• In den USA werden die Aktien aber oft auch nur dafür gekauft, damit man sie an die Mitarbeiter, genauer an das Topmanagement, wieder ausgeben kann. Dahinter steht dann oft eine schleichende Enteignung der Aktionäre.

    Die Frage ist doch ob die Mitarbeiter Wert schaffen im Verhältnis zu den Kosten. Wenn sie 1Mrd. Wert schaffen warum nicht für 200m Aktien beziehen?

    Nur heulen wegen der Verwässerung ist mir zu plump.

  • Zurück zum Fall Shell:

    Besteht denn der Verdacht dass die nur Zwecks Ausgabe an Mitarbeiter Aktien zurückkaufen?

    Ich denke doch nicht, sondern weil sie excess cashflow haben. Und vielleicht ist auch ihr Fremdkapital sehr günstig?

    In dem Fall kann ich mit Rückkäufen super leben.

  • Ich sehe eine relgemäßig Entnahme über die Dividende sehr positiv, denn wenns der AG gut geht, steigt diese.

    Die Dividende stellt nebenbei sicher, das ich keine 100% Verlust machen kann - ein kleiner Bilanzskandal und der Aktienkurs fällt gegen Null.


    Wenn die Aktienrückkäufe in einer Phase der Überbewertung statt finden, dann steigen die inneren Werte je Aktie nicht so stark an, als wenn ich eine Netto-Dividende erhalten hätte und diese zu einem günstigeren Zeitpunkt oder woanders investiere. Klar der Kurs bzw. das KGV gehen kursfristig in die Höhe, aber was bringt es mir als Langfristinvestor?


    In der Zeit der Investition sind nur 2 Kurse entscheidend, Kauf und Verkauf, alle Kurse dazwischen sind irrelevant und lenken oft nur ab.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Zurück zum Fall Shell:

    Besteht denn der Verdacht dass die nur Zwecks Ausgabe an Mitarbeiter Aktien zurückkaufen?

    Ich denke doch nicht, sondern weil sie excess cashflow haben. Und vielleicht ist auch ihr Fremdkapital sehr günstig?

    In dem Fall kann ich mit Rückkäufen super leben.

    Alsoooo...

    ich habe mir mal die Zahlen gegeben, siehe hier:

    https://www.shell.com/investor…orts-download-centre.html

    und das Ergebnis ist sehr ernüchternd.


    A shares
    B shares
    2005 3 817 240 213
    2 707 858 347
    2010 3 480 868 822
    2 673 333 694
    2015 3 965 989 512
    2 431 531 014
    2016 4 406 063 759
    3 739 277 889
    2017 4 570 138 647
    3 742 624 272
    31.12.2018 4 471 889 296 3 745 486 731


    2016 wurden ca. 1.5 Mrd Aktien (A+B) für die Übernahme von BG group ausgegeben.

    Quasi in jedem Jahresbericht steht "we returned XX billion to shareholders via share repurchases". Tatsache ist aber dass die Aktienanzahl stetig gestiegen ist weil die Dividende nach Lehman nicht mehr cash bezahlt wurde sondern als "scrip dividend" in Aktien. Und nur ein Teil der Aktien wurde auch wieder zurückgekauft. Erst vor kurzem wurde die Dividende wieder ganz in cash bezahlt, so dass (nur die Anzahl A-Aktien) auch wieder etwas gesunken ist.

    Insgesamt ist aber in den letzten 13 Jahren die Aktienanzahl von 6,525 Mrd auf 8,217 Mrd gestiegen (+26%).

    Wenn man großzügig ist und die 1,5 Mrd Aktien für die BG-Übernahme weglässt liegt die Verwässerung trotz der Rückkäufe in hoher dreistelliger Milliardenhöhe (!!!) über diesen Zeitraum immer noch bei knapp 3%.


