Welcher Online-Broker?

  • Ich musste bisher meine Aktiengeschäfte prähistorisch und teuer über Telefon abwickeln, weil meine Bank Onlinebanking mit einem Kartenleser abwickelt, der bei Laptops nicht funktioniert. Ich habe jetzt die Nase voll (je Transaktion 1% Gebühr...) und will zu einem Online-Broker wechseln.


    Bei Stiftung Warentest gibt es einen Vergleich sämtlicher Broker (per März 03). Für meine persönlichen "Bedürfnisse" scheint comdirekt ganz gut geeignet zu sein (scheinbar relativ günstig und relativ breites Angebot). Dazu kommt, dass comdirekt im Juli sämtliche Kosten für eine Depotübertragung übernimmt.


    Das soll jetzt keine Schleichwerbung werden, sondern eine Bitte um Kritik: Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Laden? Gibt es Probleme oder würdet Ihr einen Wechsel empfehlen?


    Danke für Euere Einschätzung, witchdream

    "Knowing what you don’t know is more useful than being brilliant."
    Charlie Munger 2015

  • Hallo witchdream,


    ich bin von comdirect weg, da ich dort vor zwei Jahren durch außergewöhnlich viele Transaktionen auf einmal aufs Jahr gerechnet sehr hohe Kosten hatte. Dies kam im wesentlichen durch die Limitgebühren (damals 5 DM). Dazu kommt auch noch eine Depotführungsgebühr (quartalsweise nach Depotbetrag). Was ich uneingeschränkt loben kann, ist die Technik, sprich der Online-Zugriff. Das hat (fast) immer uneingeschränkt funktioniert. Hinzu kommt, daß man als Kunde im comdirect-Informer zusätzliche Rechte hat, z.B. Verwaltung von Listen für Chartanalyse.


    Was mich als Kunde bei der comdirect sehr geärgert hat, war, daß man neue Kunden mit Superkonditionen geworben hat. Damals bot man an, ein Depot zu eröffnen, welches drei Jahre ohne Depotgebühr geführt wird. Da fühlte ich mich angesichts der erwähnten hohen Kosten als Altkunde ein wenig verar...


    Da sich meine Strategie geändert hat (= wenig Transaktionen, "fischen" mit Limite), habe ich mir ein Depot gesucht, wo es keine Depotgebühr und keine Limitgebühr gibt. Die Transaktionskosten habe ich dagegen untergewichtet. So bin ich bei Entrium gelandet. Deren System ist nicht so toll, aber bisher hat alles einwandfrei funktioniert, ich bekomme Zinsen aufs Verrechnungskonto, bin sehr zufrieden damit. Leider werden die demnächst von der DiBa übernommen; es ist noch nicht bekannt, welches der beiden Systeme überleben wird.


    Bei der DiBa habe ich auch ein Depot. Funktioniert nur eingeschränkt gut, außerdem merkt man, daß die viel outsourcen. Dafür sind die Transaktionsgebühren bereits bei kleinen Anlagebeträgen etwas zu hoch (mind. 14,95 Euro). Durch die Zinsreduzierung schwächt sich auch das bisher starke Argument für das verzinste Verrechnungskonto ab. Hier würde ich noch warten, was die Übernahme der Entrium an Preisänderungen, Systemänderungen, etc. ergibt.


    Viele Grüße
    ralf

  • Ich oute mich als zufriedener comdirect-Kunde. Ich habe als Neukunde mein Depot 6 Monate umsonst führen dürfen, seitdem kostet es (scheint mir aber im Vergleich zu den Kosten bei meiner vorherigen Bank nicht der Rede wert). Ich hatte mir comdirect damals ausgesucht, weil ich die Benutzerführung am intuitivsten fand (ich hatte mir noch consors und Entrium zum Vergleich angeguckt - bei Entrium lockte der vergleichsweise hohe Zins aufs Bargeld; der liegt bei comdirect z.Zt. nur bei 0.1% für die ersten 5000 EUR). Order- und Depotmitteilungen werden als PDF zum Selbstausdrucken verschickt - wichtige Dinge wie die Jahressteuermitteilung kommen aber per Post.


