Aktien für ein Dividendenportfolio

  • Hallo,


    welche Aktien würdet ihr denn auswählen, wenn ihr ein Dividendenportfolio konstruieren müßtet, mit der Maßgabe, daß zwar Titel ausgetauscht werden können, aber sie möglichst (oder im Zweifel) liegengelassen werden können, etwa für eine Tante. Es sollten auch vorzugsweise deutsche Aktien sein (Steuer), andere dürfen aber genannt werden. 10 verschiedene Aktien werden wohl benötigt, um ausreichende Diversifikation zu erzielen, und es sollte nicht alles aus der gleichen Branche kommen.


    Meine Ideen:

    - Hamborner REIT

    - alstria office

    Die REITS hängen von Mieteinnahmen aus Gewerbeimmobilien ab, und damit sollte die Dividende unabhängig von der Immobilienwertentwicklung sein. Trotzdem erstaunlich, daß man im Kurs hier wenig von der Immobilienblase sieht (wenn auch evtl. bei Gewerbeimmos schwächer).


    - BASF - gutes KGV10, perfekt stabile Gewinne, trotz eigentlich zyklischem Geschäft? Dividende mind. seit 20 Jahren kontinuierlich gesteigert, nur 2009 leicht gekürzt. Als weltgrößter Chemiehersteller nach Umsatz dürften die eine gute Marktposition haben.

    - aber auch: Covestro, ähnliche Branche - ich kann nicht erkennen, was die Chemiebranche so schwierig macht. Auto- und zulieferer ok, Energie und Telekom auch noch, aber Chemie?

    - Continental?


    - Deutsche Post: vielleicht zukunftsfähigeres Geschäft als Energie und Telekom, Stichwort Energiewende

    „Die Coronakrise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderungen wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen.“ – Wolfgang Schäuble

  • Müssen es wirklich Deutsche Aktien sein?

    Was wäre mit Dividenen ETF?

    Bei englischen Aktien zahlst du keine Steuer. Bei Holländischen Aktien sparst du dir sogar ein bischen den Soli, da die 15% niederl. Quellensteuer komplett verrechnet werden und du nur noch auf die verbleibenen 10% Soli zahlst (aber der soll ja abgeschafft werden).

    In Deutschland fällt mir spontan die Münchner Rück ein.

  • Royal Dutch Shell A im Sonderangebot. Bei zurzeit 12,5 Euro eine Dividendenrendite von 13,9%.

    Ist aber nur für Leute mit gutem Magen und langem Anlagehorizont.

    "If it sounds too good to be true, it probably is."


    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."


    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • Ich halte sehr wenig von solchen Konzepten. (Das ist ein anderes Thema)


    Aber Hamborner ist echt bitter und zeigt warum "eine gute Dividende" nicht immer alles ist.


    Die haben in den letzten 10 Jahren: 195 Mio. Euro an Dividenden ausgezahlt (Brutto vor Steuern) und 462 Mio. Euro durch Kapitalerhöhungen eingenommen (netto vor Kosten).


    Dabei hatten sie im Schnitt eine Eigenkapitalrendite von 3,6% (inkl. Schulden!)...

    Warum man sowas zu 1,3x Buch kaufen sollte ist mir ein völliges Rätsel...



    Eine Brenntag ist inhaltlich extrem solide und zahlt Dividende.

    Freenet, Fuchs Petrolub, Grenke?

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Wenn ich ein Dividendenportfolio konstruieren würde, täte ich mir nur mit deutschen Aktien schwer tun. Denke das dabei US-Aktien nicht fehlen sollten.

    Aus steuerlichen Gründen wie schon bäs schreibt gebe es in England oder Holland gute Unternehmen.

    Wenn dir die Höhe der Dividende egal ist und eher die Nachhaltigkeit gegeben sein soll, würden mir spontan neben deinen genannten aus Holland/England eine Halma, Intertek Group, Linde, ASML, Diageo oder Unilever einfallen.

    Ansonsten zwecks Diversifikation, meine 10 Favoriten (wobei ich mir auch hier schwer tue mich nur auf 10 Firmen zu beschränken):

    BASF, Sartorius Stedim, Nestle, Cisco, Microsoft, ASML, L`oreal oder LVMH, Johnson&Johnson, Diageo, Svenska Cellulosa


    Weiters gute Unternehmen mit zumindest gutem Dividendenwachstum: Computer Sevices, FactSet Research, Church&Dwight, Sartorius Stedim, Lam Research...

  • Matze : Was spricht denn dagegen? Die Dividende stabilisiert doch Portfolios. Es geht auch nicht notwendigerweise immer um den "total return" (Kursgewinn), sondern ganz einfach für manche Investoren um ein Einkommen (buy + hold). Und da ist es bekanntlich wenig vorteilhaft, wenn man von Verkäufen abhängt, die dann u.U. am Tief erfolgen müssen (umgekehrter cost-average-Effekt).


