• Russland vs. NATO


    Ich schreibe mal hier weiter: sind die Ölpreise aufgrund der Ereignisse in Russland gestiegen, oder stiegen sie nicht bereits vorher? Wenn Du Dir die Strukturen (für mich eine Trendphase 5) ansiehst, dann geht es hier normal heftig zur Sache, da die finale Akzeleration häufig extrem steil und sehr kurz ist (klar, es gibt Extensionen). Ich reduziere eher und nehme den letzten Schnaps nicht mehr mit. Politische Börsen haben doch kurze Beine😉?

  • Plane eine Investition in 4.000l Heizöl, warte aber noch auf den idealen Einstiegszeitpunkt. Erwarte daher steigende Kurse Preise. :-(

    “Investment is most intelligent when it is most businesslike.” -Benjamin Graham

  • Ich persönlich glaube, dass es mit dem Ölpreis eher Richtung 150 USD/Barrel gehen könnte, ganz unabhängig von der Ukraine-Situation. Einfach weil das Angebot nicht nachkommen könnte, aufgrund der niedrigen Preise der Vorjahre, wenn die Nachfrage noch weiter ausgeweitet wird, z.B. mit Flugreisen-Normalisierung. D.h. aber ja nicht, dass man es ausreizen muss. Ich finde, wenn man etwas Günstigeres findet, das langfristig gute Renditen zu versprechen scheint, ist das evtl. interessanter, als bei Öl-Investments den zyklischen Hochpunkt anzupeilen. Wobei ich wie erwähnt nicht der Meinung bin, dass wir schon in der Nähe des Gipfels sind, ich glaube da wird es noch deutlich nach oben gehen. Aber es kann natürlich auch sein, dass Öl-Aktien schon fallen werden, wenn die Ölpreise noch steigen. Also ich würde mich da eher über Gewinne freuen und langfristig bessere Alternativen suchen.


    Hab auch ein Beispiel von letzter Woche. Wollte was kaufen und brauchte dafür Geld, das war glaub ich am Montag. Nachdem da eher ein schwacher Börsentag war und ich allgemein die meisten Unternehmen langfristig halten will, hab ich einen Teil meiner Equinor-Aktien verkauft. Die waren da grad gestiegen, wegen der Situation eben und dann bei 28 € fand ich sie schon erstmal recht hoch. Am nächsten Tag hab ich mich dann etwas besonnen und doch lieber ein paar kleinere Positionen verkauft, die mich schon länger eher weniger erfreuen. Damit dann den Equinor-Teil wieder zurückgekauft, zu etwa 2 € weniger pro Stück. Das war natürlich einfach Zufall/Glück, ich hatte es ja gar nicht geplant. Aber nachdem sie so flott wieder runter gingen, wie sie hoch gingen, wollte ich sie lieber wieder haben. Denn mittelfristig glaube ich noch an starke Öl- und Gas-Profite. Insbesondere Equinor hat ja neulich hervorragende Zahlen gebracht.

    Aber andererseits, und darauf will ich hinaus, wenn sie gerade hoch stehen oder schnell hoch springen, finde ich es auch interessant, sie herzugeben, denn da ist mir ein langfristiger Gewinner (das ist natürlich immer erst mal der Plan..) lieber, als eine Aktie, die vielleicht noch für weitere 50 % gut ist, aber wo ich (persönlich) wenig Potential für deutlich mehr sehe.


    PS:

    Marathon Oil hab ich neulich ja auch zugunsten unseres "Community Investments" BMW Vz. hergegeben. Bisher hat sich das nicht gelohnt, aber der Ansatz ist der gleiche. Keine Ahnung wohin Marathon noch gehen kann, ich denke sie sind gut geführt und sehr solide, vielleicht sogar ein Übernahmekandidat, aber trotzdem hängen sie halt am Ölpreis und was weiß ich, könnte auch wieder mal nach unten gehen. Also lieber nehme ich da mal was mit und hab dafür was, das mir planbarer bzw. berechenbarer erscheint.

    When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.


    W. B.


    Investment is most intelligent when it is most businesslike.


    B. G.

  • Prognose zum Ölmarkt von BHP: https://www.bhp.com/news/prosp…ommodity-outlook#crudeoil


    mit folgendem Fazit:

    Quote

    Bringing this bottom–up analysis of demand together with the systematic decline rates that the supply side of the industry is subject to, points to an expected structural supply–demand gap through the 2020s and into the 2030s. This analysis indicates that considerable investment in conventional oil is going to be required to fill that gap and maintain market balance. If that investment is not forthcoming in a timely way, the possibility of oil prices flying–up aggressively cannot be ruled out.

