Immobilien

  • Eigentlich muss man bei Auszug eine Kompensation vom Vermieter verlangen.

    Jahrelang billig gewohnt und dafür dann einen Entschädigunganspruch? :)

    „Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.“

  • Jahrelang billig gewohnt und dafür dann einen Entschädigunganspruch? :)

    Naja, andersrum wird ein Schuh draus:

    Der Vermieter könnte eine "Abfindung" anbieten falls jemand bereit ist seine Wohnung zu räumen.

    Wenn er danach 1000 EUR mehr pro Monat bekommt, wären fünfstellige Beträge absolut ökonomisch sinnvoll und vielleicht doch ein Anreiz für den ein oder anderen sich zu verkleinern.


    Vermute wird aber sowas gleich als unpassend, mobbing, moralisch verwerflich, Gier etc gesehen.

    "Nicht Völker führen Kriege gegeneinander, sondern Regierungen führen Kriege gegeneinander"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh


  • Habe ich schon erlebt. Ein Bekannter sollte raus, weil das gesamte Mietshaus grundsaniert werden sollte. Viele zogen freiwillig aus, er war der letzte. Anfangs bot man ihm 5000 Euro, am Ende zahlten sie das dreifache. Dass er wegen des Jobs sowieso in eine andere Stadt wollte, wussten sie nicht…

  • Habe ich schon erlebt. Ein Bekannter sollte raus, weil das gesamte Mietshaus grundsaniert werden sollte. Viele zogen freiwillig aus, er war der letzte. Anfangs bot man ihm 5000 Euro, am Ende zahlten sie das dreifache. Dass er wegen des Jobs sowieso in eine andere Stadt wollte, wussten sie nicht…

    Fair enough. Das ist halt Glück, kann bei einer Abfindund durch Arbeitgeber ja auch vorkommen.


    Denke diese Instrument sollte häufiger genutzt werden weil es den Markt effizienter macht (Sichtbarmachung und Aufteilen des Mehrwerts "günstiger Altvertrag" zwischen beiden Parteien).


    Da freiwillig ist das auch sozialverträglich, was ja immer das Problem bei Aufweichung Kündigungsschutz ist.

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  • Dann bleibst du eben einfach da wohnen!
    Die Kinderzimmer machst du zu nem Hobbyraum und einem Gästezimmer.

    oder schliesst den Raum ab und nutzt ihn nicht. Soll es öfter geben.

    Ok, Heizung bitte auf Frostschutz.

  • Fair enough.

    Ich empfinde es keineswegs als fair, dass ein Eigentümer dem Benutzer seines Eigentums etwas zahlen soll dafür, dass dieser es dem Eigentümer zurückgibt, um wiederum dem Eigentümer die Möglichkeit zu geben, sein Eigentum instand zu setzen. Zitat "weil das gesamte Mietshaus grundsaniert werden sollte".


    Allein dass woodpecker eine Zahlung seitens Eigentümer in einem solchen Fall für fair häl, das zeigt doch wie pervertiert das Mietrecht in D inzwischen ist.

  • Das sagst Du aus Vermieterperspektive. Du weißt ja vorher, wie das Mietrecht ist. Und wenn ein langjähriger Mieter auszieht, ist das für den Vermieter bares Geld wert. Der Mieter könnte ja auch einfach drin bleiben, oder besser noch, untervermieten. Darum ist so eine Abfindung nur fair. Ich würde sogar noch weiter gehen: wohnen ist ein Grundrecht; ich finde es schwierig, dass damit überhaupt Profit gemacht wird. Ist schon gut, dass das Mietrecht in D so restriktiv ist.

  • Und wenn ein langjähriger Mieter auszieht, ist das für den Vermieter bares Geld wert

    Und, sollte das so sein? Mir sagt das, dass die Regularien willkürlich sind.


    Der Mieter könnte ja auch einfach drin bleiben, oder besser noch, untervermieten.

    Teil a): ja könnte er

    Teil b): nicht so einfach. Jedenfalls nicht die komplette Wohnung ohne sehr guten Grund.



    Ist aber auch völlig wurst. M.E. ist der Mietmarkt total überreguliert. Solche "Tricks" (bzw. eigentlich Betrug) wie Untervermietung wg. angeblich vorübergehendem Nichtbedarf wären in einem sinnvollen Marktumfeld nicht notwendig.


    wohnen ist ein Grundrecht

    So wie essen, sich kleiden etc. meinst Du? Kann man so sehen.


    Dann aber auf Hartz- und nicht auf Luxusniveau und auf Staatskosten und nicht auf Kosten Einzelner.


    ich finde es schwierig, dass damit überhaupt Profit gemacht wird

    klar, so wie bei Essen, Kleidung, Energie, Telekommunikation usw. usf.?