    BASF hab ich mir als erste Position gegönnt zu 38 Euro. 3,30 Dividende ergibt 8,7% Dividendenrendite. Erhöht seit 2010 um 4,6% p.a. und seit 2000 um 8,9% p.a. Das EBITDA konnten sie in den vergangenen 7 Jahren um 3% p.a. im Trend steigern, Ziel sind 3-5%. Man bekennt sich zur Dividendenpolitik.

    Edit: KGV 4,1 ist für einen DAX-Wert, der nicht in Schwierigkeiten steckt, unerhört?! Wenn das so bleibt, kann man schon deutlich mehr Rendite, als für Aktien im Mittel zu erwarten ist (8,7% + x).

    „Die Coronakrise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderungen wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen.“ – Wolfgang Schäuble

    Edited once, last by Winter ().

  • Ein anderer Kandidat ist Unilever. Leider schlägt bei mir der Ankereffekt zu. Ich habe welche vor einigen Jahren für unter 30€ gekauft (eine der wenigen Aktien, die bei mir noch im Plus sind) und würde lieber verbilligen als den Durchschnitt erhöhen. Aber vielleicht kann ich mich doch schon zu einer halben Protion überreden.

    Nestlé ist mir noch zu hoch.

  • Cashflow stabilisiert das Portfolio.


    Ich habe lieber Unternehmen die nichts ausschütten und haufenweise gute Re-Investitionsmöglichkeiten haben.

    Bei Dividenden zahle ich noch Steuern auf die Ausschüttung.

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  • BASF hab ich mir als erste Position gegönnt zu 38 Euro. 3,30 Dividende ergibt 8,7% Dividendenrendite. Erhöht seit 2010 um 4,6% p.a. und seit 2000 um 8,9% p.a. Das EBITDA konnten sie in den vergangenen 7 Jahren um 3% p.a. im Trend steigern, Ziel sind 3-5%. Man bekennt sich zur Dividendenpolitik.

    Edit: KGV 4,1 ist für einen DAX-Wert, der nicht in Schwierigkeiten steckt, unerhört?! Wenn das so bleibt, kann man schon deutlich mehr Rendite, als für Aktien im Mittel zu erwarten ist (8,7% + x).

    Vorsicht, Matze hatte es schon vorher angemerkt, BASF hatte einen positiven Einmaleffekt in 2019.

    Den nachhaltigen Gewinn betreffend, handeln die bei 11x (oder so ähnlich).


    Außerdem fängt das KGV die Schulden nicht ein. Die BASF Bilanz hat sich deutlich verschlechtert über die letzten Jahre.

  • Jau Jungs - passt bei allen Euren Zahlen immer auf die Schulden (Enterprise Value vs. Marketcap) auf.

    UND macht Euch Gedanken über operating Leverage.


    BASF ist eine gute Firma - die werden das wahrscheinlich überleben!

    Die haben aber auch einfach 20 Mrd. Schulden. Das ist 3x operativer Cashflow und 7x Dividende!

    BASF muss reinvestieren - und wenn ich die Abschreibungen wieder draufrechne (als "normale Erhaltung") dann machen die 3,5 Mrd. freien Cashflow.

    Sprich 6x FCF Schulden!



    Manche Geschäfte sind einfach faktisch pleite - selbst wenn sie vorher unverschuldet waren - wenn die Lichter für 8 Wochen ausgehen.

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  • Was heißt Einmaleffekt. Es ist regulär erwirtschaftet worden, stammt halt aus der Ende 2019 verkauften Bauchemie-Sparte, oder?

    Ich hatte sonst schon auf das bereinigte Ergebnis je Aktie zurückgegriffen, welches ja auch u.a. im Bericht ausgewiesen wird.

    Für die letzten 5 Jahre: 5,00 4,83 6,44 5,87 4,00, im Mittel 5,23

    Bei Kurs 38 also KGV5 = 7,27.

    KGV(2019) = 38/4 = 9,5

    Das ist ok; es wird auch mal wieder ein Jahr kommen, in dem sie 6-7 Euro Gewinn machen.

    Freier Cashflow im Mittel der letzten 5 Jahre: 3,94 Mrd. Euro, bei Börsenwert 34,9 Mrd. Euro ist das KCV(FCF5) = 8,86 oder als Rendite: 11,3%.


    Ich sehe Finanzschulden in Höhe von gesamt 18 Mrd. Euro bei EK von 42 Mrd. Euro, um Immaterielles bereinigt 28 Mrd. Euro. EK-Quote von 48%. Klingt für mich sehr solide.

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  • Moment mal, bei grob 1 Mrd. Aktien: wenn 5 Euro pro Aktie auf das nicht fortgeführte Geschäft entfällt, wären das ja 5 Mrd. Euro Gewinn. Es wurde aber nur zu 3,xx Mrd. Euro verkauft???