    Edit/Ergänzung: die Anzahl der Gazprom-Aktien ist übrigens (bis auf einen 1:100 Split) seit 1993 unverändert. :)

    http://www.gazprom.com/investors/stock/

  • Sie haben ja erst angefangen bzw. angekündigt massiv zurückzukaufen, nachdem der Ölpreis wieder gestiegen ist. Die Aussage war ja eigentlich, die Dividenden sind und waren sehr ordentlich, jetzt werden auch ziemlich kräftig Aktien zurückgekauft und zumindest nach m.E. ist der Ölpreis nicht sehr hoch, d.h. ich seh das recht positiv für die nächsten Jahre.


    Und natürlich machen Rückkäufe nur Sinn, wenn die Aktie nicht überbewertet ist, das hat, denke ich, jeder der sich dafür ausgesprochen hat ausdrücklich vorrausgesetzt. Ich kann auch verstehen wenn jemand sagt er ist gegen Rückkäufe, weil er die Aktien für überbewertet hält. Aber dann sollte man sich ja fragen warum man die nicht sowieso verkauft. Was ich dagegen absolut nicht verstehen kann ist wie man gegen Rückkäufe sein kann wenn man von einer Unterbewertung der Aktie überzeugt ist und langfristig engagiert bleiben möchte.

    When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.


    W. B.


    Investment is most intelligent when it is most businesslike.


    B. G.

  • Sie haben ja erst angefangen bzw. angekündigt massiv zurückzukaufen, nachdem der Ölpreis wieder gestiegen ist. Die Aussage war ja eigentlich, die Dividenden sind und waren sehr ordentlich, jetzt werden auch ziemlich kräftig Aktien zurückgekauft

    Nein, die "massiven Rückkäufe" gehören zur "Unternehmenskultur" und laufen schon seit Jahrzehnten.

    Die Dividende war vielleicht nominal "ordentlich", aber es ist eigentlich eine "fake dividend" weil sie einfach über eine kontinuierliche Aktienemission finanziert wurde (die Teilweise über Rückkäufe wieder aufgefangen wurde). Ideal für ein Management dass sagen kann es hat super Dividenden gezahlt und auch noch Aktien zurückgekauft ^^, auch wenn es eigentlich effektiv auf eine niedrigere cash-Dividende hinausläuft.

    Jetzt wird die Dividende wieder cash bezahlt (also sind "die Zeiten besser"), dann wird über Rückkäufe die Anzahl Aktien tatsächlich wieder etwas verringert. In besseren Zeiten wird der Kurs aber wieder höher sein, was die Rückkäufe verteuert. Also werden die "billig" als scrip ausgegebenen Aktien nun wieder "teuer" zurückgekauft. Suboptimal, finde ich.


    Quote

    Und natürlich machen Rückkäufe nur Sinn, wenn die Aktie nicht überbewertet ist, das hat, denke ich, jeder der sich dafür ausgesprochen hat ausdrücklich vorrausgesetzt. Ich kann auch verstehen wenn jemand sagt er ist gegen Rückkäufe, weil er die Aktien für überbewertet hält. Aber dann sollte man sich ja fragen warum man die nicht sowieso verkauft. Was ich dagegen absolut nicht verstehen kann ist wie man gegen Rückkäufe sein kann wenn man von einer Unterbewertung der Aktie überzeugt ist und langfristig engagiert bleiben möchte.



    Man kann ja nicht voraussagen wie die Aktie sich entwickeln wird. Wenn man sich aber ein Management mit einkauft, dass sehr "pro buyback" (koste es was es wolle) eingestellt ist, dann besteht die Gefahr dass diese genau zum absolut falschen Zeitpunkt das Kapital der Eigentümer verbraten werden (siehe z.B. Covestro). Wenn es ein Management gibt von dem ich weiss dass sie das Instrument verstehen und richtig einsetzen können (z.B. Berkshire), oder es in einem konstanten, moderaten Umfang passiert (z.B. ein paar Prozent jedes Jahr, Yara) dann habe ich persönlich natürlich nichts dagegen.

