passiert, wenn ich Nachrichten lese, dass die Staatsanwaltschaft angerückt und den Laden aufwühlt.


    https://www.merkur.de/wirtscha…rchsuchen-zr-9589900.html


    Ausserdem wollte ich wissen wie es intern bei Audi um diese Diesel-Affäre wirklich aussieht .


    Jetzt hatte ich gestern die Möglichkeit mich mit einem Entwickler aus dem Werk zu unterhalten.


    Nach der Unterhaltung habe ich das Gefühl, dass der "Endverbraucher" der größte Depp bei diesem Spiel ist.



    Wenn die Staatsanwaltschaft ins Werk stürmt, dann rennen sie in die Abteilungen und stehen total verloren da. Kein MA, Entwickler , Ingenieur wird befragt, sonder der Werkleiter.

    Die stehe da und nehmen einfach irgendwelche Unterlagen mit, die total nutzlos sind.

    Das Problem ist, der Werkleiter hat keine Ahnung was in den Abteilungen geschieht.

    Es ist auch so, dass eine Abteilung Fehler in den Messungen feststellt, die zuständige Abteilungen per mail auf den Fehler hinweist und um Antwort bittet. Aber es kommt keine Antwort zurück, denn jeder hat Angst, dass später die email gegen Ihn verwendet wird.

    Wenn die Staatsanwaltschaft die MA in der Entwicklung direkt fragen würde, dann würden die MA ganz genau sagen können, wer für welche Software , wer für welche Prozess verantwortlich ist und so den Fall lösen können.

    Aber die MA werden nicht befragt. Die stehen da , fragen nach einem Kaffee und die MA arbeiten einfach weiter. Nach einer Weile ziehen die mit ein paar nutzlosen Ordnern wieder ab.

    Die können überhaupt nicht durchblicken, denn im Werk wurden auch die Abteilungen inzwischen mehrmals umbenannt.

    Die Aktion der Staatsanwaltschaft wirke sehr nach "Alibi" Funktion.

    Wenn sie wirklich das Problem lösen wöllten, dann müssten sie einfach mal anfangen die MA in der Motorenentwicklung zu befragen.

    Hat bisher noch niemand gemacht. Die MA in den Abteilungen würden auch gerne mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten, damit die Schuldigen gefunden werden und die "Existenzangst" der einzelne Ingenieure mal ein Ende hat.

    So herrscht dorrt aktuell das Klima des Misstrauens und Angst.


    Das ganze wird vertuscht und verschoben, sodass nichts aufgeklärt wird und auch niemand wirklich Interesse an der Aufklärung hat.


    Der Dumme ist tatsächlich, der "Endverbraucher" der das Auto bezahlen muss.

  • Der Dumme ist tatsächlich, der "Endverbraucher" der das Auto bezahlen muss.

    Sehe ich nicht so. Der VW-Konzern hat seine Autos ja schon bisher nicht nach Mildtätigkeit bepreist, sondern nach den am Markt erzielbaren Verkaufspreisen. Nur weil die Kosten steigen, können sie diese nicht so einfach an den Markt weitergeben. Eher dürfte die eigene Marge sinken. (Deshalb bin ich ja so überrascht, dass der VW-Konzern immer noch so profitabel wie ehedem ist.)
    Falls das Image der Marke leidet, könnten sie sich sogar zu Preissenkungen (oder zu Zusatzextras ohne Preisaufschlag) gezwungen fühlen, um einem sinkenden Absatz entgegenzuwirken.
    Der Endverbraucher könnte also der Profiteur sein.
    So wie du gerne in Krisenzeiten in die Türkei reist, habe ich gerne in Krisenzeiten einen gebrauchten Opel gekauft. Da bekam ich mehr für mein Geld als beim gebrauchten VW vergleichbarer Art, einfach weil die Marke Opel über Gebühr gelitten hatte.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • ...
    So wie du gerne in Krisenzeiten in die Türkei reist, habe ich gerne in Krisenzeiten einen gebrauchten Opel gekauft. Da bekam ich mehr für mein Geld als beim gebrauchten VW vergleichbarer Art, einfach weil die Marke Opel über Gebühr gelitten hatte.

    Antizyklisch Auto kaufen?
    Kein dummer Gedanke.