    Die Preisliste findet man unter http://www.comdirect.de/inform…terms&Show=preise_db.php4.
    Teilorders von Mikrocaps 8) könnten evtl. ein teurer Spaß werden (jede Teilorder kostet 9.90 EUR + Spesen); ich weiß nicht, wie Deine jetzige Bank das abrechnet.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Hallo zusammen,


    danke für euere Infos. Die Sache mit derr Teilausfühung könnte in manchen Fällen tatsächlich eine bittere Pille sein. Wisst ihr zufällig, ob man bei comdirect die Order im "all-or-none"-Modus aufgeben kann, d.h. dass nur gekauft wird, wenn die gesamte Order in einem Stück ausgeführt wird?


    Gruss, witchdream

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    Charlie Munger 2015

    Einmal editiert, zuletzt von witchdream ()

  • Ich trade international, d.h. USA, England, Italien, Schweiz, Deutschland.


    Ich habe depots bei db24, consors, direktanlagebank, Diba und interactivebrokers.com


    Depots von den Kindern laufen bei der direktanlagebank http://www.diraba.de weil da die Depotgeühren auf Lebenszeit umsonst sind und bei den Kindern wenig Bewegung der Aktienpakete stattfindet.


    Mein Depot läuft als international aktiver trader bei http://www.interactivebrokers.com. Hier sind die Depotgebühren 10 Dollar im Monat, dafür die Ordergebühren für kleinere Postionen ab 1 Dollar Mindestgebühr, die auf die 10 Dollar angerechnet werden, d.h. im Prinzip hat man 10 trades im Monat frei.
    Sehr angenehm ist für mich psychologisch, daß ich für wenig Geld kaufen und verkaufen kann, d.h. stoploss limits setze ich reuelos um. Dies hat mich in den letzen drei Jahren vor Verlusten geschützt und ich liege leicht im plus obwohl ich an die hundert orders im Jahr ausführe und die Märkte mehr als beschissen waren, auch für mich, der nur Superaktien kaufe, die langfristig "immer steigen".


    Mit einem php-Programm fische ich nach gerade günstig bewerteten hochrentablen Aktien und kaufe so ein bis zwei Positionen im Monat dazu.


    Durch die geringen ordergebühren bei interactivebrokers.com kann man bereits mit wenig Geld (ca. 20000 US-Dollar) bereits ein sehr gute Diversifizierung aufbauen (z.B. 100 Werte a 200 Dollar pro Position) und das bei nur 100 Dollar Ordergebühr.


    Also für gelegenheitskäufer empfehle ich das kostenlose Konto von der diraba.de, für aktive trader ist interactivebrokers die einzig ernsthafte Wahl.


    Grüße C. Eberhard, alltimehigh.com

  • witchdream :
    Die Ordermaske für Inlandsorders enthält bisher keine entsprechende Möglichkeit. Unter Umständen ändert sich das, wenn comdirect Ende des Monats die Webseiten umstellt (wovor mir persönlich ja eher graut, aber vielleicht wird die Verschlimmbesserung ja nicht allzu schrecklich).

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  • Am Wochenende hat comdirect die Software umgestellt. Wie befürchtet, hat das zu einer deutlichen Verschlimmbesserung geführt. Die Übersichtlichkeit ist stark reduziert, die Modalität der einzelnen Seiten deutlich erhöht. Abgesehen davon funktionieren manche Dinge (z.B. der frühere "my informer") derzeit nur manchmal - offenbar ist das Ganze noch nicht richtig ausgetestet, und man nimmt die Kunden jetzt als Beta-Tester her.

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  • Moin, moin,


    jau, habe ich heute morgen auch mit Entsetzen festgestellt. Es wird langsam schwieriger, sich "einfach mal nebenbei" auf dem Laufenden zu halten. Die Verkomplizierung findet fast zeitgleich in verschiedenen Börsenseiten statt; vielleicht sollte ich meine verbliebenen Mini-Positionen glattstellen (liegen überwiegend deutlich im Plus) und mich aus dem Unfug zurückziehen. Kostet langsam zuviel zeit, die man sinnvoller investieren kann.


    Nic

  • www.brokertest.de liefert ganz nützliche Infos.
    Bin selber bei comdirect, Service ist okay, nur die neue Website ist tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig...
    Nervig: Teilausführungen werden einzeln berechnet, was für Dich ein Problem sein könnte. Ist aber wohl bei den meisten Brokern so.


    Gruß Contra

  • danke nochmals für euere Infos. Ich bin jetzt wegen der Kosten bei comdirect gelandet. Ob das neue System eine Verschlimmbesserung darstellt, kann ich mangels Vergleichsmöglichkeit natürlich nicht beurteilen. Die meisten gimmicks wie z.B. die "Risiko-Beurteilung" von Einzelaktien via Volatilität sind ein Lacher - meine ganzen shooting-stars im Depot sind allesamt als hochriskant eingestuft - kein Wunder, wenn sie xy Prozent über der 200-Tage-Linie notieren und mathematisch gesehen hohe Standardabweichungen aufweisen. Die "Schnarcher" im Depot dagegen sind alle "low risk".... Dreman hat schon recht: es ist erschreckend, wie massiv die Theoretiker mit ihrer "efficient market"-Hypothese völlig blödsinnige Risikomodelle bis ins Depot von Kleinanlegern hineintragen. Jede Aktie mit guter Performance wird bei dieser Kalkulation automatisch "hochriskant".


    Ansonsten will ich bis jetzt mal nicht meckern: 3 Jahre keine Depotgebühr und deutlich niedrigere Transaktionsgebühren als bisher. Meine Depotaktien waren übrigens schneller übertragen als mein Cash-Guthaben - Wunder der elektronischen Datenübertragung. Wenn ich B.ösartig wäre, müsste ich annehmen, dass eine der beiden Banken mit meinem Cashbestand kurzfristig gezockt hat.

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    Charlie Munger 2015

  • Bezüglich der comdirect-Gimmicks gehe ich mit Witchdream ziemlich konform. Interessant wäre eine Depotanalyse nach Markowitz (zur Überprüfung der Diversifikation), wie sie wohl von irgendeiner anderen Direktbank angeboten wird/wurde und wie man sie ab und zu auch bei irgendeiner der diversen Kapitalanlagezeitschriften bekommen kann (ich vor eineinhalb Jahren bei Capital, vor einem halben Jahr bei Euro am Sonntag). Die darin angelegten 10 oder so Euro halte ich für gut investiertes Geld.

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  • Ich bin neuerdings bei Stocknet.de
    billige Transaktionskosten sind hier der ausschlaggebende Punkt.
    Momentan bei 2,49 Euro plus 0,1% Provision, wobei es dann je nach Ordergröße gestaffelt nach unten geht bis 0,05%.
    Depotführung kostenlos, Realtimekurse für 3 cent pro Realtime-gucken.
    Nachteil: man kann nur Aktien, aber keine anleihen handeln.
    http://www.stocknet.de/DE_prices.html


    Für größere Orders (da habe ich mich gestern erst angemeldet) gibt es Wallstreet-Online-Trader.
    man zahlt da fixe Kosten von 14,95 Euro. (also egal wie groß die Orde ist. Bei Einer Orde ab 15000 Euro unschlagbar billig!)
    Hier kann man auch short-selling und Anleihenhandel machen.
    Depotgebühren bei 25 Euro im Monat.


    Für mich zukünftig ist stocknet dann wohl eher mal was für Put oder Call-Zertis, W:O-Trader aber dann wohl meine hauptwahl, weil ich zukünftig nicht mehr als 10 Depotwerte haben möchte und entsprechend groß ordern werde.


    Als eigentliche Haupt-Bank habe ich mir DKB ausgesucht. Dort sind die Tagesgeldzinsen 2,35%, Visa & Kontoführung kostenlos, Auszahlen an Automaten (Stadtsparkasse) auch kostenlos. Nachteile hats keine, man bekommt sogar kostenlso monatlich seinen Kontoauszug.


    Gruß,


    Joe

    Früher war sogar die Zukunft besser.

    2 Mal editiert, zuletzt von Joe ()

  • Ist eigentlich einer von euch bei der Citibank?
    Von den Gebühren her mit am günstigsten und vor allem keine Limitgebühren. Hat einer Erfahrungen?

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • Hallo Value,


    ich oute mich auch mal als seit über 3 Jahren zufriedener Citibank-Kunde.
    Solange Du mindestens ¤2500 auf der hohen Kante hast fallen eigentlich alle Grundgebühren weg.
    Die Orderausführung kann teilweise etwas länger dauern, aber damit habe ich eigentlich durch mein langfristig ausgerichtetes Portfolio kein Problem.
    Die Ordererfassung läuft dann über den Browser per Pin und TAN (bei nicht Erreichbarkeit über das Telefon).
    Kosten sind ca. 10 Euro pro Ausführung, Limitgebühren - wie schon von Dir angedeutet - fallen keine an.
    Kredite sollte man bei der Citibank keine aufnehmen, da wird dann teilweise extrem hingelangt.


    Fazit: Nichts für Daytrader, aber ansonsten durchweg empfehlenswert.


    Grüsse
    Ape

  • Hallo value,


    schau' dir vielleicht auch mal Entrium an. Da zahlt man auch keine Limitgebühren. Die Konditionen sehen für mich ähnlich aus wie bei der Citybank. Der Webzugriff ist allerdings nur befriedigend. Weitere Unsicherheit ist, wie es nach der Übernahme durch ING weitergeht mit den Gebühren. Ansonsten bin als nicht-Options-Anleger mit Entrium und den Gegühren zufrieden.
    http://www.entrium.de/

  • Ich habe mein Girokonto seit ein paar Monaten auch bei der Citibank und handle dort hin und wieder auch mal Optionsscheine oder Hebelzertifikate (weil ich bei comdirect nicht darf). Die Ausführungszeiten sind eigentlich ok, bis das Wertpapier aber ins Depot eingebucht ist, kann es schonmal zwei Tage dauern. Stinknormale Überweisungen werden im übrigen in ähnlicher "Geschwindigkeit" ausgeführt. Realtimekurse gibt es auch nicht, und die Chartmöglichkeiten sind im Vergleich zu comdirect ebenfalls eher provinziell.

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  • also den JavaChart auf citis homepage fand ich klasse.
    Hmmm, also realtimekurse sehe ich schon ganz gerne - bei den kleineren Werten warte ich oft recht lange, um dann etwas aus dem Orderbuch direkt abzugreifen.
    Habe ich das richtig verstanden: Orderausführung geht schnell - das ist mir wichtig. Wann sie im Depot landen eher nachrangig. Obwohl es bei OS schon sinnvoll wäre, schnell reagieren zu können. (ist nämlich auch mein Hintergedanke, bei ConSors darf ich auch nicht...)

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • also Limitgebühren und Teilausführungen zahlt man bei stocknet und w:o-trader auch nicht.
    Bei stocknet braucht man auch keine 2500 euro im Depot rumgammeln lassen um die Konotführung kostenlos zu bekommen.
    Und ausserdem: wenn man für 2500 Euro schon auf 1% weniger Tagesgeldzinsen verzichten muss, dann sind dass 25Euro gebühr, oder etwa nicht? (also mir entgehen 25Euro die ich woanders bekommen könnte)
    Gruß,


    Joe

  • Gibt es Meinungen zum sBroker? Also dem Depot bei den Sparkassen. Bei Brokervergleichen landen sie immer recht weit oben. Die Preise liegen bei 9.95¤ genau wie Consors.
    Hier wird aber auf die lästigen Gebühren beim erstellen/ändern/streichen von Limits verzichtet.
    Sieht recht solide aus. (Bei solchen Angeboten wie Stocknet.de denke ich immer an Lockangebote für 3 Monate...)


    Werden eigentlich auch beim 'Depotumzug' gebühren fällig?

    They did not know it was impossible, so they did it! --Mark Twain

  • Joe : wie Du die 2500 EUR bei der citibank anlegst, bleibt Dir überlassen. Meine liegen z.B. in einem Geldmarktfonds, so daß ich mehr als 1% p.a. bekomme. Die Fondsauswahl ist bei der citibank gegenüber comdirect aber eingeschränkt.


    spud : ich war mit den Sparkassen auch recht zufrieden; die Wertpapierverwaltung schien mir schneller als bei der Citibank zu sein. Allerdings fand ich die Software von comdirect attraktiver als alles andere, was ich damals gesehen habe. (Inzwischen habe ich mich sogar einigermaßen an die neue Oberfläche gewöhnt.)

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