  • Aktienrückkäufe bieten sich halt viel stärker als Dividenden zu prozyklische nicht, wertvernichtenden Aktionen durch das Management an: Einnahmen sind gut, Kurse relativ hoch, aber für die Managementboni wären temporär noch höhere Kurse wünschenswert, also ein fettes Rückkaufprogramm auflegen.

    Wenn die Einnahmen nicht mehr genügen, wird die Verschuldung erhöht, um das Rückkaufprogramm zu finanzieren.

    Und wenn es dann wieder Probleme gibt und die Einnahmen nicht mehr so gut fließen, hat man die Schulden an der Backe und muss zu Niedrigstkursen Kapitalerhöhungen durchführen.

    Habe ich oft genug erlebt, um Aktienrückkäufen grundsätzlich sehr skeptisch gegenüberzustehen. Im Vergleich nehme ich die Steuern auf Dividenden liebend gerne in Kauf, da bleibt für den langfristigen Aktionär meist immer noch deutlich mehr Mehrwert.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Noch wer bei DNO dabei?

    2018 lief sehr erfreulich, es wird nun erstmals eine Dividende gezahlt (ca. 1%) der Chart versucht sich grad am Ausbruch über 2,00 USD.

    Und auch aus der Region gab es zuletzt zumindest keine extremen Hiobsbotschaften mehr.


    wp

  • Thema Ölaktien:


    Hat sich jemand von euch mal Chevron angesehen?

    Die sehen kennzahlenmäßig recht interessant aus.

    Zahlen 3,6% Divi (steigt seit 31 Jahren) und der Chart sieht (für eine Ölaktie) auch passabel aus.


    Hintergrund:

    Ich denke darüber nach meine TGS in Chevron zu tauschen.

    Der neuerliche Absturz von TGS letztes Jahr hat mir doch etwas zu denken gegeben.

    Nicht falsch verstehen, ich bin durchaus der Meinung dass TGS eine gute Firma ist.

    Ich frage mich nur wann die aus dem Quark kommen wollen wenn nicht jetzt.

    Befürchte langsam, dass die dicken Profits, die grade durch den enormen Fortschritt der Fracking-(und allgemein Drill-) Technik entstehen, an TGS vorbei gehen könnten.

    Grund: Fast alle der neuen frack-job Bohrungen werden als "infill drills" oder "child wells" in bereits erschlossenen Feldern niedergebracht. Halte es für möglich dass die Nachfrage nach Geo-Daten dort teils niedriger ist als eben in neuen, explorativen Feldern.

    TGS Backlog ist übrigens in Q4 auch deutlich gefallen.


    Die Kurse von NOV und NOW hängen ebenfalls übel hinterher.

    Schaufeln laufen offenbar nicht so doll im aktuellen Goldrausch.


    Meinungen?


    wp


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  • Entscheidend ist wie immer der Ölpreis. Wenn die Russen aus dem Opec-Abkommen aussteigen, muss ich in keiner Ölaktie drin sein.

    "Hey Du, möchtest Du ein A kaufen?" Standard & Poor's (zitiert aus: Marc-Uwe-Kling: Der falsche Kalender - 365 falsch zugeordnete Zitate)

  • Ganz interessant: TGS Nopec übernimmt Spectrum ASA in einem All Share deal:


    https://www.oedigital.com/news/465782-tgs-acquires-spectrum


    Insgesamt vielleicht nicht ganz überraschend wenn man weiss das der CEO von Spectrum mal der CFO von TGS Nopec war.


    Bin mir aber ehrlich gesgat nicht ganz sicher was ich davon halten soll.

  • Der hat aber Spectrum mitgegründet weil er bei TGS nicht CEO wurde. ist im Knatsch gegangen.


    Am langen Ende super Sache. weniger Konkurrenz bei neuen Projekten und TGS kennt die Bibliothek zu 100%

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • Und gegen Drohnen hilft vermutlich auch kein Patriot-System...

    Ich habe die Info, das es inzwischen automatische Gebäudesicherungssysteme gibt, die Drohnen vom Himmel holen können.

    - Funkbeeinflussung

    - Fangnetze


    Werden in DE schon eingesetzt.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett