Neu im Depot: Stöhr (727700)

  • Den Kauf von Stöhr habe ich bereits vor einer Weile eingefädelt, aber am 10.4. hat es endlich geklappt: Stöhr & Co (WKN 727700) haben zu 6,05 ¤ den Weg ins Depot gefunden.


    Ich wette, dass kaum jemand den Laden kennt, weil die Marktkapitalisierung nur knapp 40 mio ¤ beträgt, und weil die Branche mega-out ist ist: Stöhr ist eine Holding im Textil-Bereich.


    Allerdings geht es nicht um Baumwollstoffe, bei denen ein ruinöser Wettbewerb herrscht und die deutschen Hersteller platt gemacht wurden. Stöhr selbst stellt Kammgarne her (Umsatz: 61 mio ¤, mit Produktion auch in Rumänien), und die Holdingtochter Olbo produziert so genannte Industrietextilien, z.B. "hochwertige Trägergewebe für Fördergurte" (Umsatz 57 mio ¤). Dort geht die Post ab (Umsatz +16%) und der Bereich ist hoch profitabel (Gewinn auf 4,5 mio ¤ fast verdoppelt).


    Stöhr ist übrigens fest in der Hand der Textil-erfahrenen KAP-Beteiligungs-AG (selbst börsennotiert mit WKN 620840), d.h. ohne KAP läuft gar nichts - der free float liegt nur bei 38%.


    Stöhr hat in den letzten Jahren wenig Beachtung gefunden, was sich auch im Kurs spiegelt:



    Der Kurs steckt noch immer in einem sehr langfristigen Abwärtstrend, konsolidiert allerdings seit 3 Jahren über der Unterstützung bei 4,75 ¤.


    Die fundamentals würden ein Trendwende rechtfertigen:


    KCV 5,3
    KBV 0,7
    KGV 2001: 10 und KGV 2003: 6
    KUV 0,30


    Börse Online erwartet, dass die Dividende von 0,50 ¤ auf 0,30 ¤ gekürzt wird - dann wären immer noch 5%. Die Firma hält sich auf der home-page www.stoehr-ag.de etwas bedeckt und meint:


    "Der Vorstand wird der Hauptversammlung am 29. Aug. 2002 auch für das Geschäftsjahr 2001 trotz des deutlich höheren Steueraufwands wiederum eine Dividende vorschlagen, die eine befriedigende Verzinsung für die Stöhr-Aktie bedeutet."


    Wir werden sehen...


    Die Zukunftsaussichten sind offenbar nicht schlecht - Konjunkturflaute hin oder her: http://www.stoehr-ag.de/fkurs.htm


    Auch die 2000er-Bilanz sieht lupenrein aus:
    - Bilanzsumme steigt auf 96,7 mio ¤
    - Eigenkapitalquote steigt auf 70% (!)
    - Immaterielles nur 1% der Bilanzsumme
    - Langfristige Schulden sinken von 10,6 auf 7,3 mio ¤, und Debt/Equity = 7,3 / 66,8 = ca. 0,12.
    - Das kurzfristige Umlaufvermögen ist mit 61 mio fast 3x so hoch wie die kurzfristigen Verbindlichkeiten (23 mio ¤), d.h. Liquiditätsproblem ist bei Stöhr ein Fremdwort.


    Die vorläufigen Zahlen zu 2001 lassen vermuten, dass die Bilanz nach wie vor sauber ist.


    Für ad-hoc-Fans ist die Aktie völlig unggeignet, und die Umsätze sind dünn. Am ehesten wird man an der Heimatbörse Düsseldorf fündig.


    Und was sagen die Analysten? Natürlich gar nichts. Die letzte Analyse stammt vom Nebenwerte-Jornal - Februar 2000. Damals fand man, dass Stöhr günstig bewertet ist und ein Kurspotenzial bis 8 ¤ aufweist. Na ja, die Zeit dafür wäre reif...