    Alles was der Mensch halt so braucht.

  • Chfin,


    Also erstmal sagte ich "fair enough", was nicht automatisch fair heißt sondern übersetzt eher "warum nicht". (Sorry fürs ganze denglish. Da ist die Globalisierung schuld 😋)


    fair...da kann man jetzt wieder ewig sich kloppen. Ist ne schwierige Kiste alles in allem.


    Aber gegeben das aktuelle Mietrecht sind "Vertragsauflösung mit Abfindungen" eine Verbesserung ggü "Steckenbleiben im status quo", solange freiwillig von beiden Seiten verhandelt.


    Denke da sind wir uns doch einig, oder?

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  • gegeben das aktuelle Mietrecht

    Du meinst das, welches ich für total überreguliert und einseitig halte.


    Klar, im Rahmen von schrägen Regeln kann man schräge Sachen machen und die dann als ok verkaufen.

    Gesetztes Recht und naürliches Recht.

  • Eigentum verpflichtet steht im Grundgesetz nicht ohne Grund.

    Ja, aber im Maximum dem Gemeinwohl, nicht einer/m zufällig in deiner Wohnung wohnenden PersonIn.

    „Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.“

  • Ja, aber im Maximum dem Gemeinwohl, nicht einer/m zufällig in deiner Wohnung wohnenden PersonIn.

    Man wohnt nicht irgendwo zufällig, beide Vertragspartner wollten das und inzwischen fehlt nur noch ein DNS-Test des Mieters. :D

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Du meinst das, welches ich für total überreguliert und einseitig halte.

    Ja, genau das meine ich.


    Quote

    Klar, im Rahmen von schrägen Regeln kann man schräge Sachen machen und die dann als ok verkaufen.

    Gesetztes Recht und naürliches Recht.

    Nochmal, ich verkaufe hier garnichts.

    Bitte trenne da sauberer.


    Ich betrachte die DInge aus dem Blickwinkel wie sie eben sind, erstmal ohne Wertung.

    Und da wundere mich halt, das gegeben die Situation des Rechts, das Instrument Abfindung so wenig genutzt wird.

    Ich würde es als Vermieter tun.

    Ist bei Angestellten doch auch Gang und Gäbe.


    Was die Sache betrifft, wenn du meine Meinung willst:


    Kündigungsschutz und -hürden finde ich ok. Weil ja, irgendwie ist Wohnen was anderes als Klamotten kaufen, was man auch mal aussetzten kann, und was man überall in Hülle und Fülle bekommt. Grade für Familien oder Menschen mit weniger Geld.


    Auf ewigkeit eingefrorene Mieten find ich problematischer.
    Da ist einerseits natürlich auch immer das Problem sozialer Härten. Und der Vermieter weiß das ja und kalkuliert bei Kauf vermutlich nicht mit stark steigenden Mieten?
    Andererseits, es erzeugt eben die Lock-in-Effekte, und ist nicht "gerecht" (ich mag das Wort nicht, was ist schon "gerecht"? Das nur anbei) für die Neumieter, es reduziert Mobilität und die Bereitschaft sich auch mal zu verkleinern etc.


    Denke weiterhin hoher Kündigungsschutz bei Erleichterung von Mieterhöhungen für Altmieter, plus eben ggf Abfindungen, wäre ein Kompromiss um den Markt flüssiger zu machen in Bezug auf "überdimensionierte Alten-Wohnungen".*

    Allerdings glaube ich so schwer ist es gar nicht die Miete zu erhöhen?

    VIele machen das halt aus sozialer Gründen nicht was ich so beobachte, dann ist das ja quasi freiwillig.


    *) gilt für Besitzer übrigens genauso.


    Schau ich hier im Vorort durch die Straßen, ist jedes zweite Haus mit entweder nur einem alten Ehepaar oder auch einer einzelnen Witwerin belegt. Oft steht das ganze obere Stockwerk einfach leer, weil die nur unten wohnen.

    Bei meinen Eltern, Tanten, Onkeln, Schwiegereltern, Großtanten, überall ist es auch so! Fast alle sind bei >80qm pro Person. Bei euch nicht?!

    Und:

    Werde ich vielleicht auch so machen!

    Man hängt halt an seinem Haus, man hat da seinen Kram, sein Gärtchen, warum sollte man ausziehen? Normal.


    Das ist dann einfach ein Effekt dessen dass wir immer mehr (relativ mobile) Alte haben, und es aus der Mode ist, im Austragszimmer unterm Dach zu wohnen.

