• Wollte mit meiner obigen Bemerkung übrigens niemanden außer mich selbst titulieren.


    Offenbart für mich übrigens ein Problem, dem ich nur schwer beikomme: die theoretische Erkenntnis, sich VOR VOR VOR dem Erwerb ein Ausstiegsszenario zurechtzulegen (vulgo stop loss) UND sich nach dem Erwerb sklavisch dran zu halten. Nach dem Kauf kann ich bei "Kursereignissen" nämlich nicht mehr unbefangen urteilen. Hätte ich das hier gemacht, könnte ich jetzt frohen Herzens wieder einsteigen X/  

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Ja, stimmt, Lenta sieht top-line ganz gut aus.


    Wobei die Lfl zahlen komisch aussehen. Umsatz geth yoy um 19,9% hoch, Verkaufsfläche um 19,3% aber LFl Wachstum ist angeblich 6,3%.


    Das scheint mir irgendwie nicht so ganz "koscher" zu sein.


    Kursmässig hat sich Lenta besser gehalten als Metro. Magnit hat es noch stärker erwischt.



  • Wollte mit meiner obigen Bemerkung übrigens niemanden außer mich selbst titulieren.


    Offenbart für mich übrigens ein Problem, dem ich nur schwer beikomme: die theoretische Erkenntnis, sich VOR VOR VOR dem Erwerb ein Ausstiegsszenario zurechtzulegen (vulgo stop loss) UND sich nach dem Erwerb sklavisch dran zu halten. Nach dem Kauf kann ich bei "Kursereignissen" nämlich nicht mehr unbefangen urteilen. Hätte ich das hier gemacht, könnte ich jetzt frohen Herzens wieder einsteigen X/  

    Wir kennen uns ja, somit kann man bissige Kommentare sowieso besser einordnen.


    Den richtigen Verkaufszeitpunkt zu finden, wenn ich falsch liege, fällt mir auch besonders schwer. Meistens versuche ich zunächst meine Unwissenheit zu minimieren.

    First focus on risk, before focus on return! (Seth Klarman)

  • Ich bin ja auch einer der Deppen, tatsächlich ist Metra aktuell meine größte Verlustposition. Am Mittwoch hatte ich noch überlegt nachzukaufen, heute darf ich mich fast nochmal als Depp fühlen, weil ich es nicht gemacht habe... So geht's halt.


    Wengistens habe ich auch dieses Jahr wieder die "Sell-in-May"-Regel ignoriert...

    Vor die Wahl zwischen zwei möglichen Alternativen gestellt, wähle die Dritte!

  • Wo so viel über Shareholder Value/ Frank Fischer und Metro hier geschrieben (spekuliert) worden ist: Ich war am Mittwoch auf der HV von Shareholder Value Beteiligungen und habe die Gelegenheit genutzt, nach dem Status und der Einschätzung des Investments in Metro zu fragen (5,7% des Depotvolumens zum 31.12.2017).


    Die Aussage war, sie hätten Metro nicht von sich aus erwähnt, weil es nur eine kleinere Position in ihrem Depot sei (in der Tat nicht unter den Top 5, die alle bei um die oder bei mehr als 10% des Portfolios liegen); Metro wäre eine im Umlaufvermögen verbuchte Position und als Spin-off-Spekulation erworben worden (in der Hoffnung, dass bei einem Spin-off 1+1 nicht 1,5, sondern 2,5 oder gar 3 ergeben könnte). Man hätte die Position seit dem Erwerb 2017 nicht verändert, würde aber jetzt, da die ursprüngliche Intention nicht aufgegangen sei, darüber nachdenken, wie man mit der Position verfahren solle, ob man sie etwa vom Umlauf- in das Anlagevermögen umbucht und/oder ob man ggf. nachkauft. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen. In das Unternehmen und auch Olaf Koch hat man grundsätzlich relativ viel Vertrauen, obwohl er in letzter Zeit nicht (mehr) so die Fortune gehabt hätte (fast Originalzitat, so gut es aus dem Gedächtnis eben geht). Erwähnt hat man auch die Hoffnung auf ggf. positive Effekte durch die Fußballweltmeisterschaft.


    Insgesamt klang die Antwort auf die Frage nach Metro für mich relativ hemdsärmlig, aber authentisch und ehrlich.

    Ich hätte mir von der Antwort her etwas tieferschürfende Aussagen erhofft, aber anderseits finde ich es auch irgendwie ermutigend, dass auch erwiesenermaßen überdurchschnittlich clevere Investoren sowohl auch mal in ihrer Einschätzung danebenliegen, als auch gar nicht immer so kompliziert und tiefschürfend (und auch clever) denken und handeln, wie man vielleicht annehmen könnte. Und sie sind in Summe dennoch wirklich sehr erfolgreich bzw. jedenfalls erfolgreich gewesen in den letzten Jahren und auch wieder 2017.