    Gruss, witchdream

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

  • Für alle Spinner:


    Ich habe mal in meinem Depot gekramt und die homepage von Stöhr gecheckt. Dort erschien im Juni eine Pressemitteilung zum Jahresabschluss 2001. Tenor: netter Umsatzanstieg, aber satter Anstieg der Steuer-Zahlungen, was den Gewinn drückt. (Das war bereits im Februar angekündigt worden - ist OK.) Der Überschuss von 1,9 mio ¤ entspricht bei 6,42 mio Aktien einem Gewinn je Aktie von 30 Cent. Das ist ein Viertel des Gewinns in 2000 (1,21 ¤ / Aktie). Ich vermute mal, dass hier bilanztechnisch wild hin und her geschoben wurde - umsatzmässig brummt das Geschäft ja offensichtlich. Bin gespannt auf den Jahresbericht. Positiv: am 29.8. gibt es 30 Cent Dividende, also etwa 5% Rendite - der gesamte Gewinn wird ausgeschüttet!


    Die Fundamentaldaten sind beim aktuellen Kurs von 6,00 ¤ (in Stuttgart) nach wie vor extrem günstig.


    Gruss, witchdream



    P R E S S E I N F O R M A T I O N
    Juni 2002


    Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 19. Juni 2002 den Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2001 festgestellt.


    Bei einem um 6,7 % auf 118,2 Mio. ¤ (Vj.: 110,8 Mio. ¤) gestiegenen Umsatz konnte ein Konzernergebnis von 4,9 Mio. ¤ ( Vj. 6,6 Mio. ¤ ) erzielt werden. Die Ertragssteuern sind dabei um 1,7 Mio. ¤ angestiegen. In der Einzelgesellschaft Stöhr AG hat der unter Einbeziehung von Nachzahlungen auf 2,1 Mio. ¤ angestiegene Steueraufwand den Jahresüberschuss auf 1,9 Mio. ¤ ( Vj. 4,9 Mio. ¤ ) reduziert.


    Die Verwaltung schlägt der Hauptversammlung eine dem Ergebnis angepasste Dividende von ¤ 0,30 je Stückaktie vor.


    Der Vorstand berichtet über eine weiterhin gute Geschäftsentwicklung mit steigenden Umsätzen in den Tochterunternehmen und einer befriedigenden Ertragslage.


    Mönchengladbach, Juni 2002
    Der Vorstand

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

  • Inzwischen ist auch der Jahresbericht 2001 auf der homepage www.stoehr-ag.de hinterlegt. Kurz die wichtigsten


    Kennzahlen je Aktie:


    Gewinn je Aktie nach DFVA 0,89 EUR (Vorjahr: 0,91 EUR)
    aber: stark erhöhte Steuerbelastung, was der Gewinnausweis nach DVFA offenbar nicht berücksichtigt


    Cashflow je Aktie 1,51 EUR
    Dividende 0,30 EUR (HV am 29.08.02)
    Eigenkapital je Aktie 10,42 EUR
    Umsatz je Aktie 18,44 EUR


    Bilanz:
    Verbindlichkeiten 10 mio / Eigenkapital 57 mio
    Die Verbindlichkeiten sind fast nur Kurzläufer bis 1 Jahr.
    Eigenkapitalquote 80%


    Immaterielles ist zu vernachlässigen




    Sieht auf den ersten Blick alles sauber aus...


    Gruss, witchdream

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

  • Gestern war Hauptversammlung bei Stöhr, heute Handel ex Dividende (30 cent bzw. 5% auf meinen Kaufkurs). Die Kurseinbrüche der letzten Monate sind an Stöhr völlig vorüber gegangen - daraus ergibt sich momentan eine Outperformance um CDAX von 23%!