  • Kauf Chevron.


    Hab grade nicht ausreichen Zeit die Ölaktien zu vergleichen.

    Daher den Buffett-Kandidaten genommen, kann man ggf ja nochmal umschichten wenn man was besseres findet.


    Equinor wäre meine zweite Wahl gewesen.

    Wenn man so will ist das ein Hedge für die Russischen Aktien.

    Bleiben die russischen Rohstoffwerte so am Boden, heißt dass es gibt übelste Sanktionen, dann dürften Chevron und Co die USD (äh Euros ;-) ) nur so reinschaufeln.

    Sinkt der Ölpreis wieder, heißt dass die Sanktionen sind weniger harsch, dann dürften die russischen Aktien wieder hochkommen.


    Soweit die Theorie.

    Der Verlust heute morgen wird damit wohl kaum so schnell aufgeholt, leider auch klar.

    "Nicht Völker führen Kriege gegeneinander, sondern Regierungen führen Kriege gegeneinander"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh


  • Das ist eben das Problem bei den Sanktionen gegen Russland. Russland ist kein unbedeutender 3.Welt Staat. Sanktionen gegen Kuba, Venezuela, Syrien etc.? Wen juckt´s im Westen? Bei Russland ergeben sich allerdings vielfältige und unangenehme Rückkopplungseffekte.

  • Eins sollte man bedenken, auch wenn jetzt alle Welt von steigenden Ölpreisen ausgeht. Gerade bedingt durch das Vorgehen Russland's könnte sich evtl. das Gegenteil ergeben. Es wäre in stärkstem westlichen Interesse, die OPEC und alle die pumpen können, dazu anzuhalten, also die Förderung massiv auszuweiten und die Ölpreise zu senken bzw. akzeptabel zu halten. Das wäre insbesondere bei wirklich ernsthaften Sanktionen, d.h. Energie-Sanktionen gegenüber Russland, die vielleicht einzige, aber vor allem wohl sinnvollste Maßnahme. Nicht nur, dass man so selbst bezahlbarere Energie hätte, man würde auch Russland schaden (schlechtere Preise für das Öl und Gas, das sie an andere verkaufen) und vor allem, wäre es wohl mit das wirkungsvollste um die Inflation in den Griff zu bekommen. Also, kurzfristig wohl hoher Ölpreis, aber mittelfristig würde ich meinen, dass es weltweit jetzt um neue Quellen, Erschließung und Ausweitung geht.


    Mein Kauf heute war insofern International Seaways, ein Tanker-Unternehmen, also See-Transport von Öl und Gas. Hatte ich mal bei Fairfax Financial im Portfolio gesehen und ein bißchen angeschaut, ansonsten aber eher ein oberflächlicher Kauf. Hatte gestern was verkauft, weil ich schon so ein mieses Gefühl hatte die ganze Zeit. Das ist jetzt wieder angelegt. Nun, aber der Punkt ist, wie gesagt, dass aus meiner Sicht der Westen auf Angebotsausweitung bei Öl und Gas hinwirken dürfte. Bzw. insofern er es mit den Sanktionen ernst meint natürlich.


    PS:

    Weil es weiter unten erwähnt wird. Eben genau den Gedenken mit dem Iran hatte ich beim Schreiben auch. Oder Venezuela. Wer weiß. Aber der Iran ist näher bei uns. Ja, da könnte viel passieren. Wird viel/alles von der Art der Sanktionen abhängen und ob man es dieses Mal durchzieht.

    Wenn überhaupt weiterhin Gas aus Russland, wäre bei einer russischen Besetzung der Ukraine endgültig NS2 eigentlich die bessere Variante. Da müsste man eher die Pipeline durch Belarus sanktionieren. Wie gesagt, daran wird alles hängen, die Sanktionen. Entweder oder.

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    W. B.


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    B. G.

    Edited once, last by buccaneer ().

