Immobilien

  • Keinem Neumieter ist die Miete egal, sondern er wird sich unter den vorhanden Objekten das beste und billigste aussuchen.


    Aus Sicht eines Eigentümers würde das in Aktien übersetzt bedeuten dass ein Aktionär der vor 20 Jahren gekauft hat z.B. nur Anrecht auf eine Höhe der Dividende vor 20 Jahren hätte. Das würdest Du als Sixt Aktionär sicher nicht gut finden und würde den Wert dieser Sixt Aktie negative beeinflussen.

    Ganz so ist es ja nicht, denn Sixt hat heute mehr Viermitstationen und Fahrzeuge als vor 20 Jahren, aber natürlich sind die Mietpreise an den heutigen Kosten angepasst.


    Aber genau das passiert bei Mietwohnungen nicht, hier wird nicht die Anzahl erhöht, sondern die Marge überproportional angepasst.

    Bzw. durch Verkauf an den nächsten Investor, fällt für diesem die Marge und diese soll der Mieter ausgleichen.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Vielleicht noch ein Punkt:


    Eine Bevorzugung von Bestandsmietern zu Neumietern ist am Ende natürlich auch eine Bevorzugung von alt gegen jung, es sei denn die Jungen ziehen nie aus.


    Allerdings ist "Household Formation" ein wesentlicher Konjunkturfaktor und das sieht man auch in den Südeuropäischen Ländern wie z.B. in Italien wo sich die Jungen den Auszug nicht mehr leisten können.

  • Allerdings ist "Household Formation" ein wesentlicher Konjunkturfaktor und das sieht man auch in den Südeuropäischen Ländern wie z.B. in Italien wo sich die Jungen den Auszug nicht mehr leisten können.

    Liegt es an den zu hohen Mietsteigerungen oder an den zu geringen Löhnen oder gar der Kombination von beidem?

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Aja, einen Punkt hatte ich jetzt vergessen. Ich frage mich eben, ob es nicht gerade beim Zuzug aus dem Ausland sinnvoll wäre, diesen in Regionen zu lenken, in denen Strukturschwäche ist.

    Lol - das hieße erzwungene Zuwanderung nach Mitteldeutschland. Im Sinne der Vermeidung von Gettobildung vielleicht sinnvoll.

    Die Zuwanderung verschärft in der Tat auch das Problem der steigenden Mieten wesentlich. Die meisten zieht es eben in die Großstädte, wo bereits Landsleute leben, und nicht nach Finsterwalde. Aber sag das mal einer den urbanen Hipstern.

  • Ist korrekt.

    München verliert seit fünf Jahren deutschstämmige Bevölkerung, das wird aber durch Migration (großteils aus EU) überkompensiert. Wens interessiert, die Stadt München veröffentlicht das regelmäßig recht detailliert.


    Der Fairnis halber muss man sagen:

    Diese Migration braucht es für das Funktionieren der Stadt, und zwar eben nicht nur Gutgebildete, sondern im Gegenteil, der Bedarf ist hier besonders:

    Paketboten, Busfahrer, Putzhilfen, ErzieherInnen, Handwerker, Bauarbeiter, Straßenreinigung, Klamotten-Reinigung, Pflege, Essenskurier, Kassierer, Bedienung, Betreiber von Berghütten etc.


    Also eher schlecht bis mittel bezahlte Dienstleistungen die die "Hipster" und zunehmend wohlhabenden Singles brauchen und die kein Deutscher mehr machen will.


    Somit werden in Zukunft immer mehr Deutsche whitecollar sein, und Dienstleister werden importiert. Halt wohl oder übel
    in die Städte. Außer die Akademiker ziehen auch raus nach Mitteldeutschland.


    Wir können eh froh sein dass wir soviel Zuwanderung generieren können.

    Fragt mal in der Ukraine, Bosnien oder östliches Polen nach, das blutet richtig fies aus.
    Die haben dafür sicher billige Mieten ;-)

    "Calm seas never made a good sailor"

    "Es gibt nichts Schöneres als einen warmen Regen nach einer kalten Dusche"

  • Nochmal ein Punkt: Es wird hier ja diskutiert inwiefiern Einheimische vs. Zugegzogene behandelt werden sollen. Insbesondere in Berlin aber auch in anderen Städten (Prag etc.) gibt es aber auch ein anderes Phänomen: Ich kenne nicht wenige die sich in den letzten Jahren "günstig" Wohnungen gekauft haben und dann über AirBnB teuer an Touris vermieten.


    Das treibt natürlich die Mieten weil es das Angebot für "Dauerbewohner" verknappt. Da müsste die Politik m.E. wirklich sehr genau hinschauen und evtl. dem Spuk durch Zusatzabgaben ein Ende bereiten.

  • Aber genau das passiert bei Mietwohnungen nicht

    Ähm, Widerspruch. Wieder wird es solche und andere geben.

    Ich kenne es halt so, dass man als Vermieter die Hütte über die Jahre immer mal wieder auf den aktuellen Stand bringt. Nicht Luxussanierung aber halt zeitgemäßer Komfort. Gilt insbesondere für die preiswerten Altbestände aus den 50er/60ern oder gar früher.

    Und inzwischen bilden die Mietspiegel auch den Ausstattungsstand ab.


    Und das läßt die Mietpreise letztlich etwas mehr Inflation steigen. Aber dafür steigt halt auch die Qualität der Unterkunft.


    z.B. 50er jahre Mietshaus

    Heizung anfänglich Kohleeinzelöfen nur im Wohnzimmer, WW via Badekohleofen - über die Jahre dann die Entwicklung via Nachtspeicheröfen/Gaseinzelöfen in allen Räumen, Elektro-WW-thermen, Gasetagenheizung. Nächste Station dann zentrale Wärmeversorgung

    Oder Bodenbeläge Linoleum, Filzteppichboden, Laminat

    Oder einfachverglaste Holzrahmendoppelfenster -> Isolierverglasung mit Wärme/Schallschutz

    Oder Briefkästen von Minibüchse auf heutigen DIN Standard

    Oder Mülltonnen für Mülltrennung samt Kabuff zum Unterbringen

    Oder Hofsanierung von Kies nach Pflaster

    Oder Elektrosteigleitungen verstärkt=erneuert

    Oder Wohnungselektrik von 2-Draht-Technik mit 3 Schraubsicherungen auf heutigen Stand

    Oder ..

  • Lol - das hieße erzwungene Zuwanderung nach Mitteldeutschland. Im Sinne der Vermeidung von Gettobildung vielleicht sinnvoll.

    Die Zuwanderung verschärft in der Tat auch das Problem der steigenden Mieten wesentlich. Die meisten zieht es eben in die Großstädte, wo bereits Landsleute leben, und nicht nach Finsterwalde. Aber sag das mal einer den urbanen Hipstern.


    Du hast mich verkürzt zitiert. Von Zwang war nirgends die Rede. Ich schrieb von Förderung. Das ist für mich schon was anderes. Und es wird auch nicht mit Finsterwalde klappen, auch wenn ich das nicht im einzelnen kenne. Sondern man müsste ganz langfristig eine oder mehrere Städte dort fördern, was dann irgendwann auf die Umgebung abstrahlen sollte. Aber wie geschrieben, Förderung, da müsste man aber ganz neue Wege beschreiten, was Arbeitsplätze betrifft vor allem, günstig ist es dort ja schon. Ich hatte ja die chinesischen Sonderwirtschaftszonen als Beispiel genannt.


    Und ja, natürlich ist es nicht einfach, man kann sowas nicht einfach verordnen, aber Gedanken müsste man sich m.M. nach schon machen wie man langfristig verhindert, dass die Konzentration auf wenige Städte weiter zunimmt, bzw. was man ernsthaft gegen die Abwanderung bzw. den Bevölkerungverlust woanders macht.


    Was wp schreibt, hatte ich auch so im Kopf. Viel ist Dienstleistung und deshalb von Haus aus dort gefragt, wo bereits viele Leute sind. Also, einmal mehr, es müsste strukturell und langfristig was passieren, man müsste Regionen gezielt langfristig lebenswert machen, bzw., falls sie das schon sind, vermarkten. Fakt ist doch wohl (würde ich sagen), dass in manchen Gegenden eher zu viel Menschen sind, also der Zuzug mehr ein Problem als positiv ist (für den Durchschnitt der Bevölkerung; nicht für Vermieter, schon klar), und anderswo das Gegenteil der Fall ist, also eher mehr Menschen positiv wären. Ich bin wahrscheinlich einmal mehr äußerst naiv und ich kann mich auch kaum an den letzten großen Wurf der Regierungen(en) erinnern, aber das ist m.M. nach ein ganz zentrales Zukunftsthema was DE betrifft. Und längst überfällig.


    Ich hab mich gestern eh noch weiter in Thüringen eingelesen:


    https://statistik.thueringen.d…ysen/Aufsatz-03b-2021.pdf


    Ich für meinen Teil, will mich nach Covid dort mal umsehen, Erfurt, Weimar, Jena, usw. Das war bisher immer eher zur Durchfahrt nach Berlin. Aber ehrlich gesagt, mich interessiert es sehr, die Lage ist eigentlich top in Deutschland. Da könnte man so viel machen, denk ich mir. Vielleicht eine Spinnerei, aber bloß weil alles so läuft wie es läuft, heißt das doch nicht, dass sich nie was ändern kann.


    Wie gesagt, ich sage nicht, dass ich die Antworten habe. Aber ich meine schon, dass ich eine gewisse Unausgewogenheit feststellen kann und über Verbesserungen nachdenken kann. Wie gesagt, vielleicht ist ja auch jemand der Foristen aus der Gegend. Das wäre interessant.

    When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.


    W. B.


    Investment is most intelligent when it is most businesslike.


    B. G.

  • Aus eigener Anschauung kann ich sagen, dass Gotha ziemlich ausgeblutet zu sein scheint; dabei scheint mir das ein Ort mit viel Potential zu sein.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Ähm, Widerspruch. Wieder wird es solche und andere geben.

    Ich kenne es halt so, dass man als Vermieter die Hütte über die Jahre immer mal wieder auf den aktuellen Stand bringt. Nicht Luxussanierung aber halt zeitgemäßer Komfort. Gilt insbesondere für die preiswerten Altbestände aus den 50er/60ern oder gar früher.

    Und inzwischen bilden die Mietspiegel auch den Ausstattungsstand ab.

    Ja, das ist auch völlig ok so.


    Aber ein Haus aus 190x zu dämmen, um die Kaltmiete fast zu verdoppeln, ist das was ich meine und fast erleben durfte.

    Da hat es zur richtigen Zeit eine Gesetzesänderung gegeben, Glück gehabt.

    Andere Mitbewohner hatten sich vor dieser Gesetzesänderung vertreiben lassen und zwangsweise alternativen gesucht.


    Nach dieser Anpassung, wurde nur noch das Dach zur 4. Etage gedämmt, machte Sinn, hat für mich nicht direkt einen Vorteil gehabt ( wohne tiefer ), hab ich aber gerne mitgetragen, weil es die Heizkosten fürs gesamte Haus senkt und es wird jetzt 8% Gas gespart.


    Ach ja, die Fenster sollten auch alle getauscht werden, obwohl einige erst Monate verbaut waren.

    Wie du siehst, gibt es auch solche Vermieter und das hört man hier in Berlin öfter.


    Jetzt bin ich gespannt, was nach dem Fall des Mietendeckels an Erhöhungen ins Haus flattert.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Wenn der Berliner Senat wirklich mehr bezahlbaren Wohnraum möchte, dann gibt es eigentlich zwei Optionen.

    1. Aktiv mehr Wohnraum bereitstellen. Also im Umland (Kooperation mit Brandenburg) massiv neu bauen und die neuen Votstädte super an den ÖPNV anbinden und mit Steuermitteln oder non-profit zu niedrigem Preis vermieten. Mit 100 Tsd Wohneinheiten kann man den Markt wahrscheinlich für Jahrzehnte kaputtmachen. Aber dafür müsste man einen Plan haben und organisieren können.

    3. Die Stadt für Zuzug unattraktiv machen. So läuft das bisher. Aber London oder Paris zeigen, dass die Schmerzgrenze bei weitem noch nicht erreicht ist.

  • 3. Die Stadt für Zuzug unattraktiv machen. So läuft das bisher. Aber London oder Paris zeigen, dass die Schmerzgrenze bei weitem noch nicht erreicht ist.

    Für potentielle Zuzügler die auf gute Flugverbindungen angewiesen sind, hat sich Berlin ja stark ins Zeug gelegt um das unattraktiv zu machen.