    Auf der homerpage ist der Halbjahresbericht hinterlegt - alles im grünen Bereich und planmässig: der Umsatz wächst zweistellig um +10,3%. Ganz interessant auch die Rede zur gestrigen HV unter http://www.stoehr-ag.de/fkurs.htm :


    Zwei Immobilien sollen verkauft werden, um die Bankschulden noch weiter zu reduzieren (zur Erinnerung: die EK-Quote liegt bereits bei 80% !). Diverse Wettbewerber und Kunden in Deutschland mussten dicht machen. Im neuen Werk von Stöhr in Rumänien werden dagegen 3 Schichten gefahren, und zwar an sieben Tagen pro Woche. Mit anderen Worten: Produktion rund um die Uhr - volle Auslastung.


    Gruss, witchdream

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

  • Die Ausführungen des Vorstandes sind wirklich sehr interessant:


    Richtungweisend für Deutschland dürfte der folgende Abschnitt sein:
    "Die Personalkosten sind um 3,4% gestiegen, was in etwa der Tariferhöhung entspricht. Bezogen auf die Umsatzsteigerung ist das akzeptabel, bezieht man es jedoch auf das um lediglich 2% gestiegene Rohergebnis, so kann man damit nicht zufrieden sein. Eine Verbesserung können wir hier nur erzielen, wenn wir entweder den Anteil der Auslandsproduktion prozentual erhöhen oder im Inland durch Rationalisierungsmaßnahmen und sehr moderate Lohnerhöhungen Kostensteigerungen vermeiden."


    Verdi hurra, wir erhöhen hier den Lohn um >3%, besser 6%. Die Kosten für die Unternehmen bleiben dabei schliesslich gleich, weil sie ihre Produktion dann ins Ausland verlagern oder hier Personal entlassen. ;)


    Ist eigentlich schade, aber als Aktionär von Stöhr muss man es gut finden, wenn jetzt auch in Portugal produziert wird.
    Wahrscheinlich ist es dann auch noch billiger, die Produkte von Portugal aus zu versenden.


    Der Vorstand hat Basel II erwähnt. Wie kann man in Erfahrung bringen, mit welchen Zinssätzen ein Unternehmen wie Stöhr Kredite bezahlen muss?


    Schwarzgeld

  • Stöhr hat im Juni mitgeteilt, dass der Gewinn in 2002 von 1,9 mio auf 1,6 mio gesunken ist. Deshalb wird dieses Jahr die Dividende gestrichen, um die EK-Quote zu stärken (die beträgt ja nur 55%...). Aus meiner Sicht keine gute Idee, und Stöhr verpennt zur Zeit die Hausse. Original der Presse-Mitteilung unten.


    Als geradezu prophetisch erweist sich der Kommentar von Schwarzgeld vom letzten Sommer zu den Lohnkosten. Richter Kammgarn, die Schwestergesellschaft von Stöhr (beide im Firmen-Verbund von KAP Beteiligungs-AG), schliesst wegen der Lohnkosten ihre deutsche Spinnerei, trotz hohen Auftragsbestands. Nutzniesser dieser Aktion wird Stöhr, die eine billige Produktion in Portugal und Rumänien aufgebaut haben; Richter Kammgarn wird in Zukunft seine Spinnereiprodukte bei Stöhr beziehen.


    Wie sich das umsatz- und gewinnmässig bei Stöhr auswirkt, kann ich nicht einschätzen - ich bin schon froh, dass ich überhaupt den Artikel in der Oberhessischen Presse gefunden habe - dank google.


    http://www.op-marburg.de/op/ho…op.jsp?id=20030725.365446




    Hier noch die Ergebnis-Meldung von Stöhr.



    P r e s s e i n f o r m a t i o n
    Juni 2003
    Positive Umsatzentwicklung, aber Ertragsrückgang.


    Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 10. Juni 2003 den Jahresabschluss der Gesellschaft festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt.


    Der Konzernumsatz konnte um knapp 13% auf ¤ 133,4 Mio. gesteigert werden; die schwierige Marktsituation führte jedoch zu einem Gewinnrückgang auf ¤ 0,3 Mio.
    In der Stöhr AG wird ein Jahresüberschuss von ¤ 1,6 Mio. (Vorjahr ¤ 1,9 Mio.) ausgewiesen.