  • Eins sollte man bedenken, auch wenn jetzt alle Welt von steigenden Ölpreisen ausgeht. Gerade bedingt durch das Vorgehen Russland's könnte sich evtl. das Gegenteil ergeben. Es wäre in stärkstem westlichen Interesse, die OPEC und alle die pumpen können, dazu anzuhalten, also die Förderung massiv auszuweiten und die Ölpreise zu senken bzw. akzeptabel zu halten. Das wäre insbesondere bei wirklich ernsthaften Sanktionen, d.h. Energie-Sanktionen gegenüber Russland, die vielleicht einzige, aber vor allem wohl sinnvollste Maßnahme. Nicht nur, dass man so selbst bezahlbarere Energie hätte, man würde auch Russland schaden (schlechtere Preise für das Öl und Gas, das sie an andere verkaufen) und vor allem, wäre es wohl mit das wirkungsvollste um die Inflation in den Griff zu bekommen. Also, kurzfristig wohl hoher Ölpreis, aber mittelfristig würde ich meinen, dass es weltweit jetzt um neue Quellen, Erschließung und Ausweitung geht.


    Mein Kauf heute war insofern International Seaways, ein Tanker-Unternehmen, also See-Transport von Öl und Gas. Hatte ich mal bei Fairfax Financial im Portfolio gesehen und ein bißchen angeschaut, ansonsten aber eher ein oberflächlicher Kauf. Hatte gestern was verkauft, weil ich schon so ein mieses Gefühl hatte die ganze Zeit. Das ist jetzt wieder angelegt. Nun, aber der Punkt ist, wie gesagt, dass aus meiner Sicht der Westen auf Angebotsausweitung bei Öl und Gas hinwirken dürfte. Bzw. insofern er es mit den Sanktionen ernst meint natürlich.

    In diesem Zusammenhang könnte auch helfen, dass die Atomverhandlungen mit dem Iran kurz vor dem Abschluss stehen sollen. Der Iran würde liebend gerne einen Teil des russischen Öls ersetzen, um damit seinen Devisenmangel zu lindern.

  • Russland ist soweit ich weiß hinter USA zweitgrößtes Förderland bei Öl.

    Die Lücke wird man nicht schließen können.


    Aber es wäre denkbar dass zwei Märkte entstehen. Russland liefert günstig nach China und paar andere Parias.


    Rest der Welt kauf teuer bei den Amis und Saudis.


    Und: Man müsste den Iran wieder aktivieren.

    Gibt es irgendeine Chance da qua Aktien drauf zu wetten?! (Ich habe keine Ahnung)


    edit: Da war wisi schneller.

    Iran wird also bald von "böse" auf "gut" umgebrandet werden ;-) (Das ist wie bei Orwells "1984". "we were always at war with Oceania! Eurasia was always our ally!")

    Nochmal: Wie könnte man von diesem Szenario Aktienmäßig profitieren?

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  • Der Iran hat die ganzen Jahre des Embargos sein Öl über Russland vermarktet. Ob das mit dem Seitenwechsel klappt?


    Und wenn Ihr die letzten Pressekonferenzen der OPEC-Treffen anseht, dann gibts da ganz viel arabisch-russisches Kuscheln.


    Ich denke, Russisches Öl wird sich nicht vermeiden lassen.

  • Thema Iran auf Al Jazeera.


    Nachdem man die mit Sanktionen jahrelang gegängelt hat, das letzte Abkommen einseitig von Seiten der USA gebrochen wurde und sie (immer noch?) offiziell zur "Achse des Bösen" gehören, fürchte ich es könnte etwas naiv sein zu hoffen dass die dem Westen nun aus der Patsche helfen.


    Also aus reiner Menschenfreude sicher nicht.

    Wenn dann werden sie es sich durch weitreichende Konzessionen bezahlen lassen.


    https://www.aljazeera.com/news…e-to-the-ukraine-crisis-2

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  • Öl hat sehr schön eine fünf von fünf (im Sekundärtrend abgewickelt). Die Preise werden zunächst kräftig schwanken (die Marktberichterstatter werden dafür irgendwelche, gerade passenden politischen Entscheidungen heranziehen).


    Hiermit kann man etwas spielen und nach allen möglichen Topics suchen lassen (für mich eine Art nachlaufender Indikator):


    https://www.metaculus.com/ques…r_by=-activity&search=oil

  • Noch ein Nachtrag zu BP. Laut der IR Seite von Rosneft beträgt der Anteil von BP 19,75 %. Selbst nach dem Kurssturz noch eine Menge Holz.

    Der BP Anteil an Rosneft verdampft gerade


    jetzt wäre noch interessant

    a) ob/was BP von wem dafür bekommt

    b) was mit dem Anteil von Rosneft geschieht bzw. ob damit irgendwas geschieht


    PS

    20% des BP-Gewinns kamen lt. Artikel von Rosneft - ups