    Vielleicht dreht sich ja auch Metro wieder zum Positiven, aber die Wahrscheinlichkeit dafür einzuschätzen, hat mir "Shareholder Value" keine zusätzlichen Anhaltspunkte geben können (oder wollen).

  • Insgesamt läuft's in Deutschland in der Lebensmittelbranche nicht so schlecht (+4,8 Umsatzwachstum nominal).

    Metro hingegen im letzten GJ mit 2,6% bzw. flächenbereinigt 1,7% Umsatzrückgang in Deutschland.


    Zitat

    28.05.2018
    Dank Preisanstieg

    Umsätze der Lebensmittelindustrie wachsen auf Rekordniveau
    Im Vergleich zu 2016 stieg der Umsatz um 4,8 Prozent auf 179,6 Milliarden Euro, wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mitteilte. Um Preiseffekte bereinigt stieg der Umsatz um 1,1 Prozent. 2016 lag das reale Wachstum laut Jahresbericht noch bei 1,7 Prozent.

    http://www.spiegel.de/wirtscha…kordniveau-a-1209997.html

    https://www.bve-online.de/pres…ericht/jahresbericht-2018

    First focus on risk, before focus on return! (Seth Klarman)

  • Man sollte aber nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.


    Die Zahlen waren für die "Lebensmittelindustrie" und nicht für den "Lebensmitteleinzelhandel". Und inkl. Export.


    Z.B. aus dem Spiegel Artikel:


    Zitat


    Das kräftigste Umsatzwachstum erzielten die Betriebe im Ausland: Die Exporte stiegen um 6,3 Prozent auf 60,1 Milliarden Euro. Nach der EU sind China, die USA und die Schweiz die wichtigsten Exportländer. Rund ein Drittel aller Umsätze erzielte die Lebensmittelindustrie im Ausland.

  • Ich denke früher oder später wird sich auch Metro aus Russland zurückziehen und das Russlandgeschäft an einen Konkurrenten verkaufen "müssen"

    Sieht aus nach einer anderen Art des Protektionismus: In den jeweiligen Ländern werden eigene Player mit der Unterstützung der Regierung hochgezogen .

    ( aktuell: in der Türkei eröffnen neue "Gross-Händler" ala Metro)



    "Die Muttergesellschaft der Ketten Media Markt und Saturn will ihre defizitären russischen Filialen an die russische Safmar-Gruppe und deren Ableger M.video abgeben und sich im Gegenzug mit 15 Prozent an M.video beteiligen."


    http://www.manager-magazin.de/…stuerzt-ab-a-1213776.html

  • Nur zum Verarbeiten: Die geben ihre Filialen ab, aber bekommen dafür keinen Anteil, sondern wollen/müssen zusätzlich frisches Geld zum Erwerb von 15% des Käufers dazuschießen?
    Klingt für mich nach ziemlich großer Not. Insbesondere falls sie zum aktuell tiefen Kurs eine KE durchführen müssen, um das Geld zum Erwerb der M.video-Anteile aufzubringen.


    Auf der anderen Seite: Die Aktie ist unter Stress, eine Großbaustelle ist geschlossen: ISt die Zeit für einen smarten antizyklischen Einstieg schon gekommen?

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Aus der Pressemitteilung von Ceconomy:

    Zitat

    // MediaMarktSaturn erwirbt strategische Beteiligung von 15 Prozent an M.video, dem

    führenden russischen Händler für Consumer Electronics (CE) und überträgt defizitäres

    russisches Geschäft an M.video-Mehrheitsgesellschafter Safmar

    // Kaufpreis beträgt 258 Mio. Euro; abhängig von weiteren üblichen Anpassungen

    https://www.ceconomy.de/media/…and-transaktion_final.pdf


    Mit anderen Worten: Ceconomy zahlt dem Erwerber der russischen Märkte erst einmal 100 Mio obendrauf und wirft dann noch weitere 150 Mio "gutes Geld" hinterher, um sich an dem Erwerber zu beteiligen.
    Ich verstehe voll und ganz, dass die Börsen leicht geschockt waren.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Das sieht nicht gut aus für Russland.

    Auch der Aktienmarkt dort hat ja den Ölpreis-Aufschwung viel zögerlicher mitgemacht als den Ölpreis-Abschwung vor ein paar Jahren.

    Die Demografie Russlands ist mehr als bescheiden, von der Korruption ganz zu schweigen.

    Auch die Querelen mit den USA kann Russland nur verlieren. Besser für sie wäre es gewesen, sich in ihr Schicksal zu fügen, nur noch eine verblassende Regionalmacht (+Atombomben) zu sein. Demütigender Gedanke natürlich, aber ist halt die Realität.


    Ursprünglich hatte ich mal die Investmentidee, bei steigenden Ölpreise, in der Hoffnung auf anziehende Konjunktur direkt in russ. Konsumwerte zu gehen. Aber das drängt sich aktuell nicht auf. Eher im Gegenteil.


    wp