    Aufgrund der gestiegenen Umsätze, die zu einem erheblichen Anstieg des Umlaufvermögens und demzufolge der Bilanzsumme führten, haben sich die Bilanzrelationen verschlechtert. Die Eigenkapitalquote ist auf 55,7% abgesunken. Da eine starke Bilanz in schwierigen Zeiten eine hohe Priorität genießt, wird die Verwaltung der Hauptversammlung einen Dividendenausfall vorschlagen.


    Im laufenden Geschäftsjahr steht das Ergebnis bei einem stabilen Umsatz weiterhin unter Druck. Der Vorstand rechnet dennoch mit einer Verbesserung des Konzernergebnisses.


    Mönchengladbach, Juni 2003


    DER VORSTAND

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

    Edited once, last by witchdream ().

  • Wieder mal eine Solidaritätserklärung. Nach langem warten bin ich jetzt auch bei Stöhr dabei. Endlich zu 3,5¤ bedient worden.
    langsam überlege ich mir ein Musterdepot aufzumachen. Einfache Investmenregel: Mache alles wie witchdream, nur ein paar Monate später.
    Ich habe den Eindruck damit kann man seine Perfomance sogar noch schlagen ...


    Guntfred

  • @ Guntfred:


    danke für die Blumen, freut mich... Ich fürchte, dass du auch recht hast, was das voreilige Timing meiner Käufe betrifft. Vielleicht sollte ich / sollten wir einfach values technisches Einstiegssignal verwenden, das dürfte jeweils einige Monate Wartezeit und den Frust von zwischenzeitlichen Kursrückgängen vermeiden.


    Gruss, witchdream

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

  • Puuuh, wenn ich mir den Chart oben anschaue, der wimmelt ja nur so von Kaufsignalen nach meinem System. Diese häufigen volatilen Seitwärtspausen können dir ja den letzten Nerv ziehen, bevor es dann doch wieder nach unten geht. Soooo viele schöne Bodenbildungen...

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • Traumwerte für antizyklisches investieren.


    Werte für 2003 (Konzern):


    KBV 0,36 !
    KUV 0,18 !
    EK-Quote 62,87 % !!!
    KCV (DVFA/SG) 6,59 !
    Großaktionär hält 68,22 %


    2004 wurde ein ausgeglichenes Konzernergebnis (+ 0,2 Mio ¤ vor Steuern) erreicht und der Umsatz ist auch nur leicht verändert (+0,9 Mio ¤). Somit dürften sich die Werte für 2004 nicht verschlechtert haben.


    Zudem ist der sogenannte Würgfaktor doch recht hoch. Schlechte IR Arbeit. Branche Textil. Abhängigkeit vom Dollar und natürlich dem Wollpreis.


    Scheint aber so, das man übernahmemäßig was vor hat. "... um unseren Finanzierungsspielraum für eine mögliche Groß-Investition im Bereich Industrietextilien zu erhöhen"


    Bereits seit Anfang 2004 Kurse um die 3,5 Euro (Seitwärtsbewegung, leicht aufwärts gerichtet).


    Ausblick 2005


    Sollten die Erwartungen der unten eingefügten Pressemitteilung für 2005 eintreten, so würden die Effekte aus den Maßnahmen wie folgt wirken:


    Investition senken von 3,6 Mio auf 2,7 Mio + 0,9 Mio
    Ergebnis Industrietextilien unverändert 2,1 Mio + 2,1 Mio
    Ergebnis Kammgarn von - 3,8 Mio auf +/- 0 Mio + 3,8 Mio
    CashFlow unverändert 3,6 Mio + 3,6 Mio


    Summe +10,4 Mio


    Somit würde an das Niveau von 2001 und 2000 wieder angeknüpft.


    Es sind 6.400.000 Aktien im Umlauf.


    Und noch was, Stöhr ist eine der Gesellschaft, wo man als Vorstand nicht reich wird. Gehalt für 2003 216.000 Euro.





    Pressemitteilung im Februar 2005:


    Entwicklung 2004
    Mit einem Konzernumsatz von ¤ 125 Mio. konnten wir das Umsatzniveau des Vorjahres (¤ 124,1 Mio.) halten. Die positive Entwicklung bei den Industrietextilien hat den Umsatzrückgang im Kammgarnbereich ausgeglichen.

    Wir haben unser Ziel - ein ausgeglichenes Konzernergebnis - erreicht. Das vorläufige Konzernergebnis vor Steuern liegt bei ¤ 0,2 Mio. und ist in hohem Maße der Performance des Bereichs Industrietextilien zu verdanken. Die Kammgarnsparte leidet nach wie vor an den schwierigen Marktbedingungen.

    Industrietextilien erzielten eine Umsatzsteigerung auf ¤ 54 Mio. (Vj. ¤ 50,6 Mio.), obwohl der schwache US$ das USA-Geschäft sehr erschwert hat. Wir konnten unsere Kapazitäten im Jahresverlauf gut auslasten. Im IV. Quartal war es uns nicht möglich, die ölpreis- und $-induzierten Rohstoffpreissteigerungen zeitgleich weiterzugeben, so dass wir Margeneinbußen hinnehmen mussten. Umso mehr freuen wir uns über den Ergebnisanstieg von 10% auf ¤ 2,1 Mio. (Vj. ¤ 1,9 Mio.). Die Investitionen in Höhe von ¤ 0,9 Mio. erfolgten zu 40% bei Segures in Portugal und betrafen, wie auch die Investitionen in Solingen und bei Ude/Kalefeld, die Verbesserung unseres Maschinenparks.

    Im Kammgarnbereich haben wir bewusst auf schlechte Umsätze verzichtet - was wir auch weiterhin tun werden - und sind von daher mit dem Umsatz von ¤ 71 Mio. (Vj. ¤ 73,5 Mio.) zufrieden. Die Restrukturierung der Branche hielt auch im abgelaufenen Geschäftsjahr an und hat uns noch einmal einen Verlust von ca. ¤ 3,8 Mio. (Vj. ¤ 6 Mio.) beschert. Wir haben, wie angekündigt, den Standort Augsburg geschlossen und in Mönchengladbach weiter abgebaut. Zum 31. 12. 2004 beschäftigten wir 759 Mitarbeiter gegenüber durchschnittlich 856 Mitarbeitern in 2003. Von den Investitionen in Höhe von ¤ 2,7 Mio. (Vj. T¤ 641) sind ¤ 1,6 Mio. nach Portugal als Abschluss eines mehrjährigen Programms geflossen.

    Die Investitionen im Konzern beliefen sich insgesamt auf ¤ 3,6 Mio. (Vj. ¤ 2,9 Mio.).

    Der Konzern beschäftigte zum Jahresende 1.090 Mitarbeiter, nach durchschnittlich 1.202 Mitarbeitern im Vorjahr.

    In der Stöhr-AG weisen wir aufgrund der Verlustübernahme aus dem Kammgarnbereich einen Verlust vor Ertragssteuern in Höhe von ¤ 0,8 Mio. aus.

    Die Verwaltung kann der Hauptversammlung keine Dividende vorschlagen.


    Ausblick 2005
    Wir werden auch in 2005 keine Umsatzausweitung zu Lasten der Marge anstreben, sondern mit ganzer Kraft unser Ziel einer qualitativen Umsatzverbesserung verfolgen. Unser Umsatzziel für 2005 liegt bei ¤ 127 Mio.

    Bei den Industrietextilien erwarten wir eine weiterhin gute Kapazitätsauslastung. Wir rechnen trotz gestiegener Rohstoffpreise und des volatilen US$ mit einer stabilen Ertragssituation.
    Wir planen im Laufe des Jahres den 30%-igen Anteil an der Olbo Industrietextilien GmbH bzw. Segures Texteis/Portugal von unserem langjährigen Partner zu übernehmen. Die notwendigen Verhandlungen sind noch nicht aufgenommen worden.

    Der Kammgarnbereich hat bereits Fortschritte im Hinblick auf eine strukturelle Verbesserung des Produktportfolios gemacht. Wir setzen alles daran, ein wenigstens ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen.

    Die geplanten Investitionen von ¤ 2,7 Mio. bewegen sich unterhalb der Abschreibungen von ¤ 4,8 Mio.

    Die Mitarbeiterzahl wird weiterhin bei ca. 1.100 Mitarbeitern liegen.

    Durch verbessertes working-capital-management streben wir den weiteren Abbau der Verschuldung an, um unseren Finanzierungsspielraum für eine mögliche Groß-Investition im Bereich Industrietextilien zu erhöhen.

    Ertragsmäßig sehen wir für den Stöhr-Konzern, trotz der anhaltenden Probleme bei Kammgarn, eine Verbesserung in 2005.



    Mönchengladbach im Februar 2005
    VORSTAND




    Gruß
    SirLarry

  • Welchen Anteil haben denn die einzelnen Geschäftsbereiche am Gesamtumsatz? Das Kammgarngeschäft läuft seit Jahren beschissen, die hohen Rohwollpreise können nicht an die Abnehmer weitergereicht werden, die Nachfrage nach Kammgarnen ist mies, es bestehen Überkapazitäten. Die Bremer Woll-Kämmerei AG fährt deswegen seit Jahren Miese ein.

  • Stimmt, der Kammgarnbereich läuft mies. Es findet aber die letzten Jahre eine Konsoliedierung statt (Standortschließung Deutschland, Verlagerung nach Portugal). Und hier liegt ja auch die Chance.
    Stoehr "verzichtet im Kammgarnbereich bewusst auf schlechte Umsätze - was Stoehr auch weiterhin tun wird."


    Umsatz insgesamt 2004


    125 Mio,
    davon 54 Mio (+3,4 Mio) Industrietextilien (43%)
    und 71 Mio (-2,5 Mio) Kammgarnbereich (57 %).




    Gruß


    SirLarry

  • Sieht recht gut aus.
    AWE ist schon mindestens eine Stufe weiter als Stoehr. KUV ist recht ähnlich (0,15 zu 0,18 ).
    Stoehr ist jedoch bedeutend "billiger" mit einem KBV von 0,37 gegen dem KBV von 0,74 bei AWE. Aber noch nicht so profitabel.


    Sehe Stoehr als ein antizyklisches Investment in einem recht frühen Stadium. Durch die sehr niedrige Bewertung scheint mir Stoehr bei 3 - 3,50 Euro abgesichert, solange kein Geld verbrannt wird.


    Noch will sie keiner haben.


    SirLarry

  • Stöhr hat den Turnaround geschafft und wird 2007 wohl ein anständiges Ergebnis hinlegen. Es konnte zudem das nicht mehr benötigte Grundstück in Solingen mit einem beachtlichen Buchgewinn verkauft werden.


    Bericht von der Homepage:


    09.02.07 Presseinformation Februar 2007

    Entwicklung 2006


    Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Neupositionierung des Kammgarnbereiches und die Einbringung des Bereiches Industrietextilien in eine Kooperation hat sich als richtig herausgestellt und den weiteren Substanzverlust gestoppt.


    Der Konzernumsatz ging planmäßig auf ¤ 69 Mio. (Vj. ¤ 107 Mio.) zurück, verbesserte sich aber bei vergleichbarem Konsolidierungskreis (entspricht dem Kammgarnumsatz) um 25%. Die Übernahme des Programms von RICHTER KAMMGARN trug wesentlich zur Umsatz- und Margenverbesserung bei.