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  • Ich habe übrigens bei der ganzen Kiste noch die 7,7 Mrd. Pensionsverpflichtungen vergessen die mit 1,7% verzinst werden wollen (was jetzt unwahrscheinlicher geworden ist - ergo die sind mglw. noch größer)

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  • Hat jemand die Zahlen, wie hoch jeweils die Dividenden beim DAX als Index waren? Vielleicht für die letzten 20 Jahre, mit zwei Rezessionen.

    Wie hoch ist eigentlich die aktuelle/erwartete Dividendenrendite der deutschen Indizes?

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  • Wenn ich in die Datenbank gucke, habe ich 573 Deutsche Aktien (huch warum so wenige? Muss mal wieder updaten nach neuen IPOs, nicht nur immer Pennystocks und von der Boerse genommene Unternehmen ausradieren).


    Hier ist der Median 1.17%


    Der Median ist hier der Richtige, das vermeidet extrem wie 1300% bei vermutlich Pleitekandidaten, das wuerde den arythmetischen Durchschnitt ja versauen.


    Moechtest Du dennoch den normalen Durchschnitt? Dann wuerde ich vielleicht oben und unten 25% aller Aktien abschneiden, um eine Box-Plot mit Interquartilrange hinzubekommen? Ich wuerde aber davon ausgehen, dass der Median dann nicht allzuweit vom durchschnitt abweicht? 4% sind bestimmt nicht drinnen. Percentile oberstes 30% ist bei 3.3% Dividende. Also nur 30% aller Aktien haben 3.3% Dividende oder mehr. In Deutschland.



    Europaweit, die Euro-Waehrungslaende (2221 Aktien in der Datenbank):

    Median = 1,82% Dividende.

    Laendergewichtung, Ich habe 606 Franzoesische Aktien, 237 Italienische, 573 Deutsche, 115 belgische, 122 niederlaendische, 117 spanische, 127 finnische, 116 griechische, 67 Oesterreichische, 37 portugiesische Aktien das sind schon ca. 2120 Aktien von 2220 Aktien in der Datenbank (53 Aktien haben ein "N/A", vermutlich konnte ich keine Dividendendaten hierzu abgreifen). Der Rest verteilt sich auf einige andere Laender (Slowakei, Irland, Slowenien, Luxemburg, Polen, naja, hier und da halt), ein paar wenige nicht Europaer, obwohl die schon in Europa sind, aber halt ihren Sitz in Bermuda oder Hongkong haben, oder weil ich sie einfach mal so hinzugefuegt hatte (Gazprom, Lukoil, oder so)



    Abgesehen davon - es werden garantiert Dividenden gestrichen werden?

    “It’s the little things that matter. It’s one thing to tell someone they look like the first day of spring. It’s another thing to tell them they look like the last day of a long, hard winter.” - Zig Ziglar

  • Ich meinte wirklich nur den DAX, oder allenfalls noch MDAX und SDAX.

    Das war früher glaube ich z.B. in der Börse online abgedruckt. Vom 11.02.2020 gibt es eine Statistik von Statista, da wurde 3,3% angegeben (leider haben sie sonst immer nur die jeweiligen jährlichen Renditen, aber nicht eine Zeitreihe der Summe). Dürfte also mittlerweile eher 5% sein als 4%?! Also wer sich damit zufrieden gibt, könnte einfach den DAX kaufen. Banken würde ich aber z.B. außen vor lassen. Ja, sie werden wohl gekürzt, aber es geht ja um den Ausblick für viele Jahre.

    Die Dickschiffe im DAX sind i.d.R. deutlich dividendenstärker als irgendwelche Nebenwerte. Selbst wenn - ich würde davon ausgehen, daß die im DAX wesentlich stabiler sind.

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  • Welche Länder erheben denn keine Quellensteuer auf Dividenden bzw. sind sehr unkompliziert zu handhaben in der deutschen Steuererklärung, so daß keine Rückerstattung nötig wird?

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  • Von boerse.de:

    Besonders einfach haben es Anleger in Großbritannien, Irland und Brasilien. Denn in diesen Ländern gibt es keine Quellensteuer - somit wird nur die deutsche Abgeltungssteuer fällig. Einfach ist es auch in den USA, denn obwohl der Quellensteuersatz bei 30% liegt, wird die Steuer bei deutschen Banken aufgrund einer Besonderheit von vornherein auf 15% gesenkt und kann damit vollständig angerechnet werden. Ähnlich verläuft das Verbuchen von Dividendengutschriften aus den Niederlanden, Japan und Luxemburg - dort beträgt die Steuer maximal 15% und wird somit automatisch von der Depotbank mit dem Steueranteil verrechnet. Eine Rückerstattung ist somit nicht erforderlich. In Österreich und der Schweiz liegt der Quellensteuersatz zwar über 15%, eine Rückerstattung ist hier aber vergleichsweise unkompliziert.