    Ich habe auch schon folgendes überlegt:

    Man könnte überlegen sich einen richtig schicken jungen gebrauchten (VW?) Diesel zu kaufen mit EURO Norm 6, aber eben nicht 6d-temp.

    Die müssten einem aktuell doch eigentlich nachgeschmissen werden.


    Quasi als antizyklische Wette, dass außer viel heißer Luft nix passiert mit Fahrverboten, oder wenn dann nur auf wenige Innenstädte beschränkt.


    Was meint ihr?

  • Die eigentlichen Schnäppchen scheinen die Euro 5 Diesel zu sein:


    http://www.sueddeutsche.de/wir…rch-dieselkrise-1.3975366


    Zitat
    • Wegen des Abgasskandals gehen die Neuzulassungen von Diesel-Pkw seit Monaten stark zurück.
    • Das trifft nicht nur die Hersteller, sondern auch die Händler, die die Fahrzeuge häufig nur noch mit hohen Rabatten loswerden.
    • Mehr als 350 000 Euro-5-Diesel im Wert von 4,5 Milliarden Euro ständen auf den Höfen der Händler, sagt der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK)
  • Wenn ich derzeit ein Auto kaufen müsste, dann wäre es womöglich ein gebrauchter Euro5-Diesel, denn ich fahre mit unseren Autos idR nicht in die Großstadt, dafür gibt es schließlich die Bahn. Da, wo ich mit dem Auto hinwill/-muss, fährt die Bahn nicht so ohne weiteres bzw. ist zu zeitaufwendig. Weil ich aber davon ausgehe, dass unsere Autos (alle Euro4) noch mindestens 2-3 Jahre halten werden, warte ich ab, welche Sau dann durchs Dorf getrieben wird.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Das Thema habe ich gerade die letzten Wochen durchgearbeitet, weil mein Leasing demnächst ausläuft.

    "Nachgeworfen" bekommt man garnichts. Beim Verkauf an Händler wird der Diesel-Skandal als Argument gebracht, um den Preis zu drücken aber im Verkauf konnte ich keine wirklichen Schnäppchen finden. (Ich schaue nach Kombi in Golf-Klasse oder höher)


    Sehe ich nicht so. Der VW-Konzern hat seine Autos ja schon bisher nicht nach Mildtätigkeit bepreist, sondern nach den am Markt erzielbaren Verkaufspreisen. Nur weil die Kosten steigen, können sie diese nicht so einfach an den Markt weitergeben. Eher dürfte die eigene Marge sinken. (Deshalb bin ich ja so überrascht, dass der VW-Konzern immer noch so profitabel wie ehedem ist.)
    Falls das Image der Marke leidet, könnten sie sich sogar zu Preissenkungen (oder zu Zusatzextras ohne Preisaufschlag) gezwungen fühlen, um einem sinkenden Absatz entgegenzuwirken.
    Der Endverbraucher könnte also der Profiteur sein.
    So wie du gerne in Krisenzeiten in die Türkei reist, habe ich gerne in Krisenzeiten einen gebrauchten Opel gekauft. Da bekam ich mehr für mein Geld als beim gebrauchten VW vergleichbarer Art, einfach weil die Marke Opel über Gebühr gelitten hatte.

    Welcher Opel soll das sein?

    Der alte Insignia ist derzeitig "günstig" bepreist. Das liegt aber nicht am Opel-Image, sondern in der (Fehl-)Konstruktion des Fahrzeugs, optisch, wie technisch.....

  • Welcher Opel soll das sein?

    Opel Corsa (genügt mir völlig), habe ich schon einige Jahre, bin sehr zufrieden.

    Die Hochzeit der GM-Opel-Probleme ist ja auch schon eine Weile her.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Als ich früher beruflich noch viel unterwegs war, hat mir cktest dev immer gerne Opels Omegas oder Vectras als "Upgrade" vermietet, obwohl ich Golf bestellt hatte. Ich fand die meistens ziemliche Klapperkisten, auch im Vergleich zur direkten Konkurrenz wie Ford oder Skoda.


    Kann sich mittlerweile aber gebessert haben.

    Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers

    Einmal editiert, zuletzt von nixda ()

  • Als ich früher beruflich noch viel unterwegs war, hat mir cktest immer gerne Opels Omegas oder Vectras als "Upgrade" vermietet,

    Ich wüßte nicht, dass ich Dir jemals irgendetwas vermietet hätte, geschweige denn Autos, die ich selbst nie besessen habe :D Gruß an die Autokorrektur.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Das Thema habe ich gerade die letzten Wochen durchgearbeitet, weil mein Leasing demnächst ausläuft.

    "Nachgeworfen" bekommt man garnichts. Beim Verkauf an Händler wird der Diesel-Skandal als Argument gebracht, um den Preis zu drücken aber im Verkauf konnte ich keine wirklichen Schnäppchen finden. (Ich schaue nach Kombi in Golf-Klasse oder höher)

    Interessant.


    Das heißt das Gejammer der (Gebraucht-)Autohändler ist letztlich unfundiertes Gejaule?!

    Naja, wäre ja nicht unplausibel aus deren Sicht. Wenn man hier lange genug rumheult, gibts vielleicht ne Hilft vom Staat.


    Ich hab gestern auch mal geschaut, Einfach nach meiner eigenen Familienkarre (Ford Mondeo Diesel) gebraucht. Die sind nen Ticken billiger als vor 6 Jahren als ich meinen als Jahreswagen kaufte. Aber nicht viel.


    Aber wie du schreibst, im Verkauf würden die mich sicher kräftig drücken.


    Ich werde die Kiste also wohl noch 5 Jahre runterfahren und mal hoffen dass nix kommt mit Plakette, oder nur für die M-Innenstadt.

    Danach sieht es mir nämlich aus...denn wie lange geht die "Debatte" nun schon? 3 Jahre?

    Mein Tipp ist man hofft dass sich das Problem durch Verjüngung der Flotte langsam von alleine erledigt und außer bissl Beruhigungspillen nichts geschieht.


    wp

  • Bei all dem Meckern über Volkswagen: Golf/Passat sind nach meiner Analyse ausstattungsbereinigt die Preis/Leistungssieger, wenn man zumindest etwas Haptik haben möchte.

    Bei mir wird es wohl wieder ein Golf Variant Comfortline als EU-Import (Tschechei): kleiner Benziner (mit 6fach Rührschüssel), Garantieerweiterung auf 5Jahre 150.000km, den rückenfreundlichen Sitzen mit Heizung, kleines Navi, Tempomat mit ACC, City-Safety, Automatische Parkbreme, Klimaautomatik, Freisprecheinrichtung, variabler Laderaum, aus dem Kofferraum umklappbare Rückbank,.... (in Serie bereits enthalten). Kostet etwas über 20 und geht vor Ablauf der Garantie wieder für 10 weg. Also ca 200€ Wertverfall im Monat.


    Zu den Diesel-Schnäppchen:

    Es mag sein, dass die 2/3jährigen Golf-Diesel vor dem Skandal 1000-4000 mehr gekostet haben, aber das ist für mich kein "Deal". Abgesehen davon, dass bei einem modernen "Traktor" auch gerne mal der Partikelfilter ersetzt werden muss oder die Injektoren (jeweils 4stellig €).


    Neben dem Skandal hat sicherlich auch der Rückgang der Spritpreise, sowie die Verbreitung der Turbo-Benziner einen Einfluss gehabt, sodass der Unterschied beim Tanken kleiner ausfällt. Der letzte Golf hat über die zwei Jahre 6,5l Super genommen. Als Diesel nimmt er auch gut 5, bei höherer Steuer, etc.... Bei meinen 15-20.000km/Jahr kommt es momantan aufs gleiche raus und ich mag die leisen TSI deutlich lieber.



    Nachtrag:

    Was das Gewimmer der Gebrauchtwagenhöker angeht, dies liegt nicht (nur) daran, dass sie Fahrzeuge auf dem Hof haben/hatten, die sie zu teuer eingekauft haben. Besonders ärgerlich ist das Verschrotten von eigentlich fahrbereiten Fahrzeugen wegen dem "Umweltbonus". Mit diesen Autos verdienen die kleinen Händler eigentlich ihre Brötchen. Reibach haben (wie bei der letzten staatlich verordneten Verschrottungsaktion) vor allem die Hersteller, Banken, Kfz-Verwerter und Kriminellen ("entsorgte" Wagen ins Ausland schmuggeln) gemacht!!!