    Das vorläufige Konzernergebnis vor Ertragssteuern ist nahezu ausgeglichen (Vj. minus ¤ 6,7 Mio.) und zeigt, dass die Gesellschaft die Ertragswende geschafft hat. Die unerwartet hohen Kosten der Schließung des Standortes Solingen sowie die Probleme beim Zusammenwachsen der Organisationen von Olbo und Mehler haben das Ergebnis der MEP-Olbo-Gruppe stark beeinflusst, so dass ein Verlust von ca. T¤ 700 aus der at-equity Bilanzierung übernommen werden muss. Dieser Verlust ist allerdings nicht liquiditätswirksam.



    Die Liquiditätssituation des Konzerns hat sich im operativen Bereich und durch die Ausgliederung von Industrietextilen drastisch verbessert. Die Netto-finanzverbindlichkeiten sind von ¤ 21,3 Mio. auf ¤ 7,6 Mio. zurückgegangen.



    Die Sachinvestitionen von T¤ 754 im Konzern beschränkten sich auf Erhaltungsmaßnahmen, da ausreichend technologische hochwertige Kapazitäten zur Verfügung stehen.



    Zum Stichtag 31.12.2006 beschäftigte der Konzern 712 Mitarbeiter.



    In der Stöhr-AG weisen wir einen Gewinn vor Ertragssteuern von ca. T¤ 500 aus.



    Die Verwaltung kann der Hauptversammlung keine Dividende vorschlagen.




    Ausblick 2007


    Die stark gestiegenen Wollpreise zwingen uns - trotz des nach wie vor schwierigen Marktumfeldes - zu deutlichen Preissteigerungen. Bei unverändertem Absatzvolumen erwarten wir eine Umsatzsteigerung auf ¤ 72 Mio.



    Das Produktprogramm wird weiter zugunsten des Strickgarnes umstrukturiert mit dem Ziel einer deutlichen Margenerhöhung, so dass wir im operativen Geschäft ein klar positives Ergebnis erwarten.



    Das Gemeinschaftsunternehmen MEP-Olbo konnte die Anfangsschwierigkeiten weitgehend überwinden und wird in 2007 voraussichtlich einen Ergebnisbeitrag leisten.



    Das Betriebsgrundstück in Solingen haben wir mit Wirkung zum 31.07.2007 Anfang des Jahres veräußert, woraus uns außer dem Ertrag von ca. ¤ 3,0 Mio. vor Steuern nochmals Liquidität von ¤ 4,0 Mio. zufließen wird. Damit wird es uns gelingen, die Verschuldung des Unternehmens bis zum Jahresende fast vollständig abzubauen.



    Die Sachinvestitionen in das operative Geschäft werden weiterhin auf dem Niveau des Vorjahres verharren.



    Die Mitarbeiterzahl an den Standorten Mönchengladbach, Famalicao/Portugal und Simleu/Rumänien wird sich leicht auf 740 erhöhen.


    Das Unternehmen wird in 2007 mit einem leicht höheren Umsatz von ¤ 72 Mio. ein deutlich positives Jahresergebnis ausweisen können und damit die lange Phase der Umstrukturierungen abschließen.



    Mönchengladbach im Februar 2007


    VORSTAND

  • Der 5-Jahres-Chart ist ja hochmerkwürdig, mit Spikes nach oben, die sich allesamt wieder mehr oder weniger vollständig korrigieren:


    Kann man das irgendwie mit der Geschäftsentwicklung korrelieren?

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Bei Stöhr war vor allem - oder eigentlich nur - der hohe Buchwert interessant. Ist die Frage, wieviel davon nach der Bilanzverkürzung jetzt noch übrig ist. Wobei niedrigere Verschuldung aufgrund der dann niedrigeren Schuldzinsen ja auch vorteilhaft ist.


    Bei der Passage: "Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen großen Schritt nach vorne gemacht" mußte ich allerdings etwas schmunzeln. Davor standen sie ja noch vor dem Abgrund...