Interessante Sondersituationen

  • Also langsam werd ich noch deppert. Die nächste Firma hochgepeitscht die ich ganz oben auf der Liste hatte.


    Ich möchte jetzt auch mal bei ner größeren Beteiligung ein Übernahmeangebot bekommen, mando. Wunschdenken aus.


    EDIT: Jetzt wollt ich grad Potash zum nachkaufen eingeben und sie springen währenddessen um 6 % nach oben. Ohne News. Tage gibt's..

    When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.


    W. B.


    Investment is most intelligent when it is most businesslike.


    B. G.

    Einmal editiert, zuletzt von buccaneer ()

  • Also langsam werd ich noch deppert. Die nächste Firma hochgepeitscht die ich ganz oben auf der Liste hatte.


    Ich möchte jetzt auch mal bei ner größeren Beteiligung ein Übernahmeangebot bekommen, mando. Wunschdenken aus.


    EDIT: Jetzt wollt ich grad Potash zum nachkaufen eingeben und sie springen währenddessen um 6 % nach oben. Ohne News. Tage gibt's..


    Wie sieht deine "Liste" aus und wie viele Kandidaten sind drauf?

    beati pauperes spiritu


    If you think this has a happy ending, you haven't been paying attention.

  • Hm, gerne, vielleicht gibt's ja ein paar Anregungen dazu.


    Lyondellbasell
    Ralph Lauren
    PBF Energy
    General Mills

    When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.


    W. B.


    Investment is most intelligent when it is most businesslike.


    B. G.

  • Das grenzt ja schon an Untreue...


  • Das grenzt ja schon an Untreue...


    Untreue? Ich denke wenn eine AG eigene Aktie besitzt, und der beherrschende Großaktionär unterbreitet ein Angebot für diese Aktien, wird sich der Vorstand in ca. 100% der Fälle für eine Annahme des Angebots entscheiden. Die Alternative, die Ablehnung des Angebots, kommt einer Eigenkündigung gleich.

  • Zitat

    Untreue? Ich denke wenn eine AG eigene Aktie besitzt, und der beherrschende Großaktionär unterbreitet ein Angebot für diese Aktien, wird sich der Vorstand in ca. 100% der Fälle für eine Annahme des Angebots entscheiden. Die Alternative, die Ablehnung des Angebots, kommt einer Eigenkündigung gleich.


    Der Vorstand ist Angestellter der AG, nicht des Großaktionärs. Geschäfte mit dem beherrschenden Aktionär müssen einem Drittvergleich (arms-length) standhalten, Nachteile müssen ausgeglichen werden, sofern kein Beherrschungsvertrag besteht (Stichwort "Abhängigkeitsbericht").
    Ein Verkaufsangebot für Vermögensgegenstände (hier: eigene Aktien) anzunehmen, wenn am Markt höhere Preise erzielt werden können (Börsenkurs), ist schon ein ganz klarer Vermögensschaden für die AG in meinen Augen. Natürlich wird sich ein Prüfer/Gutachter finden, der das Gegenteil bescheinigt für den Abhängigkeitsbericht, aber das stinkt doch gewaltig. Vor der Delisting-Ankündigung stand die Aktie bei fast 3 EUR.


    Die Strabag-Adhoc geht genau in die selbe Richtung. Institutionalisierter Diebstahl zu Lasten der Minderheitsaktionäre.

  • Nein auf keinen Fall.


    Wenn mein Großaktionär so ein Ding abziehen würde, dann würde ich mir juristischen Rat besorgen und im Sinne der Gesellschaft handeln. Das ist die Aufgabe eines Vorstands. Was in letzter Konsequenz aber auch heisst, dass ich die Augen wahrscheinlich nach einen neuen Job offenhalten muss.


    Würdest Du ernsthaft unter Druck so eine Sauerei mit den Minderheiten machen? Das ist nicht nur an der Grenze von kriminell sondern auch rückgratslos...