    Da wir aber auch aufhören wollen (und müssen) die Landschaft komplett zuzubauen, geht das eben zu Lasten der Jüngeren.

    Bzw. irgendwann kommen die schon auch zum Zug, weil die Alten ja mal sterben, aber eben später, in etwas höheren Jahren.

    Bis wir kauften war ich zB >40. Früher war man da Ende 20.

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  • Ich hatte meinen Immokredit gerade noch rechtzeitig zu 2,5% verlängert. Inflation kann gerne kommen, solange mein Einkommen mitzieht wird mein Kredit real schnell billiger. So wie früher.

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  • Gegeben das aktuelle Mietrecht vielleicht schon. Abstandszahlungen sind nicht verboten, aber ungewöhnlich, Die Linke hat doch auch eine Idee, einen Wohnungstausch zu erlauben. Allerdings bekommt dann der Vermieter eine Gegenpartei, mit der er keinen Vertrag abgeschlossen hat. Dürfte kaum rechtlich gangbar sein.


    Ich verstehe aber schon nicht, warum Bestandsmieter überhaupt besonders geschützt sein sollen. Es treibt vielleicht indirekt auch die Preise für die Neumieter? Also Kündigungsschutz und Schutz vor überzogenen Preisanhebungen klar (sonst macht ersteres gar keinen Sinn). Aber warum wurde die Berechnung des Mietspiegels von vier auf sechs Jahre verlängert? Ich hätte sie auf maximal zwei, besser sogar auf ein Jahr verkürzt. In Zeiten der Inflation macht bereits das einen Unterschied, und sechs Jahre ist doch wirklich absurd. Ferner sollten möglichst nur Neuvermietungen berücksichtigt werden, denn bei Bestandsmieten wird es selbstbezüglich (der Mietspiegel hängt von den Bestandsmieten ab, diese wiederum vom Mietspiegel), so daß der Markt (=Neuvermietung) nur einen ganz gedämpften Einfluß hat. Es handelt sich um eine sachlich nicht zu begründende Marktverzerrung, die oft zu einer Preisdifferenz von 30% und mehr zwischen Bestands- und Neumieten führt (und bei ersteren gibt es vermutlich auch nochmals Unterschiede, also teils vielleicht noch mehr?). Auch wenn der Mietspiegel als Referenz nicht die einzige Möglichkeit ist, Mieten zu erhöhen, dürfte der doch die wesentliche Ursache dafür sein, daß das so ist?

    „Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht." – Benedikt Lux, Grüne Berlin

  • Es treibt vielleicht indirekt auch die Preise für die Neumieter?

    Das sehe ich genau anders rum, die Bestandsmieten steigen durch die Neuvermietungen der letzten 3 Jahre, ohne das sich am Mietobjekt etwas geändert hat.


    Aber warum wurde die Berechnung des Mietspiegels von vier auf sechs Jahre verlängert? Ich hätte sie auf maximal zwei, besser sogar auf ein Jahr verkürzt. ...

    Das würde die Mietschwankungen noch weiter erhöhen, vor allem weil es die Anzahl der Vermietungen reduziert.


    Auch wenn der Mietspiegel als Referenz nicht die einzige Möglichkeit ist, Mieten zu erhöhen, dürfte der doch die wesentliche Ursache dafür sein, daß das so ist?

    Das war die letzten paar Male die einzige Begründung für die +15% und eine Sondererhöhung für die Dämmung der Decke zum Dach.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Das sehe ich genau anders rum, die Bestandsmieten steigen durch die Neuvermietungen der letzten 3 Jahre, ohne das sich am Mietobjekt etwas geändert hat.


    Und? Die Gurken im Supermarkt kosten auch mehr, ohne daß sich an ihnen was geändert hat.

    Und wenn sich was geändert hat am Objekt (Modernisierung), dann beschwerst Du Dich ja auch.


    Ja, die maximale Erhöhung von 20% innerhalb von drei Jahren, in Städten mit amtlich festgestellter Wohnungsnot sogar nur 15%, begrenzt es noch dazu. Außer wenn man glaube ich Indexmietverträge vereinbart.


    Mit den Mietschwankungen hast Du wohl recht.

    „Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht." – Benedikt Lux, Grüne Berlin

  • Und? Die Gurken im Supermarkt kosten auch mehr, ohne daß sich an ihnen was geändert hat.

    Die Produktionskosten hatten sich bei der Gurkenproduktion geändert. ( Gaspreis )


    Und wenn sich was geändert hat am Objekt (Modernisierung), dann beschwerst Du Dich ja auch.

    Nur wenn diese auch etwas bringen, also mehr als mehr Mietmehreinnahmen.

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