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • Meine Beobachtung ist die: In 99 von 100 Fällen handeln Arbeitnehmer opportunistisch, wenn das Moralverständniss eines Aussenstehenden nahelegen würde, daß der Arbeitnehmer sich in einer bestimmten Situation gegen seinen Chef stellen sollten. Wenn man die Opportunisten auf ihr "unmoralischen" Verhalten anspricht, dann erkennen sie fast niemals ihr eigenes Handel als unmoralisch. Ähnliches "unmoralisches" Verhalten von Dritten Personen, wird von den Opportunisten aber sofort erkannt, und auf Schärfste verurteilt.

  • Zustimmung.
    Nur in wenigen Unternehmen macht man mit Moral in kritischen Situationen Karriere und endet in der Leitung eines Unternehmens. Natürliche Selektion mit steigendem Hierarchielevel.
    Firmengründer oder Familienunternehmer als Chefs können manchmal eine Ausnahme darstellen, weil sie (mangels dieser) gegenüber Vorgesetzten nicht in diesen Zwiespalt gerieten - oft genug aber dafür gegenüber Kunden.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Ja das ist wahr.


    Auf der anderen Seite sollte es in diesem speziellen Fall wirklich "offensichtlich" sein, dass Minderheiten erwischt werden und das grob übel ist.


    wenn die das nicht verstehen dann sollten die nicht in der Position sein.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • Ich finde es schon ein wenig erschreckend dass viele hier wohl meinen dass sog. Corporate Governance oder das Aktiengesetz reine Formalien oder Feigenblätter darstellen.
    "Assume the worst, hope for the best" ist natürlich eine vernünftige Prämisse, aber wenn man sich quasi schon sicher ist dass hinter dem schönen Geschäftsbericht nur schandlos und straflos gelogen, betrogen und geklaut wird (und das als "normal" ansieht) - wie kann man dann noch irgendein Investment rechtfertigen? Muss man nicht eher annehmen, oder zu der Überzeugung gelangt sein, dass Vorstand und Aufsichtsrat sich ehrlich verhalten oder (zumindest) Gesetzestreu?


    Zitat

    Ihr würdet wenn ihr an Stelle des Vorstands wäret, euren Job aufgeben?


    Das ist dann so ein Schlüsselmoment, in dem man sich für die dunkle Seite der Macht entscheidet, oder dagegen. Dann gibt es aber auch kein zurück mehr. Wer so etwas einmal durchzieht, der ist "verbrannt" und kann dann nur noch darauf hoffen unter seiner Schutzmacht zu überleben. Ich würde mich aber schon fragen, wenn der Mächtige mich dass gegenüber schwächeren machen lässt, was hindert ihn daran, mit mir genauso zu verfahren?
    Also: entweder zuvorkommender Rücktritt, oder Erfüllung des Arbeitauftrages (Führung der AG im Sinne aller Aktionäre). Auf gar keinen Fall würde ich mich dazu drängen lassen etwas zu tun wofür ich potentiell persönlich in den Knast oder vor das Insolvenzgericht gehe, bloss weil ein Großaktionär das gerne so hätte.


    Es geht ja noch nicht mal um "Moral" oder "Das Gute/Richtige", sondern um kriminelle Aktionen.
    Bei einem Fall wie Strabag wo die AG mal locker um dreistellige Millionenbeträge geprellt wurde würde ich sagen das ist eigentlich ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

  • Kriminelle Aktionen. Ich war selbst schon öfters geschädigter Aktionär, und empfand das Verhalten von machen Vorstand auch als kriminell. Nur wahr mir immer klar daß es bei einer Klage gegen den Vorstand, zu keiner Verurteilung des Vorstands vor Gericht kommen würde. Aussichtsreicher sind immer Klagen gegen die Firma, wenn der Vorstand auch nur im Auftrag des beherrschenden Aktionärs handelt.


    Wenn du anderer Meinung bist kannst du aber gerne gegen mich wetten: Ich sage: die Vorstände der Strabag und der msg life, werden für die Aktionen die du als kriminell bezeichnest, niemals vor Gericht verurteilt.
    Falls du wetten willst, kannst du gerne einen Wetteinsatz vorschlagen.

    "Es geht ja noch nicht mal um "Moral" oder "Das Gute/Richtige", sondern um kriminelle Aktionen."

    Schreibst du einerseits, andererseits schreibst du von der
    "dunkle Seite der Macht"
    falls man aber kriminell definiert, als: Wird oder wurde für die Tat vor einem ordenlichen Gericht dafür verurteilt.
    dann wären deine Aussagen widersprüchlich, denn dann geht es dir um die Moral.


    Und ja, ich meine tatsächlich, daß Corporate Governance zum einem großen Teil ein reines Feigenblatt ist.

  • @jerobeam Ohne den Fall msg life näher zu kennen: Gilt das Übernahmeangebot für alle Aktien gegenüber dem Börsekurs, der ja meistens nur für ein bestimmtes Volumen gestellt wird? Es macht ja einen Unterschied ob der Preis für z.B. 1000 Aktien oder für 100000 Aktien gilt.
    Sonst bin ich bei der Corporate Governance bei dir, dass dies ein wichtiges Thema ist. Ich glaube die Aktionärsrechte wurde ja schon von Graham im Intelligent Investor beschrieben.

  • Ihr würdet wenn ihr an Stelle des Vorstands wäret, euren Job aufgeben?


    Ist jetzt offtopic, und ich laufe Gefahr mich als der träumend-nervende Moralapostel zu outen, und grade im Trend ist das aktuell auch nicht.


    Aber ja, genau das sollte man tun. Zum eigenen Nutzen übrigens.


    Bitte ggf nochmal die alten griechischen Philosophen lesen, die haben das sehr schlüssig und einhellig hergeleitet. Oder wer lieber Prosa mag, den Dorian Grey.
    "Es gibt kein gutes Leben im Schlechten" und so, da ist schon was dran.


    Dass die Realität völlig anders ausschaut, stimmt natürlich. Soweit ich beobachten kann, setzten sich tatsächlich nicht immer aber oft die Skrupellosen durch. Vor allem in großen/anonymen Unternehmen.


    Ich wurde in einem ganz konkreten Fall mal gedrängt, mich ziemlich unkorrekt (Grenze der Legalität) zu verhalten, natürlich undokumentiert etc. Ich habe das damals abgelehnt, hat meiner Karriere nicht eben geholfen. Kurz drauf hab ich mich von dem Chef getrennt und hab jetzt einen integren Chef, das macht 100x mehr Spaß kann ich nur sagen und ich schlief wieder super und friedlich!


    Denn wie ober wer schrieb: Der Skrupellose kann jederzeit auch gegenüber dir skrupellos sein, das erzeugt Unruhe, Misstrauen, schlechten Schlaf. Und irgendwo nagt das schlechte Gewissen eben auch an so Leuten, auch wenn viele das mit Konsum und Geld versuchen zuzukleistern. Und man läuft auch Gefahr die erfolgreiche Skrupellosigkeit aufs Privatleben zu übertragen, mit dem Effekt dass irgendwann alle Freunde weg sind.
    Nicht gut, und keine Karriere wert.


    wp

  • Selbstverständlich versuchen wir alle gute Menschen zu sein (nicht ironisch gemeint) und das zahlt sich auch mMn aus, aber die Welt da draußen muss man sehen, wie sie ist.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Ich kenne Investoren die nur dann langfristig investieren wenn sie 100% von der Intergrität aller wesentlichen handelnden Personen (Vorstand, Aufsichtsrat, Großaktionäre) überzeugt sind.


    Ganz soweit bin ich noch nicht, aber ich versuche in die Richtung zu gehehn. Das problem ist ja, dass mana gerade als Value Investor oft gerne ein Auge zumacht wenn es nur "billig" genug ist. Das kann gut gehen, führt aber halt hin und wieder mal zu Totalausfällen.


    Für mich wäre deshalb eine msg Life kaum investierbar, weil hier die handelnden Personen offentsichtlich wenig Probleme haben, Minderheitsaktionäre zu benachteiligen. Ob das jetzt starfbar ist oder nicht keine Ahnung, aber als Investor kann man ja sehr gut sich einfach von soichen Sachen fern halten.


    Ach ja, die Ergebnisse des eingangs genannten Ansatzes sind auch aussergewöhnlich gut.